Ausgabe 
15.1.1925
 
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für das Geschäftsjahr 1923/24 keine Dividende. Die Papiermarkbilanz der F r i e d r ich Krupp Grusonwert A.-G. weist einen Gewinn von 200 000 Billionen aus, der in der Rvichsmark- Eröffnungsbilanz zum 1. Oktober 1924 Lufgegan- gen ist. Die Papiermarkbilanz der Friedrich Krupp Germanrawerft A-G. vielst keinen Gewinn bzw. Verlust auf. Mit AufträGn ist die Werft für das 2ahr 1925 und für die eWen Vlo- nale 1926 noch versehen. Der starke in-- umd aus­ländische Wettbewerb macht die Hei «nholung neuer Aufträge sehr schwierig. Die Atrssichten des Schiffbaues erscheinen sehr trübe, Dir Preise sind stark gedrückt und liegen durchweg; unter den Selbstkosten. Die Papiermarkbibanz der A.-G. für Unternehmungen derPisen- und Stahl-Industrie, Berlin, wellst für das am 30. September 1924 abgelaufene <ftc Ge­schäftsjahr einen Verlust von 159 000 BLll. auf, der bei der Aufstellung der ReichsmaiK-Eröff-- nungsbilanz ausgeglichen worden ist. Die im Jahre 1922 geschaffenen Aktien D, durch deren Herausgabe die Firma Krupp als daB erste und wohl auch einzige grotzindustrielle .Unter­nehmen den Versuch unternommen hatt^ den Werkangehörigen die Möglichkeit einer Gi.'winn- beteiligung durch Erwerb von Aktien zu geben, werden mit Rücksicht auf die Entwicklung der Verhältnisse von der Firma Krupp zu dem Mehrfachen des Goldeinzahlungswertes der Aktie, gestaffelt nach dem Aktienbesitz, so dah auf die Kleinaktionäre, die nicht mehr wi? zehn Aktien haben, das Sechsfache des Goldqinzah- lungswertes zur Auszahlung gelangt, zurückge- zahu. Dieser Rückkauf der Arbeitnehmeraktien, von denen bis Ende 1922 für etwa 35 Millionen Mark gezeichnet waren, erfolgt u. o. deshalb, weil nach der Verfügung über die Aufstellung der Goldmarkbilanz Vorzugsaktien nur bis zur Höhe des Goldeivzahlungswertes in die (Zwld-- mark-Eröffnungshllanz eingesetzt werden Tarifen und unter den heutigen Verhältnissen eine an­gemessene Verzinsung nicht gewährleistet ist. Die Firma Krupp hat jedoch in Aussicht gestellt, eine Gewinnbeteiligung der Werkangehörige» zu gegebener Zeit wieder einzuführen.

* Errichtung einer Morgan- Bank in Berlin. Die Vorarbeiten für die bereits seit einiger Zeit erwartete Errichtung eüner Morgan-Bank sind nach Informationen .der D. Z. am Mittag" soweit gediehen, daß .die Dank, die eine Zusammenfassung der Morgam- Kredite in Form einer DachgesMchaft bezwocckt. voraussichtlich im Februar oder März offiz»,ül gegründet wird. Als Kapital sind zunächst 8 Mill. Mk. vorgesehen, wobei die Hälfte tx^n deutscher Seite, besonders der Industrie, auf­gebracht wird. Ob der amerikanische Anteil vrm 4 Mill. Mk. dem Kapital zugerechnet oder jn Reserve gestellt wird, steht noch nicht fest. Dtzn deutschen Aktionären werden bei der Gewährung von Krediten Vorrechte eingeräumt. Es ist ge­plant. die Betriebsmittel der Gesellschaft, üte nach deutschem Recht errichtet und zum Teil m-j. amerikanischen Verwaltungsmitgliedern besetzt, toirb, durch Kapitalerhöhungen möglichst ballst auf zunächst etwa 20 bis 22 Mill. Mk. zv bringen. Reben der Kreditvermittlung soll auch das Depositen- und Versicherungsgeschäft, sowiq Las 3m= und Exportgeschäft betrieben werden. Weiter glaubt die Gesellschaft, auch bezüglich der Anknüpfung von Interessengemeinschaften 1 zwischen deutschen und amerikanischen Firmen eine wichtige Betätigung haben, wobei es sich hauptsächlich um den Austausch von Tech­nikern, Patenten und Erfahrungen handeln soll. Das eingangs genannte Blatt bemerkt dazu, daß die ganze Gründung eine deutliche Spitze ; aqgen die deutschen Großbanken trägt, die nach der Meinung von Morgan die Kredite zu sehr , vMeuern. Er ist der Ansicht, daß die heutigen 1 Zinsen von der soliden Industrie auf die Dauer I nicht getragen werden können. Deshalb werden sich die Zinsen für die durch die Bank gewährten » Kredite etwa in der Höhe der Sätze der Dawes- Anleihe bewegen (die für den amerikanischen Geldmarkt immer noch sehr günstig liegen).

