Ausgabe 
14.8.1925
 
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neralangriff der Entehrung der weltpolitischen' Verhältnisse sind die Mittel nicht in unserer Hand. Diese schwere Arbeit ist nicht geeignet, Popularität zu schaffen, aber sie wird vielleicht einmal in rückwirkender Betrachtung spä­terer Zeiten mehr gewürdigt werden, als cs die Gegenwart tut.

Zentrum und Regierung. Eine Rechtfertigung der Reichstags­fraktion.

Berlin, 14. Aug. (Wolff.) DieG e r - m a n i a" veröffentlicht eine von den Reichs­togsabgeordneten Fehrenboch und Dr. Mar? unterzeichnete Erklärung der Reichstagsfraktion und des Reichspartei- vorstandes des Zentrums, in der es nach einem Rückblick auf die Beteiligung des Zentrums an den letzten gesetzgeberischen Arbeiten heißt:Ge­treu ihrem Charakter und ihrer grundsätzlichen Einstellung hat, sich die Zentrumsfraktion i n keinem Augenblick sachlicher Mit­arbeit entzogen. Da die Schaffung einer Regierungskoalition auf breitester Grundlage sich als unmöglich erwies, war sie gezwungen, die erforderlichen Gesetze mit einer arbeits- sähigen Mehrheit zu machen. Eine parla- mentarische Demokratie darf die für Staat und Volk lebensnotwendigen Gesetze nicht der Re­gierung und dem Aushilfsmittel des Art. 48 der Verfassung überlassen.

Wir bedauern, daß diese Notwendigkeit von Par­teien, mit denen wir lahrelang zusammengearbeitet haben, nicht vollauf verstanden und ge­würdigt worden sind. Nach wie vor und unbeein­flußt im Wechsel von Regierungsmehrheiten hält sich die Zentrumsfraktion des Reichstages in Ueberein- stimmung mit der Partei im Lande verantwortlich für eine Außenpolitik, die von einem ehr­lichen D e rstä n d i g u n g s w r l l e n getra­gen ist, gleichzeitig aber den Lebensnotwen- digkeiten des deutschen Volkes gerecht wird. In der inneren Politik bleibt unser Programm des Ausgleichs der vorhandenen Spannung un­versehrt. Dabei bedeutet für uns die Verfassung die Grundlage staatlicher Ordnung und die Gewähr eines ständigen und ruhigen Aufstiegs in einer Reihe von kulturpolitischen Aufgaben. Aber auch durch ihre ganze Grundeinstellung hat die Zentrumsfraktion zu erkennen gegeben, daß sie das Christentum als d>e Norm und als den fruchtbaren Quellgrund des öffentlichen Lebens betrachtet. Dieser Haltung wird sie auch in der nächsten Zeit bei dem bevor­stehenden größeren kulturpolitischen und kirchenpolitischen Gesetz geb u ngswerk zumal- bei dem bereits dem Kabinett oorlingenden Reichsschulgesetz treu bleiben.

Die neue Umsatzsteuer.

Berlin, 13. Aug. (WTD-) Das Gesetz zur Aenderung der Verkehrs steuern und das Gesetz über die Zollabänderungen sehen folgende Milderungen auf dem Gebiete der Umsatzsteuer vor:

1. Mit Wirkung vom 1. Januar 1925 sind Pri» vatgelehrte, Künstler und «s ch r i f t st e l - ler vor der Umsatzsteuer befreit, sofern die steuerpflichtigen Umsätze im Kalenderjahr den Be­trag von 6000 Reichsmark nicht übersteigen. Vom gleichen Zeitpunkt ob sind ferner von der Umsatz­steuer befreit Handlungsagenten und Makler, sofern die steuerpflichtigen Umsätze im Kalenderjahr den Betrag von 6000 Reichsmark nicht übersteigen. Diese Befreiung setzt aber voraus, daß die Handlungsagenten und Makler Bücher führen.

2. HBlit Wirkung vom 1. August 1925 wird die Beherbergung s-, Verwahrung s-, Reit­tier- und Anzeigen st euer aufgehoben. Die bisher diesen erhöhten Steuern unterliegenden Leistungen sind vom 1. August 1925 ab zu den Sätzen der allgemeinen Umsatzsteuer steuerpflichtig.

3. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 wird der Satz der allgemeinen Umsatz st euer von i; auf 1 Prozent, der Satz der H e r st e l l e r , und Kleinhandels steuer von 10 auf Proz. herabgesetzt. Dyk auf 1 und 7$ Proz. gesenkten Sätze der allgemeinen Umsatzsteuer und Hersteller- und Kleinhandelsfteuer haben die M o n a t s z a h - ler erstmals bei den Umsatzsteuervorauszahlungen im November 1925 und die D i e r t e l j a h r sz a h - ler erstmals bei den Umsatzsteuervorauszahlungen im Januar 1926 zugrunde zu legen. Bei den tm August, September und Oktober 1925 zu leistenden Umsatzsteuern orauszahlangen haben die Mo­nats- und Vierteljahrszahler die Steuer in Höhe von U bzw. 10 Proz. zu entrichten.

4. In den Uebergangsbestimmungen wird in ent­sprechender Weise wie bei den Ermäßigungen der Umsatzsteuer im Jahre 1924 ein zivilrechtlicher An­spruch auf K r e i s n a ch l a ß in Höhe der Steuer­minderung für Leistungen aus Verträgen gewährt werden, die vor dem 15. August abgeschlossen wur­den, aber erst nach dem 30. September 1925 aus­geführt werden.

Blutige Zusammenstöße in Berlin.

Berlin, 13. Aug. (WB.) Heute abend kam es im Rorden Berlins zu einem blutigen Zu­sammenstoß zwischen demonstrierenden Kommu­nisten und der Schutzpolizei. Die Kommu­nisten, die den Anordnungen der Schutzpolizei nicht Folge leisteten, gingen mit Knüppeln und Pflast er st einenauf die Beamten los, die schließlich von der Waffe Gebrauch machten. ,

Zu einem zwecken Zusammenstoß kam es tn den Abendstunden in der Frankfurter Allee, wo zwei Polizeioffiziere und einige Polizeiwachtmeister von einer großen Menschen­menge angegriffen wurden, als sie eine Fest­nahme ausführten. Auf die Polizeibeamten wurde mit Stöcken eingeschlagen, so daß sie von der Waffe Gebrauch machen muhten. Bei dem Angriff auf die Polizer sollen dre De» monstranten nicht nur Knüppel und Pflastersteine, sondern auch Schußwaffen gebraucht haben. Die Zahl der Verletzten auf feiten der Kommu­nisten läßt sich nicht feststellen, da sie sofort von Arbeitersamaritern fortgeschafft wurden. Em Demonstrant soll getötet worden fein.

Die Deutschen in der französischen Fremdenlegion.

'3crlin, 13.Aug. (TU.) Der in Marokko wei­lende Berichterstatter der Hearstprefse, Wiegand, hat kürzlich Zahlenangaben über den Prozentsatz der Deutschen in der französischen Fremdenlegion gemacht, die zu niedrig sein dürften. Die leie» graphen-Union ist in der Lage, auf Grund authen­

tischen Materials folgende Zahlen zu veröffent­lichen:

Die Fremdenlegion zählt 20 000 Mann. Davon sind allein 14 000 Deutsche und Deutschöster­reicher.

Die Fremdenlegion ist mtt ihrem Hauptteil seit drei Monaten im Kampf eingesetzt. Von den Verlusten entfallen an Toten mindestens 2500 und an Verwundeten rund 5000 auf die deutschen Mitglieder der Fremdenlegion. In diesem Zusammenhang kann festgestellt werden, daß Frem­denlegionäre nach vielen fahren nach Deutschland zurückkehren ohne jede Entschädigung, allein mit 10 Franken, d. h. etwa 2 Mark, Reise­geld ausgestattet.

Die Lage in Syrien.

Sarrails Bericht. - Besorgnisse in Damaskus.

