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Aus Natur und Technik.
Kipho.
Wer wußte noch vor vier Wochen, was Hipho ist? Heute ist eS das Wort des Tages. Kmächst bereiteten ihm die Reklamefilme See- dcrS den Boden, die in allen Kinos schnurrten: Rätselhafter Filmstreifen, mit denr Drachen aus Ben „Ribelungen", der seinen Feueratem über 61? Leinwand stieb, begann er, dann liefen andere Dinge dazwischen, durcheinandergeschachtelt wie B kubistisches Bild, Fratzen und Masken, Land--.
ften, rotierende Scheinwerfer. Iupiter- pen, Momente aus den Filmateliers, alles blihhaft, hurtig, huschend — und schliehlich entwickelte sich aus all dem Wirrwarr der Befehl: .Lu muht zur Kipho!" Da wußte man denn, dah Wes Rätselwort Kino- und Phvtoaus- 1: [ [ u n g bedeutete und daß diese Ende September in den Messehallen stattfinden werde.
Für das Publikum ist nicht die eigentliche Ausstellung der Film- und Photo-Industrie das Aichtige — die ist mehr für die Fachleute —, ondern die die Veranstaltungen locken, die man il* Anhängsel darum gebaut hat. Da ist etwa ein , Äufnahmeatelier". Bitte wer hat schon ! riebt, wie ein Film gedreht wird? Alle Änstigen Henny Portens und Konrad Leibis, die weltfremd romantischen Träumen aon Ruhm und Geld nachhängen, hätte ich »erne in dieses Aufnahmeatelier geführt, wo cnlete Prominenten unter namhaften Regisseuren >wben und kurbeln. Als ich dort war, wurde -lerade der Ufa-Slim „Karriere" unter Rochus Mess mit Xenia Desni, Klein-Rogge und'Die- -<tle gefördert. Hätten doch die Träumer nach den Film diese Art der Arbeit gesehen, deren «nrlsetzliche Rüchternheit immer wieder ebenso erdreist, wie die Dühnenproben an einem kalten Mntermorgen: da war eine Schenken-Szene zu
Spiegellicht.
- Bon Max Fischer.
„Geld allein macht nicht glücklich - man muß es auch haben!" sagt ein bekanntes Sprichwort, >as man sinngemäß auch auf das Licht anwenden Inmdc: „Licht allein macht nicht hell — man nutz es auch haben", nämlich da haben, wo man «s braucht. Licht an sich — das klingt sonder- bat — ist ja etwas durchaus Unsichtbares: Wir können nur die Lichtquelle sehen, wenn sie inseren Blicken nicht entzogen ist, und dann i<z beleuchteten Gegenstände und Flächen, die das Licht" in unser Auge zurückwerfen. Aber as Licht im Raume, im Raume zwischen der Lichtquelle und den beleuchteten Gegenständen, as tonnen wir nicht sehen.
Run liegt die Sache durchaus nicht ohne fiteres so, daß wir diese Gegenstände um so csser erkennen können, je mehr Licht auf sie >llt. Es kommt bei der Lichtwirkung natürlich uf die Stärke dieser Beleuchtung an, aber ba- efccn auch namentlich auf den Unterschied zwi- Yen der größten Helligkeit und geringeren Helligkeiten. Wenn wir z. B. eine Lampe so twrdnen, dah sie ihr Licht unmittelbar in unser "luge sendet, so überstrahlt die Lichtquelle die »Ott ihr beleuchteten Gegenstände meist so be< ♦eutenö, dah sie uns blendet und wir — selbst Denn die Lampe sehr hell ist — die Sachen, die vir beleuchten wollen, nicht gut erkennen können. Mr wissen chies längst aus Erfahrung und .Hützen unsere Augen durch Lampenschirme und «hnliche Vorrichtungen vor der Blendung: wir leiten z. D. unsere Zimmerwände im Dunkeln, int die Gegenstände auf dem Tisch desto deutscher erkennen zu können. Es ist aber merk- dürdig, dah diese Erfahrung und die daraus «zogene Rutzanwendung fast auf die J2Irt und Deise der Beleuchtung unserer Wohnräume und Schreibtische beschränk geblieben ist, sich aber in der Schaufenster- und namentlich in der Strahenbeleuchtung noch wenig ausgewirkt hat: vielfach sind gerade dort die Beleuchtungskörper Io angeordnet, daß sie den Beschauer blenden ober Flächen auffallend hell beleuchten, deren Beleuchtung nebensächlich oder gar störend ist, Io daß die Gegenstände, die man durch die Beleuchtung „ins rechte Licht rücken will", dunkel «scheinen und nicht ins Auge fallen.
