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(Nachdruck verboten.)

Wieseck, Rüddingshausen, Sonnborn, Darmstadt, den 18. Oktober 1925.

veutfcherhof

an der Abendkasse.

9750D

Herbert Rostorz Vertrieb Gießen, Wetzsteingasse S schriften

Vertrieb von Jugend

u. Wanderkram

Nähe Lirchenplay, neben dem Musikhaus Äirchner

Oktober, Gießener 9754D

^rosste

absofuiß ßsinheit

40. Fortsetzung.

morgen, Dienstag Metzel- Suppe

Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus, Gießener Straße 60, aus statt. 97:oD

Hühnerfutter.

Fischmehl, Garneelen, Muschelkalk, alle Körner, Calvisal-Nährsalz

Saat-Niemand,

Jnh: E. Scheel, Mäusburg Nr. 17.

3m Feldstecher erschien sein Haar weih, das war Christian Ingold, sein Daker.

Krachend zerstäubten die Sturzwellen am eisernen Ponton. Unb Hanns hatte eine Er­schütterung gespürt, die sein Innerstes in allen Fugen erbeben lieh.

Hermann begleitete den Bruder zur Bahn.

Grüß mir den Bater, Hermann, ich wollte, ich hätte ihm alles ersparen können, aber ich kann es nicht!"

Stumm drückte ihm Hermann die Hand, und der Ingenieur stieg ein, warf noch einen scharfen Blick auf Rheinau und die blühende Aue und grub dann die Augen in seine Briefschaften, während der Zug ins grüne Land hineinrollte.

Mit dem wärmeren Sommer erholte sich Christian Ingold zusehends.

Wenn Ruth ihn besuchte, kam ein Schein von Leben und Anteilnahme in sein verschlosse­nes Gesicht. Sie sprach nicht viel, und die Ant­worten des Fischmeisters waren karg genug.

Wärmer und offener zeigte Hermann seine Zuneigung zu Ruch, und sie selbst begann ihn mit einer Zärtlichkeit zu umgeben, in der Gefühle sich Bahn brachen, die keinen anderen Ausweg mehr gefunden hatten. Sie brachte ihm die Bücher, an denen er hing, oft lasen sie zusammen laut, und dann sah der Fischmeister im Strohsefsel, die Augen ins Leere gerichtet, und hörte zu, hörte von des Meeres und der Liebe Wellen und von Frau Hadwig und dem Mönch Ekkehard auf dem Hohentwiel.

Eines Tages, als Ruth wieder eine Stunde gestohlen hatte, um sie im Fischerhaus zuzu­bringen. kamen zwei Fischer und begehrten Chri­stian Ingold zu sprechen, der Kaspar Reuh von Rheinau und Iosef Itta aus Elfenau. Sie kamen als Abgesandte und wollten Ingold be­wegen, sein Amt als Obmann wieder zu über­nehmen.

Sie sprachen stockend, schoben einander das Wort zu, aber sie brachten ihre Gründe zu Gewicht.

Itta, der große Stangengarnfischer, der den Markt bis Konstanz beherrschte, sagte zuletzt: Sperrt Euch nicht länger, Ingold. Ihr könnt das Wasser nicht mit den Händen flauen. Sie machen eine Geldmühle aus dem Rhein und wir können es nicht ändern. Aber uns so viel Platz und Recht wahren als irgend geht, das können wir."

Ia." fiel Kaspar Reuh ein,und zahlen sollen sie, daß es Taler hagelt. Ich trag' mein Retz nicht leer nach Haus."

Christian Ingold schwieg. Die Iunisonne strich ihm kräftig über das verfallene Gesicht, in dem sich die Trohfalten noch tiefer gegraben hatten.

Die Fischer blickten zu Ruth und Hermaunn hinüber, als erwarteten sie von ihnen Unter« stühung.

..Ist es nicht Vernunft, die wir predigen", sagte der Itta nach einer Weile zu Ruth.

