des
nahmen erfolgt.
Tagung der Goethebünde.
einen Volks» Schillerpreis von neuem einzurichten, der in drei Jahren erstmalig zur Verteilung gelangen soll.
Die deutsche Fassung der Augustana entdeckt.
glatt verlaufenen Arbeiten an den Schiedsverträgen, die die Juristen vollbringen, als einer politischen nichts zu tun hat. Die Lösung dieser Frage ist, wie die der anderen politischen Fragen, wie z. D. der mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zusammenhängenden, noch nicht endgültig gefunden.
Berichterstattung in Berlin.
Staatssekretär Kempncr beim Reichs- Präsidenten. — Cine zweite Kabinetts- sitzung.
Berlin, 14. Okt. ($11.) (Amtlich.) Staatssekretär Dr. Kcmpner wurde heute vormittag 10.30 Uhr vom Reichspräsidenten von Hindenburg zur Berichterstattung über die Verhandlungen in Locarno empfangen. Um 11.30 Uhr trafen erneut die in Berlin anwesenden Minister unter dem Vorsitz des mittlerwelle eingetroffenen Reichswehrministers Dr. ® e ß - l e r zusammen, um die Berichterstattung des Staatssekretärs in Fortsetzung der Verhandlungen von gestern abend weiter entgegenzunehmen.
Wie der »Verl. Lokalanz." betont, ist in der Sitzung irgendein formeller Beschluß nicht gefaßt worden. Die Zustimmung der in Berlin weilenden Kabincttsmitglieöer zu den Darlegungen des Staatssekretärs habe sich nur aus dem Verlauf der Diskussion und ferner daraus ergeben, daß keiner der Minister Einspruch erhoben habe. Dass.kbc gelte von der Berichterstattung beim Reichspräsidenten. Das „Berliner Tageblatt", das ebenfalls hervorheüt, daß die deutsche Delegation in Locarno auch weiterhin der Zustimmung der übrigen Kabinettsmitglieder sicher sei, glaubt über die heutige Ministerbesprechung Mitteilen zu können, daß die (Stimmung durchaus dafür gewesen sei, mit allem Rachdruck für die Durch - i sehnng der deutschen Forderungen in den sogenannten Rebenfragen einzutrctcn. Staats» fcLetär Dr. Kcmpner trat abends die Rück - reise nach Locarno an.
Abreise Mussolinis nach Locarno
Rom. 14. Okt. (WTV.) Mussolini ist heute abend nach Locarno abgerrist. Lr wird am Don- | nerslagoormiltag 11 Uhr in Locarno eintresfen.
Chamberlain vor Ser presse.
Locarno. 14. Oft. (TU.) Chamberlain empfing heute morgen die Vertreter der englischen Presse und gab ihnen folgende Erklärungen ab: Die Verhandlungen seien bereits recht weit vorgeschritten. obgleich alle Entscheidungen, besonders in den Ostfragen, noch ausständen. Die Verhandlungen waren jetzt an einem Punkte angelangt, wo niemand mehr die Verantwortung für ihr Scheitern übernehmen forme. Er müsse betonen, daß bei allen
hatten im April und Mai 1924 unter dem Titel ..Der Dolchstoß" und die „Auswirkung dcS Dolchstoßes" in zwei Heften Darstellungen von Augenzeugen über die Zersetzung in Heer und Marine und die Vorbereitung der Revolution gebracht. Diese Darstellungen wurden in der „M ünche -- n e r Po st" als Fälschungen bezeichnet, worauf gegen deren verantwortlichen Schriftleiter Beleidigungsklage erhoben wurde. Die Ver- Handlungen, zu denen Sachverständige und Zeugen aus ganz Deutschland geladen sind, nehmen am 19. Oktober vor dem Amtsgericht München ihren Anfang.
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Der Verkehr zwischen Italien, der Schweiz und Deutschland soll dadurch er»
die Paßkontrolle in Como nur noch im Zuge erledigt werden soll.
Ein AnglückSfall in den Phönixwerken.
