Mittwoch, 16. Dezember 1925
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Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)
Nr. 294 Drittes Blatt
Für den Weihnachtsbüchertisch
1875
Für die Jugend
U/16
Vom Heiraten.
von
752
Honen.
769
er gut gegen alle sein . .
758
Leipzig.)
1410
sei das Buch bestens empfohlen.
Gabe für den Weihnachtsttsch!
717
'einer Persönlichkeit ausgedrückt hat.
804
•Läufer
•Malten
Linoleum * -Teppiche •Läufer .Stückware
Cocos
zu scheitern oder bei den Menschen auf Unverständnis für seine weitgesteckten Ziele zu stoßen. Dann steigt Bitterkeit und Härte bis zur Brutalität in ihm auf. „Heute wollte er gut gegen alle sein", so beginnt das Buch, immer wieder kehrt das Motiv, aber die Entwicklung führt über den Mißerfolg, der ihn, den Begabtesten unter seinen Altersgenossen auch im praktischen Leben verfolgt, in den Abgrund. Als ein Dutzend Jahre zuvor Ragnar Europa verläßt, bleibt das Weib seiner Leidenschaft zurück. Run erfährt sein Sohn vom Schicksal des Vaters. Wird es ihn niederdrücken, ihn mit hinwegspülen? Er bäumt sich dagegen auf mit der ganzen Kraft seiner Jugend. Er kämpft mit sich wie einst sein Vater als Kind mit sich gerungen hat: „Heute wollte
Iberhessen), ^uszeiciuii^~ Massige Qualität mwandfrel lb9ebrannt In der zuGroßen-linden
— Birger Ssöberg: Das gesprengte Quartett. Aus dem Schwedischen von Gustav Morgenstern. Die Stärke dieses Schweden ist frische Situationskomik und ein Reichtum an humorvollen Einfällen. Er ist nicht tiefsinnig, löst keine Welträtsel, hat aber eine Sicherheit, Menschen und Verhältnisse zu sehen und zu gestalten, und trotz aller Kritik eine Güte, die für olle ein gutes Wort findet, alle zum Reden bringt und gern menschliche Dokumente parodiert. (Verlag Grethlein & Co.,
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August Strindberg, Vom Heira Reue Ehegeschichten. (Aus dem Schwedischen Heinrich Goebel. In Ganzleinen 3,80 Mk.) „Es ist die bei Strindberg (1849—1912) wohltuende Seite dieser Erzählungen, daß er hier über den Parteien steyt: so daß das Weib vielleicht sogar auffallend gut wegkommt. Der beste Instinkt für das gesunde natürliche Grundwesen der Ehe tritt klar, man kann
Politik und Geschichte.
— 3n der bekannten Sammlung .Krdner- TaschenauSgaben" erschien als Band 19/20 Geschichte deS deutschen Volke- von Konrad Sturmhoefel. l.Teil: Don den Anfängen dis zum Lode Friedrichs des Großen. 2. Teil: Dom Lode Friedrich- des Großen biL zum Ausbruch des deutsch-französischen Krieges. Mit je 4 Bildnissen. Zwei Bände, jeder einzeln käuflich In Ganzleinen je 2,50 Mk. Sturm- hoesels ruhiger Blick für das Entscheidende, die Kunst, den vielfältigen Faden der Geschichte klar zu ziehen und die Persönlichkeiten durch eine Fülle feiner Einzelzüge anschaulich zu machen, erscheint in keinem seiner Werke so vollendet ttne in diesem. Es erwächst unparteiisch au- genauester Kenntnis. Groh geschaute Zusammenhänge ordnen die Darstellung, die ernst und in vaterländischer Wärme gehalten ist. (Alfred Kröner Verlag, Leipzig.) — Als Fortsetzung mag man Albrecht Wirth- Deutsche @e° schichte von 1 870 bi- zur Gegenwart betrachten. (3n Ganzleinen gebunden 3,25 Mk.) Mit dem unbeirrten Blick des Mannes, der die groben Geschehnisse, von denen er berichtet, ander Aähe sah, zeichnet der berühmte Welt- reisende und Gegenwartbetrachter die deutsche Politik und Gesamtgeschichte der letzten fünfzig Jahre. Erschütternd in der Vorwärtsdrängen- den Fülle sachlicher Einzelheiten, die durch ein- gestreute Dokumente und Memoirenstücke Zeitfarbe erhalten, stellt das Buch Personen und Schicksale, die Bewegungen deS politischen und Wirtschaftslebens greifbar nah und klar vor den Blick des Lesers. Für den heutigen Deutschen, vor allem die vaterländ-sch denkende junge Generation, ist es die Einführung in das DerständniS der großen Wirklichkeiten unv unS her, nach der sie lange gesucht hat. 759/60
