teres erkennen, daß die Stadt das nötige Interesse für den Bau der elektrischen Bahn nach Wieseck leider vermissen läßt.
Der Gcineinderat, der im Laufe seiner heutigen Beratung die Sachlage wie vorstehend geschildert feststellte, glaubte daraus seine Konsequenzen ziehen zu sollen und sich einer anderen Lösung der -trage zuzuwenden. In diesem Sinn handelnd, beschloß derselbe eine Automobillinie baldmöglichst in Betrieb zu setzen und sein Angebot an die Stadt Gießen vom 21. April 1925 znrnckzuziehen
In Ausführung vorstehenden Beschlusses möchte ich den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen höflichst bitten, die Zurücknahme des Angebots der Gemeinde Wieseck vom 21. April 1925 hiermit gefl. zur Kenntnis nehmen zu wollen."
Unterschrift.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die Errichtung einer Automobillinie Wiese ck — Gi e ß e n einstimmig beschlossen und der Bürgermeister beauftragt, von einer Reihe führender Firmen eingehende Angebote einzuholen Damit dürfte, der Traum einer Straßenbahnverbindung der zwei Nachbargemeinden endgültig ausgeträumt sein — nicht zum Schoden Wiesecks, dos den ehrlichen Willen zur Durchführung des Projektes an den Tag gelegt hat.
Aus der Provinz.
Landkreis Gießen.
* H euch elheim, 19. 3uni. Der hiesige Arbeitergesangverein feiert am nächsten Sonntag sein 25jähriges Bestehen nebst Fahnenweihe. Der Verein hat bis zum Eintritt des Krieges als selbständige Gesangsabteilung innerhalb des damaligen Arbeiter- bildungsvereins gestanden, unter der Leitung von F. St ein müll er, der heute noch aktiv denr Verein angey . Vach dem Kriege wurde der Verein selbständig und hat sich seit dieser Zeit unter Leitung seines bewährten Dirigenten Heinrich Rikolei - Grohen-Duseck hervorragend entwickelt. Mit einer stattlichen Sängerschar versucht er, das Veste in gesanglicher Hin-, sicht zu leisten. Das Programm des Festes ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Der Verein hofft, den Einwohnern von Heuchelheim sowie den vielen angemeldeten auswärtigen Gästen einige frohe und genußreiche Stunden bereiten zu können. Das Fest findet auf dem von der Gemeinde Heuchelheim neu hergerichteten Festplahe statt, dem im Volksmund genannten Geißberg.
!*! Leihgestern, 18. Juni. Ein großes T u r n f e st, verbunden mit Wetturnen, veranstaltet am nächsten Samstag und Sonntag der Lahn- Düns.berg-Turnerbund. Es werden etwa 500 Turner und Turnerinnen erwartet.
!) Lich, 18. Juni. Aus der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes ist folgendes zu berichten: Um ein Lleberhandnehmen der Felddiebstähle zu verhüten, beschloß der Stadtvorstand den Erlaß einer feldpolizeilichen Anordnung über die nächtliche Sperrung dec Feldgemarkung Lich während der Sommer- und Herbstmonate und setzte folgende Sperr- zeiten fest: Juni, Juli und August von abenDs 9 Llhr bis morgens 5 üfjr, September und Oktober von abends 8 bis morgens 6 iUjr — Auf eine Anregung hin wurde die Badezeit in Her städtischen Badeanstalt versuchsweise neu geregelt. Die Reuregelung, die sofort kn Kraft tritt, sieht nunmehr folgende Badezeiten vor: Für Herren Montag. Mittwoch und Freitag vormittags und bis 4 üj>r nachmittags, von da ab für Damen bis abends 8 Llhr. Dienstag, Donnerstag und Samstag vormittags und bis 4 Uf>r nachmittags für Damen und von da ab für Herren bis abends 8 Llhr. Außerdem ist noch der Sonntagvormittag als Badezeit für männliche Personen bestimmt. — Einer Vorstellung der n e-u a p o st o l i s ch e n Gemeinde um Lieberlassung eines Versammlungsraumes wurde durch Lieberweisung eines Schulsaales