Da reckte sich der Alte und antwortete un­gefragt mit schwerer ungelenker Zunge:

Vernunft Ihr habt zu viel davon, dah Ihr Eure Vernunft auf den Markt bringt."

Gotts Wein und Brot, und Ihr zu wenig! So nehmt sie von uns. wir geben sie umsonst!" brach Itta los und strich grimmig den hohen Hut gegen den Filz, dah er rauh wurde wie ein 3gel.

Christian Ingold schüttelte den Kopf.

Rein, ich nehme nichts geschenkt. Ich habe das Amt niedergelegt, weil ich nicht markten kann um Gesetz und Recht, und red' euch nicht mehr drein. Aber lasset mich wie ich bin. Ich fahre nicht mit fremdem Zeug."

..So laß dir doch wenigstens das eigene Zeug bezahlen, wenn du es an den Ragec hängen muht. Du bist ja der, der am meisten verliert. Deine Weide sprengen sie dir mit Dynamit und bauen ihre Krafttrommeln, wo jetzt deine Wage schwingt. Gib deine Forderung ein, Ingold, hell' sie turmhoch, so treiben wir den Preis für die Abfindung um so viel höher!"

Iosef Itta war dicht zu ihm hingerückt und hatte ihm die Hand aufs Knie gelegt, sein geschabtes, rotgebeiztes Gesicht zitterte vor Aufregung, während er sprach.

,9h£rrun mir' echt weruT.

Bitte btad)Un Sie mein Schaufenster!

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Heute morgen entschlief sanft nach langem, schwerem mit großer Geduld getragenem Leiden mein lieber Mann, unser guterVater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Herr Maines Teiler II., Schreineraeisler im 71. Lebensjahre.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Sophie Textor geb. Ott.

Leihgestern, Großen-Linden, 18. Oktober 1925.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Oktober, nach­mittags 4 Uhr, statt. 97530

wenn der Fischmeister den Äamen wechselt". Tagte er mit grimmigem Humor und suchte seine» Sessel.

Als Ruth ihn verlieh, horte er seinem Sohn eine Ode des Horaz ab.

Hermann hatte ihn listig zu diesen Liebes­diensten abgecichtet, um ihn seinem hirnbohrenden Grübeln zu entreißen.

Der alle Ingold verstand nichts davon, prüfte aber gewissenhaft Wort und Klang, und auf der Treppe tönte Ruch noch die helle Stimme Hermanns nach. Es war ein merkwürdig getragener, leidenschaftlicher Klang darin. Auch ihr blieb es leeren Schall, denn sie war in ihren Studien nicht über ein bißchen Apotheierlatein hmausgekommen.

Hermann Ingold aber grub die Fingernägel in die Handfläche, und die Stirn unter dem bronzefarbenen Haar von Schweiß gefeuchtet, de­klamierte er die ersten Strophen der großen Ode, m der dem gerechten und unerschütterlich in seinen Vorsatz verankerten Mann der Preis ge­reicht wird.

Si fractus illabatur orbis, impavidum fe- rient ruinae", rief er mit tönender Stimme und verzehrte dabei mit seinen Blicken den alten Mann, der keine rotverbrämte Toga trug, keinen kurulischen Sessel einnahm, fordern mit abgetra­genen Kleidern im Slrohiessel saß und die Hornbrille auf dem steilen Rasenrücken,' das fremdsprachige Buch in den großen Händen, mühsam die Lippen bewegte, um'ssen Faden nicht zu verlieren.

Ruth erzählte ihrem Vater von dem Er­lebnis im Fischerhaus, und Engelhardt erwiderte'

Der alte Ingold ist wie ein Felsen int Rhein. Den müssen sie sprengen. Er läßt sich weder wegspülen noch untergraben."

Sie sah. daß er auf sich selbst zielte, und lenkte ab, indem sie von derSaison" sprach, die ihnen schon einige Gäste gebracht hatte. Im stillen aber flogen ihre Gedanken zu HannS Ingold und strichen umher wie scheue Vögel, die sich nicht niederzulassen wagen.