— Karl Esselborn: Hessen - D arm- stad t. ein Heimatbuch. Es gibt wenig deutsche Länder, deren geschichtliche Landkarte bunter ist als die des Staates Hessen, dessen heutige Gestaltung in letzter Linie auf den Wiener Kongreß zurückgeht. Die politische Einheit hat sich stärker erwie'en als die Stammesgemeinschast. Aus diese Grunde ist auch die sich aus mehreren ftultur- mittelpunkten ergebende außerordentliche Fülle be$ Stoffes, die für ein hessisches Heimatbuch der Sammlung Fr. Brandstetters zu berücksichtigen war, den politischen Grenzen entsprechend eingeteilt worden. Das Heimatbuch für den Volks- staat Hessen, herausgegebcn von Professor Dr. jur. et Phil. Karl Esselborn, will in erster Linie den heutigen Zustand des Landes widerspiegeln und befaßt sich mit der Vergangenheit nur insoweit, als erforderlich ist, um die Gegenwart zu verstehen. Ein Heimatbuch von dem Umfang des vorliegenden kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, das Beste, das es bieten kann, ist Anregung zu weiterem Studium. Gleichwohl gibt die bunte und doch sinnvolle Zusammenstellung von 132 erlesenen Poesie- und Pvosa- beiträgen, darunter viele Originalbeiträge, tn 4 Abschnitten, Der Dolksstaat Hessen im allgemeinen, Die Provinz Starkenburg, Die Provinz Oberhessen, Die Provinz Rheinhessen, und die Zusammenarbeit von 77 der besten Kenner de- Landes, ein wohlabgerundetes Bild, das jeden Heimatbuchfreund erfreuen wird, zumal stimmungsvolle Federzeichnungen von der Künstlerhand des Landschaftsmalers Walter Möller den Text aufs glücklichste ergänzen und dem ganzen Bande zum Schmucke dienen. (Verlag von Friedrich Brandstetter in Leipzig. Preis in Ganzleinen 6,50 Mk.) 848
— Emil Ludwig hat sich einen Ramen gemacht weniger durch seine wenigen, aber interessanten farbigen Romane, oder seine Dramen, als durch feine historischen Essays und feine Biographien — man scheut sich, diese Bezeichnung zu gebrauchen — großer Perscn ichkeiten wie Goethe und Rapoleon. Sie bieten in der zugänglichen Art ihrer Diktion, in der Herausstellung des Psychologischen und des Milieu- (des Menschlichen, allzu Menschlichen) viel Zn» iHressantes. Prickelndes, Amü antes, freilich eine md)t ungefährliche Lektüre für Leser, die ihre Geschichtslenntnisse ein,ig und allein von Herrn Ludr^z zu beziehen gedenken. Sein neueste- OpuD, das sich die Person des letzten Kaiser- vorknöpft, ist nun durchweg un.rireulidjer Ra- tur. iEinil Ludwig: Wilhelm II., verlegt bei Ernst Rowohlt in Berlin.) Wollte schon Herr Ludwig das erste abschließende Buch über die Persönlichkeit des letzten Kaisers nicht den Federn zünftiger Historiker überlassen, so war es immerhin eine Frage des Geschmacks, ob man noch zu-Lebzeiten Wilhelms II. mit diesem Buch an die Oeffentlichkeit treten mußte. Wenn Ludwig behauptet, für fein Werk nur Quellenwerk« benutzt zu haben, die von Herren aus der nächsten Umgebung des Kaisers herrühren, so ist da- richtig. Mer wie sie verwandt wurden, verrät eine Einseitigkeit des Verfassers, die auch Leute, die sich keineswegs zu Bewunderern des letzten Kaisers und seines Regimes rechnen, in Harnisch bringen kann. Das Buch bringt gegenüber der ja sehr reichen Memoirenliteratur an Tatsächlichem kaum Reues von Belang. Die brillierende Schreibweise des Verfassers, ein Wohlwollen das dem eines Psychiaters für feinen Patienten verzweifelt ähnelt, kann über die Tendenz des Buches nicht hmweg täuschen. ES dient schwerlich der Erkenntnis der historischen Wahrheit und ist keine Empfehlung weder für den „Historiker" noch für den Psychologen Ludwig. 580