Eine Beleuchtung dieser Gegenstände, also der Sachen, die wir durch die Beleuchtung hervor- heben wollen, können wir freilich durch die Abschirmung der Lichtquelle allein nur unter Anf- ttenöung von sehr starken Lichtquellen erreichen. Aun braucht man aber das Licht durchaus nicht gleichmäßg kugelförmig ausstrahlen lassen, wobei e» bekanntlich im Quadrat der Entfernung von der Lichtquelle abnimmt. Wir können sowohl Kirch die Form der Lichtquelle — bei elettrischen Mhlampen beispielsweise durch die Art der Anordnung des leuchtenden DrahteS in der Birne — eine wesentlich günstigere Lichtvertei- big erzielen. Darüber hinaus tonnen wir aber dic Lichtstrahlen durch Flächen in der Rähe der Lichtquelle, die geeignet sind, das Licht in einer Stimmten Richtung zurückzuwerfen, in von uns .gkvollte Bahnen lenken: Es ist ja allgemein ‘Mannt, dah man die Strahlen einer Lichtquelle et Brennpunkt eines paraboloidischen Spiegels, allo mit einem sogenannten Scheinwerfer, zum größten Teil in einer ganz bestimmten Richtung nerfen und so auf außerordentlich große ®nt- Itmungen ungeheure Lichtwirkungen erzielen kann.
Aber obwohl man schon lange weiß, hat es doch recht lange gedauert, bis man diese Gr- lcnntnis — abgesehen vom Scheinwerfer — für die Beleuchtung nutzbar gemacht hat. Man füttert zwar seidene Lampenschirme innen weiß, aber recht häufig mit einem Weiß, dah recht wenige Lichtstrahlen zurückwirft: ja es werden auch heute noch außen grüne gläserne Lampen- schirmglocken verkauft, die auch innen grün statt weiß sind, sie schützen zwar die Augen vor den unmittelbar von der Lichtquelle kommenden Lichtstrahlen, aber sie werfen das von ihnen aus- zehende Licht durchaus nicht in genügendem Maße zurück, d. h. auf die eigentlich zu beleuchtenden Mächen; solche Schirme verschlingen das Licht unb beleuchten somit z. D. das Papier auf dem Schreibtisch entweder ungenügend oder zwingen zu Anwendung stärkerer Lichtquellen, d. h. zur Strom- und damit zur Geldverschwendung. Ganz kssnders fehlte es bisher in diesen Punkten auch bei der Schaufenster- und Straßenbeleuch- ting, sowie bei der von großen Räumen, seien H Ärbeits-, Ausstellungs- ober Gaststätten.
Diesen Liebelständen rückt nun eine Lampen- tzirmbauart der Zeihwerke in Jena auf den
Leib, die von der Firma „Spiegellicht" genannt und in verschiedenen Formen auf den Markt gebracht wirb, sei es als eigentliche Spiegellampe, bei der der gläserne, auf der Außenseite mit einem Spiegelbelag versehene und gegen Beschädigungen bei einigen Mustern durch einen Metallschtrm geschützte Schirm mehr die Gestalt eines Paraboloidabschnilts hat, sei es als Glockenspiegel einer an der offenen Seite etwas erweiterten, aus Paraboloibrinaen zusammengesetzten paraboloibähnlichen Glocke. Die Ocff- nung kann durch einen Mattglasschirm abgeschlossen werden, wo dies zweckmäßig erscheint.
liniere Bilder zeigen den gewaltigen Unterschied in der Lichtwirkung: 3m Bild 1 sind drei unbeschirmte Glühlampen von je 200 Watt im l,2fachen Abstand ihrer Höhe über der zu beleuchtenden Fläche aufgehängt. Die dünnen Kurven zeigen die von den einzelnen Lampen auf die Bodenfläche geworfene Lichtstärke, die aus- gezogene dicke Linie zeigt die wirkliche Gefamt- lichtstärke aller drei Lampen, die strichpunktierte Linie die mittlere Lichtstärke. 3m Vergleich dazu
fähiger ist, je reichlicher die Straßen gesprengt werden. Obwohl innerhalb eines Monats nur drei Spritzungen der Straßen erfolgten, wurde die Staubentwickelung auf diese Weise hervorragend gut gebunden unb die Straßen e'kst be eu end wite.stands ä;i;cr gegen alle äußeren Einflüsse gemacht
Der Ausbau
der Wettertelegraphie.
