Ausgabe 
15.10.1925
 
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des

nahmen erfolgt.

Tagung der Goethebünde.

einen Volks» Schillerpreis von neuem einzu­richten, der in drei Jahren erstmalig zur Ver­teilung gelangen soll.

Die deutsche Fassung der Augustana entdeckt.

glatt verlaufenen Arbeiten an den Schieds­verträgen, die die Juristen vollbringen, als einer politischen nichts zu tun hat. Die Lösung dieser Frage ist, wie die der anderen politischen Fra­gen, wie z. D. der mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zusammenhängenden, noch nicht endgültig gefunden.

Berichterstattung in Berlin.

Staatssekretär Kempncr beim Reichs- Präsidenten. Cine zweite Kabinetts- sitzung.

Berlin, 14. Okt. ($11.) (Amtlich.) Staats­sekretär Dr. Kcmpner wurde heute vormittag 10.30 Uhr vom Reichspräsidenten von Hindenburg zur Berichterstattung über die Verhandlungen in Locarno empfangen. Um 11.30 Uhr trafen erneut die in Berlin anwesen­den Minister unter dem Vorsitz des mittlerwelle eingetroffenen Reichswehrministers Dr. ® e ß - l e r zusammen, um die Berichterstattung des Staatssekretärs in Fortsetzung der Verhandlun­gen von gestern abend weiter entgegenzunehmen.

Wie der »Verl. Lokalanz." betont, ist in der Sitzung irgendein formeller Beschluß nicht gefaßt worden. Die Zustimmung der in Berlin weilenden Kabincttsmitglieöer zu den Darlegun­gen des Staatssekretärs habe sich nur aus dem Verlauf der Diskussion und ferner daraus er­geben, daß keiner der Minister Einspruch erhoben habe. Dass.kbc gelte von der Berichterstattung beim Reichspräsidenten. DasBerliner Tageblatt", das ebenfalls hervorheüt, daß die deutsche Delegation in Locarno auch weiterhin der Zustimmung der übrigen Kabi­nettsmitglieder sicher sei, glaubt über die heutige Ministerbesprechung Mitteilen zu können, daß die (Stimmung durchaus dafür ge­wesen sei, mit allem Rachdruck für die Durch - i sehnng der deutschen Forderungen in den so­genannten Rebenfragen einzutrctcn. Staats» fcLetär Dr. Kcmpner trat abends die Rück - reise nach Locarno an.

Abreise Mussolinis nach Locarno

Rom. 14. Okt. (WTV.) Mussolini ist heute abend nach Locarno abgerrist. Lr wird am Don- | nerslagoormiltag 11 Uhr in Locarno eintresfen.

Chamberlain vor Ser presse.

Locarno. 14. Oft. (TU.) Chamberlain emp­fing heute morgen die Vertreter der englischen Presse und gab ihnen folgende Erklärungen ab: Die Verhandlungen seien bereits recht weit vor­geschritten. obgleich alle Entscheidungen, be­sonders in den Ostfragen, noch ausständen. Die Verhandlungen waren jetzt an einem Punkte angelangt, wo niemand mehr die Ver­antwortung für ihr Scheitern über­nehmen forme. Er müsse betonen, daß bei allen

hatten im April und Mai 1924 unter dem Titel ..Der Dolchstoß" und dieAuswirkung dcS Dolch­stoßes" in zwei Heften Darstellungen von Augen­zeugen über die Zersetzung in Heer und Marine und die Vorbereitung der Revolution gebracht. Diese Darstellungen wurden in derM ünche -- n e r Po st" als Fälschungen bezeichnet, worauf gegen deren verantwortlichen Schriftleiter Be­leidigungsklage erhoben wurde. Die Ver- Handlungen, zu denen Sachverständige und Zeu­gen aus ganz Deutschland geladen sind, nehmen am 19. Oktober vor dem Amtsgericht München ihren Anfang.

*

Der Verkehr zwischen Italien, der Schweiz und Deutschland soll dadurch er»

die Paßkontrolle in Como nur noch im Zuge er­ledigt werden soll.

Ein AnglückSfall in den Phönixwerken.