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers")

Berlin, 14. Ian. An der heutigen Börse war in Gegenwirkung auf gestern eine Auf­wärtsbewegung der Kurse zu verzeichnen, wobei sich das meiste Interesse auf den M o n - ta n» und Elektroma rkt konzentrierte. An­dauernde Aufträge für rheinische Rechnung mach­ten die Bemühungen der Platz-Spekulation, das Kursniveau herabzudrücken, zuschanden. Dagegen trat das Interesse für einzelne in den letzten

Tagen favorisierte Werte sehr zurück. -Heben den genannten Märkten war auch am Schiff­fahrtsmarkte das Geschäft außerordentlich lebhaft, namentlich Hamburg-Süd wurden für Hamburger Rechnung stark gekauft. Auch am Markt der Auslandrenten herrschte leb» ha st es Geschäft, wobei sich das Interesse im wesentlichen auf Russen konzentrierte, ohne dah greifbare Unterlagen für diese Bewegung beigebracht werden konnten. Gold-Priorität wur­den mit 22^4 lebhaft gesucht. Am Markt der heimischen Renten lieh daL Geschäft im­mer mehr nach, trotz der Aussichten, daß Dr. Luther heute noch ein überparteiliches bürger­liches Kabinett zustande bringen wipd. An der Börse gewinnt die Ansicht immer mehr Raum, daß letzten Endes doch keine Mittel für eine allgemeine Aufwertung der Anleihen vorhanden sind. Der Geldmarkt ist dauernd sehr leicht, tägliches Geld ist mit 811 Proz. p. a.» Monatsgeld mit 912 Proz. p. a. angeboten. Privat-Diskont war mit 8 Proz. gesucht, ohne daß nennenswerte Umsätze zustande kamen. Am internationalen Devi senmarkt liegen die europäischen Edelvaluten weiter abgeschwächt, namentlich das englische Pfund.

f Börsenkurse.

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Frankfurter Abendborse.

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6% Deutsche RetchSanlekd« . 4*/3 Deutsche ReichSan leihe .

SVe% Deutsche Rcichsanleih, 3% Deutsche Retchöanleide .

Deutsche Svarprälmenanleth»

<e/o Preußische KoniolS . . . 4°. Heften . . ..... »*/veft« ..........

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Deutsche Wertb. Dollar-Sn!, bte Doll -Schatz-Anwetiug.

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Berliner HcuidelSacsellschaf»

Commerz- und 'prtvat-Bank Tarmst. und Naitonalbank . Deutsche Bank.........

Deutsche BcretnSbank .... Disconto Lommandit .... Metall bank...........

Mitteldeutsche Lreditbank. . Sesttireichische Sredttan statt Westbaut............

!Bo(6 Urner Guß .......

BuderuS ...........

Caro ............

Deutsch-Soxemburg Gelsenkirchener Bergwerk». . haroeuer Bergbau ......

jtalnverke Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregeln .... Laurobutte........ .

Cberbeharf. .......... Dhoni; Bergbau.......

Ryrimtahl . . ..

Riebeck Montan........

Xeüus Bergbau. .......

Hamburg-Amerika Sätet. . . Norddeutscher Llovd Lheramische Werke «lbtv . . Zementwerk Heidelberg .. Pbilivv Holzmann ......

Vnglo-Tsnt -Guano . , . *, Badische Anilin Tbemische Mayer Blatrtn .

