Feuer am Nordpol.
Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Bon Karl-August von Laffert.
.68 Fortsetzung. (Nachdruck oerboten.)
England steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Erhaltung und endgültige Bewahrung des Friedens die wichtigste Forderung aller einsichtigen Politiker sein m»ß. Sie bietet daher Frankreich trotz allem, was vorgefallen ist, die Hand zur Versöhnung und fordert zu einem neuen Friedenskongreß auf, der diesmal allen Völkern der Erde die so lang ersehnte engültige Ruhe geben wird."
Berlin. Das Gesamtministerium hat sich zu einer wichtigen Sitzung im Palais des Reichskanzlers vereinigt. Gegenstand der Beratung bildet die bedrohliche außenpolitische Lage. Es verlautet, daß der Reichstag noch heute zu einer Nachtsitzung zusammentreten wird. Sobald der Ministerrat beendet ist, wird der Außenminister im Reichstage zur politischen Lage das Wort ergreifen. Die Regierung verbreitet durch das Wolff-Bureau folgende Kundgebung:
„Das in den schärfsten Tönen gehaltene englische Ultimatum läßt die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen beiden Staaten erkennen. Für Deutschland kann es in diesem Augenblick nur eine Losung geben: Besonnenheit und Ruhe. Unsere militärische Ohnmacht verbietet uns, selbst in Worten die Partei eines der beiden Gegner zu ergreifen. Die Regierung sieht sich daher genötigt, für das ganze Reichsgebiet den Ausnahmezustand zu verhängen, demzufolge alle öffentlichen Versammlungen und Kundgebungen verboten sind. Wir erwarten von der Besonnenheit der Bevölkerung, daß sie unsere schwierige Lage nicht Noch vermehrt, sondern ruhig und gefaßt die kommenden Ereignisse abwartet. Der Reichskanzler."
13.
Funkentelegramm an Betriebsleitung in Platinia.
Petrolea, den 23. Mai nachm.
„Durch einen schweren Betriebsunfall in der Eistunnelbahn kamen heute morgen der Präsident
von Nova Thule, Herr Sanders, außerdem der erste Direktor, Herr Nagel, sowie drei andere deutsche Beamte ums Leben. Bestimmungsgemäß übernimmt Herr Stratoff vorläufig die Regierung des Landes, bis ein neuer Präsident erwählt worden ist. Flugzeug mit weiteren Nachrichten nach Platinia unterwegs. Direktion von Petrolea."
Liebhard befand sich gerade auf der Funkenstation in Platinia, als diese Nachricht einlief. Sofort eilte er zu Kersten, um das Nötige mit ihm zu besprechen. Beide waren sich alsbald einig, daß die Negierung Nova Thules in deutschen Händen bleiben müsse. Das englische Ultimatum an Frankreich war auch in Platinia ausgenommen worden und hatte sogleich den Wunsch äusgelöst, jetzt endgültig die Angliederung an Deutschland auszusprechen. Der unerwartete Tod des Präsidenten und des ersten Direktors sowie Stratoffs Ergreifen der Regie- rungsgew.ilt konnte diesen Schritt aufs ernsteste gefährden.
Beide beschlossen, zunächst Frau Stratoff aufzusuchen, die vielleicht schon Privatnachrichten ihres Mannes erhalten hatte.
Sie trafen die junge Frau in ihrer Wohnung im Verwaltungsgebäude. Liebhard überreichte ihr das Telegramm, ohne ein Wort zu sagen.
Linda las und begriff nicht sofort. Dann fing sie an zu schwanken, so daß Liebhard sie stützen mußte. Doch nach wenigen Sekunden hatte sie sich gefaßt. Tiefblaß, mit dunkelblitzenden Augen rief sie:
„Ist das wahr?"
„Wir wissen es nicht", antwortete Kersten.
„Das ist Stratoffs Werk", flüsterte Linda leise.
„Vielleicht ist doch noch einer oder der andere gerettet", meinte Liebhard, nur um etwas Tröstliches zu sagen.
Linda versank in kurzes Brüten. Dann fuhr sie auf:
„Nein, es ist wahr. Schon diesen ganzen Morgen fühlte ich die Ahnung eines kommenden Unheils. Und feit Stunden ist es mir, als wenn eine Stimme aus weiter Ferne mich riefe. Es ist die Seele des Gemordeten, die mich zur Rache ruft."
„Warum glauben Sie an keinen Unglücksfall, sondern an ein Verbrechen?" fragte Liebhard.
„Weil ich Stratoff kenne und um seine Pläne wußte. Aber er hatte mir geschworen, keine Ge
walt anzuwenden. Ich fürchtete daher nicht für das Leben von Sanders und Nagel, die ich im übrigen mehrfach warnte."
„Dann heißt es rasch handeln!" rief Kersten.
„Was wollen Sie beginnen?"
„Ich fliege sofort nach Petrolea."
„Allein?"
„Die vier unversehrten Kampfflieger nehme ich mit!"
„Das genügt nicht", sagte Linda. „Zuvor müssen wir die hiesige russische Schutztruppe entwaffnen. Sie ist mit Stratoff im Bunde."
„Besser ist es", stimmte Liebhard zu.
„Gut, machen wir ein Ende mit dieser russischen Gesellschaft!" rief Kersten. „Ich werde Günther den Auftrag geben, die Russen zu umzingeln lind zur Waffenabgabe aufzufordern. Sie, Liebhard, steigen sofort mit den Kampffliegern auf und kreuzen iiber den Werken, um allen Eventualitäten vorzubeugen." Er wandte sich an Linda. „Sobald es geschehen ist, erhalten Sie Mitteilung."
