Einzelbild herunterladen

jungen auf 2,5 Millionen Dollar. Auch soll eine große Anzahl von Menschenleben zu beklagen sein. Einzelheiten stehen noch aus.

vorläufige Entscheidung des Uorridor-Schie-sgerichts.

Berlin, 14. Mai. CSU.) Aus Danzig wird gemeldet: Das Korridor-Schiedsgericht, das ge­stern die Unfall stelle des Cisenbahn-älnglücks bei Stargard besichtigt hat. hat folgende vorläu­fige Entscheidung gefällt. Die eingehende Besichtigung der an der Ünfallstelle zurü.kgrlasse- neu 25 Eisenbahnschwellen ergab, daß sie aus brauchbarem Material bestanden. Aber auch die bei denn Unfall zertrümmerten lieber= bleibsel von 18 Schwellen, die von der polnischen Cifenbahnverwaltung auf Lein Bahnhof Star­gard sorgfältig gesammelt aufbewahrt wurden, ergaben nach eingehender Prüfung, daß es sich um gesundes Material gehandelt hat, abgesehen von einzelnen morschen Teilen, die auch bei nor­maler Unterhaltung Vorkommen. Der Zu st and der an die Unfallstelle angrenzenden Strecken­teile weist keine erheblichen Mängel auf, die die Betriebssicherheit gefährden könnten. Aach diesem Ergebnis hält das Schiedsgericht es nicht für dringend, weitere vorläufige Maß­nahmen in der Aufklärung der Ursache des Eisen- Lahnunfalls anzuordnen. Mit Rücksicht auf den oben erwähnten Zustand der vom Schiedsgericht besichtigten Streckenteile findet das Schiedsgericht keine Veranlassung, sein Verfahren ge­mäß Art. 16 des Dur chg angs ab kommens vom 21. April 1921 betreffend die Besichtigung der gesäurten Durchgangsstrecke on- z u o r d n e n. Somit wird das Schiedsgericht den Antrag 1 (die Parteien zu schriftlichen 2Ieuge­lungen und Gegenäuherungen aufzufordern) im ordnungsmäßigen Verfahren behandeln.

Diese amtliche Erklärung ist nur als eine vor­läufige Stellungnahme aufzufassen, da die e n d -- gültige Entscheidung erst bei der or­dentlichen Tagung des Schiedsgerichts getroffen wird.

Wie weiter verlautet, daß die polnische Regierung sich in den bisherigen Verhand­lungen des deutsch-poln schen Schiedsgerichtes in der Entschädigungsfrage des Stargarder Unglücks auf den Standpunkt gestellt,

zu irg ndeiner Schadenersatzleistung nicht verpflichtet zu sein, danachweislich" ein

Attentat vorliegt.

was eine rechtliche Verpflichtung für die Haftung ausschließe. Rach Ansicht von Fachleuten dürfte jedoch die Sache rechtlich so liegen, daß selbst, wenn ein Attentat Vorgelegen haben sollte, die polnischen Behörden nicht von der Ver­antwortlichkeit befreit sein würden. Auf Grund dieser Rechtslage ist es gegeben, daß die deutschen Geschädigten versuchen, "das Reich zu einer vorläufigen Entschädigungszahlung an die privaten Geschädigten zu veranlassen. Dem Reich wird es zweifellos leichter fallen, sich mit Polen auseinandrrzusehen als den Privatpersonen.

Landwirtfchaftsfragen im Reichstag.

Berlin, 13. Mai. Das Hans wendet sich der Beratung des Haushalts des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu. Aus den Darlegungen dcs Ausschußberichterstatters Abg. Dietrich (Dem.) ist hervorzuheben, daß im Aus- - schuß die Frage aufgetaucht war, ob das Reichs- Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft üben z-haupt aufrechterhalten werden müsse. Angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftslage und der Notwen- -digkeit einer Vertretung der Interessen der Land wirtschaft gegenüber dem Auslande sei man im Aus- schuß zu einer Bejahung der Frage gelangt, umso mehr, als ja Industrie und Wirtschaft durch das Reichswirtschaftsministerium vertreten würden.

Abg. I ä ck e r (Soz.) wendet sich gegen die Schutzzölle, die den kleinen Landwirten keine Vor­teile und für die Verbraucher starke Lasten bringen würden.

Die Rot der Landwirtschaft sei im Kreditmangel begründet.