Rach dem 3ahresbericht der Deutschen Seewarte in Hamburg für das 3ahr 1924, der vor kurzem zur Versendung gelangte, formte die Wettertelegraphie im letzten 3ahre nicht unbeträchtlich erweitert werden. Der Umfang des täglich vorliegenden Wetternachrichtenmaterials hat dadurch eine wesentliche Erweiterung erfahren, daß Rußland eine große Anzahl russisch-sibirischer wie auch einzelner j a p a n - scher Stationen drahtlos verbreitet. Seit dem 1. September wurden von 15 deutschen Dampfern
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Bild 1
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Bild 2.
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zeigt bas Bild 2 die Lichtverteilung und Lichtstärke mit denselben drei Lampen, wenn sie in Glockenspiegeln untergebracht werden. Der Vorteil ist nach diesen Bildern so in die Augen springend, bah zusammenfassend dazu nur noch zu sagen ist: Bei bet Anwendung der Glocken- spiegel erhält man bei gleichem Stromverbrauch eine etwa 3,6 mal hellere unmittelbare Boden- beleuchtung unter den Lampen. Häufig wirb aber diese Lichtfülle nicht nötig sein: Man kann dann also bei der Verwendung des Spiegellichts mit der Kerzenstärke der Lampen herunter- gehen und dadurch etwa die Hälfte ober noch mehr an Stromkosten sparen. Del der Beleuchtung großer Räume, z. B. in Geschäftszimmern, kann man statt zahlreicher einzelner Schreibtischlampen mit wemger Spiegellicht-Deckenlampen auskommen: die Beleuchtung des Raumes wird dabei in vielen Beziehungen besser: sie wird nämlich erstens gleichmäßiger, tageslichtähnlicher unb schattenloser, zweitens wirb die Allgemeinbeleuchtung des Raumes vollkommener, ohne bah sie blendet, und drittens entsteht noch der Vorteil, daß kein Raum auf den Arbeitstischen durch daraufstehende Lampen beansprucht unb bah man durch die Arbeitslampe des lieben Rachbarn nicht geblendet wird.
Die Bekämpfung des Strahen-- staubes.
3n der Stockholmer Vorstadt Dremma sind, wie wir in der „Zeitschrift für Desinfektionsund Gesundheitswesen" lesen, in Der letzten Zeit erfolgreiche Versuche gemacht worben, die Straßen mit Besprengen von Sulfitlauge sowohl gegen die zerstörenden Einflüsse der Fuhrwerke und der Witterung widerstandsfähiger zu machen, als auch die ungeheure Staubentwicklung auf den chauffierten Straßen zu vermindern. Aehnliche Versuche, die in anderen Vorstadtgemeinben Stockholms gemacht würben, haben gleich gute Erfolge aufzuweisen. Die Straßen werden mit einer Mischung von 20 bis 30 Prozent eingebunfteter Sulfitlauge und 70 bis 80 Prozent Wasser gesprengt, wodurch sich ihre Oberfläche mit einer harten braunen Deckschicht überzieht, die um so wiberstands-
vom Atlantischen Ozean drahtlos Wettermeldungen über die Küstenfunkstelle Rorddeich an die Seewarte gegeben und dem deutschen Wetterdienst zugänglich gemacht. Die starken Störungen, die die Funkwetterberichte von Rorddeich auf der 600-Meter-Welle auftoiefen, veranlaßten die Seewarte, die Senderwelle auf 1100 Meter herauf- zusetzen. Da auch weitere Klagen über geringe Reichweite einliefen, rüstete die Seewarte einen Fischdampfer mit verschiedenem Empfangsgerät aus und ließ auf einer Fangreise nach 3sland im Rovember von einem der Funkentelegraphisten Reichweitenversuche anstellen. Hierbei wurden auch wichtige Anhaltspunkte hinsichtlich der Ausrüstung kleinerer Schiffe mit drahtlosem Empfangsgerät festgestellt.
Der Wert der Nüsse und Mandeln für die Dolksernährung.
Don Dr. med. G. Mosbacher.
