Ausgabe 
19.5.1925
 
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maßregeln zu ergreifen. Es handelt sich da­bei mehr um eine politische als militärische Aktion, die auch auf die marokkanischen Küsten­städte ausgedehnt werden soll. Nach einer Audio­meldung halben die Behörden der Stadt Casa­blanca ermittelt, daß bekannte Persönlichkeiten, darunter ein von England protegiertet 2'ourna l i st, feit Monaten für Abb el Krim propagieren.

Polen lehnt jede Haftpflicht ab.

Berlin, 18. Mai. (T. U.) Zu der Hast« pflicht im ßaUc her Eisen bah Nkato- strophe tin polnischen Korridor erfährt dieTelo- graphen-Unlon" an zuständiger Stelle, daß die pol­nische Staalobahndirettion in Danzig der Deutschen Reichsbahndtrektion Königsberg mitgeteilt hat, d i e polnische 9t o gi c r ii ii g lehne jede Haft­pflicht ob, iveil die Ursache des Unglücks als ein A11 cn t ä t j c ft g e ft c 111 (ei und nach ihrer An­sicht keine Haftpflicht begründet worden ist. Dagegen hat die polnische Gesandtschaft in Berlin im Austrage ihrer 'Regierung sich bei der Reichsbohngesellschaft nach Hinterbliebenen, die sich in besonderer 'Rotlage befinden, erkundigt und U n - k e r (tu N u n g z u g e s a g t. Cs handelt sich bei die­sem Schritt der polnischen Gesandtschaft lediglich um eine humanitäre Maßnahme, welche die Rechts­lage nicht berühre.

An deutscher zuftöndigsr Stelle ist man der An­sicht, daß P oj c n schadenorfohpsichtig ist, auch in dem Fall, daß was aber noch bezweifelt wird ein Attentat nachgewlsssn werden sollte. Bon deutschen Gerichten wird ein Attentat keines­wegs als ein Fall höherer Gewalt angesehen, weil es sich gegebenenfalls hätte oerhüten lassen. Wik sich die polrn'chen Gerichte zu dieser Frage stellen wer­den, bleioi abznwarten.

Die Lage des Bauernstandes in Sowjeirustland.

Moskau, 18. Mat. (MTB.) In der heutigen Sitzung des Kongresses dsr Sowjetunion sprach K a m o n o w über die notwendige Verbesserung der Lage des Bauernstandes. Er erklärte u. n., das Prinzip der Nationalisierung der Bodens muffe bis zu Ende durchgeführt werden. Gleich­zeitig müsse eine schnelle Steuererleichte­rung und bessere Verteilung der Lasten des Bauernstandes Platz greifen. Umgehende kulturelle Maßnahmen, wie die Elektrisierung und Bodsnoerbesserungen, mußten ourchge- sührt werden. Die Verpachtung von Land, zu dessen Bearbeitung die Mittel fehlten, müsse ge­stattet werden, dagegen keine Unterverpachtung aus Spekulationszwecken. Das Wichtigste sei die R e g e» lung der Getreidepreise. Aus dem aus dem Getreideverkauf an das Ausland erzielten Er­träge muffe der Bauer stärker beteiligt werden. Da­her sei die Reuorganifierung der Ge­treideausfuhr notwendig. Ferner fei die Industrialisierung der Bauernwirt­schaft zwecks Hebung des Ertrages erforderlich; doch müsse hiebei vorsichtig voraegongen werden, da­mit her Bauer und nicht ausländische Kapitalisten den Gewinn hätten.

Die Grubenkatastrophe von Dorstfeld.

Das Fahr 1925 ist für den rheinisch-westfälischen Kohlenbergbau geradezu ein Unglücksjahr: Mit dem Unglück auf der Zeche ,,f) a n n i b a I", das sieben Tote kostete, begann die Katastrophenserie, SS er- .folgte das Unglück aufM inister Stein" mit 6180 Toten, dann der Riß des Förderseils aufM a t- »thias Stinnes" und jetzt die Explosion in D o r st f e l d, die wieder ein halbes Hundert Opfer ,forderte.

