tzetoe rbs auf dem Flugplatz in S chleih - Leim brachte bet gutem Wetter einen Massen- vesuch. Gegen 2 Ahr nachmittags begannen die Hindernisziellandungsflüge, wobei sich 20 Flugzeuge dem Starter stellten, von denen die meisten die gestellte Aufgabe lösten. Darauf begann das Kunstfliegen, wobei das von allen Beteiligten Geleistete allgemeines Staunen erregte. Später starteten zehn Flugzeuge zum Stafettenflug Schleißheim - Dachau - Oberwiescnfeld Schleihheim. Zwischen den einzelnen Wettbewerben fanden Fall- schirm absprünge statt. Leider schloß der Tag mit dem bereits gemeldeten tödlichen Anfall des Kunstfliegers K r ö h l. Aach dem Anfall stellten sämtliche Flieger, die sich noch in der Luft befanden, ihre Flüge ein.
Wirtschaft.
Der amerikanische Kredit der Rentenbank.
Die Deutsche Aentenban i- Kredit- anstalt (Landwirtschaftliche Zentralbank) teilt mit: Die Verhandlungen mit der Aational-City- Companie in Aeuyorl wegen einer amerikanischen Anleihe für landwirtschaftliche Realkredite in Deutschland sind am Samstag. 12. September, zum Abschluß gekommen. Darnach übernimmt die Aational-City-Gompanie von der Deutschen Aentenbank-Kreditanstalt Schuldverschreibungen in Höhe von 2 5 Millionen Dollar. rüd» zahlbar zu pari, zu einem jährlichen Zinssatz von 7 Prozent, auf 25 Jahre, bei einer Tilgung von etwa l1 . Prozent jährlich, zuzüglich ersparter Zinsen. Zinsen und Amortisation werden am 15. März und 15. September jeden Jahres fällig, erstmals am 15. März 1926. Der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt steht das Recht zu. die Anleihen auch zu früherer Rückzahlung im ganzen oder in Teilbeträgen, ebenfalls zu pari, erstmalig vom 15. September 1935. sodann zu jedem späteren Zinstermin zu kündigen. Die Anleihe soll in diesen Tagen zum Kurs von 93 Prozent in den Bereinigten Staaten aufgelegt und ihre Zulassung an der Reuhorl Stock-Erchange beantragt werden. Die Auszahlung des Gegenwertes der Schuldverschreibungen zu 88 Prozent soll gegen Ende Dieses Monats erfolgen.
' Dahnbedarf A. G. Darmstadt. Die Bilanz per 31. Dezember 1924 schließt nach Abschreibungen in Höhe von 34 360 Rm. mit einem Verlust von 167 840 Rm. ab. Der auf den 15. Oktober einzuberufenden H.-V. soll vorgeschlagen werden, den Derlust auf neue Rechnung vorzutragen.
fpd. Aus der Offenbacher In - d u st r i e. Das Amtsgericht Offenbach ordnete am Samstag über fünf Betriebe die Geschäfts- aufsicht bzw. den Konkurs an, und zwar die Geschäftsaufsicht über die Firma Alöhs Winter, Mühlenfabrikate in Heusenstamm, die Offenbacher Pianofortefabrik Alois Knauer in Offenbach, die Firma Main-Metallwerke G. m. b. H. zu Mühlheim a. M.. die Zigarrenfabriken der Firma Barbara Behl zu Groh-Steinheim und den Konkurs über das Vermögen der Firma Chemische Fabriken Offenbach a. HL, A-G
* Deutsche Vereinsbank in Frankfurt a. M. In der auherordentlichen Generalversammlung der Deutschen Vereinsbank in Frankfurt a- M. machte der Aufsichtsratsvor- sitzende Mitteilung von dem Scheitern der Der- kaufsverhandlungen mit Michael und stellte fest, bafj es damit unmöglich geworden sei, die Deutsche VereÜtsbank in dem seitherigen Rahmen weiterzuführen. Die nicht dem Michaelkonzern . angehdrenden Aufsichtsratsmitglieder legten ins- /-gesamt ihre Mandate nieder. Der Vorsitzende gab eine formelle Erklärung ab, dah alles bei der Dank intakt sei. Auch Direktor Schlesinger, dec nunmehr den Vorsitz übernahm, erklärte, dah die Dank vollkommen intakt sei. Richt erörtert wurde die Frage, wie es sich nunmehr mit dem zwischen der Deutschen Vereinsbank und der Frankfurter Bank geschlossenen Jnteressengemein- schaftsvcrtrag verhält. Der „Franks. Ztg." zufolge wird )eht eine ruhige Abwicklung eintreten, für die alle Vorkehrungen getroffen sind.
