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Fortgang der polnischen Ausweisungen.

Grabskis Rückzug vor den Rechts­parteien.

Warschau, 19. Aug. (Sil.) Minister­präsident Grabski empfing gestern Ver­treter der Rechtsparteien, die an ihn in der vorigen Woche die Frage richteten: Wie imn der Innenminister dazu, die Woh- woden von Posen und Pomerellen telegraphisch zu beauftragen, die Ausweisung der deutschen Optanten e i n z u st « H c n? Er beruhigte die Abordnung und erklärte, daß der Innenminister diese Telegramme tatsächlich abgeschickt habe. Er habe jedoch nur beabsichtigt, Zeit zu ge­winnen, um sich genauer über die Zahl der noch in Polen verbliebenen deutschen Optanten und über ihre Zugehörigkeit zu den verschiedenen Kategorien zu unterrichten. Rach Erledigung der technischen Arbeiten würden die noch ver­bliebenen Optanten unter allen Am- ständen und unverzüglich Polen ver­lassen müssen. Da zu erwarten sei, daß auch Deutschland daraufhin die polnischen Op- tanetn abschieben werde, habe das Ministerium alle Maßnahmen zur Aufnahme der Optanten getroffen und zu diesem Zwecke 2 Millionen Zloth zur Verfügung gestellt.

Drohender Streik in der saar­ländischen Hütten- und Schwer­industrie.

Saarbrücken. 18. Aug. (Sil) Die Ge- werkfchaften haben das Angebot der -Unternehmer der saarländischen Hütten- und Schwerindustrie auf eine 5öprozentige Erhöhung der Arbeits­löhne abgelehnt. Die Metallarbeiterverbände haben als letzten Versuch zu einer gütlichen Eini­gung die Regierungskommission um Vermittlung gebeten. Sollte bis Ende dieser Woche keine Einigung zustande kommen, beabsichtigen die Gewerkschaften den Streik zu erklären. Die Arbeitgeber erklären, daß die Schwer- undHütten- industrie unter keinen Umständen die Forderungen der Gewerkschaften erfüllen könne, da die Lohn­erhöhung der Dergwerksarbeiter eine öprozentige Kohlenpreiserhöhung nach sich gezogen habe, die von der Hüttenindustrie ge­tragen werden müsse.

Erneute Wohnungsbeschlag­nahme in Landau.

Landau, 18. Aug. (TU.) Hier sind von der Besatzunasbehörde erneut 18 Vier- Zimmer-Wohnungen angefordert worden. Es wurde ein großer Neubautenblock, der mit Landesdarlehen soeben fertiggestellt wurde, beschlagnahmt. Mit den früher beschlagnahm­ten Wohnungen erhöht sich die Zahl der in Landau beschlagnahmten Wohnungen auf 83 mit 100 Zim­mern.

Die belgisch-amerikanische Schuldenregelung.

Während der verflossenen Jahre hatte die amerikanische Oesfentlichkeit sehr wenig Interesse für die europäischen Probleme und für die end­gültige Regelung der Kriegsschulden mit den früheren verbündeten Rationen gezeigt. Auf­fallender Weise ist seit dem Zustandekommen des Dawes-Gutachtens das Interesse an den europäischen Dingen und an der Schuldentilgung ein viel größeres geworden und zwingt die Re- ' gicrung der Vereinigten Staaten, auf die säu­migen europäischen Schuldnernaiionen einen star- * ken D r u ck auszuüben, wenn sie nicht der Un­popularität verfallen will. Der hartnäckigste aller Schuldner ist natürlich Frankreich, der zur i Zeit mit England verhandelt und anscheinend erhebliche Zugeständnisse gemacht hat, um die diplomatische Unterstützung Englands in der Sicherheitsfrage zu erlangen. Zwischen Velgien und Amerika ist jetzt eine endgültige Rege­lung zustande gekommen, die für ^Belgien sehr günstig ist, da der Zinsfuß kaum über zwei Prozent betragen soll. Die T i l g u n g s z e i t ist auf mindestens 62 Jahre festgesetzt, also erheblich mehr als aller Voraus­sicht nach die deutschen Reparationszahlungen laufen würden. Vemerlenswert ist, daß Ame­rika keinerlei deutsche Zahlung oder Sicherheiten annimmt und daß die Tilgung der belgischen Schuld regulär durch eigene Mit - t e I. die aus dem Etat genommen werden müssen, erfolgt Die aufgelaufenen Zinsen sind erheb­lich ermäßigt, man spricht von einem Rach­laß von einer halben Milliarde Reichsmark, so daß Velgien dabei immerhin noch ein sehr gutes Geschäft macht. Dieser Abschluß wird aber seiner­seits dazu beitragen, den Druck Amerikas auf Frankreich und Italien die beiden bis jetzt noch ausständigen säumigen Zah­ler zu verstärken, so daß über kurz oder lang Frankreich mit der Zinsenzahlung an Eng­land und Amerika zu rechnen hat.