Schon lief das Spekulationsfieber in Rheinau um, und die Grundstücke stiegen im Preis. ES gab keinen Gesprächsstoff mehr außer dem Werk.

(Sr.-t?«'"-'' folgt.)

Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Mittwoch, den 21. Oktober 1925, 8/4 Uhr abends in der Neuen Aul^ der Universität?

Lichtbildervortrag

Frau Dr. Hedwig Elbert, Frankfurt a. M.

Aus dem Dorfleben der Kamerunneger

Eintritt für Mitglieder frei. Nichtmitglieder Mk. 1.-, Studenten, Schüler, Militär 50 Pf. Karten im Vorverkauf bei Verlagsbuchhändler Dr. Töpelmann, Südanlage 3, und

Der gefesselte Strom

Roman von Hermann Stegemann.

Kala«

idealster Korsett­ersatz. Verkauf jeden Mitiwoä)

Wir, in j

W NWWW MWll-a.WWG-WM.

Dienstag, den 20. Oktober, vormittags 10 Uhr und nachmittags 2V2 Uhr, versteigere ich im gefl. Auftrage das gesamte Inventar der Restauration Liebigshöhe" in Gießen:

A. 1 Wirtschaftsbüfett, Stühle, ca. 120 Tischdecken, 1 Posten Wein-, Vier-, Likör- und Sektgläser, ein großer Posten Teller, Tassen, Kaffee- und Milchkannen, Iucker- schälchen, Eisgläser, Kuchenteller, Portionsplatten: ferner 1 Partie Messer, Gabeln und Löffel-

Silber: Tabletten, Punschromainbecher, Kaffee­löffel, Eisbecher,-

2 Kaffeemaschinen (15 u. 4 Ltr.), 1 Kaffeewärmer;

1 kompl. Licht- und Telephonanlage, 1 kompl. Bade­einrichtung, 1 kompl. Eisanlage (bestehend aus einem Motor, Transmissionen, Riemenscheiben, 3 Eismaschinen, Eiszerkleinerungsmaschine, 2 Konservatoren) und ver­miedenes mehr, meistbietend gegen Barzahlung. °h

Simon Wolf, Auktionator und Taxator, wohnhaft Frankfurt a. M., Telephon 5938 Römer.

Am 17. Oktober, abends II1/, Uhr, entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater, Bruder, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Jakob Rinn XIX.

im 83. Lebensjahr.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Heuchelheim, den 19. Oktober 1925.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. nachmittags 7,2 Uhr, vom Sterbehause Straße, aus statt.

Gewerbeschule Nidda Zllasslge Sadifdiuie für öaulMkuverler. fflöüelfdjreiner, maftiinenfdiiofier und Sleltto-Mlallaleure.

Unterichtsbeginn am 2. 11. vorm. 9V-» Uhr.

Vorbereitungskurs für die Meisterprüfung. «D Beginn am 4. Januar 1926.

Kür den Aufsichtsrat: Geb. Justizrat Aömbeld.

Näheres durch die Schulleitung: H. Bitt.

Mit einem schweren Ruck trat Christian Ingold auf die Füße. Die Farbe stieg ihm ins vergilbte Gesicht, und das gelähmte Lid des linken Auges zuckle krampfhaft unter den eis­grauen Brauen, als er antwortete:

Ich habe keine Forderung, daß ihr's wißt. Denn mir ist nichts feil. Ich steh' hier , auf meinem Grund und hab' meinen Vertrag mit dem Rhein auf Zeil und Ewigkeit, solang er läuft. Paktiert ihr, ich red' euch nicht drein, aber einer muß sein, dem das einige Recht mehr gilt als die Vernunft. Und mein Sohn Hal ge­sorgt, daß dieser eine Christian Ingold heißt."

Und um anzuzeigen, daß das sein letztes Wort sei, ging er in die Rebenstube, den fal­tigen braunen Racken straff gereckt, die weißen Haarsträhnen vom Luftzug über den kantigen Schädel geblasen.

Auf einen Wink Ruths nahm Hermann seine Bücher und ging ihm wie von ungefähr nach.

