Ausgabe 
14.9.1925
 
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gezahlt werden. Die Unterbringung von Schatz- Wechseln und ösfentlichen Anleihen auf dem Markte sei im Interesse der Staatsfinanzen dringend erwünscht. Oeffentliche Anleihen für werbende Anlagen könnten nach der Ansicht des Handelsministeriums vielleicht im Auslande untergebracht werden.

Abg. Dr. Rose (Dtsch. Vpt.) fordert größte Sparsamkeit der Verwal­tung, insbesondere durch zweckmäßige Organisation des inneren Die n st - b e t r i e b e s. Vor Schaffung neuer Stellen müsse geprüft werden, ob nicht die Arbeitsleistung der vorhandenen Kräfte vergrößert werden könne. Das Verantwortungsgefühl müsse in den niede­ren und mittleren Behörden gestärkt werden. Der Redner verlangte schließlich die Konzentra­tion der Hochbauverwaltung beim Finanzmini­sterium, sowie auch die Verwaltung des fis­kalischen Geländes im Interesse der planmäßigen Bodenpolitik und begründete die Anträge seiner Partei bezüglich Aufhebung, Einstufung und etatsmäßige Einstellung verschiedener Beamten­gruppen.

Verhaftung eines deutschen Führers in Der Tschecho?!o?L>akei

I g l a u , 12, Sept. (TA.) Der 3gktuer Gauobmann des deutschen Kulturberbandes, Goth, wurde verhaftet. Die Anklage laufet auf Aebertretung des Schuhgesetzes der Republik durch Verbindung mit fremden Mächten, um einen Angriff a u f die Tschechoslowakei auszu­führen. Glelchze t.g wurde die Arbeitsgemein­schaft für Heimatkunde für die 3gkniet Sprach­insel behördlich aufgelöst. Göth hatte die Heimatbewegung auf diesem Gebiete inZ Leben gerufen und für den Schutz der Heimat­scholle Propaganda gemacht. Eine thürin­gisch« Reise, die er in den Ferien unternahm, wobei er Lichtbildervorträge über das bodenständige Iglauer Deutschtum hielt, benutzte man, ihn zu beseitigen.

Ein Jubiläum der deutschen Aerzte.

Am 13. September waren es 25 Jahre, daß in einer für die deutschen Aerzte besonders schwe­ren Zeit, da ihnen durch cinfeitige Regelung der Krankenkassen mitunterHonorare" von 6, 10. 12 und 16 Pfennigen gezahlt wurden, der »Verband der Aerzte Deutschlands" mit dem Sitz in Leipzig ins Leben gerufen wurde. Der Verband, oft auch nach seinem verdienten Gründer, dem vor zwei Jahren verstorbenen prak­tischen Arzt Dr. Hermann Hartmann, benannt, stellt heute die umfassendste Standesvertretung der deutschen Aerzteschaft dar. Sein Wesen be­ruht ganz auf Selbsthilfe, seine Ziele sind Sicherung der organisierten freien Arztwahl für Aerzte und Versicherte, Verhinderung einer Aus­beutung der Aerzte durch die Krankenkassen. Seine Kampfmittel find die vrgantsation der Aerzte­schaft und die Ablehnung eines Vertrages bzw. die Verkündigung eines vertrags­losen Zustandes, in denen der Kranken­kassenpatient als Privatpattent weiterbehandelt wird. Letzteres ist irrtümlicherweise häufig falsch mit einer Arbeitsniederlegung verglichen worden.

Der Verband hat toäljrenb seiner 25jährige,i Lebensdauer sich nicht nur mit Wirischaftsfragea der Aerzteschaft beschäftigt, sondern sich darüber hinaus auch sozialmedizinischen Pro­blemen gewidmet.

