Ausgabe 
17.10.1925
 
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DITHOMP5QNS

ist ausgiebig im Gebrauch spart Zeit und Mühe

Wer ferne Hühner nicht monatelang nur für den Dünger bal- ten, den böchstenEtev ertrag sowie viele

Wintereier erzielen will, der füllen daS allgemein gelobten jahrzehnte­lang bewährte Ge- flüflel bet futter und Körnerkraftfutter

Nagut.

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L R. Döll. Neu« stadt 46; Heinrich Hab«, Samenhand­lung, Gießen. **D

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führten gibt sie ojlen Volksschichten die Möglich­keit, Perlen der deutschen Heimat kennen zu lernen. Das ist gedeihliche Arbeit zur Ver­tiefung des Heimatgedankens, ein vortreffliches Bemühen, denn aus ihm entspringt bzw. dadurch festigt sich die Liebe zu unserein herrlichen deut- fchen Vaterlande immer mehr.

Rundfunk-Programm

des frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Sonntag, 18. Oktober.

8,30 bis 9,30 111)r Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt. 12 bis 1 Uhr: Mittagsständchen, veranstaltet vom Haus- orchester. 4 bis 5 Uhr: Die Stunde der Jugend. 5 bis 6 Ilhr: Die Wachtparade des Frankfurter Linienbataillons in Wort und Musik. 6 bis Z Uhr:Die Musik der Inder (Ostindien)", De­monstrationsvortrag von Dr. Wilhelm Heinitz- Hamburg. 7 bis 8 Uhr: Stunde des Ahein- Mainischen Verbandes für Volksbildung:Ponce de Leon", ein romantisches Spiel von Clemens Brentano, vorgetragen von Mitgliedern des Frankfurter Künstlertheaters siir Rhein und Main. 8.30 bis 9,30 Uhr: Konzert des Harmonie- orchestcrs des Frankfurter Orch-sterpereins. 10 bis 11 Uhr Eulenspiegeleien.

Montag, 19. Oktober.

4,30 bis 6 Uhr Vachmiltagskonzert des HauS- orchesters: Konzertwalzer. 6 bis 6.30 Uhr Die Lesestunde. 6,30 bis 7 Ahr Die Dücherstunde. 7 bis 7,30 Ahr VortragVöhrensendcr ll". 7.30 b. 8 Ahr Funkhochschule: ..Der Sicherheitspakt vom Standpunkt des Geschichtsforschers", Vor­trag von Prof. Dr. Künhel. 8 bis 8,30 Ahr Eng­lischer Anterricht. 8,30 bis 9,30 Ahr: DaS Volks­lied, ein Zyklus (Die Schweiz). 10 bis 11 Ahr Acbertragung von Kassel, Opernabend.

K^chliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Gießen. Sonntag, 18. Oktober. 19. n. Trinitatis. Stadtkirche. 9*/a: Psi. Mahr. 11: Kinderkirche für die Matthausgemeinde. Psi. Mahr. 6: Pfarraff. Hertel. - IohanneSkirche. 97,: Psi. Bechtols- Heimer. Feierl. Eröffnung des Konstrmandenunter- richts der Lukasgemeinde. 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Psi. Dechtolsheimer. 6: Psi. Ausfeld. Feierliche Eröffnung des KonfirmandenunterrichtS der Johannesgemeinde. Kirchberg. 10: Eröff­nung deS Konfirmandenunterrichts. 11: Heiliges Abendmahl für die Alten von Staufenberg. Lollar. 17.,: Abendmahl für die Alten. - Wieseck. Cvang. Gemeindefaal, Ludwigstr. 11. Aur Abend­gottesdienst : 77,; im Anschluß Frauenabend. Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 1. Garbenteich: 9: Deichte, anschl. Gottesdienst und heilig. Abendmahl der Verheirateten. (Kollekte.)

Katholische Gemeinden.

