Ausgabe 
14.12.1925
 
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Nr. 292 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Wirtschaft.

Zinsverbi tligung bei den ö f 1 fentlichen Geldern. Der Dorstcmd beS Deutschen Städtelages hat neuerdings einem der Kreditverbilligung dienenden Ucbereintommen sämtlicher Kommunen über die Zinsverbilligung öffentlicher Gelder seine Zustimmung erteilt. Da­her soll bei Ausleihung verfügbarer Gelder cn die Girozentralen und Sparkassen bis aus wei- teres kein höherer Zinsfuß alS 7' .. Prozent ge­fordert werden, wobei die Institute sich ver­pflichten müssen, diese Gelder im Durchschnitt mit nicht mehr als 1 Prozent Aufschlag weiter­zugeben. Auch die Privatbanken, die von kommu­naler Seite verbilligte Kredite erhalten, sollen verpflichtet werden, die Zinsermäßigung ihrem Kunoenkreis voll zugute kommen zu (affen.

* Preußische 5prozentige Kali- und Roggenwertanleihen 1 92 3. Für die am 2. Januar 1926 fälligen halbjährlichen Zinsen der Preußischen bprozentigen Kali- und Roggenwertanleihen von 1923 beträgt der amt­liche Durchschnittspreis für Kali und Roggen 6,67 Rm. für 100 Kilo Kali und 7,35 Rm. für den Zentner Roggen. Die Einlösung der Zinsscheine erfolgt vom 2. Januar 1926 an unter Abzug von 10 Prozent Kapitalertragssteuer kostenfrei.

* Kurzarbei.t bei Opel-Rüssels- Heim. Die Firma Adam Opel, Rüsselsheim, hat durch Anschlag ihren Arbeitern bekanntge- aeben, daß bis auf weiteres in der Abteilung für Fahrräder und der Abteilung für Kleinauto nur an drei Tagen in der Woche und in der Abteilung für große Wagen nur an vier Tagen der Woche gearbeitet wird.

* Norddeutscher Lloyd A. G., Bre­men. Wie die Banksirma Schwarz, Goldschmidt & Co. in ihrem jüngsten Wochenbericht, der sich spe­ziell mit der Lage der Nordd. Lloyd 21. G. befaßt, mittelst, soll der neueste Personendampfer des Lloyd, Columbus", ab Januar 1926 auf fünf Monate von einem amerikanischen Konsortium gechartert sein. Das Schiss erbringe, wie der Bericht hierzu be­merkt, dem Lloyd im nächsten Jahr eine so ansehn­liche Roheinnahme, daß aus dem Gewinn dieses Geschäftes sich allein schon eine angemessene Divi­dende bezahlen ließe.

5ronZfutter Börse.

(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".)

Frankfurt a M., 14. Dez. Tendenz: befestigt, aber unsicher. Die Börse zeichnete sich auch bei Wochenbeginn durch eine günstige Veranlagung aus, allerdings mit der Ein­schränkung, daß das Geschäft in wesentlich ru­higere B ah nen eingelenkt ist. Insbesondere ist die Haussebewegung für Schiff­fahrtsaktien zum Stillstand gefommeru Anfangs neigte die Börse infolge der Regie­rungskrise zum Rachgeben. Rach Ueberwindung der unfreundlichen Stimmung konnte sich das Geschäft etwas beleben, und die Tendenz war erneut nach oben gerichtet. A n i l i n a k t i e n waren stark bevorzugt und hatten Gewinne bis zu 1 Prozent aufzuweisen. Auch Elektro- a k t i e n verkehrten in befestigter Haltung. Montanwerke zeichneten sich burd) recht feste Haltung aus Gelsenkirchen plus 1,3 Prozent, Deutsch-Lux 1,5 Prozent, Mansfelder plus 1 Prozent. Phönix plus 1.13 Prozent. K a li- werte setzten ihre Aufwärtsbewegung in mäßi­gem Tempo fort Bankaktien verkehrten in freundlicher Sti nmung. Schiffahrts- Werte lagen etwas vernachlässigt, und die Kurse brodelten leicht ab. Besonders fest ver­kehrten Auto-Aktien, die größere Gewinne aufwiesen. Zellstoff-Aktien waren über­wiegend niedriger. Lebhaftes Interesse stellte sich für deutsche Anleihen ein. die gute Bes­serungen erzielten. Bon ausländischen Renten waren Türlcn stärker gefragt. Der Freiverkehr lag füll, die Kurse waren kaum verändert. Benz 24 Prozent, Brown-Boveri 53 Prozent, Entreprise 8,5 Prozent, Growag 35 Prozent. Ufa 44 Prozent, Unterkonten 50,5 Prozent. Der spätere Verlauf nahm eine un­sichere Haltung an. Bei stark verminderter Um- satztätigkeit wurde der Markt durch Gewinnsiche­rungen etwas beeinträchtigt. Der Unterton blieb aber fest. Am Geldmarkt ist die Rach­frage etwas stärker geworden. Für kurzfristige Spittel hörte man einen Sah von 9 Prozent. Monatsgeld 93/< bis ll3/4 Prozent. Bankdis­kont 7 Prozent. Industrie-Akzepte 9 Prozent. Im Devisen verkehr setzte der franzö­sische Franken seine Abwärtsbewe- ?u n g fort. Paris senkte sich gegen London auf 33,70. Die übrigen Valuten sind unverändert.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbencht desGießener Anzeigers".)

