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tung und Wirtschaft. Zur Forstausbildung tonnen mir solche Soldaten zagelassen werden, die aus der Fdrsterlaufbahn hervorgegangen sind und möglichst die Forßgchilfenprüfung abgelegt Haden. Der praktische forstliche Unterricht beginnt im 4. Dienstjahr und dauert ebenfalls bis zum 12. Dienstjahr. Ts finden jährliche Lehrgänge von verschiedet-.er Dauer und zu verschiedenen Jahres­zeiten statt, um den Erfordernissen der praktischen Forstwirtschaft gerecht zu werden.

Die Stellenverringerung bei allen Behörden des staatlichen und städtischen Beamtentums und der Gemeinden zwingt dazu, auch die größte Anzahl der Deamtenanwärter vorläufig im freien Erwerbsleben unterzubringen. An alle arbeit- gebenden Kreise des Handels und der Industrie, der Land- und Forstwirtschaft, des Gewerbes und der Technik ergeht daher die Aufforderung, an der Unterbringung der Heeresangehörigen in dringendem vaterländischen Interesse mitzu- Wirken. Dann werden nicht allein wertvolle Ar­beitskräfte der deutschen Wirtschaft zugeführt, sondern zugleich auch die Grundlagen für den sicheren Bestand von Heer und Heimat geschaffen.

Turnen, Sport und Spiel

Erfolgreicher Saisonbeginn der 19OOer Leichtathleten.

Die Rationalen Wettkämpfe des F. C. Weh­lar am 9. und 10. d. M., die den Abschluß der Jubiläums-Sportwoche bildeten, sahen auch die Leichtathleten des S. C. 19 0 0 am Start.

Zu den am Samstagnachmittag stattgehabten Jugendwettkämpfen hatte die Abteilung ihr Auf­gebot an Jugendlichen fast vollständig zur Stelle. Aber die Sportklub-Jungens dominierten nicht nur in der Masse, sondern waren auch beste Klasse. Der 9. Mai wird ein Ruhmestag der Jugendabteilung bleiben. Denn es ist gewiß nichts Alltägliches, daß man bei einer Betei­ligung aus Kassel (Hess.-Preuh.), Duhbach (D. f. R.), Marburg, Weilburg und Wehlar selbst von 13 ausgetragenen Wettbewerben 10 gewinnt und noch 4 zweite und 4 dritte Preise an feine Fahne heftet. Den Bogel schoß hier Völker (Jahrg. 09/10) mit 4 ersten Plätzen ab. Die Manier und Leichtigkeit, mit der er die 100 Mtr., 600 Mtr., den Weitsprung und das Kugelstoßen gewann, war verblüffend. Der Rächsterfolgreiche war L a i ch i n g e r, der über 60-Mtr.-Hürden und im Speerwerfen für Jahrg. 07/08 sicherer Sieger blieb. Auch G u p o t. der zum erstenmal den Gießener Löwen auf der Brust trug, ließ sich gut an und riß den Hochsprung mit 1,48 Meter für Jahrg. 07/08 an sich. Zweifellos eins der in jeder Hinsicht schönsten Rennen lief der 800-Mtr»Mann Depperling.Hessen-Preußen Kassel hatte über diese Strecke einen nahezu ebenbürtigen Mann im Rennen, den der viel­versprechende Gießener erst nach hartem Kampf und taktisch hochstehendem Lauf mit 5 Mtr. hinter sich lassen konnte. Zeit 2,15 Min. Zum würdigen Abschluß der Reihe derErsten" seien die 4xlOO-Mtr.-Staffelsiege in der jüngsten (11 und jüngere) und letzten Jugendklasse genannt, letztere Staffel infolge guter DurchschnittSleistung gegen die aufstrebenden Butzbacher gewonnen. Die zweiten Plätze verteilten sich wie folgt: DiskuS (07/08): Depperling; Kugelstoßen (09/10): Rohrbach II; 100 Mtr. (11 und jüngere): Schütz; 4xlOO-Mtr.-Staffel (11 und jüngere) S. C. 1900 II. Mannschaft. Die dritten Plätze fielen zu: 60-Mtr.-Hürden (07/08): Hopfen­müller; Hochsprung (07/08): Laichinger; 600 Mtr. (09/10): Rohrbach II; 100 Mtr. (11 t und jüngere): Müller.