Wie bei den meisten Unglücksfällen dieser Art wird es auch hier unmöglich sein, die eigentliche Ur­sache feststellen zu können.

In den nächsten Wochen tritt der P r e u ß i s ch e Landtag wieder zusammen; er wird sich dann nicht nur mit den zahlreichen Anträgen aus Anlaß des Unglücks aufMinister Stein", sondern auch mit dieser neuesten Katastrophe zu beschäftigen haben. Man kann es nur begrüßen, daß sich das Parlament dis Förderung des Grubensicherheit s- mojen» zu einer hervorragenden Ausgabe gestellt hat. Da sich unter diesen Anträgen auch zahlreiche befinden, die lediglich propagandistischen und agi- tawrischen Wert besitzen, erscheint es empfehlenswert, wenn die deutschen Parlamentarier durchweg den Grubenbetrieb aus eigener Anschauung kennen lernen würden, um, wenn es gilt, neue wichtige Entschei­dungen zu fällen, sich aus eigener Kenntnis der Dinge ein Urteil bilden rönnen.

Ausräumungsarbetten auf der geche Dorstfeld.

3n der Zahl her Toten und verwundeten des Grubenunglücks auf Zeche Dorstfeld hat sich nichts mehr geändert. Vermißt wird nur noch ein Steiger, der Abteilungsleiter des ilnglüctereDlerfl, der vermutlich als Leiche noch unter der Trümmern auf Schacht 5 liegen wird.

Die auswärtigen Rettungskolon- nen sind bereits zum größten Teil am Sonntag morgen und Sonntagmittag nach Hause ge­schickt w o r d e n. Die Ausräumungsarbetten und die Aachforschungen nach dem vermißten Steiger werden jetzt nur noch von den eigenen Kolonnen der Zeche Dorstfeld ausgeführt.

Die AufräumungSarbeiten dürften jedenfalls noch mehrere Tage In Anspruch nehmen, da durch die Gewalt der Explosion weite Strecken unter Tage zu Vruch gegangen sind. Jn- folgebeffcn konnte die Förderung auf Schacht 2 bisher auch nur zu einem kleinen Teil wieder ausgenommen werden. Schacht 5 war der Lufi­sch a ch t und diente zur Beförderung. Die Unter* suchung der Ursachen der Explosion ist im Gange. Bergwerksbehörden und Grubensicherheitskommis- fron sind eingefahren. Bis zur Stunde konnte jedoch nichts ermittelt werden.

Das Unglück hatte ohne die Sicherung durch daS Gestclnstaubvei fahren einen unübersehbaren Umfang angenommen, da In den sechs Steiger- revieren, in welche die Flamme hätte hinein- schlagen müssen, an 400 Mann beschäftigt waren.

Der Ausgangspunkt d.r Explosion liegt mit größter Wahrscheinlichkeit im Spreng- stossmagrzin, wo rund 1030 Kilogramm lagerten. Die Explosion hat dann die in der Bähe ge­legenen Strecken, hauptsächlich bk erste Steig» abteilung betrvssen. wo 34 Mann umkamen. Die Fortpflanzung wurde durch Gesrelnstaub^ streuung aufgehalten. Die Untersuchung ist im Gange und erstreckt sich hauptsächlich auf Me Ursache der Entzündung der Svr eng* stvffeim Sprengst off lager. Die Beerdigung

der Opfer fülltet wahrscheinlich am Mittwoch statt.

500000 Mark

für die Hinterbliebenen.

Der preußische S t a a t s k o m m i s s a r für die Regelung der Wohlfahrtsfragen hat genehmigt, daß aus dem Ertrag des Hilfswerks für die Hinterbliebenen der Katastrophe auf Mi­nister Stein ein Betrag von 500 000 M k. ab­gezweigt und zur Unterstützung für die Opfer frühe­rer wie künftiger Bergwerksunfälle im rheinisch- westfälischen Industriebezirk verwandt wird. 2)ie Grundsätze, nach denen diese Mittel verwaltet und verteilt werden sollen, werden alsbald festgesetzt. Jedenfalls ober werden sämtliche Mittel restlos den bedrängten Bergarbeiterfamilien zugute kommen.

Trauersitzung der Dortmunder Stadtverordneten.