Berlin, 14. Dez. Die zögernde und teilweise schwache Haltung des Effellenmarttes während des heutigen Vormittagsverkehrs von Bureau ?u Bureau wurde bei Beginn der Börse von einer reundlicheren Stimmung abgelöst. Das Interesse konzentrierte sich dabei auf einige Spe­zialgebiete, in erster Lime auf deutsche Staatsrenten. Am Kr-egsanleihemarlt war das Geschäft außerordentlich lebhaft .die Kurse waren ansehnlich gebessert. Schuhgebiet­anleihen hatten ebenfalls größere Rachfrage zu verzeichnen und lagen hoher. Mont an - aktien waren stabil. Es lagen hier wieder Kauforders von außerhalb vor. die im Zusam­menhang mit Deckungsläufen der Spekulation zu Gewinnen von 2 bis 3 Proz. führten. Diese Tatsache ist um so beachtenswerter, als der französische Franken feine Ab­schwächung noch weiter fortsetzte. Paris gegen London sentte sich auf 133,75. In Dörsenkreisen weist man in diesem Zusammen­hang auf die Erklärungen Loucheurs hin, wonach

..efer entfdjloffen fei, den Franken weit unter feinem gegenwärtigen Staub zu stabilisieren. Auf den übrigen Märkten war die Umsahtätigkeit ge­ring. Belonderc Anregungen lagen auch nicht vor Es fehlte vor allem an Kaufaufträgen des Publikums. Bank-Aktien lagen freundlich. Am Geldmarkt war die Lage weiter flüssig. Die bevorstehenden Medio-Abwickelungen mach­ten llch noch nicht bemerfbar. Tägliches Geld ist weiter angeboten. Monatsgeld stellt sich auf g bis 11 Prozent. Im Devisenverkehr nahm die weitere Abwärtsbewegung des fran­zösischen Frankens die Aufmerksamkeit in An­spruch. Die anderen Valuten waren dagegen kaum verändert. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,36, Amsterdam 59,25.

fBortenturk.

Frankfurt a.M

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14 Dez r.

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Tschechoslowakische Noten . .

Ungarische Noten ...

berliner Pro!

12.386 5,82

»uktenbörse

12.446

5.86

Berlin, 12. Dez. (TU.) Die wenig ver­ändert liegenden Mittagsmeldungen aus Liver­pool boten dem Berliner Produktenmarkt eine

leichte Stütze. In Weizen überwog heute be­trächtliches Angebot zu ermäßigten Forderungen. Demgegenüber stand für Export wenig Frage. Roggen gleichfalls nachgiebig, indessen zeigt sich hier zu dem ermäßigten Rweau größerer Be­darf. Im Zeithandel büßte Dezcmberweizen mit einer ersten Rotiz von 233 Mk. 6,50 Mk. ein. Frühjahrssichten 4.50 Mk. bzw. 3,50 Mk. nied­riger. Roggen per Dezember um 3 Mk., per März um 5 Mk. und per Mai um 4.50 Mk. unter letztem Kurs. Gerste ruhig, ca. 2 Mk. niedriger. Hafer nicht voll behauptet. Futterartikel still, zum Teil schwächer. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt 248 bis 252, do. Pomm. 251 bis 255, do. Dez. 255 bis 257, do. März 254,50 bis 264, do. Mai 268 bis 267, Roggen, märt. 146 bis 152, do. Pomm. 151 bis 156. do. Dez. 164, do. März 178. do. Mai 185,50, Gerste, märt 190 bis 216, Fattergerste 155 bis 168. Hafer, märt 163 bis 173, do. März 181. do. Mai 188. Raps 355 biS 365; für 100 Kilo: Weizenmehl 32.25 bis 36.25. Roggenmehl 22,25 bis 24,50, Weizen- llcie 11,75 bis 12, Roggenkleie 9,75 bis 10,20, Viktoriaerdten 26 bis 32,50, kleine Speiseerbsen 22 bis 24. Futtererbsen 19,50 bis 20,50, Peluschken 17 bis 18, Ackerbohnen 20 bis 21. Wicken 21 bis 23, Lupinen, blau 11,75 bis 12,25. do. gelb 12 bis 14,50, Rapskuchen 14,75 bis 15, Leinkuchen 23,60 bis 23,80, Trockenschnihel 8,40 bis 8,60. Torf- melasse 7.70 bis 7,80. Kartoffelflvcken 14.80 bis 15.20. Doha-Schrot 22 bis 22,20.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Frankfurt a. M., 14. Dez. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer. 24.75 bis 25, Rog­gen, inländischer, 17.50 bis 18. Sommergerste für Brauzwecke 22.50 bis 25, Hafer, inländischer. 18.75 bis 22, Mais, gelb, 21 bis 21.50, Weizen­mehl, inländisches, Spezial 0, 41 bis 42, Roggen- mehl 27.25 bis 27.75, Weizenkleie 11.25, Roggen­kleie 11.25, Erbsen 30 bis 36. Linsen 40 bis 70. Heu. süddeutsches, gut trocken. 9.50 bis 10. Weizen- und Roggenstroh 5.50 bis 6, Treber, getrocknet. 18.50. Tendenz: Abgeschwächt.