Die Aktiven, die übrigens nicht vollständig I antreten konnten man mußte z. B. auch noch auf R. Fischer verzichten, waren am fol- ' genden Tag vor eine weit schwierigere Aufgabe gestellt. Denn Paulus hatte dank seiner guten Beziehungen eine Konkurrenz am Platze, die sich sehen lassen tonnte. Erwähnt sei nur der neue Rekord im beidarmigen Steinstohen durch den früheren deutschen Meister Söllinger (A.S.C. Darmstadt). Für die 1900er langte es diesmal nut für Plätze und Achtungserfolge, die aber wertvoller sein dürften als mancher Erste. Mit der Mannschaft Becker, Langloh, Bach­mann wurde man im Mannschaftsspeerwerfen mit 113 Mtr. hinter A.S.C. Darmstadt Zweiter. Eine weit bessere Leistung als beim Mannschafts- Werfen bot Becker in der Ginzelkonkurrenz, wo er mit 43,75 Mtr. auf den 3. Platz kam. Die 4xlOO-Mtr.°Staftel wurde in neuer Besetzung (Langlotz, Dirken stock, Bachmann, Grün) durch unglückliche Wechsel weit zurück» geworfen, hielt sich aber trotzdem noch mit 46,8 S. hinter S. C. 1900 Koblenz und Phönir-Karlsruhe an 3. Stelle. Sehr gut aus der Affäre zog sich der junge Rohrbach über 1500 Mtr. offen. Bei 18 Mann starker Beteiligung wurde er in 4,28 Min. 20 Mtr. hinter dem ehemaligen deut­schen 800-Mtr.-Meister Amberger, Karlsruhe, guter Vierter.

Znm 52. Gauturnfest des Turngaues Hessen.

<£ Friedberg, 14. Mai. Die Vorbereitun­gen zum 5 2. Gauturnfest des Turngaues Hessen (D. T.) sind in vollem Gange. Bei der hiesigen Turngemeinde liegen sie in guten Händen. Der festgebende Verein hat zahlreiche Aus­schüsse gebildet, in denen alle Kreise der Bevölkerung vertreten und mit Begeisterung an der Arbeit sind. Vorbildlich hat sich der Wohnungsausschuß betätigt. Heute schon sind über 7 0 0 Freiquartiere für die Turner des Gaues gesichert, dabei ist der Stadt­teil Fauerbach, der sich auch zur Uebernahme von Gästen bereit erklärt hat, noch nicht einbegriffen. So viel steht jetzt schon fest: Massen quartiere wird es beim diesjährigen Gauturn- f e st nicht geben. Für die Friedberger Dürger- j'chaft ist dieses schöne Zeichen der Gastfreundschaft eine beachtenswerte Leistung, die umso höher ein- zuschätzen ist, als auch hier große Wohnungsnot herrscht und die Studierenden an der polytechnischen Lehranstalt, die die meisten freien Zimmer gemietet haben, um die Zeit des Festes noch nicht in Ferien

sind. In Vorbereitung tft ein Festbuch, das ti. a. eingehend die Geschichte der Turngemeinde schildern und damit auch einen wertvollen Beitrag zur Ge­schichte des Gaues Hessen liefern wird, denn die Turngemeinde, die 1845 gegründet wurde, also noch früher als der Gießener Turnverein, ist einer der ältesten Turnvereine Mitteldeutschlands, der in den ersten Jahren seines Bestehens von derTurnsperre" betroffen wurde und schwer mit der Reaktion zu kämpfen hatte.