Der Redner wendet sich dann den schlechten Woh- nungsverhältnissen der Landarbeiter zu. Die Woh­nungen der Landarbeiter müßten unbedingt unter die Mieterschutzgesetze fallen. Der Redner setzt sich dann für die Umgestaltung derLandwirt- schaftskommern ein, denen mindestens ein Drittel stimmberechtigte Landarbeiter angehören müßten. Im Interesse der Landwirtschaft selbst er­sucht der Redner schließlich den Landwirtschafts­minister, den Bedürfnissen der Landarbeiter mehr Beachtung zu schenken: dadurch würde die Ardeiis- freudigkeit gehoben und die Produktion gefördert werden.

Abg. L t n d (Dtschnatl.) meint, die Hauptauf­gabe des Landwirtschaftsministers sei die Beseiti­gung der Rot der Landwirtschaft und die Produk- lionssteigerung. Die Sozialdemokratie hätte sich nur darin gefallen, Ausnahmegesetze gegen die Land­wirtschaft zu erlassen, und habe oft gezeigt, wie fremd sie den Bedürfnissen der Landwirtschaft gegen­überstehe.

Durch Akkordlöhne könne man in der Landwirtschaft eine Produktionssteigerung nicht erzielen, wohl aber durch intensive Bewirtschaftung.

Daß die Landwirtschaft heute weniger Arbeitskräfte brauche als vor dem Kriege, fei ganz selbstverständ­lich. weil sie eben mehr Maschinen besitze, die Hand­arbeit zu ersetzen. Dann wendet sich der Redner gegen die Preisdifferenzen auf dem Fleischmarkte. Während die Viehpreise unter denen der Vorkriegs­zeit lägen, seien die Fleischpreise erheblich höher als im Jahre 1913. Mit Bezug auf die Handels­verträge müßten Industrie und Landwirtschaft gleichermaßen berücksichtigt werden. Handelsverträge wie der spanische, seien daher abzulehnen

Abg. Dr. Crone-Münzebrock (Zentr.) meint, daß Deutschland infolge seiner geographischen Lage in erster Linie ein Agrarland und bei seiner dichten Bevölkerung ein Bauernland sei. Die Land­wirtschaft habe das gleiche Interesse an einem guten otanbe der heutigen Industrie, denn die in her In­dustrie Beschäftigten seien die Hauptabnehmer der Landwirtschaft. Dringend notwendig für die Exi­stenz der Gesamtwirtschaft sei eine befriedigende Lösung des Siedlungsproblems.

3n einem 3ahre nach der Inflation fei eine land­wirtschaftliche Schuldenlast von etwa 3 Milliarden entstanden.

Wenn man dabei die hohen Zinsen berücksich­tige, so zahle die Landwirtschaft heute an Zinsen für die drei Milliarden Schulden mehr, als sie früher für 12 Milliarden Schulden zu zahlen gehabt

habe. Die Steuern müßten so bemessen sein, daß sie von der Landwirtschaft ohne Inanfpruchnahme der teueren Kredite getragen werden könnten.

Die Regierung müsse baldigst einen

Zolltarif

uorlegen, wobei es darauf ankomme, die Retcu'wt zwischen den Zöllen ausrechtzuerhalten. Hätte hie Landwirtschaft im letzten Jahre den Freihandel gehabt, nur den sie im Interesse des deutschen Vo'kes vetzichtete, so würde sie jetzt anders und besser da- stehen. (Sehr richtig.) Beim spanischen Han­delsvertrag wären nach Ansicht des Redners bessere Sätze ,-,u erzielen gewesen: in seiner augen­blicklichen Geftau fei er untragbar. Zum Schluß fetzte sich der Redner unter der Zustimmung der Mitte des Hauses noch für Mindestzölle für Getreide und Vieh ein und warnt vor Massen- konkursen, die die Folge wären, wenn der Land­wirtschaft nicht umgehend unb wirkungsvoll geholfen werde.

2Ibg. Hepp (D. Vp.) wünscht programmatische Erklärungen vom Reichsernährungsminister, da nach wichtige Fragen für die Gesamtexistenz Deutschlands zur Sprache stünden. Die Entwicklung der Krise müsse mit besonderer Sorge erfüllen. 1924 habe die Landwirtschaft etwa 1' Goldmilliarden an Krediten ausnehmen müssen, von denen unge­fähr die Hälfte im Herbst d. Is. zurückgezahlt wer­den müsse. Das könne nur geschehen, wenn die Landwirtschaft, ohne die Produktionskosten zu be­rücksichtigen, verkaufe, was entbehrlich und unent­behrlich sei. Das müsse verhindert werden. Die Regierung müsse für eine Verlängerung der Kredite Sorge tragen. Zum Schluß feiner Aus­führungen wendet sich der Redner der Handels­vertragspolitik zu, die erfolgreich nur geführt wer­den könne, wenn ein Zolltarif vorhanden fei.