Ein schwerer Unfall ereignet* ii* auf den Phonixwerken m Hamm. Bei dem Wiederaufbau der kürzlich niedergebrannten Verzinkerei brach ein Gerüst zusammen, wodurch vier Anstreicher und Glaser aus einer Höhe von 12 Meter in die Tiefe stürzten. Einer der Verunglücklen ist seinen Verletzungen bereits erlegen. Die drei übrigen liegen schwer verletzt im Krankenhause.
I Neue (YptautenausMisungen aus Polen. .
Vertreibung von 2000 deutschen Grundbesitzern.
Berlin. 14. Ott. (LA.) Am 1. Rovembcr wird eine zweite Welle von vertriebenen Optanten aus Polen zu erwarten sein. Der deutsche Rechtsstandpunkt demgegenüber ist bekannt. Die Reichsregierung hat niemals die formale Berechtigung der Polen zur Ausweisung der Optanten aus dem Wiener Abkommen bestritten. Es hätte aber Polen volllommen freigestanden, im Interesse eines gegenseitigen Einvernehmens von dem Ausweisungsrecht keinen Gebrauch zu machen. Die Zahl der Optanten, die zu erwarten ist, steht noch nicht fest, sie wird aber etwa 2000 betragen. Es handelt sich diesmal um Grundbesitzer aus den Grenz- und F e st un gs g e biet en. Da die Zahl geringer ist als die erste Welle, ist schon deshalb eine bessere Aebernahme im Flüchtlingslager Schneide mü hl zu' erwarten, das für 2300 Personen eingerichtet ist und für den Winter geheizt werden kann. Schon jetzt aber tritt wieder die alte Erscheinung auf. daß die Optanten bis
Kommunisten-Derhaftung in London.
~ 15. Oktober (WTB. Funkspruch.)
Groß« Aufsehen erregt hier die gestern nacht erfolgte Durchsuchung des kommunisti- '^en Hauptquartiers in London durch die Polizei und die Verhaftung von 6 bekannten Führern. Die Razzia wurde unternommen auf -befehl be* Innenministeriums. Die Verhafteten werden des Versuches. Aufstand und Meuterei zu erregen, angeklagt. Vier der Verhafteten sind Mitglieder ö-s Volksausschusses der kommunisti- ßben Partei. Große Mengen von Literatur und Dokumenten wurden beschlagnahmt.
Amerika für die chinesische gollautonomie
Der „Hanauer Anzeiger" feierte vor einigen Tagen als eine der ätieften deutschen Zeitungen sein 200jähriges Jubiläum durch Herausgabe einer Sondernummer. Er ist unter dem Konten ..Wöchentlicher Hanauer Frag- und Anzeigungsnachrichten" auf Anregung der Regierung des Grafen Johann Reinhardt von Hanau gegründet worden. Aus den kleinsten Anfängen (ein Faksimilie-Druck der ersten Ausgabe vom 27. September 1725 lieat der Rcftnummor
Di« französische Regierung hat. sich entschlo!- sen, das Parlament für den 27. Oktober zu- sammenzuberufen.
Aus aller Welt.
Der erste Schnee.
Köln. 14. Okt. (WB.) Auf dem Weste r- wäld. besonders am Schenkelberg, fiel heute der erste Schnee. Rachts ist die Teniperatur auf öwer Grad unter Rull gesunken. Auch aus Mitteldeutschland, vor allem der Gegend von Erfurt. ist heftiger Schneefall gemeldet, ebenso aus den höher gelegenen Orten des Erzgebirges und des Vogtlandes, aus Reitzenhain und Klingenthal. Die Felder, in denen überall Kartoffeln stecken, sind bereits von einet Schneedecke überzogen.
ImAiesengebirge setzte, wie der „Bote aus dem Aiesengebirge" meldet, in der Rächt zum 14. Oktober Schneefall ein, der bis mittags bei 1 Grad Kälte und fast völliger Windstille anhielt. Die Schneelage auf dem Kamm hat bereits die Höhe von 4 Zentimeter erreicht und reicht etwa bis zur Gegend der Teiche herab.
ZeitungSjnbiläen.
