Ausgabe 
17.6.1925
 
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) unbedingt der Krieg.

) nein! Darüber wird überhaupt nicht ge­redet.

geht nicht! Sie sollen das erst bei den an­deren Großmächten durchsetzen.

-°) ja.

Schlußbemerkung des Kaisers:

Braso! Metternich! Hat seine Sache sehr gut ge­macht, bis auf einen Punkt, der die Hauptsache bildet: der Botschafter hat es ganz übersehen, daß es ihm nicht zustand, wenn auch gänzlich unverbindlich und nur als seine Privatmeinung, dem unverschämten Ansinnen der Engl.sischens Minister, ihre Friedlich­keit von der Verringerung unserer Wehrmacht zur See abhängig zu machen*). Damit hat er sich auf eine schiefe Ebene begeben! Das tut mir für ihn sehr leid. Es muß ihm bedeutet werden, daß mir ein gutes Verhältnis zu England um den Preis des A u s b a u s der Flotte Deutschlands nicht erwünscht ist. Wenn England uns nur seine Hand in Gnaden zu reichen beabsichtigt unter dem Hinweis, wir müßten unsere Flotte einschränken, so ist das eine bodenlose Un­verschämtheit, die eine schwere Insulte für das deutsche Volk und seinen Kaiser in sich schließt, die a limine vom Botschafter abgewiesen werden mußte! Mit demselben Recht können Frankreich und Ruß­land bann neue Einschränkungen unserer Rüstungen zu Lande fordern. Sobald man unter irgendeiner Firma eine m fremden Staate erlaubt, in die eigenen st ungen hineinzureden, so dankt man ab, wie Portugal und Spanien. Die deutsche Flotte ist gegen niemand g_e b n u t und auch nicht gegen England! Sondern nach unserem Bedürfnis, das ist ganz klar im Floltengesetz gesagt und seit 11 Jahren unbeanstan­det geblieben' Dies Gesetz wird bis ms letzte Tüttel­chen ausgeführt, ob es den Briten päßt oder nicht, ist egal! Wollen sie den Krieg, so mögen sie ihn anfangen, wir fürchten ihn nicht'

*) Hier fehlt dem Sinne nach ein Wort: zu er­gänzen wäre etwagleichsam zuzustimmen".

Aus der Provinz.

Landkreis Gictzen.

!*! Klein-Linden. 16. Juni. In der jüngsten Gemeinderatssihung wurde be­schlossen, dem 1913 verstorbenen Lehrer Karl Karcher, dessen Angehörige verzogen sind, ein Denkmal auf seinem Grabe za errichten mit der Inschrift:Ihrem ehemaligen Lehrer die dankbare Gemeinde Klein-Linden."

Grünberg. 16. Juni. Am Sonntagnach­mittag hielt hier der Vorsitzende des Ober- Hess. Bienen züchterverein s, Lehrer Buh-Leihgestern, einen zweistünd'gen Vortrag. Der Besuch aus Grünberg und Umgegend war gut. Zunächst machte der Redner Mitteilungen über die am 11., 12. und 13. August stattfindende Ausstellung in Darmstadt, und betonte die Wichtigkeit dieser Ausstellung, die voraussichtlich von 10 000 Mitgliedern besucht werden wird. Hierauf sprach er über die Behandlung der Völker, des Bienenhonigs, der Königin, der Schwärme, über Haftpflichtversicherung und sonstige Angelegenheiten der Bienenzucht. Bei der Holzversteigerung am Samstag aus den fiskalischen Waldungen wurden durchschnitt- kich folgende Preise per Raummeter gezahlt: Buchenscheitcr 1. Kl. 11 Mk.. 2. Kl. 9 Mk., Kpüppel 7 Mt., Cichenscheit 8 Mk., Gichenrund- holz 6 Mk.. Knüppel 5 Mk.. Fichten- undKiefern- iknüppel 5 Mk., Buchenstockholz 2,50 Mk, Kiefern- Ttockholz 1 Mk. und Buchenreisig 1,50 Mk.

