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n 16, Juli 1925, von Ibt av, cerittlgere ich im ürstenstrake 16, wegen egen Bar»ab>un^ lerne SÄlaUtmuiet mit und Steil Svleaelschr-mk. er Stühle. 40 Tilche. icchS igue, Spiegel; Kleider-, n. und Ki'chenlchian/e, und Nachuilche, Betlkw Plüschgarnitur, 2 rcliet le, Lüster, MdjenWl -robeusiänder, Portmeii, ische, Dezimalwage, drei- •trüge mit Apparat, Gla» ein und Konserven, SW rd vieles andere IöwV eruttft bestimmt.
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Erscheint tägllch, auBct Sonn» und Fei erlag s
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GießenerFamll'enblStter Heimat im Bilb.
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Blatt
175. Jahrgang
Mittwoch, 15. Juli 1925
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhesien
Drud und Verlag: Brühl'sche Universiläts-Buch- und Steinbruderei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.
Annahme oou Anzeigen für bte lagesnummet bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit.
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(teilten
eine besondere Fürsorge ans
(Be
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Marokko abtransportiert. Die Mannschaften werden am Mittwoch die verlassen.
nach letzten Pfalz
düng mit den dissidentischen Rifkontingent en nord, westlich von Taza stehen.
Das Kriegsministrrium hat beschlossen, letzt Freiwillige für Marokko anzunehmen.
R e i ch s m i 11 e l n zu gewähren. Der Minister erklärte, daß es nicht angehe, noch eine besondere Fürsorgemaßnahme für bestimmte Gewerbe zu treffen, weil deren Konsequenzen unabsehbar wären. Der Vertreter Sachsens erklärte, daß die sächsische Regierung die Erhöhung der Ziga.eltenste ier von 40 auf 50 Proz. unmöglich holte. Die Vorlage wurde dann gegen die Stimmen der Korn- I mnniften, Sozialdemokraten und Demokraten in I erster Lesung angenommen.
hat, die zu schwersten Bedenken gibt. Eine so schwierige Materie liegende kann nicht, wie es im schehen ist, im Eiltempo erledigt
Das Gesetz bedarf einer neuen
Juli eine 500 Mann starke Dissidentengruppe versucht, von Kais Bab und Kaid Zogcrne, zehn Kilometer nordwestlich von Tissa, vorzudrin» xg c n, doch wurde sie durch treue Eingeborenen» demente mit Unterftüßung von Jnsanteriedetache-- ments zum Stehen gebracht. Diese Gruppe suchte sich dann nach Westen einen Weg zu bahnen, wo sie auf den Widerstand anderer treuer einheimischer Truppen stich, so daß sie unter schweren Verlusten nach Norden zurückwei- ch e n nn.hte. Stärkere feindliche Kontingente sind in der Gegend von 2lin-Louh und Ain-Z« versammelt. Nördlich vom Curt-Zagh-Massiv bei Tsul und DraneS ist die Lage unverändert. Die Ghiata verhalten sich weiter abwartend, obwohl es sicher ist, dah sie in ständiger Verbrn-
geelgnet, ein Entgegenkommen auf anderem biete zu empfangen.
Die Lage an der Front.
Keine Einmischung Englands in Marokko.
London, 15. Juli. (111.) Wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" mitten t, werden von der französischen und spanischen Diplomatie neue Anstrengungen gemacht, um England von der Notwendigkeit und den vorteilen einer Intervention in Tanger zu überzeugen. Das englische Kabinett sei aber fest entschlossen, derartigen Anregungen n i ch t zu folgen. Außerdem sei die Haltung einiger Alliierten in Ostasien nicht
wie die vor- Ausschuh geworden.
Prüfung,
Weitere Truppentransporte nach Marokko.
arbeitslos und 21 n fl e •
jeder 2Lrt, der zur <jigarettenherstellung verwendet wird, unterliegt einer Steuer von 12 Reichsmark für ein Kilo." Ein Regierungsvertreter wirst hierzu die Frage aus, ob der gegenwärtige Augenblick zu einer solchen Aenderung der Besteuerung geeignet sei. denn sie bedeute den lieber ga ng zur Material st euer. Er sehe darin eine Reihe von Nachteilen. Gehe man zur Materialstcuer über, so fei da- ein steuertechnischer Rückschritt.
Reichsarbeitsminister Dr. Brauns äußerte sich zu einigen von den Sozialdemokraten gestellten Anträgen, die darauf hinzielen, den durch die
Sier- und Tabak st euer gewordenen Arbeitern
Paris, 14. 3uli (WB.) Nach einer der „Giberte“ veröffentlichten Meldung aus Casablanca vom 14. 2uli hat am Morgen des 12.
