Ausgabe 
14.8.1925
 
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lit. 189 Erstes Blatt

175. Jahrgang

Zreitag, H. August (925

fr 4eint täglich, außer itniu und Feiertag».

Beilagen: tießenerFamilienblätter

Heimat im Bild. rcnats-Beingspreis: lOelbmarli u. 20 Bold- F' rmig für Trägerlohn, ch bei Nichterscheinen 1 l einzelnen Nummern s r!ge höherer Gewalt, k »nsprech'Anschlüsse: ftixiftkitimg 112, Der« »TidGeschästsstcIle 51. h shrift für Drahtnach- «t len: Anzeiger vlehen.

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

druck und Verlag , vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Steinöruderci H. Lange in Stehen. Zchristleilung und Seschäflzftelle: Zchulftratze 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagernummer dis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerdindlichkeil.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm S reite örtlichÜ, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 (Bolbpfennig, ' )latzvorschrift 20',. Aus- chlag. - Verantwortlich ürPofitik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange: ür den übrigen Teil: Ernst Dlumschein: für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

gchaftlichere Gestaltung ffentlichen Verwaltung, atiiminifter a. D. <5 a e m i s ch.

deS Rechnungshofes des Deutschen Reiches.

nflationSzeit ist für Deutschland eine triobe allerersten Grades gewesen. Ihre, ung hat das deutsche Volk vor dem usammenbruch gerettet. Erst auf der fester Währungsverhällnisse konnte u des deutschen staatlichen und Wirt-

Lebens mit Ersolg unternommen wer- Gesundungsprozeh ist aber g e nicht überwunden. Für die es vor allem, den gewonnenen festen ht wieder unter den Fichen zu ver- Brei. Um zu erkennen, was dazu nötig ist, r»h man auf die wesentlichen Ursachen der 3n- fkt en zurückgehen. Dies ist um so notwendiger, alt die Vernichtung der Währung nicht als rständiger Vorgang betrachtet werden darf, ist vielmehr nur ein Ausfluß der Zerrüttung

feier gesamten öffentlichen und privaten Wirt-

r*ifl gewesen. Diese Zerrüttung stellt sich dar ab eine Störung erstens in dem Ausgleich der Mmahmen und Ausgaben dec gesamten deut- fchkit Dollswirtschast im Verhältnis zum Aus- Ceb (Zahlungsbilanz) sowie zweitens in bei Gleichgewicht der Einnahmen und Ausgaben Br öffentlichen Verbände (Finanzbilanz).

Die Probleme der Zahlungsbilanz und der 5i- nc Bilanz stehen in enger Verbindung und Wech- piLirfung mit einem noch grundlegenderen Pro- Sti, dem der Bilanz der Volkswirtschaft. In dieser an} werden Erzeugung und Verbrauch gesamten Volkswirtschaft einander gegenüberge- II. Fehlbeträge dieser drei Bilanzen und die zu it Ausgleichung beschrittenen Wege sind in nicht ner leicht durchsichtiger Verknüpfung die Ursachen bi Inflation gewesen. Nur angedeutet sei hier die 0liLe welche in der Kette der entscheidenden Maß- nejmen zur Ueberwindung dieser Fehlbeträge die IMvffu n g zusätzlicher oder künstlicher - 9c it f traft bedeutet hat. Eingegangen sei hier 11: auf eine grundlegende Seite des Pro- bli is, nämlich auf die Notwendigkeit, den Finanz- btiarf der öffentlichen Verbände (Reich, Länder, Jr emben, Gemeindeoerbände) in ordnungs- iiricer Weise auszugleichen.

Die Aufhebung des Gleichgewichtes Di: Finanzbilanz in der Kriegs- und Nach- W-pHzeit ist eben dadurch zu einer der unmittel bri'en Ursachen der Inflation geworden, daß der 2b)leich auf dem erwähnten, mit einer Inflation tlelvar verbundenen Wege der Schaffung .zilätzl i cfj e r Zahlungsmittel gesucht tnon Dr 'ft, soweit er mit dem Mittel der Erhöhung der mtnungsmäfeigen Einnahmen nicht erreicht werden Ittrtr. Es braucht nicht ausgeführt zu werden, daß * dieser letzte Weg bis zur Grenze des Möglichen

