664/68
2 Mark.
ten hat.
705
*
warme Empfehlung verdenk.
533
I
\ ■■
an einem Einzelsalle bleme des Menschseins,
eines
der Grunbpro-
das von Schuld und
(539)
empfinden.
bk mailt
786
Weihnacht! - Bilder
wrm ki'j
Praktisches Weihnachtsgeschenk:
MAGGI® Suppen in Würfeln
MAGGI® Würze*
MAGGI® Fleisch brüh würfel
vielen Porträt» von Dichtern aller Zetten, der Musik kalendec und der Wander kalender mit schönen Landschaftsaufnahmen au» Deutschland, Spanien und Italien. Jeder Aalender tostet
Kalender für den Weihnachtstisch.
— Der Verlag W. Spemann gibt auch in diesem Jahre wieder seine bekcinnten, reich und wirkungsvoll illustrierten Aalender heraus, die jedes Interessengebiet berücksichtigen. Es liegen un8 vor: der Alpenkalender, der Kunstkalender mit prächtigen Wiedergaben klassischer Kunst, der Literatur kalender mit
erweckte. — 2ll» Führer der türkischen Armee in Mesopotamien starb der Feldmarschall 1916 fern der Heimat nach einem Leben, das in großer und stiller Vaterlandsliebe und unermüdlicher Schafsenkraft nur dem Vaterlande gegol-
Sühne. Einer der berühmtesten Aerzte seiner Zeit sieht im Mittelpunkte der Handlung. Ein Mann, dem die Kraft gegeben war, zu fast unerreichbaren Höhen vorzudringen — bis er dort, wo er menschlich einfach handelt, in die Tiefe zurückgeschleudert wird. Der Roman ist geschrieben mit einem bewundernswerten Sinne für Nuancen, für die Kunst der Steigerung. Prachtvoll lebendig sind die Szenen hin- gestellt, von der ersten im Glasbläserdorfe bis zur letzten, der atemveraubenden, dramatischen im Schwurgerichtssaale. Er verbindet auf das glücklichste eine Fülle von Fragen, welche die Gegenwart beschäftigen, mit tiefer allgemein-menschlicher Pro-
fir. J
Di t jlöliati*
2 9U,*sr Atichsp'l" lohn, o schein«" e'" IMS« b ttrn|Pr< ijril-g lag u"6 ,
MU"' JJ MWltO"
bet1
Abfc
>Derl
Kreisen D arbeite iiommcn ' Dettacht telt
Am j bann oie über die 7 Mn nimr Entschei »frb.
Bei der spielte vor eine große ganz bestir stellt wurd kretischen neuen V gen verösf auogehl in der Ei schritte on zeitbestimr gleichzeitig Washin unter der und W Kch der 3 lerne N>> Jen Sojiali ' nicht aus betten eine hing, die \ o auch die Ur rend es fas den Frage lösen. Mch die Fraktic Partei und zu den ergi Äellung ji
Sie foi tion gab n il llhr aber
Die sozl Itlittwod, o spricht, daß Handlungen düng einer wird Dann kl)len Be werden.
Fast alle ichluh der das Cn die gro dem Wg bleibe, aie um ihm geben, es als näc Präsident kanzler der Regiei m a n i a" ( der Dinge M dos Z, verhindert i Flucht d 5Cn kv omchaten bUdung sei blrk und tvmmende binett mit bovn mög( bedanken- l?b>eigendc tonne.
