Ausgabe 
15.8.1925
 
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reichen Geschichte der beiden Wehren eingegangt werden, hierzu wird sich zu dem Zeitpunkt bi

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Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr, Einer für Alle und Alle für Einen."

Die geplante Festfolge sieht oor:

Samstag, 29. August, abends 8 Uhr, Fackel« g der beiden Wehren durch die Stadt: daran

die Regierung und zum Treubekenntnis Papst auf.

und alle Festungen feuerten in der Mittagszeit Salut. Eine Reihe von Chefs der ausländi­schen diplomatischen Vertretungen sprachen der norwegischen Regierung die Glückwünsche ihrer Regierungen aus.

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Feier noch Gelegenheit bieten. Aber es darf wohl schon jetzt erwähnt werden, daß in allen Teilen der hiesigen Bevölkerund die bescheidene Jubelfeier Gefühle froher und berzlicher Anteilnahme auslöst. Haben doch die Mitglieder der Wehren unter selbst­loser Drangabe von Leben und Gesundheit in steter Pflichterfüllung ihrer Stadt und ihren Mitbürgern gedient und in zahleichen Fällen in den vielen Jahrzehnten ihr segensreiches Wirken entfaltet. Mögen die beiden freiwilligen Feuerwehren an ihrem Jubeltag erkennen, daß Dank und Aner­kennung ihr Wirken lohne und möge dies seltene Erleben sie anspornen, weiter zu arbeiten im Sinne ihres Wahlspruches

*

Der Prager Bischof hat einen neuen politi­schen Hirtenbrief veröffentlicht, in dem in schärfster Weife gegen die Huß-Feier Stellung ge­nommen wird. Auch die tschechoflowakischen Bischöfe fordern in einem Begleitbrief die Be­völkerung zu Massenkundgebungen gegen

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Aus aller Welt.

Neues schweres Eisenbahn­unglück in Frankreich.

Paris, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) Gestern abend hat sich ein neues schweres Eisen­bahnunglück ereignet. Der O-Zug A m st e r - damParis ist gestern abend 11 Uhr in der Rähe des Bahnhofes Lendis auf einen von Lille kommenden Personenzug aufgefahren, der sich gerade, nachdem das Ausfahrtssignal frei- gegeben war, in Bewegung setzen wollte. Der Packwagen und vier Personenwagen wurden zer-

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Kleine politische Nachrichten«

Rach einer Havasmeldung aus Moskau ist Trotzki zum Dorsitzendendes Ober st en Kriegsrates und Peters als Rachfolger Dserskinskis zum Direktor des politischen Kommissariats, der Tscheka, ernannt worden.

Das Reichskommissariat für das Handwerk.

Berlin, 14. Aug. (TA.) Der neue Reichs­kommissar für Handwerk und Kleingewerbe, Mi­nisterialrat Dr. Hoppe, äußerte sich einem Vertreter der TA. gegenüber folgendermaßen: Die wirtschaftliche Lage des Handwerks hat sich durch die Kriegs- und Rachkriegszeit gegenüber den Verhältnissen der übrigen Erwerbsstände besonders verschlechtert. Dies ist ja auch begreiflich, wenn man bedenkt, daß das Handwerk zumeist auf die Bedürfnisse des letzten Verbrauchers eingestellt ist und seine Preise während der Inflationszeit nicht in dem Maße heraufgehen konnten, wie es notwendig gewesen wäre, um die Wiederbeschaffung seiner Betriebsmittel sicherzustellen. All­gemein wird als nötig anerkannt, daß es erforder­lich ist, zur Schaffung einer festen Organisations­lage durch Stützung seines Kredit­wesens dem deutschen Handwerk wieder die Möglichkeit zu geben, seine wirtschaftlich not- ivendige Stellung im Produktionsprozeß auszu­füllen. Am das allgemeine wirtschaftlrche Inter­esse an der Erhaltung des Handwerks zu zeigen, genügt es, wenn ich nur auf die von ihm ge­leistete Heranbildung der Lehrlinge verweise, die in zunehmendem Maße erfolgen muh, zumal sich in manchen Fachgebieten unserer Wirtschaft bereits jetzt eine Facharbeiter- n o t geltend macht. Die Facharbeiternot dürfte in den nächsten Iahren noch drückender werden, wenn nicht vorsorgliche Maßnahmen ergriffen werden, da in den kommenden Iahren infolge

anschließend Kommers im Saalbau Sauer.