Der General der 3nfajiterie Dr. v. Bahr- ^6 Honorarprofessor an oer Hallenser Aniversität wirkt und der sich als ^tunzforscher einen internationalen Ruf erworben WnrhLÜ Kr^gbgericht in Mons wegen
^andstistung und qualifizierten Dieb- nayls in contumaciam z u in Tode verurteilt worden
♦
♦ der Stahlhelmlei-
^4^cr?cbur9 0,1 den Innenminister Achteten Telegramms, das An-
X0C0€£ öie preußische Regierung r Ji’Är ?er Regierungspräsident Grütz- ner in Merseburg gegen den Verfasser des Tele-
Neuyork 15. Okt. <T. 11.) Die amerikanische Jcegierung hat ihrer Delegation auf der Pekinger ^ollkonserenz neue Instruktionen erteilt, nach denen China die Zollautonomie erteilt wer- oen |ou. Falls die anderen Mächte sich dagegen widersetzen sollten, soll die amerikanische Delegation die Konferenz verlassen und mit China einen Handelsvertrag auf der Basis der Meistbegünstigung schließen.
Abd el Krim.
Wie ein Münchener Blatt meldet, ist es dem Pfarrer o. D. Dr. Wilhelm Guß mann gelungen. in einem Foliobanb der Scheurlschen Bibliothek auf dem Germanischen Rational- museum zu Rürnberg die seit Jahrhunderten vergeblich gesuchte deutsche Fassung des -Augsburger Glaubensbekennt- nisses zu entdecken, die die Rürnberger. Gesandten in Augsburg am 15. August 1530 dem CRate ihrer Stadt übersandt habön. Der Fund recht sich der Entdeckung der ältesten Redaktion Xer /Augustana auf dem Riirnperger Kreisarchiv durch Dr. Schornbaum und Dr. 5k o l d e im leichtert werden, daß de'm^chst'bei ^e?"Äu^rriie l 190o würdig an und übertrifft diese die Bastkontroll- in (Tm™ „hJ I an wistenschastlicher Bedeutung. Da
durch ist auch das bisher letztfehlende Mittelglied in der Entstehungsgeschichte des deutschen Be- a?t6 . G^ogen und damit die Moglichkett eines kritisch gesicherten Textes zum Ersatz für das spurlos verschwundene Original gegeben.
WcttcrVoranssatte.
Meist wolkig, jedoch vorwiegend westliche Winde, etwas wärmer, strichweise Niederschläge.
Das Fallaebiet, das gestern noch gegen Mittel- europa vorgestoßen war, hat sich unerwartet wieder nach Nordosten zurückgezogen. Hoher Druck ist ihm gefolgt, doch scheint bereits westlich von Irland ein neues Tief heranzukommen. Die Wetterlage bleibt daher weiterhin unbeständig und regnerisch.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 7,9 Grad Celsius, Minimum 2,4 Grad Celsius. Niederschläge 3,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 4,4 Grad Celsius.
Die für den 14. und 15. Oktober nach Bremen etnberufenc Tagung der Deutschen Goethebünde, ist durch Professor Georg Hellmers, den Dor- sihenden des Bremer Goeihebundes, eröffnet 5>er Tätigkeitsbericht ergab ein erfreuliches Bild oer toieberauffteigenben Entwicklung und festere? Zusammenschluß der Goethebünde Einstimmig wurde folgender Antrag Berlins angenommen: Die Goethebünde halten es dringend für angezeigt, daß die Regierungen der deutschen Lander nach dem Vorbild Preußens einen Sach- ber ft dn big e na ugfcßu ß ernennen, deren @1x10^1611 gegen Werke der Literatur oder Kunst in Berücksichtigung gezogen werden müssen. Es wurde ferner beschlossen, angesichts der Tatsache, daß der Staats-Schillerpreis auch in öer neuen Aera nicht zur Verteilung gelangte,
zum letzten Augenblick warten. Die Situation ist bei dieser Welle besonders dadurch verschärft, daß die Grundbesitzer kaum in der Lage waren, ihr Besitztum in Polen zu verkaufen oder zu verpachten. Don etwa 2000 Morgen Grundbesitz der deutschen Optanten in | Polen ist zwar ein Teil verkauft ,öic Erlöse bc- ! trage : aber höchstens ein Viertel des Friedenswert cs, weil der Verkauf in der Rot erfolgte. Weitere Vermögensverluste sind dadurch entstanden, daß der Gegenwert in polnischer Währung ausgezahlt wird, die ständig sinkt.
