Ausgabe 
19.8.1925
 
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48. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

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Würzburg

Gießen

August 1925

Der Ueberschuh fließt d. Unterhaltungsfonds der Burgruine zu.

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7798D

Der Vorstand des Geselligkeltsvereins Gleiberg

4. Ermahnung.

40 Jahre Kältemaschinenbau

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Gießen (An der Iohanneskirche), 19. August 1925

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Allen, die anläßlich meines 80. Geburtstages meiner mit Liebe gedacht haben, spreche ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank aus und wünsche allen für das Weitere Zuftieden- heit und Gottes Segen.

Gießen, den 17. August 1925.

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Da es uns nicht möglich ist, jedem einzelnen für die uns in so überreichem Matze anläßlich unserös goldenen Ehejubiläums dargebrachten Wünsche, Ehrungen und Geschenke zu danken, bitten wir, auf diesem Wege unseren innigsten, tiefgefühltesten Dank entgegennehmen zu wollen.

Gießen, den 17. August 1925.

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Eine auferstandene Exzellenz.

Hat der Leser schon einmal bemerkt, daß ein Zimmer von Energie und Spannung wie ein elek- irischer Akkumulator geladen sein kann? Wenn nicht, so hätte er dazu Gelegenheit gehabt, falls er Gabbys Hotelzimmer an dem Tage einen Besuch abgestattet hätte, der dem im vorigen Kapitel zu Ende gegangenen folgte.

Waren die Tage bisher voll von überraschenden Ereignissen, bedeutungsvollen Nachrichten, Hoffnung und Furcht, so hatte die Spannung jetzt ihren Gip­felpunkt erreicht.

ganze Gestalt schien auf einmal um zwanzig Sabre jünger geworden zu sein.

Er war wahrlich zur rechten Zeit gekommen, denn jetzt hieß es rasch und ohne Aufschub zu han. dein. Lebhaft wie ein Jüngling eilte Thorben zum Telephon und hatte schon die Hand an der KurbeL Ein Signal kam ihm aber zuvor.

Das geht Dich an. Am besten antwortest Du selbst, Gabby."

Hallo! Ja, hier Fräulein Dulcroft."

Es war die Stimme Milltrops. Sie klang ganz ruhig.

Nun??" fragte Gabby voll Spannung.

Ja, ich habe eine ganze Menge zu erzählen," antwortete Milltrop ruhig,aber ich kann dies nicht alles telephonisch tun."

Gabby hingegen teilte in aller Hast alle ihre letzten Erlebnisse mit, auch die Ankunft der Ex­zellenz und die famose Zeitungsnachricht.

Exzellenz und ich gedenken jetzt die große Ofsenstoe in Gang zu setzen", schloß sie.

Nein, das müssen Sie bleiben lassen," antwor­tete Milltrop.

Bleiben lassen? Wie meinen Sie das? Sollen wir jetzt mit verschränkten Armen dasitzen und die Ereignisse sich konsequent entwickeln lassen," ganz aus sich selbst heraus und ohne störende Eingriffe von unserer Seite?"

Nein, wir werden in die Ereignisse so störend wie möglich eingreifen. Aber ich lege Wert darauf, an diesem Endkampf selbst auch ein wenig mitzu- wirken. Ich sagte ja, daß ich eine ganze Menge zu erzählen habe, und es ist vielleicht von solcher Art, daß der beabsichtigte Offensivstoß überflüssig wird. Es ist das Beste, wir halten einen Kriegsrat ab, hier im Hotel Bellevue. Es wäre schön, wenn Sie und Exzellenz unverzüglich hierher kommen könnten."

Gabby machte keine Einwendungen und in der Voraussetzung, daß dies auch Fili nicht tun würde, nahm sie sofort Hut und Mantel. Zehn Minuten später standen sie in Milltrops Zimmer im Hotel Bellevue.

Milltrop stellte sich in seiner trockenen Weise selbst vor, und die Exzellenz fand sofort Gefallen an ihm.

(Schluß folgt.)

Gabby saß auf dem Schreibtisch und stützte die Füße gegen den Stuhl. Ihre Augen glüyten, ihre Wangen flammten, iyre ganzen Sinne waren in vollem Aufruhr.

Gegen ihre Gewohnheit war sie nicht allein. Mit großen Schritten ging ein älterer Herr im Zimmer auf und ab.

Es war Exzellenz Thorben.

Die zwei letzten Jahre hatten in seinem Antlitz deutliche Spuren hinterlassen. Die Wangen waren schmäler geworden, die Falten kreuzten einander in einem viel dichteren Netz als früher, Haar und Bart waren nicht mehr eisgrau, sondern schneeweiß, und sein gewaltiger Körperumfang hatte eine statt­liche Einschränkung erfahren. Auch seine Schritte, mit denen er das Zimmer durchmaß, klangen nicht mehr so taktfest wie einst.

Exzellenz hatte auch seiner telegraphisch angekün­digten Ankunft sofort Gabby aufgesucht.

