Ausgabe 
17.3.1925
 
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(WB.) Die hiesigen

m-

unb Liebhaber, die die neue Sorte bei

sich

a g t e ihre Berufungen

men vier

23. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

von fremde,! Deut' erst

Gleich war sie fort und holte beides herauf.

Du Schnippel! Du weit

wo d-u hinzu-

genug.

(Fortsetzung folgt.)

wollt hi selber mit Euch wir miteinander abge-

idenn das Blut hervor.

Drunten hn im Schrank noch Mullbinde würde

müssen.

Hanau, 16. März (WB.) Die hiesig« Diamantschleifer find heute wegen Loh differenzen in den Streik getreten. 3m ganzen streiken etwa 400 bis 500 Arbeiter.

Schulsaal, fiel ihm ein, la«; ein wenig Watte. Auch eine sich da finden.

£ d Bei! veiHöchs? migK öen c wit einem I Wt. so t für 1923/24 tourbi die ! Oltobet 19 bilanj betrat toark, denen i Wetfkben Echtmart titele sich i ^en des Q M ein irteöigcnbeß

ge^n hast."

Vater!" schrie sie verzweiflungsvoll. 1 Seine Fühc stampften den Boden-

3a. das fein ich."

iinb ich must das hören?"

Wann's Zeit wär, schwätzen. DaL hatten macht.'

Seifig lch von

Während sie die Wunde aufs neue wusch und verband, beschloß sie, Weilandt noch nicht zu "lr und dem Voler vor»

Der Peter packte die Marie am Arm, zerrte sie in die Stube und schrie: ..Alleweil will ich Klarheit, seist du mit dem Flappch versprochen oder net ?

3eht, wo Weilandt d'e schwere Kränkung erlitten, wo -es seine Sache zu führen galt, ver­meinte sie ihrer Schweigepflicht enthoben zu sein.

Ich sein mit keinem Flappch net ver­sprochen." sagte sie. ihre Ruhe bewahrend.

Der Peter trat nahe an sie heran. Aus seinen Augen sprühten Finken-

Aber mit dem Lehrer seist du versprochen, gelle?"

auch Die '.sorftarning oes zur <jeu tn Preunges­heim befindlichen Althändlers Heinrich M v o tz aus Weylar angevrdnet, der in diesem Prozess ebenfalls als Haupträdelsführer angeklagt ist, sich aber seinerzeit durch Flucht seiner Aourtei- lung zu entziehen verstand und erst vor einiger Zeit verhaftet werden konnte. Das Verfahren gegen ihn wird später erledigt werden-

ES klopfte. Er fuhr auf. Würden sie ihn bis in die Stube verfolgen? Von d.esen Raufbolden konnte man alles erwarten. Rur zu! Er würde sein Leben teuer verlaufen.

Es pochte wieder.

Sercinl

Die Tür öffnete sich Auf der Schwell« er« schien die Marie.

Er wollte feinen Augen nicht trauen.

Du bist's, Marie?"

Sie sah die Wunde an seiner Stirn, sah baS blutüb rst römte Gesicht und st eh einen Schreckens ruf aus-

3a, Marie, so haben sie mich zugerichtet!"

Herr 3esseS im Himmel! Du Armer, du Lieber!"

3n diesem Augenblick hatte fto all ihr Leid vergessen, zerging in Erbarmung und Mitgefühl- Helf en, nur helfen wollte sie dem, der ihr der Liebste war auf der Welt.

Sie lief hinaus. Brachte Wasser herbei. Tauchte ihr Sacktuch hinein und wusch ihm (Stirn und Gesicht.

Du Armer, du Lieber! Wann'S nur net schlimm isl"

Ach, was du denkst! 's ist nicht schlimm"

An der Wand hing ein Handtuch. Das legte sie ihm um die Stirn.

3ch hab sonst immer Verbandzeug tu; Kasten/ sagte er.Gestern hab ich das letzt« dem Lipps Menz gegeben."

sagen, was zwischen ibi ___ _

fallen. Es würde ihn ganz. durcheinander bringen. Sie blieb ja bei ihm. Hatte er sich erst ein bißchen erholt, erfuhr er'S Immer noch früh

älnd du glaubst, du kragst den Schlicher, der das ganze Dorf verruiniert hat?"

