ROMEO
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Absicht
sranzvsischen schr breiten
Feuer am Nordpol.
Techntsch-politischer Roman aus der Gegenwart.
Don Karl-August von Laffert.
(Schluß.)
Sanders und Nagel, die am wenigsten gelitten hatten, wollten nichts von der ihnen befohlenen Ruhe wissen, sondern verlangten vor allem eine genaue Darstellung aller Vorgänge. Linda setzte es wenigstens durch, daß die beiden sich in der Wohnung von Sanders auf bequemen Lagern ausstreckten, während Kersten und Liebhard berichteten.
Nach der Entwaffnung der russischen Mannschaften in Platinia waren Linda, Kersten und Liebhard sofort nach Petrolea geflogen. Ein von ihnen aufgegebener fingierter Funkspruch Krasnins versetzte Stratoff in den Glauben, daß der Anschlag voll gegiuut sei. Dadurch verlies die Wiedereroberung Petroleas verhältnismäßig einfach.
Als die vier Kampfflieger und die sie begleitenden Transportschiffe in Sprechweite von Petrolea kamen, rief Linda ihren Mann an, der dadurch in volle Sicherheit gewiegt wurde. Mit einem Teil seiner Mannschaften stand er an der Flugzeughalle bereit. Zu seinem großen Erstaunen entquollen den landenden Maschinen eine Anzahl deutscher Soldaten, die er alle entwaffnet glaubte. Rasch waren seine wenigen Leute umringt.
Keinen Augenblick verlor Stratoff die Fassung. Er schritt auf Linda zu und sagte:
Sie haben niederträchtig, aber elegant gespielt. Frau Fürstin. Ich darf wohl nach diesem kleinen Intermezzo. Sie nicht mehr als meine Frau betrachten."
„Wo ist Sanders?" rief Linda.
Stratoff zuckte vielsagend mit den Achseln.
„Gib Antwort!" schrie Linda. „Oder ich lasse dich erschießen."
„Warum so gewalttätig, schöne Frau?" meinte der Russe boshaft. „Ihr Geliebter ist doch nicht mehr zu retten. Er und Nagel liegen erfroren in ihrem eigenen Werk."
„Lassen Sie ihn festsetzen", wandte sich Linda an Kersten. „Und wenn ihn nur der Hauch einer schuld am Tode der deutschen Führer trifft, soll er es büßen."
,Ich empfehle in diesem Falle die Einmauerung in einen Eisblock", höhnte Stratoff. „Das wäre eine neue und hier am Nordpol sehr angebrachte Erfindung."
Der Russe wurde festgenommen und abgeführt. Alle übrigen begaben sich eilends in die Räume der Untereisstadt. Die an den Maschinenanlagen stationierten Russen wurden ohne Kampf entwaffnet, die gefangenen deutschen Ingenieure befreit.
Alles ging rasch, aber für Lindas Ungeduld viel zu langsam. Zusammen mit Liebhard und fünf deutschen Mannschaften eilte sie zur Eistunnel
station. Auch hier standen Russen, die nicht Bescheid wußten oder die Auskunft verweigerten. Endlich gelang es, die ebenfalls eingesperrten Ingenieure der Tunnelbahn aufzufinden.
Rasch teilten sie das Nötigste mit. Bei der Besetzung der Kraftstation durch die Russen war die große Dynamomaschine in die Luft geflogen. Wahrscheinlich ein vorbereitetes Attentat. Erst viele Stunden später machten die Russen den Versuch, die Tunnelbahn durch Anschluß an eine der anderen Dynamomaschinen wieder in Betrieb zu setzen.
Während dieser Zeit war aber der unterwegs steckengebliebene Wagen mit den deutschen Führern derart festgefroren, daß der pneumatische Antrieb versagte. Offfenbar hatten die Russen das vorhergesehen und beabsichtigt.
Wie Stratofs den Ingenieuren später erzählte, schickte er nun sofort einen Hilfszug mit eigenem mechanischen Antrieb zur Unfallstelle, der aber zu spät kam, da alle Insassen bereits den Tod durch Erfrieren gesunden hatten.
„Wo sind die Verunglückten?" schrie Linda die Russen an.
„Wir wissen von nichts", antwortete ein russischer Ingenieur.
Linda zog einenBrowning hervor und hielt ihn dem Russen vors Gesicht.
„Berichte sofort, was du weißt", sagte sie leise, doch mit unbeugsamer Energie.
Der Ingenieur erblaßte, aber sagte nichts.
Linda senkte die Waffe und schoß den Russen in den Oberschenkel. Der Mann taumelte, blieb aber stehen.
„Den nächsten Schuß erhältst du in den Leib, wenn du nicht reden willst."
Liebhard und die übrigen Deutschen standen starr und wagten nicht, einzuschreiten. Linda zielte auf den Unterleib des Russen. Jetzt war dessen Mut zu Ende.