s. Auch j
Sozial! . ugenbljck ^r Parte das b, tzrre. $e»p IjSWn 1
!?^aldenm Arche ' Führers a in »faikf « ^-e ®°oialbCm die
Partei < 5" d°» Kartei J
ti
— Der Deutsche Kalender 1926. Hera»s2egeben von der Reichszentral« für Deutsche Verkehrswerbung, ist für jung und alt, für Schule und Haus ein Anschauungs- und Dildungsmittel bester Art, ein nationales Bilderbuch im schönsten Sinne deS Wortes. Eindringlicher als irgeirdwelche Beschreibung sprechen die sorgfältig gewählten und vortrefflich w'.eder- geaebenen 122 Bilder, erinnern an all das Schöne und Bedeutende, was Deutschland sein eigen nennt. Verlag Carl Gerber K.-G., München. 767 — Abel & Müllers Iugendkalender. (Verlag Abel & Müller in Leipzig.) In buntem Wechsel der verschiedenfarbigen reich bebilderten Blatter werden in enger Beziehung zum Kalen- barhim Gedichte und Prosastücke unserer besten deutschen Dichter gebracht. Die Auswahl ist mit icherem literarischen Urteil und mit. oioftem Der- tändnis für die Kindertümlichkeit getroffen Worten. Rückseitig sind die Blätter mit gut geschriebenen, kurzen lebensgeschichtlichen Angaben zu den kalendarischen Gedenltagen versehen. 802
— Deutscher Werlkalender 1 926. herausgegeben von der Reichszenlrale fürDeutsche Verkehrswerbpng unter Mitw.rkung deS Reichsverba ndes der Deutschen Industrie, ist soeben im 2. Jahrgang im Deutschen 'Werbeverlag Earl Gerber, München erschienen. Dieser Abreißkalender. der bei seinem erstmaligen Erscheinen im vorigen Jahre eine gute Aufnahme gefunden hat. zeigt aus 122 Blättern auf gutem Kunst- druckpapier in sorgfältig ausgewählten, glänzenden Bildern das schaffende Deutschland. Gs ersteht die Welt des deutschen Fleißes und ter deutschen Arbeit m.t ihren stolzen Leistungen in Industrie und Tech.rik vom gigantischen Hochofen bis zum edelsten kunstgewerblichen Srzer:gnis in bunter Reihe und überraschender Vielseitigkeit.
768
Groß und Klein
Dae billigste Weihnachtegeechenh
Überall su haben
— D i e Ukrainerin. Von Martin Otto Johannes. Zweite Auslage. (Heimatschollen- Verlag. QL Bernecker. Meldungen.) Halbleinen. 3.50 Mk. Trotz des in die Ferne weisenden Titels ein Heimatbuch, ein durchaus deutsches Buch. ..Eine Geschichte aus dem Herzen Deutschlands", wie der .Untertitel besagt. Schauplatz ist das burgengekrönte Werratal. Schauplatz im erweiterten Sinne ist daS überaus starke, deutsche Gefühlsleben. Aus den Tälern und Höhen der Heimat läßt der Dichter feine Gedanken in weite Fernen gehen, mißt heimische Sitte. Brauch und Art an fremdem Volksleben. Ein Werk von seltener Spannung und Gindruckskraft. 810
— Otto Soyka: „5 m Bann der Welle". Engelhorns Romanbibliothek 38. Reihe, Bd. 24 (Verlag Engelhorns Nfl., Stuttgart). Soykas Thema ist stets der modernste Me.ifch mit allen seinen Besonderheiten. Jede neue Erfindung, jedes charakteristische Merkmal der Zeit ist diesem Autor wertvoll für die Darstellung seines Hauptthemas. Diesmal ist es der Versuch, der Menschheit eine Erfindung — nämlich die des Rundfunks — wegzunehmen und sie persönlichen Zwecken dienstbar zu machen. Der Held der Erzählung schmiedet sich als neue Kampfwaffe d a s W o r t, mit dem er jeden erreichen kann. Er weiß die Welt in Bewegung zu fetzen, ja Geistes- reoolutionen hervorzurufen, bis er schließlich der Stärke eines Gefühls erliegt, das dem Gedanken überlegen ist. Ein ungemein spannender Roman des geistreichen und originellen Erzählers. 853
— Mitternächtliche Beichte. Von Georges Duhamel (Newa-Verlag, Berlin.) — Das Buch fesselt den Leser in hohem Maße. Feingeschllf- sene Sprache, vackende Gestaltungskraft und eine selten reizvolle Art der Milieuschilderung geben diesem Druckwerk eine besondere Note. 1445
— Han» von Hülsen: Der Kelch und die Brüder. (Verlag Ph. Reclam in Leipzig.) Gebunden 7,50 Mark. — Der Roman behandelt
Hessischer Obersörsler-Derband.
