Ausgabe 
15.4.1925
 
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mit froh Aaövnett yttrtot MÜpe mau olc er­zielten Fortschritte zuschreiben. Selbst her inter­nationale sozialistische Kongreß hätte die mini- fteriefic Mitarbeit unter außergewöhnlichen Hm« ständen zuaelassen. 2luch auf ein Problem der Außenpolitik müsse man Hinweisen. 3n dem Augenblick, in dem die Kandidatur Hindenburgs drohe, könnten die Sozialisten allein die Lösung dieser schwierigen Probleme durchführen. <$r bitte also den Rationalrat, nicht zu fordern, haß man Nein sage, wenn der Appell ergehe, gegenüber dem Land und der Well die Mitverant­wortung für die Regierung zu übernehmen.

Der Rationalrat hat dann seine Weiter­beratung auf Mittwoch vormittag vertagt. Die Vertagung erfolgte im Hinblick auf die Weige­rung VriandS, ein Kabinett zu bilden und in der Annahme, daß der Präsident der Republik vielleicht noch heute abend eine politische Per­sönlichkeit berufen werde, der er den Auftrag, ein Ministerium zu bilden, erteilen werde.

Marx' Programmrede.

Königsberg. 14. April. (WTB.) Der Kandidat des Vvltsblocks, Reichskanzler a. D. kllkar x, entwickelte heute abend vor einer zahl- lreichen Hörerschaft sein Programm au den wich­tigsten Grundzügen und Problemen der deutschen Politik. Rach einigen Dankesworten an den gan­zen deutschen Osten, der seines Deutschtums we- tgen so viel hat erdulden müssen, führte Marx u. a. aus: Bei Deutschlands geographischer Lage und insbesondere nach dem Verlust des Krieges muß die Außenpolitik in allen unseren politi­schen Entschließungen den Vorrang haben. Den­noch handeln viele so. als brauchten wir uns um Das Ausland sehr wenig zu kümmern. Wir sind in sehr wichtigen Beziehungen von der Ein­stellung ausländischer Machte ab­hängig. Diese Abhängigkeit wurde durch den Verlust des Krieges stark vergrößert und zum Seil erst verursacht. Bei aller durch unser ur­eigenstes Interesse gebotenen Rücksicht auf das Ausland müssen wir aber unsere nationale Ehre mnd Würde wahren. Hnferc nationale Ehre ver­langt aber nicht, daß wir eine Macht Vortäuschen, die wir nicht besitzen. Es ist töricht, mit großen 'Worten, hinter denen keine Kraft steht, das arg­wöhnische Ausland immer wieder mißtrauisch zu machen. Richts ist falscher und schädlicher als ein Ses Pathos und große Gesten. Untere Vater- sliebe muß mit 'Klugheit gepaart sein. Darum muß unsere Auhenpolitck nach wie vor aus D e r - ständigung mit den früheren Gegnern ge­richtet sein.

Die Sicherung der Verständi­gungspolitik nruß auch der Leitgedanke her Präsidentenwahl fein, wenn anders nicht großer Schaden für das Gesamtwohl erwachsen soll. Das Ausland muß im Reichspräsidenten die Gewähr für die Fortführung her Verslänhigungs- politik erblicken können. Außenpolitische Experi­mente harf sich unser Volk nicht mehr erlauben, denn wir haben genug Lehrgeld gezahlt für die Erkenntnis, daß nur eine auf wirtschaftliche Ver­ständigung abzielende Außenpolitik sich als er­folgreich für unseren nationalen und wirtschaft­lichen Aufstieg bewährt. Die sicherste Gewähr für die regelmäßige und gesunde Fortentwicklung im Innern ist eine gesicherte Verfassung als Grundlage her staatlichen Ordnung. Rieinand wird die weimarische Verfassung als so voll­kommen betrachten, daß sie nicht m einigen Punk­ten verbesserungsbedürftig erschiene Aber an diese Derbesserungsarbeit wollen wir fcerfl Herangehen, wenn wir unser Haus gesichert haben und unsere politischen und wirtschaftlichen ^Verhältnisse mehr gefestigt und beruhigt sind. Roch sind wir nicht so weit! Darum muß jeher -national denkende Mann sich entschlossen auf den Boden der Verfassung stellen und zur Ver­teidigung der Republik bereit sein.