— Generalfeldmarschall Freiherr Eolmar von der Goltz-Pascha: Leben und Briefe. Herausgegeben von Oberstleutnant Bernhard von Schmitcrlöw. (K. Z. Koehler. Verlag, Berlin und Leipzig.) Die Lebensgeschichte des berühmten Soldaten und Organiiators der türkischen Armee, dessen Rame einer der bedeutendsten in der Geschichte des deutschen Heeres ist, läßt fein bester Zug endfreund, der vor dem Tode des Marschalls von ihm noch zur Veröfsentlichung gewisser Aufzeichnungen autorisiert wurde, in aowechslungsreicher Form vorüberziehen. Von besonderer Bedeutung ist der üeberblld über 12 Dienstjahre in der türkischen Armee, in denen der General durch feine reorganisatorischen Maßnahmen die Beach mng oller mijitärilchen Kreise der ganzen Welt
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Woche in Gieren »24. Dezember bedrängt besonders schwer Greise, Arbeilsunfibige und den verarmten AilieislM beiiersamilien Die deutsche rrmag nicht mit arohen Einzel- Helsen, aber jeder kann mit st i Gabe den Bedürftigen $ife sen Deut'chen Reich finde,» om 15. Dezember 1925 Hi . 5 ein DMahilsbiie
Men der Deutschen Dtjilse s •erben auszegeben: mz.DnkaufspreMt0M. st . . . 0,20 „
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— Deutsches Knabenbuch. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. Ein Jahrbuch der Unterhaltung, Belehrung und Beschäftigung für Jungen von 12 bis 17 Zähren. Band 34. Mit zahlreichen ein- und mehrfarbigen Bildern. 10 RM. Wo die reifere deutsche Jugend ein anspruchsvolle- Interesse für wirklich gute Unterhaltung und sachgemäße Belehrung über das Reueste und Wissenswerte auf den verschiedensten Gebieten menschlichen Forscher- und Erfindungsdranges kundtut, wird man auch zum diesjährigen Weihnachtsfeste nach Thienemanns Deutschem Knabenbuch greifen müssen. Bereits eine ganze Generation Hal an diesen Jahres- gaben ihre Helle Freude haben dürfen, wachsen sie doch immer mehr in ihre treffliche Aufgabe hinein, unter Vermeidung von Einseitigkeit und älferlosigkeit der begeisterungsfähigen Jugend das Echte in zielbewuhte Absicht darzubieten. Deshalb finben die Knaben in dem ihnen gewidmeten Buch neben historischen Erzählungen spannende Schilderungen des Urwalds und Südpols. Auftähe über das Flellner-Rotorschiff, den Wandel des Lokomotivenbaues und die Welt- teilSlehre, Anregungen zu alpinem und Wassersport und andere- mehr. Dazu einen erlesenen Buchschmuck und zahlreiche prächtige Jllustra-
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— „Irrfahrten i m Lande des weißen Tode s", Erlebnisse und Taaeduchaufzeich- nungen des Ersten Steuermanns Albanow der Brussilow-Expedition (1912—1914) auf seiner Reise von Bord der „St. Anna" nach dem Kap Flora. Mit zwei Routenkarten und 15 Textbikdern. Herausgegeben von Dr. Leonid Breltfuß. (Verlag Friedrich Andreas Perthes-A.-G., Gotha-Stuttgart.) Als in den Augusttagen des Jahres 1914 der Erste Steuermann Albanow mit einem Begleiter a l s einzige Ueberlebende der im Juli 1912 mit einer Besatzung von 24 Mann unter Führung des russischen Leutnants z. S. Brussilow auf der „St. Anna" angetretenen Polarmeerfahrt zurückkehrte, loderten die Flammen des Weltkrieges. Jenes Ereignis wurde dadurch in den Hintergrund gedrängt, und nur wenig ist damals von dem Untergang der Brussilow-Expedition bekannt geworden. Deshalb war es eine dankbare Aufgabe, durch Veröffentlichung der Tagebuchaufzeichnungen und Erlebnisse des