Die französische Offensive in Marokko.

Paris, 18. Aug. (WTB.) Ministerpräsident P a i n I e d e hat über eine Besprechung mit Mar­schall Petain folgende Erklärung gegeben: Marschall Petain kehrt nach Marokko zurück, wie cs bereits bei seiner ersten Reise ausgemacht wor­den ist. Es handelt sich darum, mit Marschall Lyautey und dem Oberstkommandierenden der Marokkotruppen, General Naulin den end­gültigen Plan für die Offensivopera- tionen festzulegen, dessen Vorbereitung gegen­wärtig bereits beendet sind. Marschall Petain wird die Durchführung dieser Vorbereitungen über­wachen, für die er einige Direktiven angegeben hat, z. B. die Besetzung der Front mit mobilen Truppen und die Verteilung der Transportmittel. Diese Transportmittel sind bei den Operationen außerordentlich wichttg, um die Offensive möglichst schnell und wirksam durchzuführen und gleichzeitig auch möglichst an Menschenleben zu sparen. Zu bemerken sei. daß die Mehrzahl der zu unterneh­menden Operationen den einzigen Zweck verfolgen, künftig die französische Sicherheit in Marokko zu gewährleisten, denn sie würden es gestatten, die Nordgrenze der französischen Zone mit möglichst wenig Truppen zu überwachen. Im übrigen sei die Haltung der französischen Marokko­truppen glänzend. Sie hätten ihr volles Vertrauen wiedergewonnen, nachdem

sie überall über den Gegner die Oberhand ge­wonnen hätten. Marschall Pötain wird morgen nachmittag in Algeciras mit Primo b e Rivera Zusammentreffen, um mit ihm über die zwischen den französischen und spanischen Truppen zu ver­einbarende Zusammenarbeit zu beraten.

Nach den letzten Nachrichten entwickelt sich der französische Angriff auf die Front der Tsouls wei­ter günstig. Der Feind scheint lokalen Widerstand leisten zu wollen. Der amtliche Bericht stellt ferner fest, daß der Feind an der Front von Taza geschlagen wurde. Die im Osten vor­rückenden vier Kolonnen haben das ge st eckte Ziel erreicht. Der zurückweichende Feind wird von den Kampfgeschwadern verfolgt. Im Süden haben sich einige Stämme unterworfen.

painleve und die Sozialisten.

Der Sozialifteukongreft lehnt eine Unterftützrrngspolitik ab.

Paris, 18. Aua. (TU.) Der Kongreß der so­zialistischen Partei Frankreichs ist geschlossen worden. Es wurden zwei Entschließungen, eine von Leon Blum und eine von Renaudel ein­gebracht, die darin übereinstimmen, daß die ge­genwärtige Unter st ützungspolitik nicht fortgesetzt werben könne. Die Entschlie­ßung Blums würbe mit 2210 gegen 559 Stimmen angenommen. In ber Entschließung heißt es u. a. wenn es bie sozialistische Partei augenblicklich für unmöglich hält, bie Unterstützung bes jetzi­gen Kabinetts fortzusetzen, so geschieht bas, weil sie bem bei ben letzten Wahlen ausgebrüdten Volkswillen treu bleiben will. Daher ist bie Partei auch bereit, jeher Regierung volle Un­terstützung zu gewähren, bie bie vom Proletariat geforberten Reformmaßnahmen burchzu- führen beabsichtigt. Die Unterstützung einer Koali­tionsregierung mit bürgerlicher Beteiligung wirb entschieben abgelehnt.

