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, o. Dies gilt nicht für § 299 ZPO. Die Parteien haben daher in dem Verfahren vor der Beschwerber stelle keinen Anspruch auf Gewährung von Einsicht in die Akten oder Beiakten oder auf Erteilung von Ausfertigungen, Auszügen und Abschriften daraus. Werden derartige Anträge gestellt, so hat die Be­schwerdestelle unter Würdigung aller Umstände zu befinden, ob und inwieweit ihnen stattzugeben ist. Handelt es sich um Beiakten, die von einer Be­hörde zu dem Verfahren überreicht sind, so wird sich die Gestattung der Einsicht und die Erteilung von Abschriften regelmäßig nur insoweit rechtfer­tigen lassen, als die Behörde zuvor ihre Einwil­ligung dazu erteilt hat.

Aus der Provinz.

Landkreis Gieße«.

X Klein-Linden, 18. Aug. In unserem Orte sind jetzt zwei Dreschmaschinen in Tätigkeit, die eine steht im Freien, während die zweite in den Hofraiten der Landwirte arbeitet. Der Ertrag an Körnern und Stroh ist geringer als im Vorjahre, was auf die verschiedenartige Beschaffenheit der durch die Feldbereinigung ver­einigten Grundstücke zurückzuführen ist. Die Vor­teile derselben wirken sich erst nach und nach aus, wenn Bearbeitung und Düngung gleichmäßig ist. Die Qualität der Ernte ist gut und man sucht bei dem schönen Wetter alles bald unter das schützende Dach zu bringen. Kartoffeln und Hack­früchte stehen seyr gut und versprechen einen sehr reichen Ertrag, so daß die in den letzten Jahren bestehende Kartoffelknappheit nicht eintreten wird. Am nächsten Sonntag findet das Sommer- fe st der hiesigen Kleinkinderschule im früheren Rinnschen Garten statt.

Dg. Großen-Buseck, 16. Aug. Bei der gestrigen Wahl, an der sich rund 60 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten, wurde der seit­herige Beigeordnete Wilhelm Harbach mit 836 Stimmen wiedergewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Die Ortsvereine brachten auch dem zweiten Bürgermeister einen Fackel­zug. 3n schwungvoller Bede verlieh Schlosser- meister Döring der allgemeinen Genugtuung Ausdruck darüber, daß es auch diesmal gelungen sei, die Einigkeit der Wählerschaft zu wahren. Er dankte dem Beigeordneten für die bisher ge­leisteten Dienste und forderte ihn auf, im wei­teren Einvernehmen mit dem Bürgermeister und Gemeinderat nach bestem Wissen und Können für das Wohl der Gemeinde einzutreten. Die vier hiesigen Gesangvereine trugen Chöre vor. Darauf dankte der Wiedergewählte für die Ehrung und versprach, auch in seinem weiteren Wirken alle Kräfte für das Wohl der Gemeinde einzusehen. Hieraus kehrten die Vereine in ihre Lokale zurück, wo sie noch einige Zeit Gäste des Beigeordneten waren.

ib. K e s s e l b a ch, 16. Aug. Der hiesige Krie- geroerein hielt heute ein Scheibenschießen ab, wel­ches sich eines guten Besuchs erfreute. Die Betei­ligung am offenen Preisschießen war sehr rege. Die höchste Ringzahl (3 Schuß) erzielte Ludwig Olemotz, Kesselbach und erhielt den 1. Preis, eine Standuhr. Es folgten bann in scharfer Konkurrenz abwärts bis zu 24 Ringen die übrigen 19 Preisträger. Die Herstellung des Schießstandes und Vorbereitung für das Schießen war unter Führung und Mitwirkung alter aktiver Kameraden mustergültig durchgeführt.