Der Redner ging dann kurz auf die Steuer - und Finanzgesetze ein, hie von echt sozialem Geiste getragen sein müssen, hamit hie Lasten her schwächeren Schullern möglichst erteiebtert unh das Maß her Leistungen her Tragfähigkeit der einzelnen angemessen werden.

In her Frage her Aufwertung hat her Staat hie Verpflichtung, soweit es hie finanzielle Lage hes Staates irgendwie erlaubt und es ohne Gefährdung unserer Währungslage geschehen kann, arrsgleichend zu wirken unh die entstandenen Schäden zu beseitigen.

Dr. Marx schloß seine 'Darlegungen mit dem Wunsche, daß die Entscheidung her Reichspräsi» hentenwahl so fallen möge, daß sie die Fort­setzung her bisherigen bewährten Außenpolitik der Verständigung und hie Befriedigung der Well verbürgt.

Aus dem Finanzausschuh des Hessischen Landtags.

Darmstadt. 14. April. (Sil.) Der Finanz­ausschuß des Hessischen Landtages erflärtc Me Vorstellungen des Deutschen Beamten- b u n h e s in her Frage hes Wohnungsgeldzu- schusses durch die Regierungsantwort, die für eine Herabsetzung der Wohnungsgeldklassen auf drei ist. für erledigt Rach Genehmigung einiger kleiner Vorlagen trat er in die Beratung des VoranschlagesDaukredite" ein. Es wur­den u. a. genehmigt: Kanalbauwesen 281 422 Mk.. Weingüter 74 000 Mk.. Landestheater 9000 Mk., Landtag 3420 Mk.. auswärtige und Reiseverhält­nisse 6300 Mk., Hochbauwesen lMinisterium des Innern) 443000 Ml., Kunststraßen 190 000 Mk.. Hochbauwesen lLandesamt für das Dildungswe^ fen) 443 336 Mk., Hochbauwesen (Ministerium für Arbeit und Wirtschaft) 36 840 Mk.. Hochbau­wesen (Ministerium der Justiz) 296 200'Mk Hochbauwesen (Ministerium der Finanzen) 265 800 Mk., staatliche Dau- und Kunstdeickmäler 223000 Mk.. Fluß- und Dammbau 48 000 Ml.

Das bayerische Konkordat.

Rom, 14. April. (WTB.l Anläßlich der Rati­fizierung des Konkordates zwischen dem päpstlichen Stuhl und Bayern gab Ministerpräsident H e l d den Kardinälen Dannutelli, Gaspa rri, Früh- wirlh und Ragonesi ein Frühstück, dem auch andere päpstliche Würdenträger beiwohnten. Mi­nisterpräsident Held hielt eine kurze Rede, in der er erklärte, der Abschluß des Konkordates bestätige auf5 neue die bayerische Tradition gegenüber der kacholischen Kirche. Kardinal und Staatssekretär Gaspari betonte in seiner Antwort, daß das Kon kordat die Lage der bayerischen Kirche verbessert hätte und schloß mit einem Hoch auf die Zukunft Bayerns . Heute früh schenkte Ministerpräsident Held dem Papste die Reproduktion des Coder Aureus, der in der Münchener Staatsbibliothek

ausbewahrten -Oondschrtst aus dem neunten Jahr­hundert. Der Papst drückte seine Freude über das prächtige Geschenk aus und unterhielt sich herzlich mit dem bayerischen Ministerpräsidenten.

Maßregelung zwischen Oesterreich und Deutschland.