Paris. 13. Aug. (Wolff.) Ministerpräsi­dent P a i n l e v e hat nach Beendigung des Mi­nisterrats den Z n d u st r i e l l e n aus Beirut Plahout empfangen, den General S a r r a i t be­auftragt hatte, dem Ministerpräsidenten einen vertraulichen Bericht zu erstatten. Der Bericht beschäftigt sich ziemlich eingehend mit der politischen Lage im Djebel Drus und mit den unmittelbaren plrfachen der Zwischenfälle. Mei­nungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern der Familie des Sultans A t rasch seien ausge­brochen und hätten im Lande eine gewisse Er­regung hervorgerufen. Die 'Franzosen hätten, um ihre Anhänger zu schützen, eine Abteilung von 7 Offizieren und 160 Mann, bestehend zu zwei Dritteln aus Shriern und zu einem Drittel aus algerischen Spahis, zur Verstärkung der Garnison vvnSueida abgesandt.

Diese Abteilung sei durch sehr überlegene Streitkräfte umgangen worden und habe bei dem Kampf ungefähr 100 Mann verloren.

Eine zweite Abteilung unter dem Befehl des Ge­nerals M i ch a u d in Stärke von 3000 Mann, dar­unter 63 Offiziere und 840 Mann französischer Truppen, sei abgesandt worden, um die Agitation zu beschwichtigen. Diese Abteilung habe bei einem Vorpostengefecht einen Offizier verloren und sich nach Verlust ihres Lebensmittelbegleitzuges bc- kannllich zurückgezogen. Nach dem Kampfe habe man 385 Verwundete, darunter 23 Offiziere, gezählt. Die Zahl der Tpten sei schwer anzugeben, do lediglich 15 identifiziert werden könnten. Unter den 432 Vermißten sei der größteTeil Syrier und Malochen.

Die Garnison von Sueiim sei zur Zeit um- Zltzgelt, ober genügend mit Lebensmittel, Mu­nition und wasser versehen und »verde überdies alle Tage durch Flugzeuge verproviantiert. Sie leiste den Angriffen der Drusen widerstand und Hobe lediglich einige Verwundete zu verzeichnen.

Die Zwischenfälle hätten sich in einem Augenblick ereignet, als die Agitotionsgründe fo wenig ernst zu nehmen erschienen, daß General Sarrail angeboten habe, einen Teil der algerischen Schützen nach Marokko zu entsenden. Um der gegen­wärtigen Lage zu begegnen, glaube General S a r ° rail nur schwache Verstärkungen nö­tig zu haben, die ihm unverzüglich gesandt werden.

Nach Meldungen aus Palästtna hat der Drusen­aufstand weiter an Ausdehnung zugenommen. Die französischen Behörden befürchten jetzt

eine Erhebung der benachbarten Araberftomme.

3n Damaskus, wo die Läden geschlossen wurden, fordert die arabische Bevölkerung Waf­fen zur Verteidigung der Stadt. Die Franzosen verweigerten dies aber, da sie einen Qlraberaufftanb in Damaskus befürchteten. Zur Riederwerfung des syrischen Aufstandes haben sich die Armenier des Landes den Franzosen zur Verfügung gestellt, da sie in einem selb­ständigen Syriern eine Bedrückung durch die sieg­reichen Araber befürchten. Aber auch ihnen war das Kriegsglück wenig günstig. Ein Bataillon Armenier ist im Dmsen-Aufstand völlig auf- gerieben worden.

Die Mandatsgebiete.

Mißtrauen des internationalen Kapitalmarkts.