!! Lich, 17. Aug. Hier fand am gestrigen Sonntag ein größeres Radfahrfest statt, bas von vielen auswärtigen Vereinen besueht war. Um 2 Uhr bewegte sich ein größerer Festzug burch bie Straßen ber Stabt, an bem auch die anderen Licher Vereine vollzählig teilnahmen. Die weiteren Feier« lichkeiten gingen bann in Steins Saalbau vor sich. Der T u r n h a l l e n u m b a u ist zur Zeit in ' vollem Gange. Man hofft, baß bie Arbeiten bis Anfang Oktober sertiggestellt sinb, so baß bie be- t beutenb vergrößerte unb neuzeitlich hergestellte Turnhalle an ber Kirchweih eingeweiht werden * kann.

s Kreis Friedberg.

!*! Friedberg, 17. Aug. Die Kanalisie­rung des südwestlichen Stadtteils ist gegenwärtig in Angriff genommen, es sind Arbeiten in Höhe von etwa 130 00 Mark vorgesehen. Zugleich ge­denkt man auch die Rieselfelder an der Zuckerfabrik zu erweitern.

4. Dad--N anheim. 16. Aug. Nachdem vor 14 Tagen etwa dreihundert Saarturner, die am Gießener Kreisturnfest teilgenommen, Gäste unserer Stadt gewesen, hatten wir heute . wieder Saarländer Besuch. Der Männer- gesangvereinL i e d e r k r a n z" aus Saar­brücken weilte in einer Stärke von etwa 150 Sängern und Angehörigen in unserer Stadt. Don Frankfurt a M. kommend, wo sie am Samstagabend noch an der Begrüßungsfeier für den Hermannslauf teilgenommen, wurden sie heute gegen Mittag am Bahnhof feierlichst von den hiesigen Sängern empfangen. Oberbaurat B e r ck bot in kernigen Worten den Willkom- mensgruh der Bade- und Kurverwaltung dar, während der Dirigent des hiesigen Männer- gesangvereinsFrohsinn", Stadtverordneter und Reallehrer Bechtolsheimer, die Gäste für die Stadt Bad-Nauheim und die Bad-Nau­heimer Sängerschaft in sehr herzlicher Weise begrüßte. Für die Frauen und Jungfrauen un­serer Stadt überreichte Fräulein Marie Knie- r i e m den Sängern von der Saar einen pracht­vollen Rosenstrauß. Mit der Versicherung unent­wegter Treue zum Reich dankte der Vorsitzende des SaarbrückenerLiederkranzes" tiefbewegt für den herzlichen Empfang. Nachmittags gab der Liederkranz" gemeinsam mit dem staatlichen Kurorchester ein Konzert auf der Terrasse, die einen Massenbesuch, wie wir ihn selten erlebt haben, aufweisen konnte. Der Chor verfügt über ein klangschönes Stimmenmaterial, und fein Di­rigent, Philipp Stilz, scheint auf gute Diszi­plin zu achten. Mögen die Gäste aus dem Saar­gebiet das Gefühl enger Zusammengehörigkeit und treuer Volksgemeinschaft als den stärksten Eindruck in ihre Heimat mitnehmen, in die sie nach einem Konzert in Offenbach morgen wieder zurückkehren werden.

5 Dad-Nauheirn, 15. Aug. Heber den Aufenthalt der Neuhorker Sänger in unsere« hessischen Badestadt, worüber wir schon kurz be­richtet haben, wird uns noch mitgeteilt: Das an Eindrücken fast überreiche Filmband der be­kannten Deutschlandfahrt desBeethoven- Männerchors" aus Neutzork ist mit dem freundlichen Bilde Bad-Nauheims abgerollt. Die behaglich« Ruhe dieses typischen deutschen Heil­bades, in der die Unrast der Empfänge, Be­sichtigungen und Festkommerse der letzten Wochen mündete, wird eine Anzahl der Neuyorker, die hier Kuraufenthalt genommen, noch einige Zeit auskosten. Die Reisegesellschaft selbst hat sich