Goldicbmtdt

GrieS eimer Electron ....

Höchster Farbwerke ..... poljverkoolung . . .... RütgerSwerke ......... Echeideanstatt ........

Alla Elektri»ttSt4-Sesellschast Bergmann . . .......

Mainkrastwerle ..... , Echuckert ..... .

Siemen- <t Halöte ..... Adlerwerke Kleyer«*.«. Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt . ...... Meguin. . ..

Sranf flirtet Armaturen oniervenfabrik Braun

Meta,igelest chaf, Frankfurt Pct Unton .

Lctmhiadrik Herz . , .

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13. 1. I 11. I.

3.1. | 14 1,

Frankfurt a. M, 14 Ian. An der Heu- .tigcn Abendbörse setzten sich bei großen Um­sätzen die Kurssteigerungen für Aktienwerte un- tz ermindert fort. Das Geschäft nahm ein unge- ü'öhnliches Ausmaß an. Die Führung hatten Wieder die Werte der Rhein-Elbe-Univn, von der Deutsch-Luxemburger, Gelsenkirchen, Siemens- H alske und Schuckert weitere bis zu 4 Prozent gehende Kursgewinne zu verzeichnen hatten. Der

Stand der Kabinettsbildung, der nun endlich Fortschritte zeigt, gaben dem Abendverkehr neue Anregung, so daß auch die anderen Märkte bei starken Umsätzen eine neue Aufwärtsbewegung aufwiesen. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Montanmarkt, wo die Umsätze einen enormen Umfang annahmen und für alle Werte neue Gewinne zu verbuchen waren. Auch für Chemische Aktien bestand rege Kauflust bei an­ziehenden Preisen. Am Elektromarkt, der unver­ändert fest verkehrte, standen Schuckert und Halske im Vordergründe. Der Dankattienmarkt lag ruhig, aber fest. Schiffahrtsaktien notierten höher. Wei­tere Steigerungen hatten namentlich Zellstoff- Zund Terrainaktien. Deutsche Anleihen vernach­lässigt und wenig verändert. Von ausländischen VRenten ließen Mexikaner sehr feste Haltung er­kennen. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,94. 1924er Schätze 0,72. Ausländische Renten: Zolltürken 11, 4^>proz, Ungarn von 1924 9,40, Sproz. Goldmexikaner (abgestempelt) 38. 5proz. Silbermexikaner (abgestempelt) 17, 3proz. dtr. 12,25, 5proz. Tehuanteves (abgestempelt) 24. Bankaktien: Kommerzbant 7,10, Darmstädter Bank 14,75, Deutsche Bank 13,70, Diskontogesellschaft 19,50, Dresdner Dank 9,50, Metallbank 21, Mitt deutsche Kreditbank 1,95, Reichsbank 71,12, Rheinische Kreditbank 3,75, Oesterreichische Kreditaktien 11,60. Montaonaltien: Du- Gelsenkirchen 105 bis 106,50, Harpener 145. Ilse Bergbau 32, Mannesmann 75, Mannsselder 5.40, Oberbedarf 1450, Otavi-Minen 31.50, Phönix 62.25, Rheinische Braunkohlen 69.42, Rheinstahl 57.75, Stinnes-Rieb eck 53.12, Rom- bacher Hütte 32.50, Laurahütte 7.62. Chemische Aktien: Badischer Anilin 34.25, Chemische Gries­heim 37.37, Scheideanstalt 27.50, Elberfelder Far­ben 28.85, Th. Goldschmidt 28.20, Höchster Far­ben 25.80, Holzverkohlung 11,37, Rütgerswerle 23. Elektrvattien: AEG. 12.95, Licht und Kraft 9.15, Elektrische Lieferung 115.37, Lahmeyer 15.75, Schuckert 75.50, Siemens Halske 94 bis 93.50. Transportwerte: Hapag 31.12, Schantungbahn 3.60, Baltimore 6750, Anatolier 9.50. Sonstige Industriewerte: Kleyer 4, Aschaffenburger Zell­stoff 35, Dingwerke 4.70. CementHeidelberg 101.25, Goldprozent, Dhckerhoff und Widmann 5.12, Deutsches Erdöl 6250, Deutscher Eisenhandel 7.62, Daimler 5.50, Spinnerei Hammersen 23.75, Hed- dernheimer Kupfer 10.45, Inag 2. Karlsruher Maschinen 4.6, Lechwerke 23.5, Gebr. Iunghaus 13.25, Metallgesellschaft 19.80. Reckarsulmer 9.30, Rheinisches Metall 13.25, Iulius Sichel 3.20, Peters Union 2.60, Pokorny 8.10. Chemische Mainz 12.25, Voigt und Häffner 2.20, Badischer Zucker 4.625, Frankenthalzucker 5.85, Osfstein- zucker 4.55. Die Börse schloß lebhaft und fest.

