Ausgabe 
17.3.1925
 
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Pfarramt Erlaubnis Pfarrämter

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von

Stetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderyefsen)

Ox. 04 öwettes Blatt

Präsidentenwahl.

I.

Wenn der Wähler Diesmal an die Urne herantritt, so ist die staatSvolittsche Aufgabe, die er damit erfüllt, von ganz besonderer De- beunrug und wesentlich anders als diejenigen, die uns bei Reichstags- und Landtagswahlen «ttgegentreten. Letztere find ja in der Aach- kriegSzeit schon so häufig gewesen, Daß fie für jeden schon alte Erfahrungstatsachen find, und dah wir namentlich auf Da« nachkriegszeitlich« Listenfhstem schon tadellos eineyergiert find. Mit 5er Eriahrung kommt auch die GingetoeUe. und so ist e« verständlich, dah für Reichstagöwahlen m!»., trotz der erfreulichen Deteiligungsziffern biS zur letzten Wahl, kein Mensch mehr so recht iu betretftem ist. zumal ja der Mangel diese« Listensystem- gerade darin besteht, dah der Wähler den persönlichen Konnex mit dem Ob- Irfi seine« Vertrauens voll ndS verliert. Bei der bevorstehenden Wahl fällt nun Dio fer Mangel fort. eS treten uns wieder Personen, nicht Parteien gegenüber.

Der deutsche Wähler wird hier also einmal gezwungen, nicht parteipolitisch, sondern flaatS» politisch zu denken und zu handeln. Jeder muß sich dabei der Tatsache bewuht bleiben, dah der Reich-Präsident, für den wir unser Votum abgeben, aus 7 Jahre gewählt wird und dah er nur auf Antrag von 329 Reichstagsabgeord- oeten durch abermalige Volksabstimmung abge­setzt werden kann. Die allergrößte Hauptsache dabei ist aber natürlich, dah zunächst einmal jeder auch weih, wozu der zu wählende Manu eigentlich da sein soll, und wa« er nützen und sch tden kann. Da sich mancher Leser über die näheren Einzelheiten de« Machtbereiche« de« ReichSPräsibenten und über sein Verhältnis zu den übrigen Organen der Staatsgewalt sicher gern orientieren möchte, werden wir in einigen Aussätzen da« Wisfenswerte über diese Frage zusammen stellen.

Der Gedanke an die Funktionen der Staats­gewalt m der Weise au teilen, dah keine Person und keine Körperschaft zu viele Rechte in sich vereinigt, ist sehr alt. Schon Aristoteles und namentlich PclYbiuS vertraten bi dieser Hinsicht ganz ähnliche Ideale, wie sie später durch die französische Revolution«! teratttr als spezifisch französisch-revolutionär mit Besch! ig belegt wur­den. und die bi8 heute Gegenstand aller mög­lichen und unm glichen Staatstheorien geblieben sind. Die Dreiteilung der Staatsge­walt. die Polhdiu« an den allen Römern In ihrer Blütezeit so sehr bewundert und die seit Montc^ciuieu mit dessen Ramm verbunden wird, war auch da« Schlagwort, das im vorigen Jahr­hundert gegen den Absolutismus Sturm lief und da« noch heute eine elementare Grundlage der modernen StaatSversassungen und der Derfas- sungskämpfe bildet. Am durften finden wir den Gedanken dieser Dreiteilung in der amerika­nischen Verfassung zum Ausdruck ge­bracht, die ja al« erste revolutionäre Verfassung und als Vorbild für die europäischen zu gelten hat.

Der amerikanische Präsident wird vom ganzen Volke gewählt, und zwar durch Wahl­männer. die sich ihren Wählern gegenüber aus eine vorher bestimmte Persönlichkeit seftlegen müssen. Durch diese letztere Bestimmung wird natürlich das ganze indirekte Wahlsystem voll- tommener Unfug, e« wird aber nicht geändert, weil die Amerikaner in diesem Punkte aus­nahmsweise mal konservativ sind und die Ver­fassung nicht antasten wollen. Der amerikanische Präsident ernennt nun seine Staatssekretäre und sonstigen De mten mit Ausnahme der Richter und regiert mit diesen für die Dauer seiner vierjährigen Amtszeit völlig selbständig, ohne irgendwie von dem Vertrauen der Volks­vertretung abhängig au fein. Seine einzige Richt­schnur. an die er sich halten muh. sind die vom Kongreh beschlossenen Gesetze. Wir erinnern unS alle noch, tote unheilvoll der absolut regie­rende amerikanische Präsident W o o d r o w Wilson in die Weltpolitik eingreifen konnte.