hier aufgelöst und wird sich zum größten Teil erst, wieder bei der Rückfahrt am 11. September zusämmenfinden. Auf der Terrasse des an musi­kalischen Traditionen reichen Kurhauses in Bad- Nauheim gab der Beethoven-Chor ein Konzert zum Vesten der Kinderhilse, das einzige Wohl­tätigkeitskonzert auf dieser Sängerfahrt. Die Ver­anstaltung fand das regste Interesse, vor allem auch des internationalen Kurpublikums, und er­rang auch als rein künstlerische Leistung nicht endenwollenden Beifall. Bei einem Abschieds­essen am Abend tauschten Kurdirektor von B o e h m e r und Bürgermeister Dr. K a y s e r mit den Neuyorker Gästen herzliche Trinksprüche. Stürmischen Beifall weckte besonders der Hin­weis des Kurdirektors v. Boehmer auf die Ge­schichte der den Saal zierenden Riesenflagge der Vereinigten Staaten, die von den amerika­nischen Gästen der Vorkriegszeit für ihr Fest­bankett am jeweiligen älnabhängigkeitstage an» geschafft und der Kurverwaltung zu treuen Hän­den übergeben worden war. Heute hätten sich die Sterne und Streifen zuin erstenmal wieder über Amerikanern und Deutschen entfaltet. Das einzigartige Schauspiel einer großen Park- beleuchtung beschloß die reichen Eindrücke des Tages, der sich zu einem seltenen Feste erhebender Freude für alle Beteiligte gestaltete.

<£ Bad-Nauheim, 17. Aug. Wie schon be­richtet, war bas kürzlich hier vom Neuyorker Beet­hoven - Männerchor veranstaltete Konzert zum Besten ber Kinberhilse bestimmt. Von ber Reineinnahme erhielt bie hiesige Kinberhilfe bie Hälfte in Höhe von 1040 Mk., außerbem stiftete ber Chor noch 150 Dollar für ben guten Zweck.

Butzbach, 16. Aug. In ber am 14. August statt­gehabten Sitzung ber ötabtoerorbneten würben fol- genbe Beschlüsse gefaßt: Die Hebamme Wagner von Griebel soll für bie Dauer eines Jahres aus­hilfsweise angenommen werben, bis bie Ausbilbung der von ber Stabt angenommenen Frau Michel von hier beendet ist. Es soll die Stelle eines Fried­hofsaufsehers ausgeschrieben werden. Es soll möglichst ein Monn aus ber Stabt selbst angenom­men werben. Gehalt nach Bes.-Gr. II. Für bie ver­storbene Leichenfrau Vierheller soll ebenfalls bie Stelle ausgeschrieben werben. Der Aufnahme eines Darlehens für das Elektrizitätswerk wurde gemäß Beschluß von 1924 zugestimmt. Dem Antrag der Kinobesitzer auf Erlaß der Vergnü - gungsfteuer wurde nur insoweit zugestimmt, als es sich um Vorführung von Kulturfilmen han­delt. Für alle anderen Vorführungen muß Steuer bezahlt werden. Das Dach der Maschinenhalle des Elektrizitätswerks ist schadhaft. Das Stadtbauamt soll einen Kostenooranschlag nebst Zeichnung erneut vorlegen, da der vorgesehene Betrag von 15 000 Mk. für viel zu hoch erachtet wirb.

<£ Aus ber Wetterau, 17. Aug. Die Erntearbeiten sinb, früher als sonst, fast völlig be- enbet. Nur hier unb ba steht noch ein Streifen Hofer auf bem Holm. Der größte Teil ber Frucht ist auch schon eingefahren. Die Dreschmaschinen sinb seit Wochen emsig an ber Arbeit. Man bars jetzt schon von einer gut geborgenen Ernte sprechen.

Kreis Büdingen.