Turuvereiu von 1860 Bad Nauheim

<£ Bad-Nauheim, 12. Mai. Der Turn­verein 18 6 0 gestaltete am Sonntag sein groß- angelegtes Anturnen zu einem rechten Schau- und Werbeturnen. Am Dormitag waren die Volkstümlichen" vollzählig auf dem Plan und boten in Leistungsprüfungen einen schönen Sport. Der Nachmitag galt dem Spiel. Die Handball- abteilungen des Vereins standen den Unter-Lie­derbacher Turnfreunden gegenüber. Die gleich­wertigen Mannschaften lieferten sich unentschiedene Spiele. Die 1. Mannschaften brachten es zu dem Torverhältnis 2:2, die Jugend schloß ab mit 0:0. Am Abend kam dann im vorzüglich besuchten Aer- einshause das eigentliche Turnen in seiner gan­zen Vielgestaltigkeit zur Geltung. Die Veranstaltung diente einem ganz besonderen Zweck. Turnwarte und Vorturner wollten den Mitgliedern und Turnfreun- den zeigen, was sie in den abgelaufenen Monaten gearbeitet haben und was sie bei den Veranstal­tungen im Gau und K/eis in nächster Zeit zu leisten beabsichtigen. Nach einer packenden Begrüßungs­ansprache des 2. Vorsitzenden Neallehrer S t a u = bad), die treffend die Hochziele der Deutschen Tur- nerschaft zeichnete, folgten in bunter Abwechslung turnerische Vorführungen, in die die Gesangsabtei­lung des Vereins unter Leitung von Lehrer W. Diehl als dankbar aufgenommeneGaben für das Gemüt" noch fein abgestimmte Chöre vom deutschen Rhein einftreute. Alles was an Turnen geboten wurde, zeugte von anerkennenswertem Fleiß der Leiter und Ausübenden und verspricht dem Ver­ein schöne auswärtige Erfolge in diesem Jahre. Einen ganz kleinen Vorgeschmack vom Kreis- turnfest in Gießen gaben die Sportfreiübun­gen der Volkstümlichen, die der Gau Hessen als Sondervorführung beim Kreisturnen plant, ferner die Freiübungen der Turner, die für Gau- und Kreisfest vorgeschrieben sind, sowie die Frei­übungen der Turnerinnen für das Gau- und das Kreisturnen. Von großen Massen ausgeführt, wie dies in Gießen der Falt sein wird, müssen alle diese Hebungen von überwältigender Wirkung fein. Die Geräte tarnen durch Springen der Jugendturner am hochgestellten Bock, durch Turnen der Aktiven am hohen Reck und durch Vorführung der gut ge­schulten und beanlagtes Material zeigenden I u - gendturner-Riege zur Geltung, die in sau­berer Ausführung, die für Gau- und Kreisfest ein» geübte Musteriege am Barren zeigte. Auch die Turnerinnen haben sich für das Gaufrauen­turnen in Butzbach und das Kreisfest in Gießen eine Musterriege am Barren gekürt. In trefflicher Ausführung wurde sie oorgeturnt. Die sehr rührige Fechtabteilung des Vereins fehlte selbstver­ständlich nicht auf dem Plane. In Florett und leich­tem Säbel wurden gute Klingen geführt. So hat der Verein einen reichen Tag der Arbeit, aber auch des allseits anerkannten Erfolges hinter sich. Die Idee der Veranstaltung, den Mitgliedern des Vereins und den sonstigen Tumfreunden der Stadt einmal zu zeigen, in welcher Weise und mit welchem Können Turner und Turnerinnen der Verein bei den kom­menden Turnfesten vertreten wollen, muß als gut und auch als nachahmenswert für andere Vereine bezeichnet werden. Denn auf diese Weise kann nach­haltig für die turnerischen Veranstaltungen im Gau und Kreis selbst geworben werden, und die örtliche Vorführung ist bann mehr gewesen als eine bloße lokale Veranstaltung. Einen schönen, anerkennens­werten Erfolg errangen die Dolksturner des Turnvereins 1860 bei den volkstüm­lichen Wettkämpfen, die der Turnverein Offenbach a. M. (gegr. 1824) veranstaltete. Aus 27 Vereinen des Mittelrheinkreises nahmen 224 Turner und Turnerinnen, z. T. bekannte Recken dec großen Städte am Main, teil. 43 Konkurrenzen tarnen zum Austrag. Der Turnverein 1860 hatte 20 Teil­nehmer entsandt, von denen folgende Siege errungen wurden: In der Jugendt lasse 09/10: Kugel­stoßen, 5 Kg.. 3. Sieger W. Roth mit 8,80 Meter; Kugelstoßern 24 Kg. :1. Sieger Bina Stoll. I u - gendklasse 07/08: Hochsprung: 2. Sieger H. Schröder, 1,50 Meter; Weitsprung: Gretel Wald- schmidt, 4,15 Meter. In der 4mal 100-Meter-Stafsel für Jugendturnerinnen belegte der Verein den zwei­ten Platz. In den A n f ä n g e r = Konkurrenzen blieb W. Altendorf im 400-Meter-Laiif sicherer 2. Sieger in 56,1 Set. Die 3mal 1000-Meter-Staffel wurde hinter dem Frankfurter Turnverein 18Qß ebenfalls mit dem 2. Platz belegt. In den offenen Wett­kämpfen waren die Erfolge noch besser. Es wurden Sieger :Kugelstoßen, 71 Kg.: 2. Sieger A. Langs­dorf, 10,50 Meter; Kugelstoßen, 5 Kg.: 2. Sieger Anna Mörler, 7,15 Meter; 100-Meter-Lauf: 1. Sie­ger St. Baumblatt, 11,4 Sek. Die Olympische Staffel gewann der Verein als erster in vier Minuten dreifünftel Sekunden und erhielt dafür die Siegerplakette. Alles in allem ein schöner Erfolg des Vereins und damit des von ihm würdig ver­tretenen Gaues Hessen, doppelt anerkennenswert bei der starken Konkurrenz großer städtischer Vereine.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 14. Mai. Eine diebische Elster stand heute in Gestalt eines Dienstmäd­chens vor den Schranken des Gerichts. Sie befudjte eine Schulfreundin und nahm bei dieser Gelegen­heit ein Kostüm und bei einem späteren Besuch einen Mantel mit. Bei einem vorübergehenden Aufenthalt bei der Frau eines hiesigen Fuhrmanns stahl sie dieser einen Hut und aus einem verschlossenen Käst­chen, das sie mit Gewalt aufriß, einen Geldbetrag von 2 Mk. Wegen des Kostüms konnte eine Ver­urteilung nicht erfolgen, da die Angeklagte be­hauptete, fte habe es nur vorübergehend tragen wollen, und da sie es der Geschädigten auf deren Verlangen tatsächlich alsbald wieder zurückgegeben hat. Im übrigen erhielt sie eine Gesamtgc -