Dietzen. Samstag, den 17. Ottbr. 47, u. 7 Deichte. Sonntag, den 18. Ottbr. 20. Sonntag nach Pfingst. 67, Deichte, 7 Messe, Kom. der Jungfrauen, 8 Kom., 9 Hochamt m.Pred., 11 Messe m. Pred., 47, Jung. siauen-Kongregation, 57, Christenlehre und Andacht mit Segen. Dienstag und Freitag abds. 8 Rosen- kranzandacht. Grünberg. 973 Messe mit Pred. - Hungen. 8 Messe mit Predigt. Laubach. 10 Messe mit Predigt. Lich. 10 Hochamt mit Pred.

SonutaaSdienkt d.Aerrte u. Apotheken am 18.10.25 Dr. Kipper. Dr. Menerdoff. Engelapocheke.

Zahnarzt: Dr. Adam, Liebtgstiahe

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Herbstfahrt nach Baden-Baden

en-Daden zu

eine pa- Dergluft, das nicht Gesunden

Pianohaus August Förster

Fernruf Nr. 1367 GIESSEN Bahnhofstr.65B Gegr. 1876 - Filiale: Lich (Oberhessen)

die bahnbrechendste aut dem Ge­biete des Klavierbaues in den letzten 50 Jahren ist

Alleinvertretung:

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fahren. Das freudige Gefühl, in dem vornehmen Weltbad lustwandeln zu können, wenn auch nur wenige Stunden, seine berühmten Heilbäder und -Anlagen und seine prächtigen Gesellschafts- und Erholungsstätten kennen zu lernen, köstliche Schwarzwaldluft zu atmen, den Blick hinaus zu lenken in eine herrliche weite Gotteswelt, all

und im Pacisit spä'er ausülen kann. Ein weiteres sehr wesentliches Moment, das England geradezu zu diesem Schritte zwingt, dürfte übrigens die Rücksichtnahme auf die beiden sich durch Japans Gxpansionsbestrebungcn bedroht fühlenden Do­minions sein. Cs ist kein Geheimnis mehr, dass das frühere Abhängigkeitsverhältnis der Dominions im Laufe der letzten Zeit erheblich gelockert und unter ten obwaltenden Verhältnissen ist es für England geradezu eine Aotwendigkeit, hier einen Schritt zu tun, der sein Prestige als Mutter and zweien seiner Dominions gegenüber ganz erheblich festigt. Würde sich England in diesem Punkte schwankend zeigen, so würde die natürliche Folge das enge Anlehnungsbedürfnis der beiden Staaten A u st r a l i e n und Reu - fee land an Amerika sein. Das aber zu ver­hüten gebietet der Selbsterhaltungstrieb des stolzen Imperiums.

geistigen und künstlerischen Genusses, radiesisch schöne Umgebung, köstliche kurzum ein gesegnetes Stückchen Erde, nur den Kranken, sondern auch den

Starke Dämmerung breitete sich noch über G i e tz e n, als am vorigen Sonntag früh kurz nach 6 Ahr etwa 70 hiesige Reiselustige dem Bahnhof zustrebten, um mit dem von der Reichs- bahndirektion Frankfurt a. M. gestellten S o n n -

Jedenfalls unterliegt es keinem Zweifel, daß England durch den Ausbau des fraglichen Flottenstützpunktes, der den Unterbau für die Verlegung seines maritimen Schwergewichts von Westen nach dem Osten bildet, für die Durch­führung einer Weltpolitik einen ganz erheblichen Machtz^wachs erfährt. Singapore ist nicht nur die Handelsstraße, die den gesamten Ver­kehr von West nach Ost und umgekehrt ver­mittelt, nein Singapore als Waffen Platz erster Ordnung ist auch das Tor, das jeder­zeit gegen Ucbergriffc die von Osten, von See her, Indien bedrohen könnten, von England ad- ger i e g e l t werden kann. Des weiteren be­herrscht die zentrale Lage unmittelbar Siam, Französisch Jndochina, den holländischen Kolo­nialbesitz und die Philippinen. Hieraus erhellt wohl ohne weiteres die Tatsache, welch ver­stärkten maßgeblichen Einfluß auf diese Weise England auf die Kolonialmächte im fernen Osten