Das Jubiläum desHartmann-Bundes" wurde im Rahmen des 44. deutschen Arztctages im Festsaal des Leipziger Rathauses durch einen Festakt gefeiert. Der Vorsitzende des Hartmann- Bundes, Sanitatsrat Dr. Paul St ress er gab bekannt, daß der Hartmann-Dund die Aerzte Geheimrat Dr. Dippe (Leipzig) und Dr. D vhrenfurth (Breslau) zu Ehrenmitgliedern ernannt habe. Geheimrat Dr. Depve teilte mit, daß die Provürzial- und Länderverbändc des Deutschen Aerzteverein-Bundes dem Hartmann- Bunde eine Geldgabe als Grundstock für ein eigenes Heim gestiftet haben. Der deutsche Aerztetag findet morgen mit einem Ausflüge nach Bad Berka zur Einweihung des neu­erbauten Aerzteheimes und der Hartmann-Go dächtnishalle seinen Abschluß.

Tagung der deutschen Dantegesellschaft.

Weimar, 13. Sept. Die Tagung der neuen deutschen Dantegesellschaft, die gegeittvärtig ihr zehnjähriges Bestehen feiert, ührte heute ein großes, literarisch interessiertes Publi­kum im Fürstenhof zusammen. Das Erscheinen des italienischen Botschafters in Berlin wurde von der Versammlung, an her auch zahl­reiche Vertreter des thüringischen Staatsministc- riums, der Stadt Weimar, von Behörden und literarischen Gesellschaften teilnahmen, beionders lebhaft begrüßt. Rach einer Begrüßungsansprach? des Präsidenten der Dantegesellschaft, der einen geschichtlichen Rückblick auf die vor 100 Jahren in Deutschland aufgenommene Dantepfleg^ unter besonderer Würdigung der Verdienste August Wilhelm Schlegels gab, hielt der Dante- forscher und Aeberseher Dr. Karl Federn den Festvortrag über das Thema: Dantes Vita Ru- ova im Spiegel unserer Zeit. Im weiteren Ver­laufe der Tagung nahm auch der italienische Botschafter, Graf de Bosdari, das Wort zu einer Ansprache, in der er zunächst betonte, daß er es sich zur Ehre anrechne, in der Stadt zweier Dante so verwandter Dichter sprechen zu dürfen. Weiler erklärte er, der Eindruck, den er gestern bei seinem erstmaligen Besuche im Goethe- und Schillerhause empfangen habe, werde ein dauernder sein. Dante, dessen Werk diese Tagung gelte, gleiche dem gefesselten Prometheus. Wie dieser in der Mythologie der Antike das Cr-- lösungswerk vollbringe, so sei Dante der Ver­künder deS christlichen Erlösungswerkes. Wäh­rend von der Antike bis in die neuere Zeit (Klopstock, Milton u. a.) der Gottheit anthro- pomorphisch dargestellt worden sei, habe Dante als Erster die Gottheit geistig zu schauen und darzustellen vermocht. Graf de Bosdari erntete für seinen eindrucksvollen Vortrag lebhaften Beifall.

400 Jahrs Universität Marburg.

Die Iubiläumsgabe für Pie Ani- versttät Marburg, die in der Errichtung rineS Institutes für die Pflege der gesamten Kunstwissenschaften aus Mitteln, die von der Provinz Hesfen-Rassau aufgebracht werden, be­steht, ist Gegenstand einer lebhaften Auseinander- jetjung geworden. Wie Stadtrat Prof, Sautter

mitteilte, soll nämlich die Ausführung des Baues einem Derwaltungsbeamten, der bisher in einem Berliner Ministerium tätig war, anvertraut wer­den. Prof. Sautter fordert zu heftigem Protest gegen die Ausführung dieses Planes auf, indem icr auf die Rotwendigkeit hinweist, daß eine derartige Aufgabe nur im ehrlichen Wettbewerb wirklich künstlerischer Kräfte gelöst wird. Die schaffende Architektenwelt müsse herangezogen werden. Die Ortsgruppe Kassel desBundes deutscher Architekten" hat sich diesem Protest angeschlosfen und fordert im Hinblick auf die Tatsache, daß das zu schaffende Gebäude für Jahrhunderte den künstlerisch-kulturellen Stand der Gegenwart zu vertreten habe, die Ausschrei­bung eines Wettbewerbes unter der gesamten deutschen Künstlerschaft, zum mindesten aber unter den Architekten der Provinz Hessen-Rassau.

Aus aller Welt.

Deutscher Apothekertag.