Kreis Friedberg.

» 6 Sriebberg, 16. Juni. In der Zeit vom

22. Juni bis 11. Juli findet hier auf Veran­lassung des Landesamtes für das Bildungs­wesen ein Lehrgang für Schulturnen, Sport und Spiel statt, an dem Lehrer aller Schulgattungen teilnehmen werden. Leiter ist Oberreallehrer K l ö s von der hiesigen Augusti­nerschule.

sf. Friedberg, 16. Juni. Gestern abend kehrte das in weiten Kreisen rühmlichst bekannte, unter Leitung des Herrn Hermann Honstein stehendeFriedberger Doppelquartett" von seiner Sängerfahrt nach dem Gesangswelt­streit in R ü d e s h e i m o. Rh. preisgekrönt zurück. Trotzdem es in scharfer Konkurrenz mit größeren Vereinen, wie Aachen, Remscheid, Bingen, Essen usw. stand, gelang es der kleinen, aber vortrefflich geschulten Sängerschar, den e r st e n Klassen- preis und im Ehrensingen die zweithöchste Punkt­zahl zu erringen. Wir müssen es mit Genugtuung feststellen, daß der Verein bei allen Gelegenheiten, bei denen er bis jetzt auftrat, mit Preisen bedacht wurde, so daß man den beiden nächsten Veranstal­tungen, am 20. Juni in Büdesheim und am 5. Juli in Heusenstamm, wohl mit den größten Hoffnungen entgegensehen kann. Vor kurzem wurde ein Jdeenwettbewerb für den Neubau des hie­sig" . Polytechnikum" ausgeschrieben: wie nach­träglich bekanntgegeben wird, sind dazu auch außer­halb des Freistaats Hessen wohnende Absolventen des Polytechnikums zugelassen.

Kreis Büdingen.

!! Büdinaen, 16. Juni. Am Sonntag fand in unserem Kreise die Mehrzahl der Bürger- meisterneuwahlen statt. Don den 58 Ge­meinden, die insgesamt neu zu wählen haben, wähl­ten 40. Die Ergebnisse waren wie folgt: A l t w je­de r m u s: Der seitherige Bürgermeister Reichert wurde wiedergewählt. B e l lm u t h desgleichen. Bergheim: Der seicherige Bürgermeister Weitzel hatte sich nicht mehr aufstellen lassen, von zwei Kandidaten wurde Landwirt Komp gewählt. Binds ochsen: Hier waren drei Kandi­daten aufgefteUt. Es erhielten Stimmen: Gün­ther 106, Klee 83, Maul 75. Do keiner der Be­werber mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stim­men auf sich vereinigte, muß demnächst eine Stich­wahl obgehalten werden. Bingenheim: In