Steuermanns Albanow in dem vorliegenden Buche jenen Männern ein Denkmal zu setzen, die den Krallen des „weißen Todes" nicht zu entrinnen vermochten. Das Werk schildert in eindrucksvoller Weife die überaus gefahrvolle Schlittenreise Alba- nows, der sich mit 13 Begleitern von der Besatzung der im Eise eingeschlossenen und mit ihm abtreibenden „St. Anna" getrennt hatte, um den Versuch zu machen, zu Fuß 'Land zu erreichen. Rur ih :i und einem Begleiter sollte das gelingen: er erreichte nach endlosen Mühen Kap Flora. Zwölf seiner Kameraden fielen auf der Reise dem „weißen Tode" ebenso zum Opfer, wie das Schiff mit den auf ihm verbliebenen 10 Mitgliedern der Expedition. Im ganzen: ein vortreffliches Buch, das den Leser bis zur letzten Seite in Spannung hält. Eine schöne
schleudert, je nachdem, von welcher Seite man es anschaut. Aber die Teufel, welche man heute taufen kann, sind alle nur armselige Stümper gegen jenen Plimplamplauz, der sich aus seinem Kasten befreite und die Welt durch seine tollen Streiche in Aufregung setzte, bis er dann ein klägliches Ende fand. 746
— Hans Dominik, der Meister der populären Darstellung der Naturwissenschaftlichen For- ichungsergcbnisie, bringt in zwei vorzüglich ausge- statteten Bänden der bekannten Jugendbücherei des Berlages Richard Bong in Berlin „Das Buch der Physik" und „Das Buch derChemie", die neuesten Erfindungen und Entdeckungen auf beiden Gebieten in einer unterhaltenden spannenden Weise. Fast mühelos wird der jugendliche Leser in auch chroieriqere Probleme der Raturkenntnis eingeführt. 818/819
— Enderling, Paul, Di e Glocken von Danzig. Mit 4 ganzseitigen Bildern von Berthold Hellingrath. Halbleinen. 4 RM. K. Tbienemanns Verlag. Stuttgart. Paul Enderling hat auch seine Heimatstadt, dem deutschen Danzig, ein Buch gewidmet. Es spielt im Jahre 1577, wo die freie Stadt in heldenhaftem Kampfe gegen die gesamte Kriegsmacht des Polenkönigs Stephan Vathory siegreich blieb, und ihre deutsche Art und ihre Freiheit truhig wahrte. Von diesem denkwürdigen geschichtlichen Hintergrund hebt sich die Glchichte des jungen Jörg Giese ab, der, von a 'steuerlicher Fahrt im neuentdeckten Westen voll Heimweh nach der Vaterstadt zurückkehrend, sich durch tapfere Taten sich das Herz des Vaters gewinnt. 776
— Else Model, Die Katzenlore im Stadtmarierturm und andere Geschichten. 9 Erzählungen mit 4 farbigen und 10 schwarzen Bildern von Paul Hey. (K. Thienemanns Verlag, Stuttgart.) Die Jugend von 8 bis 12 Jahren liebt kurze, lebendige Erzählungen, die gerade einen Regennachmittag ausfüllen. Deshalb wird die vorliegende Sammlung bei Jungen und Mädchen das größte Interesse erwecken. Schon die prächtigen Bilder Paul Heys werden immer wieder von neuem zum Blättern in diesem Büchlein anregen. 777
Nordische Bücher.
Der skandinavische „Norden" ist zu einem bestimmten Kulturbegriff geworden, der eine fgm- pathisch lockende, eigenartige Macht auf den Deutschen ausübt. Man fühlt in der Tiefe troll aller Verschiedenheit der Voltscharaktere, trotz mancher politischen Unstimmigkeit die ursprüngliche germa- nische Verwandtschaft. Und nicht nur eine gemeinsame Herkunft und dunkle Vorzeit, von der viele Märchen und Mythen, Heldenlieder und Sagen erzählen, verbinden den Deutschen mit den Völkern de» Nordens, sondern auch eine parallele geistige Entwicklung und manche gemeinsame Ziele und Ideale. Besonders seit mehr als vier Jahrzehnten sind die stärksten Anregungen von den Dänen, Nor- roegern und Schweden ausgegangen, haben viele deutsche Geister in ihrer wejensoerwandten Eigen- art gestärkt und die deutsche Literatur- und Kultur- entwickldng befruchtet.