Der 2 5. Verbandstag wurde dieser Tage in Frankfurt a. M. abgehaltcu. Trotz der großen Kälte waren über 60 Grünröcke der Einladung gefolgt. Der Vorsitzende, Odersorstmeister Heyer begrüßte die Versammlung und hieß insbesondere den Landforstmeister Hesse und die weiteren Re gwrungsoertreter willkommen. Er gab einen Rück blick über das abgelaufene Verbandsjahr. Der Ver band hessischer Forstrefercndare wurde mit dem Oberförsteroerband vereinigt. Das Verhältnis mH dem Verband hessischer Förster und Forstschreiber ist ein gutes. Das tarn besonders deutlich zum Ausdruck bei der Weihe des gemeinsamen Gefallenen denkmals für Oberförster, Förster, Forstschreiber und Forststudenten am 2. Oktober l. 5- auf den- Alteburgskopf bei Schotten. Großes Gewicht muß auf eine berufsständische Vertretung gelegt werden. Der Verband ist z. Z. durch seinen Vorsitzenden im Reichssorstoerband, Reichssorstwirtschaftsrat und Reichswirtschaftsrat vertreten. Es muh unbedingt gefordert werden, daß in dem neuen Reichswirl- fchaftsrat die Forstwirtschaft ihrer Bedeutung ent sprechend stärker vertreten ist al» setzt geplant. Die Forstwirtschaft ist ein werbender Betrieb und das Rückgrat der Staatsfinanzen, sie darf nicht Immer durch den Abbau beunruhigt werden. Hier muß einmal Schicht gemacht werden: denn ein werben der Betrieb kann nur durch Ruh« und Stetigkeit höchste Leistungen erzielen. Es wird dringend gefordert, datz die Anfangsbeioldungsgruope für den Amtsvorstand die Gruppe Xi wird. Obwohl Ober* forftmeifler Heyer wiederholt gebeten harte, von feiner Wiederwahl zum 1. Vorsitzenden Abstand zu nehmen, bat ihn die Versammlung dringend, eine solche wieder anzunehmcn. Freudig wurde seine Wiederwahl begrüßt.
Auö dem Amtsvcrkündigun^Sblatt.
** Das Amtvoerkündigungsblatt Nr. 97 vom 15. Dezember enthält: Hochspannungsleitungen und Baugesuche. — Abhaltung von Tanzbelustigungen. — Fleischbeschaustempel. — Filmvorführung über „Erste Hilfe bei Unglücksfällen". — Gefunden, verloren.
schaftsgeschlchte. Deutschland» Kolonialwerk im schwarzen Erdteil unter der Leitung von mage- mutigen und oorausschauenden Bremischen Handelsherren wird in „Nodenkampp Söhn e" in den Mittelpunkt gestellt. Das zweite Werk „I. E. Rathmann und Sohn" schildert die ernste, pflichtbewußte Arbeit des stolzen Hamburger Handelshauses Godefroy und gleichzeitig die Geschicke der alten Freien Reichs- und Hansestadt feit der Gründung des Reiches unter der Leitung kluger Staatsmänner, wie der unvergessene Bürgermeister Burchard einer war, und wie sie heute mit ernstem, klugem Blick aus ihren dunklen Staatsroben in der Heldengalerie der Hamburger Kunsthalle seltsam herniederschauen auf eine andere Welt. Der dritte Band führt in die allerjüngste Vergangenheit: „Kaufmann aus Mühlheim", ein Hugo-Stinnes-Noman ist em Wagnis, das heute vielleicht auch einem stärkeren Dichter als Jünger nicht gelingen konnte. Schon in den beiden früheren Bänden droht die Darstellung äußerlicher Begebenheiten, die fast an Berichterstattung lokaler Ereignisse erinnert, häufig die psychologische Entwicklung der Charaktere zu überwuchern, in diesem letzten, der angesichts des behandelten Stoffes auf starkes Interesse stoßen wird, wird zwar der Versuch gemacht, uns den Menschen Stinnes näher