Ausgabe 
16.12.1925
 
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vielen Porträt» von Dichtern aller Zetten, der Musik kalendec und der Wander kalender mit schönen Landschaftsaufnahmen au» Deutschland, Spanien und Italien. Jeder Aalender tostet

Kalender für den Weihnachtstisch.

Der Verlag W. Spemann gibt auch in diesem Jahre wieder seine bekcinnten, reich und wirkungsvoll illustrierten Aalender heraus, die jedes Interessengebiet berücksichtigen. Es liegen un8 vor: der Alpenkalender, der Kunstkalender mit prächtigen Wiedergaben klassischer Kunst, der Literatur kalender mit

erweckte. 2ll» Führer der türkischen Armee in Mesopotamien starb der Feldmarschall 1916 fern der Heimat nach einem Leben, das in großer und stiller Vaterlandsliebe und unermüd­licher Schafsenkraft nur dem Vaterlande gegol-

Sühne. Einer der berühmtesten Aerzte seiner Zeit sieht im Mittelpunkte der Handlung. Ein Mann, dem die Kraft gegeben war, zu fast unerreichbaren Höhen vorzudringen bis er dort, wo er menschlich einfach handelt, in die Tiefe zurückgeschleudert wird. Der Roman ist geschrieben mit einem bewunderns­werten Sinne für Nuancen, für die Kunst der Steigerung. Prachtvoll lebendig sind die Szenen hin- gestellt, von der ersten im Glasbläserdorfe bis zur letzten, der atemveraubenden, dramatischen im Schwurgerichtssaale. Er verbindet auf das glück­lichste eine Fülle von Fragen, welche die Gegenwart beschäftigen, mit tiefer allgemein-menschlicher Pro-

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Der Deutsche Kalender 1926. Hera»s2egeben von der Reichszentral« für Deutsche Verkehrswerbung, ist für jung und alt, für Schule und Haus ein Anschauungs- und Dildungsmittel bester Art, ein nationales Bilder­buch im schönsten Sinne deS Wortes. Eindring­licher als irgeirdwelche Beschreibung sprechen die sorgfältig gewählten und vortrefflich w'.eder- geaebenen 122 Bilder, erinnern an all das Schöne und Bedeutende, was Deutschland sein eigen nennt. Verlag Carl Gerber K.-G., München. 767 Abel & Müllers Iugendkalender. (Verlag Abel & Müller in Leipzig.) In buntem Wechsel der verschiedenfarbigen reich bebilderten Blatter werden in enger Beziehung zum Kalen- barhim Gedichte und Prosastücke unserer besten deutschen Dichter gebracht. Die Auswahl ist mit icherem literarischen Urteil und mit. oioftem Der- tändnis für die Kindertümlichkeit getroffen Wor­ten. Rückseitig sind die Blätter mit gut geschrie­benen, kurzen lebensgeschichtlichen Angaben zu den kalendarischen Gedenltagen versehen. 802

Deutscher Werlkalender 1 926. herausgegeben von der Reichszenlrale fürDeutsche Verkehrswerbpng unter Mitw.rkung deS Reichs­verba ndes der Deutschen Industrie, ist soeben im 2. Jahrgang im Deutschen 'Werbeverlag Earl Gerber, München erschienen. Dieser Abreiß­kalender. der bei seinem erstmaligen Erscheinen im vorigen Jahre eine gute Aufnahme gefunden hat. zeigt aus 122 Blättern auf gutem Kunst- druckpapier in sorgfältig ausgewählten, glänzen­den Bildern das schaffende Deutschland. Gs er­steht die Welt des deutschen Fleißes und ter deutschen Arbeit m.t ihren stolzen Leistungen in Industrie und Tech.rik vom gigantischen Hochofen bis zum edelsten kunstgewerblichen Srzer:gnis in bunter Reihe und überraschender Vielseitigkeit.