Die Polen haben aber auch nichts unversucht gelassen, um den deutschen Grundbesitzern die Veräußerung ihres Besitzes zu erschweren. So haben sie größtenteils in ihre Wohnungen Zwangsmieter einquartiert, nämlich polnische Optanten aus Deutschland, und es ist selbstverständlich, daß unter solchen Umständen der Verkauf des Grundbesitzes kaum möglich ist. Polnische Gerichte in Birnbaum hoben ferner den deutschen Optanten verboten, ihre Besitztümer zu verpachten. Die deutschen Stellen haben dagegen protestiert, sie sind aber bisher ohne Antwort geblieben. Dieter zweiten Welle folgte nach polnischer Absicht eine dritte Welle bestehend aus den übrigen Grundbesitzern, die biö jum 1. Juli nächsten Jahres abgewandert i lein müssen. Die Zahl dieser letzten Grund- j beJlhcrJDlrD ungefähr 5000 betragen. Diese pol- ni^e Serrorifierungeitafttf steht in eigenartigem Widerspruch zu den Bemühungen des polnischen Außenministers in Locarno, mtt Deutschland zu friedlichen Abmachungen zu Tommen. zu denen
e,n Gnsi deö Vertrauens und der Loyalität Voraussetzung wäre.
I Aus -er Proyinzialtzauptfladt.
Gießen, ben 15. Oktober 1925. 1
| Don der „Schönen Aussicht". ! _ isi nirf)ts so schlimm, es ist für etwas gut1
hat denn auch die schlimmste Notzeit der jüngsten Jahre für Gießen etwas Gutes gebracht in Gestatt des Wohnhauses für Studenten auf der „Schönen 21 u ssich t", das bei seiner Einweihung den Namen < a o * m crß’eti- Als im Sommersemester 1923 die Wohnungsnot für Studenten aufs höchste • flieg, da drängte sich der Gießener Studeuten Hilfe der Gedanke auf, hier durch Errichtung I eines Gebäudes mit Studentenwohnungen helfend I einzugreifen. Und als bann vor allem durch die Bemühungen des Stadtv. W i n n der Erwerb einer Barocke auf dem Trieb von der Stadt zustande kam, da konnte zur Verwirklichung dieses Planes gc-
I schritten werden. Gar viele und große Schwierigkeiten waren zu überwinden, und es schien, als ob es nur möglich sein werde, ein recht primitives Unterkommen mit Massenquartier zu schaffen, bas kaum längere Zeit biefem Zweck hätte bienen können. Da kam ober Hilfe, vor allein durch den Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberhessen, wobei insbesondere Direktor Dr. Humperdinck von den Buderuswerken in Wetzlar m aufopferndster Weise mitwirkte. So gelang es, ein Heim.zu schaffen, das nicht nur geeignet war, dem augenblicklichen Notstände zu begegnen, sondern eine dauernde Einrichtung zu werben, um bie viele anberc Hochschulen Gießen beneiden.
