gelegen, er werde aus Die Besuchsziffer ungünstig einwirken, worunter die Rentabilität leiden werde. Seine Fraktion wäre evtl, für den Dau einer Stadthalle, näher am Zentrum der Stadt gelegen, au haben gewesen und hätte hierfür auch höhere Beträge bewilligt, als heute gefordert. Diese Vorlage lehne sie ab, nicht aus grundsätzlichen Erwägungen, sondern aus Zweckmäßigkeitsgründen. Die Stadtv. Winn und Schwieder von der Deutschen Vollspartei bedauern diese Stellungnahme der Sozialdemokraten, weisen die dringende Äotwendigkeit dieses Baues für unsere Stadt nach, betonen, daß eine Stadthalle doch weit mehr koste als die Volkshalle, daß durch deren Erbauung aber eine neue Arbeitsgelegenheit geschaffen sei und auch viel Geld von auswärts herangezogen werde und fordern das Haus auf. der Vorlage zuzustimmen, was denn auch in großer Mehrheit geschieht.
Errichtung einer Feuerbestattungs- anlage auf dem Reuen Friedhof.
Die Errichtung eines Krematoriums auf dem Reuen Friedhof (unterirdischer Anbau an die Friedhofskapelle) wird genehmigt und der er» forderliche Kredit von 50 000 Rm. bewilligt. — Die Stadtv. Goerz und Schwab stimmen als Mitglieder des Zentrums aus grundsätzlichen Erwägungen gegen die Vorlage.
Die Gebühren für Gräber und Beerdigungen
werden neu festgelegt und mit Wirkung ab 1. Mai in Kraft gesetzt. Die Kosten für Graber- Werden auf 25 Prozent über die Vorkriegsjahre erhöht, die Beerdigungskosten werden auf die Sätze der Vorkriegszeit gebracht.
Verbreiterung der Eisenbahn Überführung an der Eder st raße.
Die Eisenbahnverwaltung läßt in den nächsten Tagen mit einer Erneuerung der Dähnüberfüh- rung im Zuge der Gderstraße beginnen. Bei dieser Gelegenheit soll eine Straßenderbreiterung an jener Stelle vorgenommen werden. Hierfür wird ein Kredit von 25 000 Rm. bewilligt. — Aus dem Hause heraus wird gewünscht, daß die gleiche Maßnahme hoffentlich auch bald auf die Lleber- führung in der Reustadt angewendet werde.
Freiwillige Sanitätskolonne.
Der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wird für das Rj. 1925 ein Beitrag von 1500 R.-M. gewährt. Sn diesem Betrag ist die von der Stadt übernommene älnfallversicherungs- prämie der Kolonne einbegriffen.
Gießener Lesehalleverein.
Dem Gießener Lesehalleverein wird ein einmaliger außerordentlicher Beitrag von 1000 R.- M. bewilligt.
Verein Hundesport.
Dem Verein Hundesport wird für die am 26. April veranstaltete große allgemeine Hunde- Ausstellung ein Betrag von 30 R.-M. für einen Stadtpreis zur Verfügung gestellt.
Zur Herrichtung der Sportplätze auf dem Trieb
werden weitere 2500 R.-M. für die Auszahlung der Arbeitgeberprämien der Stadt an Rotstandsarbeiter bewilligt.
Ein Rebentarif-Abkommen.
Der von der Stadtverwaltung vorgelegte Entwurf eines Rebentarifs, in dem die Gestellung bzw. der Ersatz von Kleidungsstücken für die mit besonderen Schmutzarbeiten beschäftigten städtischen Arbeiter geregelt wird, findet die Zustimmung des Hauses.
i Für das Elektrizitätswerk.
F Für den Anschluß des Schiffenbergs und der Forstwartwohnungen an das Leitungsnetz des
-.Elektrizitätswerks wird die Hälfte der entstehenden Anschlußkosten in Höhe von 3000 R.-M. auf das Elektrizitätswerk übernommen.
Die Beschaffung eines Ersatzkolbens mit Zubehör für eine Dampfmaschine wird genehmigt und ein Kredit von 1500 Rm. genehmigt.
Margarethenhütte.