Finanzdebatte im Preußischen Landtag.

Berlin, 12. Mai. (T. U.) Die allgemeine Aus­sprache wird fortgesetzt. Abg. Wie m er (D. Vp.) gedenkt der schweren Lage der Finanzen. Dank ge­bühre dem preußischen Finanzministerium für die erfolgreiche Arbeit am Sanierungswerk. Seine Partei sage ihre Unterstützung zu, obwohl sie Oppo­sitionspartei fei. Dyr Redner forderte, daß die Lebensnotwendigkeiten der Länder und Gemeinden gesichert werden. Die unerträgliche Bevormundung des Reiches in steuerlicher Beziehung führe zu einer Anspannung des Zentralismus, der aber nicht zu­letzt der Reichseinheit gefährlich fei. Wir wünschen, daß bei den Verhandlungen, die im Reichstage ge­führt werden, bei der Gestaltung der Bestimmungen der Einkommensteuer irgendwie eine rückwirkende Veranlagung für 1924 nicht durchgeführt wird. Wir müssen uns abkehren von der Erzbergerschen Steuer­reform. Unsere Ausgaben für den viel zu teuren Beamtenapparat betragen 76 Prozent sämtlicher Staatsausgaben. 556 Millionen beträgt der Zuschuß für die staatliche Hoheitsverwaltm.g. 'An einer Er­höhung der Grundsteuer und der Hauszinssteuer werden meine Freunde in keiner Weise Mitwirken. 'Aufhören muß die unerträgliche steuerliche Ueber- laftung, unter der die Wirtschaft leidet. Zur wirt­schaftlichen Gesundung muß aber die politische Ge­sundung treten. Schließlich sind wir alle Kinder eines Landes und eines Volkes und müssen des­halb die Gegensätze überwinden. Abg. Falk (Dem.) erklärt, mau müsse endlich die große Verwaltungs­reform durchführen. Seine Partei Jtetye hinter dem Finanzminister, wenn er aus dem Finanzausgleich möglichst viel herausholen wolle. Eine Erhöhung der Steuern sei kaum möglich. Billiger Kredit für den gewerblichen Mittelstand ist eine Lebensnot­wendigkeit. Abg. E b e r I e i n (K.) erklärte, die Etatrede des Finanzminifters fei lüchts als eine Untetänigkeitserklärung gegenüber der Boiirgeofie und ihrer kapitalistischen Interessen.

Das Haus unterbricht hierauf die Aussprache und nimmt die Wiederholung der amtlichen 2( b - ft tmmung über die Ausschußcmträge vor, wonach die W a h l z e i t z u den P r o v i n z i a l l a n d - und Kreistagen bis zum 1. November durch­geführt fein soll. Bei der Abstimmung über diesen Gegenstand war das Haus schon dreimal beschluß­unfähig gemacht worden, da die Rechte und die Kommunisten keine Karten abgaben. Diesmal wur­den 265 «stimmen abgegeben, wobei die Wirt- schaftspartei und die Kommunisten mitftimmten. Es enthielt sich ein Abgeordneter der Stimme. Mit Ja wurden 222 Stimemn abgegeben, mit Rein 42. Der 'Antrag ist daher angenommen. Darauf wurde die Aussprache zum Etat fortgesetzt.

Abg. Müller-Franken (Wirtsch. Vgg.) beklagt die heutige steuerliche lleberfpannung, die nur die Bedürfnisse des Staates und nicht die der Wirtschaft im Auge habe und geradezu zu einer Verstaatlichung des Kapitals führe. Er schlägt weiter den Abbau des Wohlfahrtsministeriums vor, dessen Arbeiten von anderen Ministerien miterledigt wer­den könnten. Finanzminister Dr.'pker- Aschoff wendet sich gegen den Vorschlag, das Wohlfahrtsministerium abzubauen.

'Abg. Weisermel (Dtschnll.) erklärt, Spar­samkeit ist das einzige, was Preußen noch retten kann. Der Redner geht die Haushalts-Ansätze der einzelnen Verwaltungen durch und erneuert beim Haushalt des Landtages den Vorschlag, das Alter für das aktive Wahlrecht zur Verminderung der Ad- geordnetenzahl auf 25 Jahre heraufzusetzen. Einer Erhöhung der Grund- und Hauszinssteuer könne die Partei nicht zustiminen.