dem sonst so ruhigen Orte waren noch und nach fünf Kandidaten aufgestellt worden. Der seitherige Bürgermeister erhielt 176 Stimmen, Karl Müller 76, Wilh. Kaspar Bauer 58, Adolf Luther 28 und Adolf Müller 26 Stimmen. Wenig hätte gefehlt, so hätte der alte Bürgermeister S ch u lg t h e i ß be­reits im ersten Wohlgang die absolute Stimmen­mehrheit erreicht. Die Stichwahl soll bereits am nächsten Sonntag stattfinden. Bisses: Der seitherige Bürgermeister Spengler mürbe wie- dergewählt. Bleichenbach: Auch hier wurde der seitherige Bürgermeister N a u m a n n einstimmig wiedergewählt. Der Wiedergewählte führt das Amt seit 24 Jahren. In Blofeld wurde Bürgermeister Schäfer einstimmig, in Bösgesäß Bürgermstr. Michel, in Borsdorf Bürgermeister Wid- d er s he im, in Büches Bürgermeister Geiß, in Bu r g b r a ch t Bürgermeister S ch e r p f und in Calbach Bürgermeister Bähr wiedergewählt. D a u e r n t) e i in: Hier war als Gegenkandidat gegen den seitherigen Bürgermeister Herrnbrodt der derzeitige Beigeordnete G o r r ausgestellt. Herrn­brodt wurde jedoch wiedergewählt. Die­bach a. H.: Anders war es hier. Der seitherige Bürgermeister G e r t h unterlag dem Gegenkandi­daten Ruhl, der mit 87 Stimmen als Sieger her­vorging. Dudenrod: Auch hier wurde der seit­herige Bürgermeister 91 o s nicht wiedergewählt. An seine Stelle tritt P. Nagel. Echzell: Hier kommt es demnächst zu einer Stichwahl zwischen dem seitherigen Bürgermeister Schultheiß und dem Gegenkandidaten Reuß. Eckartsborn: Auch diese Gemeinde erhält einen neuen Bürger­meister in M. Storck, der 179 Stimmen erhielt. In Effolterbach wurde Bürgermeister Lenz, in Gelnhaar Bürgermeister Burlein, in Glauberg Bürgermeister K och , in H e u ch e l - heim Bürgermeister Krug, in Hirzenhain Bürgermeister Hensel, in Hitzkirchen Bürger­meister Ullrich, in Kefenrod Bürgermeister R e u tz e l und in Lange nbergheim Bürger­meister Bähr wiedergewählt. L o r b o ch: In dieser Gemeinde waren drei Stanbibaten aufgestellt. Wäh- renb der seitherige Bürgermeister Faust ausschei­ben muß, kommen die beiden anderen in Stich­wahl. Michelau: Der seitherige Bürgermeister Hellwig bleibt. Michelnau b. Nidda: Desgl. Bürgermeister B a ch. N i e d e r - M o ck st o d t: Es findet eine Stichwahl statt, in die der seitherige Bürgermeister Reuther hineinkommt. Bürger­meister B i r k e n st o ck in Ranstodt, der seit 32 Jahren das Bürgermeisteramt führt, und Bürger­meister Schäfer in Ober-Widdersheim wurden wiedergewählt. Selters: Der seitherige Bürgermeister wurde nicht wiedergewählt. An seine Stelle tritt der Landwirt und 9Nolkereibesitzer Sigel. Stockheim: Noch hartem Kampf wurde der seitherige Bürgermeister May erneut gewählt. Ebenso die Bürgermeister Müller- Usenborn und S ch l e u n i n g - W a l l e r n h a u s e n. Bürger­meister Mül le r - Usenborn dürfte jetzt wohl der älteste Bürgermeister unseres Kreises sein. Zum ersten Male verpflichtet und in den Bürgermeister­dienst eingewiesen wurde er am 2. Januar 1884. Seit dieser Zeit führte er die Geschäfte der Gemeinde zu allseitiger Zufriedenheit. Bürgermeister Müller, der jetzt 68 Jahre alt ist, erfreut sich noch immer einer guten Gesundheit. Möge es ihm vergönnt sein, noch lange Jahre die Geschicke Usenborns zu leiten. Wenings: Hier findet Stichwahl statt zwi­schen dem seitherigen Bürgermeister Schmidt und F. R e u tz e l. Die Stichwahlen werden in den betreffenden Gemeinden in Kürze abgehalten wer­den. Die übrigen Gemeinden von den 58 werden noch am 21. und 28. Juni wählen. Gegen die Bürgermeisterwahl in W o l f, die am 7. d. M. statt- fand, ist Einspruch erfolgt, der demnächst den Kreisausschuß beschäftigen wird.

!*! Echzell, 16. Juni. In dem nahen Vingenheim, das durch sein landgräfliches Schloß bekannt ist, befindet sich ein Kinder- heim, dem ab 1. Juli ein Erholungsheim für Kinder des Mittelstandes ange­gliedert werden soll. Zwischen den Kreise Bü­dingen, dem Roten Kreuz und dem Alice-Frauen­verein ist bereits ein Abkommen getroffen wor­den. Vorerst sollen 15 Mädchen im Alter von 6 bis 14 Jahren ausgenommen werden, denen am 1. August Knaben von 6 bis 10 Jahren folgen sollen. Auf diese Weise sollen dauernd wechsel­weise monatlich andere Gruppen Aufnahme fin­den. Man hofft, den Eltern des Mittelstandes, die ihre Kinder nicht in teure Ferienheime sen­den können, hier eine gute und billige Gelegen­heit zur Erholung ihrer Kinder bieten zu können.