fängnisftrafe von drei Monaten zwei Wochen.

Ein Schuhmacher, ein Mechaniker und ein Kaufmann, die alle arbeitslos waren, vertilgten in der Wohnung des Erstgenannten größere Mengen Schnaps und Bier. Dann besuchten sie noch eine Wirtschaft und gerieten schließlich in der Frankfurter Straße, wo die beiden ersteren aus einem unver­schlossenen Hofe gemeinschaftlich 2 Hasen und eine Gans entwendeten, die sie zusammen mit dem Kauf­mann nach Hause brachten. Ein Einbruchsdiebstahl, wie die Anklage annahm, konnte nicht feftgeftellt werden, da die Behauptungen der Angeklagten, die Türe zum Hof und das Vorhängeschloß des Hasen­stalles seien unverschlossen gewesen, nicht zu wider­legen waren. Der Kaufmann wurde Hegen Hehlerei zu 3 Wochen Gefängnis ver- urteilt. Dieselbe Strafe erhielten die beiden anderen wegen D i e b st a h l s.

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 13. Mai. Hinter verschlossenen Türen wurde gegen den Schuhmacher H. M. von Büdingen verhandelt. Aus der öffentlichen Urteils­verkündung ging hervor, daß er sich mit einem Mädchen unter vierzehn Jahren unsittlich vergangen hat. Die Strafe lautete unter Annahme mildernder Umstände auf neun Monate Gefängnis. Der Verurteilte und die Staatsanwaltschaft verzich­teten auf Rechtsmittel.

Gleichfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen eine Landwirtstochter und deren Mut­ter aus Einartshausen wegen Abtreibungsversuchs Aufforderung zur Begehung eines Verbrechens ver- verhandelt. Das Mädchen wurde mangels aus­reichenden Beweises freigesprochen, die Mut­ter zu 30 Tagen Gefängnis verurteilt, an deren Stelle eine Geldstrafe von 75 Mark tritt.

Amtsgericht Wetzlar.