Eine Kontrolle über den Präsidenten, Die aber nur für die Innere Verwaltung wirksam wird, hat der amerikanische Richters! and. Der auf der Grundlage der Unabhängigkeit der Rechtsprechung immer Gelegenheit htt. zu ent­scheiden, ob eine Regierungsmahnahme oder Ver­ordnung rech'.rnähig war oder nicht. Die ame­rikanische Verfassung zeigt also ganz klare Ab­grenzungen zwischen Regierung, Gesetz- g e b u n g und Rechtspflege. Wie viele amerikanischen Einrichtungen sieht sich das in

Eine Raststätte des Eiszeitmenschen bei Mainz.

Bei Kanalarbeiten, die für den Bau einer neuen Straße auf dem Sinfenberg bei Mainz ausgeführt wurden, fand man einige Feuerstein- messerchen, die die Aufmerksamkeit auf die Stelle lenkten. Genauere Untersuchungen zeigten in einer Tiefe van 2,70 Meter große Stücke plattigen Kalkes im ungestörten, auf primärer Lagerstätte liegenden Löh, und da nur Menschenhände diese Kalkplatten dahin gebracht haben konnten, wurden weitere Grabungen und Untersuchungen von dem Altertumsmuseum und naturhistorischen Museum der Stadt Mainz gemeinsam durchgeführt. Man legte eine 91 a ft ft e 11 e des Eiszeitmen- scheu frei, über deren interessante Funde Prof. Otto Schmidtaen in der Frankfurter Wochen­schriftDie Umschau" berichtet.

Auf Grund der geologischen Beobachtungen lieh sich die Zeit, in der sich der Eiszeitmensch als erster Bewohner dieser Gegend niederlieh, ge­nau feststellen, und zwar ist es der Beginn der zweiten KäUephase der letzten Eiszeit. Auch warum der Urmensch diese Stelle wählte, läht sich erklären, denn die Eiszeitmenschen, die auf der ewigen Suche nach geeigneten Iagdpläyen waren, mußten an der Stätte des heutigen Mainz einen geeigneten Weide- und Tränkeplatz für das Wild der Umgegend erkennen und konnten daher hoffen, hier gute Beute zu finden. Sie beschlossen daher, im Tal des Zaybaches, am Westrands des heutigen Linsenberges, gegen Angriffe gedeckt, zu rasten, und legten zwei Feuer st eilen an. Die eine Feuerstelle lag in einer flachen ovalen Mulde von etwa 30 Zentimeter Durchmessern und bestand aus handtellergrohen Kalksteinen, zwi­schen und über denen zahlreiche Reste von Holz­kohlenasche und angebrannten Knochen lagen.

Der Theorie bedeutend schöner an al« tn Der PrastiS

Der französische Präsident ist eigentlich nur .Arbiter elcgantianmt", er gibt gelte und macht Den nötigen französischen Sam- Sam, während er politisch sozusagen im Ruhe­stände lebt Sr ist häusig ein ehemaliger Mi­nisterpräsident,. Der durch Die Ehrung kalt ge­stellt wird, und wird nicht vom Volke, sondern von Der Rationalversammlung gewählt Man wollte eben 1875. al« Die bestehend fünf­zehnte!) französische Verfassung gern.cht wurde, verhindern, dah wieder ein Emporkömmling wie Rapoleon III. durch die Präfi en:schait zur _Lt- serlichen M icht gelange. Der m hgebende König in Frankreich ist heute nicht Der Stnatspräfi- Dent, sondern Dec Mintsterpr sident. 2tII.iM.ig« ist es. wie wir 1914 erlebt h iben. auch möglich, dah der Staatspräsident außenpolitisch eine er­hebliche R. He spielt. Die« aber natürlich nur. wenn Die Rationalversammlung dersel­ben Meinung ist und sich ihm unierDrD.net.