trur und nach beschritten worden ist. Die A n s p a n- tntn a unserer steuerlichen 'Belastung Ihr ift cs zur Genüge. Demnach bleibt nichts an- ibett übrig, als nach einem weiteren Mittel !!fc- rtau zu halten. Ein solches steht in der Her - »itinr 1 nberung der Ausgaben der ö f f e 111- 1 it>«n Verbände zur Verfügung. Dieses Mittel i fl iinfo wichtiger, als die Ausgaben von Reich, QBid und Gemindc, soweit es sich um ..werbende" *6 iibrn handelt, die aber grundsätzlich aus An- IKÜirnitteln gedeckt werden sollen, im wirtschast- I Ürti Sinn größtenteils unproduktiv sind. Sie ßMsßkn daher die Gesamtvolkswirtschaft gewisser- leien in der Farm von G e n e i a I u n k 0 st e n llfi verschlechtern die oben als grundlegend li*;Stellte Wirtschastsbilanz.

Die Verminderung her Ausgaben ist dem- 0ttzfi>rechcnd auch eines der Mittel gewesen, das Rir nlfmäblidben Gesundung mit beigetragen hat. OB rt aber noch nicht bis zum letzten vi.iieschöpst Sine Gegenüberstellung der IVt rnrartigcn Ausgaben der öffentlichen Ver- i!k mit denen der Vorkriegszeit zeigt, daß klf - Ausgaben a u f ein Vielfaches g e - Httic j e n sind. Den Dorkriegszustand wieder zu «Mlchen, wird nicht möglich sein, da innere und Barn :e finanzielle Folgen des Krieges unver- nrreiliche Lasten darstellen, die durch Verminde- otut der Kosten z. V für die Landesverteidigung, LAjiDzinsen na. bei weitem nicht ausgeglichen 8Efc>tn. Tie unvermeidlichen Ausgaben dürfen eün- auch nicht um einen Pfennig über» " 4t tten werden. Denn jede Mark, die von Ble iffentlichen Kassen ausgegeben wird, muß jntn aus irgendeinem Wege, sei es durch Ab- gwm (Steuern, Gebühren. De'trägc . sei es mnlsm wie ob-n angebeutet beschränkten Umfang 1- lfurch Anleihen aus der Wirtschaft Iiur ausgenommen werden Dieie aber nach Jglchkeit zu entlasten, ist eine ebenso wich- ii| luf^c, wie es S a ch e der Wirtschaft tfßi Mo Xrgr5f3erung ihres Produktionsuber- auch durch Verminderung ihrer t* j: c n e n unproduktiven Ausgaben zu f-errtccn.

I Wie ernst das Problem der AuHgabenver- mrji'xnmg der öffentlichen Verbände ist, zeigen öür Verhandlungen bc5 Reichstages sowie der Ustaatlichen und ge-neindlichen Vewretungen. Reichsetat ist für 1925 kaum zu bilanzieren Men. 3n den Folgejahren wird dies im Hin- W auf die wachsenden Reparationsausgaben iet-e: schwieriger werden. Länder und Gemein- Öl8p behaupten, mit den ihnen nach den Finavz- c:öiMchspläneu der Reichsreg'crung überwiese- rber überlassenen Steuern nicht auskommen WÖTnen. Dazu leidet die Wirtschaft sowie auch « Kultur ernsthaft unter der jetzigen Steuer-

, Verminderung der Ausgaben dec öffent- liMit Verbände ist mithin immer noch eines der

Dor der Antwortnote.

In wenigen Tagen wird die Reichsregierung im Besitze der bereits angekündigten Antwort­note der Alliierten fein. Dann wird sich auch feststellen lassen, wie weit eine tatsächliche 11 e her­ein ft i m m u n g zwischen Briand und Chamber- Iain erzielt worden und in welchen Punkten der französische Außenminister in London auf Wider- stand gestoßen ist. Nach den sowohl aus dem Pa­riser als auch dem Londoner Außenministerium kommenden Nachrichten sieht es aber so aus, als ob auf der Londoner Besprechung von dem Grundsatz der Gleichberechtigung, den Deutschland bekanntlich für sich in Anspruch nimmt, recht roenig übrig geblieben ist. Das geht vor allem aus dem angeblich Frankreich zugestande­nen Recht der automatischen Sanktio- n c n hervor, ein Recht, durch das Deutschland aus dem Kreis der gleichberechtigten Nationen schon ausgeschlossen wird, ehe es überhaupt in ihn eingetreten ist. Das geht weiter auch aus der Auf- rechterha11ung der Rheinlanbbefet zung hervor, für die sich ebenfalls die englische Regierung ausgesprochen haben soll.