Erquickung ist. Wir lösten uns vor allem von dem Strom des Massenbesuchs und statteten zunächst dem im wundervollsten Herbstkleid pran­genden Walde und dem Merkur einen Besuch ab. Die Straßenbahn füfjrt aus dem Weichbild der Stadt hinaus, in zahlreichen Windungen ständig höher strebend und dabei den Fahrgast mit immer neuen, sehr reizvollen Blicken auf die Stadt erfreuend, dem Merkurwald zu, in dem sich die Fuhstation der Drahtseilbahn befindet. Auf dieser grandiosen Bergbahn, die als Spitzenleistung der deutschen Technik bezeich­net wird, gehts in 12 Minuten Fahrtdauer hinauf zum Gipfel des rund 700 Meter hohen Merkur, zuerst mit einer Steigung von 28, dann von 40 und auf der Endstrecke sogar mit einer Höchststeigung der Bahn von 54 Pro­zent! Dabei sind, wie man vom Bahnpersonal hören konnte, die absolutesten Sicherheiten für einen völlig gefahrlosen Betrieb der Bahn ge­geben. Auf dem Merkur genießt man einen überwältigend schonen Rundblick. Das herrliche Oos- und Murgtal mit Baden-Baden und vielen lieblichen Dörfchen, inmitten herrlichen Hochwaldes, liegen weit drunten zu Füßen des Beschauers, der Blick kcurn weit über die Schwarzwaldhvhen wandern, nach Westen in die Rheinebene und weiterhin sogar in teures ver­lorenes Land, nach Elsah-Lothringen hinein bis zu den Kämmen der Vogesen. Die erhabenen Eindrücke einer solchen Am schau sind geradezu ein Erlebnis, das sich nicht in Worte fassen läßt. In der Stadt selbst stehen natürlich die Bäder im Vordergrund des Interesses. Anter sachkundiger Führung wurden die vorsprechenden Sonderzügler gruppenweise durch die Räume des Friedrichsbades und des Augustabades ge­führt, überall sah man eine sehr gediegene, vornehme und außerordentlich vielseitige Ein­richtung der Heilstätten. Die Thermalquellen liegen unmittelbar hinter den Badhäusern in den Dergfelsen, auf dessen Kuppe das Reu« Schloß des früheren Großherzogs erbaut ist. Don besonderem Interesse waren die erst vor einigen Jahren freigelegten Badeanlagen der Römer, die sich den Heilwert dieser Quellen ebenfalls gut zunutze zu machen verstanden. And nun die Erholungsstätten. Gin geschmackvoll auSgestattetes Kurhaus mit ungemein prächtigen Gesellschaftssälen, in denen vieles noch an die glanzvolle Daden-Dadener Spielbankzeit erin­nert, aufs vornehmste abgestimmte Theatersäle (einen großen und einen kleinen), außerdem der Konzertsaal, schließlich gemütliche Restaurations­räume und endlich gartenbaukünstlerisch hervor­ragende Kurhausanlagen, das alles ist so intim wirkend, daß man sich hier wohlfichlen muh. And dann um nur noch Einiges aus dem: wertvollen Erinnerungsschah eines leider nur allzu schnell verflogenen Rachmittags zu er­wähnen die Trinkhalle mit ihrer idyllischen Umgebung, die Lichtentaler Allee, die herrlichen Gönner-Anlagen mit dem eindrucksvollen Jose- phinenbrunnen (eine zweite große Wasserkunst- an'tage wird zur Zeit von der Friedrichshöhe aus hinab in die Talsenke der Stadt gebaut und verspricht vom nächsten Frühjahr ab ein neuer Glanzpunkt des Bades zu werden), die sorgfältig gepflegten gärtnerischen Anlagen, die breiten und sauberen Straßen und noch vielerlei mehr bereiteten den Besuchern hohe Freude und gaben ihnen eine wertvolle Bereicherung ihres Lebens. In entgegenkommendster Weise hatte die Stadtverwaltung den Sonderzüglern für die Merkurbahn Fahrpreisermäßigung auf die Hälfte gewährt, zu allen übrigen Einrich­tungen und Darbietungen hatten sie unentgelt­lichen Eintritt. Auf der anderen Seite, das kann nicht verschwiegen werden, waren aber die Preise in den Gaststätten des Weltbades ganz weltbadmähig, und deshalb heißt es für Baden-Baden-Besucher'.Tu Geld in deinen Deutel", und das noch einmal und immer noch einmal. Aber trotzdem: Baden-Baden hat sich in der großen Sonderzüglerschar zweifellos viele Freunde exworben.

