Ausgabe 
18.4.1925
 
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Auswirkung einer

Wohnungsnot

ohne weiteres

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Leinen Altersklassen verteilen:

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1924:

Hauptursachen der \ erkennen können.

natürlich bekannt. Aber man muh doch die Tat­sache festhalten, daß es sich bei diesen unerfreu­lichen Erscheinungen der Gegenwart nur um die besonders u ngünsti - gen G e s a m t k o n j u n k t u r handelt, mit der man die im allgemeinen wirtschaftsbelebende Eigenschaft der Industrie nicht widerlegen kann: gute und schlechte Zeiten hatten wir ja in unserer Industrie auch schon vor dem Kriege.

Wie zahlreiche andere Gemei.den. so sollte

Bevölkerungsbewegung und Sterblichkeit in Gießen im Jahr 1924.

Dom Kreisgesundheitsamt teilt uns Amtsarzt Dr. Schuppert mit:

3m Iahre 1924 wurden in der Stadt Gießen von einhnmischen Müttern 576 lebende Kinder geboren (552 in 1923, im folgenden sind die Zahlen des Vorjahres jeweils in Klammern bcigefügt), und zwar 513 ehelich (490) und 63 (62) umhelich, darunter 301 männlichen und 275 weib­lichen Geschlechts. Wir auch in den Vorjahren die Knabengebarten in G eßen überwiegen, zeigt folgende Gegenüberstellung:

lO o> o> o Zahl bei

daganemcn «mt> xn ver großen iStntc gelegen. Daß die gegenwärtigen Verhältnisse in zahlreichen Inoustrieorten mit dem eben skizzier­ten Vild nicht übereinstimmen, daß in diesen Städten zur Zeit die Armen- und sonstigen Fürsorgelasten stark angewachsen sind, ist uns

iLmrs wegen ausgezahlt. Es bedarf also keines besonderen Antrages, um die Rentenerhöhung -u erhalten. Hiervon erhalten alle Rentenberech­tigten durch einen Postkartenvordruck Rachricht. Die Renten werden mit größter Beschleunigung umgerechnet werden. Da aber sämtliche Renten nachgeprüft und bei Wanderversicherten noch die Unterlagen der Invalidenversicherung beigezogen werden müssen, wird die Umrechnung längere Zeit in Anspruch nehmen. Iedes Erinnerungs­schreiben und jeder sonstige Schriftwechsel würde der zur Zeit aufs äußerste belasteten Reichs­versicherungsanstalt die Arbeit nur erschweren.

Wit der Gewährung des Zusatzsteigerungs­betrages für die Dciträge aus der Zeit bis zum 1. August 1921 ist der Ausbau der AD. noch nicht abgeschlossen, vielmehr hat der Reichstag die Entschließung gefaßt,

die Reichsreglerung zu ersuchen, dem Reichs­tag unverzüglich einen Gesetzentwurf vorzu­legen, dec neben einer Erhöhung der Versiche­rungsgrenze in der AD. eine, der gesunden inneren Entwicklung der AD. entsprechenden Erhöhung der Leistungen vorsieht, und zwar.

2) eine Erhöhung des Grundbetrages beim Ruhegeld auf etwa 480 Mk. jährlich.

b) eine Erhöhung des Steigerungsbetrages von 10 auf 15 Prozent,

c) eine Erhöhung des Kinderzuschlags von 36 Mk. auf mindestens 90 Mk. jährlich.

Der Reichstag ist damit einverstanden, daß, wenn zur Sicherung dieser Verbesserung der Leistungen eine unerhebliche Aufrundung der Veiträge erforderlich wird, diese Abänderung der Beiträge erfolgt."

Auskünfte über Die Angestelltenversicherung werden in den am 2.. 3. und letzten Montag eines jeden Monats in Gießen, Stadthaus, Garten- straße 2, Hauptbau Zimmer 2 (Wanderfür- fotge), von 12V; bis 2*/2 Ahr abzuhaltenden Sprech st unden erteilt.

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Die neuen Leistungen aus der Angess ellten-Versicherung.