Wien, 15. April. (TU.) Hier ist ein Schrei­ben des deutschen Auswärtigen Amtes eingetroffen, das eine generelle Aufhebung der Sicht­vermerke vorschlägt. Der P a ß z w a n g soll zu­nächst noch aufrecht erhalten werden, doch sollen auch andere amtliche Personalausweise als Paß­ersatz Geltung haben. In der österreichischen Bun- deskanzlei findet gegenwärtig eine interministerielle Konferenz statt, in der über die deutschen Vorschläge beraten wird. Man rechnet damit, daß die Auf­hebung der Sichtvermerke noch in diesem Mo­nat, spätestens ober vor Beginn der allgemeinen Reisezeit erfolgen wird.

Die Deutschen in der Türkei.

London, 14. April. (Sil.) Wie her diplo­matische Korrespondent desDa ly Telegraph" schreibt, ist man in türkischen Militärkreisen über das Mißlingen des Planes, den Hauptteil her kurdischen Rebellen auf ihrer Flucht in der Rich­tung V r persischen Grenze e i n z u k r e i s e n, enttäuscht. Man befürchtet, daß hie Rebellen von her kurhischen Bevölkerung, hie unter persischer Herrschaft lebt, Verstärkung er­halten könnten. Für hie Ergreifung unh Aus­lieferung des Rebellenführcrs Scheich Said ist eine hohe Belohnung ausgeschrieben. Ferner bemerkt das Blatt, daß die Deutschen zur Zeit immer noch Die einzigen Ausländer seien, hie in der Sürtei willkommen seien, ab­gesehen von den ehemaligen Reutralem Deutsche Banken unh Schulen seien überall wieher eröffnet worden. Deutsche Gesellschaften oder neu­trale Gesellschaften mit deutschem Kapital sowie Fachleute sicherten sich den größten Teil her Kontrakte und her Konzessionen im Derg- unh Brückenbau.

Ein kommunistischer UeberfaH auf den König von Bulgarien.

Paris, 15. April. (T. U.) DerMatin" mel­det aus Sofia, daß König Boris gestern vormittag, als er sich in einem Auwmobil auf der Jagd befand, in dem Engpaß von Iska bei Ara Konak von einer kommunistischen Räuber­bande mit Gewehrschüssen empfangen wurde. Einer seiner Begleiter und sein Leibjäger wurden getötet, der Chauffeur schwer verletzt. Der König fuhr sofort zurück, stieß aber unterwegs gegen einen Baum, wobei das Auto umstürzte. Der König setzte seinen Weg zu Fuß fort und holte eine Abteilung Soldaten herbei, die die Verfolgung der Bande aufnahmen. Der König ist nach Sofia zurückgekehrt.

Dänemarks Abrüstung.

Die zukünftige dänische Streitmacht.

Kopenhagen, 15. April. (SH.) Der Aus­schuß des Folkething für die Abrüstungsvorschläge her Regierung hat ein umfangreiches Gutachten herausgegeben. Die Mehrheit des Ausschusses hat sich auf den Vorschlag her Radikalen, Heer unh Flotte zu einem Wachtkvrps und einer Staatsmarine zur Wahrnehmung von Dänemarks Aeutralität und BölkerbundSaufgaben umzuwandeln, ge­einigt. Die rwch bestehenden Befestigungen wer­den abgebaut und hie Werkstätten her Marine werden zu gewöhnlichen Staatseinrichtungcn ge­macht. Private Mllitärkorps werden verboten. In das Wachtkvrps sollen jährlich 1600 Mann eingestellt werden, die auch am Feldgeschütz aus­zubilden sind. Dem Wachtkvrps wird ein Fliegerkorps zugeteilt. Die bisherigen Ge­wehre werden beibehallen. Bei her maritimen Abrüstung kommt her Kommissionsvorschlag bei weitem nicht an den Regierungsvorschlag heran. An Stelle her drei kleinen Dewachungsfahrzeuge werden 24 vorgeschlagen, hierzu sollen die zur Verfügung steheirden Torpedo- unh Hnterseebvote vorgeschlagen werden. Das M i n e n w e s e n zur Sperrung des inneren Fahrwassers bleibt be­stehen. Die Ausgaben werden für das Wacht­kvrps auf 7,3 Mill. Kronen, für die Staats­marine auf 10,4 Mill. Kronen veranschlagt. Durch Volksabstimmung soll entschieden werden, ob das Gesetz in Kraft tritt.