Zur Förderung dieser Wechselbeziehungen will die Sammlung Nordische Bücher des Verlages H. Haessel in Leipzig die wertvollsten Dokumente nordischer Geisteskultur in repräfentatioer Auswahl und unter großen Gesichtspunkten zusammenstellen.
In schmucken, grünen Leinenbänden liegen uns oor:
— Julius Berstl, Plimplamplauz. Leben, Streiche und klägliches Ende eines Teufels aus dem Kasten. Mit 4 mehrfarbigen Einschaltbildern und 12 einfarbigen Textbildern von Ernst Nutzer. In Ganzleinen 5 Mk. Verlag von Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. Für unsere jungen Freunde, Jungen und Mädel von 8 bis 14, hat Julius Berstl eine entzückende Märchengeschichte geschrieben. Dieser Plimplamplauz ist einer von den Teufeln, wie man sie auch heute noch auf den Jahrmärkten in einem bunten Kästchen kaufen kann und die, wenn man nichts ahnend den Deckel aufmacht, plötzlich aus ihrer Behausung emporschnellen und einen gruseln machen möchten. Wer einmal einen solchen Teufel aus dem Kasten gehabt hat, wird wissen, wie luftig ein solches Männlein auf seinen Spiralfeder-Beinen wippen kann, und wie es traurige oder bösartige Blicke
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heute noch die Zeit, sich in die sich immer weiter verzweige.iden Naturwissenschaften, in die riesigen gelehrten Bücher einzuarbeiten, wo er auf Schritt und Tritt über Begriffe stolpert, zu denen ihm die Voraussetzungen fehlen? Diesem Mangel ist durch das in deutscher Ausgabe erschienene Werk des norwegischen Professors Carl Stürmer abgeholfen. Die deutsche Ausgabe stammt von dem Astronomen der Leipziger Un'velsftätssternwarte Dr. I. Weber, der bekannte Buchkünstler Georg Baus hat sie in ein ansprechende- Gewand gekleidet. Raum je war ein Zeitalter in der Geschichte der Menschheit so reich an Entdeckungen wie die letzten 30 Jahre, und Professor Stürmers Werk ist der berufene Führer, jeden Wissensdurstigen ohie Voraussetzung bestimmter Vorbildung uer Vorkenntnisse in die bisher er- forschten Geheimnisie der Natur in fesselnder Weise einzuführen. ' 301
— Rothenburg und das Taubertal. Don Werner Köhler. (Verlag von Franz Schneider, Berlin SW.: Ladenpreis 8 Mk.) — Das Buch gehört zu den Perlen der deutschen Heimatschilde- rung. In Wort und Bild (190 Photographien!) auf gleich hoher Stufe stehend, vermag es auch den strengsten Ansprüchen zu genügen. Die buchdruck- künstierische Ausstattung dieses Werkes ist, wie beim Schneider-Verlag bekannt, hervorragend. Jedem Freund der deutschen heimatkundlichen Literatur
vielleicht sagen: erstaunlich hervor."
Zachris Topelius, Finnländische Märchen sind in Schweden ein allbeliebtes Hausbuch, bas durch ursprüngliche Naturfrische, zarte Innigkeit oder grotesken Humor entzückt. „Wunderliche und wunderbare Dinge weiß Topelius (1818 bis 1898) in seinen finnländischen Märchen zu erzählen.