Äachdem das Gesetz über die Zusahleistung der Renten in der Angestelltenversicherung mit Wirkung vom, 23. März 1925 in Kraft getreten ist. dürfte es für alle der Angestelltenversicherung (kurzweg AV. bezeichnet) unterliegenden Versicher­ten von Interesse sein, über die Höhe der jetzt zu gewährenden Renten aus der AV. unterrichtet zu werden.

Rach dem ADG. besteht das jährliche Ruhe­geld aus dem Grundbetrage von 360 Mk. und Dem Steigerungsbetrag. Als Steigerungsbetrag werden 10 v.H. der für die Zeit seit dem l.Ianuar 1924 entrichteten Beiträge gewährt. Außerdem wird nach dem neuen Reichsgesetz vom 23. März 1925 für die Beiträge der Frie­densklassen FJ aus dec Zeit vom l.Ianuar 1913 bis zum 31. Iuli 1921 ein Zusahsteigerungs- betrag gewährt, nämlich für jeden Beitrag der Klasse F 1 Mk., der Klasse G 2 Mk., der Klasse H 3 Mk. und der Klasse) 4 Mk. Hat also ein Ver- slcherter vom l.Ianuar 1913 bis zum 31. Iuli 1921 der Gehaltsklasse F angehört, so erhöht sich sein jährliches Ruhegeld um 103 Mk., bei Ge­haltsklasse G um 206 Mk., bei Gehaltsklasse Fl um 309 Mk. und bei Gehaltsklasse s um 412 Mk. Witwen erhalten 60 Prozent und jede Waise 50 Prozent dieser Beträge.

Für die Wanderversicherten kommt außerdem noch der Zusatzsteigerungöbetrag hinzu, den die Invalidenversicherung für die bis zum 30. Sept. 1921 in den Lohnklassen IIV gültig entrichteten Beiträge zu gewähren hat. und die für jeden Wochenbettrag der Lohnklasse II 2 Pf., der Lohn- klasse III 4 Vs., der Lohnllasse IV 7 Pf. und der Lohnklasse V 10 Pf. betragen.

In der Zeit nach dem 1. August 1921 war Der Goldwert auch der höchsten Beiträge so ge­ring, daß eine weitere Abstufung dec Versiche­rungsleistungen keinesfalls in Frage kam. Im übrigen ist für die Wahl des 1. August 1921 Der Umstand von Bedeutung, daß bis zu diesem ^age Die alten Gehaltsklassen unverändert in ©eltung gewesen sind. Maßgebend für die Ge- wayrung des Zusatzsteigerungsbetrages nur in den Gehaltsklassen F- J war die Erwägung, öcnx Friedensvorschriften in den ®c- Haltsklassen em jährliches Mindestruhe- geip von 360 Mk. nach elfjähriger Beitrags- leistung (l.Ianuar 1913 bis 31. Dezember 1923) ?» 5Lat^ erreicht worden wäre, wenn keine Geldentwertung eingetreten wäre, sondern stets die Beitrage nach ihrem vollen Friedens- golOtoert entrichtet worden wären.

Die vollen Kalendermonale des Kriegs- d.enstes werden m der AV. den entrichteten Beitragen gleichgestellt, so daß auch für Sek

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.. Da die Aenderung des AVG. mit Wir- 1924 Antritt, erhalten Die ftur 3eit Dorf; an Denen Rentenberech- eine Erhöhung ihrer laufen- Den Bezüge sondern außerdem eine R a ch z a h- aem\?h Ut fc,t ?cm l.Ianuar 1924 fällig gewordenen Rentenoetrage. Der Zusatzsteia^ Invalidenversicherung wird w- doch crst vom 1 IW

neftr.ml, ^uiaysteigerungsbetrag aus der An­gestellten- und Invalidenversicherung wird von