In der Trauersitzung der Dortmunder Stabb verordnetet! ergriff der Stadtvcrordnelenvorsteher das Worr, um das Beileid der Stadtver- o r d n e 1 e u v e i s a m m l u n g anläßlich des ExplosionsunglÜcks auf der Zeche Dorstfetd zum Ausdruck zu Dringen. Infolge lärmender Stö­rungen d c r K o m m u n i ft e n mußte die Sitzung geschlossen werden. In der sich an» schließenden nichtöffentlichen Sitzung nahm Ober- vürgermeister E i ch h o f f das Wort, uni das Bei­leid des Magistrats zum Aitsdruck zu bringen.

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 18. Mal. Der Finanzaus­schuß des Landtags fetzte heute seine Beratungen bei Kap. 53 (L o n d e s b i l d ü n g s a m t) fort; hier­zu lag ein Antrag Birnbaum vor, über die Zah­lung einer Entschädigung an die Lehrerinnen, die wegen Verheiratung freiwillig aus dem Amte schei­den. Mit Zustimmung der Antragstellerin wurde be­schlossen, Die Angelegenheit kurz nach der Budget­beratung zu behandeln. Ein Abtrag Dr. Leucht- g e N S zielt darauf ab, die Zahl der Beamten wieder auf den Bestand von 1014 zurlickzufiihreii. Aus die­sem Grunde sollen die Stellen von 14 akademischen Beamten bis auf 6 vermindert werden; auch wurde verlangt, von 42 Stellen mittlerer- und Unterbe­amten 18 zu streichen. Der Antrag wurde gegen 2 Stimmen abgelehnt und das Kapitel gegen 2 Stimmen angenommen. Bei den Kap. 54 (Stell­vertretungen und Aushilfskosten) und 55 (Postge- bühren) verlangten Anträge Dr. L e u ch t g e n s Heraufetzung bei dafür festgesetzten Betröge um 50 Proz. Die Anträge wurden gegen 2 Stimmen abgslehnt und die Kapitel angenommen. Zu Kap. 56 (Lehrerinnen und Lehrerinnenseminare) lag ein Antrag H e r ä ii s B i r n b a u m zur. E r r i ch - lung eines Internates vor, im Anschluß an die Aufbauschule in Darmstadt. Es wurde beschlös­sen, den Antrag der Regierung als Material zu überweisen. Das Kapitel wurde genehmigt. Kap. 57 (Volksschulen) wurde zurückgestellt. Die Kap. 59 (Taubstummenanstalt und Blindenanstalt) wurden genehmigt.

Der Reichspräsident auf einem parlamentarischen Abend.

Berlin, 18 Mai. (WTB.) Einer Ein­labung bes A e i ch s m i n i st e r s des Innern zu einem parlamentarischen Abend in das vor­malige Reichsamt des Innern hatten heute abend mit dem Reichs kanzler und dem Reichs- Minister des Auswärtigen Dr. Stresemann Reichswehrminister Dr. Geßler und die übri­gen Mitglieder des Reichskabinelts sowie zahl­reiche hohe Beamte der verschiedenen Reichs­ministerien und hervorragende Mitglieder der Berliner Gesellschaft Folge geleistet. Frühzeitig erschien auch Reichspräsident v. Hinden­burg mit Staatssekretär Meißner und ver­weilte den ganzen Abend hindurch in lebhafter Unterhaltung mit zahlreichen Teilnehmern der Gesellschaft, Sie ihm bei dieser Gelegenheit vor- geslellt wurden. Zunächst entwickelte sich zwischen den Gästen des Reichsministers Schiele beim Glase Bier ein lebhafter Gedankenaustausch über die schwebenden Tagesfragen. Sodann kündigte der Hausherr die Vorführung des ersten H i n d e n b u r gf i l m s im Freien an, die In der schönen Maiennacht mit den prachtvollen Bäumen des allen Gartens als Hintergrund kn ausgezeichneter Weise gelang. Die eindrucks­vollen Szenen bei der Ankunst des Reichs­präsidenten in Berlin, bei der Fahrt zur Ver­eidigung im Reichstag und bei der Rückkehr aus dem Reichstag in Die Wilhelms! raße wurden in vollkommenen Aufnahmen vorgeführt.. Eine weitere Filmserie über Körperpflege und Schönheit bildete den Abschluß. Erst gegen Mitternacht verließen die letzten Gaste das HauS des Ministers.