Der englische König ist, wie betannt, auch nur eine rein dekorative Persönlichkeit, die mit riesigem Aufwand und mittelalterlichem G- präge spazieren gefahren wird, die bei all m FuybLllfesilichkeiten den Ehrenvorliz führt, sonst abe kaum etwa« zu sagen hat. Selbst Eduard VII. konnte seine EinkreisungZpositck gegen Deutsch­land nur deshalb ins Derk setzen, weil Der Ministerpräsident es ihm eben erlaubte und sich seinen an sich gänzlich unverbindlichen Ratschlagen anschloh In England ist, ebenso wie in Fran!reich, Gesetzgebung und Regierung in Der Hand de« Parlament« eng ver­bunden.

3m DerfassungsauSschuh Der deutschen Rationalversammlung war seinerzeit ein Seil Dct Abgeordneten überhaupt Dagegen. Die Stelle De« Reichspräsidenten zu schissen. Dor allem be­stand auch Streit Darüber, ob man sich Dem amerikanischen Beispiel mit Dem starken Präsidenten ober dem französischen Bei­spiel mit Dem nur Dekorativen Präsidenten anschlteßen sollte. Gegenüber Denjenigen, die jede Repräsentation al« unnötig verwarfen, berief sich Der Damalige Reichsminister Preuß auf das Beispiel der Schweiz, wo nach Der Verfas­sung auch kein Staatspräsident al« solcher be­stehe. wo sich aber Die gesonderte Stellung Des Vorsitzenden DeS BundeSrite« als repräsentativ S Staatsorgan als notwendig erwiesen und all­mählich herausgebildet habe. Aus diesen Drei Beispielen versuchte man nun in Weimar Da« Beste zu verwerten und wollte in Dem Reichs- präsiDenken einen ruhenDen Pol in Der stet« fliehenden VeränDerlichkeit Der parlamentari­schen Konstellationen schaffen, in Dem sich Die Einheitlichkeit des Staates verkörpern könnte, ohne dah die .Gefahr einer Ausbeutung Der Stelle Durch eine allzu kraftvolle Persönlichkeit" bestände. 2lber trotz des Bestrebens. Die M cht- befugniffe des Reichspräsidenten möglichst zu beschneiden, ist Die Stellung diese« Organs doch immerhin so unendlich wichtig geworden, dah kein einziger Wähler bei der bevor­stehenden Volksabstimmung sich fei­ne 6 Rechtes begeben sollte. Die Per­sönlichkeit für Dieses Amt für Die nächsten 7 Jahre mitzubestimmen.

England und der tturdenanfstand

Die Unterdrückung de« KurdenausstanDe« scheint Der Angora-Regierung Doch nicht so leicht zu werden, wie man es zunächst geglaubt hat. Die Regierung. Die zunächst nur verhältnismähig geringe Truppeneinyeiten nach dem Au stands- gebiet entsandte, ist jetzt zu einer Seilmobill» f i e r irn g Der ges amten Armee geschritten. 3n den an daS Au standsgebiet grenzenden Pro­vinzen sind vierzehn Jahrgänge zum Heeres­dienst einberufen worden. Die in den letzten Sagen verbreiteten M Idungen widersprechen sich oft sehr stark, und besonder« die über England kommenden Rachrichten stellen die Erfolge der Aufstandsbewegung günstiger Dar, als es den Satfachen entspricht. Es ist Den AufstänDischen nicht gelungen. Die Bewegung über Die Grenzen De« Ausstandsgebietes hinaus auszudehnen. Die Angriffe auf die benachbarten Städte sind von her Bevölkei-ung im Wege Der Selbsthilfe abge­schlagen worden. Zwei.elloS wird es der An- gotaregierung gelingen, den Aufstand zu unter­drücken oder ihn zum mindesten auf feinen eigentlichen Drandhe d zu be'ch.änken. jedoch nur mit groben Anstrengungen uiö erheblich n Ko­sten. die Dem jungen Staat wieder neue Schwie­rigkeiten nach auöen und im Inneren bereiten werden.

Die zweite Feuerstelle hatte einen Durchmesser von etwa 70 Zentimeter und bestand aus Rollsteinen.