„Ich will alles erzählen", sagte er schnell.
Unbehaglich stand Linda da, den Browning ständig auf chn gerichtet. Rasch und stoßweise gingen ihre Fragen, tonlos, aber ohne Zögern antwortete der Russe.
Der Rettungszug war nur eine Strecke weit gefahren, um dann anscheinend unverrichteter Sache wieder umzukehren. Stratoff hatte es so befohlen.
„Wo befindet sich der Rettungszug jetzt?" fragte Linda.
dem Rangiergleis hinter der Halle."
In diesem Augenblick kam der Zug, der wieder von deutschem Personal besetzt war, vorgefahren. Liebhard sprang herzu und warf einen Blick ins Innere.
„Alles in Ordnung!" rief er. „Nur der Arzt fehlt."
„Wir fahren ohne ihn!" rief Linda.
Doch Liebhard stand bereits an einem Fernsprecher und rief die nächste Rettungsstation an.
„In fünf Minuten find Arzt und Schwester hier", sagte er zu Linda.
„Die kleine Verzögerung bedeutet weniger als die erste wichtige Hilfe, falls überhaupt noch etwas zu retten ist."
Bald darauf setzte sich der Hilfszug in Bewegung, aber noch eine lange qualvolle Stunde verging, bis das Rettungswerk gelang.
„Hieltest du mich für tot?" fragte Sanders.
„Ich fühlte es, daß du lebtest", sagte Linda leise. „Du mußtest ja am Leben bleiben für dein Werk."
„Und vor allem für dich", sagte Sanders und küßte ihre Hände.
Ein Angestellter trat ein und überreichte eine Meldung der Funkenstation. Sanders warf einen Blick auf das umfangreiche Telegramm und sagte:
„Die letzten Nachrichten seit heute morgen. Ich werde sie vorlesen."
Linda nahm ihm das Papier aus den Händen und bat, daß sie es tun dürfe. Dann las sie:
Moskau. Die Vernichtung der französischen Flotte durch England im Hasen von Brest verursachte in ganz Deutschland eine ungeheure Erregung, der die Regierung durch Verhängung des Belagerungszustandes Herr zu werden hofft. Seit gestern abend ist jede, auch die funkentelegraphische, Verbindung mit Deutschland unterbrochen. Wir glauben nicht fehlzugehen, wenn wir annehmen, daß das ganze Land sich in der Erhebung gegen den verhaßten Erbfeind befindet Rußlands Wünsche begrüßen die deutschen Brüder zu dieser Tat. Möge es ihnen gelingen, Frankreich, diese Hochburg des wildesten Kapitalismus, endgültig zu zerstören!
Wien. Die Staaten der Kleinen Entente ordneten nach gegenseitiger Uebereinkunft die sofortige Mobilmachung an.
Bukarest. Nachrichten aus Athen besagen, daß die italienische Regieruna ein kurzbesristetes Ultimatum an Griechenland gestellt hat, in welchem die Herausgabe aller griechischen Inseln in der Adria verlangt wird. Die Erregung in Athen ist ungeheuer.
K o n st a n t i n o p e l. Die türkische Regierung erklärte alle ihr im Frieden zu Lausanne aufgezwungenen Abmachung für null und nichtig. Sie verlangt volle Wiederherstellung des Ottomanischen Reiches, wie es vor dem großen Kriege war.
Wladiwostock. Japan veröffentlicht den Inhalt eines Geheimabkommens mit China, wonach beide Staaten sich zur Aufstellung einer Art von asiatischer Monroedoktrin verpflichten. Der Leitsatz heißt: Asien den Asiaten. Alle fremdländischen Kolonien in Asien sollen den Landesbewohnern zurück- gegeben werden. Japan fordert Indien außsich dieser Abmachung anzuschließen.
F u n ch a l. Heute morgen traf ein amerikanisches Luftgeschwader, bestehend aus 50 der neuesten Kampfflieger, hier ein. Die Flugzeuge gingen auf der Reede vor Anker. Der Kommandant erklärt, über die Absichten des Geschwaders keine Auskunft geben zu können
Sayville. Der bevorstehende Ausbruch eines neuen Weltkrieges, der diesmal die Vernichtung jeg* licher Kultur bedeuten würde, versetzt die Regierung zu Washington in lebhafte Unruhe. Da die Feindseligkeiten zwischen England und Frankreich bereits begonnen haben, abgesehen von Frankreichs Differenzen mit Nova Thule, so erscheint die Möglichkeit einer friedlichen Intervention mit den gewöhnlichen diplomatischen Mitteln nicht mehr angebracht.
Die Union ist aber nicht gewillt, ein neues unabsehbares Unglück über die Welt hereinbrechen zu lassen, ohne ihrersetts das Menschenmögliche getan zu haben, dieses Unheil zu verhüten. Darin sind sich Regierung und Kongreß einig.