zu bringen, aber der Verfasser bleibt in den Ansätzen stecken. Dazu erscheinen von unserem heutigen Wissen aus manche wirtschaft- liche Momente schief gesehen, so daß es einem unvoreingenommenen Leser nicht leicht wird, sich ein Bild von dem Menschen Stinnes und der wahren Bedeutung seines Schaffens zu machen. Das muß auch wohl einer späteren Generation auf Grund einer gründlicheren Erforschung der wirtschaftlichen Zu- sammenhänge und einer kühleren Beurteilung der für uns ja kaum erst abgeschlossenen eigenartigen Wirtschaftsperiode Vorbehalten bleiben. Trotz dieser .Einwande bleibt die Trilogie als Ganzes eine anregende Lektüre (Verlag her Hinftorffschen Buchhandlung in Wismar in Mecklenburg). 536 — Eva Gotting „Starks Jugend". Roman. (Verlag Deutschs D.ichgemeinscbaft m. b. H., Berlin.) In der. Rotzeit unserer Tage ist die Lektüre eines guten Buches In hohem Maße geeiqn-et, einen Lichtblick zu b etsn, um neue Kräfte zu sammeln für den harten Daseins- lamH. Da wird man gern zu einem lebens- bej den Buche greifen, wie es uns die Dichter. n;t d esem Werke bietet. Sich jung und
fta'.t fühlen, ist heute mehr denn je not, und wohl dem, der sich die Erkenntnis deS Hcld'n dieses Duch-s beim A blick des w rbelnden, schäumm- den Meeres zu eigen macht, der es jubelnd hinausruft: „Wir sind es. wir alle! Siner gegen den enteren und doch im anderen, vom anderen mit fortgeriffen, aber alle stark, jung!“ Gin Buch für unsere Zeit, dessen Lektüre neben hohem Genuß starke innere Bereicherung vermittelt und
— Ma rmaduke Pickthall, Glanz, Liebe und Tod des Fischers Said. Gin Abeirteuer-Roman aus dem wirklichen Orient. Berechtigte Heberfetjung aus dem Englischen von Paul Fohr. Preis in Ganzleinen 8 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Das Buch ist orientalisch bis in jede Pore und morgenländisch mit allen Sinnen. Es ist phantastisch und realistisch, erotisch und abenteuerlich, leidenschaftlich und farbig, vor allen Dingen aber ist es künstlerisch eine Meisterleistung, der sich auf dem Gebiete der exotischen Erzählung in der seitherigen und zeitgenössischen europäischen Literatur nichts vergleichen läßt. Liebhaber von .Tausend und eine Rächt" werden diesem Werke die Geschichte des Fischers Said gleichstellen, wenn nicht höher. In ihm scheint die Psyche des Morgenlandes konzentriert wie in einer glühend duftenden Gssenz. 614
— Nathanael Jünger, der sich durch eine Reche guter niederdeutscher Romane bereits einen Namen gemacht hat, gibt in einer Romantrilogie bedeutsame Ausschnitte aus der deutschen Wirt-
Arno Holz gegenwärtig beschäftigt ist. In diesen freien Rhythmen entfaltet der Dichter einen Glanz und Reichtum der Sprache und zeigt zugleich eine Tiefe und Echtheit des Empfindens, die in der modernen deutschen Lyrik kaum ihresgleichen haben. Dav Buch ist in einem großen Format, wie es die eigentümliche Vervform des Dichters verlangt, in Breitkopf-Fraktur von der Offizin Breitkopf (I. W. Zanders, Bergifch-Gladbach) gedruckt und von dem bekannten Berliner Graphiker Max Hert» totg mit charakteristischen Holzschnitt-Vignetten geschmückt, deren zartes Grün mit dem Schwarzweiß des Druckbildes sich zu einer gefälligen Farbenharmonie verbindet. Da das Werk nur den Mitgliedern der Gesellschaft der Freunde der Deutschen Bücherei zugesandt wird, und zwar diesen gratis, als Gegengabe für ihre Mitaliedsbeiträge, dürfte es der Gesellschaft viele neue Mitglieder zusähren. 598