!! Bübingen, 17. Aug. Gestern stand Tü­bingen im Zeichen ber Beigeorbnetenwahl. Schon seit Mittwoch erschienen Aufrufe unb Er­klärungen in ber Tübinger Zeitung, wie überhaupt eine eifrige Wahlagitation einsetzte. Zuerst waren nur ber seitherige langjährige Teig. Dotter unb ber Versicherungsinspektor Georg Hilbner (Ge- meinberatsmitgheb) ausgestellt. Am Freitag wurde bann noch bas Gemeinberatsmitglieb Weißbinder- meister Karl Schulz aufgestellt. Hierdurch wurden bie Aussichten ber Kandidatur Dotter lehr ver­schlechtert. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis: Hildner 787, Dotter 560 und Schulz 117 Stimmen. Somit ist Gemeinberatsmitglieb Hildner als Beigeordneter gewählt. Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen schlecht. Da man als bestimmt voraussetzte, baß eine Stichwahl ftattfinben müsse, biteben viele ber Wahl fern. Diese Tatsache dürfte auch zu bem Siege Hilbners beitragen. Ob sich Herr Hilbner nun auch noch für bie Bürgermeisterwahl aufstellen läßt, ist noch nicht bekannt. In biefem Falle müßte er bann auf ben Beigeorbnetenposten roieber verzichten. Die beiben Büdinger Turn­vereine veranstalteten am Samstagabenb anläßlich bes Hermannslaufes in ben Fürstenhofsälen eine Hermannsfeier, bie von ben Mitgliebern ber Vereine unb Gästen sehr gut besucht war. Die Stafette selbst kam um |5 Uhr am Samstagmittag burch Tübingen unb würbe von Mannschaften ber Tübinger Turnvereine bis kurz vor Tieichenbach gebracht, wo sie bann an andere Vereine weiterge­leitet wurde. Als eine sehr nützliche und not- wendige Einrichtung erweist sich gerade dieses Jahr wieder die große unb saubere Babeanstalt bes Tübinger Schwimmvereins. Die Anstalt erfreut sich schon ben ganzen Sommer unb besonbers an heißen Tagen eines sehr guten Besuches sowohl ber Damen wie Herren. Um biesen Vorteil dürfte uns sicher manch anderes Städtchen beneiden. Das Jahr 1925 bringt Tübingen eine größere Anzahl neuer Wohnungen, woburch dem bringen- ften Wohnungsmangel abgeholfen werben dürfte. So hat vor allem die Stadt selbst schon jetzt 3 bis 4 neue Wohnhäuser sertiggestellt, die noch dieses Jahr bezogen werden sollen. Die Einfamilienhäuser werden, wie verlautet, von der Stadt an Private verkauft werden.

A Bingenheim, 18. Aug. Bei ber Beige­orbnetenwahl erhielt ber ßanbroirt und Lanbes- produktenhänbler Otto Reichert 192 Stimmen. Der Gegenkanbidat, Postagent Karl Müller, er­hielt 162 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war eine sehr lebhafte.

Aus bem 91 i b b a t a (, 17. Aug. Kaurn ist bie letzte Hafergarbe eingefahren, so klingt schon bie Sense roieber zur Grummeternte. Sie be­ginnt in biefem Jahre reichlich 3 Wochen früher als im Vorjahre unb verspricht ebenso wie bie Heuernte guten Ertrag. Auch bie Kartoffeln scheinen zur Re- korbernte heranreifen zu wollen, was in ber starken Preissenkung zum Ausbruck kommt. Hänbler bieten nur noch 3 Mk. pro Zentner. Die Apfelbäume tra­gen reichlich, wenn auch stellenweise einmal leere Bäume anzutreffen sind. Der Ausfall an Zwetschen unb Birnen wirb badurch hinlänglich ausgewogen.

Kreis Schotten.

# Schotten, 17. Aug. Von ben 7 beanstan­deten Bürgermeisterroahlen im Kreise wurden ins­gesamt 6 für ungültig erklärt. Die einzige vom Kreisausschuß bestätigte in Ober-Schmitten fand heute mit der Einweisung und Verpflichtung des neuaewählten Bürgermeisters K. Mantel ihren Abschluß.

<> Schotten, 18. Aug. Der Evang. Bund hielt am Sonntagnachmittag auf bem Bockzahl ein Volksfest ab. Um 1 Uhr bewegte sich ein Fest« zug durch bie Straßen ber Stadt unter Vorantritt

f einiger Reiter in Freiheitsuniformen von 1813. Die I Schöttener Männergesangvereine verschönten bas | Fest burch Gesangsvorträge. Gießener Herren unb Damen spieltenGlaube unb Heima t". Eine große Menschenmenge lauschte bem Gebotenen. Pfarrer Haupt- Gießen hielt bie Festansprache. Besondrerer Dank gebührt bem Herrn Pfarrer R ö ° mer> Schotten, ber sich um bas Zustanbekommen des Festes viel Mühe gemacht hatte.