Um Diese Feuerstellen herum lagen in unregel­mäßiger Anordnung Die Kalkplatten, die von Menschen hierher geschleppt sein müssen, lieber ihre Derwendung läßt sich nichts Sicheres angeben- Doch haben sie vielleicht als Sitzgelegenheiten ober als Tische gebient, an welchen bic 3agbgeräte hergeftelÜ würben. Für Die letztere Annahme spricht Die Tatsache, Daß sich im engsten Umkreise DieserTische" viele Knochenreste Der Beutetiere unb große Mengen von Feuersleinsplittern befan- ben sowie auch einige fertige Nabeln unb Bohrer. Die Knochenreste, die zahlreich gefunben würben, geben Aufschluß über bie Art ber Jagdbeute. Am zahlreichsten sinb bie Reste bes Renntieres unb fflilbpferbes; baneben fanb man Knochen bes woll- haarigen Nashorns, bes Höhlenbären unb Mam­muts. Verhältnismäßig groß ist bie Zahl ber Feuersteinwerkzeuge: es sinb Schaber, Bohrer, Klingen, Nabeln ufro., bie aus ortsfrem- bem Feuerstein bestehen, aber zweifellos an Ort unb Stelle hergestellt wurden, wie die vielen Split­ter und Kernstücke, Die gefunden wurden, be­weisen. Als Schlagwerkzeuge wurden auch Roll- steine aus Den Mainfchottern benutzt, unb einige Werkzeuge in Messerform sind aus Knochen ge­fertigt; sie zeigen in ihrer primitiven Ausführung die ersten Anfänge der Knochenbearbei- tung. Ebenso wurde bearbeitetes Holz festge­stellt/ unb zwar sinb es kleine halbkugelförmige Stücke sowie ovale Plättchen, beide mit Durchboh­rung, die als Anhänger bienten. Noch mehr zeigt sich bas erwochenbe Kunstempfinben an ben vielen Schneckenschalen unb M u - schein, bie der Eiszeitmensch, Da sie ihm gefielen, mitna m unb oben burchbohrte, vielleicht um sie auf einer Darmfelle zu einer Halskette auf» zureihen. Da manche ber Muschelschalen vom Adriatischen Meer stammen, so muß

Die HorDe, Die sich bei Mainz niederlleß, entweDer von Dorther gekommen sein, ober die Muscheln würden auf die Dege des ersten Taufchhan- D e l s Hinweisen. Die wertvollsten Funde sind bie Bruchstücke zweier weiblicherFigürchen, die aus feinkörnigem grauen Sanbftein hergestellt sinb unb an bie gleichartigen Funde von Dillendorf und Drasiempuy erinnern.

Aus der Provinz.

Landkreis (Hießen.

Staufenberg, 16. März. Am Samstag­abend versammelte sich im großen Saale Der .Stadt Staufenberg" vollzählig der hiesige Kriegerverein unter Geltung seine« Vor­sitzenden Feh h. Außerdem war in ganzer Stärke der Kriegerverein Sichertshausen lKrei« Marburg) vertreten. Aus Lollar. Mainz­lar. Daubringen, Fri edelhausen, Odenhausen (Kreis Wetzlar) waren starke Abordnungen zur Stelle. Höchst erfreulich war die Anwesenheit Der reiferen 3ugenD, die sich in Jagendgruppen den Kriegervereinen cmschlieht. 31« Redner war

Die Neuorientierung der Hitler-Bewegung.