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Groß und Klein

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D i e Ukrainerin. Von Martin Otto Johannes. Zweite Auslage. (Heimatschollen- Verlag. QL Bernecker. Meldungen.) Halbleinen. 3.50 Mk. Trotz des in die Ferne weisenden Titels ein Heimatbuch, ein durchaus deutsches Buch. ..Eine Geschichte aus dem Herzen Deutschlands", wie der .Untertitel besagt. Schauplatz ist das burgengekrönte Werratal. Schauplatz im erwei­terten Sinne ist daS überaus starke, deutsche Ge­fühlsleben. Aus den Tälern und Höhen der Heimat läßt der Dichter feine Gedanken in weite Fernen gehen, mißt heimische Sitte. Brauch und Art an fremdem Volksleben. Ein Werk von seltener Spannung und Gindruckskraft. 810

Otto Soyka:5 m Bann der Welle". Engelhorns Romanbibliothek 38. Reihe, Bd. 24 (Verlag Engelhorns Nfl., Stuttgart). Soykas Thema ist stets der modernste Me.ifch mit allen seinen Be­sonderheiten. Jede neue Erfindung, jedes charakte­ristische Merkmal der Zeit ist diesem Autor wertvoll für die Darstellung seines Hauptthemas. Diesmal ist es der Versuch, der Menschheit eine Erfindung nämlich die des Rundfunks wegzunehmen und sie persönlichen Zwecken dienstbar zu machen. Der Held der Erzählung schmiedet sich als neue Kampf­waffe d a s W o r t, mit dem er jeden erreichen kann. Er weiß die Welt in Bewegung zu fetzen, ja Geistes- reoolutionen hervorzurufen, bis er schließlich der Stärke eines Gefühls erliegt, das dem Gedanken überlegen ist. Ein ungemein spannender Roman des geistreichen und originellen Erzählers. 853

Mitternächtliche Beichte. Von Ge­orges Duhamel (Newa-Verlag, Berlin.) Das Buch fesselt den Leser in hohem Maße. Feingeschllf- sene Sprache, vackende Gestaltungskraft und eine selten reizvolle Art der Milieuschilderung geben die­sem Druckwerk eine besondere Note. 1445

Han» von Hülsen: Der Kelch und die Brüder. (Verlag Ph. Reclam in Leipzig.) Gebunden 7,50 Mark. Der Roman behandelt

Hessischer Obersörsler-Derband.

Der 2 5. Verbandstag wurde dieser Tage in Frankfurt a. M. abgehaltcu. Trotz der großen Kälte waren über 60 Grünröcke der Einladung ge­folgt. Der Vorsitzende, Odersorstmeister Heyer begrüßte die Versammlung und hieß insbesondere den Landforstmeister Hesse und die weiteren Re gwrungsoertreter willkommen. Er gab einen Rück blick über das abgelaufene Verbandsjahr. Der Ver band hessischer Forstrefercndare wurde mit dem Oberförsteroerband vereinigt. Das Verhältnis mH dem Verband hessischer Förster und Forstschreiber ist ein gutes. Das tarn besonders deutlich zum Aus­druck bei der Weihe des gemeinsamen Gefallenen denkmals für Oberförster, Förster, Forstschreiber und Forststudenten am 2. Oktober l. 5- auf den- Alteburgskopf bei Schotten. Großes Gewicht muß auf eine berufsständische Vertretung gelegt werden. Der Verband ist z. Z. durch seinen Vorsitzenden im Reichssorstoerband, Reichssorstwirtschaftsrat und Reichswirtschaftsrat vertreten. Es muh unbedingt gefordert werden, daß in dem neuen Reichswirl- fchaftsrat die Forstwirtschaft ihrer Bedeutung ent sprechend stärker vertreten ist al» setzt geplant. Die Forstwirtschaft ist ein werbender Betrieb und das Rückgrat der Staatsfinanzen, sie darf nicht Immer durch den Abbau beunruhigt werden. Hier muß einmal Schicht gemacht werden: denn ein werben der Betrieb kann nur durch Ruh« und Stetigkeit höchste Leistungen erzielen. Es wird dringend ge­fordert, datz die Anfangsbeioldungsgruope für den Amtsvorstand die Gruppe Xi wird. Obwohl Ober* forftmeifler Heyer wiederholt gebeten harte, von feiner Wiederwahl zum 1. Vorsitzenden Abstand zu nehmen, bat ihn die Versammlung dringend, eine solche wieder anzunehmcn. Freudig wurde seine Wiederwahl begrüßt.

Auö dem Amtsvcrkündigun^Sblatt.