Sevisemnartt BerlinFrankfurt a. M.

On Billionen Mark auf jebrüdt VuruoS-AireS. London. Nell» York, Japan. Rio de Kanetro für etne Ltnbett, Wien and Budapest für 100009 «ndenen. aCefi Übrige für 100 Ein betten.» Telegraphische Auszahlung.

1'1. Januar

14 Januar

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Englische Noten

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Französische "?oten ......

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Holländische Noten .....

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Norwegische Noten.....

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voll

Rumänische Roten .....

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Schwedische Noten . . ...»

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Schweizer Noten . . . . ,

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Spanische Noren ......

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Tschechoslowakische fllottitt -

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Ungarische Noten

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6,77

voll

Die rote Kaschgar.

Roman von Fedor von Zobeltih.

42. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Der Abstieg war schwierig wegen des loderen Lawinenschnees, irgendeine Wegspur auf dieser Seite nicht zu sehen, aber Masarbai als Vor­reiter vermied leidlich geschickt die größten Un­ebenheiten des träger schen Bodens man kam j wenigstens vorwärts, mußte einen eisigen Bach I durchqueren und imse ts b'S Flüß^ens *>ine I Steppenzone, auf der die Stürme den Schnee dünenartig zusammengefegt batten. Hier traf man auch wieder aus Wolfsspuren unJ sah in der Entfernung die Silhouetten eines kleinen Rudels flüchtiger w ider Grunzochsen, die bald zu einer Wirrnis schwarzer Punkte wurden, um - dann dem Blick zu entschw'nd.-n. Am Rachmittag begann es zu nVeln, Schnee fiel, der Himmel schien sich zu senken und war wie in Watte ge­packt. Trotzdem zog die Karawane weiter, in einem endlosen Weih, so daß keiner den andern sah es toav nur ein instinktives Zusammen- bedien. Aber das Terrain stieg wieder an, mäh­lich freilich, immerhin war man nicht mehr auf I der Talsohle. Ein Halt Masarbcrs rief Gert und Murray heran. Ein scharfer Ostwind hatte ! sich aufgemacht und riß weite Löcher in die Rebelwand, rollte auch zuweilen das Kalkweiß wie einen Vorhang auf, und dahinter zeigte sich ein seltsames Phänomen: ein gefrorener Wasser­fall, 'der oben einen etwa fünf Meter hohen konischen Eiskegel bildete. Da oben aber fmachte der Berghang sich ab, und ein dunkles Etwas wuchs aus der Erde ein Kirgisenzelt!

Endlich wieder Menschen! Doch die Enttäu­schung kam nach. Was Masarbai für eine Gurte gehalten hatte, erwies sich als eine gewaltige Steinpyramide, vielleicht das Denkmal irgend­eines mohammedan scheu Heiligen, aber dagegen sprach das hohe, aufrechte, roh gezimmerie Holz­kreuz auf der Spitze der PyraiNude. Masarbai war fassungslos und wußte keine Erklärung, und auch die beiden Europäer starrten verwun­dert auf dies Zeichen des Christentums. Man schien wieder auf einer kleineren Paßhöhe zu frin, doch das Wetter gestattete keine Umsicht.

blieb nichts weiter übrig, als von neuem zu, rasten und den nächsten Morgen abzuwarten.