Die Aufwertungsdebatte im Reichstag
Annahme der Kompromißformel in zweiter Lesung.
Freiherr von Richthosen (Hannover) eine Erllörung ab, in der es u. a. heißt: Wir sind einmütig der Auffassung, dah das vorliegende Gesetz eine sehr unglückliche Fassung erhalten ‘ ' Veranlassung
weil seine Wirkungen für die Kreditfähigkeit des Deutschen Reiches unabsehbar sei. Wir werden daher dem Antrag der Sozialdemokratcn, soweit er sich auf die R'ickoerweis'mg bezieht zustimmen und mit Rücksicht auf die große Bedeutung der Angelegenheit namentliche Abstimmung über diesen Antrag beantragen. (Beifall links.)
Abg. S e i f f e r t (Völk.) lehnt die gegenwärtige Fassung der Vorlage für sich und seine Partei ab, weil diese Fassung einen Rechtsbruch darstelle, wie er noch nie in der Welt sich ereignet habe. Um die Mittel für die Aufwertung zu beschaffen, müsse vor allem eine Inflationssteuer geschaffen werden, für die sich die Parteien der Linken, das Zentrum und die Wirtschaftliche Vereinigung neben den Völkischen ja auch grundsätzlich bereit erklärt hätten.
Das Haus nimmt dann die rückständigen Abstimmungen zum Hypothekenaufwertungsgefetz vor. Bei dem Kapitel: Aufwertung von S parka f° sengnthaben wird in namentlicher Abstimmung ein Antrag Keil (Soz.) mit 243 gegen 178 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen abgelehnt, der den Aufwertungsmindestsatz von 12 Proz. auf 25 Proz. erhöhen wollte. Es bleibt also bei 12 Proz. für die Sparguthaben.
Im weiteren Verlauf der Abstimmungen werden alle Anträge der Opposition adgelehnt und
die fiompromiffoodage über das Auswerkungsgeseh wird in zweiter Lesung bewilligt.
Das .'öaus nimmt dann die Weiterberatung der Vorla^ für die Anleiheaufwertung vor.
Abg. Leber (Soz.) lehnt die Vorlage ab, die er als ein Anrecht bezeichnet. Für die gerechte Lölung dieser Frage sei erforderlich, erst einmal festzustellen, wie groß die Derpslick - t u n g c n des Reiches noch sind und welche Konkursmasse vorhanden ist.
Abg. Dr. Korsch (Zentr.) betont, die gegenwärtige Vorlage bedeute in der Praxis eine endgültige Annullierung der Schulden des Deutschen Reiches.
Während der Debatte befinden sich von den 493 Abgeordneten etwa 20 im Saal.
Abg. S a u v e (Soz.) fordert im Sinne eines sozialdemokratischen Antrages eine sofortige Sonder st euer von Vermögen über 30 000 Mark, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit entstanden sind, einen Zuwachs erfahren oder sich nicht um mehr als 10 Prozent vermindert haben.
Damit schließt die allgemeine Aussprache. — 3n der chmn folgenden Einzelaussprache begründet Abg. Keil (Soz.) einen Eventualantrag, der von der Aufwertung alle Markanleihen des Reiches ausschließen will, die der Gläubiger nicht nachweislich vor dem 1. Juli 1922 erworben hat. (Streichung des Neubesihes.)
Ein Regierungsvertreter bezweifelt, daß die Spekulanten überhaupt noch im Besitz der Anleihen sind, die sie zu Spekulatkvns- zwecken erworben Haden.
Diese Stücke seien rasch von Hand zu Hand gegangen. Die Reichsanleihe A.-G. habe einen großen Posten der kursierenden Anleihestücke aufgekauft.
Abg. S e i f f e r t (Völk.) fordert aus völkischen und nationalen Gründen die Streichung des Wsatzes 2 im § 4, der die Verzinsung der An- leiheablösungsschuld bis zum Erlöschen der Reparationsverpflichtungen ausschlieht.
§ 5 der Vorlage setzt den Aufwer- t u n g s s a h für A n l e i h en auf 21Proz.
Die deutscheAntwortnole.
Auseinandersetzungen im Reichskabinett.