> Rainrod, 18. Aug. Eine blutige Eifersuchtstragödie spielte sich gestern abend anläßlich unserer Kirch weihe am hie­sigen Bahnhof ab. Der 22jährige Schneider- gofelle Frank aus Schotten, in Tufenborn ge­bürtig, unterhielt ein Verhältnis mit einem Schot- teuer Mädchen. Dieses schien aber in letzter Zeit seine Gunst einem andern zugewandt zu haben. Sie trafen sich auf unserer Kirchweihe, wobei es schon am Sonntag zu erregtem Wortwechsel kam. Unter anderem stieß der abgewiesene Liebhaber die Drohung aus, das Mädchen würde nicht mehr lebend in seine Dien st st eile in Friedberg zurückkehren. 9Jlan hielt dies für eine leere Redensart, der man keine Bedeutung schenkte. Als gestern abend das Mädchen mit dem Spätzug nach Schotten zurückkehren wollte, gab der Verschmähte :m Wartesaal drei Schüsse aus dasselbe ab. Ein Schuß traf es in ben Arm, ein zweiter brang bem 21jährigen August Kc> nrab von hier in bas Kinn. Die Kugel blieb in ber Kinnlabe stecken. Der Verletzte mußte am Abend in bas Krankenhaus in Laubach verbracht werben. Nachdem der Re­volverheld die drei Schüsse abgegeben, richtete er er die Waffe gegen s i ch selb st unb verletzte sich am Kopse ungefährlich. Er würbe noch am Abend in das Amtsgerichtsgefängnis zu Schotten überführt. Die erregte Menschenmenge, die sich in­zwischen vor dem Stationsgebäude angesammelt hatte, in dem Frank festgehalten wurde, nahm eine drohende Haltung ein. Nur ber Standhaftigkeit bes Bahnhofsvorstehers ist es zuzuschreiben, daß bie Menge nicht in bas Gebäube einbrang

Laubach, 17. Aug. Der hiesige Turn­verein hat unter Leitung seines neuen Vorsitzen­den, des Kaufmanns Wilhelm Schreiner, einen neuen Aufschwung genommen. Die Uebungen wer­den wieder eifrig und regelmäßig abgehalten. Auch hat er ein eigenes Pfeifer- unb xrommlertorps er­richtet. Er zählt zur Zeit über 200 Mitglieber. Am verflossenen Samstag beteiligte er sich mit 33 Tur­nern am H e r rn a n n s l a u s. Jeber lief gegen 200 Meter. Die Strecke begann vorn Bahngleife ber Zweigbahn LaubachFreienseen an ber Schöttener Lanbstraße, führte burch Laubach bis zur Sauter- brücke am Gasthaus Tröller. Das Gelänbe ist hier sehr ungünstig, weil sehr bergig unb steil. Trotzbem gelang es, in 11 Minuten bie Strecke zu bewäl­tigen. Die hiesigen Turner, beren Stafette um 9 Uhr abends ausgestellt wurde, erhielten dieselbe von ben Schottenern unb gaben sie an bie Grünberger weiter. Gestern unb heute hielt ber hiesige Schützenoerei n sein Hauptschießen ab. Es waren Schützenbruber aus Gießen, Grünberg, Als­feld, Tübingen unb Ortenberg erschienen. Die hie­sige Getreideernte ist als eine mittelmäßige zu bezeichnen. Die Menge bleibt hinter dem Durch­schnitt etwas zurück, es fehlen am Morgen etwa 40 bis 50Oebunb". Dagegen ist die Beschaffenheit gut Hackfrüchte stehen sehr gut Die Grum­meternte hat gute Aussichten, dagegen wird die O b st e r n t e schlecht ausfallen. Es wird zwar etwas A e p f e l geben, aber wenig Birnen und wenig S t e i n o b ft