** Das Amtvoerkündigungsblatt Nr. 97 vom 15. Dezember enthält: Hochspan­nungsleitungen und Baugesuche. Abhaltung von Tanzbelustigungen. Fleischbeschaustempel. Filmvorführung überErste Hilfe bei Unglücks­fällen". Gefunden, verloren.

schaftsgeschlchte. Deutschland» Kolonialwerk im schwarzen Erdteil unter der Leitung von mage- mutigen und oorausschauenden Bremischen Han­delsherren wird inNodenkampp Söhn e" in den Mittelpunkt gestellt. Das zweite WerkI. E. Rathmann und Sohn" schildert die ernste, pflichtbewußte Arbeit des stolzen Hamburger Han­delshauses Godefroy und gleichzeitig die Geschicke der alten Freien Reichs- und Hansestadt feit der Gründung des Reiches unter der Leitung kluger Staatsmänner, wie der unvergessene Bürgermeister Burchard einer war, und wie sie heute mit ernstem, klugem Blick aus ihren dunklen Staatsroben in der Heldengalerie der Hamburger Kunsthalle seltsam herniederschauen auf eine andere Welt. Der dritte Band führt in die allerjüngste Vergangenheit:Kauf­mann aus Mühlheim", ein Hugo-Stinnes-Noman ist em Wagnis, das heute vielleicht auch einem stär­keren Dichter als Jünger nicht gelingen konnte. Schon in den beiden früheren Bänden droht die Darstellung äußerlicher Begebenheiten, die fast an Berichterstattung lokaler Ereignisse erinnert, häufig die psychologische Entwicklung der Charaktere zu überwuchern, in diesem letzten, der angesichts des behandelten Stoffes auf starkes Interesse stoßen wird, wird zwar der Versuch gemacht, uns den Menschen Stinnes näher zu bringen, aber der Ver­fasser bleibt in den Ansätzen stecken. Dazu erscheinen von unserem heutigen Wissen aus manche wirtschaft- liche Momente schief gesehen, so daß es einem unvor­eingenommenen Leser nicht leicht wird, sich ein Bild von dem Menschen Stinnes und der wahren Bedeu­tung seines Schaffens zu machen. Das muß auch wohl einer späteren Generation auf Grund einer gründlicheren Erforschung der wirtschaftlichen Zu- sammenhänge und einer kühleren Beurteilung der für uns ja kaum erst abgeschlossenen eigenartigen Wirtschaftsperiode Vorbehalten bleiben. Trotz dieser .Einwande bleibt die Trilogie als Ganzes eine an­regende Lektüre (Verlag her Hinftorffschen Buch­handlung in Wismar in Mecklenburg). 536 Eva GottingStarks Jugend". Roman. (Verlag Deutschs D.ichgemeinscbaft m. b. H., Berlin.) In der. Rotzeit unserer Tage ist die Lektüre eines guten Buches In hohem Maße geeiqn-et, einen Lichtblick zu b etsn, um neue Kräfte zu sammeln für den harten Daseins- lamH. Da wird man gern zu einem lebens- bej den Buche greifen, wie es uns die Dich­ter. n;t d esem Werke bietet. Sich jung und

fta'.t fühlen, ist heute mehr denn je not, und wohl dem, der sich die Erkenntnis deS Hcld'n dieses Duch-s beim A blick des w rbelnden, schäumm- den Meeres zu eigen macht, der es jubelnd hinausruft:Wir sind es. wir alle! Siner gegen den enteren und doch im anderen, vom anderen mit fortgeriffen, aber alle stark, jung! Gin Buch für unsere Zeit, dessen Lektüre neben hohem Genuß starke innere Bereicherung vermittelt und

Ma rmaduke Pickthall, Glanz, Liebe und Tod des Fischers Said. Gin Abeirteuer-Roman aus dem wirklichen Orient. Berechtigte Heberfetjung aus dem Englischen von Paul Fohr. Preis in Ganzleinen 8 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Das Buch ist orientalisch bis in jede Pore und morgenländisch mit allen Sinnen. Es ist phantastisch und rea­listisch, erotisch und abenteuerlich, leidenschaftlich und farbig, vor allen Dingen aber ist es künst­lerisch eine Meisterleistung, der sich auf dem Gebiete der exotischen Erzählung in der seitheri­gen und zeitgenössischen europäischen Literatur nichts vergleichen läßt. Liebhaber von .Tausend und eine Rächt" werden diesem Werke die Ge­schichte des Fischers Said gleichstellen, wenn nicht höher. In ihm scheint die Psyche des Mor­genlandes konzentriert wie in einer glühend duf­tenden Gssenz. 614