Mn Riesenwaldbrand in Pommern.

Alibamm, 19. Mai. (TU.) Um die Mttügs- zeit brach am Montag Im Friedrichs walder Forst, Im südlichen Teil des Kreises Jt a u g a t b . ein Woldbrand aus, der sich infolge des starken Windes mit rafenber Schnelligkeit ausbrellete. .Nach­mittags standen ungefähr 2000 Morgen Staatsforst und etwa 500 Morgen des Alidammcr Stadtforstes in Flammen. Der Ort hornskrng war vom Feuer eingeschlosfen. Vier Feuerwehren ist es gelungen, in das Dorf vorzubringen, dessen Bewohner bereits die Häuser geräumt hatten und auf die Straße geflüchtet waren.

Inzwischen sind

Militärt'vmmandocr

aus Altdamm, Stettin und Stargard dngetroffen, die im Verein mit den Feuerwehren und Hilfsmann- Än der umliegenden Orte des Feuers fietr zu

n versuchen. Leider Isl der Erfolg dieses Ve Sinnen» Infolge der kiesigen Ausdehnung des euere und bei dem ungeheuren Umfang der Mnld- estönde in dieser Gegend In Frage gcffellt

Eine weitere Meldung besagt:

In Gefahr sind auch die bereis geschlagenen, viele HunderitausenDi' Mark Wert darstellenden Hölzer, die aus dem Naupenfkcißgebiet stammsn. Das Feuer hat schon die Chaussee Alt­dammGollnow erreicht und bei Armins- malde bereits auf den Waldbestand westlich dieser Chaussee fibergegriffen. Die Chaussee I ft für den Verkehr gesperrt.

Der Waldbrand erreichte eine

2lnvdehnung von 14 Kilometer Länge iitlb 10 Kilo­meter D reite

| zu beiden Seiten der Strecke Friedrichswalde I HornskrugArminswalde. Nachdem der Wind nach- 1 gelassen hatte, gelang es, die Gewalt des Feuers zu brechen.

Die Ursache des Feuers, das in der Obe r- försterei Friedrichswalde entstand, ist bisher noch nicht aufgeklärt. Bon den Rettungs­mannschaften wurden einige Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Bei einem Versuch, mit Pferden Langholz aus dem brennenden Wald zu schaffen, erlitten einige Personen Brandoekletzun- gen, während die Pferde verbrannten.

2lus aller Wett.

Sechshnirdertjahrfeier der Stadt Oberlahnsteiu.

2lni Pfingstsonntag begeh! die Stadt Ober­lahnstein die Sechshundrrtjahrfeler der Ver­leihung der Stadtrechte durch Kaiser Ludwig. Die großzügigen Vorbereitungen unter allgemeiner Teilnahme der Bevölkerung sind in vollem Gange. Im Mittelpunll steht ein historischer Festzug aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts: acht Gruppen, die aus verschiedenen Richtungen der Stadt kommen und sich auf dem Marktplatz ver­einigen, um dort der feierlichen Verleihung der Stadtrechte sinnbildlichen Ausdruck zu geben. Außerdem werden mehrere Aufführungen des mittclalterlichen Spiels vom Sterben des reichen MannesJedermann" in der Erneuerung von Hugo v. Hofmannsthal auf einer besonders dafür errichteten Mysterienbühne stattslnden.

Schweres Gewitter im Nahetal.

4 Personen durch Blitzeinschlag getötet.

Während eines schweren Gewitters, das am sonntag über Dem Nahe 1 al niederging, traf In Heddersheirn ein Blitzstrahl das für ein Sängerfest ausgestellte Festzelt und fuhr in eine große Menschenmenge hinein. Der 28jährige Kohlenhändler Gronbach, der Landwirt Zim- m e rin n n n und der Metzger D e lze i t wurden auf der Stelle getötet. Drei Personen erlitten schwere und 5 weitere Personen leichtere Lähmungen. Eine Der schwerverletzten Personen, der Hanoels- mann Müller aus Heddersheirn erlag inzwischen seinen Verletzungen. Das Sängerfest wurde sofort abgebrochen.