in der landwirtschaftlichen Schule entsprochen. — Von einem Angebot zum Abschluß einer W a l d - brandversicherung wurde Abstand genommen. — Als Vertreter der Stadt Lich zu der Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Gießen wählte der Stadworstand die folgmden Herren: Bürgermeister Völker, Bn- geordneter D ö r m e r, Lehrer und Stadtvorst cmdsmitglied Karl Christian Dörmer und Landwirt und Stadtvorstandsmitglied Ludwig Fischer. — Während der letzten Wochen sind infolge des durch die Trockenheit sehr gesteigerten Wasserverbrauchs aus verschiedenen Straßen Klagen über mangelhafte Zuführung von Wasser laut getoorDen. Außerdem hat die Brauerei Jhring-Melchior dahier um Abgabe einer größeren Wassermenge als bisher nachgrsucht. Alm in beiden Fällen den gestellten Ansprüchen gerecht zu werden, wurde beschlossen, die sogenannte Kleienbergquelle der städtischen Wasserversorgung zuzu- führen. Das Kreisbauamt Gießen wird außerdem Llntersuchungen darüber anstellen. ob es möglich ist, das im Albacher Quellengebiet noch überschüssige Wafer wenigstens zum Teil der städtischen Wasserversorgung nutzbar zu machen. - Infolge Reueinteilung der Förstereibezirke ist im Vorjahre die Försterei Lich H ausgehoben und zum Teil der Försterei Lich I und § um Teil der Försterei Langsdorf zugeteilt worden. Die letztere Försterei steht vor der Neubesetzung, wozu eine Stellungnahme des Stadtvorstandes gewünscht wird. Der Stadtvorstand verzichtete daraus, einen Vorschlag für d e Neubesetzung dieser Försterei zu machen und beantragte, Wredererrichtung und Wiederbesetzung der F ör st erei Lick H, was in Anbetracht der hohen Beiträge, die Die Stadt Lich zu den Kosten der Forstverwaltung zaylt, keine unbillige Forderung sei, und man es auch nicht verstehen könne, warum für die Folge der Licher Stadtwald weniger gut bedient werden soll, als es früher der Fall war zu der Zeit, als die Förster noch Gemeindebeamte waren.
Kreis Büdingen.
II Büdingen, 18. Juni. (Gemeinderat s si h u n g.) Als erster Punkt der Tagesordnung stand eine Anregung des Ministeriums zur Verhandlung, wonach eine Erhöhung der Gewerbeabgaben und eine entsprechende Erniedrigung der landwirtschaftlichen Abgaben vorgeschlagen wurde. Der Vorschlag wurde abgelehnt. — Für die städtischen Schutzleute wurde eine einmalige Beihilfe zur Anschaffung von leichteren Uniformen genehmigt. — Weiter wurde beschlossen, 500 Quadratmeter Gelände am Erlen- tippel unentgeltlich zur Erbauung einer größeren Försterwohnung zur Verfügung zu stellen. — Zu den schärfsten Auseinandersetzungen führte die von der Rechts-- und Verwaltungskommission ausgearbeitete Orts- sahung zur demnächstigen Anstellung des besoldeten Derufsbürgermeisters. Es war ein Antrag eingegangen, der die Streichung des geforderten Befähigungsnachweises durch Examen für die mittlere Beamtenlaufbahn oder als Bürgermeister gleichartiger Städte und Gemeinden verlangte. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Pensionierung wurde entsprechend den Vorschriften der Staatsbeamten festgesetzt. Angenommen wurde noch ein Antrag, wonach bet Nichtwiederwahl nach 9 Jahren eine Pension von 40 Prozent festgesetzt wurde.
!! Burgbracht, 18. Juni. Hier wurde nicht, wie irrtümlich berichtet, der seitherige Bürger- meister Scherpf wiedergewählt, sondern der Landwirt Wilhelm Michel n e u g e w ä h l t. Bürgermeister Scherpf stand der Gemeinde seit 1903 als Ortsoberhaupt vor und hat sich große Verdienste um die so ungünstig gelegene Gemeinde erworben. Sein Ausscheiden wird daher allenthalben sehr bedauert.
Kreis Friedberg.