— Arnold Ulik Barbaren (in Leinen gebunden 8.50 Mk.. Verlag von Albert Langen in M nAen). Es sieht beinahe so auS als könne er gar nicht aus Gurova stammen, dieser Arnold Ülitz, der da mit weiten, federnden Schritten über eine Erde schreitet, die unter feinen Füßen h ng erscheint, wie am ersten Sage, ta^enti, leuchtenden Angesichtes und doch ist der Ernst und der Sinn der Jahrtausende Europas in den Augen dieses Dichters, der mit Ti anenfänften Blöcke wälzt, die Berge sind, 6d)ic*fale gefaltet, die Pro chetien von Vol'er- schicksalen bedeuten. — „Ararat", .Das Testament". und nun holt er xum dritten großen Wurse aus. — Eine Robinsonade ans dem hohen Borden, aus Ultima Thule. Ein Märchen aus Menschheilea fang n Eine Schickfalstvagödie des letzten Berühmtesten einer im hoh n Vörden verschollenen wißen'chaftlichen ©* ■>e>ition. Eine Clownerie toller Bocksvrünge, wahnsinnig- vhantastischer Einfälle und urw lthast-ausbrüll n der Liebesabenteuer. Eine Gespachte, die sich ein Träumer erzählt, durch dessen Vhantasie- krasl gciu,e Klüngel von Schriftstellern versorgt werden könnten auf Jahrzehnte hinaus. Gin Buch der Weisheit, in dem das schlichte und gewaltige Wort gesprochen wird: Die Liebe ist geschaffen, daß wir den Tod vergessen. 722
- Simm Kröger, Heimkehr. Skizzen aus meinem Leben. In Leinen 3,50 Mk., in Halb- lebet 5 Mk. Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg Dichter sche Phantasie gestaltete in diesen Sk^ze.i kleine Kunstwerke, über denen Grdgerach und Sonnenglan) schwebt, und die teils durch ihren heiteren Humor, teils durch ihre schlichte Tragik uns menschlich nahekommen. Wer zugleich den Dichter und den Menschen Simm Kröger kennen und — waS hier dasselbe ist — schätzen lernen möchte, greife zu diesen von köstlichem Humor getragenen Geschichten. 779
— Georg Hirschfeld: Der Mann im Morgendämmer. (Vertag Ph. Reclam. Preis 10 Mk.) Der Titel von Georg Hjrschfelds jüngster Schöpfung „Der Mann im Morgendämmer" verkündet ein Programm, eine Hoffnung: Der neue Tag graut, der mannhafte deutsche Mensch, aus den Fiebern der Nacht erwachend, hält Umschau, erkennt und geht dem Licht entgegen. Damit fit der Grundgedanke des Romans auf die knappste Formel gebracht worden. 781
— Rudolf Huch: Hans der Träumer. (Verlag Ph. Reclam. Preis 8 Mk.) Huch erzählt die Geschichte der Jugend des letzten Sproßen einer verarmenden Familie. Kindbeit, Schuljahre, Studentenzeit, ein früher Tod, ein Auslölchen — damit sind die Stationen der Handlung festgelegt. Tausend Möglichkeiten, in der Liebe, im Korps, in der Kunst, finden keine einzige Erfüllung: bis Hans Fadricius zu der Einsicht des Mißverhältnisses zwischen Erlebnis-Willen und Erlebnis-Fähigkeit kommt. Wie ein todwundes Tier geht er dann in die Einsamkeit und stirbt. 785
— Der mysteriöse Kavalier. Roman von Rud. Strotz. (Verlag Aug. Scherl, Berlin.) — Wieder ein prächtiges Stratz-Buchl Der Roman fesselt durch die reizvolle, meisterhafte Erzähler- und Gestaltungskunst, die diesem Dichter eigen ist, und die ihn zu den beliebtesten Autoren gemacht hat. Beste Empfehlung an die Leserwelt ist für dieses Buch eine «Älbstverständlichkeit. 1538