Sonntag, 30. August, noripittags 10z Uhr, große U e b u n g , Aufstellung und Schulübung auf Oswaldsgarten, mit anschließenden Brandangriff an einem größeren Gebäude. Am Nachmittag Konzert, D o l k s s e st mit Kinderspielen im Philosophenwald.

*

** Das städtische Volksbad bringt in der heutigen Nummer eine Bekanntmachung der Badezeiten und Bäderpreise, gültig vom 17. August 1925. Infolge des geringen Besuches in der Mittagszeit wird die Anstalt künftig von 1 bis 2i Uhr geschlossen, mit Ausnahme des Freitags und Samstags.

* Beginn der Hühnerjagd. Rach einer amtlichen Bekanntmachung ist der Aufgang der Hühnerjagd für ganz Hessen auf Mon­tag, den 24. August, festgesetzt: die Iagd auf Fasanen beginnt erst Mittwoch, den 16. Sep- tenrber.

** Vom 116er Denkmal. In den näch­sten Tagen wird der Schöpfer des Werkes, Herr Bildhauer Arnold- Beuern, die Figur über­arbeiten. Die Ausschüsse für die Enthüllungsfeier sind eifrig am Werke, ihre opferoolle Tätigkeit in der noch verbleibenden kurzen Zeitspanne zum Ab­schluß zu bringen. So besteht die Aussicht, daß nach dem großen Mittelrheinischen Turnfest unserer Vaterstadt durch den großen 116er Tag am 5., 6. und 7. September noch einmal eine eindrucksvolle Feier beschieden ist.

** Wer h a t den Iungen gesehen? Der Schüler Ernst Rühl, geb. am 8. September 1914, Sohn des Arbeiters Erns^Rühl, Hermann- steiner Straße 7 in Wetzlar wohnhaft, ist am 9. d.Mts. seinen Eltern entlaufen und bis heute noch nicht zurückgekehrt. Bekleidet war er mit schwarzer Kniehose, gestreiftem Sport­hemd mit Amlegekragen und schwarzgeblümten Hosenträgern. Er trug schwarze lange Strümpfe, schwarze Schnürschuhe und war ohne Kopf­bedeckung. Auf der Stirn hat er über einem Auge eine Rarbe. Wer über den Verbleib des Vermißten Auskunft geben kann, wolle dies seinen Eltern oder der Polizeibehörde in Wetzlar mitteilen. Rühl wurde zuletzt vorigen Montag von einem Kinzenbacher Arbeiter gesehen, der in der Frühe zur Arbeit ging. Der Iunge zeigte ein scheues Wesen und verfolgte die Richtung nach Heuchelheim. Die Eltern sind begreif­licherweise in schwerer Sorge. Die Polizeiverwal­tung bittet nochmals, etwaige jüngste Wahrneh- mungen sofort, evtl, telephonisch, mitteilen zu wollen.

** Ihr 45jähriges Mietjubiläum feiert die am 16. August 60 Jahre alte Mitbürgerin Fräulein Elisabeth Schulz, Wilhelmstr. 3. Seit 45 Jahren wohnt sie als Mieterin ununterbrochen in demselben Hause. Gewiß ein seltener Beweis für das gute Einvernehmen zwischen Vermieter und Mieter, der gerade in der heutigen Zeit Beachtung und Nacheiferung verdient. Durch ihr zufriedenes, bescheidenes und stets hilfsbereites Wesen ist Frl. Schulz bei allen geliebt und geachtet, die sie kennen. Manchem alten und jungenDarmstädter" hat sie während seiner Studienzeit die Mutter ersetzt. Wir wünschen der Jubilarin, an der die letzten schweren Jahre nicht spurlos vorübergegangen sind, von ganzen Herzen einen sonnigen Lebensabend.