Ein schwerer Unfall ereignet* ii* auf den Phonixwerken m Hamm. Bei dem Wieder­aufbau der kürzlich niedergebrannten Verzinkerei brach ein Gerüst zusammen, wodurch vier An­streicher und Glaser aus einer Höhe von 12 Meter in die Tiefe stürzten. Einer der Verunglücklen ist seinen Verletzungen bereits er­legen. Die drei übrigen liegen schwer verletzt im Krankenhause.

I Neue (YptautenausMisungen aus Polen. .

Vertreibung von 2000 deutschen Grundbesitzern.

Berlin. 14. Ott. (LA.) Am 1. Rovembcr wird eine zweite Welle von vertriebenen Optanten aus Polen zu erwarten sein. Der deut­sche Rechtsstandpunkt demgegenüber ist bekannt. Die Reichsregierung hat niemals die formale Berechtigung der Polen zur Ausweisung der Optanten aus dem Wiener Abkommen bestritten. Es hätte aber Polen volllommen freigestanden, im Interesse eines gegenseitigen Einvernehmens von dem Ausweisungsrecht keinen Gebrauch zu machen. Die Zahl der Optanten, die zu er­warten ist, steht noch nicht fest, sie wird aber etwa 2000 betragen. Es handelt sich diesmal um Grundbesitzer aus den Grenz- und F e st un gs g e biet en. Da die Zahl geringer ist als die erste Welle, ist schon deshalb eine bessere Aebernahme im Flüchtlingslager Schneide hl zu' erwarten, das für 2300 Personen eingerichtet ist und für den Winter ge­heizt werden kann. Schon jetzt aber tritt wieder die alte Erscheinung auf. daß die Optanten bis

Kommunisten-Derhaftung in London.

~ 15. Oktober (WTB. Funkspruch.)

Groß« Aufsehen erregt hier die gestern nacht erfolgte Durchsuchung des kommunisti- '^en Hauptquartiers in London durch die Polizei und die Verhaftung von 6 bekannten Führern. Die Razzia wurde unternommen auf -befehl be* Innenministeriums. Die Verhafteten werden des Versuches. Aufstand und Meuterei zu erregen, angeklagt. Vier der Verhafteten sind Mitglieder ö-s Volksausschusses der kommunisti- ßben Partei. Große Mengen von Literatur und Dokumenten wurden beschlagnahmt.

Amerika für die chinesische gollautonomie

DerHanauer Anzeiger" feierte vor einigen Tagen als eine der ätieften deutschen Zeitungen sein 200jähriges Jubiläum durch Her­ausgabe einer Sondernummer. Er ist unter dem Konten ..Wöchentlicher Hanauer Frag- und An­zeigungsnachrichten" auf Anregung der Regie­rung des Grafen Johann Reinhardt von Hanau gegründet worden. Aus den kleinsten Anfän­gen (ein Faksimilie-Druck der ersten Ausgabe vom 27. September 1725 lieat der Rcftnummor

Di« französische Regierung hat. sich entschlo!- sen, das Parlament für den 27. Oktober zu- sammenzuberufen.

Aus aller Welt.

Der erste Schnee.

Köln. 14. Okt. (WB.) Auf dem Weste r- wäld. besonders am Schenkelberg, fiel heute der erste Schnee. Rachts ist die Teniperatur auf öwer Grad unter Rull gesunken. Auch aus Mittel­deutschland, vor allem der Gegend von Er­furt. ist heftiger Schneefall gemeldet, ebenso aus den höher gelegenen Orten des Erz­gebirges und des Vogtlandes, aus Reitzen­hain und Klingenthal. Die Felder, in denen überall Kartoffeln stecken, sind bereits von einet Schneedecke überzogen.

ImAiesengebirge setzte, wie derBote aus dem Aiesengebirge" meldet, in der Rächt zum 14. Oktober Schneefall ein, der bis mittags bei 1 Grad Kälte und fast völliger Windstille anhielt. Die Schneelage auf dem Kamm hat be­reits die Höhe von 4 Zentimeter erreicht und reicht etwa bis zur Gegend der Teiche herab.