46 Studenten sind dort während des Semesters untergebracht. Obwohl feine großen Ankündigungen ergehen, hat sich die Kunde vom hiesigen Studentenwohnhaus doch schon weichin verbreitet. Ständig kommen Aufnahmegesuche, z. T. aus der Nähe von Söhnen eines Landpfarrers ober eines Lonbarztes, S-T. aus weiter Ferne von Auslanbbeutfchen. Aber schon seit längerer Zeit ist dos Wohnhaus für das kommende Wintersemester voll belegt, da von feinen seitherigen Bewohnern nur ein ganz verschwindender Bruchteil wegen Wechsels bet Universität ober wegen Examens bas Heim verlassen ßat. So übersteigt bie Zahl der Anfragen bei weitem die Zahl der verfügbaren Betten. Bei der Aufnahme wird eine sorgfältige Auswahl getroffen, und dem ift es zu verdanken, baß bas Zusammenleben der Studenten in dem Heim sich zu einem überaus erfreulichen und harmonischen gestaltet hat. Bedenkt man, baß hier fast 50 junge Menschen aus den verschiedensten Bevölkerungskreisen und Gegenden, korporierte und nichtkorporierte, alte Semester und junge Füchse, zusammenwohnen, so ist man erstaunt über die absolute Ruhe, die den in bas Haus (Ein« fretenben empfängt. Hier wird eben fleißig ftubiert, unb bazu ist Ruhe nötig. So nimmt benn auch jeder Rücksicht auf bie anderen, und wenn etwa auf einer '■öube die Unterhaltung zu angeregt wirb oder wenn gar einmal Gesang ertönt, bann bebarf es nur eines Klopfens an der Wand, um bas Silentium roieber herzustellen. Je nach ihrer Eigenart unb ihrem Geschmack haben die Bewohner sich ihre Buben noch wohnlicher gestaltet: hier hält sich ein Tierfreund seinen Kanarienvogel, dort züchtet ein anderer Kakteen. Eifrig ist im Sommer bas Turnen im Freien, namentlich am Reck, unb bas Tennisspiel gepflegt worden, unb besonders Sportbegeisterte traten häufig schon morgens um 5 Uhr zu leichtathletischen Uebungen an. So gewinnt man aus allem den Eindruck, daß sich die Heimbewohner wohlfühlen, und baß dies nicht auf einer Täuschung beruht, das zeigt u. a. ein Brief, den kürzlich ein Student, der im Wintersemester 1924/25 im Heim gewohnt hat, an die Gießener Stubentenhilfe gerichtet hat. Cr schreibt von der Hochschule in I. unter dem 22. Sept. l. I.: „Da ich im nächsten Sommer (!) roieber nach Gießen mochte, bitte ich Sie höflichst, mich einstweilen für bas Egerheim Vorwerken zu lassen. Ich freue mich schon sehr, roieber in bie große Familie auf ber ..Schönen Aussicht" aufgenommen zu werden . . . Die hiesige otudentenhilfe (in X.) ist technisch sehr gut ein- gerichtet, ich muß aber gestehen, daß cs in Gießen uiel gemütlicher ist, zudem ist dort — ein sehr roidr tiger Faktor für hungrige Stubentenmäqen — bas Essen reichlicher."
Daß das Studentenwohnhaus noch manche Spuren der Notzeit — in welche feine Entstehung
gramms, Oberstleutnant D ü ft c r b c r g , Straf- antrag gestellt,
Die „Süddeutschen Monatshefte"
beteiligten Staatsmännern der beste Wille bestehe, die Konferenz zu einem günstigen Abschluß zu bringen. Seiner Meinung nach wird das Ergebnis der Konferenz keine Scheinlösung, sondern tatsächliche Entscheidungen von tiefgehender Bedeutung für den künftigen Frieden Europas mit sich bringen. EhamKrlain wies besonders auf die weit vorgeschrittenen Arbeiten der Juristen hin, die eine Anzahl von Streitfragen günstig gelöst hätten. Das Erfreulichste an den -reichen Ergebnissen werde sein, daß sie nicht den Triumph einer bestimmten Kategorie von Ansichten über die Riederlage einer der beiden - Seiten bedeuten würden, sondern natürlich er- wachsen seien auS gemeinsamen Interessen und gegenseitigem guten Willen. Die Ausführungen Chamberlains waren nach dem Eindruck der Anwesenden von einem gedämpften, aber ernsten Vertrauen in den weiteren Der- i lauf der Konferenz getragen.