!! Heldenbergen, 18. Juni. Am Sonntag fand hier ein" großer Sängerwett st reit statt, der aus der ganzen Umgebung sehr gut besucht war. Aus unserem Kreis erhielt der Männergesangverein Bodenbach unter Leitung von Lehrer Mühlbach von Engelthal in scharfer Konkurrenz in der C.-Klasse mit 160 Punkten den 2. Klassenpreis. Der Erfolg ist um so erfreulicher, da der erst im Jahre 1922 gegründete Verein das erstemal an einem Wettstreite teilnahm.
Kreis Schotten.
Schotten, 17. Juni. Gestern tagte auf dem Haus Luginsland, das in schöner Weise neu hergerichtet und mit elektrischem Licht versehen ist, der hier bestehende Der kehrsausschuß unter Leitung des Bürgermeisters. Es wurde allgemein bedauert, daß Die Reichsbahn unserem Vogelsberg sehr wenig Entgegenkommen zeigt, ihn etwas stiefmütterlich behandelt und, wie die neuesten Fahrplanänderungen beweisen, eher bestrebt ist, den Verkehr vom Land in die Stadt zu lenken, als gerade umgekehrt den Großstädtern Gelegenheit zu geben, die Schönheiten unseres Vogelsberges kennen zu lernen. Es soll weiterhin versucht toerben, Verbesserungen in der Zug ver bi n düng zu erzielen. Auch soll erstrebt werden, daß einige Sonderzüge an Sonntagen eingelegt werden. Mit Freude wurde es begrüßt, daß die A u t o v e r 6 i n - Dung Schotten-Lllrichstein von jetzt ab täglich zweimal und auch an Sonntagen verkehrt. Die Schaffung weiterer Autolinien wurde beraten. Mit großem Interesse wird der Ausbau des Flugverkehrs in Der Provinz Ober Hessen und besonders in Gießen verfolgt. Die Stadt Schotten stellt gern für Einrichtung eines Flughafens das erforderliche Gelände, das genügend vorhanden ist, zur Verfügung. In der Umgebung der Stadt sind an herrlichen Plätzen 3 0 solide Bänke zur großen Freude der Spaziergänger aufgestellt worden. In die Stadt zieht immer mehr Farbe ein. d. h. die vielen renovierten Häuser bekamen alle einen farbenfrohen Puh, und es verschwindet immer mehr das alte Einerlei, das Gran in Grau Das Schwimmbad ist ebenfalls in schöner Weise neu hergestellt worden und wird von jung und alt eifrigst benutzt. Es wurde angeregt, daß Zuschüsse an Hauseigentümer, die ihre verputzten Häuser für Fachwerk freilegen, gewährt werden. Mittel und Wege zur Verminderung der Staubplage wurden besprochen. Ein kleiner Führer von Schotten und Umgebung mit Angabe der Ausflüge wird herausgegeben.
Schotten, 18. Juni. Infolge derHeu- ernte nimmt in der dörflichen Bevölkerung das Zählgeschäft einen sehr langsamen Fortgang. Die Zähler klopfen meistens an verschlossene Türen und sind gezwungen, mehrmals in demselben Haus vorzusprechen. Vielfach ist es mir möglich, in den späten Abendstunden die Leute anzutreffen. Die Uebermudung der mit Der Heuernte Beschäftigten bringt es natürlich mit sich, daß nur vereinzelte den Versuch machen, ihre Zählbogen auszufüllen, während alle übrigen es Dem Zähler überlassen, sämtliche Einträge zu machen.
wg. Gedern, 18. Juni. Infolge Der bisher sehr günstigen Witterung ist die Heuernte schon weit vorgeschritten. Sie verspricht nach Quantität und Qualität einen Ausfall, wie er seit vielen Jahren nicht zu verzeichnen gewesen ist. Für das übrige Wachstum, namentlich für Die Sommer frucht und das Setzen Der Dick- Wurzpflanzen, das bis jetzt wegen der anhaltenden Trockenheit noch nicht hat vorgenommen werden können, ist jedoch ein durchdringender Regen unbedingt erforderlich. Leider haben die Obst bäume durch das starke Auftreten Der Apfelgespinstmotte großen Schaden erlitten, so daß die Obsternte nicht sehr ergiebig ausfallen Dürfte. — Der Zweigverein vom Roten Kreuz ließ am Sonntag anläßlich des diesjährigen Rotkreuztages eine HauSsammlung vornehmen, welche nahezu 180 Mk. erbrachte. — Die Beigeordnetenwahl findet hi er am 28. Juni statt. Bis jetzt ist noch nichts darüber bekannt, wer sich um diesen Posten bew rbt.