Die beiden Fischer standen schweigend vor ihren Stühlen und starrten durch das Fenster in den Schwall des Rheines.

Da machte Ruth ihnen den Abschied leichter, indem sie sagte:

Er weiß, daß Sie es gut und vernünftig meinen, aber er ist einer von denen, die sich selbst treu bleiben müssen. Soll ich ihm noch etwas ausrichlen?"

Sie blickten sich an, dann entgegnete Kaspar Reuß:

3a, Fräulein, wenn es Ihnen recht ist, so sagen Sie dem Christian Ingold, daß wir keinen neuen Obmann wählen. Es geht jetzt auch so. Und er soll der letzte sein."

Gotts Donner, so isl's, Fräulein," fiel Iosef Itta ein und bürstete hastig den Filz, der Rhein läuft uns nach Konstanz zurück, wenn ein anderer Fischmeister wird zu Rheinau un- term Laufsen."

Die Stiege krachte unter ihren Tritten.

Ruth richtete ihren Auftrag aus.

Kein Muskel bewegte sich im oertoetterten Gesicht des Fischmeisters, aber die Hand zitterte, in der er einen stockfleckigen Band hielt.

Der Itta ist ein schlihöhriger Gesell, er Hal Angst, der Lachs gehl ihm nicht mehr ins Garn, |

Große GemAde-Ansstellmig und Auktion

Infolge Notverkaufs kommen am 21. Oktober, morgens ab 10 Uhr im Saale des Hotels Hindenburg, (Stehen, Seltersweg, eine größere Anzahl wertvoller Gemälde zur Auktion, unter anber.n: Prof. A. Achenbach, Professor E. v. Gebhardt, Prof. Clarenbach, Prof. Askevold, Hambüchen, B. C. Koekoek, Professor F. v. Keller, Prof. F. Doltz, Prof. Röth, Prof. Max (Seiher, Prof. A. Schreyer, Prof. Heffner usw.

Zwanglose Besichtigung am Dienstag, dem 20. Okt., ab 1 Uhr und vor der Auktion.

Natiirheilverein. Montag, den 19. Okt., abends 8 Ubr 6m Kath. Vereinshaus Vortrag von Herrn Mühlentechniker Steinmetz über:Feblcrbafte ErnäbrungS- wirtschatt, die Ursache von Krankheit und Teuerung"

mit vrnrtifdien Vorführungen.

Sur Deckung der Unkosten Eintritt für Mitglieder 30 Pfennig, für Nichtmitglieder 50 Pfennig

falmin

OLLIS.

Ein

Gespann Pferde

dunkelbraun mit Stern

(12 tabrige Stute und 2' jähriger Wallach, ein* und zweisvännig gefahren, zu ver­kaufen, auch Einzetverkauf. 97U8D BückermeiHter Krahl, Groll en-Lin den

Am 18. Oktober, 8 Uhr abends, verschied nach schwerem Leiden meine liebe Frau, meine gute Mutter, Pflegemutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Karoline Becker

geb. Oßwald

im Alter von 54 Jahren.

In tiefer Trauer:

Familie Johann Becker und alle Angehörige.

Erster deutscher Versicherungs-Konzern «alle Sparten) hat für verschiedene Be­zirke die iaopl-ferlreluiig zu vergeben. 9766s,

Herren, die in der Organisation und Akantution erfahren find, ist glänzende Existenz geboten Wettgebendste Unter* kutztmg u. hohe Bezüge werden gewährt.

Dfierten unter L 8. 22526 an Rudolf Dlosga, Berlin SW 19.

MlWratzMMWMkkM Es ladet ein (9762D) Karl Faber. Arbeitsvergebnng.

Die für die Unterhaltung der Schlacht» Hofgebäude erforderlichen Weitzbinder- arbeiten sollen nochmals vergeben werden.

Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis Freitag, den 23. d. M., vormittags 10 Uhr, an uns einzureichen

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 16. Oktober 1925.

Sladtbauaml Gießen.

Braubach. 97488