Unter diesen Umständen dürfte es schwerlich ge­lingen, das Ziel zu erreichen, das sich die euro­päischen Mächte seit Jahren gesteckt haben, und dem sie durch den Schritt des Reichsaußenministers im Frühjahr dieses Jahres ein beträchtliches Stück näher gekommen sind.

Die Sanktionen.

Frankreichs Erfolge.

Paris, 13. Aug. (TU.) In einer offiziellen Londoner ftavasnote zu den Besprechungen zwischen Chamberlain und Briand wird festgestellt, daß die Abfassung der Note an Deutschland den Hauptgegenstand der Aussprache gebildet habe. Nebenbei feien aber auch die Möglichkeiten bespro­chen worden, die sich bei der Verwirklichung des deutschen Sicherheitsangebots ergeben könnten. Es habe sich darum gehandelt, die Grundlagen für etwaige Verhandlungen zu besprechen. Diese Grund­lagen könnten selbstverständlich noch Montierungen erfahren, da eine der beteiligten Parteien (Deutsch­land) noch nicht zu Rate gezogen sei und außerdem Belgien und Italien von dem Londoner Mei­nungsaustausch noch nicht offiziell m Kenntnis ge­fetzt worden seien.

Die Behauptung, daß ein Garantieoertragsent- rourf schon abaesaßt morden sei und Deutschland aufgezwungen werden falle, fei aus der Lust ge­griffen. Die beiden Außenminister hätten aber Der­artiges nie in Erwägpng gezogen. Ihre Absicht gehe dahin, mit den Vertretern Deutschlands in Ver­handlungen einzutreten und ihnen nicht von vorn­herein festgelegte Bedingungen zur Unterzeichnung vorzulegen.

Selbstverständlich sei der Boden für diese Q3cibanbhmgen vorbereitet worden. Das gestern erzielte Einvernehmen beziehe sich auf die Vor­aussetzungen. unter denen die Verhandlun­gen mit Deutschland eröffnet werden sollten. An Deutschland liege es jetzt, den Allicrten entge­genzukommen. Die Rote, in der Deutschland eingeladen werde, sei sehr versöhnlich gehalten und unterstreiche die Möglichkeit einer Verstän­digung. Briand und Chamberlain hätten im übrigen versucht, für gewisse mit dem Pakt zusammenhängende Fragen bestimmte Formeln zu finden. Es treffe zu, daß die Fälle, die die Ergreifung von Sanktionen nach sich ziehen, zur Sprache gekommen seien. Trotz der Zurückhaltung der älnterhändler könne versichert werden, daß die Definierung einer bestimm­ten Anzahl dieser Fälle f e ft g e I e g t worden fei.

Wie die Pariser Blätter weiter aus London mel­den, sollen folgende vier Punkte vorgesehen sein, bei denen Frankreich auf eigene Faust, ohne das Gut­achten des Völkerbundes und ohne die Zustimmung Englands einzuholen,, oorgehen dürfe:

1. bei Ueberfdjreitung der Grenze:

2. wenn starke deutsche Truppenabteilungen in die entmilitarisierte Rheinlandzone ein­drängen:

3. wenn größere Truppenabteilungen in der Rähe dieser Zone zusammengezogen werden, die einen Offensivvorstoß erwarten liehen:

4. bei Ausführung von Befestigungen und ande­ren Arbeiten militärischen Charakters.