Großseuec bei Schwetzingen.

Montag abend kurz nach 11 Uhr brach in der Scheuer des Forstwarts Haas Feuer aus, das sich mit großer Schnelligkeit ausbreitete und die an­grenzenden Scheuern zweier weiterer Lnadwirte so­wie die Scheuer und das Wohnhaus eines vierten Lülidwirtes erfaßte. In kaum 25 Minuten waren diese eng zusammengebauten Häuser in ein Flammenmeer gehüllt. Die Hockenheimer Feuerwehr vermochte den Brand e i N z u d ä m m e N Das Bish konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die Gebäude- unb Sachschäden sind Zum großen Teil durch Per­sicherung gedeckt. Man vermutet als Brandursache einen Racheakt

Ein Dorf niedergebrannt.

Rach einer Meldung ist das Dorf P a r k o w bei Bützow in Mecklenburg durch einen furchtbaren Brand vollständig vernichtet worden. Fast allq Hofbesitzer und viele Dorf­bewohner waren in Güstrow zu einer landwirt­schaftlichen Ausstellung, sodaß es an Lösch­hilfe mangelte. Cs sind 20 Wohnhäuser sowie viele Scheunen und Stallungen nieEter- gebrannt. Sehr groß ist der Verlust an Vieh, landwirtschaftlichen Geraten. Futter- und Dünge­mitteln. Das Feuer ist auf Brandstiftung zurückzuführen, die an verschiedenen Stel- len erfolgte.

Riefenbrand in Litauen.

Das litauische Gr-enzstadtchen S ch w e k e h - n i e mit einer Einwohnerzahl von 4000 bis 5000 ist ein Raub der Flammen geworden. Rur wenige Gebäude sind gerettet worden. Auch Menschenleben sind ^u Beilagen.

Eine Heiligsprechung in Rom.

Die Zermvnle der Heiligsprechung der seligen Theresa di Bambino G e s u vollzog sich am ßortntagmorgen im St. Pete r in besonders feierlicher Weise. Rach Dem alten Brauch bet Kirche verkündet der Papst selbst die Kanoni­sation und zelebrierte darauf am Hochaltar bic Ponitifilalmesse. Der riesige Raum von St. Peter war bis aus den letzten Platz gefüllt. Man schätzt die der ZermoNie Beiwohnenden auf un­gefähr 120 000. Hunderte hatten auf den Stufen von 61. Peler Die Rach! verbracht, um beim Ocffnen -der Türe um 6 Mr morgens die ersten zu sein Die deutschen Kardinale Schulte, Köln und Faulhaber, München nahmen dn der Feier feil, ebenso bic Mitglieder des einge­troffenen Münchener Pilgerzuges. Am Abend sand eine prachtvolle Illumination von St. Peter statt, eine Festlichkeit, die feit 1870 unterblieben war.

Schwerer .Unfall im Berliner Stadion.

Bei dem Rddrcnnen im Berliner 6 ta» dion hat sich am Sonntag ein schwerer Un­glück s f a l l ereignet. Rach Schluß des ersten Rennens suhr ein Schrittmacher, der ab­bremsen wollte, in einen Jnnenraum, wobei er einen Helfer uMstieft, der mit ziemlich schweren Verletzungen von der SaNitStswache ab- transportiert wurde.

Tödlicher Anfall

des Chefredakteurs derSstseezeitung".

Dienstag naJ)miUag verschied im Kran­kenhaus Templin der Ehesredakteur der ,.O st s e e z c l t u n g", Wolfgang Diermcr, an den Folgen einer Verletzung, die er sich bei einem Sturz bei einem Motorradrennen zugezogcn hatte.

Dampferzusamnienstoß bei Le Havre.

Im dichten Rebel ist der deutsche Dampfer Mira" bei Le Havre mH einem fran­zösischen Dampfer z u s a in nt e n g c ft o fi c n. Die Mira" wurde beschädigt, wird aber Die Fahrt nach Hamburg fortsetzen können.

