Feuer am Nordpol.
Technischpolittscher «Roman aus der Gegenwart.
Don Karl'Auguft von ßaffett
43. tfortkfiunfl tNachdruck verboten.)
Auf meine Bitten unternahm Herr von (9ün- ther, der Leiter des hiesigen Stapelplatzes der Stom- pagnie. mit mir einen kurzen Rundgang durch alle von ihm geschaffenen Anlagen. Zunächst ging cj zur Flugzeughalle. Hier liegen vierzehn Maschinen fahrbereit, von denen zwei durch besonders große Abmessungen auffallen. Sie sind als provisorische Wohnschisse im Nordlande vorgesehen, und bieten Unterkunst für etwa 50 Beamte und Arbeiter. Außer Wohn- und Schlafräumen enthalten sie noch Bade- cinrichtungen, Küchen und Vorratskammern sowie das Bureau für die Leitung. Die Motoren werden nach Abmontierung der Propeller zum Betriebe einer Dynamomaschine verwandt, die eine Licht- und Hei- zungsanlogc mit Straft versorgt.
Eine zweite, bisher noch leere Halle ist zur Auf- nähme der demnächst eintrcsfenden neuen Maschinen bestimmt, die eine doppelt so große Tragfähigkeit besitzen sollen wie die jetzt verwandten. Anschließend an die Flugzeughallen befinden sich die Reparaturwerkstätten und große unterirdische Benzintanks, die bereits jetzt den ganzen Iahresbedarf an Brenn- ftoffen enthalten.
In den Gebäuden einer ehemaligen Transiederei sind die übrigen Vorräte und Materialien untergebracht. Es bestehen verschiedene Abteilungen, die jede einem Sektionschef unterstellt sind. Es gibt die Abteilung für Bergbau, für elektrische Anlagen, für Funkentelegraphie und Nachrichtenwesen, für Bekleidung und Ausrüstung, für Proviant und Ernährung, für Materialnachschub und schließlich sogar eine für Sport, Unterhaltung und Postwesen.
Die ganze Organisation des Unternehmens ist derartig umfassend und großzügig angelegt, daß fein Gedanke an ein mögliches Mißlingen aufkommen kann. Hier hat deutscher Unternehmungsgeist wieder einmal etwas geschaffen, was die Bewunderung der Welt erregen muß. Ein Deutschland, das seine Strafte nicht in den Dienst der Zerstörung, sondern in den des Fortschritts der Zivilisation stellt, wird jeden vernünftigen Engländer auf seiner Seite sinden.
3.
Sander» und Nagel standen in der Zentrale des Flugzeuges la und hatten gerade eine Ausnahme der Sonnenhöhe gemacht. Dann wurden die Uhren verglichen, um aus der Tabelle die genaue Orientierung abzulesen.
„Einen Strich mehr links!" rief Nagel in das zum Führerstand gehende Sprachrohr. „Wir sind von unserem Längengrade um zwei Minuten ab- gewichen."
,M,75 Breite", sagte «anders. „Noch 10 Grad- Minuten, und wir haben die ungefähre Stelle von Platina erreicht, vorausgesetzt, daß die von Mr. Cook im vorigen Jahre gemachten Messungen richtig waren."
Nagel hatte ununterbrochen auf das Chrono- meter geblickt. Jetzt rief er ins Sprachrohr
„Niedergehen und dicht über dem Erdboden kreuzen."
In langfamen Spiralen fchraubte das Flugzeug bergab. In den tieferen Schichten war es dunstig, und die Sonne bekam einen rötlichen Hof. Allmählich tauchten die Konturen des Gebirges auf, das sie in großer Höhe überflogen hatten. Bald vermochte man auch die Umrisse der Erdobersläche zu unterscheiden.
„Es stimmt genau!" rief Lage! froh. ,Lch erkenne unser Tal vom vorigen Jahr wieder. Nur bedeutend mehr Schnee liegt noch. Immerhin sind bereits einige grüne und schwarze Flecke sichtbar."
Fünf Minuten später kreisten sie dicht über dem Boden, während Flugzeug Ib sich noch etwas höher hielt.
„Wollen Sie es jetzt nicht mit der Rute versuchen?" bat Nagel.
„Es ist zwecklos", sagte Sanders. „Bitte, drängen Sie mich nicht. Ich sagte Ihnen bereits mehrfach vor der Abfahrt, daß ich Ihnen in meinem augenblicklichen Zustande nicht zu helfen vermöchte. Aber Sie wollten ja von keinem Aufschub wissen und bestanden auf meiner Mitreise.