Abends 7.15 Ahr wurde die Rückfahrt air­getreten; sie ging auf demselben Weg vor sich wie die Hinreise. 12.15 Ahr nachts kamen die Gießener hier wieder an, zwar müd, aber doch um ein frohes, unvergeßliches Erlebnis reicher. Zum Schluß der Reichsbahnverwaltung ein Wort der Anerkennung: Durch diese sehr billigen,

mein Wort daraus nehmen, daß dieser Platz bei weitem die wichtigste Station im Osten ist. Vom marine- und handelspolitischen Standpunkt aus betrachtet, ist dieser Platz von viel größerem Wert als ganze Kontinente."

'Stamford Raffels hat mit seinem Scharf­sinn und feinen Bemühungen, diesen Seeweg für die Herrschaft Englands, entgegen den damals in London herrschenden Anschauungen, zu sichern, seinem Daterlande einen unschätzbaren Dienst er­wiesen. Inzwischen sind über hundert Jahre verflossen, die in alle und jeder Beziehung dem Werturteil Recht gegeben. Die heutige Zeit aber wird in ganz besonderem Maße die hohe Be­deutung Singapores in England begründen, anläßlich etwaiger Auseinandersetzung um die Herrschaft im Pacisik zur Geltung bringen.

In klarer Erkenntnis der Sachlage ist Eng­land nunmehr entschlossen, mit allen Kräften den Ausbau Singapores zu einem erstklassigen Flottenstützpunkt ins Werk zu setzen. Dorn un­parteiischen Standpunkt aus betrachtet, ist dieser Entschluß Englands nichts anderes als eine un­bedingte Aotwendigkeit zur Aufrechterhaltung seines Imperiums für bereits, in greifbarer Rähe liegende zukünftige Zeiten.' Lag ehedem das Schwergewicht der Weltpolitik im Mittelmeer, verschob es sich spater nach Gründung des deut­schen Kaiserreichs und Anwachsen desselben zur See- und Weltmacht nach dem Atlantik, so haben mit Ausgang des Weltkrieges die Politi­schen Fragen jetzt den Pacifik in die vorderste Reihe gedrängt.

Das Problem, das hier mit der Zeit seiner Lösung entgegenreift, kann kurz in dem einen WortIapa n zusammengefaßt werden. Die Expansionsbedürfnissi dieses Landes drängen mit unfehlbarer Sicherheit über kurz oder lang zu Konflikten mit den Ländern, die sich durch diese Bedürfnisse in ihrer wirtschaftlichen Weiterent­wickelung und Erhaltung ihrer Rasse bedroht siihlen, das sind Amerika, Aeuseeland und Australien. Aus dieser Konstellation ergiebt sich ganz zwangsläufig das Zusammengehen der beiden großen angelsächsischen Staatsgebilde.

Wie immer, wenn etwas Drohendes in der Luft schwebt, ist auch wegen dieses Problems bereits wiederholt zwischen den Interessenten ver­handelt worden, um zunächst einem friedlichen Ausgleich die Wege zu ebnen. Als wich­tigster Aiederschlag dieser Verhandlungen dürfte der bekannte Fünf-Mächte-Dertrag vom 6.Fe­bruar 1922 anzusehen sein, der sich mit den Rüstungseinschränkungen zur See be- faßt, gleichzeitig aber auch, was jedoch meist weniger beachtet wird, den status quo betreffend der Befestigungsanlagen, iimerhalb eines fest- umriffenen Gebietes, zur Zeit der Ratifizierung des Vertrages, vorsiehi. Anter diese einschrän­kende Bestimmung fällt ebenfalls das für England so äußerst wichtige Hongkong, während Siga- pore bereits außerhalb des Gürtels liegt und somit ganz erheblich an Bedeutung gewinnt.