Jn manchen Kreisen Der Bürgerschaft steht man einer ausgedehnteren Industrialisierung unserer Stadt nicht sympathisch, ja teilweise direkt ablehnend gegenüber. Man begründet diesen Standpunkt wir wollen uns hier nur mit sachlich beachtenswerten Argumenten beschäftigen, nicht aber mit den sog. Gesichtspunkten des ruhigen und bequemen Daseins mit dem Vorhandensein dec U n i b e r f 11 ä f und meint, Die letztere schließe doch eine stärkere Industrie aus. Wir halten diesen Standpunkt für durch­aus falsch, find vielmehr der Meinung, daß die Losung für die Zukunft heißen muß: Universität und vermehrte Industrie, denn beide wirken neben dec Erfüllung ihres eigentlichen Zweckes doch in hohem Maße befruchtend auf die hei­mische Wirtschaft. Es ist uns unverständlich, warum die eine Einrichtung die andere aus­schließen sollte. Gerade Die jüngsten Iahre haben doch in klarster Weise gezeigt, wie gut beide Teile, Universität und Industrie, einander ge­brauchen können. Als unsere Industrie im Kriege und in den bisherigen Rachkriegsjahren in großen Schwierigkeiten dec Produktionstechnik war, hat die Wissenschaft ihr häufig neue Wege erschlossen, die mit Rutzen beschritten werden konnten. Auf der andern Seite waren es vielfach besonders die Kreise der Industrie. Die Den Universitäten und den mit diesen zusammenhängenden Einrichtungen tüchtig beiftanben, als sie im Wahnsinnstaumel der letzten Iahre in schwerster Weise zu kämpfen hatten, ja, zum Teil vom Zusammenbruch bedroht waren. Wenn nun in unserer Stadt im Laufe der künftigen Iahre eine Verbreiterung der In­dustrie kommen sollte, so sehen wir darin keinen Rachteil für unsere Universität, sondern viel eher ebenfalls ein Mittel, von dem man nur eine günstige Auswirkung für unsere Hochschule er­warten kann. Denn cs darf doch wohl angenom­men werden, daß bei persönlichen Beziehungen zwischen Industrieführern und Dem Lehrkörper Der Universität noch gar manches für die Ar­beit der Wissenschaft gewonnen werden kann, was heute nicht zu erreichen ist, weil der Vorteil des persönlichen Bekanntseins fehlt, der stets viel höher zu veranschlagen ist als die Wirkung auch der schwungvollsten und an Seitenzahl um­fangreichsten Briese. In diesem Zusammenhang sei schließlich noch ein Gedanke kurz zum Aus­druck gebracht. Bekanntermaßen ist Die Kaufkraft der Studentenschaft in Der Gesamtheit be­trachtet - gegenüber Der Vorkriegszeit erheblich gesunken, wofür ja die vielfachen und wohl- berechtig en studentischen Wohlfahrtseinrichtunaen Beweis sind. Die e Verci' gerung Der studentischen Kaufkraft, die selbstverständ ich der hohen Geltung des Stubententums ferncrlei Abbruch tun kann, sondern die hier lediglich als eine sehr schmerz­liche, von außen her verschuldete Tatsache mit zu werten ist, muß natürlich zu der Überlegung führen, wie man dieses Minus für unser hei­misches Erwerbsleben wieder wettmachen kann. Und auch nach dieser Richtung hin sehen wir eine Ausgleichsmöglichkeit nur in einer Belebung unseres Wirtschaftslebens durch die Heranyollmg neuer Wirtschaftsfaktoren. Wenn hierbei mit Weitblick, Entgegenkommen und schaffensfroher Energie vorgegangen wird, dann werden auch die Erfolge dieses Mühens nicht ausbleiben, zum Ruhen der Stadt und der Bürgerschaft.

Die 334 Ortsfremden bleiben nachstehend außer Betracht, ihre Berücksichtigung würde für Die Sterblichkeitsziffer der Stadl ein falsches Bild geben.