G e n f, 14. Aug. (TU.) Pas Völkerbunds­sekretariat hat gestern den Bericht über die Arbeiten der Mandorskommission des Völkerbun­des, die vom 26. Juni bis 10. Juli in Genf tagte, veröffentlicht. Besonderes Interesse verdienen die Beratungen über die Versorgung dieser Ge­biete mit Kapitalien. Es wird dort festo.e- stellt, daß in allen Kreisen des internationalen Ka­pitals die größteAb neigung dagegen bestehe, Anleihen oder sonstige Gelder in diesen Gebieten an­zulegen, da nicht das nötige Zutrauen zu den politischen und wirtschaftlichen Ver­hältnissen der Mandatsgebiete vorhan­den sei. Man befürchte, daß beim Erlöschen eines Mandats oder beim Uebergang eines Mandatsge­biets an eine andere Macht sich niemand bereit fin­den würde, für die Sicherheil desKapitals cmzutceten oder den Zinsendienst zu gewährleisten. Die Mandatskommission hat daher dem Völker­bundsrat vorgeschlagen, Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Mißtrauen aus der Welt zu schaffen. In einer Entschließung wird darauf hingewiesen, daß der Staat, der das Mandat ausübt, in diesem Gebiete dieselben Verpflichtungen und dieselben Rechte habe wie ein fouoeräner (Staat tm etgenenLande. Es heißt weiter, daß der Staat, der von einem andern ein Mandat übernimmt, in die Rechte und Pflichten des Vorgängers eintrete und dem Völkerbundsrat zur Rechen­schaft h i e b e r v e r p fli ch te t sei.

Französische

KriegsberichlerstaLtuns.

Madrid, 14. Aug. (LU.) Die französi- schert Meldungen über die Vorgänge in Marokko finden hier kein Vertrauen mehr, da sie sich ständig widersprechen. Der französischeHeeres- bericht teilt mit, daß sich die vereinigten franzö- sisch-spanifchen Truppen im Vormarsch be­fänden und auf keinen ernstlichen Wi­derstand träfen. Die Erfolge der Franzosen sollen einen großen Eindruck auf die Eingebore­nenstämme gemacht haben, so daß zahlreiche Rif­stämme ihre Unterwerfung angeboten hätten. Man weist allgemein darauf hin, daß die aus Tanger eingelaufenen spanischen Mel­dungen dagegen berichten, daß der spanisch-fran­zösische Angriff bei Uezzan zum Stillstand gekommen sei. Abd d Krim habe dort starke Streitkräfte aus der spanischen Zone zusammen- gezogem Der Druck der Rifleute auf die französische Ostfront habe sich verstärkt und

bet Laza hätten die Franzosen sogar mehrere Stellungen auf geben müssen. Abd elKrim habe allen Krimstämmen in der spanischen Zone den Befehl gegeben, nach e z z a n zu mar­schieren, um dort in den Kampf einzugreifen.

8kahenkömpfe in Tientsin.

Stnrm nuf die Spinnereien.

London, 13. Aug. (Reuter.) Ernstliche Streikunruhen werden aus Tientsin gemeldet. Aufständische stürmten die Spinnereien und zer­störten die Maschinen. Den Streitenden schlossen sich die Bauern und Landarbeiter aus den um­liegenden Dörfern an. Die schwache Polizeiwache war der anstürmenden Menge nicht gewachsen. Der Schaden, der allein einer der Spinnereien durch Beschädigung der Maschinen entstand, wird auf eine Million Dollars geschätzt. Heute früh umzingelten etwa 800 Polizei beamte und Trup­pen das Fabrikviertel. Sie wurden von einer etwa auf 10 000 Menschen geschätzten Menge m i t einemHagelvon Steinen empfangen. Die Truppen versuchten die Führer der Streiken­den zu verhaften. Es wurde ihnen jedoch starker Widerstand geleistet. Die Lage der Wachmann­schaften wurde so kritisch, daß sie gezwungen waren, schließlich in die Menge zu feuern. Unbe­schreibliche Szenen spielten sich dann in den vor­dersten Reihen der Streikenden ab. Sie sahen keine Möglichkeit des Entkommens. Die vielen Flüchtenden sprangen in den Kaiho-Fluß, um dem Geschohhagcl zu entkommen. Vermutlich sind viele ertrunken. Später wurden 376 Streikende verhaftet und unter starker Bedeckung in das Regierungsgebäude abgeführt. Die Polizei schloß sämtliche Bureaus der Gewerkschaften in der Chinesenstadt und verhaftete viele Gewerkschafts­beamte. Alle Versammlungen der Studenten wur­den verboten.

Kleine politische Nachrichten«.

Der Reichspräsident wird am 13. Septem­ber in S ch w e r i n eintreffen, um der mecklenburgi­schen Regierung einen Besuch abzustatten.