Er stieg m t l icht r m Rebe! über die D.rge, so daß man im Osten schneeige Gipfel und iwrd- WÄrts ein blautoc hes Rundtal erkennen konnte, vo, ziemlich sanft abfallenden Höhen umgeben, in Äie sich an verschiedenen Stellen dunkle Linien gndben, alH suchten dort Abflußwasser ihren Wqg durch die Schneefläche. Es hagelte ein toeissg. Murray zog Den Kompaß zuvate, aber infolge des Wetters, das mit elektrischen Ent­lad s ngen in der Höhe verbunden sein konnte, vielleicht auch ii.folg.' von Eisenerzen int Gestein, zeigj e die Magnetnadel eine starke Unruhe. Ma- farüci hatte wieder seine Zuversicht verloren, glau&tc indes durch das Fernglas in der Tiefe Oer sRundmulde die Eismasse eines Sees zu sichte»,, den man für Den Karakul halten konnte. Doch '.falls auch nicht: In Seenähe befanden sich zweifellos F.rg fische Lager, die man zu erreichen suchen, mußte.

Btwdrießlich setzte man den Marsch fort Die M ferde waren noch todmüde, die Knechte nrürristlh, selbst Murray hatte feine ewig gute Laune eingebüht und verbarg seine Sorge nrcht. Gert ziickte Darüber die Achseln. Man war auf einer E ntdeckerfahrt. Man war in diesem merk- würdigsn Geb.rgsbau vielleicht wirklich in Ge­genden .geraten, Die noch lern Reisender betreten hatte. 'S Han wandelte auf unbekannten Pfaden, und dass Hübscheste war: was man entdeckte, entdeckte man nur für sich selbst. Gert entsann sich gewisser Splitter aus Der Literatur über dies Laistd Schon Die Griechen und Römer hatten Kenntnis der Pamirgebiete. 3m Altertum fühiste hier ein SjanDclstocg, Die sogenannte Seidenstvahe, aus Den römischen Kolonien nach China, und später ditz Straße der Destorianer, die den Mon­golen in Zentralasien das Christentum brachten. Marco Ptzolo kletterte um 1272 durch dieseSerge und vier Jahrhunderte spater ein portugiesischer Missionar,, wie hieß er doch gleich? Aber erst die ®eg?ntmrt brachte denen, Die es interessierte, nähere A Ischlüsse über diesen verlorenen Welt­zipfel, rustz sche, englische, schwedische, dänische, deutsche Rtz sende suchten ftch neue Wege durch Die verrückten Gebirgsketten und die verödeten Hochsteppen, in denen im Grunde genommen ver­

dammt wenig zu finden war und nun trottete man höchstselbst von einem Paß zum andern .und aus Tälern wieder auf allerhand Höhen und abermals hinab und abermals hin­auf 'und vielleicht war man gar nicht mehr in Pam r, sondern schon in den bucharischcm Ber­gen oder in den Ausläufern des Hindukusch in Afghanistan oder sonst irgendwo. Die Karten lagen unter Dem Schnee, Der Kompaß schien in Irrsinn verfallen. Masarbai war ein Quatsch­kopf, und Gvrdon Murray machte ein b-denkliches Gesicht. Herrgott, wie gleichgültig war cs, wo man im Augenblick steckte, unter welchem nörd­lichen Breitengrad und welchem Grad östlicher Länge noch lebte man ja und hatte fallen lassen, was den wohlerzogenen Kulturmenschen mit Ketten belastete, und war schon mehr Kirgise als Europäer und pfiff aus Die Well Da draußen! Der Pfiff auf die Welt war allein schon ein Glück...

Das Wetter blieb ungemütlich. Der Hagel hatte zwar nachgelassen, aber Der Wind wehte stark und die Sonne stand hinter Wollen^ Ein direkter Abstieg von hier aus war unmöglich, Denn Die Halde war von tiefen Schrunden durch­zogen und mit spitzen Felstrümmern übersät. Ulan mutzte also vorläufig auf der Pahhöhe blei­ben und Dem Kamm weiter folgen, der in Win­dungen nach Osten bog und reich an kegelförmigen Erhebungen war. die sich nicht umgehen liehen, sondern überstiegen werden muhten. Rach zwei Stunden ungeheuerlich beschwerlichen Marsches nahm mis Plötzlichkeit die Windstärke zu und Schneewirbel fegten durch die Luft. Aber durch diese schillernden Tromben fielen Die Schatten steiler Bergwände, Die vor dem Duran Schutz bieten konnten, denn ost gingen diese wilden Stürme so rasch vorüber, wie sie kamen, und zuweilen kamen sie sogar bei heiterem Himmel. Bis man die schützende Steilwand erreicht hatte, mußte man sich dicht zusammenschliehen, keiner durfte den Rachbar verlassen.