** Goldene Hochzeit. Dem in weiten Krei­sen unserer Stadt durch sein zuvorkommendes, bie­deres Wesen in hohem Ansehen stehenden Ehepaare Daniel Heil und Frau Gemahlin Dorothea geb. Trapp ist es vergönnt, Montag, 17. August, das seltene Jubiläum der goldenen Hochzeit be­gehen zu dürfen. Mögen die vielen aufrichtigen Ehrungen, die dem Paare im Goldkranz von Ver­wandten, Freunden und lieben Bekannten entgegen­gebracht werden, Herrn und Frau Heil sagen, daß sie in den Herzen der Gießener Bevölkerung ein ehrendes Denkmal gesetzt haben. Möge dem Jubel- paare ein ungetrübter Lebensabend in voller Ge­sundheit beschieden sein.

Englands Stellung im Pazifik.

London, 15. Aug. (TA.) Einige Blätter beschäftigen fid} an leitender Stelle mit dem Be­such der amerikanischen Flotte in Reuseeland und weifen darauf hin, daß Amerika jetzt die vorherrschende Seemacht im Pazifik sei. Sie Zeiten seien vorbei, in denen die britische Flotte die Meere beherrscht hätte. Sie habe nur noch in den heimischen Gewäfs ern eine absolute Aeberlegenheif. In Ost- aften sei sie dagegen zur dritten Macht herab- gefunfen. Selbst nach Fertigstellung der Flotten- basis in Sinaapore werde sie nur wieder an die zweite Stelle rücken. Die Vereinigten Staaten hätten in der letzten Zeit ihre Seestreitkräfte im Pazifik weiter ausgebaut und sei heute stärker als die japanische und englische See­macht zusammen.

Einstellung der Gptanten- answeisung?

Warschau, 15. Aug. (TA.) Der polnische Innenminister hat gestern durch dringendes Tele­gramm die polnischen Behörden in Posen und Pomerellen angewiesen, die Ausweisung der deutschen Optanten einzu st eilen. ^Rach Bekanntgabe dieser Anordnung in den Abendblättern versammelten sich die Sejm- 5a bg e o r d n e t en der Rechtsparteien und entsandten eine Abordnung zum Minister­präsidenten, die die sofortige Aufhebung der Verordnung des Innenministers verlangte. Die Antwort des Ministerpräsidenten steht noch aus. In den Rechtskreisen herrscht im Zusammenhang damit große Aufregung.

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Am Freitagmittag fand die offizielle nähme Spitzbergens durch wegen in Longycarcity (Adventsbah) statt. Der norwegische Iustizminister verlas eine königliche Bekanntmachung wegen derUebernahme des Landes. Ganz "Norwegen ist geflaggt

Aus Stadt und Land.

Gießen, fcen 15. Aw"

Helft den gks PvLen ausgeaneienen Deutschen!

5)ie polnische Regierung hat in roher und r ck- sichtsloser^Weise mit kurzer Frist viele Taus.-de deutscher Familien aus ihrer Heimat vertrieben, in der sie durch oft jahrzehntelangen Aufenthalt ver­wurzelt waren. Not und Elend ist damit über viele gekommen. Der Not abzuhelfen, hat die amtliche Fürsorge des Reichs übernommen, aber hier gilt es, wie in den Zeiten des Rtchrkampfes, durch 'die freiwillige Hilfe der deutschen Landsleute die amt­lichen Hilfsmaßnahmen zu ergänzen. Die Vertriebe­nen haben diese Hilfe um uns verdient, denn sie mußten aus der polnisch gewordenen Heimat nur deshalb gehen, weil sie sich zum Deutschtum bekannt und an den alten Vaterlande festgehalten haben. Sie hätten die Ausweisung vermeiden können, wenn sie sich zu Polen bekannt hätten.

Die Deutsche Nothilfe hat sich bereit erklärt, Spenden entgegenzunehmen. Die Stelle, die deren Aufgaben hier am Platze wahrnimmt, bittet die Einwohner Gießens, Spenden auf ihr Konto bei der Mitteldeutschen Ereditbank, Filiale Gießen, in Gießen und bei dem W o h-4-s a h r t s- a m t, Gartenstraße 2, Zimmer 13, einzuzahlen. Diese werden an die Deutsche Nothilfe wettergeleitet, und es wird öffentlich darüber quittiert.