Mit dem Wiedereintritt Hitler« in« politische Geben ist zwar Der alte Kampf unb Hader zu Grabe getragen tooröen. Die völkischen Führer haben sich toteDer versöhnt und am 27. Februar in einer großen Versammlung aller völkischen Gruppen in München Adolf Hitler auf« neue Treue geschworen. Die Einigkeit selbst wurde aber nicht wiederhergestellt, vielmehr hat sich ein neuer Streit erhoben, der sich diesmal um die Marschroute der ganzen Bewegung dreht. Hitler selbst hat sich zwar von der .Revo­lution" zurEvolution" Durchgerungen, aber auch gleichzeitig die Parole auögegebenHeraus au« Dem Parlament!" So kam es natur­gemäß wieder zu Streitigkeiten, deren erste« Er­gebnis die Auflösung de« sogenannten völkischen Block« ist. Die Mehrzahl Der bayerischen Ortsgruppen ging inS Lager Der unter Hitler« Führung stehenden nationa­listischen Arbeiterpartei, während die übrigen Völkischen sich Der national- sozialistisch-völkischen Arbeitsge­meinschaft angeschlossen haben und am alten Ziel fest halten, sich auf parlamentarischem Wege durchzusetzen. Diese Spaltung hat sich auch auf die völkische Fraktion im Bayerischen Landtag auSgewirkt deren Mitglieder nach unb nach meist zu Den Deutschnario-nalcn abwandern. Auffallend ist. daß Gudendorfs sich stark im Hinter­gründe halt und Hiller allein den Kampf mit der Opposition auSfechten läßt. Da er auch schon geraume Zeit an den Beratungen deS Reichs­tages nicht mehr teilnimmt, ist wohl anzunehmen, daß er sich Den einzelnen ©trömung-m fernhalten, vielleicht auch sein Mandat ganz niederlegen will, um seine Schirmherrschaft Der völkischen Bewe­gung nicht zu schädigen.

Peter Schöffer, der Miterfinder der Duchdruckerkunst.

Wie das Börsenblatt für den Deutschen Buch­handel schreibt, wird al« da« Geburtsjahr Pe - ter SchösferS das Jahr 1425 angenommen. Als Miterfinder der Duchdruckerkunst gelten be­kanntlich 5 u st und © chöffer. Getjterem schreibt die Geschichte insbesondere Da« Verdienst zu, eine be sere und leichtere Art erfunden zu haben, die Buchstaben zu gießen, und überhaupt Die Erfindung Gutenbergs wesentlich vervollkommnet zu haben.

Peter Schöffer war von Beruf ©chönfchreiber und als solcher 1431 in Paris tätig. Diese Schönschreiber tourien auch Cie rill genannt; aus diesem Grunde ist zeitweise irrtümlich angenom­men worden, Schöffer habe Dem geistlichen Stande angehört. Er hat allem Anschein nach bei feiner späteren Duchdruckertätigteit Die technische Lei­tung in Händen gehabt. währenD man Fust Die kaufmännische Leitung zu schreibt. Gutenberg. Fust unD Schöffer wohnten in Mainz im .Hause zum Zungen". Schösser soll auch Die Ma­trizen erfunden und zuerst Buchstaben aus Blei gegossen haben. Da« erste Werk, das die drei Vorgenannten mittels Buchdrucks Herstellten, war Die 42zeilige Gutenberg-Bibel, auch Masarinsche Bibel genannt; sie erschien um 1450. Die 36-eiUge Bibel, auch Schellhornsche Bibel

Die Bedeutung de« Aufstandes siegt nicht so sehr in der Erhebung einzelner Stämme gegen die Angoraregierung, sondern tn der Stellung, die England zu Dem Aufstand nimmt. E« Dürfte heute kein Zweifel mehr Darüber bestehen, daß England Die Au st and« beweg ung meiern 114) gefördert und mit reichlichen Mitteln un­terstützt hat. Die 2üiiftanD«gebiete touiDcn plötzlich mit einer ungeheuren Fülle von ge­drucktem Prrpaga D m. terial überichwemml und die Ausrüstung Der Aufstan. ilchen läßt bic nahen Beziehungen erkennen. Die zwischen Eng­land und Den Au standsgebieten bestehen. W.der Die Devcl.erung de« Au st an «gelletes noch Der Führer Der AufstänDischen, Der ©check Said, sind in Der Gage, auch nur den geringsten Bruch­teil Der Finanzte.ung Der Au stanDsbewegang beizusteuern. Engi n) hat Da« grr ßte 3ntct f e. der Welt zu beweisen. Daß Die.tei nicht in Der Gage ist, Die Verwaltung dieser Gebiete weiterzu ühren. Da Die äln u riedenheit der Be­völkerung ständig zu Unruhen und Ausständen führen wird. Die älntersuchungSkom- mission für daS Mosfulgebiet kommt in ihren Arbeiten anscheinend nicht recht vor­wärts. und es steht noch keineswegs fest, ob England dieses Gellet vom Vcl.erbund endgültig zugefprochen bekommt. England will daher die OB Jt vor eine vollendete Satsache stellen, Dah sich Kurdistan von der S ü r- tei unabhängig gemacht h be. und daß England Die geeigneteste Macht wäre, um da« Protektorat über Den selbstänDigen Kurdenstaat zu üae^nehmen. Die Sürl i anderer­seits wird erfLiren, Daß. solange England im Mofsulgebiet siye, in den Rachbargebieten kllne Ruhe eintreten wird und Dah England auch in Zutun!t jefe Gelegenheit benutz,n wird, um Der Sürfet Schwie iglei en zu bereiten, tn Der Hoff­nung, aut Diese Weise einmal Die Provinz Kur­distan an sich zu bringen