L Leibhecken, 16. Juni. Die Gemeinde hat unsere im Kriege abgelieferte Glocke durch eine neue ersetzt, die am Sonntag im Gottes­dienst geweiht und ihrer Bestimmung übergeben wurde. Die Glocke, aus Bronze gegossen wiegt neun Zentner und wurde von der Gießerei Ullrich- Apolda i. Th. geliefert. Unser Geläute hat nunmehr den Zweiklang ascis.

(\ Aus der We11erau, 16. Juni. Die H e u e r n t e ift noch in vollem Gange. Die sonnigen Tage der letzten Woche haben die Arbeiten sehr gefordert und ein Futter von guter Qualität ge­schaffen. Durch die Ueberschwemmungen im ver­flossenen Jahre und Winter haben die tiefgelegenen Wiesen sehr gelitten. Meist haben sich saure Gräser und Schilf gebildet, die als Viehfutter wenig ge­eignet sind. Durch die überaus reiche Kleeernte ist einigermaßen Ersatz geschaffen, vielfach wurde Kleeheu getrocknet. Kartoffeln, Dickwurz und Zuckerrüben Haden sich gut entwickelt, je­doch fehlt ein durchgreifender Regen, der auch für die Entwicklung der Sommerfrucht sehr vonnöten wäre. Die Ob st bäume leiden sehr durch den Raupenfraß, manche Bäume sind fast blätterlos.

[Q Nidda, 15. Imp. Aus dem hiesigen G e - m einberat ist zu berichten: Die Rechnung ber Stabt Nidda pro 1 923, die mit einem Rech­nungsrest von 5240,87 Mk. abschließt, wurde ge­prüft und nichts zu beanstanden gesunden. Des­gleichen wurde der Voranschlag für Rj. 1925 beraten. Der durch Umlage vom bebauten und un­bebauten Grundbesitz und dem Gewerbebetrieb auf­