Für die Arbeiten am Anschlußgleis auf der Margarethenhütte wird ein früherer Kredit von 5000 Rm. aus 12 444 Rm. erweitert.
Der Beschaffung einer elektrischen Motor- lokomobile wird zugestimmt und die Erhöhung des Beschaffungskredits von 22 000 Rm. auf 27 000 Rm. zur Herstellung der erforderlichen Oberleitung genehmigt.
Straßenbefestigungen.
Der nördliche Bürgersteig der Kaiser- a l l e e zwisch en der Moltkestraße und dem Trieb soll mit einem Teerestrichbelag versehen werden. Der erforderliche StreDit von 45 000 Mk. wird bewilligt. Die Ausführung einer gepflasterten Rinne mit dem Einbau von 5 Straßensinkkästen, sowie die Herstellung der Oberflachenteerung von der Moltkestraße bis zum Trieb wird gleichfalls genehmigt und der erforderliche Kredit von 7200 Rm. bereitgestellt.
Die Frankfurter Straße
von dem Eisenvahnübergang bis zum Wetzlarer Weg ist mit Groß- bzw. Kleinpflaster zu versehen. Die Strecke vom Wetzlarer Weg bis zur Straße „Am Steg" ist zu teeren. Der erforderliche Kredit von 45 000 Mk. wird zu Lasten des Voranschlags 1925 bewilligt.
Oberbürgermeister Keller erklärt, daß alle Arbeiten bis zum Turnfest erledigt sein müßten, denn bei diesem Fest solle in der Stadt kein Sttaßenausbruch vorhanden fein. Aus dem Hause wird gewünscht, die Sprengwagen öfter in die Frankfurter Straße zu schicken, in der die Staubplage besonders stark sei. (Zuschriften an uns haben das wiederholt bestätigt. D. Red.)
Verbesserung
der Straßenbeleuchtung.
Für die Erweiterung der elektrischen Beleuchtungsanlage der Reuen Bäue, des Reuenwegs und der Sohannesstraße wird ein Kredit von 2400 Rm. bewilligt.
Beschaffungen für d i e Feuerwehr.
Der von der Drandverficherungskammer für die Beschaffung einer automobilen Feuerwehr- 4000 Rm. wird außer dcm bereits bewillrgten De- drehleiter in Aussicht gestellte Zuschuß von schassungskredit von 15 000 Mk. zur Verbesserung der Autosprihe und der Beschaffung der Leiter zur Verfügung gestellt.
Kleine Vorlagen.
Mit der Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie Dahnhofstraße-Markt- straße erklärt sich das Haus nachträglich einverstanden.
Einige Abänderungen derSahunafürden Bezirksfürforgeverband und das xt u < gendamt der Stadt Gießen werden gutgeheißen.
Die Annahme des vom K r e i s a m t Gießen in Aussicht gestellten Daudarlehens in Höhe von 5600 R.-M. unter 5prozentiger Verzinsung und Rückzahlung bis 1. Dezember 1927 wird genehmigt. Mit der Aufnahme eines Ergänzungs-Baudarlehens für 1924 aus Landesmitteln in Höhe von 2000 R.-M. ist man einverstanden.
Der Rieders chlagung uneinbringlicher Außenstände aus 1919 stimmt man zu. _ .. ,
Der Bebauungsplan für die Straßenstrecke von der Steinstraße bis zur Süd-Grenze des Grundstücks Steinstraße 11, entlang dem Grundstück der Firnra Andr.Euler wird aufgehoben, und der Anlegung einer neuen 8,50 Meter breiten Straße entlang der Südgrenze des Grundstücks Steinstraße 11 zu- gestimmt. Der Geländeaustausch zwischen der Stadt Gießen und dem Inhaber der Firma Andr. Euler, W. Jung, unter den festgesetzten Bedingungen wird genehmigt.
Verschiedene Baugesuche werden befürwortet, dabei aber verlangt, daß die Verwaltung überall da, wo gegen die Entscheidung des Stadtparlaments doch gebaut wird, dem Beschluß des Hauses Achtung verschafft und gegebenenfalls die Riederlegung des Bauwerks erzwungen wird.