Q Wetzlar, 15. Mai. Der Bäckermeister Stephan E. von Wetzlar hatte wegen Der» gehens gegen das Arbeitszeitgeseh, weil er an­geblich Gesellen und Lehrlinge seines Betriebes täglich über 8 Stunden beschäftigt haben sollte, einen amtsrichterlichen Strafbefehl über 100 Mk. Geldstrafe erhalten, wogegen er Einspruch erhob. In der heutigen Derhandlung erzielte er Freisprechung, da die Zeugen­aussagen ergaben, daß die Gesellen und Lehr­linge an dem fraglichen Tage freiwillig früher angefangen hatten, um früher mit ihrer Arbeit fertig zu werden, da sie abends zu einer Festlichkeit wollten. Der Kaufmann Albert St., früher in Wetzlar, jetzt in Bamberg, war wegen Diebstahls und Betrugs angellagt, weil er angeblich dem Kaufmann C. einen Tleber- zieher weggenommen haben soll, weiter soll er sich Waren unter dem Dersprechen baldiger Zah­lung erschwindelt, jedoch bis heute noch keine Zahlung geleistet haben. In einem dritten Fall soll er, seiner Logiswirtin für Wohnung und Mittagessen eine Schuld von 137,50 Mk. zurück­lassend, heimlich abgereist sein. Der Angellagte war heute vom Erscheinen in der Hauptverhand­lung entbunden. Bei seiner kommissarischen Der» nehmung bestritt er jegliche strafbare Hand­lung. Bezüglich des Tieberziehers gab er an, diesen in einem Gießener Geschäft auf Teil­zahlungen gekauft zu haben, und legte Post- abschnitte über geleistete Abschlagszahlungen vor. Bezüglich der entnommenen Waren gab er an, daß er die Waren entnommen babe zu einer Zeit, als er noch bei der Firma beschäftigt war und daß der Inhaber der Firma auch hiervon Kenntnis gehabt habe. Letzterer habe die Wa­ren wieder zurückerhalten. Auch bezüglich der schuldigen Miete usw. bestritt er jede Detrugs- absicht, sondern will sofort seinen Gläubigern nach Wetzlar geschrieben und diesen seine Adresse mitgeteilt und auch schon Abschlagszahlungen ge­leistet haben. Das Gericht konnte keine straf­baren Handlungen im Sinne der Anllage fest­stellen und erkannte auf Freisprechung. Dcr Hilfsarbeiter Philipp M. aus Dornholz­hausen, der wegen Diebstahls angeklaat war, weil er dem Landwirt Sp. von Dornholzhausen aus einer Miete etwa 5 Zentner Dickwurz ent­wendet hatte, erhielt an Stelle von 2 Tagen Gefängnis 10 Mark Geldstrafe. Die Arbeiter Ludwig St. und Biktor L. von W e tz - l a r wurden wegen Diebstahls von Kakteen jeder zu vier Tagen Gefängnis verur­teilt, ferner wurde ihnen eine Bewährungsfrist: von 2 Jahren zugebilligt.

gur Ruhegehaltsaufwertung.

Bezüglich der Ruhegehaltsaufwertung ist ein sehr wichtiges Reichsgerichtsurteil ergangen. Die Klägerin stand seit 1896 im Dienste einer Verlagsanstalt. Sie sollte eine jährliche Pen­sion von 2000 Mk. erhalten, falls sie sich ver­heiraten oder aus einem anderen Grunde aus­scheiden würde. Jrn Juni 1922 wurde ihr ge­kündigt. Die Klägerin bestritt die Rechtmäßig- feit der Kündigung und uerlanate Aufwer- tung ihrer Pension. Landgericht und Kam- mergericht entschieden zuungunsten der Klägerin. Das Reichsgericht gab der Revision der Klägerin jedock) statt und verwies die Sache an das Kammer­gericht zurück mit folgender Begründung:Die Zu­billigung eines Ruhegehalts beruht auf dem Ge­danken, dem Empfänger für die Zeit nach der Be­endigung des Dienstverhältnisses ein bestimmtes, dem Geldwert entsprechendes Maß des zum Lebensunter­halt Erforderlichen zu verschaffen. Aendert sich der Geldwert nachträglich in hohem Maße, so wird durch die Zahlung des ursprünglichen Betrages nicht mehr das erreicht, was die Parteien gewollt haben, und eine entsprechende Erhöhung iift gerade im Sinne der richtig verstandenen Bewilligung n a d) Treu und Glauben unerläßlich. Die Frage der Auf­wertung des Ruhegehalts ist daher im Gegensatz zum Kammergericht nach § 242 BGB. zu bejahen."