Die belgische Kabinettskrise.

Brüssel, 15. April. (T. U.) Der Führer der Sozialisten V a n d e r v e l d e hat den Auftrag des Königs zur Bildung eines Kabinetts übernommen und auch von seiner Partei die Vollmacht zur Füh­rung der Besprechung mit den übrigen Parteien er­halten.

Aus «Ker Welt.

Neuer Erdrutsch auf Helgoland.

Wie wir hören, sind am Ostersonntag auf Helgoland, etwa 100 Meter nördlich der letzten Absturzstelle, wieder etwa 3000 Kubik-- metex Seifen ins Meer gestürzt.

Hinrichtung Haarmanns.

Hannover, 15. April. (TA.) Heute früh v Ahr wurde der Sexual-Mörder Fritz Haar- mann, der durch Urteil des Schwurgerichts vom 19. Dezember 1924 wegen Mordes in 24 fällen 24mal zum Tode verurteilt ^urde, durch den Scharfrichter Gröpler aus Magdeburg auf dem Hofe des Gerichtsgefäng- msseL in Hannover hingerichtet. Die Hin- richtung erfolgte durch Fallbeil. Der Verurteilte machte einen^ gefaßten Eindruck und erklärte, haß er Die Taten bereue. Die Strafvollstreckung hat sich in wenigen Sekimdon vollzogen.

Grohfeuer in Berlin.

In einem Eckhause am Gothufer Tor brach ein ® achstuhlbrand aus, der mit derartiger Geschwindigkeit um sich griff, daß auch hie 5*-

£arJn $dufer gefährdet wurden. M die Feuerwehr an der Branhstelle eintraf schlugen bereits hie Flammen aus allen Dach-» Luten an beiden Straßenfronten Heraus. Die Feuerwehr h< Brandes infolge Der Oualmes mit großen Vach /^stündiger Feuer auf seinen 65 Jahre alter M

itte bei her Löschung großen Hitze unh des starten 1 ^toieTigfeiten zu kämpfen. Arbeit gelang es ihr, das Herd zu beschränken Ein ann wurde i« r~ixer tm

vierten Stock gelegenen Wohnung be to u y l - los auf gefunden. Mit einer schweren Rauch­vergiftung tour he er ins Krankenhaus gebracht. Der durch Das Feuer angerichtete Schaden ist groß. In den Dohenräumen lagerndes Möbelmaterial wurde hurch Den Brand voll­ständig vernichtet. Auch 'haben hie Wohnungen in den oberen Stockwerken unter dem Wasser stark gelitten.

Feuersbrünste in pommerschen Dörfern.

\ In Stresow bei Kammin wurden durch Feuer auf zwei GutShöfen acht Gebäude vernich tet. Reben großen Mengen an Futter­vorräten und landwirtschaftlichen Maschinen verbrannten drei Pferde und 61 Rin- her. Auch in Gruncordshaaen im Kreise Franz­burg wurden fünf Gebäude eingeäschert.

Mord und Selbstmordversuch.

Rach einer Blattermeldung aus Dessau e r * schlug am Ostersonntag in dem nahegelegenen Jonitz der 51 Jahre alte Kassenbote W i ed i ck e in einem Anfall von Geistesstörung seine 12jährige Tochter und seinen 5jährigen Sohn mit einem Gewehrkolben und verletzte ein drittes Kind schwer. Dann machte Wiedicke einen Selb st Mordversuch mit Leucht­gas. Der Täter und der schwer verletzte Knabe wur­den besinnungslos in das Dessauer Kreiskranken- haus eingdicfert.

Gefaßter Mörder.