6 DieRotlage der oberschlesischen Industrie. Die „Schlesische Zeitung" meldet:
Die oberschlesische 3nbuftrie entsandte in den letzten Tagen eine Abordnung nach Warchau, um der polnischen Regierung die Rotlage Ober- fchlesiens darzulegen und um Abhilfemahnahmen zu bitten. Die Abordnung, die mit dem Handelsminister und dem Präsidenten der Dank von Polen, sowie dem Leiter der Devisenabteilung des Finanzministeriums verhandelte, legte eine eingehende Denkschrift über die Lage der Industrie vor. Die Industrie verlangt u. a. umfangreiche Diskontkredite von der Bank Polski. Der Präsident der Bank Polski 'stellte eine einmalige größere Kreditsumme in Aussicht unter der Voraussetzung, dah die Industrie die Devisen von ihren Kohlenverkäufen nach dem Auslande an die Dank Polski abgebe.
* Einfuhr polnischer Kohle. Die Bemühungen der polnischen Regierung, Absatzgebiete für polnische Kohle zu finden, haben in Holland Erfolg gehabt. Als Probe soll bereits die erste Bestellung einer holländischen Kohlengesellschaft auf 16 800 Tonnen eingegangen sein, wobei ab Dezember die monatliche Abnahme 30 000 bis 40000 To. betragen soll.
Börsenkurse.
Berlin
Frankfurt a.M.
__________________Tatunt:
5% Deutsche Rcichsnnleibe . 4% Deutsche Reichscinleihe . 37g% Deutsche Reichsanlcilie 3% Deutsche Reichsanlechc . Deutsche Eparprämienanleihe 4% Preußische ttonsols . . . 4% pesten 3'/2% .Hessen..........
3% Hessen Deutsche Derrb Dollar-Anl. bfo- Doll.-Schay-Anweisng.') 4% Zolltürken . 5% Goldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Tarmft. und Nationalbank . Deutsche Bank.........
Deutsche Bcreinsbank .... Disconlo Commandit . . . Metallbank...........
Mitteldeutsche Creditbank. . Oeslcrreichischc Credikanstalt. Weltbank ...........
Bochumer Guß . .
Buderus ..........
Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau.....
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahntte Obcrbcdars Phönir Bergbau Rbeinitabl «... Ricbeck Montan Tellus Bergbau ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Anglo-Lont.-Guano ..... Badische Anilin........
Chemische Mayer Alabin .. Goldschmidt . . .... ..
Gries oeimer Electron ...» Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung.....
Rütgerswerke Schetdeanstalt ........
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...........
Mamkraftwerke...... .
Schlickert . ....... .
Siemens <fc Halske .....
Adlerwerk« Kicher ..... Daimler Motoren.......
Hehliaenstaedk Megmn.............
Motorenwerke Mannheim
Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . .
Schuhfabrik Herz .... Sichel Zellsloti Waldhos Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
Frankfurter
Frankfurt a. M., 14. Sept. Die heutige Abendbörse war beherrscht von einer weitgehenden Lustlosigkeit, die dem Geschäft einen müden Charakter gab. Das Kursniveau zeigte infolge der Tlmsatzlosigkeit, aber auch auf einige Ge- winnrealisationen der Spekulation Reigung zum Rachgeben. Vereinzelt waren die Kurse gehalten. Der Anleihemarkt schwächte sich weiter
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4
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9
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58
—
56.5
57
57
Adendbörie.
ab. Für Kriegsanleihe wurde zum Schluß ein Kurs von 242,50 bis 245 genannt. Die Avend- börse schloß geschäftslos und in schwächerer Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,244, Schuhgebietsanleihe 6,050. Ausländische Renten: Zolltürken 7.60, Türken von 1905 6,87. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 129, Commerzbank 96, Darmstädter Dank 110,50, Deutsche Bank 111, Dresdner Dank 100,25, Metallbank 79, Mitteldeutsche Creditbank 93,75, Rcichsbank 130, Oesterreichischc Kreditaktien 7.80. Montanaltien: Deutsch-Luxemburg 72, Rheinstahl 64,90, Kali Aschersleben 123.50, Kali Westeregeln 131. Chemische Aktien: Dadische Anilin 124,87, Chemische Griesheim 120,62, Th. Goldschmidt 70,25, Höchster Farben 121,50, Holzverkohlung 57, Schiffahrtsaktien: Rordd. Lloyd 67. Jndustrieaktien: AEG. 96,75, Zement Heidelberg 65,25, Elektrisch Licht und Kraft 96,50, Chlinger Maschinen 43, Hanf Füßen 66. Jnag 0,51, Gebr. Junghans 66.50, Lechwerke 72, Schuckert 64,50, Wahß und Frehtag 68,25. Badischer Zucker 58, Heilbronnzucker 57,25.
Debisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark auSgedrückt. BurnoS-AireS, London, Neu- hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Em beireu, alles übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
Danknoten.
12 Septbr.
14 Septdr.
Amtliche fflclb
Hoti rung Brief
Amtliche Meld
Notierung Brief
Amst.-Non
166.67
167,09
168.71
169,13
Bucn. Aires
1.687
1.691
1,687
1,691
Brss.-Antw
18,50
18,54.
18 51
18,55
Chrissiania.
86,79
89,01
86,19
86,41
Kopenhagen
103,17
103,38
102,27
102,53
Stockholm -
112,51
112,79
112,51
112,79
Helsingfors-
10,58
10,62
10.575
10,615
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17.18
17,22
17,43
17.47
London. .
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20,382
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4.195
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Paris. . .
19.71
19,7)
19.74
19,78
Schweiz . .
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80 96
81,16
Spanien. .
60.97
61.13
60.97
61,13
Japan . . . 9iio de Jan. Wien in D--
1.704
1.708
1,703
1,707
0,566
0.568
0 561
1.563
£cft. abaeft.
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59,32
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7.49
7,47
7,49
Budapest. .
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5.89
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Bulgarien .
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3,065
3,075
Lissabon .
20,925
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20.975
Danzig. - . .Konstantin.
80.65
80.85
80 65
80.85
2.385
2,395
2,395
2,405
Athen. . .
6.09
6.11
6.09
6.11
Canada. . .
4.195
4,205
1.195
1,205
Uruguay . .
4,20
4.21
4,19
0,20
Berlin, 14 Septbr.
Geld
Briet
Amerikanische Noien ..... Belgische Noten........
Dänische Noten ....... Englische Noten........
französische Noten......
Holländische Noten......
Italienische Noten......
Norwegische Noten......
Deutsch-Oesterr., 5100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten.......
1.2-3
18,4 i 101,94 30,303
19,71
168,28 17,56 86,21
)8.9O
112,17
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60.75
12.385
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4.253
18,52
102,46 «0,403
19,81
169.12
17,64
86.25
59,20
112,73
81,20
61.05
12,445
5,885
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gleßener Anzeigers".) Berlin, 14. Sept. Der Auftragseingang war bei Beginn der Börse sehr gering, das Geschäft hielt sich daher ansängli h in sehr engen Grenzen. Die Kurse erfuhren bei der hieraus resultierenden Lustlosigkeit allgemein nur geringfügige Veränderungen, neigten teilweise allerdings zur Schwäche. Gegenüber dem etwas freundlicheren Kursstand am Wochenschlusse traten am Montanmarkt und auf einigen weiteren Gebieten Kursrückgänge bis 1 Prozent und darüber ein, die aber bald wieder aufgehoben wurden. Insgesamt erfolgten die Geschäftsabschlüsse während der ersten Stunde somit zu Preisen, die gegenüber dem Schlüsse am Samstag keine wesentliche Veränderung zeigten. Am deutschen Anleihemarkt konnten Schuh- gebietanleihen ihren lehterreichten Stand nicht behaupten, sondern gingen auf 6,8 bis 6,7 zurück, dagegen erwiesen sich Pfandbriefe als sehr widerstandsfähig, und zwar mit Rücksicht auf den bevorstehenden Abschluß der amerikanischen Rentenbankkredite. Man erwartet, dah hierüber heute noch eine offizielle Mitteilung ausgegeben wird. Die Auflegung der Anleihe dürfte bereits in der allernächsten Zeit erfolgen. Am Geldmarkt hält die flüssige Lage an.