Don den 350 einheimischen Verstorbenen (384) waren 167 (193) männlichen und 183 (191) weib­lichen Geschlechts. Auf die obengenannte Ein­wohnerzahl berechnet, betrug die SterblichkeitS- zifter 10,6 pro Tausend (11.6). Die im Vergleich zu anderen Städten verhältnismäßig günstige Sterbeziffer unserer Stadt betrug in den letzten 15 Iahren. 1910 9.9, 1911 10,4, 1912 11.5 1913 8.6. 1914 11,0. 1915 11.4. 1916 10,31. 1917 11.8. 1 9 18 13,7 191913,2 (Grippeepidemie!), 1920

auch unsere Stadt künftighin um eine stärkere Ansiedlung von Industrie m G ehcns Mauern sich bemühen. Ganz einfach und von schnellen Erfolgen begleitet werden solche Be­mühungen allerdings nicht sein. Die Verlegung von Industriefirmen aus einer Stadt in Die andere ist unter den augenblicklichen Verhält­nissen mit fv gewaltigen Kosten und auch mit so erheblichen Risiken verbunden, daß Derartige Vorgänge einstweilen wohl Seltenheiten bleiben werden. Für unsere Stadt Dürfte als greifbarere ^Möglichkeit zunächst mir die Gewinnung neu zu errichtender Industrieunternehmun^en in Betracht kommen. Zu deren Anreizung sollten unter Um­ständen auch gewisse Vergünstigungen der Stadt für die anzusiedelnden Interessenten (z. B. ver­billigte Abgabe von Baugelände, ermäßigte Preise b i Der Licf rung von Baumaterial en aus städti­schen Betrieben) nicht gescheut werden. Für diese Swdlungszwecke wäre natürlich im neuen Stadt- bcbauungsplan ein genügend großer ©cTänDe» block vorzusehen, der als ausschließliches Indu- stcievier'.el auch entsprechende B h aisch'ußmög» lichkeiten haben müßte. Wird die'e Vorbedingung in glücklicher Weise erfüllt, so Dürften Die As- sichten für unsere Industriewerbung gar nicht so ungünstig sein. Denn Gießen als hervor­ragender Eisenbahnknotenpunkt an wichtigen Strecken, umgeben von einem großen Kranz von Dörfern mit zahlreicher A b iterbcvolkerung, die ihren Wohnsitz in den b sherigen Heimatorten beibehalten könnte, als Stadt an einem bedeut­samen Wasserweg, der in absehbarer Zeit zw i'er» los auch für den Verkehr erschlossen wird, als Platz mit -reichen und billigen Möglichkeiten zur Erzeugung von Elektrizität, dazu noch mit Den großen Segnungen der Wissenschaft und einem urnsangc ichen Krankenhilssw-sen am Orte hat dm I' duftriekreisen so Diee Vorteile und wirt­schaftliche Gntwicklungsmöglich e ten z i die:en, wie viele andere Städte bei weitem nicht. Der Gew'nn bei weiteren InDustriegründungen in unseren Mauern läge natürlich nicht allein auf feiten Der industriellen Unternehmer. Unsere Stadl als Kommune, wie das heimische Gewerbe aller Branchen und die Bürgerschaft in Der Gesamt­heit würden dabei auch profitieren. Die Stadt würde für die Lösung ihrer vielen großen Zu- kunftsaufgaben an den verstärkten Wirtschafts­und Steuermöglichkeiten innerhalb ihres Steurr- hvheitsbereichs eine ganz andere Kraftquelle zur Verfügung haben als heute, wenn man in diesem Zusammenhang natürlich auch nicht übersehen darf, daß die vermehrte Industrialisierung die städtischen Armenlasten bis zu einem gewissen Grade noch steigern würde. Demgegenüber stände aber doch der große Aktivposten, daß bei der ©ctornnung weiterer Industriebetriebe nicht nur den Kreisen der Arbeiterbevölkerung, sondern auch dem selbständigen Handwerk verstärkte Ar­beitsgelegenheit bei gleichzeitig breiterer Ver­teilung der Steuerlasten geschaffen würde: also Arbeitsmarkt und Handwerk, in weiterer Folge, als Auswirkung vermehrter Verdienstmöglichleit u)jD damit gewachsener Kaufkraft, auch Der hei- wtsche Warenhandel toürDen eine Besserung Der Sage verbuchen können.