Vorsicht von altersher. aus jenen Tagen schon, Da die ersten Romaden in diesem unguten Lande ihre kärglichen Sommerweiden suchten, ge­bietet, bei einem Heberfall durch Den Duran stehenzubleiben oder sich niederzukauern, bis er sich ausgetobt hat. Aber die Felswand winkte,

BtmtfTurtet Verrewebörse.

Frankfurt a. M., 14. Ian SS wurden notiert: Wetterauer Weizen 21,50 btfl 24,75, Roggen, inländ. 22 bis 24,25, Sommergerste für Drauzwecke 25,50 bis 32, Hafer, inländ. 18 bis 22,50, Mais, gelb 22 bis 23, Weizenmehl, inländ.. Spezial 0, 39,50 bis 42, Roggenmehl 34,50 bis 38,50, Weizenlleie 14,35 bis 14,50, Roggenkleie 13,75 bis 14. Tendenz: Fest.

Berliner Produktenbörse.

Berlin. 14. Ian. Am heutigen Pro- duktenmarkt ist die effektive Ware sehr ruhig wie an den Vortagen, bei zögerndem inländischem Angebot. Terminware fest. Es notierten: Weizen, märt., 247 bis 254, Mai 284,50 bis 284, Roggen, märt, 236 bis 243, März 264,50, Mai 275.75. Gerste, märk. 295 bis 310, neue 212 bis 231, Hafer, märk. 186 bis 195, fromm. 176 bis 185. Mai 219, QHate (La Plata) 222 bis 224, Mai 214,50; frer 100 Kg. Weizenmehl 33,25 bis 35,25. Rogaenmehl 33 bis 35, Weizenlleie 16,20, Roa- genlieie 15,90 bis 16, Viktoriaerbsen 31 bis 35, kleine Erbsen 21 bis 23, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 17 bis 17,50, Ackerbohnen 18 bis 20, Wicken 16 bis 18, Lupinen, blau 12 bis 13. gelb 16 bis 16,50, Seradelle, alt 16 bis 18, Rapskuchen 18,40 bis 18,50, Leinkuchen 26, Trockenschnitzel 9,50 bis 9.80, Torfmelasse 9,60 bis 10, Kartoffel­flocken 19,60 bis 19,80.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter SenderS.

(AuS derRadio-Umschau".)

Freitag, 16. Januar:

11,55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: Rach­richtendienst. 4,30 bis 6 Uhr: HausfrauenMRach- mittag. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6630 Uhr: Die LesestunDe i Meisterwerke der Well- literatur) .Soll und Haben" von Gustav Frey- tag (Fortsetzung). 77,30 Uhr: Esperanto-Unter­richt. 7,30 Uyr: Funkhochschule: Vorttag fron Professor Dr. Otto Schmitt front Städelschen Kunstrnstllut:Deutsche Kabinettplastik des 15. Jahrhunderts". 8-830 Uhr: Die Besprechung (Theater und Kino). 8,30 Uhr: Tanzmusik der Kapelle Pinkus-Langer. 9,30 Uhr: Rachinchten. Wettermeldung, Sportbericht. 9,40 Uhr: Die Spätankündigung:Lohengrin". 9,55 Uhr: Zeil- Vorbereitung. 9.56 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau. 10 Uhr Zettangabe. 1011 Uhr: Lustiger Abend des Hausorchesters. Mitwir­kung: ßiefel Simon lieft aus demBuch Der Torheiten" von F. v. Ostini: Herr Gareis (fron der Frankfurter Oper) singt Lieder zur Laute.

Ans dem Amtsverkündiftungsblatt.