zubringende Fehlbetrag beziffert sich auf 68 000 Reichsmark (einschließlich der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz), lieber den Verteilungs­maßstab wird nach näherer Weisung des Ministe­riums Beschluß gefaßt. Die Weiterführung der W a s s e r i e i t u n g nach dem Neubau des Philipp Haas und der Edelmannfchen Gärtnerei wurde bedingungsweise beschlossen. Die Einfüh­rung eines U nfallmelbebienftes bzw. des allgemeinen Nachtdienstes beim P o st - amt Nidda ist seit einiger Zeit Gegenstand von Verhandlungen mit her Postverwaltung. Der Ge­meinderat ist ber Ansicht, baß der Einführung des allgemeinen Nachtdienstes ber Vorzug zu geben ist und erklärte sich auch bereit, einen Beitrag zu den lausenden erheblichen Kosten zu leisten. Es müssen zunächst noch Verhandlungen mit den Nachbar- gemeinben und interessierten Teilnehmern ge­führt werben. Einige Anträge auf gänzlichen ober teilweisen Erlaß der Gemeinde- g r u n b ft e u e r für 1924 müssen abgelehnt wer- hben, da für ben Steuererlaß die gesetzlichen Unterlagen fehlen. Es lagen einige Anträge auf Beschaf­fung von Darlehen zur Fertigstellung von Wohnhausneubauten und Abgabe zum Selbstkostenpreis vor. Den Anträgen wurde in zwei Fällen stattgegeben und in einem anderen Falle dem Gesuchsteller empfohlen, das Gesuch im Jahre 1926 zu erneuern, bn die staatlichen und gemeind­lichen Baudarlehen für 1925 vergriffen sind. Der Waldwirtschaft splau für 1926 wurde ge­nehmigt. Das Gesuch um Erhöhung des Fähr­lohnes für den Leichenwagen wurde ab- gelehnt. Ein Fall gibt Veranlassung, darauf zu sehen, daß die Schafweideordnung hinsichtlich der festgesetzten Höchst za hl der von einem Schafbesitzer zur Herde zu treibenden Schafe unter allen Umständen durchgeführt wird. Der bereits erfolgte 'Ankauf von zwei Ziegen­bocklämmern wurde genehmigt, die Stimmer bleiben in Privatpflege bis zum diesjährigen Herbst­markt. Vom l.Juli ob tritt die Nachtwäch­terkontrolle in der früheren Weise wieder ein. Die Bürgermeisterei wurde ermächtigt, die Ar­beiten zur Anlage eines erhöhten Fußsteigs nach dem Friedhof zu vergeben. Die An­kaufskommission für die lebenden und toten Ge­winne der diesjährigen Herbstmarktver- l o s u n g wurde aus denselben Herren gebildet, die dieses Amt im Vorjahr versehen haben. Es kommen zur Verlosung eine Kalbin, sechs Rinder, vier Schweine, vier Ziegenlämmer und 240 andere Ge­winne, wie landwirtschaftliche Maschinen und Ge- brauchsaegenstände. Dem Tierschutzverein für Hessen wurde ein laufender Beitrag von 5 Mark pro Jahr bewilligt und die Anschaf­fung von 10 0 Berlepschen Nisthöhlen für nützlicheVögel beschlossen. Zum Schluß wurde u. n. noch die Anschaffung eines Straßensprengwagens beschlossen.

Kreis Schotten.

L a u b a cf), 15. Juni. Unter zahlreichem Besuch von nah und fern wurde gestern und heute das Laubacher Volksfest, derAus­schuß" gefeiert. Gestern nachmittag um 4 Uhr war Konzert der gutgeschulten Feuer-- wehrkapelle auf^dem Festplah, derHälle", an der Ruppertsburger Straße. Unter den viel- hündertjäbrigen drei gewaltigenBäckerlinden" war wieder der Tanzboden aufgeschlagen, auf dem es munter hin und her wogte: in der an­schließenden Lindenalles und in der Festhalte drängte sich eine fröhliche Menge. In der Rocht von 1 bis 3 wurden die üblichen Ständchen ge­bracht. Heute morgen durchzog das Trommler- und Pfeiferkorps die Straßen und weckte die Schläfer. Von 8 Uhr ab traten die einzelnen Sektionen (13 an Zahl zu je 25 bis- 30 Mann) in ihren Standorten an. Um 9 Uhr sammelte sich die gesamte Mannschaft. Unter dem Kommando des Ausschußhauptmanns, des Stadtrechners Schmidt, bewegte sich der Zug nach dem Schlosse, an der Spitze die kleinsten Mädchen, sodann die Fest­jungfrauen, alle in Weißen Kleidern. Es folgten das Trommler- und Pfeiferkorps des Turn­vereins, hie Feuerwehrkapelle, hierauf die Gaben-(Preis-)träger" und die einzelnen Sek­tionen. In ihrer Mitte fuhr der Wagen mit denVeteranen von 1 8 7 0 (noch 8 an Zahl), denen die Gonterskircher Musikkapelle voraus­ging. Im Schlohhof begrüßte der Ausschußhaupt- mann den Grafen, indem er die allzeit guten Beziehungen zwischen dem Grafenhause und der Stadt hervorhob, und brachte ein dreimaliges Hoch auf das gräfliche Haus aus. Der Graf dankte und führte in längerer Rede die heimat­liche Bedeutung des Festes aus. Sein Hoch galt der lieben Heimatstadt. Umrahmt war diese eigen­artige, altehrwürdige Feier, die auf alle Teil­nehmer, insbesondere aber auf die zahlreichen Fremden, die zum erstenmal dieses Fest sahen, einen tiefen Eindruck mochte, von zwei ernsteren Musikstücken. Unter den Klangen desRadehki- Marsches" zog hierauf die Mannschaft durch die Hauptstraßen zum Festplah. Hier begann sofort das P reis schießen. Die Festteilnehmer aber ließen sich in den Hallen nieder und widmeten sieb dem Genüsse eines Frühtrunks und der be­rühmtenLaubacher Würstchen". Das Wetter war günstig.