Bei Angriffshandlungen untergeordneter Be­deutung habe England, wie der .Motin" mel-

großen Gegenwarts- und Zukunftsprobleme. Cs zu lösen, ist in erster Linie Aufgabe der be­rufenen Organe. Daran mitzuarbeiten ist aber eigenstes Interesse des ganzen Vol­kes. Aus diesem Gedankengange heraus hat sich cm Kreis von Politikern. Wirtschaftlern und Wüsensc! afticrn zusammengeschlosten. um in über­parteilicher Zusammenarbeit mit dem Verlag des ..Deutschenspiegels" ein Preisausschreiben hcrausgehen zu lassen, das sich an jedermann wendet. Insgesamt stehen 18 000 Mk., darunter ein 1. Preis von 8000 Wk. zur Verfügung. Es sollen dem ...Kuratorium für Spar­maßnahmen" zusammenhängende und um­fassende Vorschläge zur wirtschaftlicheren Gestal­tung der gesamten öffentlichen Verwaltung Deutschlands bis zum 15. Rovember 1925 vor- gelegt werden Aber auch Arbeiten über Teil­probleme werden um so mehr erwünscht sein, als es bei dem Umfang der Gesamtausgabe, die ein Eingehen auf die vielseftigen Zusammen­hänge der gerade in Deutschland besonders schwierigen staats- und verwal^ungsrechtlichen Fragen erfordert, dem einzelnen schwer fallen wird, auf allen Gebieten inä einzelne gehende praktisch brauchbare Vorschläge zu machen.-

det, sich auf den Standpunkt gestellt, daß zur Ergreifung von Sanktionen auf Grund eines Schiedsspruches geschritten werden könne. Die französischen Unterhändler hätten sich dem widersetzt. Es sei aber gelungen, eine Formel zu finden, die aber noch geheim gehallen werde. Man nehme an, daß das Kompromiß auch die Zustimmung der Reichsregierung finden werde. Dasselbe gelte für die ösUichen Schiedsgerichts­verträge. Zur Annahme werde wahrscheinlich eine Formel gelangen, nach der die Schiedsge­richtsverträge unter die gemeinsame Garantie Frankreichs und des Völ­kerbundes gestellt würden.

Der englische Bericht.

London, 14. Aug. (Wolff.) Der diploma- tifche Berichterstatter derDaily Telegraph" schreibt: Der der französischen Antwort zugrunde liegende Zweck besteht darin, zwischen den be­teiligten alliierten Mächten einerseits und Deutschland andererseits unmittelbare Verhandlungen zustande zu bringen. Aller­dings wird dieses Ziel nur unmittelbar ange­strebt und von einer direkten Cinla- dung abgesehen. Dem Gedanken einer Vollkonferenz seht Briand. dagegen Widerstand entgegen, da sejner Ansicht nach die Staatsmänner solange von öffentlichen Ver­handlungen Abstand nehmen sollten, bis alles, abgesehen von Einzelheiten untergeordneter Be­deutung, vertraulich geregelt ist. Briand vertritt die Ansicht, daß zunächst ein unendlicher Meinungsaustausch auf dem üblichen diploma­tischen Wege erfolgen soll, und daß dann zwi­schen den juristischen Sachverständigen aller be­teiligten Parteien Besprechungen ftattfinden soll­ten. Sowohl von britischer wie französischer Seite ist eine Reihe Tatbestände ausgestellt wor­den, bei deren Dorliegen die in Vorschlag ge­brachten Garantien wirksam werden bzw. unwirksam bleiben. Frankreich hat gegen ver­schiedene Punkte der britischen Vorschläge Ein­wände erhoben, ebenso wie England gegen einige Punkte der französischen Vorschläge Bedenken erhob.

Immerhin ist insbesondere hinsichtlich der die Westgrenzen betreffenden Frage eine nicht unerhebliche Aebereinstimmung erzielt worden. In dieser Frage haben sich die britischen und französischen Sachverständigen auf eine klare Bestimmung des Begriffs offenkundiger Angriffe einigen können, bei deren Dorliegen Frankreich bzw. Deutschland berechtigt sind, militärisch dorzugehen, ohne die Genehmigung des Döllerbundes oder das Inkrafttreten der britischen Garantie ab­zuwarten.