Zur Marokkopolitik wurde eine Ent­schließung einstimmig angenommen, nach der die Partei für die Anerkennung ber Unab­hängigkeit des Rifgebiets burch Spa­nien eintritt. Ferner wird gefordert, daß das Rif­gebiet unter bie Aufsicht des Völker­bundes gestellt werden müsse. Es wird bedau­ert, daß die französische Regierung ihr Friedens­angebot an Add el Krim nicht amllich übermittelt und veröffentlicht habe.

UeberfaU auf den bulgarischen Sobranjepräfidenren.

Paris, 19. Aug. (Wolff.) Der Prä- sident der bulgarischen Sobranje, Kul - j v f f, und der Vizepräsident W a s f e f f, die sich in Paris zum Besuch der Kunstausstellung aufhalten, wurden am Eingang der Ausstellung von etwa 40 bulgarischen Kommunisten Über­fällen, die mit Stöcken auf die beiden einschlugen. Die äleberfallenen sprangen auf einen vorbeifahrenden Autobus und entkamen ihren Verfolgern. Von der Polizei wurden Ver­haftungen vorgenommen.

Der Reichspräsident an die Stockholmer Kirchenkonferenz.

Berlin, 18. Aug. (X. U.) Reichspräsi- deut von Hindenburg hat an die in Stock­holm tagende Allgemeine Konferenz der Kirche Christi für praktisches Christen- tum folgendes Begrüßungstelegramm gerichtet:

Hunderte von offiziellen Vertretern ber christ­lichen Kirche haben sich in biefen Tagen in Stockholm 3ufammengefunben, um die großen Lebensfragen der Gegenwart nach den Grundsätzen christlicher Sitllichkeit gemeinsam zu behandeln, die ungeheure Aufgabe der Weltgestaltung vom Standpunkt bes christlichen Gewissens aus anzupassen und bie schwe­ren Nöte bes sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens der Völker im Geiste des Evangeliums zu lindern. Ich begrüße mit herzlicher Freude diese Zusammenkunft als ein besonders wertvolles Glied in der Art der vielen Be­mühungen, die um den wahren Frieden der Menschheit ringen, und hoffe, daß dieser Kon­ferenz für praktisches Christentum zu ihrer großen und wichtigen Arbeit Gottes reicher Segen be- schieden sei. Mögen ihre Beratungen in dem Geiste der Liebe und des Sichverstehens der Völker sich vollziehen und möge von ihnen eine Kraft zur inneren Gesundung der Menschheit ausgehen."

Ein protestantischesMärtyrer- Denkmal" in Ober-Oesterreich.