Tagesgeld 8 bis 9,5 Prozent und darunter, Monatsgeld 10 bis 11,5 Prozent. Bezeichnend für die leichte Verfassung ist, dah die Preußische Seehandlung die zu Medio fälligen Gelder durchweg um einen Monat prolongiert hat. Die in Rorwegen neuerlich erfolgte Diskontherabsetzung von heute ab auf 5 Prozent toirfte sich an dem Wechselkurs gegen London in der gewünschten Weise aus. London-Oslo gab aus 25,55 nach, demgegenüber blieb Kopenhagen- London mit 19,75 unverändert stabil. Mailand befestigte sich gegen London auf 116,75. Es verlautet, dah die Lira auf der Basis von 100* Lire für ein englisches Pfund stabilisiert werden soll. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20;36, Paris 5,0772» Amsterdam 59,20.
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Sept. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 24,50 bis 24,75, Doggen (inländischer) 19,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 25 bis 27,50, Hafer (inländischer) 20 bis 21, Mais (gelb) 21, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39 bis 39,25, Roggenmehl 28 bis 28,25, Weizenkleie 10,85 bis 11, Roggen- kleie 11,25 bis 11,50, Erbsen 30 bis 40. Linsen 45 bis 70, Heu (süddeutsches, gut,- trocken) 8,50, Weizen- und Roggenstroh 4, Treber (getrocknet) 17,75 bis 18. Tendenz: Leicht nachgevend.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzergers".) Frankfurt a. M., 14. Sept. Auftrieb: 1879 Rinder, darunter 534 Ochsen. 70 Bullen, 1275 Färsen und Kühe. 433 Kälber. 309 Schafe, 4250 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: Vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 62 bis 70, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 54 bis 61, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 43 bis 53, Bullen: Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 60, vollfl. jüngere 45 bis 53, Färsen und Kühe: Vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 58 bis 66, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 54 bis 62, wenig gut entwickelte Färsen 49 bis 57, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40 bis 42, mäßig genährte Kühe und Färsen 28 bis 4o, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 25, Kälber: Feinste Mastkälber 85 bis 90, mittlere Mast- und beste Saugkälber 75 bis 84, geringere Mast- und gute Saugkälber 65 bis 74, geringe Saugkälber ‘50 bis 62; Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 54 bis 60, geringere Masthämmel und Schafe 45 bis 53, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzschafe) 30 bis 44; Schweine: Vollfl. von 80 bis 100 Kg. 95 bis 97, unter 80 Kg. 88 bis 94, von 100 bis 120, von 120 bis 150 und Fettschweine über 150 Kg. 96 bis 98, unreine Sauen und geschnittene Eber 80 bis 90. Marktverlauf: Langsamer Handel; Tleberstand. Am Schweinemarkt fette Ware gesucht und über Rotiz gehandelt, leichte Ware vernachlässigt.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 14. Sept. Der Produktenmarkt war bei kleinem Geschäft ruhig. Die Preise gaben allgemein etwas nach. Es notierten für 1000 Pfund: Weizen, märf. 213 bis 218, dto. Oktober 240 bis 239, dto. Dezember 245 bis 243, Roggen, märt. 164 bis 168, dto. September 188, dto. Oktober 189 bis I88V2. dto. Dezember 191 bis 190Vs. Gerste, märf. 208 bis 241, Futtergerste 176 bis 181, Hafer, märf. 175 bis 183, dto. Oktober 1831/2, 184, 182, dto. Dezember 190 bis 189, Mais (loko Berlin) 212 bis 216, RapS 355; es notierten für 100 Pfund: Weizenmehl 30,25 bis 33,50, Roggenmehl 24 bis 26. Weizenkleie 11,80 bis 12, Roggenkleie 10,80 bis 11, Viktoria- erbsen 26 bis 31, Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 25 bis 28, Lupinen, blau 12.75 bis 14, Rapskuchen 16,20 bis 16,40, Leinkuchen 22,60 bis 22,90, Trockenschnihel 12, Torfmelasse 8,80 bis 9, Kartoffelflocken 17,80 bis 18, Zucker 21.
Für Nervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Spexialknranetalt Ho!- beim 1. Taunns bei Frankfurt a M Behaglein gerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Biät-Kuren). Mäßige Preise. Prospekt durch Dr. M. Schulze-Kalileyss, Nervenarzt. ^MMWWMMWWWWWWWWMN^WWM»^»»
Der gefesselte Strom.
Boman von Hermann S t e g e m a n n.
11. Fortsetzung. (Nachdruck nerboten.)
„Auch ich stehe auf eigenem Grund, Fräulein Ruth. Ich habe gestern den ganzen Strich von St.-Josephs-Acker bis zum Wald zusammen- gekanj?."