70 Jahre Feuerwehr.

Die beiden hiesigen Freiwilligen Feuerwehren, die Gießener Freiwillige und die F r e i- willige Gailsche Feuerwehr beabsichtigen, ihr 70jähriges Bestehen am 29. und 30. August durch eine einfache aber würdige Feier zu begehen. Es soll heute nicht auf die Einzelheiten der taten-

Die Slinnespresse steht zum Verkauf.

B e r l i n, 15. Aug. (Wolff.) Zu dem in der letzten Zeit ausgetauchten Gerücht, daß sich der preußi­sche Staat für die Presseunternehmungen des Stinneskonzerns interessiere, weiß eine Berliner Korespondenz mitzuteilen, daß die preußische Staatsregierung keineswegs geneigt sei, Zeitungen, wie etwa die Deutsche Allgemeine Zeitung, zu erwerben. In den Kreisen der preu­ßischen Staatsreaierung glaubt man, durch die Or­ganisation des Amtlichen Preußischen Pressedienstes in genügender Weise vertreten zu sein. Tatsache bleibt jedenfalls, daß auch die Deutsche Allge­meine Zeitung zum Verkauf steht, nur seien bisher zu geringe Kaufsummen ge­boten worden, so u. a. von einem großen rechts­stehenden Berliner Verlag.

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sichtigung der Interessen des ge­werblichen Mittelstandes zur Durch­führung zu bringen. In seinen Arbeiten wird er durch einen Ausschuß unterstützt. Eine Zahl von hervorragenden Vertrauensleuten des Handwerks für das Kleingewerbe soll Entsprechendes geschehen wird ihm zur Seite gestellt werden und regelmäßig zusammen­kommen, um Anregungen zu geben und den Reichskommifsar in schwierigen Fragen zu beraten

Verzögerung der französischen Antwort.

Uriaubsreise des Kanzlers und Außenministers.

Berlin, 15. Aug. Die Aeberreichung der Ant­wort Vriands wird nach den letzten in Berlin ein- gelaufenen Nachrichten eine weitere Verzöge­rung von einigen Tagen erleiden. Das Schriftstück dürfte schwerlich vor Ende näch- ster Woche hier eintreffen. Der Reichskanz- l e r und der Außenmini st er haben daher ge­stern abend Berlin verlassen. Dr. Luther ist nach Wyk auf Föhr und Dr. Ltresemann nach Norderney gefahren. Nach dem Eintreffen der Note dürsten die beiden Minister zwar vor­übergehend nach Berlin zurückkehren, doch sind wohl zunächst noch keine weittragenden Lnt- schlüssederReichsregierung zu erwarten. Man sieht nämlich jetzt schon voraus, daß weitere politische Beratungen erst durch juristische Sachverständige vorbereitet werden müssen.

Hinausschiebung der Sicherheitskonferenz.

französisch-englische

Meinugsverschiedenhciten.

London, 15. Aug. (TD.) In Londoner diplomatischen Kreisen wird neuerdings daraus hingewiesen, daß es wahrscheinlich nicht möglich sein werde, noch vor der Genfer Dölkerbunds- lagung Deutschland zur Sicherheitskonfe­renz einzuladen. Es habe sich herausgestellt, daß doch noch große Gegensätze zwi­schen der französischen und engli­schen A u f a f f u n g beständen, die e r st d u r ch eingehende Verhandlungen beige­legt werden müßten. Die Sachverständigen müßten für den Sicherheitspakt erst eine Form finden, die für alle beteiligten Staa­ten annehmbar sei. Auch Deutschland mühte erst genau über die Stellung Frankreichs und Großbritanniens in der Sicherheitsfrage unterrichtet werden, damit es hierzu Stellung nehmen könnte. Erst müßten alle Meinungs­verschiedenheiten zwischen den Alliierten aus­geglichen sein, bevor man Deutschland hören könne. Ebenso gingen die Meinungen über den Ort der Konferenz noch weit auseinander. Eng­land wünsche London als Tagungsort, was je­doch von Frankreich abgelehnt worden sei, da schon das Dawes-Abkommen hier abgeschlossen worden sei. Von andern Alliierten fei Genf, Brüssel und Haag vorgeschlagen worden.