Ein Gesuch des Republikanischen Reichsbundes um Übernahme der Miete für die Lieberlassung des Stadttheaters anläßlich der Gedächtnisfeier für den verstorbenen Reichspräsidenten ist durch Zurücknahme seitens der Gesuchsteller erledigt.
Ein Gesuch der Deutschnationalen Volkspartei und der Deutschen Volks- Partei um eine wesentliche Ermäßigung der Theatermiete anläßlich der Feier von Bismarcks Geburtstag am 29. März ds. Is. wird abgelehnt. Für die Ablehnung stimmen auch die Fraktion der Freien Vereinigung (Deutschnationale und Zentrum) und die der Deutschen Volkspartei geschlossen, da das Gesuch nur grundsatzhalber gestellt worden war, nun aber hinfällig geworden ist.
Aus der Provinz.
Landkreis Gießen.
oo Rodheim an der Horloff, 13.Mai. Auch wir haben unsere Hindenburgfeier gehabt. Mit vollem Recht, über 90 Prozent unserer Gemeinde haben ihn gewählt. Oberamtmann S t e g k zu Hof Ringelshausen hatte anfänglich nur einen kleinen Kreis zu einem Freudenfeuer auf den hochragenden Plattenberg geladen, wo man einen herrlichen Fernblick auf Vogelsberg, Taunus, Düns- berg genießt. Aber es sammelte sich eine große Menschenmenge an, die aus den Nachbardörfern herzugeströmt war. Man sah den Kriegerverein und den Landjugendbund Rodheim heranziehen. Oberamtmann Stegk begrüßte die Versammlung und legte in geschichtlichen Ausführungen dar, daß Deutschland nie bezwungen war, wenn es einig war. Die darauffolgende Hindenburgrede klang in ein Hoch auf des Reiches neues Oberhaupt aus. Bei loderndem Feuer fang die Menge das Deutschlandlied. Es gehörte dazu, daß Böllerschüsse und Leuchtraketen zu Ehren Hindenburgs gelöst wurden. Unsere Dörfer sind dem greifen Veranstalter dieser Feier dankbar dafür, daß auch bet uns der 12. Mai nicht sang- und klanglos verlief.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 13. Mai. Zur Feier des Amtsantritts des neuen Reichspräsidenten hatten die anrtlichen und viele Privatgebäude Flaggenschmuck angelegt. Eine sehr schöne und stimmungsvoll verlaufene Feier veranstaltete die Studentenschaft des hiesigen Polytechnikums. Mit Beginn der Dunkelhell bewegte sich ein gewaltiger F a ck e l z u g, an dem sich sämtliche Korporationen und die gesamte Studentenschaft und außerdem noch die neu- g-earündete, sehr starke Ortsgruppe des Stahlhelms beteiligten, durch die Straßen der Stadt nach dem Schloßplahe in der Burg. Hier hielt stud. B e P P e r (Cheruskiae) eine der Bedeutung des Tages angemessene, von vaterländischem Geiste erfüllte Rede auf den neuen Reichspräsidenten Hindenburg, die mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf denselben schloß. Darauf sang die zahlreiche Volksmenge das Deutschland- lied; dann rückten die verschiedenen Verbände wieder ab, um in ?hren Verbindungslokalen noch Weller des Tages zu gedenken.
<£ Bad-Nauheim, 13. Mai. Die Errichtung eines neuzeitlichen, den Anforderungen eines Weltbadeortes und einer Stadt von 12 000 Einwohnern entsprechenden Krankenhauses ist die dringendste und nächste bedeutende Aufgabe, die die Stadt zu lösen hat. Das seitherige Krankenhaus in der Karlstraße genügt seit langem nicht mehr für die hiesigen Verhältnisse. Auch die Mitbenutzung einer benachbarten Billa, die die Stadt angekauft hat, kann dem schon seit Jahren fühlbaren Platzmangel nicht Abhilfe schassen. Die Stadtverordneten haben, wie wir unlängst schon einmal in einem Bericht über die Stadtverordnetensitzung mitgeteilt haben, denn auch einen neuzeitlichen Neubau einstimmig beschlossen. Der Platz dafür ist bereits bestimmt. Er liegt außerhalb des Weichbildes der Stadt an der „Ziegenweide", an der Stelle, wo die Hochwaldstraße in den Stadtwald eintritt. Man hat eine geradezu ideale Lage für ein Krankenhaus gewählt. Die Pläne find schon ausgeschrieben. Führende Persönlichkeiten und Ausschüsse haben in anderen Städten auch bereits moderne Krankenhäuser angesehen. So weilte heute wieder eine Kommission, der u. a. der Bürgermeister und die Oberschwester angehörten, in Offenbach a. M. zur Besichtigung des dortigen mustergültigen Krankenhauses, das in bezug auf Anlage und Einrichtung zum Teil als Vorbild genommen werden soll.