He is fein Schlicher und bat das Dorf net verruiniert. Daß die Kass' kaputt is, sollen die verantworten, die Aufsichter drüber gewesen sein."

Daß sie bei ihrem Trotz Vorstanb Ätzd Auf- fichtsrat und dab'i auch ihn der Schuld an öem allgemeinen ilnglüd zieh, goß Del aufs Feuer und steigerte seine Wut-

Du miserabel Person!" beschimpfte er sie. Mit deiner frechen Schnut steckst du bei mir nix aus!"

3ch sag's, wie's is," sprach sie aufs tiefste verletzt. ..Dessentwegen fein ich noch lang keine miserabel Person. Das lass ich mir von Euch net bieten. Was zuviel is, is zuviel. Ich hab so viel heruntergeschluckt. Alleweil hat's geschnappt!"

Sie hielt inne Ihr Ottern ging heftig. Ihr Gesicht war von roter Glut übergossen.

Ich hab nie net gebeult, daß ich anderster wär wie die andern " fuhr sie fort.Ich sein mein eignen Weg gegangen. Ja. Demwegen hall' ich nix BoseS im Stroh- Ihr, Vater, habt hinter

Die Wunde muhte doch wohl tiefer reichen, rieselte unter dem Handtuch

Die Oberwälder

Roman von A l f r e d D o ck.

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Telegramm an oas Hess. Ministerium für Arbeit und Wirtschaft:

Die in Gießen versammelten ober hessischen Mitglieder desReformbundes der Gutshöfe" er­warten dringend eine weitere Offen Haltung der Rotstandskreditkontingente für Saaten-, Dünger­und Futterbezug zur Abwendung unübersehbarer Schädigung der Frühjahrsarbeit."

Rach Erledigung der übrigen Punkte der Tagesordnung, die ebenfalls im Kreis der Ver­sammlung regeS Interesse und Teilnahme fanden, konnte der Versammlungsleiter unter nochmaliger Aufforderung an die Mitglieder des Verbandes zu reger aktiver Teilnahme an den Aillgabcn und Arbeiten deS Bundes, die durch die Wahr­nehmung der elementarsten Interessen dec Land­wirtschaft zum Ziele haben, die Versammlung schließen.

Hessisches Landestheater.

Wie an anderen süddeutschen Theatern, ga­stierte auch zu Darmstadt die Mailän­der Opern-Stagione. und zwar mit Rossinis'Barbier von Sevjl la". Der Gesamteinoruck war im ganzen güpftig, und das Publikum nahm die Darbietungen der Gaste mit lebhaftem Beifall auf. Die Leistungen zeigten bei einzelnen Mitgliedern der Truppe ein her­vorragendes Können, z. D. bei dem Basilio von Albino Marone, dem Figaro von Riccardo Bo­nelli und dem Doktor Dartolo von Michele Flore. Die anderen erhoben sich nicht über den Durch­schnitt. Wenig befriedigen konnten im allgemei­nen die Verkörperung der Rollen: wohl gab es viel Bewegungen und manchmal auch ein leb­haftes Spiel, es fehlte aber jeder Humor in der Darstellung. Das Gastspiel dürfte, wenn es richtig gewertet wird, nicht ohne Ruhen für unsere Bühne gewesen fein. War hier eine ge­radezu possenhafte Wiedergabe desBarbiers von Sevilla" üblich so hatten die italienischen Gäste diesem musikalischen Lustspiel den Stempel einer groben Oper aurgebrüdt; die richtige Dar­stellung dürfte hier in der Mitte liegen. Ins­besondere wäre es für unsere Bühne nötig, den Text von Zusätzen und Albernheiten zu befreien. Auch unsere Sänger können bei rechter Würdi­gung der italienischen Kunstleistungen gar man­ches für ihre Gesangstechnik lernen. E. D.

Die Wetzlarer Plünderungen vor Gericht

Große Strafkammer Wetzlar.