„Hindernisse sind dazu da, um überwunden zu werden!" rief Nagel. „Wozu ich mich entschloßen habe, das geve ich so leicht nicht auf/
Mit scharfen, aufmerksamen Augen musterte er die ihm bekannt vorkommende Gegend.
„Landen!" schrie er plötzlich scharf ins Sprach- rohr.
Gleich darauf rutschte das Flugzeug auf einer dalten Schneehalde entlang und stand unversehrt. Gin heftiger Bodenwind zwang den Führer, die Propeller mit mäßiger Fahrt weilertui.se» ,zu lassen, um die Maschine fcstzuhaltcn, bi» sie verankert war. Eine Minute später landete auch hi dicht daneben
Die Begleitmannschaften sprangen heraus. Halteseile wurden gespannt, die Tragflächen cinge- zogen, woraus auch das Surren der Motoren verstummte. Nagel streckte seinen Kopf in» Freie.
„Donnerwetter, ist das verflucht kalt hier!" rief er luftig. „Rasch Lederwesten und Pelzzeug anziehen."
Nach fünf Minuten war alles dem nordischen Klima entsprechend bekleidet. Nagel verlieh als erster das Flugzeug. Er trug eine gewickelte Rolle, der er die deutsche Flagge entnahm. Raschen Schrittes eilte er zu einem aufragenden Felsblock, wo er die Flagge zwischen zwei Steinen einklemmte. Dann winkle er alle Männer herbei.
„Liebe Kameraden und Mitarbeiter", begann er. „Feierliche Worte liegen mir nicht. Und doch hat dieser Augenblick eine gewiße Bedeutung. Ich nehme hiermit dieses Neuland, das den Namen Nova Thule erhält, für unser Vaterland, für Deutschland in Besitz. Da nach dem Völkerrecht eine solche Besitzergreifung nur bann zulässig ist, wenn wir eine dauernde Niederlassung hier errichten, so teile ich Ihnen mit, daß ich mit denjenigen Männern, die sich freiwillig bereit erklären, zunächst den kommenden Winter hierbleiben werde, bis es sich heraus- gestellt hat, ob diese» Neuland tatsächlich den hohen Wert besitzt, den wir von ihm erhossen. Und nun: Ein dreimaliges Hoch auf unser altes, unvergängliche» Deutschland!"
Hell klang der starke Ruf der Männer durch das weltvergessene Nordlandtal.
„Jetzt an die Arbeit!" rief Nagel frisch. „Ein- geteilt ist bereits. Also Nachsehen der Maschinen, Trinkwasser suchen, während der Rest die nähere Umgebung auskundschaftet. Falls Sie jagdbare Tiere sehen, suchen Sie etwas zu erlegen. Herr Sanders und ich werden werden die Platinader wiederfinden. In drei Stunden treffen wir uns hier."
Als die Mannschaft sich zerstreut hatte, sagte Sanders:
„Dtr werden bk Platinader nicht finben* A
Warten wir ab" meinte Nagel srohgemut. „Ich werbe Ihr Erinnerungsvermögen ein wenig unterstützen. Vielleicht kommt Ihnen an Ort und Stelle die verlorene Fähigkeit zurück."
Sander» schüttelte den Kopf. Dann fragte er:
„Das werden unsere russischen Freunde zu bef Besitzergreifung für Deutschland lagen?"
Ich wollte ein fait accomplt schaffen. Natürlich gibt e» Schwierigkeiten. Aber denen werde ich zu begegnen wißen. Nun aber zu unserer Arbeit!"
Während Sanders in trüber Verzweiflung vor sich binftarrte, ergriff Nagel ein scharfes Zeißglas und durchmusterte aufmerksam die ganze Umgebung. Plötzlich setzte er e» ab und ging raschen Schrittes zum Rande de» Schneefeldes, wo eine^ichk grüne Fläche die ersten Gräser des nordischen Som- mertnges hervorzauberte. Langsam folgte Sander».
Nagel machte an einem kleinen Steinhügel halt.
„Nehmen Sie die Rute", befahl er.
Mechanisch jog Sanders die Silberschlingc au» der Tasche.
„Und nun gehen Sie hier vorwärts."
Sanders machte ein paar Schritte in der an« gegebenen Richtung. Auf einmal durchfuhr es ihn. Die Silberfchlinge drehte.