Von allen Obst-Früchten sind Russe und Mandeln - denen sich noch als gleichgeartet Kastanien, Eicheln unb Oliven zugefellen-ihrer diätetischen Bedeutung nach weitaus verschieden. Sie sind nämlich im Gegensatz zu dem meisten übrigen Obst recht wasserarm, Dagegen reich an Eiweiß und an Fett, dem wiederum gegenüber der sonst cheim Obst so bedeutsame Zuckergehalt in den Hintergrund tritt. Während die Ge- treibefamen als Reserve Stärke auflpeichern, sind Mandeln unb Aüfse arm daran: bei diesen Samen- kernen spielt das Fett die Rolle des Refervestosfes. Immerhin findet sich in der Ruß doch noch ein gewißer Prozentsatz Zucker; daher bet sühliche Geschmack der Rüste. An Salzen enthalten sie vorwiegend Kali unb Phosphorsäure: an zweiter Stelle stehen Kalzium« und Magnefiumfalze.
Die ganze Frucht ist von Faser- und Zellwandgewebe, der sog. Rohfaser durchzogen : die Angreifbarkeit dieses Gewebes durch die Derdauungsfäste ist ausschlaggebend für die Ausnuhbarkeit unb Bekömmlichkeit ber Rüste unb Mandeln, da die Verdauungsfäfte erst nachdem das Fasergewebe zernsten ist, an den weichen nahrhaften Zelleninhalt gelangen können. Immerhin ist das Fasergewebe, z. B. bei den Haselnüssen, zumal wenn sie ftisch sind, verhältnismäßig zart und gut angreifbar. Ein
wesentlicher Faktor ist das Zerkleinern, das gute Kauen, das die Bekömmlichkeit wesentlich erhöht: frische Rüste und Mandeln lasten sich bekanntlich viel leichter lauen als abgelagerte: diese Erscheinung hängt mit dem Oel der Ruh zusammen: bei längerem Lagern trocknet nämlich das Ruhoel und verfilzt Zellwand unb Zellinhalt, sodaß das feine Zerkauen erschwert wird. Im übrigen bringen die Rüste oft gewisse Reizwirkungen auf die Schleimhaut der obersten Luftwege mit sich; sie kratzen im Hals, reizen zum Husten, die Stimme wird heiser, die Schleimabsonderung vermehrt sich-also für Sänger, Schauspieler und Redner sind Rüste wenig zuträglich, zumal kurz vor ber jeweiligen Ausübung ihres Berufes. Die Ursache dieser unerfreulichen Reben« erscheinung ist in der Anwesenheit ätherischer O e l c zu suchen. Außer diesen ätherischen Oelen enthalten die Rüste noch Bitterstoste. die beim Rösten angenehm schmeckende Röstprvdukte ergeben: bei den Erdnüssen ist das Rösten unbedingt erforderlich, da sie erst hierdurch für uns genießbar werden: Erdnüsse, geröstet unb fein gemahlen, ergeben bas wertvolle Erdnuhmehl, daS sich durch hohen Eiweiß« und Fettgehalt auszeichnet. Abgesehen von den geschilderten Rebenwirkungen sind die Düste unbestreitbar ein ideales Rahrungsmittel, zumal ihre Ausnuhbarkeit, des. im gepulverten Zustande, fast unerreicht ist.
Für die Mandeln ist der B l a u f ä u r e g e halt cha« ratteristisch, ber besonders stark in den bitteren Mandeln hervortritt, aber auch in den süßen Kernen nicht völlig fehlt. Wenn auch Unglücksfälle durch den Genuß bitterer Mandeln bei Erwachsenen kaum vorkommen dürften, so bat man doch schon bei Kindern nach dem Verzehren von 8-10 bitteren Mandeln Vergiftungen mit tätlichem Ausgange beobachtet. Dagegen werden bei ber Herstellung von Spirituosen, von Marasquino di Zara und Kirsch- waster vielfach Dittermandeln — ohne schädlicho Folgen — verwendet.