„Sie? älnd bis zum Wald!"
Sie maß die Entfernungen.
Er trat neben sie und rollte den Gelände- plan auf.
„Sehen Sie hier! Dieses rotschrafsierte Areal gehört mir. Das Klosterviereck von St. Joseph ist deutlich sichtbar inmitten der schraffierten Fläche."
Ruth starrte mit zusammengepreßten Lippen auf die Zeichnung. Wie eine Insel schwamm das Kloster mit seinem Garten und dem Wiesengürtel auf dem bunten Papier.
„Also gehört jetz: außer dem Kirchhof und unserem St. Joseph auf diesem Ufer alles Ihnen", stieß sie leidenschaftlich hervor.
Er irberhörte die an.Mißachtung streifende Schärfe ihrer Worte.
„Ja " antwortete er ruhig.
„Es ist gut. Ich werde meinen Vater —“
„Ruth," bat er, mit einem Versuch zu lächeln und streckte unwillkürlid) die Hand aus, um sie festzuhalten.
Da warf sie den Kopf zurück und entgegnete:
„Jetzt stehen Sie nicht mehr auf Ihrem Grund und Boden, Herr Ingold!"
..Damned!' Der englische Fluch war ihm entfahren, er wußte nicht wie.
Totenblaß, mit svriihenden Augen richtete Ruth fid) auf.
„Ich bitte, die Grenze zu respektieren. St. Joseph ist nicht käuflich, Herr Ingenieur."
„Aber Ruth, so hören Sie doch, id) —"
„Joseph," rief ihre helle Stimme in seine ungeduldigen Worte, „warfen Sie die Grenzfurche besser aus, damit die Herren wissen, woran sie sind und uns nicht ins Gras treten.“
Darauf wandte sie sich und ging mit raschen Schritten der Mauer zu. Vor ihren Blicken schillerte die Welt in bunten Farben. —
Eine Viertelstunde später stand sie in der weißen Kittelschürze neben dem Vater am Krankenbett.
Engelhardt sagte lächelnd zu der Kranken:
„Sie werden gesund, kleine Lo. Heute und morgen bleiben Sie noch im Bett, ilebermorgen stehen Sie auf. Wenn die Sonne scheint, stehen Sie um sieben ilfjr auf, und wenn es regnet, was auch einmal vorkomml, stehen Sie fünf Minuten später auf."
„So früh schon," klagte die Kleine und kroch noch tiefer unter die Decke.
Ruth band ihr die Schleife neu. mit der sie den schwarzen Zopf umwunden hatte.
„Sind Sie noch nie um sieben ilfjr auf- gestanden, wenn es sich um Sport oder sonst ein Vergnügen handelte?" fragte Engelhardt ruhig.
Er war am Krankenbett so ruhig und bestimmt in seinen Anordnungen und so gesammelten Wesens, wie sonst heftig und zerstreut.
„Sie haben ja nicht mal 'n Tennisgrund", schmollte Lo.
„Rein, aber Solbäder versetzte Engelhardt mit tiefem Ernst und ging hinaus.
Auch strich noch einmal über die Kissen und öffnete das kleine Fenster so weit, daß der Wiesenduft in vollen Zügen hereinströmte. Sie war schon an der Tür, da seufzte Lo:
„Ach Gott, Fräulein Ruth, hier passiert ja gar nichts!"
Ruth zöge'rte einen Augenblick, ehe sie mit ihrer heitersten Miene antwortete:
„ilebermorgen kommen neue Gäste, dann werden Sie sich nicht mehr zu beklagen haben."
„ilebermorgen? Grad an dem Tag, da ich ausstehen bati! Kriegen wir dann eine Golf» Mannschaft zusammen?"
Hochaufgerichtet saß sie im Bett. Wie in einem Glasfigürchen stieg das rote Blut in ihr auf, und der nervös gespannte Zug ihres Gesichtes gab ihr einen täuschenden Anschein unbändiger Energie.
„Muß es denn immer ein Sport sein, Fräulein Lo?"
„Run natürlich! Das ist doch das gesündeste!" rief Lo eifrig. „Aber Sie treiben ja keinen Sport", schloß sie mitleidig.
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„Ach so", erwiderte Ruth lächelnd, und noch einmal an das Bett der kleinen Berlinerin tretend, die vor vierzehn Tagen im Zustand vollständiger Erschöpfung in St. Joseph angekommen war, drückte sie das zarte Geschöpf in die Kissen zurück und zog ihr die weiten Aermel des Spihenhemdes über die weißen dünnen Arme. Die Fünfzehnjährige schien noch jünger, als sie war.