Ulfa, 18. Aug. Ein beladener Erntewagen fiel auf der Heimfahrt um. Die Frau des Landwirts kam unter den Wagen zu liegen, der über sie wegging. Sie wurde mit gebrochenen Deinen und schweren Quetschungen darunter hervorgezogen. Ein Dein muhte in­folge der schweren Verletzungen abgenommen werden.

rog. Gedern, 19. Aug. Am Sonntag, 6. Sep­tember, wird ber Kreisverband Oberhessen ber evangelischen weiblichen Jugend sein diesjähriges Verbandsfest in unserer Ge­meinde feiern. Die 22 Jungfrauenvereine Ober» Hessens sind zu dieser Feier eingeladen worden, die unter bem LeitgebankenErnte" stellen soll. Für ben Vormittag ist ein reich ausgestalteter Fest- gottesbienft vorgesehen, für ben Nachmittag ein Festzug mit anschließenber Nachfeier auf dem Wildfrauhaus", unserem herrlich gelegenen Fest- platz. Der hiesige Jungfrauenverein entfaltet zur Vorbereitung ber Tagung schon eine lebhafte- tigfeit.

Gebern, 18. Aug. Am Abenb des demnächst stattfindenden Augu st Marktes (25.2Iuguft) wird auf dem als Marktplatz dienenden Turnplatz ein Feuerwerk abgebrannt werden. Die Feuerwerks­körper wurden der Gemeindeverwaltung von Herrn Steinbruchsbesitzer V u (I r i e b e zur Verfügung ge­stellt. Man plant bie Verlegung unb Abtragung bes Franseckybenkmals, bas in seinem ber- zeitigen Zustanbe unb nach ber ganzen Art ber Aus­stellung nicht gerabe zur Verschönerung unseres Strahenbilbes beiträgt und besonders unangenehm empfunden wird von den Bewohnern des Ziesing- fchen Hauses, welchen es die Aussicht versperrt in der Richtung der Bahn. Das Denkmal wird jeden­falls in etwas kleinerem Umfang Aufstellung finden vor der Lehrerdienstwohnung. Das überschüssige Steinmaterial soll mit zum Tau des Kriegerdenk­mals Verwendung finden. Das Denkmal ist erbaut in Form eines Brunnens unb tragt eine Bronze­plakette mit bem Tilbnis bes Generals Eduarb Friebrich o. Franfecky, ber hier im Jahre 1807 als Sohn bes preußischen Hauptmanns Ernst v. Fran- secky geboren würbe unb besten Name in heroor- ragenber Weise mit ben Schlachten von Königgrätz und GraoeloUe verknüpft ist. Hier bildete sich in Verbindung mit der schon langjährig bestehenden Landwirtschaftlichen Bezugs- und Abfatzgenossenschaft eine Dreschgenossenschaft , so daß nunmehr drei Preschmajchinen am Ort den Betrieb aufnehmen werden. Die neu angekommene Maschine ist mit Selbstbinbeeinrichtung und Strohpresse versehen unb würbe von ber Firma Heinrich Lanz-Mannheim ge­liefert. Betrieben wirb sie durch einen Rohölmotor.

Gonterskirchen, 17. Aug> Die hiesige Gemeinde hat beschlossen, Herrn Pfarrer H o h - g r ä f e, der hier 19 Jahre wirkte unb nunmehr mehr nach A s s e n h e i m versetzt würbe, zum Ab- schieb eine befonbere Ehrung für seine treue Seelsorge barzubringen. Am kommenben Sonntag wirb bem hochverblenten Geistlichen eine von ber Meisterhanb bes Laubacher Kunstmalers Karl Varnas ausgeführte Dankabreffe burch ben Bürgermeister Graf unb einige Vertreter ber Ge- ineinbe überreicht werben. Die Abreste ist höchst stimmungsvoll gezeichnet unb geschmackvoll koloriert. Die Gemeinbe hat burch biefe schöne Ehrung sich selbst hochgegehrt. Wie Herr Pfarrer Hohgräfe erklärte, wäre er nie von Gonterskirchen verzogen, wenn Ihn nicht bie Rücksicht auf die Ausbildung

feiner Kinder bestimmt hätte, in die Nähe non Friedberg zu kommen. Möge es bem verehrtA Manne unb feiner Familie in ber neuen tietmat allezeit gut gehen.