Ein robe-urleil.

Das Kobnkger Schwurgericht füllte am Donnerstag das erste Todesurteil fett seinem Bestehen Angeklagt war der 19jährige Porzellanarbsiter Max Schneider aus Ren-- fang (ObetftonfcuV Der am zweiten Oftcrfelcrtag seine 21jährige Geliebte, die Filetstopserin Bar­bara SiNion aus Steinwiesen dadurch er­mordete. daß eik in den Dorfbrutincn warf und erirätitk.

Die Weltmeisterschaft in Vuller.

Die Stadt Auckland in Reuseeland hat einen besonderen Ehrgeiz, sie will Die Weltmeister­schaft in Buller erringen. Zu diesem Zwecke hat sie einen Wettbewerb unter den hervorragendsten Molkereiländerii ausgeschrieben und bat bereits Zusagen aus Dänemark Estland, den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und den Fidschi- Inseln erhalten. Die Butter der verschiedenen Länder soll von einem Preisrichterkottegium ge­prüft und der ficgreichen Butter d'.e Wellmeifter- kchaft zuerkannt werden. Man hofft, daß die neuseeländische Butter aus diesem Kampf als Preislläger hervorgehen wird.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 19. Mai 1925.

Das Rohgemüse.

Welchen gesundheillichen Wert das Gemüse überhaupt besitzt, das erkennen jetzt die meisten Menschen. Welch besonderer Wert aber bem rohen, d. h. ungekochten Gemüse innewotznl, das ist der großen Mehrzahl unserer Zeitgenossen immer noch einunbekannter Erdteil"! Zweierlei Stoffe sind es, welche das rohe Gemüse zu so unvergleich- lickzen Nahrungsmitteln machen: Erstens der unver­minderte Gehalt an Nährsalzen, zweitens der an Vitaminen. Zu den N ä h r s al z e n gehören in erster Linie Der Kalk, dann Eisen, Natron, Magnesia, Kali usw. Sie dienen teils unmittelbar zum Ausbau des Körpers, so in hohem Maße der Kalk, teils mittelbar zur Aufrechterhaltung des gesamten Le- bsnsprozsfses, indem sie die Dein Körper schädlichen Säurenbinden" und unschädlich machen. Die Vitamine sind Stosse noch wenig bekannter «xt Zusammensetzung, Die für den Lebens- chstumsprozeß des Körpers unentbehr- l i ch find. Beide, Nährfalze und Vitamine, befinden sich reichlich in den Blatt- und Wurzel­gemüsen. Wenn man sie alle roh, b. h. un­gekocht und ungebrüht, verzehren würbe und könnte, würde man seinem Körper diese wertvollen Nähr­salze und Vitamine in ungemindertem Ausmaße zukommen lassen. Durch Das Kochen aber, und be­sonders durch das Abbrühen der Gemüse unter Weggießen bes Brühwassers wirb der größte Teil jener unersetzlichen Stosse vernichtet, zum großen Schaden einer starken Gesundheit! Ein Gegenmittel ist nun der reichliche Genuß solcher Gemüsearten, die man auch roh verzehren kann. Dazu gehören rohe Mohrrüben, Radieschen, Rellichk, Kohlrabi. Dann als rohe Salate zubereitele Kopfsalate, Endi­vien, Gurken, Tomaten, Sellerie. Genießen wir selbst und geben wir unseren Kindern jeden Tag solche Rohgemüse, so bieten wir unserem Körper eine durchauskräftige" Kost. Wie groß das Bedürfnis bes menschlichen Körners nach nährsalz- und vitamin­reicher Nahrungsmittel ist, beweist bic ungeheure Nachfrage nach Südfrüchten. Dom gesundheitlichen Standpunkt aus begrüßenswert, i[t letztere vom volkswirtschaftlichen, vom deutschen Standpunkt aus gefährlich. Wir können zweifellos die Südfrüchte zum großen Teil ersetzen durch unser einheimi­sches Obst und durch unsere einheimischen Gemüse, wenn wir nur unseren bereits etwas verwöhnten deutschen Gaumen viel mehr an das Rohe", an das Unaekocbte, an das Ungebrühte ge­wöhnen wollten. Wir müssen auch im Essen wieder natürlicher werden! Das Natürliche ist aber meist nicht basFeine", dasMilde", dasSüße", sondern Das Herbe! Dr. med. Grund mann.