Die bisher hier ansässige Industrie hat nach dieser Richtung hin ja schon viel Gutes für unser gesamtbürgerliches Leben gezeitigt, ganz ab­gesehen von Den vielfachen unD verschieden­es, llgen Betätigungen dieser Firmen für gemein­nützige Zwecke und ähnliche Bestrebungen. In­teressant ist in diesem Zusammenhang, einmal an Hand einiger Zahlen zu sehen, wie eine ver­größerte IndustrieansieDelung belebend auf Die Gesamtentwicklung Der Stadt und wie sie aud> hinsichtlich der Lastenaufbringung wirken kann. In unserer Rachbarstadt Butzbach haben wir cm Derartig interessantes B ld. Von 1910 bis 1919 hatte Dutzbäch eine durchschnittliche Gin- don 3600 (nur Zivilbevölkerung, aus- Meßlich Zellenstrafanstalt). 1919 kamen die Meguin-Werke nach Butzbach, und Damit setzte em wirtschaftlicher Aufstieg ein. Die Ein­wohnerzahl vermehrte sich von 3600 im Iahre 1919 auf über 4800 im Oktober 1924. also um runD em Drittel (nur Zivilbevölkerung, ohne Zellenstrasanstalt). Das gesamte Gemeindesteuer­aufkommen belief sich 1914 auf rund 106 000 Ml etwa ein Drittel davon kam aus der Besteuerung der Vermögen, so daß aus Der mit den Heu- vergleichbaren Besteuerung des Einkommens, des Gewerbes und des Grund­besitzes 1914 rund 70 000 Mk. sich ergaben. Heute dagegen beziffert sich die vergleichbare Steuer» leistung von Einkommen, Gewerbe und Grund- besrtz auf 170 000 Mk., sie konnte also gegenüber 1914 um 100 000 Mk. erhöht werden. Don Der Gewerbesteuer Butzbachs für 1924, die nur für fl3a^e J- Januar 1925) gehoben und im etflcn falben Rechnungsjahr noch unter dem Steuersatz gehalten wurde, konnte fite Stadtkasse allein 70 000 Mk. buchen, davon ent- steten ' . allem auf die Meguin-Werke. Von Der ArpersckEssteuer für 1924 in Höhe von 5100 sollen rd. 90 Proz. auf die Meguin-A G Zisferrnnaßig von uns nicht zu belegen, aber für Den Butzbacher Bewohner doch wahrnehmbar ist Die Tatsache, daß das dortige Gewerbe seit Dem Ernzug vermehrter Industrie in autfteigenDer Gmie sich bewegt und Dan zu den alteingesessenen Firmen zahlreiche^ neue Geschäfte hinzugekom- men und, deren Inhaber nach unseren Insor- matronen ihre Existenzmögllchkeit gefunden Ha­ven. Schließlich ist noch bemerkenswert daß die Meguin-Werke von 1919 bis 1924 allein in Butzbach 140 neue Wohnungen erbaut haben zu Denen sich noch zahlreiche Wohnungsbauten dieses Unternehmens in Bad-Rauheim und Rachbar­schaft hinzugesellen. Wenn man diese Ziffern für ünfete Stadt auch nur relativ ansetzt. Dabei aber Dte Gesamtentwicklung Des Wirtschaftslebens in umerer Rachbarstadt im Auge behält, so ergibt stch daraus Die Bestätigung unserer Ansicht Daß in der vermehrten Ansiedelung von Industrie ein sehr wichtiges Mittel für Dir kommunale und ae= raintwutschaftsjch^ AuswärtAentwickelrmg auch un­terer Stadt zu erblicken tft

Ein- i f.T . heimische !^! *6. 4

Orts

Oluf eine durchschnittliche Einwohnerzahl von 33 000 Einwohnern berechnet kommen 17.5 Ge­burten auf je 1000 Einwohner (16,6). Einschließ­lich der in der Frauenklinik und den anderen Krankenanstalten geborenen Kinder ortsfremder Mütter kamen in Gießen im ganzen 964 Kinder zur Welt (965). Totgeboren sind im ganzen 35 (36) eheliche und 3 (11) uneheliche Kinder: davon entfallen auf Gießener Mütter 15 (10) eheliche und 1 (1) uneheliche Totgeburten.