Kreis Wetzlar. .

? K r o f b o r f, 18. Aug. Der hiesige Turnverein (D. T.) hielt gestern sein biesjähriges Schauturnen bei Gastwirt Hofmann ab. Der Besuch war sehr gut Da auch hier eine Samenabteilung gegrünbet werben soll, so konnten sich bie Krofborfer jungen Damen an den Uebungen, welche bie Gießener Turnerinnen zur Schau brachten, ein Beispiel nehmen. Es ist zu hoffen, baß sich bie jungen Mäbchen recht zahlreich melben, unb sie werben bann sehen, wie wohl bie Turnerei auch auf bas weibliche Geschlecht wirkt.

! Krofdorf, 17. Aug. Schon in ben letzten Jahren würbe auch hier ber Wunsch laut, alljährlich im Sommer ein Fest für unsere Kleinen abzuhalten. Leiber kam bies aber bisher nicht zur Ausführung. Jetzt haben Elternrat unb Lehrerschaft sich zur Auf­gabe gemacht, ein Sßalbfeft für bie Schuljugend abzuhalten. Der nächste Sonntag ist dafür aus- ersehen.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 18. Aug. Eine Amtsunter- f ctjlagung, bie vor einigen Monaten zu lebhaften Angriffen gegen bie Stabtoerroaltung geführt hatte, würbe heute vor bem BezirksschoffSttgericht ver- hanbelt. Sie betrifft bie Veruntreuung von Ter» braudjsabgaben; an bem Delikt waren ber 40 Jahre alte Verwaltungsoberinspektor Ernst Hille, der 27jährige Bureaugehilfe August Brück, der 60 Jahre alte Steueraufseher Heinrich A11zweig und der 62jähr. Steueroberaufseher Phil. Jordan beteiligt. Brück war nur auf Privatoienstoertrag angestellt, die anderen sind Beamte. Brück war außer der Unterschlagung auch noch ber Beseitigung einer Ur- tunbe angeklagt, benn er hatte, als bie Sache her- auskam, Hefte mit Quittungsbuplifaten verbrannt. Brück würbe zu 3 Monaten 2 Wochen, Altzweig unb Jorban zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Be­sonderes Interesse beansprucht ber Fall Hille, denn dieser war Stadtverordneter, Vor­standsmitglied ber Gewerkschaft ber Gemeinbebeam­ten unb nimmt in ber Darmftäbter Sogialbemo- f r a t i e eine führenbe Stellung ein. Er ist in Ge­haltsgruppe 10, will mit seinem Gehalt nicht aus­gekommen sein, ba er zwei Kinber habe, boch tarn in ber Verhanblung zur Sprache, baß er flott gelebt hat. Hille war xur Last gelegt, baß er einen Betrag von 335 Mark für Getränkesteuer vereinnahmt, aber nicht an bie Zahlstelle gefanbt hat. Anbere Beträge hat Hille erst nach Monaten unb in Raten abgelie­fert. Hille behauptet, bie 335 Mark abgefanbt zu haben, aber bei ber Kasse sinb sie nicht eingegangen. Der Staatsanwalt beantragte gegen Hille 6 Monate Gefängnis, aber das Gericht sprach ihn mangels Be­weises frei. Der Staatsanwalt hat gegen bie Frei­sprechung Hilles T e tu f u n g eingelegt.

* Darm stabt, 17. Aug Auf ber Kirch- weihe in Eberstabt fiel ein junger Mann mit 9tamen Grünewalb aus ber Schiffsschaukel, schlug mit bem Kopfe auf unb war sofort t o t.