* DaS AmtSverkundigungSblatt Rr. 4 vom 13. Ianuar enthüll: KarnevalisttscheS Treiben. Freilassung von möblierten Zimmern vom Mieterschutz. Maul- und Klauenfcuche tn Lang-Göns. Abschuß von Eichhörnchen usw. Die Kirchen- und Stiftungsvoranschläge für 1925. Prüfungen 1925. Osterferien 1925. Be­handlung der Zugtiere im Winter. Waffen­scheine. Dienstnachrichten.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Isr. Religionsgemeinde. Gottes-, k. Gemeindeh Lonystrahe 4. Samstag, Den 17. Januar. Doradd. 4.45. tnorg. 9.00, abds. 5.05 u. 5.45.

Isr. Religionsgesellsch ast. Sabbatfeier. 17. Ian. Freitag abd. 4.30, Samstag vvrm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 5.45, Wochengottesd. morg. 7.00, abends 4.30.

Schlank fein, beißt jung fein.' Scklaoke Per­sonen ruhten äußerlich ntchl nur jugendlicher, son­dern lind rarsächlich auch körperlich elastisch und letsmngSsähiger als korpuleme. Gerade in den Wintermonulen artet der Körperansatz infolge bei in der kalten Jahreszeit vorhandenen Neigung des Organismus zur FettbUdima allzuleicht zur all- gemeinen Korpulenz aus. Slnd Sie korpulent oder besteht bet Ihnen Neigung hterzu, so roten wir Ihnen, in Ihrer Apotheke echte Toluba-Kerne. 3'> oder 60 Gt am'n, zu kamen, bte völlig unschädliche Stoffe von fett ehrender Wirktmg euthalten. Ber- langen Sie aucorücklich in den Avothelen Toluba' Sofern in anderen Apotheken nicht erhältlich, Rthet UniverstiätS-.'ipotbeke ,.Sutn goldenen Engel". Llsg

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Die Schluchten und Höhlen haben konnte, und so schob Denn die Karawane sich ganz langsam, unmerklich lai.gfam fror, kämpfte an gegen den heulenden Sturm und die in der Lust auf und ab tanzenden Schneettichter und wirklich schien es, als nähere sich- Der Bergschatten, etwas Dunkles, Riesiges, Formloses stieg da in Die Höhe und erfüllte Die Seelen mit Hoffen. Gert hatte sich mit vorgeneigtem Oberkörper weit über Den Hals seines braven Pferdes gebeugt, mit gestrafften Zug?ln, Denn jeden Augenblick drohte her Gaul zusammcnzuknicken. Gert pfiff nun nicht mehr auf Die Welt, er war gefühllos ge^ worden, er dachte an nichts tn dieser Raserei Der Ratur, er empfand kaum die Fortbewegung bis das große Grauen ihn aufrüttelte.

Ein furchtbarer Menschenschrei, in Den viel­leicht auch Der selten gehörte Schrei eines Pferdes in Todesnot sich mischte, übertönte sogar das Heulen des Sturmes. Man sah nicht weit in Dem Schneegewimmel, aber das. was Gert foeben noch in matten Umrissen fror sich gesehen hatte. Die Packpf erde mit ihren Führern, das verschwand das versank in aufbrodelndsn weißen Wolken.

Unter hellem Wiehern stieg Der kleine Gaul Gerts mit schlagenden Dorderhufen kerzengerado empor und warf sich dann auf Der Hinterhand herum. Gert ahnte nur, daß das seine Rettung, er wußte nicht, was geschehen war, aber es strich das Begreifen von etwas Unerhörtem und Furchtbarem schmerzhaft Durch sein Hirn. Und allmählich kehrte Die Lebenskraft in ihn zurück und wurde das Bewußtsein stärker in® Da begann auch er zu schreien. Hundertmal rief er Den Ramen Murrays, bis er heiser wurde und der ihm in den Mund wehende Schn« zu Wasser geworden über Lippen und Kmn rarat. Don selbst, ohne Zügelung. Drängte das Pferd Den Weg zurück. Und Gert fühlle, daß das richtiger Instintt war, Denn Da vorn lag das Unbegreifliche, das im Ru Den Tod brachte, lag Der weiße Schrecken. Aber auch der Gaul taumelte, er prustete kläglich unter dem Druck des Sturms und Der Höhenluft, schaumige Blut- streifen sickerten aus seinen Rüstern und plötz­lich stürzte er, er brach zusammen wie vom Schlage gerührt.

(Fortsetzung folgt.)