Ein neues Märtyrer-Denkmal wurde am Montag auf dem Haushamerfelde bei Salzburg bei überaus starker Beteiligung der protestantischen Bevölkerung Ober-Oesterreichs enthüllt. Der Denkmalssetzung liegt folgender historischer Vorgang zugrunde: Hm die protestan­tische Bevölkerung Ober-Oesterreichs zur katholi­schen Kirche zurückzuführen, ließ vor 300 Jahren der Statthalter Graf Adam Herber st orff 36 evangelische Bürger unb Dauern zu zweien um ihr Leben würfeln. Die verlierenden wurden an der Linde auf dem Haushamerseldr bei Frankenburg oder auf den Kirchtürmen der umlicgenben Orte zuTodegebracht. Den Ort dieses Dlutgerichtes, das den darauffolgenden oberösterreichischen Bauernkrieg ver­anlaßte, kennzeichnet das jetzt nach dem Entwurf von Professor Ernst Liebermann -München errichtete Denkmal. Rach der Enthüllungs­ansprache von Schulrat Dr. Stallinger, der die Glaubenstreue und Heimatliebe der österreichi­schen evangelischen Dauern hervorhob, sang die Menge das alte Glaubenslied®in feste Durg". Landbund-Obm an n Rationalrat Maier be­zeichnete das Heldendenkmal als eine Mahnung an die lebenden und kommenden Geschlechter, das ererbte Vätergut der Glaubensfreiheit zu wahren. Der Vertreter der evangelischen Dauern- schaft, Trautenberger, führte noch einem Rückblick auf jene Zeit der Gewissens knecht- schäft aus, daß die Zukunft insofern lichter er­scheine, als hier heute, nach 300 Jahren, Pro­te st a n t e n und Katholiken Schulter an Schulter ein Treugelöbnis zur Glau­bensfreiheit ablegten. Landeshauptmann- Stellvertreter L a g o t s ch legte namens des Lan­deshauptmanns von Ober-Oesterreich zu Ehren der heldenmütigen Kämpfer um Glaubens­freiheit und Heimat am Denkmal einen Kranz nieder.

Abreise des Nuntius Paeelli von München.

München, 19. Aug. (T. U.) Gestern abend ist mit bem fahrplanmäßigen Schnellzug München Berlin, in ber auf Veranlassung ber Reichsregierung ein Salonwagen eingestellt war, ber neuernannte Nuntius in Berlin, Msgr. Pacelli, ber bislang bie Münchner Nuntiatur inne hatte, nach Berlin ab- gereift. Das Geleit gab ber bayrische Ministerpräsi­dent Dr. Held, ber Kultusminister Dr. Matt, ber frühere bayrische Ministerpräsibent Dr. von K n i 11 i n g , ber Reichsgesanbte in München von Haniel, Herren vom Ministerium des Aeußern und vom Kultusministerium und der Domkapitular Degenböck an ber Spitze zahlreicher Domherren. Als bie Herren aus bem Fürstensalon auf ben Bahnsteig heraustraten, würbe der Nuntius von einer großen Menschenmenge mit lebhaften Hoch­rufen empfangen. Von der bayrischen Grenze sandte der Nuntius an den bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Held folgenden Abschiedsgruß:Im Be­griff, die bayrische Grenze zu überschreiten, hege ich ein Herzensbedürfnis, indem ich den Ausdruck er­neuter großer Verehrung Eurer Exzellenz und ber bayrischen Staatsregierung entbiete mit ben wärm­sten Wünschen für bas Wohl bes ganzen bayrischen Volkes."

Deutsche Dischofskonferenz in Fulba.

Dienstag früh ist in Fulda die Deutsche Bischofskonferenz zusammengetreten. Als Teil­nehmer sind eingetroffen der Fürstbischof von Breslau, die Erzbischöfe von Köln, München und Freiburg, die Bischöfe von Trier, Pader­born, Meißen und Osnabrück.

Der Wiener Ironisten-Kongreh.

Wien, 18. Aug. (WTB.) Heute würbe hier ber 14. Zionistenkongreß in feierlicher Weise burch ben Präsibenten ber Weltorganisation Dr. Weizmann eröffnet Der Feier wohnten u. a. bei: Bunbes- minifter Resch, Polizeipäsibent Schober, ber Generalkommissar bes Völkerbunbes Dr. 5 i m m er­mann , Mitglieber bes biplomatischen Korps sowie Delegierte aus ber ganzen Welt. Dr. Weizmann wies auf bie Fortschritte bes Zionismus seit dem Auftreten Herzls hin. Seit dem letzten Zionistenkongreß vor zwei Jahren habe die Einwanderung nach P a I ä ft i n a in bedeutendem Maße zugenommen und in ungeahnter Weise habe sich der Ausbau des Landes entwickelt.