Vor kurzem wurde der Gutsbesitzer B u b h o f aus Heiliaenberg in her Bodenseegegend meuchlings erschossen. Der Staatsanwaltschaft K o n st a n z gelang es nunmehr, den Mörder in der Person des Landwirts Erich Maier aus Kö­nigsberg (Preußen) zu ermitteln. Maier, der zur Frau des Ermordeten feit Jahren Beziehungen unterhielt, wurde in Klagenfurt festgenommen und dürfte feiner Auslieferung an Deutschland ent­gegensehen.

Aukoschwarzfahrt.

Wir Horen aus Oppeln: Der Ehauffcur Alfred Tkocz aus Königlich Neudorf und fein Kollege Galgon verunglückten bei einer Auto­fahrt, die sie ohne Wißen des Autobesitzers un­ternahmen. Das Auto prallte in einer scharfen Kurve bei der Gogolin- Gorasdzer Zementfabrik an einen Baum und brach mitten durch. Tkocz ft a r b bald nach dem Unfall; (Saigon erlag seinen Ver­letzungen im Oppelner Krankenhaus.

Autofallen.

Wir hören aus Magdeburg: Auf her Landstraße Möckern-Zeddenick war eine Egge mit den Spitzen nach oben niedergelegt. Das Auto des Kreistierarztes fuhr in die Spitzen hinein. Drei Reifen wurden zerrissen. Am näch­sten Abend wurde über dieselbe Landstraße ein D r a h s e i l gespannt. Ein Kutscher, der mit einem Fahrrade entlang kam, fuhr gegen das Hindernis unh verletzte sich Seinem Sturz ist es zu verdanken, daß ein kurz hinter ihm fah­render Kraftwagen halten und vor einem schweren Unfall bewahrt bleiben konnte. Die Täter wurden ermittelt; es sind zwei 17jährige Burschen, die die Absicht hatten, vernngttickte Kraftfahrer zu berauben.

Anfall auf einer Rutschbahn.

Auf einem Rummelplatz in Potsdam drang einem Studenten beim Hinabgleiten auf einer Rutschbahn ein großer Holzsplitter so tief in den Oberschenkel ein, daß die Spitze des Splitters an der Hüfte heraus- k a m. Der Verunglückte touroc bewußtlos ins Krankenhaus gebracht. Die Rutschbahn wurde sofort polizeilich geschlossen.

Schwerer DootSunsall auf der Trabe.

Lübeck, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Am Ostersonntag ereignete sich auf der Trave ein schwerer Doots Unfall, dem 3 Menschen­leben zum Opfer fielen. Der Maurermeister S ch l i e p e r hatte zu einer Fahrt auf einem Punt mit Außenbordmotor 12 Kinder eingelahen. Das überladene Fahrzeug kenterte bei her Ausfahrt auf dec Trave in den Glbe-Trave- Kanal infolge des Wellenschlages eines begeg­nenden Motorbootes. Schlieper, ein 14jähriges Mädchen und ein 8jähriger Knabe ertranken. Die übrigen Kinder konnten durch andere Boote gerettet werden. Die drei Leichen wurden ge­borgen.

Zugunfallschronik.

In Rußland ereigneten sich über Ostern vier Eisenbahnunfälle. Der Schnellzug Sa­mara-Moskau entgleiste in her Rähe her Station Inza. Die Lokomotive unh zwei Wagen stürzten einen Abhang hinab. Drei Personen tour» hen getötet, hrei schwer unh drei leicht verletzt.

Bei einem Zusammenstoß zweier Gü­terzüge in her Rähe einer Station auf her Strecke KradnofetftiÄafant3c£aterinßburg tour- hen 23 mit Mehl unh schienen beladene Wagen zertrümmert. Menschenleben hat der Unfall nicht gefordert.

Auf her Station Rerela in her Rahe von Charkow erlitt ein Güterzug einen Un­fall, bei welchem 22 mit Kartoffeln beladene Wagen zertrümmert unh zwei Personen verletzt tourhen.