Es sind vier Kategorien offenkundiger Angriffe festgelegt worden. Rach britischer Auffassung erfordert die Frage der älnterscheidung zwischen dem wirklichen unb dem t e ch- nischcn Angreifer eine sehr sorgfältige Prüfung. Außerdem ist durch Aufstellung zweier von einander abhängiger Bestimmungen eine vor­läufige Formel gefunden worden, die, wie man besonders auf britischer Seite hofft, die Inter­essen und Pflichten Frankreichs bzw. Großbritan­niens bezüglich der entmilitarisierten Zone im Falle eines Konfliktes zwischen Deutschland und seinen östlichen Rachbarn ge­nügend gewährleistet. Auf französischer Seite besteht immer noch einiges Mißtrauen gegen diese Formel, zumal Chamberlain gemäß den Anwei­sungen- des britischen Kabinetts darauf besteht, daß dem Einrücken Frankreichs in die entmilitarisierte Zone eine Aeuße- rung des Völkerbundes vorhergehen muß. Man kann also noch nicht sagen, daß über diese Frage bereits eine vollständige Aeber­einstimmung erzielt ist. Dies gilt auch für den von britischer Seite vertretenen Standpunkt, daß alle Sanktionen, die auf Grund des Ver­sailler Vertrages verengt werden sollen, zu­nächst einem Schiedsgerichtsverfahren z u unterwerfen sind, welches fich mit den Tatsachen, die zu der Forderung von (Sanftionen führten, zu befassen hat. In diesem Punkt scheint Briand ziemlich hartnäckig zu fein. Schließlich aber ist es eher Sache Deutschlands als Englands, die deutschen Interessen in dieser Frage sicherzustellen.

heres ist auf Anfrage unter Beifügung eines Freiumschlages von dem ..Kuratorium für Spar­und Vereinfachungsmatznahmen" Berlin W. 35, Potsdamer Straße 118 c 11 zu erfahren.

Das Kuratorium hofft in erster Linie, mög­lichst viele und gute Arbeiten zu erhalten, tite Verständnis zeigen für die Grundauffafsung. tiofo Sparsamkeit nicht lediglich als ein gewissermaßen negatives d. h. Ausgaben verneinendes Problem aufzufassen ist, vielmehr ein eminent positives, d h. Ruyeftekt der unumgäng- lichen Ausgaden steigendes Ziel haben muh Das Kuratorium setzt sich toeilcr zum Ziele, späterhin für die Durchführung der in den preis­gekrönten Arbeiten gebrachten Vorschläge ein­zutreten. Denn die Erfahrung hat gezeigt, daß es verhällnismäßig leicht ist. am grünen Tisch Derbesferungsvorichläge zu formen, dagegen un­endlich schwer, gegenüber dem Behar­rungsvermögen der betroffen en Kreise auch nur bescheidene tatsäch - liche Erfolge zu erzielen. Mithin han­delt es sich bei dem Preisausschreiben nicht unr akademische Erörterungen, sondern um eine Auf­forderung zu praktischer Mitarbeit an der Gesundung des Deutschen Volkes.

Der Reichspräsident am Walchenseewerk

Begeisterter (Empfang in den Bergen.

München, 13. Aug <WB.) Der Besuch des ReiehSpräsidenten von Hindenburg bei der bayerischen Staatsregierung fand mit der heute durchgeführten Besichtigungsfahrt zum Walchenseewerk seinen Abschluß. Ar.', Bahn- Hof hatten sich auch Staatssekretär von Frank, der an der Teilnahme bei der Besichtigungsfahrt verhindert war, zur Verabschiedung eingefunden. Bei der Abfahrt begleiteten lebhafte Hochrufe den elektrischen Sonderzug. der überall aus der Strecke nach Garmisch-Partenkirchen herzlich begrüßt wurde. Schulkinder, begleitet von ihren Lehrern und Lehrerinnen, und die Vete­ranen- und Kriegerverbände der einzelnen Orte hatten sich auf den Bahnhöfen eingefunden, um den Präsidenten des Reiches mit wehenden Fah­nen zu begrüßen. Rach 1> ...stündiger Fahrt er­reichte der Zug Garmisch-Partenkirchen, wo eine die Bahnsteige dicht füllende Menge den Reichs- präsidenteit beim Verlassen des Sonderwagens begeistert begrüßte. Dezirksamtmann Freiherr v. S t e n g l, der Dürgenneister und Vertreter der Gemeinde entboten dem Reichspräsidenten den Willkommensgruß. Dor dem Bahnhof hatten die Kriegervereine, die Jugend und dichte Menschen­mengen Aufstellung genommen, die unter den Klängen des Bayerischen Präsentiermarsches dem Reick^präsidenten beim Der lassen des Bahnhofes eine begeisterte Huldigung darbrachten. Von jungen Mädchen in Gebirgstracht wurden ihm Dergblumen überreicht. Hindenburg begrüßte be­sonders herzlich die alten Kriegsinva­liden und schüttelte vielen die Hand. Auch sprach er mit mehreren Schulkindern. Unter den Klängen - des Deutschlandliedes und krachenden Böllerschüssen und erneuten lebhaften Kundgebun­gen verließ der Reichspräsident Garmisch-Parten­kirchen in seinem die Präsidenienstandarte führen­den Kraftwagen, begleitet von Ministerpräsident Dr. Held, während Aufsichtswagen der Reichs­postverwaltung die weiteren Teilnehmer auf nah­men. Ueberall grüßten Pöllerschüsse den Reichs­präsidenten auf der Fahrt nach Mittenwald, wo die Bevdllerung und die Verbände ebenfalls wie in Garmisch auf dem Bahnhoi Aufstellung genommen hatten. Um 11 Uhr wurde Krünn erreicht, wo der Reichspräsident mll seiner Be­gleitung das Einlaufswerk des WalchenseewerkS besichtigte. Um 11,15 Uhr wurde die Weiterfahrt zum Walchenseewerk angetreten. Auch dort wurde Hindenburg ein überaus herzlicher Empfang zuteil. Der Reichspräsident besich­tigte eingehend das Werl und trug sich alS Erster in das Gästebuch des Wertes ein.