2 Wetzlar, 16. März.

Unter grobem Andrange des Publikums be­gann heute früh, wie bereits berichtet, der P r o zeß wegen der Oktober-Plünderun­gen in Wetzlar im Jahre 1923. Es sind im ganzen 32 Angeklagte erschienen, von denen 28 gegen ihre erstinstanzliche Verurteilung Be­rufung eingelegt hatten, während bezüglich der übrigen vier Angeklagten, die in erster Instanz freigesprochen worden sind, die Staatsanwalt­schaft Berufung eingelegt hatte.

Den Vorsitz führt Landgerichtsdirettor Gunst aus Limburg, die Aallage vertreten Staatsanwallschastsrat Dr. Schmidt und Staatsanwalt Dr. Hofmann von Limburg. Auster den beiden beisihenden Richtern und Schöffen ist noch ein GrsatzschSffe wegen der vor­aussichtlichen Gänge der Verhandlung hinzuge­zogen. Als Verteidiger fungieren: bie Rechts­anwälte Dr. Aaron aus Giesten, Dr. Rosen­thal- Wetzlar, Schauen- Wetzlar und Dr. Engelmann -Wetzlar. Drei von den Ange- flagten werden aus der älntersuchungshaft bzw. der Strafhaft vorgeführt. (Sin großer Teil der Angeklagten gibt die Tat zu, bittet aber um MiDerung der erstinstanzlichen Strafen und be­dingte Begnadigung. Der Hauptangeklagte G o l l- wiher war in erster Instanz wegen schweren Lairdfriedensbruchs und unerlaubten Waffenbe­sitzes zu insgesamt drei Jahren und einem Monat Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht verurteilt worden. Die übrigen Angeklagten hatten Ge­fängnisstrafen von einem Jahr und darunter er­halten.

Rach Beginn der heutigen Verhandlung neh-

Vuntes Allerlei.

Wie Blumenerfunden" werden

Die herrliche Blütenpracht, die uns bald wieder in den Frühlingsgärten entzücken wird, übertrifft an Reichtum der Formen wie an Fülle und Glanz der Farben bei weitem den Blumenflor, der unsere Groheliern vor einem halben Jahrhundert erfreute. Die Rosen be- fu&e» damals nicht dieselbe harmonische Form wie heute, die Relken konnten sich an Gröhe und Farbenpracht nicht mit unseren Züchtungen nussen, ganz zu schweigen von d^'unübersehbaren Zahl neuer Blumen und Dlumenarlen, die in unseren Gäc'en heimisch geworden sind. Diese neue Gartenschönheit verdanken' wir der rast­losen, feine Mühen und Kosten scheuenden Arbeit der Blumen- und Staudenzüchter, die durch die Auswahl aus Hunderten von Kreu­zungen und neuen Arten ble besten und edelsten Formen gewonnen haben. Gelegentlich mag es Vorkommen, dast eine gu,e Art von Chrysan­themen oder Dahlien erblüht, ohne dast der glück- tid;e Pflanzer irgend etwas dazu tut. Aber das ift doch nur ein seltener Zufall, auf den man nicht geduldig warten kann. Die Züchter haben daher die Methoden der Auswahl und der Kreuzung systematiesch durchHebild t, und für ihre Zwecke steht ihnen der ganze ungeheure Pflan­zenreichtum der Welt zur Verfügung, beun es gibt ja keinenUrheberschutz" für neue Pflanzen, auch keinePatente" für besondere Züchtungen, sondern aus dem einmal gewonnenen können die übrigen Züchter weiter bauen und aus den vor­handenen Samen neue Züchtungen erstehen lassen. Die'e Verschönerung und Verbesserung der Dlu- menwelt ist eine mühevolle und kostspielige Ar­beit, denn es müssen zahlreiche vergebliche Ver­suche unternommen werben, bevor das Glück gün­stig ist. Der Züchter einer neuen Art wird daher bet dem Preise, den er für die neuen Pflanzen nimmt, seine eigenen Mühen und Kosten berück­sichtigen, um den gerechten Lohn für seine Tätig­keit zu erhalten.