— John Galsworthy. auch weiten Kreisen in Deutschland von der Bühne her bekannt als scharfer Kritiker der gegenwärtigen GeseN- schafi, deren Moral er tn einer Reihe von Tendenzdramen geißelte, verdient auch mit feinen Romanen unsere Beachtung. Einer feiner letzten, „D e r Patrizier" (Verlag von Paul Zsolnay in Wien), schildert da- Leben eines britischen Grandseigneurs unserer Tage, nicht ohne Kritik, ironisch und witzig, immer geschmackvoll. Galsworthy ist vielleicht nicht unbefangen genug, um ein zuverlässiger Führer zum Verständnis dieses merkwürdigen Volkes und seiner noch merkwürdigeren Oberschicht fein zu können, trotzdem wird man die Lektüre als Bereicherung
— Gras Brockdorff-Rantzau, Dokumente und Gedanken uin Versailles. Broschiert 3 Mk., Halbleinwand 4 Mk. Der Botschafter des Deutschen Reiches in Moskau hat sein vor einigen Jahren in einer unvollständigen Ausgabe erschienenes Werk vollständig umgearbeitet und gibt es jetzt, ergänzt und stofflich wie gedanklich neu geordnet, in einer Volksausgabe des Verlages für Kulturpolitik in Berlin neu heraus. Das ganze Programm der Rantzauschen Polittk, die Gründe feiner L!nterschristsverweig:rung und seine Versuche, statt eines Dil'a.es Friedens- Verhandlungen zu erzielen, werden bis in die Details sichtbar. Für den Kampf um Versailles, der heute noch gekämpft wird, vereinigt dieser Band a'les Wesentlichste.' er gibt — mit den Worten des Verfassers „die Grundlagen des Kampfes, die gedankliche Schlachtordnung, sein geistiges Wafsenzeug .... Was der Staatsmann an fern? Gegner oder an die Männer richtete, denen er in der Heimat Beran Wartung schuldete, ist in den „Dokumenten niedergelegt." 707
Schöne Literatur.
— Jakob Schaffner: Die Glücks- fIscher. (Union Deutsche VerlagegcseUschafk in Stuttgart.) Wenige Wochen nach seinem 50. Geburtstage schenkt Jakob Schaffner, der deutsch- jchwcizerische Dichter, der weitverbreiteten Gemeinde feiner Leier wieder einen neuen großen Ro- vian. Die Gliickstischer sind kein Ereignisroman mit vielen Geschehnissen. Um so gewichtigeres Lob bedeutet es, daß man das Buch von Seite zu Seite mit zunehmender Spannung und Anteilnc.hme lieft. Wie diese Menschen ihre großen und kleinen Erlebnisse durchcmpfinden, wie sie sich selbst suchen, verlieren und finden müssen, ist so wahrhaftig und eigenartig mit dem Dichtergeiste Schaffners ge,chaut und so lebendig geformt, daß cs packt und mitreißt. Nicht jene vornehmlich dem Abwegigen und Kranken zugewandte zerfasernde moderne Seelenanatomie treibt Schaffner, sondern bei ihm runben sich aus der Darstellung vor Kleinem und Einzelnen wie aus bunten Molaiksteinchen Gesamtbilder von Menschen mit ausgesprochener Individualität, immer blutwarmen Lebens voll, — Gestalten, die mit ihrem Leid und Freud' jedem von uns nahe und verwandt erscheinen und über ihr Einzelschicksal hinaus Bilder alles Allgemein-Menschlichen bieten. Und hinter diesem bald heiteren, bald ernsten, bald krausen, bald ergreifenden Mosaik, das in allem des Diästers Feingefühl für das Bildhafte und für die Kräfte der Sprache erkennen läßt, fDüren wir i den Meister, besten Figuren zufammengcyalten sind von der eigenen, tiefen dichterischen Zusammenfchau der Dinge. Was diesen neuen Schaffner besonders verschönt, Ist der herzliche Humor, der auf seinem innersten Grunde (legt und feine Kraft zieht aus der Liebe des Dichters zum Leben um des Lebens willen, sofern es nur recht und tüchtig und vor ollem sich selbst getreu Ist. 836