vw. Butzbach, 13. Mai. Die Vorbereitungen für die Fest Wanderung des Gesamt- Taunus-Clubs am nächsten Sonntag nehmen ihren Fortgang. Die geräumige Festhalle auf dem Marktplatz am Wetzlarer Tor wird geschmückt, mit etwa 100Ö Sitzplätzen versehen und ihr Podium zu einer Bühne eingerichtet, woraus dos Storchsche Märchenspiel: „In der Johannisnacht am Hausberg" aufgeführt werden soll. Der Männerge- sangoerein Orpheus wird mehrere Chöre Dortragen und eine gute Musikkapelle durch Konzertstücke für weitere Abwechselung sorgen. Die Festhalle wird von den beiden Vereinen Taunus-Club und Turn- und Sportverein 1846 schön hergerichtet.
Kreis Büdingen.
!! Büdingen, 13. Mai. Der am 25. Dezember 1910 in Netzebend (Mecklenburg) geborene, jetzt mit seinen Eltern in Rohrbach (Kreis Bü
dingen) wohnende Willi Brausewetter ist seit Sonnlag, 3. Mai, spurlos v e rf ch w u n d e n. Man nimmt an, daß ein Unglücksfall voriiegt, oder der Junge einem Verbrechen zum Opfer gefallen t;f. Der Junge trug bei seinem Verschwinden einen braun gestreiften Anzug. — Die Kanalisa t i o n des Neuen Weges, die als erste der be|d)lo| = fenen Straßenkanalisierungsarbeiten angefangen wurde, geht ihrem Ende entgegen. Es folgt nun die Kanalisierung und Kleinsteinpflasterung der Du- delsheiwer Straße. — Während die Zwetschen- und Birnenblüte sehr unter der Ungunst der Witterung gelitten haben, ist hier eine befonbers gute Äpfelbaumdlüte zu beobachten, so daß eine reiche Apfelernte in Aussicht steht.
D Nidda, 13. Mai. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Gegen die Errichtung einer 3 a = polin-Pumpanlage seitens des C. W ei s - Haupt bestehen keine Bedenken. — Die Bauprojekte des I. W. S ch r ö cke r t - Nidda und Hch. Keller- Geis-Nidda werden gutgeheihen. — Die durch Bebauung des Geländes rechts der Zufuhr- siraße zum Guterbahnhof erforderlich gewordene Straße soll eine Breite von 6 Meter erhalten. Mit Wirkung vom 1. April kommt die Zahlung der G e l d e n t s ch ä d i g u n g für die früher gelieferte Brotfrucht, welche die P f er chsteiger er seither zu leisten hatten- in Wegfall. — Der N idda er Schützengesellschaf t wird das zur Errichtung von Schießständen erforderliche Gelände auf dem Kiffelberg gegen Zahlung einer Anerkennungsgebühr überlassen. — Der <51 e i n b r u ch auf den Goldäckern soll dem Hermann Drott-Nidda und Heinrich Wirth ll.-Oberschmitten verpachtet meröen. — Der Erbauung eines Real- schulgebäudes soll, nachdem eine Besichtigung der Schulgebäude einiger Nachbarstädte ftatgefunben hat, nahegetreten werden. — Der F u ßst e i g m der oberen Bahnhof st raße soll zunächst mit Kleinschlag und Grus eingedeckt werden. Die Befestigung mittels Plattenbelags oder Kleinpflasters wird zurückgestellt, bis die Kastanienbäume entfernt sind und die Neuanpflanzung erfolgt ist. — Gelegentlich des diesjährigen Herbstmarktes ist ebenso wie in früheren Jahren eine Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und Gebrauchsgegenständen geplant. Es kommen diesmal 8000 Lose ä 1 Mark zur Ausgabe. — Der F r e i - willigen Feuerwehr Nidda wird auf Antrag ein unverzinsliches Darlehen von 1000 Mk. auf die Dauer eines Jahres zur Verfügung gestellt. — Es wird der Antrag gestellt, Schritte zu unternehmen, daß die auf 30 Kilometer in der Stunde gesetzlich feffgelegte Höch st geschwind igkeit für Kraftfahrzeuge innerhalb des Stadtbereichs e r mä ß i g t wird.