Aber der Einführer einer neuen Art ist nicht der einzige, der etwas riskiert. Auch die Gärtner

mir her gehaust, habt mir kein gut Wort gegönnt. 'S war immer wie ein Scheid zwischen Euch und mir. Ich sein duschur allein gewest. Da is der Lehrer bet m ch kommen. He mir Vater, Mut­ter. Gesreundschaft, alles zusammen gewest. Ihr habt noch kein' so verunrecht' wie mein Bräu­tigam, den Lehrer. Ihr glaubt vielleicht, he hätt's auf den Dräutbrief abgesehen. O nee! He will nix von Euch, he will nur mich. Statt daß Euch nu der ©elfer fliegt, statt dast Ihr nvt den Leut in ein Horn harmoniert, sorgt, daß der Mann net auf Kohlen läuft, und helft ihm auf den Weg. Dann helft Ihr auch mir!"

Solange sie denken konnte, hatte fie's nicht übers Herz gebracht, sich gegen den Vater offen auszusprechen. Run hatten ihr Drang und Rot das Siegel von den L ppen genommen. Die Hände auf 'die Brust gepreßt, harrte sie seiner Ant­wort. Eine innere Stimme sagte ihr, in dieser Stunde würde sich ihr Schicksal entscheiden.

Der Bauer war aas Feaster getreten. Das Gesicht d r Straße zugekehrt, hatte er nur wider­willig zugehört. Run wandte er sich um. Seine Miene verriet Abgunst und Unversöhnlichkeit.

Du hast fein Dropsen Blut von mir," sagte er schroff.Das Gewelsch hast du umsonst ge­macht. Der Lumpenstecher. der mich mein halb Vermögen kost', soll in der Höll' Läussupp fressen! Eh rechen ich mit dir ab. Willst du von ihm lassen oder net?"

Ich will aufnt Fleck sterben, wann ich von ihm lass'!" sagte sic unerschütterlich.

Dem Peter schwollen die Abern an der Stirn.

Dann fein w r geschiedene Leut', und dein Platz ls vor der Tur!"

Gut, Vater, ich geh," gab sic zurück.Und wann Ihr wollt, morn am Tag."

Du seist eh null für mich, packst dich sofort!" Sie ward bleich wie der Tod.

Etz in der Rächt seht Ihr mich auf die Gass'?

Das kann Euer Ernst net sein."

Mein völliger Ernst!"

DaS tut man ja keinem Hund!" Seine Fäuste ballten sich.

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ziehen, müssen sie erst ausprobieren und fest- stellen, inwie reit die neue Blume gesund und haltbar ift. So werden eine ganze Menge von Erfahrungen mit der Äeuhett gesammelt, und wenn sie sich als ein Fehlschlag erweist, dann ist sic rasch vergessen. Eine erfolgreiche und dank­bare neue Blume aber erhält ihren dauernden Platz in dem stets zunehmenden Schatze unserer Dlumenwelt.

Der Silberfchatz im Inn.

Infolge der außerordentlichen Trockenheit dieses Winters weisen die aus den Alpen kom­menden Flüsse einen außergewöhnlich niedrigen Wasserstand auf. Diesem Umstand Ist es zu dan­ken, daß man kürzlich im Inn- Bett bei M ü h l- dorf auf silbernes Tafelgeschirr stieß. Dieses Geschirr rührt von einem großen Sllberschatz her, den der bayerische Kurfürst Maximilian I. 1618 auf der Flucht vor den Schweden und 'Fran­zofen zu retten suchte. Dabei stieß eines der Schiffe, das einen Teil des fürstlichen Schatzes barg, an die Mühldorfer Innb rücke und ver­sank. Seitdem liegt dieser Schah, der nach alten Urkunden über 500 vergoldete und silberne Tafel- gerate umfaßte, im Sand des Flusses vergraben.

Ein Gesundheitshaus in Berkin.