Schließlich ist noch ein Güterzug in her Rähe von Tiflis verunglückt. Die Loko­motive unh neun Petroleumtankwagen tourhen zerstört, eine Person getötet unh vier ver­wundet.

Wettervoraussage.

Meist bedeckt, noch regnerisch, westliche bis südliche, zeitweise auffrischende Winde, mäßig warm.

Der starke Rordmeerwirbel beherrscht heute morgen ganz Rord- unh Rorhwesteuropa. Seine Ausläufer sinh nach Mittelfrankreich vorgedrun- gen unh führen auch in unser Gebiet feuchte westliche Luft. Die allenthalben eingetretenen Regenfälle werben auch morgen noch anhalten, während hie Temperaturen sich zunächst nur wenig änhern dürften.

Aus Stadt und Land.

Gießen, hen 15. April 1925.

Kann man der Grippe entgehen?

Don Dr. meck. Grundmann.

Die Grippe zieht wieher durchs Land. Unh es ist in solchen Jetten säst so. als ob jeder schon hie Krankheit in seinem Leibe verspürte unh gespannt darauf wartete, bis sie ihn oder seine Rächsten packt. Diese Furcht ist nicht berechtigt. Man kann durch richtige Lebensweise die Wahi> scheinlichkeit, von dieser Krankheit befallen zu : werden, sehr vermindern. Mindestens kann man durch solche Lebensweise die oft so gesährliche Wirkung dieser Krankheit abschwächen.

Die Grippe ist eine Infektionskrankheit und wird durch besondere Bakterien von Körper zu Körper verbreitet. Das Eindringen her Krank- chettser reger geht dabei durch die Attnungsoraane vor sich. Diese haben also insgesamt den yin- teren Teil her Mundhöhle, hi(? Rachenhöhle, zu passieren. Hier ist es demnach möglich, einen großen Teil dieser Feinde des menschlichen Kör­pers unschädlich zu machen. Und zwar durch fleißiges Gurgeln mit Salz- oder Zitronenwasser. -Zu Zeiten oon Epidemien sollen besonders an­fällige Personen und Kinder nach jeder Mahl­zeit diese Mundausspülung unh dieses Gurgeln vornehmen. Da es ferner meist die Hände sind, durch welche die Krankheitserreger in Den Mund gelangen, sollte fleißiges Händewaschen, besonders vor jeder Mahlzeit, zur Selbstverständ­lichkeit werden. Das Hineinstecken der Finger und von Gegenständen in den Mund mutz den Kindern abgewöhnt werden, und zwar auch bei der Rächt. Daß man in Jetten von Grippe­epidemien Räume mit Dielen Menschen meidet, ist gleichfalls ein kleines Opfer, das sich lohnt. Erfüllt man obige Forderungen der Mund» und Handpflege, die allmählich für jeden Kultur­menschen zur Selbstverständlichkeit werden folltcn. braucht man sich weiter um die Ansteckungs­gefahr nicht zu sorgen und soll ruhig und furcht­los auch inmitten von Epidemien seinen TageS- geschäften naebgeben.

Diel, viel wichtiger, alS sich vor der An­steckung allzusehr in acht zu nehmen, ist cs, seinen gesamten Organismus in einem Zustande zu haben, daß ihm dieAnsteckung" überhaupt nicht viel anhaben kann!