In Einsiedel am Walchensee wurde das Mittagsmahl eingenommen. Ministerpräsident Held wünschte in seinem Trinkspruch dem Reichspräsiden' ten recht gute Erholung im bayerischem Oberland. Der Reichspräsident gab in seiner Erwide­rung dem Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen Ausdruck. Nach der Besichtigung des Walchenseewerkes wurde im HotelZum grauen Bären" der Kassee eingenommen, woraus der Reichspräsident, begleitet vom Ministerpräsidenten Held und vorn Minister des Innern, Stützet, im Auto nach Dietrarnzell fuhr, wo er voraus­sichtlich bis zum 9. September weilen wird. Die Rückreise soll am 9. September über Staffelstein' stattfinden. Reichswehrminister Dr. G e ß l e r begab sich ebenfalls im Kraftwagen nach seinem Sommer­sitz in Füssen. Reichspostminister Dr. S t i n g l wird sich von München ebenfalls wieder nach seinem Sommerausenthalt begeben. Um 3.40 Uhr verließ der elektrische Sonderzug Kochel, tier die weiteren Teilnehmer ber von der bayerischen Staatsregierung durchgeführten und durch die leb­haften Huldigungen für den Reichspräsidenten be­sonders eindrucksvollen Fahrt wieder nach Mün­chen zurückbrachte.

Ein Schritt vorwärts! Zweijähriges Regierungsjubiläum Dr. Stresemanns.

Berlin, 14. Aug. (Wolff.) Am Donners­tag sah Dr. etrefemann auf eine zwei­jährige Tätigkeit als Mitglied des ReichSkabinetts zurück. Die »Tägliche Rundschau" erinnert daran, daß, als Dr. Stresemann vor zwei Jahren den Posten des Reichskanzlers übernahm, die Rot im Ruhrgebiet und der Sieges­übermut Poincar^s ihren Gipfelpunkt erreicht hatten, während sich die innerpolitischen Gegensätze in Deutschland noch zu verschärfen schienen und das bjs dahin immer noch erträg­lich fliehende Gewässer der Inflation im Be­griff stand, mit unheimlicher Geschwindigkeit zum reißenden Strom anzuschwellen. Dr. Stresemann halte den M u t und die Opferbereitschaft, in diesem Augenblick, der wenig Dank versprach, die Zügel in die Hand zu nehmen Das Blatt weist dann melier daraus hin, daß Strese­mann als Außenminister die Kühnyett hatte, der erste zu sein, der einenSilber- ft r e i f c nu an dem trüben Himmel der deutschen Politik wahcnahm Inzwischen ist es klar ge­worden, daß er recht behalten hat. Cs läßt sich heute nicht mehr leugnen, daß wir vor­wärts gekommen sind

Auch dasAchtu h r * 2lbc nbbla tt kommt in einem ilebetbltd über die letzten zwei Jahre Außenpolitik zu dem Schluß, daß sie ung unzweifelhaft ein Stuck vorwärts gebracht haben. .Wir können so schreibt baä Blattdie Gegner nur von Schü Heng raben ju Schützengraben treiben. Für einen Ge-