ZeitungSjnbiläen.

Der General der 3nfajiterie Dr. v. Bahr- ^6 Honorarprofessor an oer Hallenser Aniversität wirkt und der sich als ^tunzforscher einen internationalen Ruf erworben WnrhLÜ Kr^gbgericht in Mons wegen

^andstistung und qualifizierten Dieb- nayls in contumaciam z u in Tode verurteilt worden

der Stahlhelmlei-

^4^cr?cbur9 0,1 den Innenminister Achteten Telegramms, das An-

X0C0£ öie preußische Regierung r JiÄr ?er Regierungspräsident Grütz- ner in Merseburg gegen den Verfasser des Tele-

Neuyork 15. Okt. <T. 11.) Die amerikanische Jcegierung hat ihrer Delegation auf der Pekinger ^ollkonserenz neue Instruktionen erteilt, nach denen China die Zollautonomie erteilt wer- oen |ou. Falls die anderen Mächte sich dagegen widersetzen sollten, soll die amerikanische Dele­gation die Konferenz verlassen und mit China einen Handelsvertrag auf der Basis der Meist­begünstigung schließen.

Abd el Krim.

Wie ein Münchener Blatt meldet, ist es dem Pfarrer o. D. Dr. Wilhelm Guß mann ge­lungen. in einem Foliobanb der Scheurlschen Bibliothek auf dem Germanischen Rational- museum zu Rürnberg die seit Jahrhunderten vergeblich gesuchte deutsche Fassung des -Augsburger Glaubensbekennt- nisses zu entdecken, die die Rürnberger. Ge­sandten in Augsburg am 15. August 1530 dem CRate ihrer Stadt übersandt habön. Der Fund recht sich der Entdeckung der ältesten Redaktion Xer /Augustana auf dem Riirnperger Kreisarchiv durch Dr. Schornbaum und Dr. 5k o l d e im leichtert werden, daß de'm^chst'bei ^e?"Äu^rriie l 190o würdig an und übertrifft diese die Bastkontroll- in (TmhJ I an wistenschastlicher Bedeutung. Da­

durch ist auch das bisher letztfehlende Mittelglied in der Entstehungsgeschichte des deutschen Be- a?t6 . G^ogen und damit die Moglichkett eines kritisch gesicherten Textes zum Ersatz für das spurlos verschwundene Original gegeben.

WcttcrVoranssatte.

Meist wolkig, jedoch vorwiegend westliche Winde, etwas wärmer, strichweise Niederschläge.

Das Fallaebiet, das gestern noch gegen Mittel- europa vorgestoßen war, hat sich unerwartet wieder nach Nordosten zurückgezogen. Hoher Druck ist ihm gefolgt, doch scheint bereits westlich von Irland ein neues Tief heranzukommen. Die Wetterlage bleibt daher weiterhin unbeständig und regnerisch.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 7,9 Grad Celsius, Minimum 2,4 Grad Celsius. Niederschläge 3,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 4,4 Grad Celsius.

Die für den 14. und 15. Oktober nach Bremen etnberufenc Tagung der Deutschen Goethebünde, ist durch Professor Georg Hellmers, den Dor- sihenden des Bremer Goeihebundes, eröffnet 5>er Tätigkeitsbericht ergab ein erfreuliches Bild oer toieberauffteigenben Entwicklung und feste­re? Zusammenschluß der Goethebünde Einstim­mig wurde folgender Antrag Berlins angenom­men: Die Goethebünde halten es dringend für angezeigt, daß die Regierungen der deutschen Lander nach dem Vorbild Preußens einen Sach- ber ft dn big e na ugfcßu ß ernennen, deren @1x10^1611 gegen Werke der Literatur oder Kunst in Berücksichtigung gezogen werden müssen. Es wurde ferner beschlossen, angesichts der Tatsache, daß der Staats-Schillerpreis auch in öer neuen Aera nicht zur Verteilung gelangte,

zum letzten Augenblick warten. Die Situation ist bei dieser Welle besonders dadurch verschärft, daß die Grundbesitzer kaum in der Lage waren, ihr Besitztum in Polen zu ver­kaufen oder zu verpachten. Don etwa 2000 Morgen Grundbesitz der deutschen Optanten in | Polen ist zwar ein Teil verkauft ,öic Erlöse bc- ! trage : aber höchstens ein Viertel des Friedens­wert cs, weil der Verkauf in der Rot erfolgte. Weitere Vermögensverluste sind dadurch ent­standen, daß der Gegenwert in polnischer Währung ausgezahlt wird, die ständig sinkt.