Rach den Zusammenstellungen des Standes­amtes fanben im Berichtsjahr 223 Eheschließungen statt g-gen 290 im Iahre 1923.

Wie aus der folgenden graphischen Uebersicht hervorgeht, hat zwar die Zahl Der Eheschließun­gen in den letzten Iahren wieder allmählich abgenvmmen. aber die Zahlen vor dem Krieg sind noch immer überschritten, und man wird angesichts der gewaltigen Ueberzahl der seit Dem 3ahre 1919 neu gegründeten Familien, Die weit­aus Den Ausfall der Kriegsjahre und den Durch­schnitt der Vorkriegsjahre überschreitet, eine Der

287 Knaben, 262 Mädchen, 362

_ . Gestorbenen betrug im Be­richtsjahr einschl. 334 (308) Ortsfremder, welche in den hiesigen Krankenanstalten starben 684 (692). die sich in folgender Weise auf die cin--

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*Sa 16.4-25 darunter 925 Pers'

11,7. 1921 11,6. 1922 11,2, 1923 11.6. 1924 10^ pro Tauseird. Die Monate Ianuar und März> wiesen Die höchste Zahl der Todesfälle auf mit 49 bzw. 39 und die geringste der August unD Oltober mit 15 bzw. 19 Fällen: die übrigem Ziffern schwanken zwischen diesen Zahlen.

Betrachten wir die 350 Sterbefälle Der ein­heimischen Verstorbenen nach den wichtigst«, Krankheiten und Krankheitsgruppen, so ergibt sich folgendes: Don den 53 (44) Kindern deS ersten Lebensjahres fallen 19 (12) Sterbefälle auf angeborene Lebensschwäche. Frühgeburt, Miß­bildungen u .Dgl., 39mal ist Altersschwäche alS Todesursache angegeben. Von Den 91 Verstor­benen ter letzten Altersklasse hatten 22 das 80. und 2 das 90. Lebensjahr überschritten mit 95 bzw. 97 Iahren. Bei 16 uns gemeldeten Erkran­kungen an Diphtherie und 24 an Scharlach ist ein Todesfall nicht vocgekommen (1923 29 Diphtherie- und 66 Scharlachmeldungen ohne Todesfall). An Masern starb ein Kind im Alter von 1 Iabc 9 Monaten (1923 12 Todesfälle). Dem Keuch­husten, der im Frühjahr ein gehäufteres Auf­treten erkennen lieh, erlagen zwei Kinder in den Monaten März und April. Don Thphus wurden unL 2 und von Paratyphus 7 Säße gemeldet, die alle in Genesung über gingen.

An Tuberkulose starben 41 (48) Personen, davon 33 (40) an Lungenschwindsucht. Lungen­entzündung führte in 31 (46), Grippe in 5 (4). Krankheiten der Atmungsorgane in 7 (11), der Kreislauforgane in 59 (48), des Zentralnerven­systems in 12 (11) und der 'Harnwege in 9 (18) Fällen zum Tod. Gehirnschlag ist 27ma£ (26) als Todesursache aufgeführt. Akutem Magcrndarm- katarrh erlagen 4 (4) Kinder im Säuglingsalter. Die gefürchtete Blinddar-mentzündung forderte kein Opfer (0). Krebs brachte 24 (39) Todesfälle und andere bösartige Reubildungen (Sarkom u. Dgl.) 5 (11). Infolge Selbstmorde- schieden aus dem Leben 15 (8) Personen, und zwar 9 (5) männlichen und 6 (3) weibl chen Geschlechts. In 9 (3) Fällen ist Verunglückung als Todesursache angegeben.