Nathanael Jünger, der sich durch eine Reche guter niederdeutscher Romane bereits einen Namen gemacht hat, gibt in einer Romantrilogie bedeutsame Ausschnitte aus der deutschen Wirt-

Arno Holz gegenwärtig beschäftigt ist. In diesen freien Rhythmen entfaltet der Dichter einen Glanz und Reichtum der Sprache und zeigt zugleich eine Tiefe und Echtheit des Empfindens, die in der mo­dernen deutschen Lyrik kaum ihresgleichen haben. Dav Buch ist in einem großen Format, wie es die eigentümliche Vervform des Dichters verlangt, in Breitkopf-Fraktur von der Offizin Breitkopf (I. W. Zanders, Bergifch-Gladbach) gedruckt und von dem bekannten Berliner Graphiker Max Hert» totg mit charakteristischen Holzschnitt-Vignetten ge­schmückt, deren zartes Grün mit dem Schwarzweiß des Druckbildes sich zu einer gefälligen Farben­harmonie verbindet. Da das Werk nur den Mit­gliedern der Gesellschaft der Freunde der Deutschen Bücherei zugesandt wird, und zwar diesen gratis, als Gegengabe für ihre Mitaliedsbeiträge, dürfte es der Gesellschaft viele neue Mitglieder zusähren. 598

Arnold Ulik Barbaren (in Lei­nen gebunden 8.50 Mk.. Verlag von Albert Langen in M nAen). Es sieht beinahe so auS als könne er gar nicht aus Gurova stammen, dieser Arnold Ülitz, der da mit weiten, federn­den Schritten über eine Erde schreitet, die unter feinen Füßen h ng erscheint, wie am ersten Sage, ta^enti, leuchtenden Angesichtes und doch ist der Ernst und der Sinn der Jahrtausende Europas in den Augen dieses Dichters, der mit Ti anenfänften Blöcke wälzt, die Berge sind, 6d)ic*fale gefaltet, die Pro chetien von Vol'er- schicksalen bedeuten.Ararat", .Das Testa­ment". und nun holt er xum dritten großen Wurse aus. Eine Robinsonade ans dem hohen Borden, aus Ultima Thule. Ein Märchen aus Menschheilea fang n Eine Schickfalstvagödie des letzten Berühmtesten einer im hoh n Vör­den verschollenen wißen'chaftlichen ©*>e>ition. Eine Clownerie toller Bocksvrünge, wahnsinnig- vhantastischer Einfälle und urw lthast-ausbrüll n der Liebesabenteuer. Eine Gespachte, die sich ein Träumer erzählt, durch dessen Vhantasie- krasl gciu,e Klüngel von Schriftstellern versorgt werden könnten auf Jahrzehnte hinaus. Gin Buch der Weisheit, in dem das schlichte und gewaltige Wort gesprochen wird: Die Liebe ist geschaffen, daß wir den Tod vergessen. 722

- Simm Kröger, Heimkehr. Skizzen aus meinem Leben. In Leinen 3,50 Mk., in Halb- lebet 5 Mk. Verlag Georg Westermann, Braun­schweig und Hamburg Dichter sche Phantasie ge­staltete in diesen Sk^ze.i kleine Kunstwerke, über denen Grdgerach und Sonnenglan) schwebt, und die teils durch ihren heiteren Humor, teils durch ihre schlichte Tragik uns menschlich nahe­kommen. Wer zugleich den Dichter und den Men­schen Simm Kröger kennen und waS hier dasselbe ist schätzen lernen möchte, greife zu diesen von köstlichem Humor getragenen Ge­schichten. 779

Georg Hirschfeld: Der Mann im Morgendämmer. (Vertag Ph. Reclam. Preis 10 Mk.) Der Titel von Georg Hjrschfelds jüngster SchöpfungDer Mann im Morgendämmer" ver­kündet ein Programm, eine Hoffnung: Der neue Tag graut, der mannhafte deutsche Mensch, aus den Fiebern der Nacht erwachend, hält Umschau, erkennt und geht dem Licht entgegen. Damit fit der Grundgedanke des Romans auf die knappste Formel gebracht worden. 781