Die Polen haben aber auch nichts unver­sucht gelassen, um den deutschen Grundbesitzern die Veräußerung ihres Besitzes zu erschweren. So haben sie größtenteils in ihre Wohnungen Zwangsmieter einquartiert, nämlich pol­nische Optanten aus Deutschland, und es ist selbstverständlich, daß unter solchen Umständen der Verkauf des Grundbesitzes kaum möglich ist. Polnische Gerichte in Birnbaum hoben ferner den deutschen Optanten verboten, ihre Besitz­tümer zu verpachten. Die deutschen Stellen ha­ben dagegen protestiert, sie sind aber bisher ohne Antwort geblieben. Dieter zweiten Welle folgte nach polnischer Absicht eine dritte Welle bestehend aus den übrigen Grundbesitzern, die biö jum 1. Juli nächsten Jahres abgewandert i lein müssen. Die Zahl dieser letzten Grund- j beJlhcrJDlrD ungefähr 5000 betragen. Diese pol- ni^e Serrorifierungeitafttf steht in eigenartigem Widerspruch zu den Bemühungen des polnischen Außenministers in Locarno, mtt Deutschland zu friedlichen Abmachungen zu Tommen. zu denen

e,n Gnsi deö Vertrauens und der Loyali­tät Voraussetzung wäre.

I Aus -er Proyinzialtzauptfladt.

Gießen, ben 15. Oktober 1925. 1

| Don derSchönen Aussicht". ! _ isi nirf)ts so schlimm, es ist für etwas gut1

hat denn auch die schlimmste Notzeit der jüngsten Jahre für Gießen etwas Gutes gebracht in Gestatt des Wohnhauses für Studenten auf derSchönen 21 u ssich t", das bei seiner Einweihung den Namen < a o * m crßeti- Als im Sommersemester 1923 die Wohnungsnot für Studenten aufs höchste flieg, da drängte sich der Gießener Studeu­ten Hilfe der Gedanke auf, hier durch Errichtung I eines Gebäudes mit Studentenwohnungen helfend I einzugreifen. Und als bann vor allem durch die Bemühungen des Stadtv. W i n n der Erwerb einer Barocke auf dem Trieb von der Stadt zustande kam, da konnte zur Verwirklichung dieses Planes gc-

I schritten werden. Gar viele und große Schwierig­keiten waren zu überwinden, und es schien, als ob es nur möglich sein werde, ein recht primitives Unterkommen mit Massenquartier zu schaffen, bas kaum längere Zeit biefem Zweck hätte bienen können. Da kam ober Hilfe, vor allein durch den Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberhessen, wobei insbesondere Direktor Dr. Humperdinck von den Buderuswerken in Wetz­lar m aufopferndster Weise mitwirkte. So gelang es, ein Heim.zu schaffen, das nicht nur geeignet war, dem augenblicklichen Notstände zu begegnen, sondern eine dauernde Einrichtung zu werben, um bie viele anberc Hochschulen Gießen beneiden.