Frankfurter Schlachtdiehmarkt.

(Eigener Drahtbericht desGteßener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Dez. Auftrieb: 1342 Stück Rinder, darunter 296 Ochsen, 44 Dullen, 1002 Färsen und Kühe, 380 Kälber, 295 Schafe, 3293 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 55 bis 62, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 46 bis 54. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 55; Dullen, vollst ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts- 50 bis 55, vollfl. jüngere 41 bis 49; Färsen und Kühe, vollst, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 52 bis 58. vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 45 bis 53, wenig gut entwickelte Färsen 41 bis 51, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 34 bis 44, mäßig genäbrhe Kühe und Färsen 24 bis 33, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 23. Kälber: Feinste Mastkälber 72 bis 78, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60 bis 70, geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 58, geringe Saugkälber 40 bis 45. Schafe: Mast- lämmer und Masthammel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 43, mäßig ge­nährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 34. Schweine: Dollfl. von 80 bis 100 Kg. 90 bis 92, unter 80 Kg. 85 bis 89, von 100 bis 120 Kg., von 120 bis 150 Kg. und Fettschweine! über 150 Kg. 90 bis 92, unreine Sauen und geschnittene Eber 70 bis 85. Marktverkauf: Dei wenig Handel ausverkauft.

Kirche und Schule.

Kreislchrcrversammlung in Friedberg

5 Friedberg, 12. Dez. Hier sand unter dem Vorsitz von Rektor Koch im Singsaale des Lehrerseminars eine stark besuchte Kreis - lehreroersammlung statt. Gegenstand der Tagung war derGeschichtsunterricht im Geiste der Arbeitsschule". Als Redner- War der bekannte Frankfurter Geschichtsmethodi­ker Rektor Dr. D i e n st b a ch gewonnen worden. Er verbreitete sich in sehr lehrreichen Ausführun­gen über Ziele und Wege des Geschichtsunter­richts. Das Endziel alles Geschichtsunterrichts fei, die Gegenwart als etwas Gewordenes und Werdendes verstehen zu lernen. Der bisherige Unterricht sei zu sehr einseitige Staatsgeschichte gewesen. Die berechtigte Forderung, mehr die Kulturgeschichte in den Kreis der Betrachtung zu ziehen, sei alt,' sei aber nach der Revolution vielfach überspannt worden. Die Staatsgeschichte nun zu sehr zu vernachlässigen, sei auch nicht angebracht, beim ohne gesicherte politische Zu­stande fei Kulturfort schritt nicht möglich. Deshalb dürfe die Frage nicht heißen:politische oder Kulturgeschichte?", sondernpolitische und Kul­turgeschichte!" müsse als Forderung gelten. Der Geschichtsunterricht sei nicht dazu da. den König zu verherrlichen. Damit solle nicht gesagt sein, daß nun Schlachten und Könige gänzlich aus dem Lehrstoff verschwinden müßten. Sind sie zum Verständnis der geschichtlichen Entwicklung net­to enbig, dann müssen sie behandelt werden, ebenso wie Fürsten von wirklicher Bedeutung auch im Volksstaate genannt werden müßten, genau so wie andere verdiente Männer des Volkes. In bezug auf die Staatsbürgerkunde forderte der Redner die Anlehnung dieses Unterrichts­zweiges an die Geschichte. Cs komme weniger auf vieles Gerede über Gesetze und Staatseinrichtun- gen ao, als auf staatsbürgerliche Bil­dung, die von innen heraus wirke. Zur Hei­matgeschichte führte der Redner aus, daß