Am letzten Verhandlungstage der 51. Haupt­versammlung des Deutschen Apothekervereins wurde zuerst zu der Frage der Tarifver­träge Stellung genommen, wozu verschiedene Gauanträge Vorlagen, die für die Kündigung des bestehenden Tarifvertrages eintreten und den Reuabfchluß eines Vertrages von einer Er­höhung der Arzneitaxe abhängig machen. Der Referent sprach sich jedoch gegen eine vorläufige Kündigung aus. Zur Frage der Ausbil­dung der Apotheker wurde der Antrag des Vorstandes angenommen, der sich für eine Q3 c r- längerung des pharmazeutischen Studiums auf sechs Semester ausspricht. Da­mit wurde die Tagung geschlossen.

Schwerer Flugzeugunfall in München

Bei der Flugveranstaltung des Internatio­nalen Flugwettbewerbs auf dem Mu i chener Flugplatz in Schleißheim ereigneir- sich am Schluß des Flugweltbewerbs beim Kunstfliegen ein schweres Unglück. Der Flugzeugführer Cröhl au feiner Diedrich-Gobiet-Maschine, der die Herrschaft über sein Flugzeug beim Abtrudeln verloren hatte, stürzte aus etwa 100 Meter Höhe ab und sauste mit voller Wucht zu Boden. Infolge des starken Auf­pralls geriet das Flugzeug in helle Flam­men. Der Flieger verbrannte Das Flug­zeug wurde vollständg zerstört Die verkohlte Leiche des Fliegers mußte auS dem Apparat herausgeschält werden.

Absturz eines franwsifchen Flugzeuges im Höllental.

Freiburg i. B, 13. Sept. (WB) Zwischen den Stationen Posthalte und Hirschsprung der Höttentalbahn ist im engen Höllental ein fran­zösisches Flugzeug abgestürzt. Das Flugzeug ging in Trümmer. Einer der Insassen wurde ge­tötet. Der andere mußte mit erheblichen Ver­letzungen in das Freiburger Krankenhaus über­geführt werden. Das Flugzeug trug militä­rische Abzeichen. Die Insassen waren Pri­vatleute. Eine amtliche Tlntersuchung ist eingeleitet.

Ein Ebertdenkmal.

Vor einer zahlreichen Menschenmenge er­folgte im Saarbrücker Stadtwald die Einweihung des Denkmals für den verstorbenen Reichspräsidenten Ebert, Der Standort des Denkmal-, war mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und Bannern reich geschmückt. ReichStagSprasi- dent Lobe zeichnete den Werdegang des ersten Reichspräsidenten und wertete die Verdienste Eberis um die Erhaltung der Reichseinheit. Jetzt gelte es, das Andenken des Verstorbenen wach zu halten und der Rachwelt zu über­liefern.

Eine Ausstellung für Gewerbehygiene.

Am Sonntagnachmittag wurde in Essen die SchauGesundheit und Arbeit. Ausstel- iung für Gewerbehygiene und Unfallversicherung", in Anwesenheit von Vertretern der Reichs- und Sänöcrregierimgen feierlich eröffnet.

Thphusepidenne in Regensburg.

München, 14. S?pt. lWTB. Funkspruch.) Vor einigen Saget wurde vom Direktor der Heil- und 8 f l e g e - A n st a l t Regensburg ein Fall von Ertränkung an Unterleibs-Typhus gemeldet. Bei der sofort eingcleitetenUntersuchung wurden in der Anstalt weitere 29 Personen als typhuskrank befunden. Von diesen insgesamt 30 Fällen sind bisher vier tödlich verlausen. Die ersorderlichen Vorsichtsmaßnahmen zur Bc- tämpfung der Seuche wurden sofort getroffen. Ueber die Ursache der Erkrankungen sind Sie Erhebungen noch nicht abgeschlossen.

Der Breslauer Dvppelmord.

Der steckbrieflich verfolgte und jetzt festge­nommene Einbrecher hat nunmehr bei der Kriminalpolizei ,;u Protokoll gegeben, vor etwa zwei Jahren von der Hausdame Reu­mann den Auftrag erhalten zu haben, den Professor Rosen ans der Welt zu schaffen. Als Entlohnung wurde ihm ein Betrag !>on 2000 Mk. versprochen. Ob sich der Einbrecher nur interessant zu machen beabsichtigt,, oder ob die Angaben der Wahrheit enttyredjyen, muß erst sestgestellt werden.