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tviinimert. Dabei wurden vier Personen ge­tötet und 50 zum Teil schwer verletzt. Durch die herrschende Dunkelheit waren die Rettungs­arbeiten sehr erschwert. Unter den Verwundeten befinden sich verschiedene Personen, die aus Amie >: s kamen, wo sie unter den Opfern des dortigen Eisenbahnunglückes die Identität Verwandter festzustellen hatten. Der Minister für öffentliche Arbeiten hat sich sofort an die Unglückstätte begeben. In­folge falscher Weichenstellung entgleiste ferner gestern nachmittag 5.20 Uhr der Personenzug D i e p p eP arid vor dem Bahnhof Pon- t o i s e. Ein Wagen 1. Klasse wurde zertrümmert. Vier Personen wurden verletzt, darunter eine schwer.

SpanischerAerztebe-uch inBerlin

Berlin, 14. Aug. (Wolfs.) Eine auf einer Fahrt durch Deutschland begriffene Reisege­sellschaft spanischer Aerzte unternahm heute vormittag eine Rundfahrt und besichtigte hierbei zahlreiche medizinische Institute. Sie Fahrt endete im Rathause, wo Bürgermeister Scholtz mit Vertretern des Magistrats und Vertretern der Stadt den Teilnehmern einen herzlichen Emp­fang bereiteten. Später besuchten die spanischen Aerzte noch das Krankenhaus Westend und das Augufta-Viktoria-Haus zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit. Abends fand eine Fest­sitzung im Langenbeck-Virchowhause statt, die von sämtlichen medizinisch--wiisenschastlichen Vereini­gungen in Berlin veranstaltet wurde. Für den Samstag sind folgende Veranstaltungen vorge­sehen: Besuch des Instituts für Infektionskrank­heitenRobert Koch", der Universitätsinstitute der Charite, Frühstück bei Kroll auf Einladung der Medizinischen Fakultät der Universität, Be­such der Kriegspathologischen Sammlung der Kai-- ser-Wilhelmsakademie und der Sammlung von Prothesen für Kriegsbeschädigte im Reichs ar bei ts- ministerium, ferner der Besuch des Kaiserin» Friedrichhauses für ärztliche Fortbildung. Am Sonntag werden die Gäste in Potsdam kxü Der- sorgungskrankenhaus für tuberkulöse Kriegsbe­schädigte und anschließend daran das iÄhloß Sanssouci besuchen. Abends wird ein Bankett der deutsch-spanischen Vereinigung die Gäste vereinen. Am Montag fahren die spani- fchen Aerzte nach Frankfurt a. M. weiter.

Die Typhusepidemie.

In Anklam wurden gestern vier neue Typhusfälle angezeigt, so daß die Zahl der Typhuserkrankten auf 260 angewachsen ist, von denen 28 gestorben sind. Um der Epidemie Ein­halt zu gebieten, sind die Straßen der Stadt mit Chlorkalk und Saprol desinfiziert worden. Sämtliche Bewohner wurden geimpft. Tanz und jede Festlich­keit sind verboten. Auch in Schlesien treten seit einigen Tagen Typhuserkrankungen auf. Aus Ag- netendorf und Hermsdorf werden insgesamt zwanzig Krankheitsfälle gemeldet, darunter zwei mit tödlichem Ausgang.

Raubüherfall eines Sechzehnjährigen.

In Otterndorf bei Stade überfiel der sech­zehnjährige Sohn eines Rektors aus Krefeld, der wegen schlechter Schulzeugnisse von Hause weggelaufen war und sich auf die Wanderschaft begeben hate, in einem Laden die Frau des Bäckermeisters. Er versetzte ihr einen heftigen Schlag auf den Kopf und verletzte sie gefährlich. Auf ihre Hilferufe eilte ihr Mann herbei und nahm den Jungen fest.