— Otto Wirz, Novelle um Gott. (Verlag Engelhorn, Stuttgart.) Gewiß war es für Wirz schwer, nach den „Gewalten eines Toren" Neues zu geben. Denn ein Werk von solcher Umfassung und Erfüllung mußte sich wie eine Mauer rund um den
' Dichter legen, durch die kaum noch ein Tor in un- betretenes Land führt. Aber er entging diesen Schwierigkeiten und allen unseren aufrichtigen Befürchtungen auf würdige und schöne Art: warf den Ballast der Wirklichkeit, Diesseitigkeit — und damit der iym entsprechenden Schriststellerel — von sich und flog mit der Leichtigkeit der reinen Seele geradezu über die Mauer weg, in die Weite gottjuge- roanbter Dichtung. Mit besserem Recht noch, als jedes andere „höhere" Kunstwerk trägt seine Novolle den Titel „Um Gort". Unmittelbarer, zielsicherer wurde die Allmacht noch nie in den Mittelpunkt eines Gedichts gestellt und wirkte umgekehrt in jede Szene, jede Gestalt, jedes Wort herein, so daß alles Einzelne aus ihr allein feine Wahrheit und fein eigentliches Leben empfängt. Alle die un- dinghaften i)inge der Novelle find keineswegs mit idealischem Schwung mit der Sprache des Ethos dargeftellt, sondern In einer Jo handfesten, wirklich, keitsnahen und doch zugleicy gedankenvollen Diktion gegeben, wie sie mir heute neben Wirz nur noch sein Schweizer Landsmann Schaffner zu handhaben scheint (ohne damit mehr als ein gemeinsames Ziel anbeuten zu wollen. Wirz' Sprache ist viel ausgepflügter, sehnsüchtiger, die Jakob Schaffners runder und gewißer). Wirz überbrückt den scheinbar unlöslichen Widerspruch, daß seine Gestalten, obschon sie vor dem Ewigen sich ihres letzten Eigenwertes beaeben, dennoch dieses Ewige für unser Gefühl in die Welt bannen und nahe bringen. Es gelingt ihm durch seine inbrünstige Gestaltungskraft, zwischen den vier seltsamen Personen seiner Novelle als fünfte den Unpersönlichen er- stehen zu lassen, auf den alle Taten und Worte zielen, von den kräftigen Blasphemien des alten Wild bis zu den mühsamen Grübeleien des jungen Theologen, von der senilen Demut der Großmutter bis zu dem unweidlich-herrifchen Trotz des Mädchens. Jeder Eharakter schafft und formt fein Teil an Gott, und aus den Teilen wird plötzlich der Ganze, Genindete, der beinahe unter ihnen zu stehen scheint im Gang der Dichtung und schließlich, wie sie mit der majestätisch-symbolischen Verschlingung von Zeugen und Sterben endet und sozusagen zu Boden sinkt, als der Große, Eine über alles ragt. Ja, die Novelle bad heißen: „Novelle um Gort", denn ein Gott, ein seltsamer, aber ein kraftvoller Gott ist in ihr Gestalt geworden." (770) W. E. Schäfer.
— „Neun Liebesgedichte" von Arno Holz bringt soeben die Gesellschaft der Freunde der Deutschen Bücherei zu Leipzig ihren Mitgliedern als Jahresgabe für 1924 dar. Es handelt sich hier um einen Ausschnitt aus dem Lebenswerk des Dichters, dem „Phantasus", mit besten Neugestaltung
Dae festlich geschmückte
VPeihnachteheft bringt viel schöne VlZe ihnachts^Geechichten Weihnachte-Gedichte
s