„?" Ridda, 13. Mai. Trotz des warmen Maiwetters macht sich in den verschiedensten Orten die Grippe unangenehm bemerk- b a r. Sie befällt vorwiegend Kinder und Schul- entlafsene, nimmt aber im allgemeinen einen gutartigen Verlauf. — Rächsten Sonntag veranstaltet man hier zu gleicher Zeit ein Kammermusik-Konzert und einen Operettenabend. Das ist des Guten reichlich viel, zumal die Vorwochen schon eine Anzahl älnterhaltungs- abende brachten.
A Ridda, 12. Mai. Obgleich bei der gestern von dem hiesigen Forstamt anberaumten Holzversteigerung eine verhältnismäßig große Menge Holz ausgeboten wurde, waren die Preise doch wohl die höchsten, die nach der Einführung der Rentenmarkt hier e^ielt worden sind. Es kostete ein Rm. Duchenscheit- holz 1. Kl. bis 20 Mk., ein Rm. Buchenknüppel bis 16 Mk., ein Rm. Stöcke bis 5 .Mk. Cs hatten sich viel Steigerer eingefunden, die von 10 ilfjr vormittags bis 3 Tlhr nachmittags ausharrten.
nd. Kohden, 13. Mai. Hiev kam es gestern abend beinahe wieder zu einem Eisenbahnunglück. Der um 6.30 nachmittags unseren Ort von der Richtung Schotten passierende Personenzug stieß mitten im Dorf mit einem Dauernwagen zusammen. Dabei wurde der Hinterwagen beschädigt. Es beweist dies immer wieder-, daß derartige Anfälle vermieden werden könnten, wenn die Züge an der hiesigen Haltestelle halten und dann, wie früher, in langsamer Fahrt die Ortsstraße durchfahren würden, während sie jetzt in unverminderter Geschwindigkeit das Dorf durcheilen. Wer sich die Verhältnisse bei der Durchfahrt eines Zuges einmal ansieht, wird sie sicher als äußerst gefährlich erkennen, namentlich, wenn man auch noch den sehr starken Autoverkehr durch Kohden berücksichtigt.
Kreis Schotten.
; Schotten, 12. Mai. QIji der am Sonntag stattgehakten Gesellenprüfung beteiligten sich insgesamt 31 Prüflinge, darunter 5 Schmiede. 3 Metzger, 6 Schneider, 2 Wagner, 6 Schuhmacher. 2 Schlosser. 1 Weißbinder, 1 Sattler. 2 Küfer, 1 Buchbinder und 2 Spengler. Rach vorausgegangener theoretischer Prüfung am Vormittag konnte in der Schlußfeier am Rachmittag der Vorsitzende des Prüfungsausschusses S ü ß e l - Schotten sämt-ichen Prüflingen mit Worten der Anerkennung die Gesellenbriefe überreichen. Als Vertreter des Kreisamts widmete Reg.-Rat Weber den Junggesellen herzliche Worte und warme Wünsche. — Die Radfahrervereine von Schotten, Ulfa, Ober-Schmitten' und Ridda beteiligten sich am Sonntag an dem Bezirksfest des Lahngaus (Ost) des Bundes deutscher Radfahrer in Ober-Seibertenrod. Der dortige Bundes- Verein verband damit das Fest der Banner- weihe. Als Vertreter des Kreises nahm Kreisdirektor Geheimrat Döckmann an der Feier teil.
lg. Dolkartshain. 13. Mai. Auf sonderbare Weise kam ein hiesiger 15jähriger Junge zu Schaden. Beim Verlassen des elterlichen Hauses in der Dunkelheit flog ihm eine Eule mit solcher Heftigkeit ins Gesicht, daß er zu Boden fiel. Trotz energischer Gegenwehr konnte das Tier dem Jungen derartig schwere Krahwunden im Gesicht und an den Augen zufügen, daß der Knabe ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und dem Krankenhaufe zu Gedern zugesührt werden muhte.