SamiltentragöMe.

Ansbach, 14. Aug. (Wolff.) Infolge der großen Hitze erlitt die Arbeiterfrau Margarete Brunner von hier auf dem Felde einen Schlaganfall, der bald darauf den Tod herbeiführte. Dies versetzte den Ehemann in eine solche Aufregung, daß er sich in der Rächt samt seinen drei Kindern im Alter von zehn bis zwölf Iahren mit Leuchtgas zu vergiften versuchte. Ein Arzt, der die Leichen­schau vornehmen wollte, sand die Türen ver­schlossen. Rach gewaltsamer Oeffnüng fand man den Mann auf dem Boden liegend und die Kin­der auf dem Sofa sitzend bewußtlos vor. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche starben der Mann und zwei Kinder inzwischen im Kranken-- hause. Das dritte Kind wurde gerettet.

Dombenattentat in Cherson.

Kiew, 14. Aug. (SU.) Im Chersonschen Sportklub sand während der Sitzung des Sportvereins der kommunistischen I u g e n b eine Explosion statt. Es wurden zehn Personen getötet und über 20 verwundet. Unter den Verwundeten und Toten befinden sich mehrere Mitglieder der politischen Haupt­verwaltung. Aus Charkow ist eine spezielle Untersuchungskommission nach Cherson abgereift.

Eucharistischer Diözesankongreß in Speyer.

Dom 15. bis 18. August findet in Speyer der Eucharistische Diözesankongreh statt. An die­sen: Kongreß nehmen u. a. teil der päpstliche Runtius P a c e l l i, der Kardinalerzbischof von München, Dr. Faulhaber, der Erzbischof von Freiburg, Dr. Fritz, der Erzbischof von Bam­berg, Dr. Hauck, sowie die Bischöfe vonM a i nz, Würzburg, Speyer und Trier. Am Samstag dem 15. August, wird der Runtius Pacelli ein Ponti­fikalamt halten und der Versammlung den päpst­lichen Segen erteilen. An allen drei Tagen des Kongresses finden Pontifikalmessen statt, die von den genannten Erzbischöfen und Bischöfen zele­briert werden. Am Sonntag, dem 16. August, findet eine eucharistische Prozession durch die Straßen der Stadt statt.

Die 4. Schulmusikwoche in Hamburg.

Bei der 4. Schulmusikwoche, die vom Zentral- institut für Erziehung und Unterricht (Berlin) und der Oberschulbehörde Hamburg vom 4. bis 10. Oktober in Hamburg veranstaltet wird, werden u. a. Ministerialdirektor Kastner über Schule und Freude", Professor Hermann Albert überMusikgeschichte in der Schule" und Direktor Professor Karl Thiel (Berlin) überDie Aus­bildung der Musiklehrer für höhere Schulen" spre­chen. Professor Dr. Hans F r e y e r (Leipzig) wird das ThemaMusik und Erziehung" und Professor Willibald Gurkitt (Freiburg) wird das Thema Alte und neue Musik in der Schule" behandeln.

Bund reisender Kaufleute.

Ein Zusammenschluß, der in allen Kreisen der reisenden Kaufmannsgehilfen freudige Zu­stimmung gefunden hat, ist vor einigen Sagen in Hamburg durch die Gründung desBundes reisender Kaufleute im D. H. V." erfolgt. Der Bund will alle reisenden deutschen Kaufmanns­gehilfen sammeln und will neben der Wahrung der gewerkschaftlichen und sozialpolitischen Be­lange, feine Mitglieder auch vor allem für die großen wirtschaftlichen und futturetten Aufgaben, die dem reisenden Kaufmann gestellt sind, er­tüchtigen.

wieder alle Schwankenden zu. Dann reckte er sich von dem Angeklagten zum Kläger: in solchen Augen­blicken schneidet seine Hand an dem fanatisch empor- tzereckten Kinn vorbei, hin und her wie ein rasendes schmert. Alle Köpfe ab, nur meiner nicht'