Diese hatte ihrerseits beschlossen, die Exzellenz, die sehr besorgt war, nicht mit irgendwelchen Schön­malereien zu beruhigen, sondern schrittweise mit der Wahrheit herouszurücken. Sie erzählte ihm also ohne jede Beschönigung alles: von Fellips' fabel­haftem Despotismus, von Fobs buchstäblicher Ge­fangenschaft auf dem Schloß, von der Unterschla­gung der Briefe, von all den bezahlten Kreaturen, von ihrer Verschwörung mit Milltrop und Keyler, zuletzt von des Bankiers großem Bravourstück in seiner Wohnung und ganz zuletzt von den drei ver­heißungsvollen Telegrammen, unter denen das der Exzellenz nicht das unbedeutendste war. Sie er- zählte alles, nur von den belastenden Papieren schwieg sie. Daran zu rühren vermochte sie nicht.

Der alte Fili ging während Gabbys Erzählung auf und ab und blieb mitunter stehen und gab wie­derholt seinem Erstaunen Ausdruck. Man kann sich denken, welche Gefühle jetzt nach den zwei Jahren ihn durchtobten. Er wußte nicht, sollte er weinen oder lachen.

Alles aber trat vor der Frage zurück:Wo war jetzt Fob?"

Nun, die Sache war gewissermaßen einfach. Es gab nur eine einzige Person, die auf diese Frage Bescheid geben konnte, und wollte sie dies nicht gut­willig tun, so mußte sie dazu eben gezwungen werden.

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Exzellenz blieb mitten in seiner Wanderung stehen und überlegte: Von hier zu Fellips' Bank sind es nur zehn Minuten. Laut aber sagte er dann: Da gibt es nur noch eins zu tun, Gabby. Ich nehme ein Auto und fahre sofort zur Bank. Der Sicherheit halber muß ich vielleicht vorher einen Revolver zu mir stecken."

Das nützt nicht viel," antwortete Gabby,weder mit noch ohne Revolver. Der Bankier ist unauffind­bar und dürfte dies auch bleiben."

Was sagst du? Unauffindbar? Er hat sich wohl nicht in Atome aufgelöst?^'

Das nicht, aber so etwas Aehnliches. Jedenfalls ist er verduftet, so daß wir ihn nicht schnell erreichen können. Ich habe selbst vor ein paar Stunden einige Versuche mittels Telephon gemacht. Auf der Bank gab man mir die verworrensten Antworten, und es ist nicht so schwer, die Ursache zu verstehen."

Gabby nahm eine Zeitung vom Schreibtisch, reichte sie der Exzellenz und zeigte auf einen ganz kurzen Artikel, der mit großen Titeln auf der ersten Seite stand:

Ein entthronter Bankfürst! Eine Sensation in der Bankenwelt!

Dieser Tage ist ein Ereignis eingetreten, bas in hiesigen Bankkreisen großes Aufsehen erregt.

Der Direktor einer unserer größten Banken ist spurlos verschwunden. Die in einem solchen Falle naheliegende Annahme eines Unglücksfalls ent­fällt, da die Ursache ziemlich klar zutage liegt.

Die fragliche Bank, die von ihrem Chef schon seit langem auf eine unglaublich despotische Weise geleitet wird, hat sich in den letzten Tagen in im­mer gewagtere Transaktionen eingelassen. Einige ganz phantastische Angebote an andere Banken bezüglich Zusammenarbeit und Kapitalbeteiligung haben sowohl dem Personal der betreffenden Bank wie den übrigen Banken einen bevorstehen­den Krach als unvermeidlich erscheinen lassen. Nach dem Verschwinden des Bankdirektors kann man annehmen, daß der Bankerott nunmehr un­mittelbar bevorsteht. Aus Rücksicht auf viele, die unschuldigerweise in diese Affäre hineingezogen werden, unterlassen wir es bis auf weiteres, Na­men zu nennen."

Die Exzellenz legte die Zeitung weg und brach in ein breites, jugendliches Lachen aus. Ja, die

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Er hatte sie hinter einer kleinen Höllenmaschine versteckt, mit der ich erst fertig werden mußte."

Plötzlich hielt Keyler mit dem Suchen inne. Er starrte auf den Boden seiner jetzt fast entleerten Reisetasche.

Was ist das? Zum Teufel, was ist das? Ich steckte selbst die Papiere in ein Kuvert und legte sie zu unterst in die Tasche. Und jetzt, jetzt ist das Kuvert fort! Kurz und gut: die kostbaren Pa­piere sind verschwunden!"

Gabby hatte sofort einen Verdacht: Er spielt Komödie!

Selbst war sie natürlich bis aufs äußerste ver­dutzt und hielt schon das ganze Spiel verloren.

Keylers Verzweiflung erschien ihr aber dann doch echt. Er mußte auf eine ganz übernatürliche Weise um die Papiere bestohlen worden sein, auf die Fellips seine Macht über Fob aufbaute . . .

Nach einer Weile raffte er sich aus und sagte ent- schossen:

Entweder haben Sie morgen die Papiere oder Sie sehen mich niemals wieder!"

Dann verschwand er aus dem Zimmer.

Gabby stand einige Minuten am Fenster und sah ihm nach, wie er in der Richtung zum Bahnhof eilte.

Halblaut zitierte sie Milltorps Telegramm:

Bitte nicht überrascht zu sein, was auch kom­men mag."

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