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15.7.1925
 
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n 16, Juli 1925, von Ibt av, cerittlgere ich im ürstenstrake 16, wegen egen Bar»ab>un^ lerne SÄlaUtmuiet mit und Steil Svleaelschr-mk. er Stühle. 40 Tilche. icchS igue, Spiegel; Kleider-, n. und Ki'chenlchian/e, und Nachuilche, Betlkw Plüschgarnitur, 2 rcliet le, Lüster, MdjenWl -robeusiänder, Portmeii, ische, Dezimalwage, drei- trüge mit Apparat, Gla» ein und Konserven, SW rd vieles andere IöwV eruttft bestimmt.

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Erscheint tägllch, auBct Sonn» und Fei erlag s

Beilagen:

GießenerFamll'enblStter Heimat im Bilb.

monal$.Be$ng$prel$:

2 Goldmark u 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Ver­lag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: AnzeiaerSiehen.

pefifdfedTento: Frankfurt a M. 11686.

Blatt

175. Jahrgang

Mittwoch, 15. Juli 1925

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesien

Drud und Verlag: Brühl'sche Universiläts-Buch- und Steinbruderei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.

Annahme oou Anzeigen für bte lagesnummet bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichö, auswärts 10 Goldpsennig; für Re» Klame-Anzergen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrist 20' Zus­chlag. - Verantwortlich üt Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen

(teilten

eine besondere Fürsorge ans

(Be­

ton

Marokko abtransportiert. Die Mannschaften werden am Mittwoch die verlassen.

nach letzten Pfalz

düng mit den dissidentischen Rifkontingent en nord, westlich von Taza stehen.

Das Kriegsministrrium hat beschlossen, letzt Freiwillige für Marokko anzunehmen.

R e i ch s m i 11 e l n zu gewähren. Der Minister er­klärte, daß es nicht angehe, noch eine besondere Fürsorgemaßnahme für bestimmte Gewerbe zu treffen, weil deren Konsequenzen unabsehbar wären. Der Vertreter Sachsens erklärte, daß die säch­sische Regierung die Erhöhung der Ziga.eltenste ier von 40 auf 50 Proz. unmöglich holte. Die Vorlage wurde dann gegen die Stimmen der Korn- I mnniften, Sozialdemokraten und Demokraten in I erster Lesung angenommen.

hat, die zu schwersten Bedenken gibt. Eine so schwierige Materie liegende kann nicht, wie es im schehen ist, im Eiltempo erledigt

Das Gesetz bedarf einer neuen

Juli eine 500 Mann starke Dissidentengruppe ver­sucht, von Kais Bab und Kaid Zogcrne, zehn Kilometer nordwestlich von Tissa, vorzudrin» xg c n, doch wurde sie durch treue Eingeborenen» demente mit Unterftüßung von Jnsanteriedetache-- ments zum Stehen gebracht. Diese Gruppe suchte sich dann nach Westen einen Weg zu bahnen, wo sie auf den Widerstand anderer treuer einheimischer Truppen stich, so daß sie unter schweren Verlusten nach Norden zurückwei- ch e n nn.hte. Stärkere feindliche Kontingente sind in der Gegend von 2lin-Louh und Ain-Z« ver­sammelt. Nördlich vom Curt-Zagh-Massiv bei Tsul und DraneS ist die Lage unverändert. Die Ghiata verhalten sich weiter abwartend, ob­wohl es sicher ist, dah sie in ständiger Verbrn-

geelgnet, ein Entgegenkommen auf anderem biete zu empfangen.

Die Lage an der Front.

Keine Einmischung Englands in Marokko.

London, 15. Juli. (111.) Wie der diploma­tische Korrespondent desDaily Telegraph" mit­ten t, werden von der französischen und spanischen Diplomatie neue Anstrengungen gemacht, um Eng­land von der Notwendigkeit und den vorteilen einer Intervention in Tanger zu überzeugen. Das englische Kabinett sei aber fest entschlossen, der­artigen Anregungen n i ch t zu folgen. Außerdem sei die Haltung einiger Alliierten in Ostasien nicht

wie die vor- Ausschuh ge­worden.