!*! Vom Hoherodskopf. 18. Juni. An den Klubhäusern des D. H. C. werden gegenwärtig bedeutsame (Neuerungen vor
genommen. Die Häuser erhalten in diesen Tagen elektrisches Licht. Der Anschluß an das Lieberlandwerk Oberhessen ist in der Vollendung begriffen. In den Llebernachtungsräumen finden neue Betten Aufstellung, Die Dächer Der beiden Häuser sollen neu gedeckt werden. In Der Llmgebung werden zahlreiche Ruhebänke ausgestellt. Einen guten Besuch hat die neue Jugendherberge zu verzeichnen, die etwa 200 Meter von den Klubhäusern steht.
Kreis Alsfeld.
-D Groß-Felda, 17. Juni. Am Sonntag hielt der hiesige Kriegerverein sein erstes diesjähriges Scheibenschieße n. Bei einigermaßen günstiger Witterung entfaltete sich ein sehr reger Schießbetrieb, zumal den. Schützen äußerst wertvolle Preise winkten. Den ersten Preis, ein erstklassiges Sofa, errang Gastwirt F i g g e von hier. Im übrigen nahm das Schießen einen sehr schönen und ruhigen Verlauf. — Der Gemischte Chor des an Groß-Felda stoßenden Kestrich beteiligte sich am Sonntag an dem großen Gesangswettstreit in Lauterbach und errang unter der bewährten Leitung seines Dirigenten, Lehrers R o t h, zwei erste Preise im Klassen- und Ehrensingen. — Infolge der außerordentlich günstigen Witterung ist die Heuernte in unserer Gegend schon zum größten Teil eingebracht. Die Ernte ist in Qualität und Quantität seit Jahren zum ersten Male wieder ganz hervorragend. Nur noch einige Tage müßte die Witterung anhalten und man wäre, wie man hier zu sagen pflegt, „miätt dem H«a geschäre".
Kreis Lauterbach.
& Lauterbach, 18. Juni. Aus der jüngsten Stadtverordnetensitzung ist zu berichten: Als erster Punkt der Tagesordnung gelangte der Wirtschaftsplan des Waldes für 1926 zur Beratung; er wurde nach kurzer Aussprache genehmigt. Hiernach werden in 1926 etwa 500 Festmeter Holz gefällt. — Einem Gesuch der Firma Krömmelbein II. um pachtweise Lieberlassung eines Bauplatzes am Schühenplatz wurde gegen Ausstellung eines Reverses und Entrichtung einer jährlichen Pacht von 20 Rm. stattgegeben. Die Pachtzeit beginnt am 1. Juli. Der Gesuchsteller beabsichtigt, auf diesem Platz ein Holzha us für einen seiner Beamten zu errichten, und ist bereit, dasselbe zu entfernen, sobald das Gelände von der Stadt anderweitig benötigt wird. — Weiter wurde beschlossen, den mit Linden bepflanzten Schützen platz als Kinderspielplatz freizugeben. Bei dieser Gelegenheit regte Bürgermeister Walz die Anschaffung einigerDänkean, um diese in der Llmgebung der Stadt zur Ausstellung zu bringen, und rügte hierbei außerordentlich, daß Die meisten in der Llmgegend ausgestellten Sitzgelegenheiten durch rohe Dubenhände beschmutzt, beschädigt oder gänzlich zerstört wurden. Lim Die gemeine Handlungsweise Derartiger Leute auch stadtseitig zu bekämpfen, wurde beschlossen, jedem eine Belohnung von 20 Rm. auszuhändigen, Der Personen namhaft machen kann, Die wegen Derartigen Llnfugs gerichtlich belangt werden können. 