Minister Resch überbrachte die Wünsche der österreichischen Regierung. Mit einem Vortrag bes Wiener Oberrabbiners Dr. Chases über ben Zionis­mus als Weltproblem schloß bie Feier.

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Nach bem Polizeibericht haben sich in einzelnen Stabtteilen förmliche Kämpfe abgespielt. Beim Burgtheater würben aus ben Bänken in ben An­lagen Barrikaden gebaut, bie von der Polizei g e ft ü r m t werden mußten. Die Demonstranten verteidigten sich mit den eisernen Rasenschützern. Ein Versuch, das Parlament zu stürmen, konnte recht- zeittg oerhinbert werben. Am Dienstagabenb setzten erneut Kunbgebungen gegen ben Zionistenkongreß ein. Demonftrierenbe Nationalsozialisten sammelten sich in der Hauptverkehrsgegend bei ber Oper und am Schwarzenbergplatz. Die oerschiebenen Gruppen würben von ber Polizei in bie Seitenstraßen ab- gebrängt unb zerstreut.

Aus aller Wett.

Die Feuersbrunft auf Amrum.

Das Seebad Rorddorf auf Amrum ist am Montag, wie schon kurz gemeldet, inner­halb einer Stunde bei starkem Rordwest- sturm durch Feuer zu einem Drittel ver­nichtet. Zahlreiche Badegäste sind obdachlos. Richt weniger als zehn Wohnhäuser, Pensio- nate oder Privathäuser mit landwirtschaftlichem Betrieb fielen den Flammen zum Opfer. Das Feuer kam um 3 Uhr nachmittags zum Aus­bruch und wurde durch Funkenflug aus dem Schornstein des Ambronenhauses verursacht. Der starke Rordwind sachte das Feuer, das anfangs nur das Ambronenhaus ergriffen hatte, in kurzen Augenblicken zu einem gewaltigen Flammenmeer an, dem zehn nebeneinander- liegende zum größten Teil strohgedeckte Häuser rettungslos preisgegeben wurden. Der schnell herbeigeeilten Feuerwehr blieb nur noch die schwierige Aufgabe übrig, ein noch weiteres Um­sichgreifen des rasenden Elements zu verhindern. Don dem Inventar der einzelnen Häuser konnte nur wenig gerettet werden. Eine geringe An­zahl Vieh kam in den Flammen um.

Schweres Dampfer-Unglück in Amerika

Reu Port (Rhode-Islaird), 19. Aug. (WB. Funkspruch.) Auf dem Dergnügungsdampfer Macfinac", auf dem sich 6ZZ Ausflügler, dar­unter viele Frauen und Kinder, be­fanden, explodierte der Dampfkessel. Das ganze Mittelschiff wurde durch die Explosion zerstört. Unter den Passagieren entstand eine Panik. 1Z Personen wurden durch den ausströ- menden Dampf getötet, 75 wurden zum Teil sehr schwer verletzt. Da sich die Explosion in der Rähe eines Warine-Aebungsplatzes ereignete, konnte das Schiff mit den darauf verbliebenen Passagieren von den in der Rähe beftndlichen Kriegsschiffen an das Alfer g ebracht wer­den. Das SchlachtschiffWyoming" sowie eine Reihe von Aufklärungskreuzern und Torpedo­bootszerstörern wurde durch Funkspruch an die Alnglücksstelle gerufen und beteiligte sich an dem Rettungswerk.

Der Breslauer Doppelmord.

Nach mehrstünbigem Verhör ist am Montag in später Abenbstunbe bas junge Ehepaar Stanbtke, bie Adoptivtochter bes ermorbeten Professors Rosen, unb ihr Mann von ber Morb- kommission ber Breslauer Kriminalpolizei plötzlich verhaftet worben. Sie stehen beibe in bringen« bem Derbacht, an ber Ausführung ber furchtbaren Tat, zum minbeften an ben Vorbereitungen zu bem Verbrechen hervorragenb beteiligt ge­wesen zu sein. Bei ihren Vernehmungen, bie wäh­rend bes ganzen Vormittags von einem großen Beamtenstab fortgesetzt würbe, leugnen sie beibe noch hartnäckig, von dem Verbrechen irgendwie etwas gewußt zu haben. Zur Zeit wird außerdem nach die alte Mutter bes verhafteten Stanbtke polizeilich vernommen. Verschiedene Wibersprüche in ben gegenwärtigen Aussagen konnten bereits festgestellt werben.