650jähriges Jubiläum der Stadl Amsterdam.

Amsterdam. 14. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Stadt begeht heute das Jubiläum ihres 650= jährigen Bestehens. Im Laufe des Tages finden in ganz Amsterdam, das aus diesem Anlaß reichen Flaggen schmuck angelegt hat. zahlreiche Fest­veranstaltungen statt. Heute mittag wird die Kö­nigin hier zu einem eintägigen Besuche vorn Rat der Stadt erwartet. Den Stadt- und Gemeinde­behörden sind ooh vielen Städten des In- und Auslandes Glückwunschtelegramme zugegangen.

Wettervoraussage.

Heiter bis halb bedeckt, vorwiegend westliche Winde, etwas wärmer, strichweise noch Rieder­schläge, Rebelbildung.

Wir liegen zur Zeit in einem Hochdruck- gebiet, dem aber von Rordwesten her ein starkes -Sief folgt. Von den britischen Inseln wird viel­fach Fallen des Barometers gemeldet, ein Zei­chen, daß das Fallgebiet auch nach Süden an Qiaum gewinnt. Dementsprechend ist nach vor­übergehender Aufheiterung in den nächsten Tagen mit abermaliger Verschlechterung unserer Wetter­lage zu rechnen.

Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 13,6 Grad Celsius, Minimum 2,7 Grad Celsius. Rie­derschläge 1,8 Millimeter. Heutige Morgen­temperatur 4,6 Grad Celsius.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 14. September 1925.

Kärnter-Abend.

Am Samstagabend fand im Katholischen Vereinshaus der Kärntner-Abend seinen Abschluß, nachdem tags zuvor eine offizielle Begrüßung imHindenburg" stattgesunden hatte. Der Saal vermochte die Menge der Erschienenen kaum zu fassen, bis auf den letzten Stehplatz waren die Reihen gefüllt. Rach einer Begrüßungsansprache von Geheimrat König, die noch einmal für das starke Interesse Dank sagte, daß die Kärntner Leute und ihre Darbietungen in Gießen gesunden hätten, begannen die Darbietungen der Truppe. In ihren heimatlichen Trachten boten sic ein buntbewegtes, frohes Bild, kräftig feiner Heimat verbundenen Volkstums, das sich überall und immer freudig zu seiner Heimat bekennt. Aus dem reichhaltigen Pro­gramm wurden dann einige Proben gegeben: Ge- dichtoorträge, Lieder für gemischten Chor sowie Frauen- und Männerchöre, Gitarresoli und Dar­bietungen mit mehreren Instrumenten; besonders gefielen jedoch die Volkstänze, bei denen sich zu heimischer Musik die Buben und Mädeln im frohen Reigen bewegten. Am Schluß lohnte nicht enden­wollender Beifall die kleine Schar, die hier in der Heimat für ihre bedrängten Brüder draußen wirbt. Zu dem Begrüßungsabend imHindenburg" sei noch nachgetragen, daß der heimische Dichter Eg. Heß aus seinem in der Buchdruckerei Engel- Schotten erschienenen BüchleinEn Hesse- grüß" (Ernstes und Heiteres in Hüttenberger Mundart) einige Proben zum Vortrag brachte.

Das Ausland auf der (Siebener Gustav-Adslf-Tayung.

Die Vorbereitungen für die 7 0. Haupt­versammlung des Evangelischen Vereins der Gu st av-Adolf°Stiftung sind in vollem Gange. Schon jetzt sind zahlreiche Anmeldungen aus allen Gebieten des evangeli­schen Auslanddeutschtums eingetroffen. In be­sonders großer Zahl werden Abgeordnete aus Polen erscheinen. Aber auch b:e Deutsch-Evan­gelischen in Estland. Lettland. Livland. Litauen, Rußland, Tschechoslowakei, .Ungarn, Bulgarien, Griechenland, Rumänien. Jugoslawien. Türkei, Deutsch-Oesterreich. Italien, Elsaß^Lothringen, Brasilien und Argentinien werden ihre Vertreter entsenden. Für die Besprechung der brennenden Fragen des evangelischen Auslanddeutschtums ist der 21. September in Aussicht genommen, wo Sondertagungen für die östlichen Abtretungs­gebiete. für Rußland, für Ucberfce stottfinden und die Vereinigung Deutsch-Evangelisch im Ausland zusammentritt.

itzieftener Wochenmarktpreise.

am 12. September (Härdlerpreise).