* 2) a r m ft a b t, 17. Aug. Die Darmstädter In­dustrie- unb Handelskammer hat sich in einem Gut­achten für die Zulassung ber Abgabe von B e - triebs ft offen an Kraftwagen usw. nach sieben Uhr abends unb an Sonntagen ausgefpro» chen. Die ständige Zunahme des Automobilverkehrs im Wirtschaftsleben mache eine solche Aenderung ber Gewerbeorbnung dringend notwendig. Der DoppeldeckerH e s s e n f l i e g e r" ist gestern vor­mittag bei dichtem Nebel in ber Nähe von St. Ge­orgen in Baden abge stürzt. Der Flieger Busch unb ber Monteur Zotz würben mit leichteren Der- letzungen in das Krankenhaus in Dillingen einge­liefert.

Langen, 18. August. Die feit 1892 hier bestehende landwirtschaftliche Haus­haltungsschule erfreute sich stets eines sehr zahlreichen Desuches. Meist konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Nicht nur aus den drei Provinzen Hessens, sondern auch aus den angrenzenden Landesteilen besuchten Schülerinnen die Anstalt. Wie verlautet, ist auch der am 3. Januar 1926 beginnende Kursus schon wieder zu 3/< beseht. Das hat die Schule vorzugsweise der günstigen Lage Langens zu ver­danken. In waldiger Gegend, zwischen zwei Großstädten liegend, haben die Schülerinnen nicht nur Gelegenheit, prächtige Ausflüge in die nähere Umgebung, in den Odenwald, an die Bergstraße und an den Rhein zu unternehmen, sondern auch Vorträge, Museen, Konzerte, Theater usw. hier, in Darmstadt und in Frankfurt zu besuchen. So können die Schülerinnen neben dem Unterricht ihren Anschauungskreis und ihre Bildung mit Leichtigkeit erweitern.

Hessen-Nassau.

= Marburg, 19. Aug. Der hn April vorn Schwurgericht wegen Ermordung bes LaiOiägers Schmidt aus Hersfelb zum Tobe verurteilte Hilfs« Monteur Fritz B r o I i u s aus Frankenberg wurde heute früh hier hingerichtet.

fpb. Marburg, 18. Aug. Nach bem Genuß unreifer 2t e p fei erkrankte in Zimmersrobe ein fünfjähriger Junge unb starb trotz sofort vor­genommener Operation.

fpb. Frankfurt a. M., 17. Aug. Zwischen ben Vertretern ber Landwirtschaft und ben Milch­händlern fanden heute nachmittag Verhandlungen über einen Antrag auf erneute Erhöhung des erst vor einer Woche gesteigerten MiIchpreises statt. Die Frankfurter Milchhändler lehnten die Forderung als unbegründet glatt ob, ba sie ber Auffassung sinb, baß von einer schlechten Futter- ernte nicht bie Rebe sein kann. Da eine Einigung zwischen ben beiben Organisationen nicht erzielt werben konnte, bleiben bemnach bie Milchpreise auf alter Höhe. Die hiesigen Großbanken haben zum 1. Oktober abermals zahlreiche Kündigungen ihrer Beamten ausgesprochen unb begrünben biefe Maß­nahme mit ber wachsenben schlechten Lage im wirtschaftlichen Leben. Der Pferbehänbler Fr. Michel aus Pfungstabt, ber vom hiesigen Schwur­gericht wegen Raubmordes an dem Kaufmann Heinrich Landmann aus Rödelheim zum Tobe ver- urteilt worben war, ist zu lebenslänglichem Zuchthaus begnabigt worben.

Frankfurt a. M., 17. Aug. Die Kreisstabt Witzenhausen, deren Gründung noch in die Karolinger Zeit fällt, feierte das Jubiläum ihres 700jährigen Bestehens in Gegenwart bes Dberpräfibenten der Provinz Hessen-Nassau Dr. Schwander, besRegierungspräsibenten Sprin« gorum, zahlreicher Vertreter sonstiger Behörden und einer nach vielen Tausenden zählenden Volks­menge.

fpd. Frankfurt a. M, 18. Aug. Die Lage im Transportarbeiter streik ist unver­ändert. In der Hauptsache streiken die Arbeiter der Speditionsfirmen und der Kohlenhandlun­gen. Wirtschaftliche Störungen sind bisher durch

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