Jlad) feiner Rückkehr aus Dresden hakte der Reichskanzler Dr. Luther bereits gestern abend im Reichstag eine Besprechung milden Kabinettsmitgliedern, die sich mit lau- fenden Angelegenheiten befaßte. Wie das „Berliner Tageblatt- aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben will, soll es sich in erster Linie um die deutsche Antwort gehandelt haben. Dabei soll es zu sehr bewegten Auseinandersetzungen zwischen dem Reichsaußenminister D r. 5 t r e f e ma n n und dem deukschnationaten Reichsinnenminister Schiele gekommen sein. Auch verschiedene Vermittlungsversuche sollen noch z u keiner Einigung geführt haben. Nur so- viel wurde vereinbart, daß In der heutigen üa- binettssitzung ein endgültiger Beschluß über die Tendenz und die Formulierung der deutschen Antwort gefaßt werden soll. Die 2TI in i- sterpräsidenten der deutschen Länder sollen am Donnerstag über den Inhalt der deutschen Antwort verständigt werden. Am Samstag soll der Auswärtige Ausschuß gehört wer- den und gleichzeitig soll die Antwort an Frankreich abgehen. — Nack der „Täglichen Rundschau" wird man damit rechnen können, daß wahrscheinlich am Dienstag oder Mittwoch der nächsten Woche die vom Reichskanzler zugesagke außenpolitische Aussprache im Plenum des Reichstags staktfinden wird.
Zum Abbruch der deutsch- J französischen wirtschastsver- handlungen.
Zu dem vorübergehenden Abbruch der deutschfranzösischen Wirtschaftsverhandlungen erfährt die Sil. von zuständiger Seite: Die Verhandlungen sind bis zum 15. September dieses Jahres vertagt worden, um den beiden Parlamenten Gelegenheit zu geben, ihre Zollnovellen unter Dach zu Dringen. Die Schwierigkeiten im letzten Stadium lagen vor allem darin, daß die französischen Zugeständnisse nicht ausreichend erschienen, während die stanzösischen Forderungen durchweg gewährt worden sind. Meinungsverschiedenheiten bestanden hier nur noch aus dem Gebiet? der französischen Wein- a u s f u h r und einzelner Textilien.
Frankreich hat sich auch mit der Bewilligung der elsaß-lothringischen Kontingente zu- srieoengeben können. Wie unzulänglich dagegen die französischen Angebote waren, geht daraus hervor, daß Deutschland die Meistveaünstigung nur für den vierten Teil der Tarispositionen verlangt hat, unter die nicht einmal die hauptsächlichsten deutschen Exportwaren, wie Chemie-, elektrotechnische und Maschinenbauerzeugnisse, fielen. Es ist der deutschen Delegation nicht gelungen, diese Forderungen durchzusetzen. Ebenso war es nicht möglich, erträgliche Zollsätze unter Zugrundelegung der französischen Zolltarifnovelle $u erlangen. Die französische Zollnovelle ist im Kammeraussckuh abgelehnt worden. Frankreich wollte aber offenbar gegen die Zubilligung der Meistbegünstigung von uns die Anerkennung dieser Novelle erreichen, um damit einen Druck auf die Kammer aus- üben zu können.
Mit dem Aussetzen der Handelsoertragsveri Handlungen find auch die privaten Derhand« langen der Schwerindustrie zum Abschluß eines Eisenpaktes hinfällig geworden, weil dieser das Zustandekommen eines Handelsvertrages zur Grundlage hat. Die Derhandlunaen werden in loser Form in Düsseldorf weitergeführt. Deutschland hat Frankreich ein Kontingent von 1,75 Mill. Tonnen Groß-Eisenerzeugnisse zugestanden, die über Luxemburg und Elsah-Lothringen zum halben
Berlin, 14. Juli. Aus der Tagesordnung der heutigen Sitzung steht die zweite Beratung deS Gesetzentwurfes über die Ablösung öffentlicher Anleihen.
Bei Nummer 1, wonach die Marlanleihen des Reichs in die Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reichs umgetauscht werden, findet zunächst eine allgemeine Aussprache statt.
Von Seiten der Sozialdemokraten liegt der Antrag vor, den Entwurf an den Aufwertungs- ausschuß zurückzuverweisen und ihn nach bestimmten Richtlinien umzugestalten.
Abg. Dr. Lob er (Soz.): Der Abg. Hergt schloß neulich seine Rede damit, daß der Spatz in der Hand besser fei als die Taube auf dem Dache. Was hier den armen Sparern geboten wird, ist in der Tat ein magerer Spatz. Dieses ganze Gesetz ist ein Aöwortungsgesetz. Nur die Spekulanten erhalten eine Aufwertung. Die richtige Antwort auf den Dörsenstreik wäre gewesen, die letzte 2> -prozentige Aufwertung für Die Spekulanten auch noch zu streichen. Zusammenfassend nennt der Redner das Gesetz praktisch eine iln- Möglichkeit und finanziell eine unverantwortliche Leichtfertigkeit. Der Redner seht sich Dann noch für seine Anträge ein, außer der bereits erwähnten Zurückverweisung der Vorlage unter anderen den Neubesitz ganz zu streichen und eine Jnflations steuer cinaufübren, deren Erträgnis einer sozialeren Lösung der Oluf- wertungssrage zugute kommen soll.