Das Berliner Bezirksamt Kreuzberg er­richtet in einem in der Rahe des Urban-Kran- lenhauses gelegenen Gebäude, in dem schon jetzt eine Reihe Fürsorgestellen untergebracht sind, ein E e s u nd h ei ts h a us, daS als Zentrale für soziale Hygiene dienen soll. Wie in der Klinischen Wochenschrift" mitgeteilt wird, soll hier die hygienische Volks aufklarung durch ständige Ausstellungen, durch Führung un­ter ärztlicher Leitung, Vorträge uno Dlldungs- kurse sowie durch Auslegen von Büchern und Zeitschriften gefordert werden.

den Dauoerein Dillenburg betwötgteman eine Nachzahlung von 4500 Mk. zum Wohnungs­bau. Don Berhandlungen zwecks Gründung einer Spareinlage f u r jedes neugeborene Kind wurde Kenntnis gegeben. Man hofft, hier- mit den Sporsinn zu fördern.

fpd. Frankfurt a. M., 16. März. Nun Hal auch der vierte der kommunistischen Stadtverordneten, Mahr, auf Ge. eiß der Parteileitung sein Mandat niederlegen

zurück, so daß das erstinstanzliche Urteil gegen sie rechtskräftig wird. Der Angeklagte Goll­witz e r, dem zur Last gelegt wird, am ersten Plünderungsabend bei feiner Festnahme auf Pv- lizeibeamte geschossen zu haben, bestreitet dies ganz energisch und will überhaupt nicht im Besitz einer Waffe gewesen fein. Er will lediglich sich aus dem Eisenmarkt befunden und, als die Schic- 6>:ret begann, sich in das bereits zertrümmerte Schaufenster der Firma Schade u- Füll grabe ge­flüchtet und auch einige auf der Straße umher- liegende Konservenbüchsen usw. an sich genommen haben. Der Angeklagte K l a S will überhaupt nichts mehr von der Sache wissen; er soll der­jenige gewesen fein, der bei den Ansammlungen vor dem Rathaus an die Versammelten auf­reizende Reden geführt und die Menge zu Ge­walttätigketten gegen die Polizei aufgefordert hat. Er gibt heute an, an jenem Abend stark an­getrunken gewesen zu sein, und auch wegen der Länge der Zeit nichcs mehr von der Sache zu wissen; so viel sei iym noch im Bewußtsein, daß er damals in die Menge vor dem Rathaus ge­raten sei. Auf Vorhall des Vorsitzenden, daß er in erster Instanz und auch bei seiner Vernehmung vor der Polizei ausführlichere Angaben gemacht habe, beteuerte der Angeklagte immer nur, daß er von nichts mehr wisse.

Rach Beendigung d.r Vernehmung der Ange­klagten wurde um zwei Uhr nachmittags die Verhandlung auf morgen vormittag ad>t Uhr vertagt und die Ladung von mehreren Ent­lastungszeugen angevrdnet. Unter anderem wurde

Enausk"

Ein Krampf erfchütterte ihren Körper. Ihr Blick ging wie irr in der Stube umher. Dann sagte sie mit erstickter Stimme:Ich hab nur noch ein Weg. Das weiß ich: he jagt mich net fort!"

Sprach's und schritt hinaus.--

Der Stein, der Weilandts 0tlm getroffen, hatte einen klaffenden R'.ß h nterlafsen. Das Blut rarni ihm über das Gesicht. Sein Kops ruhte schwer auf der Brust. Er stöhnte laut. Richt weil ihn die Verletzung schmerzte. Die wurde bald Hellen. Die kümmerte ihn nicht. Die Wunde, die ihm die Unmenschen ins Herz geschlagen, verharschte nie.