Denn es ist eine noch viel zu wenig in breiten Kreisen bekannte Tatsache, daß es erst die Be­schaffenheit, die Disposition des Blutes in dem betreffenden Organismus ist, welches ihm gegen­über Infektionskrankheiten, also auch gegenüber Grippe mehr oder weniger anfällig macht. 3eher vernünftige Mensch sollte bezüglich des menfch- lichen Körpers stets das Bild von dem gut oder schlecht geputzten Ofen im Kopf haben. Ein gut geputzter Ofen brennt gut, ein mit Asche und Ruft verstopfter Ofen brennt schlecht. Ebenso funktioniert her gesamte Lebensprozeß im mensch­lichen Körper (her ja in der Hauptsache auch ein Verbrennungsprozeß ist) gut oder schlecht, je nachdem das Blut rein oder mit allerhand Schlacken", zu denen besonders einige Säuren gehören, erfüllt ist. Eine Rabrung also z. D.. die das Blut zu fäurereich macht, bewirkt, daß der Ofen des menschlichen Körpers schlecht zu ziehen" beginnt. Sie schafft so die Voraussetzung, die Disposition für alle möglichen Krankheiten. Eine Grlältung, eine Ansteckung bringt dann den . großen Ausscheidungsprozeß der Giftstoffe zur Auslösung, den wir Menschen Krankheit nennen. Einen ungesunden Lieberschuß an Säure rufen aber im Blute hervor: Fleisch. Hülsenfrüchte, Eier. Gegenteilig, also entsäuernd, toirfe-n: Kar­toffeln, Gemüse und Obst. Man bevorzuge also diese Rahrungsmittel. wenn man will, daß her Körper auch gegen die Grippe widerstandsfähig wird. Man handelt Daim ähnlich, als ob im Ofen eine gute Kohle brennt, die nicht so viel Ruß und Asche macht I

Unb um weiter bei diesem Bilde des Ofens zu bleiben: Gin Ofen muß, unb sei hie Kohle auch noch so gut, gereinigt werben, täglich von der Asche, von Seit zu Jett vom Ruß! Run, beim menschlichen Körper ist das viel einfacher: her reinigt sich täglich unb stündlich selber von feiner Asche unb seinem Ruh. Der Darm, welcher die Knotenmassen (Asche der Rahrmrgl), die Rieron, welche den Harri, die Lungen, welche die Kohlen­säure (das Derbrennungsgas des Körpers!), die Haut, welche eine Menge Säuren und andere Giftstoffe ununterbrochen ausscheiben, müssen gut funktionieren. Darum halte jeder auf täglichen, regelmäßigen Stuhlgang, schone seine Rieren durch mäßiges Trinken, gebe seinen Lungen Be­wegung im Freien, durch gründliches Lüften seiner Wohnung viel, sehr viel Sauerstoff unb halte seine Haut durch eine tägliche Ganzwaschung mit nachfolgenbem Warmreiben des Körpers, womöglich auch durch tägliche Luftbäder, so sauber unb gesund, daß sie stets ausscheidungsfähig bleiben.

Grundstückstausch zwischen der Stadt und dem Staat.

-Zwischen der Stadt Gießen und dem hefsischenStaate ist einTaus chvertrag auf folgender Basis zu st anheg ekomm en:

1. Die Stadt Gießen übereignet dem Volks- staute Heften für Zwecke her L a n de s u n i ve r - fität, insbesondere für den Ausbau und die Unterbringung des Forst institutes, das ehemalige Garnifonlazarett in der Drau- gasse.

2. Als Kaufpreis wird die amtliche Taxe von 1911 mit 266 000 Mark zugrunde gelegt, woraus hie Staht zur Förderung her Landesuniversität einen Rachlab von 50 Prozent gewährt.

3. Den verbleibenden Rest von 133 000 Mk. entrichtet her Staat durch Ucbercignung fiskalischen Wiesengeländes an die Stadt.

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** Gin; toten. Das lamtmachunz der Md)sbai aor dem 11. Aufruf umfai stelchsbonkno! auf Grund 6 abgegebenen mark' laute, M Lurchsühr 1924 bleiben üblfluf von ör< das Kchsbar mittel in her 1 Äeichrmort glc 5. 3uni 1924 Di kigenM als (ijjtr derselben bei allen Kasse, eher ht dem t ritt Mion M Mchsmark zu e rM Umtausch« Mtben % PfW bet M funn nicht gt »Interesse einer Noten mäglld anstatt zuzusü! zur Bersügun Pfennig ist, so 10 Warten durch 10 tclfba . " 5a. Msche 1-Re Wen Zett m

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