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund' Butter 220 bis 230 Pfennig, Matte 40, Käse 70, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 8, Rotkraut 12 bis 15, rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 10. Bohnen 20 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Mischgemüse 20, Feld­salat 40, Tomaten 20, Zwiebeln 15, Meerrettich 40, Rhabarber 20, Kürbis 6 bis 8, Pilze 40, Kartoffeln 4,5, Frühäpfel 10 bis 25, Fal'äpfel 4 bis 5. Birnen 20 bis 35, Zwetschen 1\ Honig 30, Rüsse 40, Pfirf che 130, Brombeeren 4> Wein­trauben 50, Gänse 130; das Stück. Suppen­hühner 120, junge Hahnen 100, (ric 16 bis 17, Blumenkohl 40 bis 150 Salat 10 bis 15, Salat­gurken 10 bis 15, E'mmachgurken 2 bis 4, En* divien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 10 bis 20, Sellerie 10; das Bund: Radieschen 20, gelbe Rüben 15 Pfennig.

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L. -U. Bon der L a i. d e s u n i v e r s i t ä t. Der ordentliche Professor der Landwirtschaft an der Landesuniversität Gießen. Geheimer Hof- rat Dr. Paul Gisevius ist unter Anerken- | nung seiner dem Staate grieisttten langjährigen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1^25 an in den Ruhestand versetzt worden. An Stelle des nach Leipzig berufenen Professors Dr. Korff ist der Privatdozent Dr. Karl Victor aus Frankfurt a. M. mit Wirkung vorn l. August 1925 an zum ordentlichen Professor für deutsche Philologie, insbesondere für neuere Literaturge­schichte an der Landesunioersität Gießen ernannt worden.

" Der e c st e Schnee dieses Jahres für unsere Gegend fiel gestern nachmittag gegen 3 Uhr im Vogelsberg. In den tiefer ge­legenen Gegenden begnügte sich der Himmel mit träftigen Regengüssen, vermischt mit leichtern Hagel, die von zahlreichen Spaziergängern recht unangenehm empfunden wurden.

** Eine Alarmübung der Freiwil­ligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz fand gestern früh gegen 9 Uhr an der Ecke Licher Straße (Schisfeaberger Weg» statt. Der Uebung lag folgende Idee zugrunde;Ein mit einem Verein besetzter Lastkraftwagen fommt durch den Schisfenberger Weg und will Richtung Geräusch des Motors überhört der Fahrer das Moltkestraße die Straße überqueren. Durch das Klingelzeichen der elektrischen Straßenbahn, welche die Licher Straße herunterkommt. Der Lastwagen stößt mit der Elektrischen zusammen. Durch den Anprall wird der Lastwagen zur Seite geschleu­dert und dabei eine Anzahl Personen teils durch eine Benzinexplosion, teils durch das Heraus­schleudern aus dem Wagen mehr oder weniger schwer verletzt. Passanten melden dem in der Ratze wohnenden 1. Vorsitzenden den Unfall, dieser gibt durch Fernruf dem Kolonnensützrer die Meldung weiter. Letzterer ordnet die Alar­mierung der Kolonne an. Der Alarm zeigte ein usriedenstellendes Ergebnis. Bereits 18 Minu­ten nach dem Alannzeichen war die erste Hilfe an Ort und Stelle, und in rascher Folge rückten dann weitere Mannschaften an. Insgesamt waren 18 Helfer am Uebunasplah,, während 6 auf der Wache als Bereitschaft verblieben. Die Uebungen der verschiedenen Gruppen fielen zur vollsten; Zufriedenheit der Leitung aus. Aufs neue hat sich bei dieser Gelegenheit gezeigt, daß die Gie­ßener Einwohnerschaft in der Freiwilligen Scmi-- tätskoloime eine durchaus zuverlässige und rasche Hilfe in Unglücksfällen besitzt.