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Hochschulnachrichten.

Von der Landes-Universität (gießen.

L. U. Dem Assistenten am Math:: tischen Sei minar unserer Landesuniversität Dr. Harald Gep­pert wurde die venia legendi bei der Philosophi­schen Fakultät, II. Abteilung, für das Fach der reinen und angewandten Mathematik erteilt.

Ferner wurde dem Dr. phil. Hans Lorenz Stoltenberg die venia legendi bei der Philo­sophischen Fakultät, II. Abteilung, für das Fach dec Sozialpsychologie und der allgemeinen Soziologie erteilt.

Don der Frankfurter Anidersität.

fpd. Frankfurt a. M., 14. Mai. Im Sommersemester 1925 sind nach einer vorläufigen Tlebersicht an Studierenden eingeschrieben.Rechts- wisfenschaftliche Fakultät 471. medizinische Fa­kultät 226. philosophische Fakultät 292, natur­wissenschaftliche Fakultät 437, Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät 1460. Die Gesamt­zahl der eingeschriebenen Studierenden beträgt mithin zur Zeit 2886. t-

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Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden. 1

Gießen. Sonntag, den 17. Mai. Rogate. Stadt­kirche. 8: Pfr. Mahr. Zugl. Christenlehre für die Reukonsirmierten aus der Matthäusgemeinde. 9'/,: Pft. Becker. 11: Kinderkirche für die Markusgem. Pft. Becker. - Jvhanneskirche. 8: Pfr. Bechtols- heimer. Zugl. Christenlehre für die Reukonsirmierten a. d. Lulasgemeinde. 9'/,: Zugl. Militärgottesdienst. Pft. Ausfeld. 11: Kinderkirche für die Johannes» gemeinde. Pft. Ausfeld. Kirchberg. 10. 11: Hl. Abendmahl für die Jugend von Daubringen. Kollekte. Daubringen nachm. l'/3. Lollar nachm. IV,. Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 9: Deichte anschl. Gottesdienst u. Heiliges Abend­mahl d. Jugend (Koll.). Garbentetch. 1. - Wieseck. 9: Beichte, 9'/,: im Anschluß letzte Feier des heil. Abendmahls. 11: Kinderkirche.

Katholische Gemeinden.

Dießen. Samstag, den 16. Mai. 41/, u. 7 Beichte. Sonntag, den 17. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. 61/, Beichte, 7 Messe, Kom. der Jungft. u. Hausangest., 8 Kom., 9 Hochamt m. Predigt, 11 Messe m. Predigt, 2/t Sakrament. Bruderschaftsandacht, 3 Ausnahme neuer Mitglieder in die Jungftauen-Kongregation. Dienstag und Freitag abends 8 Maiandacht. Grünberg, 91 /, Messe mit Predigt. - Lich. 10 Hochamt m. Pred. Hungen. 8 Messe mit Predigt. - Laubach. 10 Messe mit Predigt.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum ge-?> ' " 'Ortung.)

Eine Klage aus der Stephanftraße.

In der Stephanstrahe, zwischen Goethe- und Bleichst raße sind zwecks Einrichtung von elek­trischem Licht Kabel gelegt worden, und hier­bei sind in der ganzen Breite der Straße Erd­haufen entstanden, die nicht nur eine direkte Ver­schandelung der Straße darstellen, sondern auch sehr leicht, besonders bei Rächt, für Fußgänger und Radfahrer nicht ohne ernstliche Gefahr sind. Sott dieser Zustand bleiben? Man könnte dies annehmen, denn im letzten Sommer kam am gleichen Platz dasselbe vor, und bis heute noch kann man dieseErhöhung" sehen. Gleichzeitig möchte ich die Frage aufwerfen: Wer haftet für einen Unfall, der evtl, einem Radfahrer zu- stößt? Ich nehme an, daß es nur dieses Hin­weises bedarf, um dem Tiebelstand abzuhelfen.

Ein Bewohner der Stephanstrahe.

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