Prüfung,

Weitere Truppentransporte nach Marokko.

arbeitslos und 21 n fl e

jeder 2Lrt, der zur <jigarettenherstellung ver­wendet wird, unterliegt einer Steuer von 12 Reichsmark für ein Kilo." Ein Regierungsvertre­ter wirst hierzu die Frage aus, ob der gegen­wärtige Augenblick zu einer solchen Aenderung der Besteuerung geeignet sei. denn sie bedeute den lieber ga ng zur Material st euer. Er sehe darin eine Reihe von Nachteilen. Gehe man zur Materialstcuer über, so fei da- ein steuertechnischer Rückschritt.

Reichsarbeitsminister Dr. Brauns äußerte sich zu einigen von den Sozialdemokraten gestell­ten Anträgen, die darauf hinzielen, den durch die

Sier- und Tabak st euer gewordenen Arbeitern

Paris, 14. 3uli (WB.) Nach einer derGiberte veröffentlichten Meldung aus Casa­blanca vom 14. 2uli hat am Morgen des 12.

Die Aufwertungsdebatte im Reichstag

Annahme der Kompromißformel in zweiter Lesung.

Freiherr von Richthosen (Hannover) eine Erllörung ab, in der es u. a. heißt: Wir sind einmütig der Auffassung, dah das vorliegende Gesetz eine sehr unglückliche Fassung erhalten ' Veranlassung

weil seine Wirkungen für die Kreditfähigkeit des Deutschen Reiches unabsehbar sei. Wir werden daher dem Antrag der Sozialdemokratcn, soweit er sich auf die R'ickoerweis'mg bezieht zustimmen und mit Rücksicht auf die große Bedeutung der Angelegen­heit namentliche Abstimmung über diesen Antrag beantragen. (Beifall links.)

Abg. S e i f f e r t (Völk.) lehnt die gegenwärtige Fassung der Vorlage für sich und seine Partei ab, weil diese Fassung einen Rechtsbruch darstelle, wie er noch nie in der Welt sich ereignet habe. Um die Mittel für die Aufwertung zu beschaffen, müsse vor allem eine Inflationssteuer geschaffen werden, für die sich die Parteien der Linken, das Zentrum und die Wirtschaftliche Vereinigung neben den Völkischen ja auch grundsätzlich bereit erklärt hätten.

Das Haus nimmt dann die rückständigen Ab­stimmungen zum Hypothekenaufwertungsgefetz vor. Bei dem Kapitel: Aufwertung von S parka f° sengnthaben wird in namentlicher Abstimmung ein Antrag Keil (Soz.) mit 243 gegen 178 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen abgelehnt, der den Auf­wertungsmindestsatz von 12 Proz. auf 25 Proz. er­höhen wollte. Es bleibt also bei 12 Proz. für die Sparguthaben.

Im weiteren Verlauf der Abstimmungen werden alle Anträge der Opposition adgelehnt und

die fiompromiffoodage über das Auswerkungsgeseh wird in zweiter Lesung bewilligt.

Das .'öaus nimmt dann die Weiterberatung der Vorla^ für die Anleiheaufwertung vor.

Abg. Leber (Soz.) lehnt die Vorlage ab, die er als ein Anrecht bezeichnet. Für die ge­rechte Lölung dieser Frage sei erforderlich, erst einmal festzustellen, wie groß die Derpslick - t u n g c n des Reiches noch sind und welche Konkursmasse vorhanden ist.

Abg. Dr. Korsch (Zentr.) betont, die gegen­wärtige Vorlage bedeute in der Praxis eine endgültige Annullierung der Schulden des Deutschen Reiches.

Während der Debatte befinden sich von den 493 Abgeordneten etwa 20 im Saal.