Den Wert der Form, der Dekoration, der Pose, wenn man will, hat derstarke Mann", bei einem Romanen übrigens selbstverständlich, frühzeitig er- kanut. Ohne ein bißchen Schauspielerei geht es nicht. Selbst Mussolinis grimmigster, aber ritterlicher und deshalb von ihm gewürdigter Gegner, der sozia­listische Führer Malteotti, dessen Ermordung den ersten Riß im faszistischen Turm verursachte, liebte es, sich seinen heimatlichen Bauern als einfacher Landmann zu zeigen, in Rom aber den vornehmen Mann herauszukehren, wie es fein Reichtum ver­langte. Der Duce selber bezeichnete einmal als die­jenige seiner Eigenschaften, die ihm niemand ab- streite, eine gewisse Intelligenz, Mut und Verachtung des schnöden Geldes. Er hätte hinzufügen können: den Willen zur Persönlichkeit. Das ist es ja, was die Welt an dem meistgenannten Manne unserer Tage so besticht. Sie ist daher immer auf der Suche nach Äußerlichkeiten, nach Attributen, wie sie dem klassischen Heros stehen. Und Mussolini kommt diesem Bedürfnis nach Handhaben nicht nur mit dem Liktorenbündel, den Adlern und anderen Wie­derbelebungen antiker Kennnzeichen der Größe nach.

Er ist ein leidenschaftlicher Reiter, er führt eine gute Klinge: wenn man ihn in seinem Arbeits­zimmer am Korso aufsucht, kommt man vor der Schwelle an einen Tisch, auf dem zwei ausgiebige Pistolen liegen. Bismarck hatte große Doggen, Bü­low einen Pudel, der deutsche Kaiser seine Dackel und Nero, wenn ich nicht irre, einen Panther. Was kann da ein Mussolini für ein Lieblingstier haben? Er kann nur einen Löwen haben. Ras heißt er, nach den Strapazen dadrunten in der italienischen Kolonie in Afrika, eine Bezeichnung, die jetzt gang und gäbe ist auch für die faszistischen Provinz- tyrannen. Mit seinem kleinen Ras fuhr der moderne Cäsar viel in Rom herum und ließ sich photogra­phieren: jetzt ist der Löwe, wie jenes Hündchen bei Heinrich Heine, groß und wild geworden, doch wird er nicht ertränkt im Tiber, sondern in den Tiergarten verbracht, wo ihn fein Herr zuweilen aufsucht. Zwei Löwen auf einmal, zwei solche Prachtexemplare in einem Käfig wenn das feine Fremdenattrak- tion ist.

Im übrigen betrachten ihn die Fremden gewöhn­lich von der Piazza Colonna aus, wenn er von dem historischen Eckbalken des Palazzo Chigi herunter- spricht. Er wirkt dort ungleich dekorativer als in feinem Heim, das in einer dunklen Straße liegt und nichts weniger als künstlerisch ausgestattet ist.

Ich sehe schon die Zeit im Sauseschritt herbeieilen, wo jeder Essayist sich verpflichtet fühlt, eine Abhand­lung zu schreiben:Mussolini und die Frauen". Heute wäre das noch ein gewagtes Thema, wenn schon diese blühende Umrankung eigentlich zum äuße­ren Bild unseres Helden gehört. Aber wenn der mächtigste Mann Italiens dem schönen Geschlecht nicht gerade spinnefeind ist, so beruht das, gelinde gesqgt, auf Gegenseitigkeit. Jedenfalls scheinen die Frauen im allgemeinen für gewalttätige Naturen mehr zu schwärmen als für Pazifisten, und was die italienischen anbelangt, so muß bei ihnen der Sinn für Politik viel stärker ausgeprägt sein als bei den Herren des Parlaments, denn die Tribünen zeigen einen überwältigenden Damenslor jedesmal, wenn Mussolini spricht.

des Geburtenrückgangs

Krieges eine geringere Anzahl von Schulent­lassenen in bas Erwerbsleben übertritt. Der Reichskommifsar hat bie Aufgabe, die Handwerks­fragen mit allen Reichsressorts eingehend zu be° haicheln und eine einheitliche Berück-

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