3m übrigen wurde der Vorschlag des Bürgermeisters zum Beschluß erhoben. — Die Gesuche der hiesigen Gastwirte und Salzschlirfer Kurlichtspiele um Erlaß oder Ermäßigung der Getränke- bzw. Vergnügungssteuer werden abgelehnt, da Der ordnungsgemäß offen- gelegene Voranschlag für 1925 bereits vor einigen Wochen abgeschlossen und somit eine Aenderung Der Steuersätze nicht mehr vorgenommen werden kann. Außerdem würde eine Derartige AenDerung einen bedeutenden Ausfall an Steuern bedeuten, auf Die die Stadt unter Berücksichtigung ihrer finanziellen Verpflichtungen keinesfalls verzichten kann. — Die Dreschwaschinen- gesellschaft ist abermals an die Stadt heran- getreten mit der Bitte um pachtweise Lieberlassung eines Bauplatzes für eine Dreschhalle. Der Stadtvorstand beschloß, einen Platz an Der Rim- loser Straße zur Verfügung zu stellen unter Der Bedingung, daß Die zu errichtende Halle nur zur Unterstellung der Maschine benötigt wird. — Der Antrag der hiesigen Fleischerinnung auf Anstellung eines Schlachthaustierarztes wurde unter der DeDingung befürwortet, daß Der derzeitige Fleischbeschauer Faust weiter in seinem Amte verbleibt. — Im weiteren Verlauf Der Sitzung beschäftigte sich der StaDt» Vorstand mit Verpachtung der Schaf- weide. Rach allgemeiner Aussprache soll dieselbe für 1925 für 300 Rin. an Die Schäferei- gesellschast verpachtet werden. Sollte die Gesellschaft die noch weiter von Der Stadt gestellten Bedingungen, wonach mindestens 100 Schafe bei Weggang des Schäfers Böck im Besitz der einzelnen Schafhalter bleiben müßten, nicht einhalten, so ist sie verpflichtet, außerdem noch 50 Proz. des Lleberfchusses an Die Stadt abzuführen.
Starkenburg und Rheinhessen.
Mainz, 17. Juni. (WB.) Anläßlich der I ah r ta uf e n D f e i e r Der Rheinlande veranstaltet die Stadt Mainz vom 5. bis 19. Juli eine Rheinische Fest Woche, in deren Rahmen neben Symphoniekonzerten und Liederabenden ein Kraftwagenblumenkorso mit Dlumenschlacht, eine Dampferfahrt auf dem Rhein und außerdem verschiedene Aufführungen des Theaterballets, der Turnerschaft und Der Wassersportvereine geplant sind. Während Der Festwoche findet hier auch Der Kongreß des „Deutschen Vereins Der RosensreunDe" statt.
fpd. Höchst a. M., 18. Juni. Der von mehreren Behörden wegen umfangreicher Scheckfälschungen gesuchte Diplomingenieur Höckel wurde hier ermittelt und fe ft genommen. Höckel hatte zahlreiche Banken durch die gefälschten Schecks um erhebliche Summen geschädigt.