Abg. S a u v e (Soz.) fordert im Sinne eines sozialdemokratischen Antrages eine sofortige Sonder st euer von Vermögen über 30 000 Mark, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit entstanden sind, einen Zuwachs erfahren oder sich nicht um mehr als 10 Prozent vermindert haben.

Damit schließt die allgemeine Aussprache. 3n der chmn folgenden Einzelaussprache begründet Abg. Keil (Soz.) einen Eventualantrag, der von der Aufwertung alle Markanleihen des Reiches ausschließen will, die der Gläubiger nicht nachweislich vor dem 1. Juli 1922 er­worben hat. (Streichung des Neubesihes.)

Ein Regierungsvertreter bezweifelt, daß die Spekulanten überhaupt noch im Besitz der Anleihen sind, die sie zu Spekulatkvns- zwecken erworben Haden.

Diese Stücke seien rasch von Hand zu Hand ge­gangen. Die Reichsanleihe A.-G. habe einen großen Posten der kursierenden Anleihestücke auf­gekauft.

Abg. S e i f f e r t (Völk.) fordert aus völki­schen und nationalen Gründen die Streichung des Wsatzes 2 im § 4, der die Verzinsung der An- leiheablösungsschuld bis zum Erlöschen der Re­parationsverpflichtungen ausschlieht.

§ 5 der Vorlage setzt den Aufwer- t u n g s s a h für A n l e i h en auf 21Proz.

Die deutscheAntwortnole.

Auseinandersetzungen im Reichskabinett.

Jlad) feiner Rückkehr aus Dresden hakte der Reichskanzler Dr. Luther bereits gestern abend im Reichstag eine Besprechung milden Kabinettsmitgliedern, die sich mit lau- fenden Angelegenheiten befaßte. Wie dasBerliner Tageblatt- aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben will, soll es sich in erster Linie um die deutsche Antwort gehandelt haben. Dabei soll es zu sehr bewegten Auseinanderset­zungen zwischen dem Reichsaußenminister D r. 5 t r e f e ma n n und dem deukschnationaten Reichs­innenminister Schiele gekommen sein. Auch ver­schiedene Vermittlungsversuche sollen noch z u keiner Einigung geführt haben. Nur so- viel wurde vereinbart, daß In der heutigen üa- binettssitzung ein endgültiger Beschluß über die Tendenz und die Formulierung der deut­schen Antwort gefaßt werden soll. Die 2TI in i- sterpräsidenten der deutschen Länder sollen am Donnerstag über den Inhalt der deut­schen Antwort verständigt werden. Am Samstag soll der Auswärtige Ausschuß gehört wer- den und gleichzeitig soll die Antwort an Frank­reich abgehen. Nack derTäglichen Rund­schau" wird man damit rechnen können, daß wahr­scheinlich am Dienstag oder Mittwoch der näch­sten Woche die vom Reichskanzler zugesagke außen­politische Aussprache im Plenum des Reichstags staktfinden wird.

Zum Abbruch der deutsch- J französischen wirtschastsver- handlungen.

Zu dem vorübergehenden Abbruch der deutsch­französischen Wirtschaftsverhandlungen erfährt die Sil. von zuständiger Seite: Die Verhandlungen sind bis zum 15. September dieses Jahres ver­tagt worden, um den beiden Parlamenten Ge­legenheit zu geben, ihre Zollnovellen unter Dach zu Dringen. Die Schwierigkeiten im letzten Stadium lagen vor allem darin, daß die fran­zösischen Zugeständnisse nicht aus­reichend erschienen, während die stanzösischen Forderungen durchweg gewährt worden sind. Meinungsverschiedenheiten bestanden hier nur noch aus dem Gebiet? der französischen Wein- a u s f u h r und einzelner Textilien.