Abgesehen davon, daß es hier für England gilt, ganz außerordentlich wertvolle wirtschaft­liche Interessen zu schützen, die mit diesem wich­tigen Seehandelswege untrennbar verbunden sind, ist Singapore als ausgebauter Flottenstützpunkt auch von eminent politischer und seestrategischer Bedeutung. Singapore ist Flankenstellung'gegen jede Rord-Süd-Dewegung der japanischen Flotte und deckt somit in ausgiebigstem Maße etwaige japanische Unternehmungen gegen Australien und Reuseeland. Gleichzeitig aber würde es einen Zugriff Japans auf die Riederländischen Be­sitzungen unmöglich machen, welch letztere für Japan im Falle eines Krieges mit Amercka ihrer Oelquellen halber von größter Wichtig­keit sind.

Wenn sich nun in Japan Stimmen gegen Durchführung der von England beabsichtigten De- lestigungsmahnahmen erheben, die darauf Hin­weisen. daß eine derartige Handlungsweise Eng- - lands dem Sinne des Vertrages von Washington t zuwiderlaufe, so dürfte diese Auswirkung für den Realpolitiker nur den Beweis für die' Richtig- keck der hier betätigten englischen Politik liefern.

An sich liegen ganz gewiß für England die Beweggründe für den Ausbau Singapores nicht auf agressivem Gebiete Japan gegenüber, son­dern sind vielmehr als vorausscha'uende Siche- rungsmahnahmen anzusprechen. Andererseits ist natürlich auch das japanische Anbehagen wohl zu verstehen, denn die Chancen Japans werden durch diese Maßnahmen Englands, das mit Sicherheit bei japanisch-amerikanischen Verwicke­lungen auf des letzteren Seite stehen wird, ganz ungeheuer beeinträchtigt. Trotz alledem wird Japan die Tatsache hinnehmen müssen, denn Eng­land bleibt durchaus im Rahmen der ihm durch die Verträge auferlegten Verpflichtungen und bietet somit Japan keinerlei rechtliche Hand­habe für irgendwelches Eingreifen, sei es auch nur die Erhebung eines Protestes.

Inzwischen werden die Dinge ihren Lauf nehmen, der wohl zunächst durch das geschlossene Abkommen zwischen den vier Staaten Amerika, England, Frankreich und Japan für einen län­geren Zeitraum, äußerlich wenigstens, in fried­lichen Bahnen verenden wird. Haben sich die genannten Mächte doch verpflichtet für die Dauer von 10 Jahren, bei Streitfällen untereinander die freundschaftliche Vermittelung der anderen nicht beteiligten Mächte anjurufen. Es liegt durchaus auch im Interesse Japans, das für den Ausbau seiner Wehrmacht zu Lande und zu Wasser manches durchzuführen hat, daß diese erst im Jahre 1932 ablaufende gegenseitige Schpnfrist innegehatten wird: und für die übrigen Machte liegen die Sachen nicht viel anders. Vor­erst aber dürfte Japan aus diesen Abmachungen seinen Ruhen gezogen haben, anläßlich der ganz erheblichen finanziellen wie marüimen Schwä­chung durch die große Grbebenkatastrophe.

das ließ die Beschwernisse des frühen Aufbruchs an einem kühlen, nebligen Sonntagmorgen schnell verschwinden. Die Hoffnung auf schönes, sonniges Herbstwetter erhöhte die reisefrohe Stimmung.