Aufregender Kampf mit einem Mörder.

Die Verhaftung eines Mörders erregte am Mcmtagnachmittag in der Kolonie Berlin- Grunewald großes Aufsehen. In der Villa Douglasstraße 22 befinden sich die Räume des

Filmregisseurs Willy Murn au, der zur Zett in Schweden wellt. Seine Abwesenheit benutzte einer seiner Diener, der 32jährige Russe K a - mhchenkoff, um 'seine Freundinnen in ber Wohnung Murnaus zu empfange:,. Am vergangenen Samstag führte Kamychenkoff einen feiner Kollegen in fein im dritten Stock ge­logenes Mansardenzimmer, wo auf dem Bette eine vollständig bekleidete junge &rau tot dalag. Der Russe erklärte, daß sich das Mädchen in der Rächt zum Samstag in seinem Znnmcr erschossen habe. Der Diener riet ihm, so schnell wie möglich die Polizei zu benachrichtigen, was Kamychenkoff auch zu tun Verspracy. Als dieses aber bis zum Sonntag noch nicht geschehen mar, erstattete der Diener Anzeige. Die Beamten begaben sich sofort nach der Douglasstraße, erhielten aber leinen Einlaß und der Russe drohte ihnen, sie zu er­schießen, falls sie sich den Zutritt erzwingen wolllen. Zwei Beamte schnallten sich nun einen Panzer um und begannen, die Tür des Zim­mers mit Gewalt zu erbrechen. Der Russe feuerte sofort, ohne jedoch Schaden anzurichten. Dann fiel in dem Zimmer ein einzelner Schuß und als die Tür zertrümmert war, fanden die Beamten den Russen tot am Boden lie­gen. In dem zugedeckten Bett lag die Leiche des erschossenen Mädchens. -

Jleuer 2ftorb bei Berlin.

Dienstag morgen wurde in Oermcnborf bei Oranienburg ber 60jährige Kaufmann Emil Lohmeyer von Ortsbewohnern in ber Küche feiner Wohnung ermorbet aufgefunben. Rach ben Feststellungen des Arztes erhielt Lohmeyer mit einem scharfkantigen Gegenstand vermutlich einem Beil, sechs bis sieben Hiebe auf ben Schädel, bie teilweise bas Gehirn freilegten. Ob Raubmorb vorliegt, wirb erst bie genaue Durch­suchung der Sachen ergeben. Nach den bisherigen Feststellungen erscheint dies unwahrscheinlich, da die unverschlossene Labenkasse unangetastet Dorgefunben wurde. Von bem Täter fehlt bisher jede Spur.

Großfeuer in Kölw-Mülheim.

Dienstag abend brach in der Fabrik feuerfester Erzeugnisse von Martin & Pagen st echer in Köln-Mülheim ein Brand aus, der sich mit großer Schnelligkeit über die Fabrikanlagen verbreitete. Außer den Baulich­keiten fielen wertvolle Maschinen und eine Menge geformter und ungeformter Steine bem Feuer zum Opfer. Der Schaden, der durch Versicherung gedeckt ist, beträgt etwa 250000 bis 300 000 Mk.

Großfeuer auf ber Insel Föhr.

Dienstagnacht entstand auf der Insel Föhr ein Großfeuer, das in kurzer Zeit das Guts­anwesen von Christian Arffen ein« äscherte. Die Ursache des Feuers konnte bis­her noch nicht ermittelt werden. Vier benachbarte Wohnhäuser fielen ebenfalls den Flammen zum Opfer. Der Mobiliarschaden ist groß. Die gesamte Kornernte, die erst kurz vorher eingebracht worden war, ist mitDerbrannt.