Don den Todesursachen der 334 In den Krankenanstalten verstorbenen Ortsfremden seien erwähirt: 15 Kinder im ersten Lebensjahr an Lebensschwäche, eine Frau an Wochenbettfteber, 5 Frauen an anderen Folgen des Wochenbetts. 8 Kinder an Diphther e, 19 Personen an Lungen­schwindsucht, 7 an Tuberkulose anderer Organe und 4 an allgemeiner (Miliar-) Tuberkulose, 25mal Lungenentzündung, Herzleiden 20, Krank­heiten des Zentralnervensystems 20, Erkrankungen des Derdauungsapparates 40, wovon auf Er­krankungen der Gallenblase der größte Tell ent­fällt, Folgen der MinDdarmentzündung 6, Rieren- leiden 14. Krebs 39 und andere bösartige Reu- bildungen 18.

Volkshochschule Gießen.

Wan schreibt uns: Die Volkshochschule bc« ginnt am 27. April ihr 13. Halbjahr. Der Ar­beitsplan ist wieder reichhaltig. Besonders ist Darauf Rücksicht genommen, daß in den Sommer­monaten der Mensch gern draußen in der Ratur ist. Verschiedene Arbeitsgemeinschaft^ werden in dec Form von Ausflügen gehalten und führen durch unmittelbare Anschauung in naturwissen­schaftliche Fragen ein. Das gilt besonders für die Kurse .Tiere des deutschen WaldeS",Gift- und Heilpflanzen",Geologische Ausflüge in das hessische Hinterland" undPflanzenkundliche Streifzüge", sowie für Ferienwanderung in das Fichtelgebirge. Da die meisten dieser Ausfllrge an Sonntagen stattfinden, wird mancher Ratur­freund gern Die Gelegenheit nützen und durch Sachkundige sich in das reiche Leben der Ratur führen lassen. Reben diesen Ausflügen sind wieder eine Reihe von Arbeitsgemeinschaften an Wochenabenden vorgesehen. Die Arbeitsgemein­schaftMensch und Welt in zeitgenössischer Dich­tung" behandelt Lebensfragen des modernen Menschen, wie sie sich in zeitgenössischer Dich­tung spiegeln. In das Reich deutscher Dichtung führen die Kurse überSchiller" undGroße deutsche Erzähler des 19. Iahrhunderts". Bren­nende Fragen künstlerischen Schaffens in der darstellenden Kunst berührt der KursusVer­gleichende Betrachtung ausgewählter Kunstwerk". Den Anfang für eine Kurlusreihe in Ausland- funDc macht Der Kursus überRußland". Die Vortragsreihe überAecztliches Denken" führt Den Laien in die allgemeinen wichtigsten Grund­fragen des modernen ärztlichen Denkens ein. Gymnastik für Frauen und Mädchen wird in einem Morgenkursus und in einem Abendkursus gehalten. Die Elementarkurse in Deutsch, Eng­lisch und Französisch wollen in neuer Form den sprachlichen Unterricht sür Anfänger und Fortgeschrittene geben. Im vergangenen Winter­halbjahr war nachträglich eine Arbeitsgemein­schaft für Jungarbeiter über kapitalistische und sozialistische Gesettschaftslehren eingerichtet wor­den und konnte mit ganzem Erfolg durchgefuhrt werden. Ictzt versucht Die Volkshochschule, plan­mäßig mit den jungen Menschen. Die aus der Fortbildungsschule entlassen sind, Zusammenhang zu bekommen. Ein Versuch für Mädchen ist die Arbeitsgemeinschast ..Frauenleben früher und heute". Gleichzeitig ist Der Arbeitsplan allen Den jungen Menschen, Die Ostern entlassen wor­den sind, zugängig gemacht worden. Hoffentlich werden durch die Ellern feine Schwierigkeiten gemacht, wenn sie die Vollshochschule besuchen wollen. ES bleibt abzuwarten, wie weil dieser Versuch Erfolg hat. Heber Zeit und Tag. an Denen die Kurse stattfinden, gibt eine Anzeige in heutiger Rümmer Auskunft.

2lus dem Amtsverkündigu»rgsblat1

Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 31 vom 17. April enthält Wohnungsbau. Diehmarll in Grünberg. Maul- und Klauen­seuche in Albach. Feldbrreinigungen in Klein Linden und Ettingshauscn.

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