Gcdnnken kamen in schwarzen Schwärmen und nisteten sich bei ihm ein. Acht Jahre war's, daß er fein Amt hier angetreten hatte. Mit all seiner Kraft, nut ganzer Seele hatte er seine BerufS- pflicht erfüllt. Er war den Kindern ein treuer Lehrer gewesen. Als etwas Hohes, Heiliges war's ihm erschienen, die man ihm anvertraut, zu tüch­tigen Menschen heranzubildrn. Richt zufrieden damit, daß er das Licht in der Schule entzündet, war er auch zu den Ellern gegangen. Aufrütteln, einporheben wollte er sie. Und er hatte sich red­lich gemüht, immer von der Hosfuung getragen, daß sie den Geist der Zeit begreifen lernten. Er hatte wenig Dank geerntet Dank kostete doch nichts. Aber- sie brachten ihm noch Argwohn entgegen. Dessenungeachtet hatte ec geglaubt, er dürfe den Wut nicht sinken lassen. Fanden sich ein paar Gutgesinnte, war die Freude doppelt groß- Freilich nur eine kurze Freude. Er hatte ihnen Die Kasse gegründet. Run sagten sie, die sei bankrott. Er halte noch feinen Beweis dafür, ©em einzigen, der Aufschluß geben komte, hatte ihre Roheit den Mund geschlossen. Er hatte dem Krämerskail blindlings vertraut Aber hatten sie'S nicht alle getan? ©ah er, Weilandt, drrs Beste aewollt, wer durfte ihm das strittig machen? Und doch waren sie wie die Bluthunds über ihn hergefallen, hatten ihn an Leib und Leben bedroht, hatten seine Menschenwürde mit Füßen getreten. O über die Einfalt, daß er gewähnt, hier Droben eine Heimat zu finden! Sein Hei­matstraum war auSgeträumt. Seine Rechnung War in die Brüche gegangen.

voynung für den Vorfleyer oes Mranzamts au schaffen. Auch eine im R o h b au stehende Deamtenwohnuag Dürfte dann ihrer Doll« enbung entgegenge ührt werden; fie soll zwei am Finanzamt tätige Beamten aufnehmen. Die Firma Ge b r. Hi m m e l s b a ch hatte ihren Betrieb bei ReuhauS einige Wochen st i l l- gelegt Diese Woche wurde die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem bet Lei­ter Joseph HimmelSbach diesbszügllche fchriftliche Erklärungen der Bürgermeisterei übermittelt hatte. -- Gellern tagten hier mehrere Versamm­lungen: Die Baugenossenschaft, bet Ge­werbeverein unb die Deutsche Volks- Partei. Der Red ier, Bürgermeister und 2anb» tagSabgeerdneter Dr. RiePoth - Schlitz, ging der D^uGenossenschaft mit praktischen Ratschlägen «an die Hand, erläuterte besonders, unter welchen Umständen das Bauen möglich sei und in welcher Höhe und unter welchen Bedingungen Dirlchen erworben werden k nien. Seine politisch n Au?- führungen beschäftigten sich mit der Regie­rungsbildung in Hessen bzw. der Um­stände, die eine solche verhinderten. Da nach den gesetzlichen Bestimmungen unter den der­zeitigen Umständen der Landtag nicht aufge­löst werben kann, sollen auf Antrag der Partei burch Vollsent scheid neue M inner ge­wählt werben, bimit wir endlich aus diesem unheilbaren Zustande herauskommen. Im Laufe der letzten Wochen haben sich hier sech­zehn junge Mämaer zusammengefunden, um eine Musikkapelle zu grünben. S Uten die alleren musiktreibenden Herren unserer Stadt geneigt sein, mit ihrem Können den Anfängern tüchtig unter die Anne zu greifen, so dürfte eine Kapelle von ungefähr 25 Mann zustande kommen. Die Instrumeitte, sowie die Roten firrd bereit» eingetroffen. Hoffentlich gleicht diese erste Begeisterung für die edle Sache keinem Stroh­feuer; denn gar manchem wird beim Erlernen deS Instruments und der Roten die Wahrheit zum Bewußtsein kommen : Aller Anfang ist schwer. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß Förster Kümmel- Maulbach, der ein ausgezeichneter Musikus ist. trotz seines Alters sich bereit erklärt hat, die Leitung dieser zu gründrrnden Kapelle zu übernehmen. Gr beabsichtigt, nach seiner Pen­sionierung nach Homberg übrrzusiedeln, so daß er jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.

Kreis Büdingerr.

1! Büdingen, 18. Rkärz. Der hiesige Iungdeutsche Orden, der eine der stärk­sten Bruderschaften ist, veranstaltete am Sams­tag in den Räumen des HotelsStern" einen wohlgelungencn Deutschen Abend. Schrift­steller Dr. K r a m 's ch - Marburg fprach über Der jungdeutsche Staat" und las bann aus seinen Werken vor. Rezitatorische und musi-- käkische Darbietungen halfen den Abend mit ver­schönern.