Die Londoner Abendblätter scheinen den Optimismus des britischen Außenministers nicht durch- weg zu teilen. So vergleicht der konservative, dem Ftanfopßilen Lord Derby nahestehende „E o e n i n g Standard" die Berichte über die Verhandlungen mit Kriegs-Bulletins, in denen beide ©eiten über große Fortschritte berichten, während die Armeen sich immer in derselben Position befinden. Eine Formel bedeute nicht notwendigerweise eine Losung. In ber Tat sei eine Formel sehr ost em Bekenntnis dafür, baß eine Lo - fung nidjt gefunden werden könne. Frank- könne beispielsweise nicht vergessen, daß die östlichen Grenzen Deutschlands ein bequemes poli- ti ches Instrument für gewisse ehrgeizige Zwecke '/ien. Deutschland auf ber anberen Seite sonne nicht vergessen, baß bie französische Politik in Polen feine Sicherheit unb selbst feine eigene Souveränität gefährden könne. In der Tat sei es heute schon klar, daß kein Pakt im Sinne einer allgemeinen Befriedung in dem gegenwärtigen Stadium der europäischen Politik nicht verlangt werben könne, in welchem Frankreich unb Deutschland sich zwar gegenseitig bulben, aber gewiß nicyt lieben würden, tn welchem ferner eine ehrgeizige neue Großmacht mit neuen Methoden um ihren Plag an ber Sonne, nämlich im Mittelmeer kämpfen würde (Italien), und in welchem schließlich R u ß l a n d sich als ein Rebell von der ganzen Struktur europäischer politischer unb sozialer Zivilisation abgetrennt habe. Die Hoffnungen seien von Anfang an ü b e r t r i c b e n roor- ben Es sei möglich, baß die Enttäuschung der En° thusiasten genau so laut zum Ausdruck kommen wurde, wie sie entdeckten, baß bie Konferenz in Locarno zwar bie Probleme bearbeitet, sie aber unlösbar gefunben habe. Die Konferenz habe in- beßen niemanden Schaden getan, im Gegenteil sie scheine insofern Gutes geschaffen zu haben, als sie ore leitenden Staatsmänner in persönliche, an- statt m rein offizielle Berührung miteinander brachte. Die Dinge arbeiteten jetzt für bis allgemeine Befriedung, wenn bis Menschen überhaupt ben I Frieden wünschten, aber genau fo gut für b e n jt r i c g , wenn die Menschen den Krieg woll- I ten. Die beste Garantie für den Frieden für die nächsten zehn Jahre sei nicht irgendein möglicher Pakt, sondern die Tatsache, daß die Menschheit des Kämpfens müde sei. Dieser Faktor verliere jedoch von Jahr zu Jahr an Wert. Eine neue Gene- ratton wurde auf dem Kontinent aufwachsen, welche des Friedens ebenso müde fein würde, wie bie gegenwärtige des Krieges. I
juristische Vertreter 6er tschechoslowakischen Delegation zugezoaen worden, um die abschließenden Arbeiten an den Ostschiedsverträgen zu erleichtern. Cs ist nicht ausgeschlossen, daß auch bei den morgen in Angriff zu nehmenden O st - schiedsverträgen die juristischen Berater Englands und vielleicht auch Frankreichs Mitwirken werden. Dabei ist festzustellen, daß die Frage der Garantie mit den an sich
27. September 1725 liegt der Feftnummer bei) hat er sich zu dem meistgelesensten Blatt des Stadt- und Landkreises Hanau entwickelt. Die Iubiläums-Rummer enthält Beiträge aller Spitzen der Behörden aus Stadt und Kreis, von Schule und Kirche, Handel unb Wirtschaft. Heimatgeschichte und Kunstpflege kommen gleichfalls zur Beachtung. Mit zahlreichen Repro- pulhonen nach photographischen Aufnahmen gc- schmückt, gibt die Feftnummer des „Hanauer Anzeiger" ein umfassendes Bild seines technischen Könnens und feiner geistigen Peripherie.