In ber Krankenkost ist den Rüsten unb Mandeln nur eine eng umgrenzte, aber hier recht wichtige Bedeutung zugemesten: so haben sie schon seit altersher in ber Ernährung ber Zuckerkranken volle Geltung: u. a. in Form von Ruß- unb Man- delgebäck, bas aus Rüsten, Eibotter unb Eierschnee hergestellt wirb: am besten dürfte sich hierzu bas von bitteren und kratzenden Geschrnacksstosten befreite Erdnußmehl eignen. Für Fettleibige sind Rüste unb Mandeln wegen ihres hohen Rährwortes gänzlich verboten. Einer besonderen Beliebtheit in ber Krankenküche erfreut sich auch bie Mandelmilch, die übrigens in früheren Zeiten bei feiner Tee- unb Tanzgesellfchaft zu sehl^l Pflegte. Heut zutage gelangt die Mandelmilch im wesentlichen bei Magenkrankheiten, bei Gicht unb Nierenleiden, bei Gallenerkrankungen unb Zuckerleiden unb bei anderen Stostwechfelstörungen zur Anwendung. Weitgehende Verwertung sinden die Mandeln, fein gestoßen, mit Zucker, ©tertiär und Gewürz« stoffen verseht, als Marzipan, das wohl dem Gesunden — natürlich in vernünftigen Maßen qe- no en — zuträglich ist, im allgemeinen aber nicht als Krankenkost gilt. Höchstens bei Mastkuren kann Marzipan als hochwertige, gut schmeckende Süß- wäre mit Erfolg genommen werden. Schließlick wäre noch das Ruhöl zu nennen, das vorwiegend in den subtropischen Ländern Amerikas aus der Erdnuß gewonnen wird und sich steigender Beliebtheit erfreut.
Jod und Kropf.
Es ist eine feit langem bekannte Tatsache, baß zwischen dem Vorkommen von Jod in der Ratur und dem Auftreten des Kropfes bei öen Menschen gewisse Zusammenhänge bestehen. In zwei schweizerischen Dörfern konnte dafür neuerdings Albert Pietsch nach seinem Bericht in ber „Umschau in Wissenschaft und Technik" Frankfurt a. M. belangreiche weitere Tatsachen beibringen. So zeigte sich, dah in der Luft, im Trinkwasser, im Gestein unb in den Rahrungs- Mitteln eines nahezu kropffreien Dorfes (©ffingen mit 1 Prozent Kropfhäufigkeit) mehr Job enthalten war als in zwei Dörfern, bie turch Kropfhäufigkeit bekannt sind (Kaisten und Hunzen- schwil mit 60 Prozent). Als deutliches Beispiel seien die Iodmengen bei Milch unb Eiern genannt, die einerseits 150 Milligramm und anderseits 80 bis 100 Milligramm im Kilogramm betrugen. Das Trinkwasser hatte in Offingen einen vier- bis zehnmal größeren Iodgehalt. Es erscheint deshalb die vorbeugende Maßnahme der Schweizerischen Kropfkommisslon Erfolg zu versprechen, wodurch ber Bevötterung in kropf- herrschenden Gegenden Jod durch das Speisefalz (auf 100 Kilogramm Speisesalz 5 ober 10 Gramm Kaliumjodid) zugeführt wirb.
spielen, ber Hintergrund, eine Kaschemme aus spanischen Wänden gebaut, Ofen, Tische, Fußboden, alles wirkt erstaunlich echt, Demi die Photographie ist ein erbarmimgsloser Ankläger, und vor dieser unromantifchen Folie wird geprobt. Gin Streit, der in diesem Bouillonkeller ausbricht, Bedrohung mit Revolver, Wortwechsel, bis endlich einer einen Stuhl gegen den Feind schleudert, ber von einem Dritten auf- aufgefangen wird. Diese Vorgänge werden so gestellt unb geprobt, einmal, noch einmal, die Menschen baden, verkrampfen sich ineinander, springen auf, Revolver heraus, Stuhl hoch.... immer das Gleiche noch einmal und noch einmal, unb immer wieder und wieder, immer diese gleichen Bewegungen, immer dieses Mienenspiel, die gleichen Sprünge, aber immer mit neuen kleinen Avancierungen, die der Regisseur hineinträgt unb die dem Laien kaum merkbar werden — unb endlich der große Augenblick: „Achtung. Aufnahme!" Run spannen sich die ermatteten Rerven zur höchsten Leistung, die Jupiterlampen zischen auf, die Scheinwerfer senden beißende Strahlen, deren weihe Helle die Augen frißt und in der Hitze dieses unendlichen Lichtes wirb endlich, endlich in wenigen Sekunden, die Szene gedreht, bereit Vorbereitung Stunden dauerte.