Der Reichsrat hat heute nachmittag die vom Reichstag kurz vor feiner Vertagung verabschiede­ten Gesetze, ohne Einspruch zu erheben, zur Kennt­nis genommen.

Die Stadt Wien hat dem O e st e r r e i ch i f ch- Deutschen Volksbund Berlin, der am 28. August mit 350 Teilnehmern, darunter 50 Abge­ordnete, eine Reise n a ch Wien unternimmt, eine Einladung für einen festlichen Empfang im Rathause zugehen lassen. Die Landesregierung von Oberö st erreich wird die Teilnehmer in Linz erwarten und durch Landeshauptmann Prälat Hauser auf deutschem Boden begrüßen. Die Be­sichtigung Wiens, für die acht Tage angesetzt sind, erfolgt in Sonderwagen der Stadt Wien.

Die rusfische Akademie der Wissen- schäften hat ein Begrüßungstelegramm der Universität München erhalten, in dem an­gekündigt wird, daß der Münchener Rektor, Prof. Dr. Leopold Wenger, als offizieller Vertreter der Universität an der Jubelfeier der Akademie in Leningrad t e i 1 n e h m e n werde.

Nach Mitteilungen, die dem Verein Berliner Getreide- und Produktenhändler zugegangen sind, sollen die Einfuhrzölle für Getreide und Mehl ungefähr zwischen dem 29. August und 1. September in Kraft treten.

Der türkische Staatspräsident Kemal Pascha hat beschlossen, sich von seiner Frau, Latif H a n u n, zu trenn neu und ein die Scheidung aussprechen­des Dekret erlassen. Das Ereignis wird auf die Herrschsucht seiner Frau zurückgeführt und auf ihr Bestreben, sich in Dinge, die außerhalb ihres Bereiches liegen, einzumischen.

Aus aller Wett.

Schweres Eisenbahnunglück bei Amiens.

Paris, 13. Aug. (WTB.) Der Schnellzug ParisBoulogne, der heute nachmittag um 3 Ahr von Paris abging, ist bei Amiens entgleist. Das Unglück ist, wie die eingeleitete Untersuchung ergeben hat, auf Verschulden des Loko­motivführers zurückzuführen, der gestern abend verhaftet wurde. Es t)it sich herausgestellt, daß der Zug mit einer Stundengeschwindigkeit von 92 Kilometer, statt, wie vorgeschricben, mit 22 Kilo­meter in den Bahnhof eingefahren ist. Durch das plötzliche starke Bremsen wurden außer der Loko­motive und dem Tender sieben Wagen zur Ent­gleisung gebracht, drei weitere Wagen fingen Feuer und verbrannten. Die Zahl der Toten betrügt 14, die der verletzten 170, darunter befinden sich 71 Schwerverletzte.

Riescnbrand in einem Mühlenwerk.

Kleve. 13. Aug. (TU.) Heute morgen brach in der Reinigungs-Abteilung des großen n i e d e r r h ei n i f che n Oel- und Korn- Mühlenwerkes Viller-Mühle bei Has­sum infolge Mehlstaub-Explosion im Trichter ein Brand aus, der sich mit rasender Geschwindigkeit durch den ganzen linken Flügel des Werkes verbreitete. Durch die Exhauster und Trichter schlugen die Flammen in die Silos, so daß bald darauf die ganzen Stockwerke mit 15000 Zentnern Korn in F l am - men standen. Die Hitze und die starken Rauch­wolken sprengten die Türen und Fenster, so daß sich die Flammen überallhin verbreiten konnten. Erst nach mehrstündigen Anstrengungen gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.

Die Unwetterkatastrophe in Ostholland.

Amsterdam, 13. Aug. (WTB.) Der in den östlichen Provinzen angerichtete Gesamtfcha - den wird auf 10 Millionen Gulden geschätzt. Da auch die gesamte Ernte auf dem Felde vernichtet und der angerichtete Schaden sehr selten durch Versiche- rnng gedeckt ist, befindet sich die Bevölkerung in der bittersten Not. Die Königin begab sich in die am stärksten heimgesuchten Gebiete, um sich persönlich über die angerichteten Verwüstungen zu unterrich­ten. Mit großer Anstrengung gelang es jetzt, wenig­stens die Harrptwege wieder fahrbar zu machen. Der Telephon- und Telegraphenverkehr konnte jedoch noch nicht wieder hergestellt werden. Der deutsche Gesandte brachte heute der niederländischen Re­gierung seine Teilnahme an dem schweren Unglück, welches das niederländische Volk betroffen hat, zum Ausdruck.