Wettervoraussage.

Meist heiter, wärmer, trocken.

Der gestern erreichte Höchststand im Tag es- mittel der Temperaturen liegt mit zirka 1 Grad über dem 20jährigen Monatsmittel. Die in­zwischen eingelretene geringe Abkühlung infolge stärkerer Bewölkung wird bald wieder erneutem Temperaturanstieg Platz machen.

" Aufruf und Einziehung Der d o r dem 11. Oktober 1 924 ausgefertigten Reichsbanknoten. Auf Grund des § 3 des Dankgesehes uom 30. August 1924 ruft das Reichsbankdirektorium alle Reichsbanknoten, deren Ausfertigungsdatum vor Dein 11. Oktober 1924 liegt, soweit sie nicht bereits nufgerufen sind, nunmehr zur Einziehung aus. Mit dem Ab­lauf des 5. Juni 1925 verlieren die aufgerufenen Roten ihre Eigen­schaft als gesetzliches Zahlungs­mittel. Die Esther dieser Roten können sie noch bis zum 5. Juli 1925 bei allen Kassen Der Reichsbank in Zahlung geben oder in Dem hor- geschriebenem Verhältnis, wonach eine Mllion Mark durch eine Am. zu ersetzen ist. gegen ge­setzliche Zahlungsmittel Umtauschen. Mit diesem Zeitpunkt werden die auf gerufenen Banknoten tiastlvs, und es erlischt Damit auch die Ein- lösungspflicht der Reichsban'l.

** Der ArtikelZur Grundschul -- frage" in der gefttlgcn Rumnitr 115 unseres Blattes hat Herrn OberstudlenDireklor Dr. Kel­ler, Älllglied des Hessischen Landtags, in Bü­dingen zum Verfasser.

* Wasser wärme der Lah n heute vor­mittag H Grad R.

** Alkohol n ndVvlksnot. lieber beit Vor­trag über dieses Thema am SamclagabenD in der Turnhalle am Oswaldsgarten berichtet man uns: Der Referent, Direktor Dr. M e l l e, gab au Beginn einige Beweggründe an, bic ihn persönlich schon in seiner Jugend veranlaßten, Stellung gegen den Alkohol zu nehmen. Die weiteren Beobachtungen der verheerenden Wirkungen des Alkohols, bestätigt durch offizielle ärztliche Statistiken, drängten ihn bald in die vordersten Reihen im Kampf gegen den Alloholismus. Roch mehr bestärk! wurde er in dieser für das ganze deutsche Volk so schwerwiegenden und entscheidenden Frage der Trinkunsilte durch die Ein­drücke, die er In Amerika bekam bei Aussprachen mit führenden Männern daselbst. Ein Washingtoner Se­nator erklärte Ihm, Amerika sei schon deshalb zu dem Alkoholverbot gekommen, weil es sich die Aus­gaben für Rauschgelränke, die dem Voll nicht nur nichts nützen, sondern nur nachteilig und schädigend einwirkien, nichl mehr leisten könne. Und ein so ver­armtes Land wie Deutschland, das genötigt ist, um eine ausländische Anleihe zu bekommen, feine Reichs­bahn (um die sogar das Ausland es benclöefe) ge­wissermaßen zu verpfänden, bringt cs fertig, in einem Jahr mehr als dreimal soviel (nämlich 2' Milliarden Goldmark) zu vertrinken, als der gesansie Erlös der Dawes-Anleihe ausmacht. (Die Anleihe betrug bekanntlich 800 Millionen Goldmark.) Trotz der imgeheucren Wohnungsnot sind in Berlin unter 25 000 bebauten Grundstücken 11 000 Schcinksicsilcn, und trotz passiver Handelsbilanz ist das siebenfache an französischen Weinen eingeführt worden, als wir durch den Versailler Vertrag dazu verpflichtet sind. Gegen diese Altoyolnot, bic in besonderer Weise dazu

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