Rudolf Huch: Hans der Träumer. (Verlag Ph. Reclam. Preis 8 Mk.) Huch erzählt die Geschichte der Jugend des letzten Sproßen einer verarmenden Familie. Kindbeit, Schuljahre, Studen­tenzeit, ein früher Tod, ein Auslölchen damit sind die Stationen der Handlung festgelegt. Tau­send Möglichkeiten, in der Liebe, im Korps, in der Kunst, finden keine einzige Erfüllung: bis Hans Fadricius zu der Einsicht des Mißverhältnisses zwischen Erlebnis-Willen und Erlebnis-Fähigkeit kommt. Wie ein todwundes Tier geht er dann in die Einsamkeit und stirbt. 785

Der mysteriöse Kavalier. Roman von Rud. Strotz. (Verlag Aug. Scherl, Berlin.) Wieder ein prächtiges Stratz-Buchl Der Roman fesselt durch die reizvolle, meisterhafte Erzähler- und Ge­staltungskunst, die diesem Dichter eigen ist, und die ihn zu den beliebtesten Autoren gemacht hat. Beste Empfehlung an die Leserwelt ist für dieses Buch eine «Älbstverständlichkeit. 1538

John Galsworthy. auch weiten Krei­sen in Deutschland von der Bühne her bekannt als scharfer Kritiker der gegenwärtigen GeseN- schafi, deren Moral er tn einer Reihe von Tendenzdramen geißelte, verdient auch mit feinen Romanen unsere Beachtung. Einer feiner letzten, D e r Patrizier" (Verlag von Paul Zsolnay in Wien), schildert da- Leben eines britischen Grandseigneurs unserer Tage, nicht ohne Kritik, ironisch und witzig, immer geschmack­voll. Galsworthy ist vielleicht nicht unbefangen genug, um ein zuverlässiger Führer zum Ver­ständnis dieses merkwürdigen Volkes und seiner noch merkwürdigeren Oberschicht fein zu können, trotzdem wird man die Lektüre als Bereicherung

Gras Brockdorff-Rantzau, Do­kumente und Gedanken uin Versail­les. Broschiert 3 Mk., Halbleinwand 4 Mk. Der Botschafter des Deutschen Reiches in Mos­kau hat sein vor einigen Jahren in einer un­vollständigen Ausgabe erschienenes Werk voll­ständig umgearbeitet und gibt es jetzt, ergänzt und stofflich wie gedanklich neu geordnet, in einer Volksausgabe des Verlages für Kulturpolitik in Berlin neu heraus. Das ganze Programm der Rantzauschen Polittk, die Gründe feiner L!nterschristsverweig:rung und seine Versuche, statt eines Dil'a.es Friedens- Verhandlungen zu erzielen, werden bis in die Details sichtbar. Für den Kampf um Versailles, der heute noch gekämpft wird, ver­einigt dieser Band a'les Wesentlichste.' er gibt mit den Worten des Verfassersdie Grundlagen des Kampfes, die gedankliche Schlachtordnung, sein geistiges Wafsenzeug .... Was der Staats­mann an fern? Gegner oder an die Männer richtete, denen er in der Heimat Beran Wartung schuldete, ist in denDokumenten niedergelegt." 707

Schöne Literatur.

Jakob Schaffner: Die Glücks- fIscher. (Union Deutsche VerlagegcseUschafk in Stuttgart.) Wenige Wochen nach seinem 50. Ge­burtstage schenkt Jakob Schaffner, der deutsch- jchwcizerische Dichter, der weitverbreiteten Ge­meinde feiner Leier wieder einen neuen großen Ro- vian. Die Gliickstischer sind kein Ereignisroman mit vielen Geschehnissen. Um so gewichtigeres Lob be­deutet es, daß man das Buch von Seite zu Seite mit zunehmender Spannung und Anteilnc.hme lieft. Wie diese Menschen ihre großen und kleinen Er­lebnisse durchcmpfinden, wie sie sich selbst suchen, verlieren und finden müssen, ist so wahrhaftig und eigenartig mit dem Dichtergeiste Schaffners ge,chaut und so lebendig geformt, daß cs packt und mitreißt. Nicht jene vornehmlich dem Abwegigen und Kran­ken zugewandte zerfasernde moderne Seelenanato­mie treibt Schaffner, sondern bei ihm runben sich aus der Darstellung vor Kleinem und Einzelnen wie aus bunten Molaiksteinchen Gesamtbilder von Menschen mit ausgesprochener Individualität, im­mer blutwarmen Lebens voll, Gestalten, die mit ihrem Leid und Freud' jedem von uns nahe und verwandt erscheinen und über ihr Einzelschicksal hinaus Bilder alles Allgemein-Menschlichen bieten. Und hinter diesem bald heiteren, bald ernsten, bald krausen, bald ergreifenden Mosaik, das in allem des Diästers Feingefühl für das Bildhafte und für die Kräfte der Sprache erkennen läßt, fDüren wir i den Meister, besten Figuren zufammengcyalten sind von der eigenen, tiefen dichterischen Zusammenfchau der Dinge. Was diesen neuen Schaffner besonders verschönt, Ist der herzliche Humor, der auf seinem innersten Grunde (legt und feine Kraft zieht aus der Liebe des Dichters zum Leben um des Lebens willen, sofern es nur recht und tüchtig und vor ollem sich selbst getreu Ist. 836