Montag, H. vezembcr 1925

bei aller Wertschätzung es doch nicht zu Ueber« treibungen kommen dürfe. Sie soll nach Möglich­keit der Ausgangspunkt der Betrachtungen sein, besonders wenn Ereignisse und Geschehnisse in der Heimat in gewisse Zeiten typisch für die Ge­samtheit gewesen sind. Besonders eingehend be­handelte Dr. Dienstbach das schwierigste Stoss- gebiet wesentlich beitragen: d.e geschichtlichen Re- Q u eilen. Ausgabe des Unterrichts wird es fein, sie zu einem Erlebnis werden zu lassen. Zur Belebung kann auch ein wenig beachtetes Stoff­gebiet wesentlich beitragen: die geschichtliche Re- densarten, ebenso sei die Verwendung von Anek­doten zu empfehlen. An einem Unterrichts­beispiel mit Schülern der Oberklasse der Se- minarübungsllasse zeigte der Redner, wie groß das Interesse der Kinder bei Heranziehung von Quellen ist. wenn es der Lehrer versteht, die an sich trockenen Urkunden lebendig zu machen. Dor- trag und Lehrprobe fanden stärksten D: stall und führten zu einer anregenden Aussprache, an der sich u. a. Pros. Dr. Blecher vom hiesigen Mu­seum beteiligte.

Büchertisch.

Wer Anregungen für ein willkommenes Festgeschenk sucht, wirb mit dem Wcih- nachtsheft derNeuen F r a u e n t e i b u n g und 5 r a u e n t u 11 u r" gut beraten sein. In erster Linie sei die AbhandlungWeih­nachtsgeschenke" (von Dr. G. o. Pechmann) mit Ab­bildungen von kunstgewerblichen Gegenständen aus den Deutschen Werkstätten genannt. Ein großer Aussatz von Heinrich Kurz behandelt dasKünst­lerische Bilderbuch", M. Lorenz widmet eine längere Abhandlung mit Abbildungen der Puppenmutter Käthe Kruse mit ihren entzückenden Puppenkinder- chen. Das Abonnement 1926 kostet 6 Mk. für das halbe Jahr, 3 Mk. für das Vierteljahr (jährlich 12 Hefte). Bestellung im Verlag G. Braun, Karls­ruhe.

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379

Der (Eisläufe r. Von Dozent A. Vieregg. 2. verbesserte Auflage. 100 Seiten mit zahlreichen Abbildungen im Text und auf 18 Tafeln sowie 36 Seiten Figurentafeln in Mappe. Preis in Lei­nenband 4 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig- 831

D i e Vermögens st euererklärung 1 92 5, auf Grund des Vermögenssteuergesetzes vom 10. August 1925 unter Berücksichtigung der vor- läfigen Durchführungsbestimmungen vom 19. Nov. 1925 sowie des Industriebelastungsgesetzes vom 16. November 1925. Die drei Formulare mit Er­läuterungen in Zweifarbendruck. Bon Dr. W. Beuck, Berlin, Dipl.-Sachverständiger. Preis brosh. 2,80 Mark, in Halbleinen geb. 3,80 Mk. Industrieverlag Spaeth 8- Linde, Berlin W. 10. Das Buch wird den Steuerpflichtigen eine Hervorargende Hilfe bei der richtigen Ausfüllung ihrer Steuererflärtingen bringen. 809

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Das vorliegende Dezemberheft des Kun st-- w a r t (Verlag Callweh. München, Preis des Heftes 1.20 Mk.) ist ein Religionsheft. Drei starke Dichterversönlichkeiten, Rud. Hans Bartsch. Walter von Molo und Albert Trentini, nehmen zu dem so viel erörterten religiösen Problem unserer Zeit in längeren Aullätzen ganz per­sönliche Stellung, und es ist ebcnfo fesselnd und menschlich ergreifend wie für die seelische Gärung der chaotischen Gegenwart bezeichnen'v mit wel­cher Leidenschaft sich in diesen persönlichen Be­kenntnissen das Gottsuchen unserer Zeit enthüllt,

Letzte Nachrichten.

Reichsminister Koch mit der Regierungsbildung beauftragt.

Berlin, 14. Dez. (WTL. Drahtbecichl.) Der Reichspräsident empfing heute vormittag den Reichsminister a. D. Abg. koch (Dem.) zu einer Besprechung über die zur Zeit gegebene poli­tische Loge und die Regierungsbildung. Er richtete hierbei an den Abg. koch das Ersuchen, auf der Grundlage der Großen Koalition bi» Re­gierungsbildung zu übernehmen. Reichsminister a. D koch erklärte sich zurAnnahmedesAustrags bereit.

Ansteckungsgefahren prompt entrinnt Föhnamint

besonders bei Erkältungen, Heiserkeit, Halsentzündungen,Grippe-Ep Remien usw.

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