Die außergewöhnliche und bereits überspannte Lage fordert auch außergewöhnliche Mittel. Und ein solches Mittel glaubt die Regierung in der Hand zu haben.
Bereits vor längerer Zeit schlossen die United States einen Geheimvertrag mit Nova Thule dessen wichtigste Bestimmung die Auslieferung des Konstruktionsgeheimnisses der neuen Kampfflieger war. Im Laufe des Winters wurden über fünfzig dieser Kriegswerkzeuge erbaut, nicht etwa in de»Absicht, die neue furchtbare Waffe zu Angriffszwecken zu benutzen, sondern um sie in den Dienst des Friedens zu stellen.
Da bekanntlich nur zehn dieser Flugzeuge erfolgreich gegen die fünfzehnmal so große franzö- fische Uebermacht den Kampf bestanden, so kann es als erwiesen gelten, daß etwa fünfzig Kampfflieger dieser Art den Luftflotten der ganzen Welt gewachsen sind.
In Erkenntnis dieser unserer unbesiegbaren Beherrschung der Luft, die in einem modernen Kriege die Vorbedingung eines endgültigen Erfolges ist, stellen wir an die kriegführenden Staaten folgendes Ersuchen:
1. Sofortiges Einstellen aller Feindseligkeiten.
2. Beschickung eines Friedenskongresses unter Vorsitz der Vereinigten Staaten. Der leitende Gesichtspunkt auf diesem Kongreß wird das unzweifelhafte und unantastbare Selbstbestimmungsrecht eines jeden Volkes sein. Auch die nicht im Kriege befindlichen Nationen oder Minoritäten sollen dort gehört werden. Für die exakte Durchführung aller Beschlüsse übernimmt die Union volle Garantie.
3. Wir lassen den kriegführenden Mächten eine Frist von 36 Stunden, ihre Bereitwilligkeit mit diesen Vorschlägen zu erklären.
4. Derjenige Staat, der unsere wohlmeinenden Anerbietungen ablehnt, gilt als im Kriege mit uns befindlich. Allein schon durch die unwiderstehliche Uebermacht unserer Luftstreitkräfte wird dieser Krieg so schnell entschieden sein, daß dadurch größeres Unheil vermieden wird.
Diese Botschaft gilt der ganzen Welt.
Die Regierung der United States.
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Ein Wort
an die gesamte Bevölkerung!
Unser Riesen-Umsatz in unseren 67 Verkaufsstellen gibt uns täglich den neuen Beweis, daß unsere Preise enorm billig sind, und bitten wir unsere verehrt Kundschaft, von diesem Angebot weitgehendst Gebrauch zu machen.
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Fräulein Trautchen Mückenfett, Hausangestellte (silberne Brosche für 25jährige treue Dienste):
Liebe Herrschaften!
Was der Herr Professor I m m a l Ihnen gesagt hat, kann ich Sie nur empfehlen. Was Schuhe putzen heißt, weiß ich Bescheid. Das schönste Schuhputzen geht aber mit Immalln. weil es feinste Terpentinware ist und die Schuhe glänzen schon nach ein paar Bürsten- strichen, als ob es Lackschuhe wären. Ich komme mit einer Dose immer sehr lange aus, weil Sie nur hauchdünn aufzutragen brauchen, auch färbt es nicht ab, womit ihre Kleider nicht beschmutzt werden. Das wollte ich Ihnen nur sagen.
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Bekanntmachung.
Das Hessische Ministerium des Innern hat unterm 26. Mai 1925 eine Bekanntmachung über die Neufestsetzung der Gebühren für die Schornsteinreinigung erlassen.
Auf den Aushang in den Anschlag, kästen wird verwiesen.
Gießen, den 11. Juni 1925.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: vr. Frey. 60968
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Ein Filmwerk, das Ewigkeitswert besitzt
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Eberversteigerung.
Dienstag, den 23. lsd. Mts., nachmittags 2 Uhr, soll bei dem hiesigen Fasclstall ein wegen Inzucht, aber zur Zucht noch tauglicher Eber versteigert werden.
Grvßen-Linden, den 18. Juni 1925.
Bekanntmachung.
Die Lieferung der im Rechnungsjahr 1925 erforderlichen Sielbaumaterialien, und zwar:
Los I Traß und Zement
„ II Iementrohre
„ III Steinzeugrohre soll öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck sind verschloffen und mtt entsprechender Aufschrift versehen spätestens am Samstag, dem 27. ds. Mt<„, vormittags 11 Uhr, an das Stadtbauamr, Asterweg 9, abzugeben. Daselbst sind Vordrucke erhältlich. Iuschlagssrist 3 Wochen. 6127V Gießen, den 12. Juni 1925.
Stadtbauamt. I. D. Grade.
Man überzeuge sich
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