Ofenstag, 17. MLrz 192»

Oberst a. D. 3mmanuel - QBarfnirg, Vor­sitzender de« Dortigen Kreiskrieververbände«, ac- kommen Er sprach ernst und elnbratglid) über Die Innere und äußere Rot unsere« Daterlcnrde« und mahnte zu nationaler Geschlossenheit. Dann for­derte er Die Versammlung auf. beliebige 5ragen au« Dem Weltkriege an ihn zu stellen <ss wurden verlangt' Langemarck 1914. Gorlice-Sarnow 1915, KnegSschuldiüge. Der Redner gab in je 20 Mi­nuten ihnnffe dieser Stoffe. Vaterländische und soldatische Lieder hielten Die Kameraden noch eine Weile zusammen. GS war ein prächtig und anregend verlaufener Abend, Der allgemeine Zu­stimmung auSlöste.

du. Burkhardsfelden, 16. März. Gestern abend sand im Saalbau von Wilh Hinter ein FamilienunterhaltungSabend de« hiesigen Kirchenchores statt. Rach dem Er- osinungsgefang de« Thor« und nach zwei Dekla­mationen überreichte der Dirigent be« ®bov«, Ioh. A 1 bach. d m Thormi'.gliw K. MobuSll. ein Diplom für langjährige treue Mitwirkung im Kirchenchor. 3m Mittelpunkt des Abends standen ein Vortrag von Pfarrer Gersten- m e l et. zur Zeit stellv. Professor in Friedberg, über das Thema .Wert und Segen des geistigen VollSgesangs". und ein Lichtbildervvrtrag von Pfarrer M a r g u t h - Winnerod, betiteltAuS dem Leben der Mutter". Beide Vorträge fanden eine sehr aufmertf-ime Zuhörerschaft. Bet gemein­samen Gesängen, Vorträgen d.-S Kirchenchors und ausgezeichneten Darbietungen de« KaB'>ennschen Diäserchor« von Großen-Duseck verweilte man in bester Feierftimmung beisammen. Der Rein­ertrag de« genußreichen Abends soll als Fonds zur hiesigen Kirchenbeleuchtung angelegt werden.

II L i ch. 16 März. Die Ortsgruppe Lich des Deutschen See-Verein« trat am Sonn­tagnachmittag mit einer der Hauptgrößen des Seevereins in die Oessentlichtz.-i'. war ge­lungen. als Redner Admiral Jacobsen zu ge­winnen. Der Redner, ber überErlebnisse und Erfahrungen in Weft-3ndien und Mer'-ko wäh­rend de« spanisch-amerikanischen Krieges" sprach (mit Lichtbildern), verstand es, den Zuhörern ein klares Bild des Flottenwesens zu geben und sand für seine Ausführungen reichen Beifall. Darob» sen war jahrelang Inspekt - Der deutschen Schiffs­artillerie, als solcher Leiter der artMeristischen Ausbildung unserer Seeoffiziere und Geschütz­führer. und hat somit grundlegend für Die gllin- zenDen Schießleistungen unterer Flotte gewirkt.

Dettenhausen, 16. März. Die Ziegc de« Lkoh. Dauer von hier brachte am Sonntag 5 lebende Lämmer zur Welt. Dak Muttertier und die Zungen befinden sich munter.

Kreis Alsfeld.