46 Studenten sind dort während des Semesters untergebracht. Obwohl feine großen Ankündigungen ergehen, hat sich die Kunde vom hiesigen Studenten­wohnhaus doch schon weichin verbreitet. Ständig kommen Aufnahmegesuche, z. T. aus der Nähe von Söhnen eines Landpfarrers ober eines Lonbarztes, S-T. aus weiter Ferne von Auslanbbeutfchen. Aber schon seit längerer Zeit ist dos Wohnhaus für das kommende Wintersemester voll belegt, da von feinen seitherigen Bewohnern nur ein ganz ver­schwindender Bruchteil wegen Wechsels bet Uni­versität ober wegen Examens bas Heim verlassen ßat. So übersteigt bie Zahl der Anfragen bei weitem die Zahl der verfügbaren Betten. Bei der Aufnahme wird eine sorgfältige Auswahl getroffen, und dem ift es zu verdanken, baß bas Zusammenleben der Studenten in dem Heim sich zu einem überaus er­freulichen und harmonischen gestaltet hat. Bedenkt man, baß hier fast 50 junge Menschen aus den verschiedensten Bevölkerungskreisen und Gegenden, korporierte und nichtkorporierte, alte Semester und junge Füchse, zusammenwohnen, so ist man erstaunt über die absolute Ruhe, die den in bas Haus (Ein« fretenben empfängt. Hier wird eben fleißig ftubiert, unb bazu ist Ruhe nötig. So nimmt benn auch jeder Rücksicht auf bie anderen, und wenn etwa auf einer 'öube die Unterhaltung zu angeregt wirb oder wenn gar einmal Gesang ertönt, bann bebarf es nur eines Klopfens an der Wand, um bas Silentium roieber herzustellen. Je nach ihrer Eigenart unb ihrem Geschmack haben die Bewohner sich ihre Buben noch wohnlicher gestaltet: hier hält sich ein Tierfreund seinen Kanarienvogel, dort züchtet ein anderer Kakteen. Eifrig ist im Sommer bas Tur­nen im Freien, namentlich am Reck, unb bas Tennisspiel gepflegt worden, unb besonders Sport­begeisterte traten häufig schon morgens um 5 Uhr zu leichtathletischen Uebungen an. So gewinnt man aus allem den Eindruck, daß sich die Heimbewohner wohlfühlen, und baß dies nicht auf einer Täuschung beruht, das zeigt u. a. ein Brief, den kürzlich ein Student, der im Wintersemester 1924/25 im Heim gewohnt hat, an die Gießener Stubentenhilfe ge­richtet hat. Cr schreibt von der Hochschule in I. unter dem 22. Sept. l. I.:Da ich im nächsten Sommer (!) roieber nach Gießen mochte, bitte ich Sie höflichst, mich einstweilen für bas Egerheim Vorwerken zu lassen. Ich freue mich schon sehr, roieber in bie große Familie auf ber ..Schönen Aussicht" aufgenommen zu werden . . . Die hiesige otudentenhilfe (in X.) ist technisch sehr gut ein- gerichtet, ich muß aber gestehen, daß cs in Gießen uiel gemütlicher ist, zudem ist dort ein sehr roidr tiger Faktor für hungrige Stubentenmäqen bas Essen reichlicher."

Daß das Studentenwohnhaus noch manche Spuren der Notzeit in welche feine Entstehung

gramms, Oberstleutnant D ü ft c r b c r g , Straf- antrag gestellt,

DieSüddeutschen Monatshefte"

beteiligten Staatsmännern der beste Wille be­stehe, die Konferenz zu einem günstigen Abschluß zu bringen. Seiner Meinung nach wird das Er­gebnis der Konferenz keine Scheinlösung, sondern tatsächliche Entscheidungen von tief­gehender Bedeutung für den künftigen Frieden Europas mit sich bringen. EhamKrlain wies besonders auf die weit vorgeschrittenen Arbeiten der Juristen hin, die eine Anzahl von Streitfragen günstig gelöst hätten. Das Erfreulichste an den -reichen Ergebnissen werde sein, daß sie nicht den Triumph einer bestimmten Kategorie von An­sichten über die Riederlage einer der beiden - Seiten bedeuten würden, sondern natürlich er- wachsen seien auS gemeinsamen Interessen und gegenseitigem guten Willen. Die Ausführungen Chamberlains waren nach dem Eindruck der An­wesenden von einem gedämpften, aber ernsten Vertrauen in den weiteren Der- i lauf der Konferenz getragen.