Aus Stoßt und ßar.b.

Gießen, l1. 1

Vom Gustav- Adolf- Dr

Gustav-Adolf-Verein ner" ierrtLi?i *:? > 2

Festorönung seiner diesjährigen Hart" * Sammlung. die vom 20. "Sr.- rnbr ab in Gießen stattsinden soll. Man beavsichttz', d> s- mal die Tagung mit einer gre <1:. die nreiten Massen in Bewegung bringenden Volksseier einzuleiten. RaHdem an hundert und mehr Orten der näheren und ireitrvu Umgebung Gießens am Sonntagvormuto - . - porapfarrer auf den Kanzeln gestanden hat. 1. ioi'l in mehre­ren Ext r a z ü gen die Landbevölkerung in die ©taöt geführt werden, um fich Dort einem großen durch die hessischen radier, belebten Festzuge aufzustellen und avJ de LiebigshShe" in der großen FesthalIe zu einem Volksfest zu versammeln Von den Darbietungen der eigentlichen Tagung Heven wir die Vorträge über das evangelische Austonddcutfch'urn berbor. Pfarrer von Oertzen, Haifa, und Pfarrer Gaedike', Sofia, werden über Palästina und Bulgarien sprechen, Pfarrer Dr. Schubert, Rom, über Ita­lien, Kirchenprafident D. Wehrenpfennig, Ga­blonz, über die Tschechei. Für das allgemeine Liebeswerk des Gustav-Adolf-Vereins sind fol­gende drei Rotstände derSiaii'Orm-jjt Vorschlag gebracht worden: Kirchenbau in Hatters­heim (Hessen-Rassau), Pfarrhausbau in Oder­berg (Tschechoslowakei-, Errichtung eines Ein- wandererpsarramtes aur der Blumeninsel in Rio he Janeiro. 'Am 21. September soll dis Sondertagung für die östlichen Abtretungsgebiete, für Rußland, für ileberfee und die Tagung der Vereinigung Deutsch-Evangelisch im Ausland stattfinden.

** 116er-Tag. In stiller, emsiger Arbeit geht bas llber-Dentmal feiner Vollendung ent­gegen. Schon erhebt sich auf den festgefügten Qua­dern, die als Sinnbild des ewigen GleichNangs der Tage später murmelndes Wasser umfpültn wird, die wuchtige Figur, des Meisters harrend, daß er ihr die letzte Feinheit gebe. So wird sie in wenigen Tagen als Abbild des wehrhaften Deutschlands vor uns stehen, das, erst vor wenig Jahren auf die Knie gedrückt und fast vernichtet, auch heute noch von feinen Feinden in allen denkbaren Fesseln ge­halten wird. Doch gewaltiger als dies Schicksal ist der Mut, der's unerschüttert trägt. Wenn um die Mittagsstunde des 6. September die Hülle des Denk­mals fallen wird, dann sehen mir unser Deutschland vor uns, wie es, heute noch in Armut und Elend lebend, gestützt auf fein gutes Recht, bereits wieder alle Kräfte anfpannt und in unerschütterlichem Selbstvertrauen den Blick in die Zukunft richtet: Vorwärts! Aufwärts!

* 25jähriges Berufsjubiläum Am 15. August sind 25 Jahre verflossen, seitdem der Heilgehilfe Louis Kratz sich in Gießen nieder­gelassen hat. Auf dem Arbeitsgebiet der frei­willigen Sanitätskolonne, der er als Vorstands­mitglied angehört, hat sich Herr Kratz in auf­opferungsvoller Tätigkeit große Verdienste er­worben. Bei Ausbruch des Weltkrieges ließ Herr Kratz seine Berufsarbeit in Gießen im Stich, um sich im Dienste des Roten Kreuzes der Verwundetenpflege am Platz und im Feld zu widmen. Mögen dem Iubilar, der sich all­gemeiner Wertschätzung erfreut, noch viele Zähre gesegneter Tätigkeit beschieden sein.