* Freienseen, 15. Juni. Wilhelm August Im weit wurde mit 325 Stimmen (drei waren ungültig) zum dritten Mole e i n st i m m i g zum Bürgermeister wiedergewählt, ein schö­nes Zeugnis für den Gewählten wie für die Wähler.

* Gedern, 16. Juni. Die Wiederwahl unseres seitherigen Bürgermeisters Otto Müller gestaltete sich am Sonntagabend für unsere Ge­meinde zu einem Festakt. Der weitaus größte Teil der Wählerinnen und Wähler hatte es sich nicht nehmen lassen, unserem hochverdienten Bür­germeister ihre Anerkennung und ihren Dank für sein seitheriges, rastloses Wirken für das Wohl and das Ansehen unseres Städtchens dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß sie ihn auch für die kommenden sechs Jahre zu ihrem Ortsober­

haupt erwählten, so daß er von 977 gültig abgegebenen Stimmen 976 auf ssch vereinigen konnte. Gewiß auch ein schöner Beweis von der Einigkeit unserer Ortseinwohner. Bei Schluß des Wahlaktes hatten sich vor dem Wahllokal fast sämtliche Wähler versammelt, um das Wahlresultat mit großem Jubel entgegenzu­nehmen. Gleich nach Bekanntwerden des Re­sultats wurde der übliche Baum eingeholt sechs­spännig mit Vorreiter - . an der Spitze die Musikkapelle und der Radfahrerverein mit ge­schmückten Rädern. Rachdem Gemeinderat G e r - I a ch dem Wiedergewählten die Glückwünsche der Gemeinde und des Gemeinderats zum Ausdruck gebracht hatte, dankte auch der Präsident des Gesangvereins Liederkranz dem Bürgermeister für sein reges Interesse an dem hiesigen Vereins- Wesen: der Gesangverein sowohl als auch der Musikverein ehrten das Ortsoberhaupt durch einige schöne musikalische -Vorträge. Der Bürger­meister dankte allen in bewegten, herzlichen Worten und versprach, auch fernerhin seine ganze Persönlichkeit für das Wohl und das gedeihen unseres aufblühenden Städtchens einzusehen.

Kreis Alsfeld.

!! Alsfeld, 16. Juni. Am 3. August-ver­anstaltet die hiesige Vereinigung ehe­maliger 116er einen Blumentog. Der Reinertrag soll dem Denkmalfonds für den in Gießen zu errichtenden Regimentsgedenkstein für die gefallenen 116er überwiesen werden.

Kreis Lauterbach.

Schlitz, 16. Juni. Die hiesige Real­schule i. C., die als Höhere Bürgerschule am 1. Mai 1900 gegründet worden ist, feiert am 27. Juni ihr 25jähriges Bestehen als Höhere Bürgerschule durch einen schlichten Fest­akt, an dem ehemalige Schüler und Lehrer in größerer Zahl teilnehmen werden. Die ersten ordentlichen Lehrkräfte, die an der Anstalt wirk­ten, waren Frl. Schneegans (jetzt hier im Ruhestand lebend), Dr. Flechsenhaar (jetzt in Frankfurt a. M.), Reallehrer Zöll (jetzt im Alzey). Reben ihnen war noch der aus dem Lehrerberufe hervorgegangene, leider zu früh ver­storbene Dekan Schmidt eine äußerst geschätzte Hilfslehrkraft. Eine Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande ift auch hier ins Leben gerufen worden: 26 Mit­glieder traten sofort bei. Ihre Zahl wird sich noch wesentlich vermehren. Eine umfangreiche Werbe» arbeit für den guten Zweck ist geplant.