Resormbund der Outshöfe.

"Gießen, 16. März.

Im Saale des Hotel Schütz fand heute unter dem Vorsitz des Barons August Löw von und zu Steinfurth-Lich die Gauversamm­lung der oberhessischen Mitglieder des Reformbundes der Gutshöfe, so­wie der Qliitglicber aus den preußischen Rachbar­bezirken dieses Verbandes statt.

Dr. Betz- Würzburg nahm in einem tief­schürfenden Referat Stellung zu den dem Reichs­tag vorliegenden Antrag des Abgeordneten Mül­ler-Franken und Genossen, betreffend einen Gesetz­entwurf über Bodenreform und Boden- b e n u 0 u n g. soweit er die S led l u n g s f r a g e zum Gegenstand hat- Der Referent wies darauf hin. daß die Anträge in ihrem wahren Wesens­kern nichts anderes sind als die Versuche, die auf dem Gebiet der Industrie mißlungenen Sv- Äialifierungdbeftrebungen Im Rahmen des Er­furter Programms auf die Landwirtschaft zu übertragen. In diesem Zusammenhang wies der Referent auf die Schäden wirtschaftspolitischer Experimente, die Rachteile des Staatssozialis­mus hin und betonte ganz besonders, daß gerade die Landwirtschaft mit Rücksicht auf die Tatsache, daß der Rahrungsspielraum des deutschen Volkes unter den gegebenen außervvlitifchen Verhält­nissen eine unveränderliche Größe darstellt, vor solchen Versuchen unter allen Umständen geschützt werden muß. Der Refeient konnte daraus Hin­weisen, daß . der Reformbund in klarer Erkenntnis der Erfordeimissc der volkswirtschaftlichen Be­lange des Gemeinwohles bereits die notwendige Initiative ergriffen hat.

Im Anschluß an dieS Referat brachte Dr. Echte macht die Denkschrift des R. d. G. in dieser Angelegenheit zur Verlesung.

Beides erntete Beifall und fand die ungeteilte Zustimmung der Dersammlung.

Im weiteren Verlauf wurde bie Frage der Rotstandskredite zur E.o terung gebracht und bei dieser Gelegenheit die Haltung der Re­gierung tn dieser Angelegenheit beleuchtet. Die Versammlung richtete in Anbetracht der Vor­dringlichkeit dieser Angelegenheit im Rachgang zu einem eingehend begründeten Gesuch folgendes

Kreis Wetzlar.

§§ Dornholzhausen, 16. März. Bei einer im benachbarten Gemeindewalb Volln­kirchen abgehobenen Treibjagd auf Wild­schweins kamen 12 Sauen vor, von denen der Anstretchermeister Karl Mack und der Gemeinde­vorsteher Wilhelm Watz von hier gemeinsam eine Dache erlegten. Herr Heinrich Arnold schoß im hiesigen Gemeindewald die erste Schnepfe.

Hcsscn-Nanau.

bl. Dillenburg, 16. März. Der Staat be­treibt jetzt die Erbauung eines neuen Finanzamtes. Das jetzige Gebäude befindet sich an einem Teil der Volksschule und hat sich als klein erwiesen. Mit den Vorarbeiten wurde be­reits begonnen. Die Stadt will das Alters-

Keim vergrößern. Man beabsichtigt, die Bettenza'-l zu steigern und Räumttchkelten erweitern, um noch me' reren Obdachlosen und Armen Unterkommen zu bieten. Jin Streife haben jetzt die Holzoer st eigerungen in starkem Maße eingesetzt. Man kann bie Beobachtung machen, daß sich die Preise im wesentlichen denen der Vorjahre anschließen. Die Stadroerwal- tungen der drei Städte der hiesigen Gegend stell­ten auch in diesem Jahre den Minderbemittelten wieder Holz zum verbilligten Preis zur Ver­fügung.

bl. geiget, 16. März. In der jüngsten Sitzung derStadtverordnetenverfamm- l u n g wurde für die Hinterbliebenen des Dort­munder Grubenunglücks 500 Mk. bewilligt. Für