Otto Wirz, Novelle um Gott. (Ver­lag Engelhorn, Stuttgart.) Gewiß war es für Wirz schwer, nach denGewalten eines Toren" Neues zu geben. Denn ein Werk von solcher Umfassung und Erfüllung mußte sich wie eine Mauer rund um den

' Dichter legen, durch die kaum noch ein Tor in un- betretenes Land führt. Aber er entging diesen Schwierigkeiten und allen unseren aufrichtigen Be­fürchtungen auf würdige und schöne Art: warf den Ballast der Wirklichkeit, Diesseitigkeit und damit der iym entsprechenden Schriststellerel von sich und flog mit der Leichtigkeit der reinen Seele ge­radezu über die Mauer weg, in die Weite gottjuge- roanbter Dichtung. Mit besserem Recht noch, als jedes anderehöhere" Kunstwerk trägt seine No­volle den TitelUm Gort". Unmittelbarer, ziel­sicherer wurde die Allmacht noch nie in den Mittel­punkt eines Gedichts gestellt und wirkte umgekehrt in jede Szene, jede Gestalt, jedes Wort herein, so daß alles Einzelne aus ihr allein feine Wahrheit und fein eigentliches Leben empfängt. Alle die un- dinghaften i)inge der Novelle find keineswegs mit idealischem Schwung mit der Sprache des Ethos dargeftellt, sondern In einer Jo handfesten, wirklich, keitsnahen und doch zugleicy gedankenvollen Dik­tion gegeben, wie sie mir heute neben Wirz nur noch sein Schweizer Landsmann Schaffner zu handhaben scheint (ohne damit mehr als ein ge­meinsames Ziel anbeuten zu wollen. Wirz' Sprache ist viel ausgepflügter, sehnsüchtiger, die Jakob Schaffners runder und gewißer). Wirz überbrückt den scheinbar unlöslichen Widerspruch, daß seine Gestalten, obschon sie vor dem Ewigen sich ihres letzten Eigenwertes beaeben, dennoch dieses Ewige für unser Gefühl in die Welt bannen und nahe bringen. Es gelingt ihm durch seine inbrünstige Ge­staltungskraft, zwischen den vier seltsamen Personen seiner Novelle als fünfte den Unpersönlichen er- stehen zu lassen, auf den alle Taten und Worte zie­len, von den kräftigen Blasphemien des alten Wild bis zu den mühsamen Grübeleien des jungen Theo­logen, von der senilen Demut der Großmutter bis zu dem unweidlich-herrifchen Trotz des Mädchens. Jeder Eharakter schafft und formt fein Teil an Gott, und aus den Teilen wird plötzlich der Ganze, Genindete, der beinahe unter ihnen zu stehen scheint im Gang der Dichtung und schließlich, wie sie mit der majestätisch-symbolischen Verschlingung von Zeugen und Sterben endet und sozusagen zu Bo­den sinkt, als der Große, Eine über alles ragt. Ja, die Novelle bad heißen:Novelle um Gort", denn ein Gott, ein seltsamer, aber ein kraftvoller Gott ist in ihr Gestalt geworden." (770) W. E. Schäfer.

Neun Liebesgedichte" von Arno Holz bringt soeben die Gesellschaft der Freunde der Deutschen Bücherei zu Leipzig ihren Mitgliedern als Jahresgabe für 1924 dar. Es handelt sich hier um einen Ausschnitt aus dem Lebenswerk des Dich­ters, demPhantasus", mit besten Neugestaltung

Dae festlich geschmückte

VPeihnachteheft bringt viel schöne VlZe ihnachts^Geechichten Weihnachte-Gedichte

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