Frankreich hat sich auch mit der Bewilli­gung der elsaß-lothringischen Kontingente zu- srieoengeben können. Wie unzulänglich dagegen die französischen Angebote waren, geht daraus hervor, daß Deutschland die Meistveaünstigung nur für den vierten Teil der Tarispositionen verlangt hat, unter die nicht einmal die haupt­sächlichsten deutschen Exportwaren, wie Chemie-, elektrotechnische und Maschinenbauerzeugnisse, fielen. Es ist der deutschen Delegation nicht gelungen, diese Forderungen durchzusetzen. Eben­so war es nicht möglich, erträgliche Zollsätze unter Zugrundelegung der französischen Zoll­tarifnovelle $u erlangen. Die französische Zoll­novelle ist im Kammeraussckuh abgelehnt worden. Frankreich wollte aber offenbar gegen die Zubilligung der Meistbegünstigung von uns die Anerkennung dieser Novelle erreichen, um damit einen Druck auf die Kammer aus- üben zu können.

Mit dem Aussetzen der Handelsoertragsveri Handlungen find auch die privaten Derhand« langen der Schwerindustrie zum Ab­schluß eines Eisenpaktes hinfällig geworden, weil dieser das Zustandekommen eines Handelsvertrages zur Grundlage hat. Die Derhandlunaen werden in loser Form in Düsseldorf weitergeführt. Deutsch­land hat Frankreich ein Kontingent von 1,75 Mill. Tonnen Groß-Eisenerzeugnisse zugestanden, die über Luxemburg und Elsah-Lothringen zum halben

Berlin, 14. Juli. Aus der Tagesordnung der heutigen Sitzung steht die zweite Beratung deS Gesetzentwurfes über die Ablösung öffentlicher Anleihen.

Bei Nummer 1, wonach die Marlanleihen des Reichs in die Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reichs umgetauscht werden, findet zu­nächst eine allgemeine Aussprache statt.

Von Seiten der Sozialdemokraten liegt der Antrag vor, den Entwurf an den Aufwertungs- ausschuß zurückzuverweisen und ihn nach bestimm­ten Richtlinien umzugestalten.

Abg. Dr. Lob er (Soz.): Der Abg. Hergt schloß neulich seine Rede damit, daß der Spatz in der Hand besser fei als die Taube auf dem Dache. Was hier den armen Sparern geboten wird, ist in der Tat ein magerer Spatz. Dieses ganze Gesetz ist ein Aöwortungsgesetz. Nur die Spekulanten erhalten eine Aufwertung. Die rich­tige Antwort auf den Dörsenstreik wäre gewesen, die letzte 2> -prozentige Aufwertung für Die Spe­kulanten auch noch zu streichen. Zusammenfassend nennt der Redner das Gesetz praktisch eine iln- Möglichkeit und finanziell eine unverantwort­liche Leichtfertigkeit. Der Redner seht sich Dann noch für seine Anträge ein, außer der bereits erwähnten Zurückverweisung der Vorlage unter anderen den Neubesitz ganz zu streichen und eine Jnflations steuer cinaufübren, deren Erträgnis einer sozialeren Lösung der Oluf- wertungssrage zugute kommen soll.

Namens der Demokratischen Partei gibt Abg.

fest. (An späterer Stelle sieht das Gesetz eine Verdoppelung des Satzes für Altbesiher vor.) Abg. Dr. Best begründet seine Abände­rungsanträge, die eine 20proz. Aufwertung für Anleihen fordern.

Die Sozialdemokraten haben einen entspre­chenden Antrag eingebracht.

Während die Vorlage keine Verzinsung der Anleiheablösungsschuld vorsieht, sondern nur ein Auslosungsrecht und unter bestimmten wirtschaftlichen Voraussetzun­gen ein Recht auf Vorzugsrente schassen will, begründet Abg. Dr. Quessel (Soz.) einen Antrag, der die 5proz. Verzinsung der Ab­lösungsschuld fordert. Das Auslosungsrecht fei verwerflich, weil es das Vertragsrecht verletze.

Die Paragraphen 18 bis 27 der Vorlage behandeln die Kapitel

Vorzugs- und WMfahrtsrente.