Kreis Alsfeld.
* Alsfeld, 13. Mai. Morgen, Donnnerstag, nimmt der Kraftpostverkehr im Krsife Alsfeld fahrplanmäßig feinen Anfang. Von Lesern Tage ab kann das Publikum die Wagen der vier Verkehrsstrecken (Alsfeld—Kirtorf—Ehringshausen, Alsfeld—Groß-Felda—Ehringshausen, Alsfeld—Neustadt und Alsfeld—Treysa) benutzen. Der Fahrpreis stellt sich je Kilometer auf 10 Pf. Mit der (Eröffnung der planmäßigen Fahrten wird gleich
zeitig der Stückgutverlehr genommen.
Starkenburg und Rheinhessens |
* Darmstadt, 13. Mai. Der Flieger Lunderstädt, der in Berlin weilte, um etip Verkehrsflugzeug nach Darmstadt zu überführens ist dort plötzlich an einer Blutvergiftung ge-1 ftorben. Die Leiche wird auf Kosten der Luftverkehr-^ A.-G. nach Darmstadt gebracht. — Ein Schwind« ler, der unter dem Namen Dr.-Jng. O. Schmidt auftritt, hat mit gefälschten Schecks einer Höchster und einer Mainzer Bank bei der Darm-« ftäbter Votksbank und bei der Städtischen Sparkasse je ein Konto von 1320 Mk. errichtet und darüber Scheckbücher erhalten. Die Geschäftswelt sei vop dem Schwindler gewarnt.
Hessen-Nassau.
spd. Frankfurt a. M., 13. Mai. Das städtische Schulamt wies alle ihm unterstellten Schulen und Institute an, die von einem Lichtspielunternehmen geplante Schönheils - konkurrenz für Kinder unter allen Tlm- ständen zu verhindern und die "Kinder von dem Besuch dieses Unternehmens mit allen gebotenen Mitteln zurückzuhalten. — Seit Jahren wurden an der Markthalle viele Drück- karrenmit Gemüse gestohlen. Als Täter erwischte man jetzt auf frischer Tat den 34jährigen Straßenhändler Hermann Hock aus Frankfurt, der wegen solcher Diebstähle schon wiederholt vorbestraft ist. — Der Inhaber einer Fischhand- lung in der Großen Dockenheimer Gasse erhielt wegen Preiswuchers einen Strafbefehl über 500 Mark. Er hatte Kabliau zu 3 9 P f. das Pfund eingekauft und zu 1,20 Mark verkauft. Das Urteil wird in den Tageszeitungen ver- öffentlicht und außerdem acht Tage hindurch in dem Schaufenster des teuren Fischmannos ans-' gehängt.
Wirtschaft.
Vom WeltgelreidemarM.
Die Schätzungen für Anfang Mai seitens beü preußischen und reichsdeutschen Behörden, die dis^ entsprechenden Ziffern und Berichte des Rekord« jahres 1913 übertreffen, gelten mit gewissen Ein« schränkungen fast von ganz Europa. Der außer«*- ordentlich milde Winter hat den Stand der Saa« ten recht begünstigt, so daß unter üblichem Dor« behalt mit einer verhältnismäßig zeittgen unöh reichen Ernte gerechnet werden kann. Auch die seit dem vorigen Montag eingetroffenen Ernte-, berichte Amerikas sind besser geworden: manches bereits aufgegebene Gebiet hat sich günstiger ge« paltet.