Doktor Engelhardt hatte seine Besuche beendet und wartete auf Ruth, um ihr die Krankenberichte zu diktieren. Zerstreut nahm er den „Rheinauer Anz.", der, noch feucht vom Druck, in der Türspalte gesteckt hatte, und begann darin zu lesen.
Als Ruth eintrat, lag die Zeitung in Stücken auf dem Teppich und der Vater stand breitbeinig mit geballten Fäusten und wirrem Haar über den zerfetzten Papieren.
„Mädel, Ruth er ist ein Schurke! Ein Schänder und Frevler! In Stücke zerreißen sollte man den Menschen, wie ich dieses Blatt zerrissen habe!"
Im Augenblick, da er ihr dies entgegen- schrie, wußte sie. was geschehen war. And dann geschah etwas Seltsames, spürte sie, wie sich in ihr alles gegen den Vater aufbäumte.
„Rein, Vater, das ist Hanns Ingold nicht!" rief sie leidenschaftlich.
„Ein Schänder und Frevler, sag' ich, denn er schändet die Ratur. er will das kostbare Kleinod, das der Herrgott hier im Laufe von Jahrtausenden geschahen hat, zerstören, er will es in den Schmelztiegel unserer verfluchten Jn- dustrialisierungswut werfen, um gemeines Geld daraus zu machen."
„Rein, Vater, das will er nicht. Ans Geldmachen denkt der Hanns nicht, das ist's nicht, was ihn treibt."
Engelhardt faßte seine Tochter heftig an den Händen und zog sie dicht zu sich heran.
„Mädel, ich kenne dich nicht mehr. Du weißt, was er vorhat. ich seh's dir an. daß du weißt, was in dem Wisch da steht. Seine Heimat zerstören den Frieden dieses Erdenwinkels in alle Ewigkeit vernichten, den Rhein und den Lauffen zum Fabrikkanal machen, das will dieser Fischerssohn der in Amerika gelernt hat, den Dollar anzubeten! Tlnd du, du ergreifst Partei
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für ihn, du, Ruth Engelhardt, meine Tochter? Mädel, es gibt nur eine einzige Erklärung für diese Parteinahme und die darf, die kann nicht richtig fein.“
Ruth blickte den Vater fest in die Augen. Kein Hauch Farbe tönte ihr Gesicht. Zwischen den blassen Lippen schimmerten die Zähne in weißem Schmelz, ihr Atem jagte, ihre Hände waren kalt wie Eis.
Mit unnatürlich ruhiger Stimme entgegnete sie:
„Du bist mir die einzige Erklärung, die du gefunden zu haben glaubst, schuldig, Papa. Gerade, weil sie nicht richtig sein kann, wie du sagst."
„Also gibst du s zu, daß du für ihn Partei nimmst, daß du dieses ungeheuerliche Beginnen, diese Tempelschändung verteidigst und am Ende gar billigst!"
Er schüttelte sie in sinnlosem Zorn an den Armen und drängte sie unwillkürlich zur Tür.
Da riß sie sich mit einem Ruck los.
„Komm zu dir, Papa! Du bist außer dir."
„Tlnd du bist es nicht! ilnb das ist, was mir so stark in die Augen beißt!"
„Was willst du damit sagen?" flammte sie auf.
„Run denn — ich weih, daß dir der Hanns Ingold vor sieben und mehr Jahren etwas gewesen ist, daß er der erste war in deinem Leben, der erste, der als fremder Mensch zwischen mich und meine Tochter getreten ist, und wir dadurch klar gemacht hat, daß ich kein Recht mehr habe an dich."
„Soll das eine Anklage sein, Papa? Willst du damit sagen, daß ich dir etwas schuldig geblieben bin? Dir ober mir, Papa!"
„Rein, mir nicht. Ruth! Zwischen uns ist seit Jahr und Tag die RechnMq glatt. Wenn eines von uns beiden in der Schuld des anderen ist, bann bin ich's. Aber jetzt frag' ich dich, ob du ihm nichts schuldig geworden bist!"
„Vater!"
„Ja, ich weiß, das ist ein Gedanke, der uns auseinanderwirft, denn wenn es so ist, dann verwaltest du seit sieben Jahren dein Leben selbst, und ich wohne mit einem fremden Menschen unter einem Dach."
(Fortsetzung folgt.)