Namens der Demokratischen Partei gibt Abg.
fest. (An späterer Stelle sieht das Gesetz eine Verdoppelung des Satzes für Altbesiher vor.) Abg. Dr. Best begründet seine Abänderungsanträge, die eine 20proz. Aufwertung für Anleihen fordern.
Die Sozialdemokraten haben einen entsprechenden Antrag eingebracht.
Während die Vorlage keine Verzinsung der Anleiheablösungsschuld vorsieht, sondern nur ein Auslosungsrecht und unter bestimmten wirtschaftlichen Voraussetzungen ein Recht auf Vorzugsrente schassen will, begründet Abg. Dr. Quessel (Soz.) einen Antrag, der die 5proz. Verzinsung der Ablösungsschuld fordert. Das Auslosungsrecht fei verwerflich, weil es das Vertragsrecht verletze.
Die Paragraphen 18 bis 27 der Vorlage behandeln die Kapitel
Vorzugs- und WMfahrtsrente.
Ein Anleihegläubiger, der bedürftig ist, d. h., ein Jahreseinkommen von nicht mehr als 800 Mark hat, soll 80 Proz. des Nennwertes seines Auslosungsrechtes zugebilligt erhalten können. Mehr als 800 Mark darf diese Vorzugsrente aber nicht betragen.
Abg. Ströbel (Soz.) will die Bedürftig- keitsrente erhöhen und Die Religionsgesellschaften von der Wohlfahrtsrente ausschließen.
Abg. Mumm (Dntl.) erklärt, daß alle Angriffen auf die Bestimmungen, die den Religionsgesellschaften eine WvhlfahrtSrente zubilligen, seine Freude darüber nicht trüben können, daß schon in der ersten Lesung für diese Anwälte der Aermsten der Armen im Gesetz gesorgt worden sei. Gerade diese Wohlfahrtsanstalten hätten durch die Inflation den allergrößten Teil ihres Vermögens verloren und brauchten für ihre barmherzige Tätigkeit wenigstens einen Teil ihres Vermögens zurück. Der Redner begründet dann einen Aenderungs- antrag der Regierungsparteien, durch den der Jahresbetrag für die Woh'fahrtsrente von 5 auf 10 Millionen Mark erhöht wird. Es sollen auch Anstalten zur Förderung wissenschaftlicher Zwecke in den Genuß Der Wohlfahrtsrente gesetzt werden
Die Rückverweisung der Aufwertungsgesehe an den Ausschuß wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.
Gegen i'210 Uhr wurde der Gesetzentwurf über die Llblösung der öffentlichen Anleihen in zweiter Lesung z u Ende geführt. Sämtliche Abänderungsanträge der Opposttionsparteien werden abgelehnt.
Aus den Reichstagsausschüssen.
211. Berlin, 14. Juli.
Der Auswärtige Ausschuh des Reichstages trat heute vormittag unter dem Vorsitz des Abg. Hergt zusammen. Von der Reichsregierung waren Außmminister Dr. Stresemann, der Staatssekretär Dr. von Schubert und als Vertreter des ReichSernäh- rungsministeriums Ministerialdirektor Dr. Hoffmann, ferner Staatssekretär Trendelen- b u r g und zahlreiche Vertreter der beteiligten Ressorts anwesend. Auf der Tagesordnung stand heute nicht die Antwort auf die Briandnote. Der Ausschuß beschästigte sich vielmehr mit den Slaatsverträgen mit England, den Vereinigten Staaten von Amerika, der griechischen Republik, der belgisch-luxemb rg schon Wirtschaftsunion, mit Frankreich (Wirlschaftsverhandlungen und Begriffsbestimmungen für Luftfahrzeuge), mit Schweden und Finnland.