Zuvorkommende Eisenbahnbeamte bemühten sich um die gute .Unterbringung der Sonderzüg- ler. Jeder hatte seinen Sitzplatz in den vortreff­lich geheizten Wagen. Ratürlich wurde in An­betracht des ermäßigten Fahrpreises ^standes­gemäß" gefahren': 2mal2erH. Güte. Aber es waren sämtlich Wagen der neuen Bauart, in denen es sich recht bequem sitzt, und die Hauptsache: der Zug fuhr mit Schnellzugsgeschwindigkeit warum sollte man sich da nicht auch in der 4. Güte wohlfühlen? Pünktlich um 6,31 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Gießen addio! Dicke Rebelschwaden lagen auf der Landschaft, schwer schlug der Rauch der Lokomotive nieder: Aussicht wo bliebst du? In knapp halbstündiger Fahrt war Butzbach erreicht, verhältnismäßig mehr Ausflugsbegeisterte als in Gießen bestiegen den Zug. Knapp zwei Minuten Aufenthalt, wei­ter ging's. Bad-Rauheim brachte sehr star­ken Zudrang, aber alle Fahrtteilnehmer fanden gute Unterkunst, da die Wagen in der Reihen- olge der Stationen besetzt wurden. In Fried­berg noch einmal Halt, der letzte Rest aus Oberhessen stieg ein, und nun gings in rascher Fahrt nach der Mainstadt Frankfurt. Die Rebelschwaden begannen zu weichen, Frau Sonne lugte freundlich durch das Wolken- und Rebel- meer, die Hoffnung der AMlügler auf einen guten Tag stiegen immer froher empor. Kurz vor 8 Ubr in Frankfurt: hier wurde der große Zugteil für hie Frankfurter Mitfahrenden an- gehängt, und wenige Minuten nach 8 Uhr gings mit etwa 1000 Ausflugreisenden los. Durch den in herbstlicher Farbenpracht grüßenden Frank­furter Stadtwald, durch die sonnenbestrahlten Fel­der ging's gen Darmstadt, wo gegen 81/3 Albr die Darmstädter Teilnehmer die letzten freien Plätze im Zuge belegten. Verheißungsvoll lachte die Sonne vom blauen Himmel bei der Ab­fahrt aus der hessischen Hauptstadt, mit froher Spannung sah man einer genußreichen Fahrt an der Bergstraße entgegen abermit des Ge­schickes Mächten ..." Etliche Stationen hinter Darmstadt verschwand die Sonne, die Aussicht wurde trüber, und gar schnell war der Zug wieder von einem dicken Rebelmeer umfangen, das die Schönheiten der Bergstraße verhüllte. In Bensheim gab's eine programmwidrige Fahrtunterbrechung, da ein Wagen sich heiß- gelaufen hatte und deshalb aus dem Zug entfernt werden muhte. In militärischer Schnelligkeit ging die Umgruppierung" vor sich und wenige Minu­ten später ging die Fahri durch das Rebelmeer weiter, lieber Fri-e d r ichs s eld ging's nach Schwetzingen, dessen berühmten, im Ver­sailler Stil angelegten Schlosspark man leider keinen Besuch abftatten konnte. Hinter dieser Stadt nahm erfreulicherweise auch das Rebel­meer fein Ende, strahlend lachte die Sonne wieder hernieder, wolkenlos blaute der Himmel. Bald tauchte Karlsruhe vor uns auf, in dessen Straßen sonntäglich gekleidete Menschen ihren frohen Vormittagsspaziergang im Herbstsonnen­schein machten, lieber Rastatt und Baden- Oos ging's nun dem Reiseziel Baden-Ba­den zu, wo die Ankunft gegen i/212 Uhr mittags erfolgte. Herrliches Wetter brachten die Reisen­den mit und behielten es auch für den Rest des Tages.

Baden-Baden. Ein Zauber für die Werktags-Menschen. Diese treibt nicht das Ver­langen dergroßen Welt", die überalldabei fein muh"; sie wollen nach der Woche Last und Mühen am Sonntag lediglich Erbauliches, Schö­nes genießen, aus dem sie Kraft schöpfen können zu neuem Schaffern Und dieses Schöne, Stär­kende bietet Baden-Baden in seltener Voll­kommenheit. Ein prächtiges Städtebild, sieund- liche Bewohner, in gemütlichem Dialett den Fremdling orientierend z. B. de Driefkaschte isch am Hotel Hirsch vortreffliche Stätten I

Es besteht kein Zweifel darüber, daß die Erfindung des homogenen Resonanzbodens der

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