Ein Anleihegläubiger, der bedürftig ist, d. h., ein Jahreseinkommen von nicht mehr als 800 Mark hat, soll 80 Proz. des Nennwertes seines Auslosungsrechtes zugebilligt erhalten können. Mehr als 800 Mark darf diese Vorzugsrente aber nicht betragen.

Abg. Ströbel (Soz.) will die Bedürftig- keitsrente erhöhen und Die Religionsgesellschaften von der Wohlfahrtsrente ausschließen.

Abg. Mumm (Dntl.) erklärt, daß alle An­griffen auf die Bestimmungen, die den Reli­gionsgesellschaften eine WvhlfahrtSrente zubilligen, seine Freude darüber nicht trüben können, daß schon in der ersten Lesung für diese Anwälte der Aermsten der Armen im Gesetz ge­sorgt worden sei. Gerade diese Wohlfahrtsanstal­ten hätten durch die Inflation den allergröß­ten Teil ihres Vermögens verloren und brauchten für ihre barmherzige Tätigkeit wenigstens einen Teil ihres Vermögens zurück. Der Redner begründet dann einen Aenderungs- antrag der Regierungsparteien, durch den der Jahresbetrag für die Woh'fahrtsrente von 5 auf 10 Millionen Mark erhöht wird. Es sollen auch Anstalten zur Förderung wissenschaftlicher Zwecke in den Genuß Der Wohlfahrtsrente gesetzt werden

Die Rückverweisung der Aufwertungsgesehe an den Ausschuß wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Gegen i'210 Uhr wurde der Gesetzentwurf über die Llblösung der öffentlichen Anleihen in zweiter Lesung z u Ende geführt. Sämtliche Abänderungsanträge der Opposttionsparteien werden abgelehnt.

Aus den Reichstagsausschüssen.

211. Berlin, 14. Juli.

Der Auswärtige Ausschuh des Reichstages trat heute vormittag unter dem Vorsitz des Abg. Hergt zusammen. Von der Reichsregierung waren Außmminister Dr. Stresemann, der Staatssekretär Dr. von Schubert und als Vertreter des ReichSernäh- rungsministeriums Ministerialdirektor Dr. Hoff­mann, ferner Staatssekretär Trendelen- b u r g und zahlreiche Vertreter der beteiligten Ressorts anwesend. Auf der Tagesordnung stand heute nicht die Antwort auf die Briandnote. Der Ausschuß beschästigte sich vielmehr mit den Slaatsverträgen mit England, den Vereinigten Staaten von Amerika, der griechischen Republik, der belgisch-luxemb rg schon Wirtschaftsunion, mit Frankreich (Wirlschaftsverhandlungen und Be­griffsbestimmungen für Luftfahrzeuge), mit Schwe­den und Finnland.

Es wurde ein deutschnationaler Antrag ange­nommen, der die Regierung ersucht, vor Beginn der Beratungen des deutsch-englischen Handels­vertrages 'Dem handelspolitischen Ausschuß eine völlige Uebersicht über das System der Pre- ferenz-Zölle, die innerhalb des englischen Welt­reiches in Gültigkeit sind, vorzulegen und den Mitgliedern des auswärtigen und handelspoli­tischen Ausschusses zur Verfügung zu stellen. Der Vorsitzende stellte fest, dah der Regierung nabe« gelegt werde, noch vor der Ratifizierung des deutsch-englischen Handelsabkommens, Verhand­lungen mit England wegen Der Einbezie­hung der Mandatsgebiete einzuleiten. Der Handelspolitische Ausschuh Des Reichstages trat heute in die Erörterung der Zollpositionen der eisenverarbeitenden Industrie ein. Er begann zunächst mit der Besprechung der Posi­tionen für die Produkte der Kleineisenindu- st r ie. Der Regierungsvertreter wies vor allem dar­auf hin, daß sie das Ergebnis von Kompromißoer- Handlungen wären, da die Forderungen der Inter­essenten erheblich weiter gegangen wären, als das, was die Regierung bei den einzelnen Posi­tionen zum Ausdruck bringt. In der Abstimmung wurden die Anträge auf Aenderung der Tarifposi. tionen mit einer durchschnittlichen Mehrheit von 14 gegen 12 Stimmen abgelehnt.