.„Bei Gott, hier ist es", murmelte er. „Ich fühle es genau trotz der schwachen Wirkung. Allein hätte ich die Stelle nie wiedergefunden." Erschöpft ließ er die Rute sinken. „Woher wußten Sie e»?" fragte er fast ängstlich.
Nagel lachte.
„Sehen Sie sich, bitte, diese beiden Steinpyramiden an. Die errichtete ich voriges Jahr zur Sicherheit schnell an den Endstellen des von Ihnen gefundenen Plattnlagers. Ich gehe gern sicher und wollte nicht alles auf eine Karte setzen. Es konnte Ihnen etwas zustoßen. Schließlich sind wir alle sterblich."
„Ich bewundere Sie", sagte Sander».
„Nun lassen Sie uns die Anlage der örube überlegen", meinte Nagel. „Morgen, wenn bie Wohnschiffe mit der Arbeüokonne eintreffen, müße» wir sofort die richtigen Anweisungen geben. Ja etwa 10 Meter Tiefe liegt doch die Ader?"
„So stellte ich vorige» Jahr sest. Mr können also im Tagebau arbeiten." (Fortsetzung folgt.)
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4. „ 158,55 . 5a- . 107,79 ,
" 5b- . 24,94 ,
Kiefern-Stämme 3. , 1,39 „ So« 2, Distrikt Geisestrulh:
Fichten-Stämme 2. Kl. 7,62 „
3. . 92,45 .
’ 4. , 120,16 ,
* 5a- . 78,15 .
5b- . 14,43 .
So« 3, Distritt Heffenhain u. Kaff usw.
Fichien-Stämme 1. SU. 2,04 Fstm.
2. . 1,13 .
. 3. . 13,74 .
. 4. . 43,09 .
. 5a- , 64,49 „
. 5b.. 54,03 .
Kiefern-Stämme 3. „ 1,05 ,
. 5. . 4,93 .
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Scheiter, gespalten 18,7 Rm.
Knüppel, 1. Kl. 9,8 „
- 2. „ 15,5 .
. 3. . 8,2 .
gemischt 13,6 .
Das Stammholz ist mit Rinde ge- meßen: jedoch entrindet. Das Zelluloseholz ohne Rinde eingesetzt.
Innor.halb 14 Lagen nach Erteilung des Zuschlags smd 30 pLt. der Kauf- summe zu entrichten, für den Rest wird bei Sicherheitsleistung Zahlungsfrist bis 1. Oktober 1925 gewährt. Gebote stnd bis zum 26. Wat 1925, vormittag« 11 Llhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst sofort die Eröffnung der Gebote erfolgt. Zuschlagsfrist 8 Tage.
Freienseen, den 5. Mai 1925.
Hessische Bürgermeisterei Freienseen.
3mmeIL 4974V
Pallabona Puder
Waschemir
iLuhns
Bekanntmachung.
Detr.: Die Ausübung der Leseholznutzung im Gießener Stadtwald
Rach einer Bekanntmachung der hessischen Ministerien des Innern und der Finanzen vom 30. April Ifd. Is. ist die in den letzten Jahren erteilte Erlaubnis, die Leseholznutzung auch in den Monaten Mai und Inni auSzuüben, zurückgezogen worden.
Die Ausübung der Leseholznutzung in den Monaten Mai und Juni ist daher nicht mehr gestattet.
Gießen, den 13. Mai 1925.
Der Oberbürgermeister.
5050B_________I. D.: Dr. Rotenberg.
Bekanntmachung.
Mit Rücksicht auf die bei trockener Witterung bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden mache ich darauf aufmerksam, daß jegliche« Feueranzünden im Walde und in deffen Räh«, sowie daS Wegwerfen von glimmenden Streichhölzern, Zigarren-. Zigarettenresten usw. sehr gefährlich und streng verboten ist.
Gießen, den 13. Mai 1925.
Der Oberbürgermeister.
50498_________3. 2.: Dr. Rosenberg.
Der Plan über bie Herstellung einer unterirdischen llelegraphensinie durch die Stadt Gießen über Heuchelheim nach der Landesgrenze gegen Preußen an der Straße Heuchelheim-Atzbach liegt bei dem Postamt und Telegraphenamt in Gießen, je für ihren Bereich, von heute ab 4 Wochen aus.
Gießen, den 16. Mai 1925.
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