Wettervoraussage.

Heiter bis wollig, Winde vorwiegend aus nördlicher Richtung, etwas wärmer, trocken.

Das Tief ist in nordöstlicher Richtung ab­gezogen, ohne merkliche Störungen unserer Wetterlage bewirkt zu haben. Es folgt von Westen her ein Hochdruckgebiet. In Mittel- und Rorddeutschland sind stellenweise starke Tempera­turunterschiede zu beobachten, die zu örtlichen Gewittern Anlaß geben können.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 22,3 Grad Celsius, Minimum 13,8 Grad Celsius.

Landkreis Gießen.

!*! Lang-Göns, 13. Aug. Der Kreis- Ziegenzuchtoerein Gießen hielt heute hier einen großen Ziegenmarkt ab, zu dem etwa 400 Tiere aufgetrieben waren. Unter den Tie­ren befanden sich 280 Böcke, 90 Lämmer und etwa 30 Muttertiere. Der Handel ging schleppend, und erst gegen Ende des Marktes war er etwas leb­hafter. Hierdurch wurden etwa nut 10 Prozent der Zuchttiere abgefetzt, und zwar zu niedrigen Prei­sen, nur Milchziegen behaupteten ihren Preis. Der Durchschnittspreis betrug 50 bis 60 Mark, der beste Jungbock erzielte mit 100 Mark den höchsten Preis.

Villingen, 13. Aug. Bei der hier Sonntag. 9. August, stattgefundenen Beigeordneten- wähl wurde der seitherige Beigeordnete Herr Otto Zimmer III., Landwirt, mit 297 Stim­men zum Beigeordneten wiedergewählt. Von feinen beiden Gegenkandidaten erhielt Wilhelm Koch IIL 166 und Karl Dörr IV. 101 Stimmen.

Kreis Friedberg.

- Bad-Rauhei m, 14. Aug. Der Män- nergesangvereinLiederkranz" Saarbrücken wird mit 180 Sängern am Sonntag, dem 16. August, Bad-Rauheim besuchen und nachmittags 4 älhr gemeinsam mit dem staatlichen Kurorchester ein Konzert auf der Kurhausterrasse veran­stalten. Ein herzliches Willkommen den Sängern aus dem Saarlande, die mit ihrer Kunst ein starkes, aufrichtiges Bekenntnis zum genteinfamen deutschen Vaterlande zum Ausdruck bringen. Wie die Jünger Zahns aus dem Saargebiet, die vor kurzem vom Mittelrheinischen Kreisturnfest den Weg nach Bad-Rauheim nahmen, mögen auch diese sangesfrohen Gäste das Gefühl enger Zu­sammengehörigkeit und treuer Volksgemeinschaft als den stärksten Eindruck in ihre Heimat mit- nehmen I

L Aus der Wetterau. 12. Aug. Die Fruchtfelder werden diesmal in einem viel rasche­ren Tempo geleert als in früheren Zähren, da der stete Witterungswechsel die Landwirte an das schlechte Einbringen der Ernte im verflosse­nen Zahre lebhaft erinnert. Die Ernte fällt in Halm und Korn zufriedenstellend aus: weniger günstig scheint die Obsternte auszufallen. Die Früchte bleiben sehr in der Entwicklung durch die schädlichen Einflüsse der Znsektenwelt in der 'Blüte- und Ansatzzeit zurück. Der Ertrag an Zwetschen ist nur ganz gering. Meist find die­selben angestochen und fangen an zu faulen. Jedenfalls dürfte die Fäulnis auf einen Honig- tauartigen Riederschlag zurückzuführen sein.

hr. Rieders lor st adt, 13. Aug. Der an Typhus erkrankte Landwirt und Postagent Reul ist heute im Dürgerhospital in Fried­berg geftorben. Der Bau der Auto- Halle ist nun beschlossen und sofort in Angriff genommen worden, damit sie in diesem Herbst noch fertig werden kann. Die Gemeinde Rieder-

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