Liebhard und Kersten eilten davon.
Da war es um Lindas Fassung geschehen. Sie sank zusammen und brach in verzweifeltes Weinen aus. Plötzlich fuhr sie empor. Ein russischer Flieger trat ein und überreichte einen Brief Stratoffs. Sie riß ihn auf und las:
„Die Ereignisse gingen schneller, als es vorgesehen war. Bevor ich zur Verhaftung der Deutschen schreiten konnte, fielen sie einem Unglücksfall zum Opfer, an dem ich völlig unschuldig bin. Ein Zug der Tunnelbahn, in dem sich Sanders und Nagel befanden, verunglückte durch Explosion des Kraftwerkes. Eine Rettungskolonne kam zu spät und fand die Eingeschlossenen bereits erfroren.
Nun heißt es für uns, handeln. Ganz Petrolea ist bereits in meiner Hand Nach Verhaftung der übrigen Führer wagten die deutschen Arbeiter keinen Widerstand. Leider habe ich nur 40 zuverlässige bewaffnete Leute bei mir, da die ganze Schutztruppe ja in Platinia weilt.
Bitte, setze Dich sofort mit Krasnin in Verbindung. Er erhält mit dem gleichen Flugzeuge ebenfalls feine Instruktionen. Es handelt sich darum, sowohl die Kampfflieger in unseren Besitz zu bringen als auch die deutsche Schutztruppe zu entwaffnen. Beides wird nicht allzu schwer sein, da die Leute sich gewiß ahnungslos in ihren Unterkunftsräumen
befinden. Mit den paar bewaffneten Posten wird man leicht fertig.
Sobald Platinia in der Hand unserer Schutztruppe ist, erwarte ich einen Funkspruch, worauf ich sofort dorthin komme. Ich wagte cs nicht, Petrolea zu verlassen, weil die Deutschen hier ja in zehnfacher Ueberzahl vorhanden sind und nur durch die Furcht gebändigt werden. Wenn Ihr rasch und energisch zugreift, so muß es gelingen. Wir sind dann die selbständigen Herren von Nova Thule und werden es uns noch sehr überlegen, ob ein Anschluß an Rußland überhaupt in unserem Interesse liegt.
Alexander.
Linda blickte auf.
„Haben Sie den Befehl für Krasnin bereits überbracht?" fragte sie den Flieger.
„Ich wollte zunächst mit Ihnen reden."
„Das war auch besser. Bleiben Sie jetzt hier und nehmen Sie ein kleines Frühstück ein. Ich werde Krasnin zu mir bitten, damit wir alles in Ruhe besprechen können."
„Aber ich habe Befehl, aufs schnellste zu handeln."
„Es läßt sich gar nicht schneller nwchen, als wenn wir mit Krasnin alles hier besprechen."
Sie klingelte. Ein Diener trat ein.
„Rufen Sie Herrn Krasnin an. Ich lasse ihn bitten, in einer dringenden Angelegenheit sofort hierherzukommen."
Als der Diener verschwunden war, wandte sie sich aufs neue an den Flieger:
„Nun müssen Sie mir rasch von den Ereignissen in Petrolea erzählen, soweit ich nicht bereits durch die Briefe meines Mannes unterrichtet bin. Zunächst interessiert mich, auf welche Weise Sanders und die übrigen deutschen Führer umkamen."
„Für den heutigen Tag war der bewußte Handstreich geplant", begann der Russe. „Daher lag uns daran, die deutschen Führer möglichst zu entfernen. Herr Stratoff hatte zu diesem Zwecke einen Streik der russischen Arbeiter in Ferreata veranlaßt. Und was wir hofften, geschah. Sanders, Nagel und drei der leitenden deutschen Ingenieure bestiegen die Eistunnelbahn nach Ferreata. Um ihre Rückkehr zu verhindern, bemächtigten wir uns der Kraftstation, die die Bahn mit Strom versorgt. Bei dieser Gelegenheit wurden auf noch ungeklärte Weise die Dynamomaschinen gesprengt." (Fortsetzung folgt)
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Am 5. Juni 1925 bei der Firma Elisabeth Schott in Gießen: Die Prokura des Heinrich Schott in Gießen ist erloschen.
Am 11. Juni 1925 a) die Firma Günther & Weih in Gießen. Gesellschafter find die Kaufleute Ludwig Günther und Wilhelm Weih, beide in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 2. März * 1925 begonnen: b) die Firma Ingenieur , Richard Güngerich & Co. in Gießen. Gesell- 1 schafter sind Ingenieur Richard Güngerich - und Bildhauer Ludwig Güngerich, beide in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 13. März 1925 begonnen: c) bei der Firma Geschwister Mühlstein Gießen: Die Firma ist erloschen.
Gießen, den 12. Juni 1925. [6020B
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Am 1. Juni 1925 bei der Firma Bereinigung Hessischer Bauxitgruben, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen: Heinrich Burckhart in Gießen ist als Geschäftsführer aus der Gesellschaft ausgeschieden. Ferner wurde eingetragen bei der gleichen Firma am 11. Juni 1925: Durch Beschluß der Gesellschafter vom 27. März 1925 ist das Eigenkapital auf 32500 Reichsmark umgestellt worden. § 4 des Gefellschastsvertrags ist geändert. Unter dem gleichen Datum wurde eingetragen a) bei der Firma Oberhessische Grubengefellfchaft mit beschränkter Haftung in Gießen: Der Sitz der Gesellschaft ist von Frankfurt a. M. nach Gießen verlegt; b) bei der Firma G. Adolf Montag & Co., Spezialtapetenhaus, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen: Die Ge- fellfchaft ist durch Beschluß der Gesell-
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