* Oppenheim, 16. Juni. Die Mittel- rheinische Gesellschaft zur Pflege alter und neuer Kunst besuchte am Samstag Oppenheim. Zur Besichtigung Der Katha - rinenkirche hatten sich neben Den zahlreich erschienenen Mil gliedern und Oppenheimern auch Die MitglieDer Der Historischen Kommission für Hessen eingefunDen. Rach einem einleitenDen Orgelspiel, Der „Toccata in phrygischer Tonart" von Claudio Merulo, vor
getragen von Dr. Meißner, Biebrich, sprach Der VorsitzenDe Der Mittelrheinischen Gesellschaft, Regierungsbaumeister Zichner, WiesbaDen, über Die Geschichte Der StaDt Oppenheim unD Die Baugeschichte Der Katharine n k i r ch e. HinweisenD auf Die gelegentlich bei Ausgrabungen gemachten Fun De aus palaio- lithischer unD römischer Zeit, erinnerte Der Redner an Die Glanzzeit Der Frankenkönige, von Denen uns das RibelungenlieD unD Die Ramen Der benai)barien Ortschaften erzählen. Die erste urkunDliche Erwähnung Oppenheims sei gelegentlich Der Einweihung Des Klosters Lorsch Durch Karl Den Großen nachweisbar, Der am 2. September 774 Die em Kloster las Königsdorf Oppenheim mit Kirche und Landgut schenkte. Diese hier erwähnte Kirche war Der Vorgänger Der 865 geweihten St. Sebastianskirche. RachDem unter Heinrich II. Oppenheim Marktrecht erhalten hatte, entwickelte sich Der Ort beDeutend, KonraD II., Der OrünDcr Des KaiserDomes zu Speyer, Heinrich IV. unD FrieDrich II., alle forDerten Das Emporblühen Oppenheims, das 1220 bereits so mächtig war. Daß es von Worms unD Mainz für bünDnissähig gehalten toarD; jenes erste Drei-Städte-Bündnis, aus Dem sich später Der „Rheinische StäDtebunD“ unD in weiterer Folge Die „Hansa" entwickelte. RachDem Dann am 14. Juni 1226 Der Kaiser Friedrich II. zu Bingen Die stäDtische Bannmeile Dem kürzlich zur StaDt erhobenen Oppenheim bestätigt hatte, begann für Oppenheim seine größte Glanzzeit: mit Der StaDtbefeftigunq unD Der Burg Cwurde auch d?sRathaus unD D e Ka harinenk.rche erbaut, 1240 etwa vollendet. Der Grundstein zur Erweiterung Der Kirche, zu Querhaus unD Chor wurde am 24. Sept. 1262 gelegt in Anwesenheit des Königs Richard von Cornvallis. Lind als nach Beendigung der schweren Zeit des Interregnums die Kirche zum Kollegiatstift erhoben wurde, erfolgte Der Umbau Des alten Langhauses von 1317 bis 1320, unD toicDerum 80 Jahre später tourDe mit Dem Bau Des hohen einschiffigen Westchores begonnen, eines Der großartiasten gotischen Kirchenräume am Rhein, Dessen Wölbung 1439 DollenDet tourDe. Der Dreißigjährige Krieg brachte Oppenheim Die schweren Tage der Spanier unter Spinola 1620, Der SchweDen unter Gustav ADolf 1631, Der Kaiserlichen 1634, Denen Bayern, Franzosen unD Spanier bis 1637 ab* wechseln!) folgten, unD 1689, am Dritten Pfingsttag, am 31. Mai, Die gänzliche Zerstörung Durch Die Franzosen unter Melac. Mit Der Glanzzeit Oppenheims war es Dahin; notDürftige Ausbesserungen erlaubten seit 1698 wieder Gottes- Dienst abzuhalten; Durch Den Rystohker Frieden tourDe Die Katharinenkirche Den Reformierten zugesprochen. JeDoch toarD erst nach Der 1792 beginnenDen, fast ein VierteljahrhunDert Dauern- Den Franzosenzeit — seit 8. Juli 1816 ist Oppenheim hessisch — mit einer grünDlichen Renovierung Der sehr schaDhaften Kirche begonnen, nachDern 1873 Der Kirchenbauverein gegründet worden war, Der fein Streben nach 16jähriger Tätigkeit gekrönt sah. Seit 1889 hat Die Kirche Die Gestalt, wie wir sie heute noch sehen. — Lim Den Zuhörern Die Raumwirkung zu vertiefen, fang Frau DureuilAlzen, WiesbaDen, HänDels „Arioso" aus „Israel in Aegypten" unD Dworaks Biblisches LieD: „Höre Gott mein Flehen". Voll unD wuchtig tönte Die tiefe Altstimme, sich Dem Raume harmonisch anschmiegenD, Durch Die vom Sonnenglanz durchflutete Halle. RachDem Dr. Meißner noch ein PostluDium von OttentoälDer gespielt hatte, dankte Der Vorsitzen De Der Mittelrheinischen Gesellschaft zur Pflege alter unD neuer Kunst, Den von RorDen unD SüDen (Mannheim) hergekommenen Mit- glieDem für ihr Erscheinen unD luD sie zu Denn Vortrag Der „Historischen Kommission" von Dr. Maurer, Gießen, über „Die Erforschung Der hessischen MunDarten unD Das hessische Wörterbuch" ein. WährenD ein Teil sich hinauf zur LanDskron zum Vortrag begab, nahm Der anDere Teil an Dem RunDgang Durch Die Kirche, Die mit ihren zahlreichen GrabDenkmälern viel Sehenswertes bietet, teil; auch Die von Pfarrer Schäfer vorgesehenen Rebenräume für Das neuzugründenDe Ortsmuseum tourDen ein- gefjenD besichtigt unD Diesem glücklichen Plan Der beste (Erfolg gewünscht, würde doch so Die umfangreiche Ausstellung alter Stiche unD Bücher, Die Pfarrer Schäfer eigens in Der Kirche aufgestellt hatte, jeDem Besucher DauernD zugänglich fein, und so beitragen zu weitestem Bekanntwerden Der großen Geschichte Oppenheims.