Ganz unpathetisch muh ich feststellen, wie entsetzlich nüchtern, und wie erschütternd in dieser Rüchternheit alle filmische Arbeit ist: an anderer Stelle ber Kipho wird gezeigt. Jeder- kennt die kurze Szene aus den „Ribelungen", da Siegfried mit seinen Mannen auf der Zugbrücke vor dem Burgtor hält; eine Episode, die in eineinhalb Sekunden vorübergeglitten ist. bie aber, alle Vorbereitungen eingeschlossen, Z958 Stunden Arbeit gekostet hat (von allem Finanziellen ganz zu schweigen). Jeder kennt die komische Anekdote aus dem „letzten Mann", in ber zwei Be
trunkene ein Morgenständchen bringen; hier scheint plötzlich bet glitzernde Schalltrichter einer Trompete mit ungeheurer Schnelligkeit und wachsender Vergröherung auf den Zuschauer zu stürzen, der den Eindruck erhält, als schwinge ber Ton ber Trompete auf ihn zu. Alm diese Wirkung zu erreichen, muhte eine eiserne Schwebebahn für den Operateur gebaut werden: drei Wochen Arbeit für zwei Sekunden Film.
Kipho wäre nichts ohne il f a. (Man braucht kaum noch zu erklären, dah Ufa: Universum Film-A.-G bedeutet.) Unb Ufa schwelt in ihrem Welterfolg der Ribelungen.
Quer durch die Mitte ber eigentlichen Ausstellung ist das Wunderwerk de-:- Ribelungen- Drachens gelagert, erstorben liegt er da, in der Bewegung seiner letzten Zuckungen erstarrt, Siegfried hat ihm ein Auge ausgeschlagen, aber das andere von der Gröhe eines mäßigen Strauhen- eies blickt bösartig und gereizt auf den Beschauer. In Vitrinen hängen die Ribelungen- Koftüme, die hier über Garderobenständer geworfen, unglücklich wirken, wie aller Theater- Plunder, kleine Modelle geben Anschauung von dem Umfang der Bauten unb ber 'Weite des Raums, auf dem sich der Endkampf um Etzels Burg abgespielt hat. In dieser eigentlichen Film- auffteHung sind alle führenden optifchen und photographischen Firmen Deutschlands vertreten; sie zeigen fast durchweg wirkungskräftig gegliederte Pavillons und Bauten mit eigenartigen Symbolen: Goerh etwa hat einen Block Glasfluß von 1500 Kilo Gewicht ausgestellt, der Stand von Srnematm wird durch eine Riesenkamera überragt, die auf einem mehr als zehn Meter hohen Stativ ruht. Auch humoristisch ist man uns gekommen: eine Filmzeitung hat ein Raritätenkabinett auf gebaut, bas komisch wirken soll, eine zweite zeigt eindrucksvoller ben Fort
schritt des Films, wenn sie die Garderobe eine» Filmstars von 1910 und 1925 in naturalistischer Treue nebeneinander stellt. Dazu hilft auch daS „Urkino" eine Leinwandbube, vor ber ber damals unvermeidliche Akklamateur die Wunderwerke der ersten Bildstreifen anpreist unb erklärt: „Hier sehen Sie Fischer, wie sie ihrem gefährlichen Berus nachgehen, nebenbei stehen ihre Frauen, denn sie hängen an ihnen." O Jugeirdzeit ber Erinnerung, ba wir diese primitiven Dinge bewunderten! Welche Zeiten haben wir inzwischen erlebt! Sollen wir uns dieser Erinnerungen freuen, haben wir Grund?
Die Kipho läßt, Tempo Tempo, nicht zur Besinnung kommen. Während wir in diesem ersten Kintopp grauen Erinnerungen nachgingen, ist's völlig dunkel geworden. Jetzt erwacht diese Ausstellung, bie ber Industrie des Lichtes gewidmet ist, mit ungeheurer Licht- unb LebenS- fülle zu gesteigertem Dasein: Die Iuptterlampen gleißen grell aus den Ständen, an ber Decke dröhnen biec Lautsvrecher, nervöser hastet die Menge durch die Gange, drängt zum Kino ber Viertausend, wo altobendlich die wenigen von den Tausenden im Bilde vorgeführt werden, die aus dem Filmeignungswettbewerb erwählt wurden, Kapellen spielen ba und dort, die Rhythmen ber Jazzband trommeln rasenden Takt, unb, bist du endlich draußen, flimmern bie müden Augen, unb, willst du dich am Anblick des nächtlichen Himmels ausruhen, wird dein Auge vom stillen Monde abgelenft durch den Strahl des Scheinwerfers, der in ewiger Rotation auf dem Wihlebener Funkturm spielt und da- Gelände abtastet und wieder erlebst du eine GrlchüttS' rung, wie sie die große Stadt, wie sich Dynamo und Reklame zwischen den Menschen unb seine ewige Sehnsucht nach den Gegebenheiten bet Ratur gedrängt hat. G. 2t