Starkenburg und Rheinhessen.

o.Darmstadt, 16. Juni. Wie wir hören, hat die hessische Regierung dem (Ein- spruck der Technischen Hochschule gegen die Eroauung einer elektrischen Straßen­bahn durch die Hochschulstraße stattgegeben. Die Führung der elektrischen Bohn nach dem soge­nannten Martinsviertel wird deshalb nicht, wie von der Hess. Eisenbahn-Aktiengesellschaft (Heag) beab- ichtigt, durch die Hochschul-, Pankratius-und Wenck- traße, sondern durch die Steinheimer Straße zwi- chen der Dieburger Straße und dem Ringplatz er- eigen. Diese Linienverschiebung hat noch für sich, daß sich die Baukosten herabmindern, die Fahr­zeit verkürzt wird und einige beträchtliche Vorteile entstehen. Bekanntlich gipfelte der Einspruch der Hochschule darin, daß bei einer Linienführung durch die Hochschulstraße (an der Südfront des physika­lischen und des elektrotechnischen Instituts vorüber) jede Feinmessung des luftelektrischen Feldes und jede genauere Untersuchung über den Empfang elek­trischer Wellen in den Laboratorien unmöglich ge­macht würde.

* Darmstadt, 16. Juni. Das Flugzeug Mohammed" der Akademischen Fliegergruppe in Darmstadt hat den Preis der Stadt Halle in Höhe von 1000 Mark bekommen. Heute mittag ertrank im Woog ein 18jähriger Mann aus Düsseldorf. Angeblich soll er des Schwimmens kundig, aber im Wasser von einem Unwohlsein befallen worden fein.

Mainz, 16. Juni. (WTD.) In Wörr­stadt riß bei einer Vorführung eines Draht- seilkünstlers das Seil. Der Künstler stürzte ab und wurde mit schweren Verletzungen in das hiesige Krankenhaus eingeliefert.

Heffen-Nafsau.

# Königsberg, 15. Juni. In Hohen­solms fand gestern der Wollmarkt statt, der mit einer Tierschau und Prämiie­rung der Tiere aus den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf verbunden war. Der Auftrieb geschah aus der nächsten Umgebung, die Züchter brach­ten meist recht gutes Material zur Stelle. Die meisten und vielfach schönsten Tiere wurden von Landwirten aus Wilsbach im Kreise Bieden­kopf vorgeführt und konnten in vielen Klassen die ersten Preise holen. Die Devölkenmg der nahen Umgebung hatte sich reichlich eingefunden, so daß schon zu Anfang reger Betrieb herrschte. Die weitere Umgebung hatte sich am Tierschau- fest schlecht beteiligt; z. D. Rodheim a. d. Bieber, Hermannstein, Waldgirmes, Rennheim und Blas­bach. Hoffentlich bringt das nächstjährige Tier- schaufest, das im Kreise Biedenkopf stattfinden soll, eine regere Beteiligung.

spd. Frankfurt a. M., 16 Juni. In der von allen Fußgängern wegen der Autogefahr ge­fürchteten Offenbacher Landstraße in Oberrad trug sich heute früh abermals ein folgenschweres Automobilunglück zu. Die Ehefrau Paula Mar schänd aus dem Hahnenweg wollte eine vor dem Polizeirevier haltende Stra­ßenbahn besteigen, als ein Automobil in rascher Fahrt von hinten sich näherte und links an der Straßenbahn vorbeifahren wollte. Dabei wurde die Frau umgerissen, überfahren und an den Beinen so schwer verletzt, daß diese wahrscheinlich abgenommen werden müssen. Die im Augenblick zusammenströmends Menschenmenge versuckte den Wagenführer zu lynschcn. Rur dem raschm D?zvischentreten zahl­reicher Polizeibeamten gelang es, den Mann in

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