Hessen-Nassau.
# Königsberg, 17. Juni. Wie begehrt DaK HeugraS Der hiesigen Gemeinde ist, zeigte Die gestern abgehaltene Gras-Versteigerung. Es hatten sich viele auswärtige Käufer eingefunden, so Daß die Versteigerung bei hohen Preisen flott vonstatt-en ging. Der Morgen wurde im Durchschnitt mit 75 bis 80 Mk. bezahlt. Die Gemeinde konnte einen Gesamter lös von 2700 Mk. verbuchen.
bl. Herborn, 17. Juni. Die hiesige Landes-Heil- und Pflegeanstalt nimmt in jüngster Zeit eine große Ausdehnung an. Durch die lleberweisung von Kranken aus anderen aufgelösten Anstalten und die hierdurch bedingte Vermehrung des Pflegepersonals mußten Neubauten errichtet werden, so daß heute zirka 20 Gebäude die Anstalt umfassen. Neu entstand ein eigenes Elektrizitätswerk, das noch Strom an verschiedene Orte abgibt. Die Anstalt gleicht in ihrer Art einem eigenen Stadtteil.
bl. Dillenburg, 18. Juni. Die günstige Entwicklung in der Basalt st einindu ft r,e schreitet vorwärts. Die Steinbrüche des Westerwal- des und des Dillgebietes arbeiten mit Hochdruck und können gar nicht genug fördern. Die Nachfrage nach Brüchen ist üoeraus groß. In Anbetracht der übergroßen Nachfrage steigen die Kaufpreise ins Unermeßliche. Es wird behauptet, daß die Basalt- steinindustrie noch niemals eine solche Blütezeit gehabt habe. In den basaltreichen Ortschaften ist na- turgemäß fein Erwerbsloser mehr.
mit weißem Cilatbol-Wachs und Eitalbol-Seife. Zu haben in Den meisten Apotheken, sicher Llnlo- Apotheke zum goldenen Engel. 5862ss
Giehener Ruder-Gesellschaft 1877«.®.
Sonntag, den 21. Juni 1925, nachmittags 2/-Uhr:
21. Ruder-Regatta i^MMWWWMWWWWWWWWWWWWWWMWWWWWWWAWMlWWWWSWWWSWWWW
Vorrennen: Samstag, den 20. Juni, von 3‘/, Uhr nachmittags ab Während der Regatta: Konzert, ausgeführt von der Kapelle Topp Preise der Plätze: 3m Vorverkauf bei Herrn L. Scharmann, Lindenplatz 3, Fritz A. Nennstiel, Seltersroeg 81 und Cafe Ainend: Terrasse Mk. 4.50, numerierter Platz Mk. 3.50, 1. Platz Mk 2.50, Schürz'sche Bleiche Mk. 1.-; an der Kasse: Terrasse Mk. 5.-, numerierter Platz Mk. 4 1. Platz Mk. 3.-, Schürz'sche Bleiche Mk. 1 Für Mit.
glieber nur im Vorverkauf bei Herrn (Ern ft C ballt er, Neuenweg: Numerierter Platz Mk. 2.50, 1. Platz Mk. 1.50. Die zur Regatta gelösten Eintrittskarten berechtigen auch zum Besuch der Dorrennen.
Schluß des Vorverkaufes: 20. Juni, mittags 12 Uhr. 5938c
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