An sich bringt der Mai, wie so ost, biet großen Abrechnungen. Richt nur in Deutschland sind die verschiedenen Häuser in schwierigen Lagen: gerade diesmal sind die Verluste großem Stils nicht ausgeblieben. Für die großen Schwankungen, wie sie in den vorangegangenen Monaten! von Amerika in den Getreidepreisen ausgegangen sind, müssen jetzt die Getreideftrmen einstehen. In Deutschland kommt die ohnehin noch nicht entspannte Gesamffituation verschärfend hinzu, alles Momente, die jede Lebendigkeit am Getreidemarkt verscheuchen und dahin wirken, dre bestehenden Verpflichtungen allerseits möglichst rasch und stetig abzutragen. Der Roggenmarkt nahm wiederum das Hauptintereffe in Anspruch: nach dem Preissturz wurde dicklich, daß, nicht zum wenigsten durch die vielen Mitläufer und das große Rachlassen der amerikanischen Roggen- bestänöe, ein nicht kleiner Bedarf an Roggen auf den Qllarft trat. Dazu kam, daß die Haupt- roggenplähe Amerikas deutlich die Lage erkannten und schroff mit den Preisen anzogen: im Augenblick reagierten sämtliche Märkte, denn die Forderung Amerikas in Roggen, dazu in dieser Jahreszeit, ist so gut wie ein Diktat. Ebenso wirkten die amer-ikanischen Forderungen in Weizen. Dazu kam, daß auch die Reichsgetreidestelle in einigen Rückkäufen befestigend auf die Tendenz wirkte. Im übrigen machte die große Knappheit den Markt gefügig, so daß hohe Forderungen mehrfach bewilligt wurden.
Etwas reger als in den Vorwochen ging es am Mehlgeschäft her, wobei die gestiegenen Getreidepreise belebend wirkten. Rach wie vor aber ist man allerorts äußerst mißtrauisch und vorsichtig: die Orders beziehen sich daher nur immer auf den eigentlichen und nächstliegenden Bedarf. Entsprechend der ganzen Preislage zogen auch die Forderungen in Gerste und Hafer an; hin- gewiesen fei hierbei auf die Rückkäufe von amerikanischer Seite, die, wenn sie auch noch nicht int Augenblick auf den Markt wirken, so doch als! psychologisches Moment nicht zu unterschätzen sind. Immerhin lagen hier die Steigerungen nicht ft> hoch: die größeren Vorräte wirkten hier hemmend. Es ist klar, daß für die nächste Zeit Des Handel und Konsum noch vorsichtiger werden, da die Hälfte des Monats Mai fast als überwunden anzusehen ist und mit einer Verwirklichung der bisherigen guten Ziffern der Saateni gerechnet werden Darf. H K.
*
0 Der Geschäftsbericyt der Hessischen Landesbank für das erste Geschäftsjahr ist soweit fertiagestellt und wird in den nächsten Tagen herauskommen. Wie bekannt, wurde die Hess. Landesbank als Bankanstalt öffentlichen Rechts am 15. August 1923 vom hessischen Staat ins Leben gerufen mit der Aufgabe, den Staats- und Kommunalkredit und den Geldverkehr im Volksstaat Hessen zu fördern. Für die Verbindlichkeiten Der Bank haften der Staat und die angeschlossenen öffentlichen Körperschaften (Gemeinden, Gemeindeverbände, öffentlichen Sparkassen) unbeschränkt als Gesamtschuldner. Einen eigenen Verwaltungsapparat bat die Bank bisher nicht unterhalten: sie bedient sich zur Erledigung ihrer Geschäfte des Apparates der Hessischen Landeshypothekenbank gegen eine besondere Entschädigung. Das Grundkapital der Bank war vom Staat mit 5 Milliarden Papiermark eingestellt worden. Eine Umstellung auf Reichsmark ist noch nicht erfolgt, da feit längerer Zeit mit anderen öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten des Landes Verschmelzungsverhandlungen geführt werden, die eine Neufestsetzung des Grundkapitals bedingen. Mit Der kommunalen- Landesbank besteht seit 1. Januar 1925 eine Arbeitsgemeinschaft in Der Weise, daß Der Geschäftsbetrieb Der Bank und Der Der Kommunalen Landesbank in Der Hess. Landesbank zusammengefaßt werden. Don besonderen Geschäften, die die Bank hn ersten Bilanzjahr getätigt hat, sind u. a. zu nennen Die Ausgabe des Landes- Notgeldes und Die Beschaffung von Mitteln zur Gewährung von Krediten an die Landwirtschaft fütf