Es wurde ein deutschnationaler Antrag angenommen, der die Regierung ersucht, vor Beginn der Beratungen des deutsch-englischen Handelsvertrages 'Dem handelspolitischen Ausschuß eine völlige Uebersicht über das System der Pre- ferenz-Zölle, die innerhalb des englischen Weltreiches in Gültigkeit sind, vorzulegen und den Mitgliedern des auswärtigen und handelspolitischen Ausschusses zur Verfügung zu stellen. Der Vorsitzende stellte fest, dah der Regierung nabe« gelegt werde, noch vor der Ratifizierung des deutsch-englischen Handelsabkommens, Verhandlungen mit England wegen Der Einbeziehung der Mandatsgebiete einzuleiten. Der Handelspolitische Ausschuh Des Reichstages trat heute in die Erörterung der Zollpositionen der eisenverarbeitenden Industrie ein. Er begann zunächst mit der Besprechung der Positionen für die Produkte der Kleineisenindu- st r ie. Der Regierungsvertreter wies vor allem darauf hin, daß sie das Ergebnis von Kompromißoer- Handlungen wären, da die Forderungen der Interessenten erheblich weiter gegangen wären, als das, was die Regierung bei den einzelnen Positionen zum Ausdruck bringt. In der Abstimmung wurden die Anträge auf Aenderung der Tarifposi. tionen mit einer durchschnittlichen Mehrheit von 14 gegen 12 Stimmen abgelehnt.
Wie wir aus parlamentarischen Kreisen hören, ist die Behandlung der Zollfrage In ein kritisches
Stadium getreten, da nunmehr auch die Gruppe Stegerwald im Zentrum sich gegen Mindestzölle ausgesprochen hat. Die Deutschnationalen werden aber kaum auf Mindestzölle verzichten. Es ist nun das Ergebnis der Agrarenquete abzuwarten, die sich voraussichtlich für Zölle entscheiden wird, nicht aber füc Mindestzölle. Die Land
wirtschaft ist jedoch der Ansicht, daß ihr ohne diese nicht gedient ist, und daß gleitende Zölle keinen voll- wettigen Ersatz bedeuten. Das Ergebnis der Agrar- enquete wird demnächst im Handelsoertragsausschuß des Reichstags veröffentlicht werden, der sich heute noch mit Einzelsragen der Zolloorlage befaßt. Der Reichskanzler, der gestern aus Dresden nach Berlin zurückgekehrt ist, ist weiterhin bemüht, die Gegensätze zu überbrücken, zumal die parlamentarische Lage wegen dieser Differenzen in der Zollfrage als kritisch angesehen werden muß.
Der Sleuerausschuh
des Reichstages setzte Die Beratung der Tabaksteuer fort. Er wurde ein demokratischer Antrag «angebracht, der an die Stelle jenes Abschnittes gesetzt werden soll, der für Zigaretten im Kleinverkaufspreis die Steuer ändern will. Der neue Abschnitt soll danach lauten: „Tabak
Der Abtransport der marokkanischen Divisionen vom Rhein nach N o r d a f r i k a wirft ein bezeichnendes Licht auf die Größe der französischen Marokkosorgen. Wäre die Lage an der Rif-Front weniger ernst, dann hätte Frankreich unter keinen Umständen das Rheinland von den schwarzen Truppen entblößt, es hätte auch nicht die zahlreichen farbigen Formationen aus Frankreich selbst herausgezogen, die es in der Hauptsache bisher dazu benutzte, um revolutionäre Strömungen, die unter Wirkung des Krieges und der Nachkriegszeit auch im französischen Bocke vorhanden sind, nicht zum Ausbruch gelangen zu lassen. Der schwarze Soldat in Frankreich war eben bisher nur eine Reserve für die Polizei, wenn auch die französische Regierung sich hütete, die Farbigen, die lediglich Jnfanteriedienst tun, an die schäoerep Waffen heranzulassen. Ob aber Frankrera) an oen nach Marokko zurückge.ehrten Divisionen viel Freude erleben wird, ist doch. recht zweifelhaft, zumal die Marokkaner als De- sahungstruppen im Rheinland unter Anleitung Frankreichs die weihe Rasse verachten lernten, was Frankreich jetzt am eigenen Leibe erfahren dürfte. Nur eine außerordentlich geschickte Behandlung der farbigen Truppen und eine entsprechende Gruppierung an der Front wird Den Ausbruch von ernsthaften Meutereien unmöglich machen. Die Kriegsmüdigkeit der Franzosen selbst — es sei hier an die kürzlichen Meutereien auf den zur Beschießung der Rif-Küste entsandten Kriegsschiffen erinnert — ist aber auch den farbigen Truppen bekannt, sie wissen sehr gut, daß von ihnen allein der Erfolg des marokkanischen Feldzuges abhängt.
Abtransport der Marokkodivision aus der Pfalz.
Paris, 14. Juli. (TU.) Wie aus Wiesbaden gemeldet wird, ist General Qlaulin gestern abend nach Paris zurückgeretst. Die marokkanische Division in der Pfalz, die in der Umgegend von Landau einquartiert ist, wird