Almquist ist als Erzähler E. Th. A. Hoffmann am nächsten verwandt, zugleich von bezaubernder Natursrische und einer dämonischen Kraft der Beobachtung, wie sie nach ihm nur Strindberg hot. Das Jagdschloß ist das Ideal Almquists, das er nur in her Phantasie erfüllt hat: auf dem Lande zu leben in voller Unabhängigkeit und sich mit seinen Verwandten und Freunden allabendlich auf dem „Schloß" beim Kaminfeuer zu treffen, um sich Geschichten von der ganzen Welt zu erzählen. Es ist der Rahmen, in den Almguilt sein gesamtes dichterisches Werk von 15 starken Bänden spannen wollte. — Don Zachris Topelius, dem in allen skandinavischen Ländern außerordentlich viel gelesenen romantischen Erzähler, unerschöpflich in der Fülle der Motive und stets fesselnd durch die Anmut seines Vortrages bringt die Sammlung ferner Die Herzogin von Finnland. Der Titel bezeichnet den Spitznamen für die schöne Bürger- mcifterstochter von Abo, die nach der Besetzung Finnlands durch die Rusien 1740 den edlen Änfüh- re- des feindlichen Heeres, den General Keith heiratet, denselben, der später Friedrich dem Großen diente. — Das Herz von Peter Egge ist stili-, stisch ein Meisterwerk in der strengen Geschlossenheit der Handlung, in einer neuen, frisch behauenen Sprache geschrieben, die herb und zugleich bildsam ist, daß auch die leisesten seelischen Vorgänge pla- stisch in ihr heroortreten. Damit in Einklang steht der Hauptcharakter des Buches: eine nordische Natur mit einem zarten liebebedürftigen Herzen, aber so verschlossen und wortkarg, daß er nicht sagen kann, was er fühlt: wenn er aber einmal redet, fq sind seine Worte so schwer und und bedeutungsvoll, daß sie den inneren Reichtum sahrelanger Sehnsucht und Qual ahnen lassen. — Verner o. Heiden st am trat 1889 als Künder einer neuen Stimmung»- und Phantasiekunst hervor, einer „Renaissance" gegenüber dem öden Natura- lismus, und besang zuerst den Orient und den Süden in unerhört neuen Rhythmen und Tönen. Später wurde er der große nationale Dichter, der namentlich die Zeit Karls XII. in einem prachtvollen monumentalen Prosastil feierte. Auch seine Sagen und Erzählungen, in denen er ungewöhnliche Mo- tive aus der Antike, der sagenhaften Vorzeit und der Geschichte Schwedens behandelt, sind beredtes Zeugnis von der Macht seiner Phantasie und dem Klang seines Stils. 634
— 3. Anker Larsen, Martha und Maria. Zwei Frauentypen führt Larsen durchs Leben, von den ersten Kinderjahren bis in ihr Alter. Mit einer scvst beklemmenden Einfühlung ist da- Leben dieser beiden kleinen Schwestern geschildert, die in ihrer Zartheit und Klugheit etwas unendlich Rührendes haben. Sie sehen unb fühlen Dinge, die andere nicht sehen, finden Symbole, die ihnen durchs ganze Leben hindurch ihre Kindheit erhalten. Trotz unbedeutender äußerer Geschehnisse erleben sie ew'.gkeits- aesättigte Augenblicke durch ihre offene Seele, in der sich eigenes und fremdes Leben wie in einem Brennpunkt zusammenfindet. Maria, die Träumerische, die von Ratur Ausgeglichene .wachst von Stufe zu Stufe, bis sie zum Segen aller seelisch Hilfsbedürftigen wird. Martha aber findet Lebensfreude. höchstes Glück, indem sie mühelos die Forderung des Tags erfüllt. Lächelnd und strahlend steht sie da im Bewußtsein, getan zu haben, was sie soll — ein Himmelreich inmitten der alltäglichen Kleinigkeiten. Unb über allem Tun und Lassen leuchtet ein Licht der ewigen Liebe, die alle Keime des Guten entfaltet. I. Anker Larsen hat ein tostbares Gut gehoben, das andere unbeachtet ließen, und es zu seinem eigensten Besitz gemacht: Es ist der Reichtum unseres Lebens, den wir uns leibst schaffen können. Sein Werk ist ein tiefes und reiches Buch (Verlag Grethlein & Eo. in Leipzig.) 793
— Gudmundur Kamban, Ragnar F i n s s o n. Roman. Berechtigte Uebertragung von Else von Hollander-Lossow. Ganzleinen 8,50 Mk. Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. Ein Kunstwerk, das in wundervoll geschauten Bildern jenen geheimnisvollen Zwang der Entwicklung ahnen läßt, unter dem sich Glied um Glied zur Kette menschlichen Schicksals zusammenfügt. Ein außergewöhnlich begabtes, alle Eindrücke innerlich verarbeitendes Kind ist dieser Ragnar Finnsson. Es scheint ihm Schicksal zu sein, gerade bann, wenn er das Gute will, wenn er nach dem Höchsten strebt, entweder an der Tücke des Objekts
Natur und Technik.