Die Londoner Abendblätter scheinen den Opti­mismus des britischen Außenministers nicht durch- weg zu teilen. So vergleicht der konservative, dem Ftanfopßilen Lord Derby nahestehendeE o e n i n g Standard" die Berichte über die Verhandlun­gen mit Kriegs-Bulletins, in denen beide ©eiten über große Fortschritte berichten, wäh­rend die Armeen sich immer in derselben Po­sition befinden. Eine Formel bedeute nicht notwen­digerweise eine Losung. In ber Tat sei eine Formel sehr ost em Bekenntnis dafür, baß eine Lo - fung nidjt gefunden werden könne. Frank- könne beispielsweise nicht vergessen, daß die östlichen Grenzen Deutschlands ein bequemes poli- ti ches Instrument für gewisse ehrgeizige Zwecke '/ien. Deutschland auf ber anberen Seite sonne nicht vergessen, baß bie französische Politik in Polen feine Sicherheit unb selbst feine eigene Souveränität gefährden könne. In der Tat sei es heute schon klar, daß kein Pakt im Sinne einer allgemeinen Befriedung in dem gegen­wärtigen Stadium der europäischen Politik nicht verlangt werben könne, in welchem Frank­reich unb Deutschland sich zwar gegenseitig bulben, aber gewiß nicyt lieben würden, tn welchem ferner eine ehrgeizige neue Großmacht mit neuen Me­thoden um ihren Plag an ber Sonne, nämlich im Mittelmeer kämpfen würde (Italien), und in wel­chem schließlich R u ß l a n d sich als ein Rebell von der ganzen Struktur europäischer politischer unb sozialer Zivilisation abgetrennt habe. Die Hoff­nungen seien von Anfang an ü b e r t r i c b e n roor- ben Es sei möglich, baß die Enttäuschung der En° thusiasten genau so laut zum Ausdruck kommen wurde, wie sie entdeckten, baß bie Konferenz in Locarno zwar bie Probleme bearbeitet, sie aber unlösbar gefunben habe. Die Konferenz habe in- beßen niemanden Schaden getan, im Gegenteil sie scheine insofern Gutes geschaffen zu haben, als sie ore leitenden Staatsmänner in persönliche, an- statt m rein offizielle Berührung miteinander brachte. Die Dinge arbeiteten jetzt für bis allgemeine Befriedung, wenn bis Menschen überhaupt ben I Frieden wünschten, aber genau fo gut für b e n jt r i c g , wenn die Menschen den Krieg woll- I ten. Die beste Garantie für den Frieden für die nächsten zehn Jahre sei nicht irgendein möglicher Pakt, sondern die Tatsache, daß die Menschheit des Kämpfens müde sei. Dieser Faktor verliere jedoch von Jahr zu Jahr an Wert. Eine neue Gene- ratton wurde auf dem Kontinent aufwachsen, welche des Friedens ebenso müde fein würde, wie bie gegenwärtige des Krieges. I

juristische Vertreter 6er tschechoslowakischen Dele­gation zugezoaen worden, um die abschließenden Arbeiten an den Ostschiedsverträgen zu erleich­tern. Cs ist nicht ausgeschlossen, daß auch bei den morgen in Angriff zu nehmenden O st - schiedsverträgen die juristischen Berater Englands und vielleicht auch Frankreichs Mitwirken werden. Dabei ist festzustellen, daß die Frage der Garantie mit den an sich

27. September 1725 liegt der Feftnummer bei) hat er sich zu dem meistgelesensten Blatt des Stadt- und Landkreises Hanau entwickelt. Die Iubiläums-Rummer enthält Beiträge aller Spitzen der Behörden aus Stadt und Kreis, von Schule und Kirche, Handel unb Wirtschaft. Heimatgeschichte und Kunstpflege kommen gleich­falls zur Beachtung. Mit zahlreichen Repro- pulhonen nach photographischen Aufnahmen gc- schmückt, gibt die Feftnummer desHanauer Anzeiger" ein umfassendes Bild seines technischen Könnens und feiner geistigen Peripherie.