!*! C i n schweres Unglück ereignete sich am Samstag in der Dampfziegelei von Gail. Der 23jährige Arbeiter Jung aus Watzenborn- Steinberg stürzte rücklings aus einer Höhe von zwei Meter auf eine eiserne Schiene und blieb mit gebrochener Wirbelsäule liegen. Man brachte ihn in die Klinik, wo er nach furchtbaren Schmerzan starb.

** D i e Hegezeit f ü r R e h nr i l d. Das hessische Ministerium des Innern hat bestimmt; Die Schußzeit für weibliches Rehwild wird im

laufenden Jahr auf die Zeit vom 1. bis 30. Ra. oember beschränkt, die Hegezeit für männliches Reh wild beginnt in diesem Jahr mit dem 1. Dezember

** Ernannt wurden der Justizinspektor bei dem Amtsgericht Butzbach, Karl Eldrachcr, zvm Kasseinfpektor bei der Zellenstrafanstatt Butzbach mit Wirkung vom 1. September 1925; der Kanzle; gehilfe beim Forstamt Grebenhain, Heinrich Rudi zu Grebenhain, vom 1. Sept, ab zum Kanzlisten

* Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt; 534 Ochsen, 70 Bullen, 1275 Färsen und Kühe, 433 Kälber, 309 Schafe, 4250 Schweine

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Vereinigung für Feuerbestattung: 8.30 Uhr im' Rebstock" Monatsversammlung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Sklaven der Liebe". - Asst. ria-Lichtspiele:Das Geheimnis der Liebe".

Ein Konzert erblindeter Künst ler findet morgen, Dienstag, abend im Katt Vereinshaus statt. (Siehe heutige Anzeige.)

Lanvkreis

V Klein-Linden, 11. Sept. Der an dieser Stelle schon so oft geschilderte schlecht-. Zu st and der Frankfurter Straße ha, wohl eine Abänderung, aber. E £j n e Abhilfe erfahren. Wies die Straße vorher unzählig.- Löcher bis zu 15 Zentimeter Tiefe auf, fo sind die Löcher jetzt mit losem Kleinschlag zugefüllt worden. Jedes Kraftfahrzeug reißt nun die Steine wieder aus den Löchern und übersät die ganze Straße. Da- in Klein-Linden feine Gehsteige vorhanden sind, kommt es häufig vor, daß die zahlreichen Fußgänger durch bi* uinherttegenden Steine belästigt, ja sogar be­schädigt werden. Auch für die Radfahrer besteh diese Gefahr; bei Dunkelheit kann man auch mit hellbrennender Laterne die Straße kaum befahren Fest täglich kommen einige Radfahrer zum <3turv Lallä nicht bald durchgreifende Abhilfe geschaffen, wird, werden sich die Beschwerden zweifellos zu Schadenersatzklagen verdichten. Die Steuerzahler dürsten wohl auch auf eine ordern, lichs Straße, die doch ein Allgemeingut barffefü, berechtigten Anspruch haben.

t ©rünberg, 12. Sept. Die Wahl des Gemeinderats Keller zum Beigeordneten unserer Stadt hat die B e st ä t i g u n g des Krei-° amtes gesunden. Gestern sand in einer öffent­lichen Gemeinderatssitzung die Vereidigung des neuen Beigeordneten durch Oberregierungg­rat Dr. Heß vom Kreisamt Gießen statt. An­schließend brachte der Musikverein dem Bei­geordneten Keller ein Ständchen dar. Die hiesige B ü r g e r m e i st e r w a h l, bei der Äar' Georg Iöckel gewählt wurde, war vom Kreis- ausschuß Gießen für ungültig erklärt worben Gegen diese Entscheidung hatte Herr Iöckc Einspruch beim ProvinzialauSschuh erhoben, bei er aber jetzt zurückzog. Damit ist das Hrki des Kreisausschusses rechtskräftig geworden. Mw. rechnet damit, daß schon in allernächster Zeit die Bürgermeisterwahl stattfindet. Dci? Kärntnertag erbrachte hier einen Rein­ertrag vonüber500Mark. Auf dem hie- sigen Bahnhof werden täglich mehrere Waggons Zwetschen verladen. Die Händler kaufen die Früchte selbst in der weiteren Umgebung auf und bringen sie hierher. Anfäng­lich wurden 10 Mark je Zentner bezahlt, in diesen Tagen ist der Preis bereits auf 7 Mail gesunken. Das Angebot ist sehr stark, die Rack- frage ober gering.