Wie wir aus parlamentarischen Kreisen hören, ist die Behandlung der Zollfrage In ein kritisches

Stadium getreten, da nunmehr auch die Gruppe Stegerwald im Zentrum sich gegen Mindestzölle ausge­sprochen hat. Die Deutschnationalen werden aber kaum auf Mindestzölle verzichten. Es ist nun das Ergebnis der Agrarenquete abzuwarten, die sich voraussichtlich für Zölle entscheiden wird, nicht aber füc Mindestzölle. Die Land­

wirtschaft ist jedoch der Ansicht, daß ihr ohne diese nicht gedient ist, und daß gleitende Zölle keinen voll- wettigen Ersatz bedeuten. Das Ergebnis der Agrar- enquete wird demnächst im Handelsoertragsausschuß des Reichstags veröffentlicht werden, der sich heute noch mit Einzelsragen der Zolloorlage befaßt. Der Reichskanzler, der gestern aus Dresden nach Berlin zurückgekehrt ist, ist weiterhin bemüht, die Gegensätze zu überbrücken, zumal die parlamenta­rische Lage wegen dieser Differenzen in der Zoll­frage als kritisch angesehen werden muß.

Der Sleuerausschuh

des Reichstages setzte Die Beratung der Tabak­steuer fort. Er wurde ein demokratischer An­trag «angebracht, der an die Stelle jenes Ab­schnittes gesetzt werden soll, der für Zigaretten im Kleinverkaufspreis die Steuer ändern will. Der neue Abschnitt soll danach lauten:Tabak

Der Abtransport der marokkani­schen Divisionen vom Rhein nach N o r d a f r i k a wirft ein bezeichnendes Licht auf die Größe der französischen Marokkosorgen. Wäre die Lage an der Rif-Front weniger ernst, dann hätte Frankreich unter keinen Umständen das Rheinland von den schwarzen Truppen entblößt, es hätte auch nicht die zahlreichen farbigen For­mationen aus Frankreich selbst herausgezogen, die es in der Hauptsache bisher dazu benutzte, um revolutionäre Strömungen, die unter Wirkung des Krieges und der Nachkriegs­zeit auch im französischen Bocke vorhanden sind, nicht zum Ausbruch gelangen zu lassen. Der schwarze Soldat in Frankreich war eben bisher nur eine Reserve für die Polizei, wenn auch die französische Regierung sich hütete, die Farbigen, die lediglich Jnfanteriedienst tun, an die schäoerep Waffen heranzulassen. Ob aber Frankrera) an oen nach Marokko zurückge.ehrten Divisionen viel Freude erleben wird, ist doch. recht zweifelhaft, zumal die Marokkaner als De- sahungstruppen im Rheinland unter Anleitung Frankreichs die weihe Rasse verachten lernten, was Frankreich jetzt am eigenen Leibe erfahren dürfte. Nur eine außerordentlich geschickte Be­handlung der farbigen Truppen und eine ent­sprechende Gruppierung an der Front wird Den Ausbruch von ernsthaften Meutereien unmöglich machen. Die Kriegsmüdigkeit der Franzosen selbst es sei hier an die kürzlichen Meutereien auf den zur Beschießung der Rif-Küste entsandten Kriegsschiffen erinnert ist aber auch den far­bigen Truppen bekannt, sie wissen sehr gut, daß von ihnen allein der Erfolg des marokkanischen Feldzuges abhängt.

Abtransport der Marokko­division aus der Pfalz.

Paris, 14. Juli. (TU.) Wie aus Wies­baden gemeldet wird, ist General Qlaulin gestern abend nach Paris zurückgeretst. Die marokkanische Division in der Pfalz, die in der Umgegend von Landau einquartiert ist, wird