H Aisfeld, 16. März (5eiDbereinl gung.) 3n der vergangenen Woche tagte daS OberschtedSgericht unter dem Vorsitz de« StaatsvateS Schliephak« aus Darmstadt auf dem hiesigen Rathause, um die Berufungen gegen die Urteile de« Schiedsgericht« bet Feldbe­reinigung zu erledigen. Die Derhandlungen, die teilweise recht schwierig waren, und die Ort«- befichtigungen dauerten eine gcaye Woche hin­durch. da zahlreiche Berufungen Vorlagen. ES handesie sich hauptsächlich um Reklamationen gegen dte Zuteilung. Die Urteile de« Ober- schcedSgerichtS werden den Beleckigten in Den nächsten Wochen zugestellt.

er. Homberg a. d. Ohm. 16 März. Dem ©tadtvorstand ist es gelungen, einen Im Buchholz gelegenen © teinbruch an die Mitteldeut­sche Hartsteinindustrie. Sitz Fransiurt am Main, für Den ansehnlichen Preis von 11 500 Oormirf jährlich zu verpachten. Darch diese Verpachtung ist für den Stadtsäckel eine neue Einnahmequelle erschlossen worden, die sehr will­kommen fein dürfte, denn der Stadt stehen noch bedeutende Ausgaben bevor. Durch diese gute Verpachtung Dürften auch Mittel zur Erbau­ung eine« neuen Schulhauses flüssig toerben; war doch gerade von dieser Einnahme­quelle die Ausführung des Reubaue« abhängig gemacht worden. Von den zuständigen Organen ist bereits der Platz hierfür besichtigt worden.- Sicherem Vernehmen nach sollen das Finanz- a m t und die Dezirkskasse endgültig hier bleiben. Dtefe Satsache ist nicht allein für die Stadt, sondern auch für den ainzen Amtsgerichtsbezirk Homberg ein Vorteil, Del nicht hoch genug angeschlagen werden kann. TLuS ZweckmäßiSeitsgründen sollen das Finanzamt und die ihm angegliederte Finanzkasse in ein Gebäude verlegt werden. Um Die« zu ermöglichen, ist feiten« der Stadt beabsichtigt, da« Anwesen des Herrn Dr. Seih, der nach Erbach verseht wurde, käusiich zu erwerben, um eine Dienst-

genannt, erschien um das Jahr 1457. Das be­rühmte Pfalterruin von Fust und Schösser er­schien gleichfalls in diesem Fahre Das Werk trägt auch den 71 am en Schöffer«. Bis zu seinem 1502 oder 1503 erfolgten Sode (Fust starb be­reit« 1466 zu Paris an der Pest) druckte Schosser vorwiegend mit großen Erfolgen theologi ch.- unb kanonische Werke, die drucktechnisch vorzügliche Leistungen waren und alle den Druckvermerk Schöffer« auftoeifen. Das gemeinsame Firmen­zeichen Fust und Schöffer« (Wappen! wurde aber beibehalten. Als letzte« Druckwerk Schöffer« wird die vierte Ausgabe seines Psalterturns an­genommen. die 1502 erschien.

Gewöhnlich benutzte Schöffer zum Vertrieb feiner Bücher, die nicht mit seinen von ihm selbst geschnittenen und gegossenen Typ berge» stellt waren, ben Meßplah Frankfurt a. M Dort erwarb er sogar das Bürgerrecht. 3m Jahre 1465 hatte Schöffer Fusts Tochter Christ ine geheiratet. Die Stadt Gerns­heim am Rhein, wo Schöffer geboren wurde, errichtete ihrem großen Sohne ein Denkmal, das folgende Widmung trägt. .Dem Andenken Peter Schöfsers von Gernsheim, weltlichen Rich­ters zu Mainz. Dem Miterfinder der Buch- druckerkunst. welche er durch feinen Forschung«- geist unb seine Geschicklichkeit verbessert und zal Vollkommenheit gebracht hat. weihet Di?fe« Denk­mal seine tapfere Vaterstadt." Rach dem Sode Peter Schöffer« führte sein Sohn Johann bie Firma weiter, und zwar von 1502 bis 1531. Ein zweiter Sohn Schöffel, gleichfalls Peter genannt. druckte in Mainz, Worms, Straßburg unb Venedig Die Ge­schichte wird Peter Schöffer, Dem Mitarbeiter Gutenbergs unb Fasts. Die Anerkennung nicht vorenthalten können, daß ihm ein großes Ver­dienst an der Erfindung und praktischen Ein­führung der Duchdrackerkunst zuzuschreiben ist.