Der deutsche Osten ist wieder ein Gebiet geworden, in dem deutsche Kulturpropaganda getrieben werden muß. um deutsches Land ge­genüber polnischen Einflüssen deutsch zu erhalten. Der wichtigste Vorkämpfer aus geistigem Ge­biete ist dazu die Presse, die allen deutsch Spre­chenden deutsches Geistesgut vermittelt. Das ..Pommereller Tageblatt", das am 1. Oktober sein 75jähriges Bestehen feierte, steht heute mehr denn je auf exponiertem Vorposten tn i r f d) a u, das den polnischen Ramen Tczew trägt. Die Iubiläumsnummer, die Verlag und Redaktion desPommereller Tageblatt" aus Anlaß feines Iubeltages berausgeben, zeigt in feinem Inhalt deutlich die Gesamtlage der deut­schen Presse im geraubten Osten: Mit gebun­denen Händen arbeiten. Was aus diesen Schaf- fensmögltchkeiten entsprossen ist, das hat in dieser Rümmer seinen Riederschlag gefunden. Die An­erkennung und Glückwünsche seiner führenden Mitarbeiter, und anderer einflußreicher Persön­lichkeiten, soweit sie deutsch denken und fühlen und die deutsche Sache mit warmem Herzen för- Madrid, 14. Okt. (Havas.) Nach Nachrichten oern, begleiten das Blatt in das letzte Viertel aus Eingeborenenquellen soll der Bruder Abd ersten Jahrhunderts.

el ßrims sich bei ben Djeballas mehr als Der Niesenbetrua bei bet Gefangener aushalten. Als er bie Nachricht von ber J t 7" .neicysvanr.

Niederlage Abb el Krims bei Alhuc?mos erhalten KiidLrn L? N-i^k^?!!^-^ellungen aus ben habe, habe er seinem 23rubcr zu Hilfe eilen wollen, M EL» t^«^0^tnebenfteUe in Charlotten- lei ober von ben Djeballas baran verhinbert mor- 5^??'ÖCmJ^sba£fin^or Ar­den mit ber Begrünbung. baß feine Anwesenheitm ^d) 9 b,e ^ohe von

bei ihnen im Augenblick ber Gefahr notwenbig nahP°°^ üegt bJc Vermutung roare, unb baß Abb el Krim bie Ursache des gegen- q Jh r? ru nblhcbereits im wattigen Zustanbes sei. In ber letzten in Ast Ka- ? 6 9 0 n n e n hat. Um wenigstens

mata abgehaltenen Sitzung habe Abb'el Krim bie .Teil des Gelbes zu erhalten, ist über bas Führer ber Bokojas unb9 ber Beni Uriaqel be- 'r,nb die Wohnungseinrichtung »Irnolbs

(türmt, ihm neue Unter st ützüng zur Ber- » lagnah m e verhängt worben. Ver­fügung zu stellen, aber feine Bemühungen seien insofern vorhonben, als Arnold einen

erfolglos geblieben. Aeußerst mißgestimmt habe Lnbunh nnh»??».16« r hochwertigen er einige des Abfalls verdächtige Eingeborenen ge- und onberem Vesitz angelegt hat. Arnold

fangen fetzen und einen ber Spionage verdächtigen k'", Doppelleben geführt. Einerseits

erschießen lassen. Nach der Zeitung .mhiTl" ^Mk", ber fid) durch

«allen bie nächsten Operationen bie Verbinbuna ÄÄ. Unb Duchtigtiit bas Vertrauen feiner 'Bor fischen bem Frontabschnitt von Alhucemas und -u erwerben wußte, wahrend cr auf der

dem von Melilla sein. ?eite als L e b c m o n n auftrat. Besondere

_____ Zorttebe hatte er für die Damen der Halbwelt des Kleine politische Nachrichten.4^*»

u .Iwischci, d-in d-ul,ch- Dolschoster Frei- KUXrei6en6

ÄVLÜgfl Ä ,"n. f"'b Ä«

Departement die Urfunöen über die Ratif^ Gelbe?6beh^m'1? bC\ ^silegung der

3 i e r u n g des beu t f cb - a m er if antfdjen I f,°L fmb bercÜ5 -mige Fest- «anöelgbertragß vom 8. Dezember 1923 ausgetauscht. Hiermit ist der Vertrag in Kraft getreten.