Zehn Bauernhöfe niedergebraant.

3m Dorfe Gewiesen in Pommern entstand in einem, Arbeiterhause Feuer, das schnell um sich griff und in kurzer Zeit zehn Bauernhöfe einäscherte. Das Vieh wurde größtentells ge­rettet. Die gesamte Ernte ist verbrannt.

Grubenunglück.

Aus der ZecheKonstantin ber Große" (Bochum) Schacht 8 und 9 bestiegen der Betriebsführer Pretz­ier und der Reoiersteiger Möller einen Auf - äug bes Reviers. Aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache r i ß plötzlich bas Seil unb ber Färber-- torb fauste in bic Tiefe. Die beiden Beamten wurden noch lebend, aber mit lebensgefährlichen Verletzungen geborgen und ins Krankenhaus trans­portiert, wo sie inzwischen ihren Verletzun­gen erlegen sind.

Eine Tobessahrt.

Auf einer abschüssigen Straße in Ham­burg wurden die Pferde eines Wagens aus Heinrichshof im Sachsenwald scheu unb gingen durch. Der Wagen siel um. Der Kutscher und ein junges Mädchen fan­den den Tod, während ein Dritter schwer ver­letzt wurde.

Ein Lustfahrtinstitut an ber Aeuyorker üniberfitäi.

Der amerikanische Millionär Guggen­heim hat der Hniberfität Reuyork 500 000 Doll, zur Gründung eines Lustfahrtinstituts gespendet. Die Halste der Summe soll für die Besoldung von 5 Professoren dienen. Die Vereinigten Staa­ten besitzen wohl 22 Fliegerschulen, aber bisher nur drei Luftfahrtwissenschaftliche Institute.

Elektrifizierung der Eisenbahnstreckr BozenBrenner.

Rom, 19. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das offizielle Gesetzblatt veröffentlicht ein Dekret, kraft dessen die Staatseifeiibahnverwaltung berechtigt ist, die Elektrifizierung der Strecke Bozen-Brennen für eine Dumme von 60 Millione n Oire vorzunehmen und die Summe auf die Finanzjahre 1925/26 und 1926/2Z zu verteilen.

Ein neuer Polarflug Amundsens.

. Amundsen plant, im nächsten Sommer einen Polarflug mit einer Dorniermaschin e aus- zufühoen, um das Gebiet zwischen Spitz­bergen undAlaska zu erforschen. Sein Pol­flugzeug Hot er für eine Flugexpedition nach der Südsee nach England verkauft.

Der erste Flug fron Süd- nach Nordamerika.

Aus Balboa wird gemeldet, daß zwei Fvkkerflugzeuge mit fünf Deutschen an Bord auf dem Wege nach Key West (Florida) aus Darranquilla (Columbia) wohl­behalten auf dem Francefield gelandet sind. Die Flugzeuge gehören der Deutsch-Kolumbi- schen Lufttransportgesellschaft, die zwischen Darranquilla und Bogota Passagier- unb_ Postverkehr einrichtet. Hauptmann Fritz erklärte, die Reise hätte keine Schwierigkeiten und Gefahren. Sie habe insofern geschichtliche Bedeu­tung, weil zum erstenmal die Reise von. Süd- nach Rordamerila über Zentralamerika im Flug­zeug zurückgelegt worden wäre.

Wettervoraussage.

Nachlassen der Nieberschläge, doch noch oer- anberlich und mäßig warm. Ein Ostseewirbel greift mit Ranbbilbungen in unser Gebiet hinein unb be­wirkt leichte Regenfälle. Gleichzeitig rückt eine schwache westliche Zyklone ostwärts. Der östliche Wirbel verlagert sich mit seinem Sern nach Ruß­land so baß sein Einfluß auf unseren Bezirk all­mählich nachläßt.

Temperaturen: 24,8 Maximum, 13,2 Minimum, Morgentemperatur 14,2.

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