Der deutsche Osten ist wieder ein Gebiet geworden, in dem deutsche Kulturpropaganda getrieben werden muß. um deutsches Land gegenüber polnischen Einflüssen deutsch zu erhalten. Der wichtigste Vorkämpfer aus geistigem Gebiete ist dazu die Presse, die allen deutsch Sprechenden deutsches Geistesgut vermittelt. Das ..Pommereller Tageblatt", das am 1. Oktober sein 75jähriges Bestehen feierte, steht heute mehr denn je auf exponiertem Vorposten tn„ i r f d) a u, das den polnischen Ramen Tczew trägt. Die Iubiläumsnummer, die Verlag und Redaktion des „Pommereller Tageblatt" aus Anlaß feines Iubeltages berausgeben, zeigt in feinem Inhalt deutlich die Gesamtlage der deutschen Presse im geraubten Osten: Mit gebundenen Händen arbeiten. Was aus diesen Schaf- fensmögltchkeiten entsprossen ist, das hat in dieser Rümmer seinen Riederschlag gefunden. Die Anerkennung und Glückwünsche seiner führenden Mitarbeiter, und anderer einflußreicher Persönlichkeiten, soweit sie deutsch denken und fühlen und die deutsche Sache mit warmem Herzen för- Madrid, 14. Okt. (Havas.) Nach Nachrichten oern, begleiten das Blatt in das letzte Viertel aus Eingeborenenquellen soll der Bruder Abd ersten Jahrhunderts.
el ßrims sich bei ben Djeballas mehr als Der Niesenbetrua bei bet Gefangener aushalten. Als er bie Nachricht von ber J t 7" .neicysvanr.
Niederlage Abb el Krims bei Alhuc?mos erhalten KiidLrn L? N-i^k^?!!^-^ellungen aus ben habe, habe er seinem 23rubcr zu Hilfe eilen wollen, M EL» t^«^0^tnebenfteUe in Charlotten- lei ober von ben Djeballas baran verhinbert mor- 5^??'ÖCmJ^sba£fin^‘or Arden mit ber Begrünbung. baß feine Anwesenheit ’m ^d) 9 b,e ^ohe von
bei ihnen im Augenblick ber Gefahr notwenbig nahP°°^‘ üegt bJc Vermutung roare, unb baß Abb el Krim bie Ursache des gegen- q J’h r? ru nblhc„bereits im wattigen Zustanbes sei. In ber letzten in Ast Ka- ?■ 6 9 0 n n e n hat. Um wenigstens
mata abgehaltenen Sitzung habe Abb'el Krim bie .Teil des Gelbes zu erhalten, ist über bas Führer ber Bokojas unb9 ber Beni Uriaqel be- 'r,nb die Wohnungseinrichtung »Irnolbs
(türmt, ihm neue Unter st ützüng zur Ber- » lagnah m e verhängt worben. Verfügung zu stellen, aber feine Bemühungen seien insofern vorhonben, als Arnold einen
erfolglos geblieben. Aeußerst mißgestimmt habe Lnbunh nnh»??».16« r hochwertigen er einige des Abfalls verdächtige Eingeborenen ge- und onberem Vesitz angelegt hat. Arnold
fangen fetzen und einen ber Spionage verdächtigen k'", Doppelleben geführt. Einerseits
erschießen lassen. Nach der Zeitung .mhiTl" ^Mk", ber fid) durch
«allen bie nächsten Operationen bie Verbinbuna ÄÄ. Unb Duchtigtiit bas Vertrauen feiner 'Bor fischen bem Frontabschnitt von Alhucemas und -u erwerben wußte, wahrend cr auf der
dem von Melilla sein. ?eite als L e b c m o n n auftrat. Besondere
_____ Zorttebe hatte er für die Damen der Halbwelt des Kleine politische Nachrichten. ”4^*»
u .Iwischci, d-in d-ul,ch-„ Dolschoster Frei- KUXrei6en ™6
ÄVLÜgfl Ä“ ,"n. ‘ f"'b Ä«
Departement die Urfunöen über die Ratif^ Gelbe?6beh^m'1 hÜ? bC\ ^silegung der
3 i e r u n g des beu t f cb - a m er if antfdjen I bÄ f,°L fmb bercÜ5 -mige Fest- «anöelgbertragß vom 8. Dezember 1923 ausgetauscht. Hiermit ist der Vertrag in Kraft getreten.