- Dr ehms Tierleben. In Auswahl herausgegeben und bearbeitet von Carl W. Reumann. (Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig. Sechs Bände mit 150 Bildtafeln, jeder Band über 600 Seiten Text. 3n Ganzleinen der Band 5 Mk., das Gesamtwerk 30 Mk.) — Gute Bücher find stets eine besondere Zierde des Weihnachtsgabentisches. Ramentlich unsere Jugend, deren ursprünglich gesunder Sinn von so mancherlei Kitsch- und Schmutzlektüre bedroht wird, sollte man mit den hohen Bildung-- und ülnterhal- tungswerten wirklich guter Bücher erfreuen, um die jungen Gemüter dadurch hinzulenken auf das Edle und Schöne, das trotz aller Riedrigkeiten dieser Zeit noch nicht verkümmert ist und auch nicht untergehen darf. Aber auch den meisten Erwachsenen wird ein gutes Buchwert ein lieber Freund in den Stunden der Muhe und ein belch- rerrder Förderer In dem Streben nach geistiger Vervollkommnung sein. Ein ausgezeichnetes Er- zeugnis unserer deutschen Dücherproduktion. das den edlen Bildung-- und ülnterhaltungsanforde- rungen vollkommen gerecht wird, ist das sechsbändige Werk „Brehms Tierleben". Dem Heraus-- geber und dem Verlag ist diese Erscheinung auf em Büchermarkt als eine vortreffliche Tat anzurechnen. In den ersten drei Bünden des Werkes werden die Säugetiere behandelt, der verte und der fünfte Band sind den Vögeln gewidmet, der sechste Band beschäftigt sich mit den Kriechtieren. Lurchen und Fischen. In erster Linie sind in dem Weick alle Tiere der deutschen Heimat berücksichtigt. von den Ausländern die nur bekanntesten, besonders fesselnden Vertreter. Wo immer man die Bände aufschlägt, da ist ihr Inhalt auher- ordenttich interessant, zumal die volkstümlich in Erzählerform gehaltenen Schilderungen durch reichen Bildschmuck, prächtige Naturaufnahmen und Zeichnungen erster Künstler wirksame Unterstützung erfahren. Jedem warmherzigen Freund der Natur und der Tierwelt, jedeln Jagdliebhaber, den Erwachsenen aller Stände, den Lehrern unserer Jugend, nicht zuletzt aber der Jugend selbst wird der Volks-Brehm, den man mit Recht als den Klassiker der Naturgeschichte bezeichnen dari, ein steter Quell der Belehrung und des edlen Genusses sein. Dieses echte Volksbuch, das seinen Besitzern immer ein wertvoller Freund fein wird, sollte auf keinem Weihnachtsgabentisch fehlen! 1519
— Aus den Tiefen des Weltenraums bis ins Innere derAtome. Don Prof. Carl
Stornier. (Verlag Brockhaus, Leipzig, geheftet 5Mk., Halb!. 6Mk.) An den größten Wundern gehen wir mit verbunden Augen vorüber, weil keiner uns den Blick dafür öffnet. Denn welcher Laie hat
— Rachdenkliches und Heiteres aus den er st en Jahrzehnten der Eektrotechnik von Dr. 3ng. h. c. Heinrich Voigt. IR. Voigtländers Verlag in Leipzig.) Eine Geschichte der Entwicklung der Eleftro- technik ist das Buch nicht. Es ist mehr. Es ist ein Rückblick auf die ersten Jahre der Elektrotechnik und auf die Arbeit der Männer, die an dem Kamvfe teilnahmen, der zu dem heutigen Stande führte, und ohne die das stolze Gebäude, von dem aus heute die Ströme von Licht und Kraft sich über das Land ergießen, nie hätte errichtet werden können. Es ist ein Erin nerungebuch. wie es sein soll, verfaßt von einem Mitkämpfer, der ebmso wie die Männer.
deren Leben und Werk er schildert, der sich
entwickelnden ClektroteL, nik den Stempel auch