Beltershain. 13. Sept. In un- fetem Dorfe wird es sehr unangenehm empfunden, daß die Straßen des Ortes abends nicht beleuchtet sind. Man hat zwar für die Finanzforgen der Gemeinde volles V.i- ständnis, meint aber doch, daß wenigstens an de Hauptkreuzungspunkten der Straßen die Latcr.ee t einige Stunden brennen könnten.

Utphe, 13. Sept. Bei den Landwirte herrscht vielfach die Gewohnheit, junge Fvh- len unangeschlrrt neben einem Gespann herlaufen zu lassen. Welch böse Folgen dies unter Umständen haben kann, beweist folgender Unfall, der leicht einen schlimmeren Ausgang hätte nehmen können. Ein hiesiger Landwitt ließ benn Futterholen, ein Fohlen lose nebci dem Wagen herlausen, als ein Motorrad r>on hinten sich näherte. Da^ junge Tier scheute unb sprang in das Rad hinein. Der 5ihrer stürzte samt dem Rad?, ohne jedoch glücklicher­weise ernstlich Schaden zu nehmen. Man sollte auf den Landstraßen diese Art des Anler-nens junger Tiere heutzutage Untertanen.

Bellersheim. 13. Sept. (Sin s chwc- r c r U n g ck s f a l l stieß einer hiesigen Krie­ge r S w i t we zu. Vor einiger Zeit hatte ft? den Treppenaufgang ihres Hanfes baulich beränhem lassen. An die Reuherrichtung noch- nicht gewöhn!, kam sie derart zu Fall, daß sie eine erhebliche Verletzung des rechten Ellenbogengelenkes bo- Dontrug. Cs trat Blutvergiftung hinzu, die fo weit um sich griff, daß der Frau jetzt der ganze rechte Arm bis zur Schulter abgenommen werden mußte. Die Frau ii um so bedauernswerter, als sie nun nicht mehr in der Lage ist, ein kleines Spezeveigeschält, das sie seither für ihren Lebensunterhalt betrieb, fortzuführen.

Kreis Friedberg.

s. f. Friedberg, 12. Sept. In den Saale I des P 0 l h t e chn i ku.m s sind zur Ze^ die infolge eines P re Waus schreibe ns für den Neubau eines Polytechnikums eingelaufenen Entwürfe ausgestellt und erregen natürlio allgemeines Interesse. Wie schon berichtet, bcS sich das Preisgericht bereits mit der Sache be­schäftigt und zwei zweite, einen dritten und einen vierten Preis verliehen und einen Entwurf zum Ankauf empfohlen. Die beiden Preisträger de zweiten Preises sind ein Dozent und ein frithere Studierender der Anstalt. Als Bauplatz i,: das in der Rahe des Bahnhofes mxt der Bll marck- und Hürdenburgstraße und dem Schuhs-- verein begrenzte Gelände gedacht. Die bcigelegto Kostenberechnungen bewegen sich zwischen 9000OT Mark bis eine Million 800 000 Mark. Wenn m-a auch allseitig von der unbedingten Rotwendis» kett eines Reubaues überzeugt ist, so ist boCD noch nicht abzusehen, wie bei der zur Zeit hen- schenben schwierigen Geldbeschaffung die finan­zielle Seite gelöst werden kann.

Kreis Büdingen.

)( O r t e n b e r g . 11. Sept. Als im Krieg leider auch die Glocken unserer Kirche abgelicfe: I werden muhten, kam von unseren Glocke« nur eine zur Ablieferung, die drei übrig« durften ihres Altertumswertes halber häng« bleiben. Trotzdem machte sich von Ansang <in das Fehlen der einen Glocke bemerkbar. ES tot®

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