Aus dem Finanzausschuh des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 13. Mai. (Eig. Bericht., Der Finanzausschuß des Landtags fetzte heute feine Be­ratungen bei Kap. 109 (Hausverwaltung des Finanz­ministeriums) fort. Ein Antrag Dr. LeuchIgens, drei Stellen von Hauswarten und zwei Fernfprech- gehllfen zu streichen, wurde gegen drei Stimmen abgelehnt und das ganze Kapitel gegen 4 stimmen angenommen. Zu dem Kap. 110 (Hauptstaats- taf(e) lag ein Antrag Dr. Leuchigens vor, worin bar- auf hingewiesen wird, daß sich die Stellen hier seit 1914 von 34 auf 145 vermehrt hätten. Der Antrag verlangt dann die Streichung von 16 stellen ver­schiedener Kategorien, vom Rechnungsdirektor an- gefangen bis zum Finanzpraktikanten. Ferner ver­langt der Antrag eine Verminderung der Aushilfs- kosten von 92 376 Mk. um 50 Proz. Der 'Antrag wurde gegen drei Stimmen bei zwei Stimmenthal­tungen abgelehnt. Der Ausbau des Werkes Wöl­fersheim wurde mit einer breioiertel Mehrheit ange­nommen. Das ganze Kapitel wurde gegen bret Stimmen angenommen. Zu Kap. 111 (Landesoermef- fungsamt) lag ebenfalls ein Antrag Dr. Leuchtgens vor, die Stellen mehrerer Vermessungsrate, Ober­landmesser, mittlerer- und Unterbeamten zu streichen. 1 Ein Teil dieser Beamten könnte den freien Berufen

zugefichrt werden. Der SüUrag wurde gegen zwei Stimmen abgelehnt. Das Kap. wurde gegen zwei Stimmen genehmigt. Kapitel 112 (Bauwesen) wurde gegen zwei Stimmen angenommen. Ein Antrag Dr. ^euchtgens zu Titel 1, die Vergütun­gen für Aushilfspersonal in Höhe von 89 910_ 'Dlt. um 50 Pro;, herabzufetzen, wurde gegen zwei Stim­men abgelehnt. Ein Antrag Houry (Deutsche Vp.), an Stelle von Aushilfskräften Privatarchi­tekten bei der Vergebung von Arbeiten heranzu­ziehen, wurde dahingehend beantwortet, daß hiernach bereits vorgegangen werde und auch fernerhin der 'Antrag entsprechende Berücksichtigung finden soll. Da5 Kapitel 113 (Brücken und Ueberfahrken) wurde einstimmig genehmigt.

PeMionsausschuh des Hessischen ßanbtags.

Darmstadt, 13. Mai. Der dritte Ausschuß (Petitionsausschuß) erklärte in seiner gestrigen Sit­zung einen 'Antrag der Abg. Dr. Werner und Gen. über die Automobillandplage an Sonntagen durch eine Regierungsantwort für e r - l e d i g t. Ebenso wurden Anträge der Abg. Eberle lind Gen. über eine Verlängerung der Zucke- rungssrift des Weines für erledigt erklärt. Ein Antrag der Abg. W e ck l e r. Blank und Gen. über die Bekämpfung des Scheidenkatarrhs bei Kühen gab Veranlassung, die Regierung um weitere Bemühungen zur Bekämpfung dieser Seuche zu bitten. Itr seiner heutigen Sitzung befürwortete der 'Ausschuß die Vorstellung des Ortsvorstandes zu Kohden über die Wiedereröffnung des B ah n - v e r k e hr s auf der Haltestelle Kohden und die Vorstellung des Lehrers Feier und Gen. in Ober- Roden über die Einlegung eines Triebwagens SprendlingenUrberach. Die Regierung wird er­sticht, im Sinne der Petenten zu handeln. Ein An­trag der Abg. Blank, e dl e r und Hoff- mann- Darmstadt über die Eröffnung und Fort­führung von sog. Straußenwirschaftett wurde aber­mals zurückgestellt.

Beginn der französischen Offensive in Marokko.

Paris, 14. Mai. (TU.) Rach einem amt­lichen Bericht aus Rabat hat gestern die G e * neralof f enfibe gegen QI b b e l Krim begonnen. Der amtliche Bericht lautet: Der Be­ginn der Offensive erfolgte gestern früh nach dem Plane des Generals de Chambrun nördlich von Quergha-Ourtzagh-Tadra. Die Kolonnen des Generals Calombach griffen nach heftiger Ar­tillerie-- und Flugzeugborrichtung die Steb- lungen des Gegners an. Sie arbeiteten sich normal an den Berg heran, auf dem die Ris- leute in modernen Laufgräben verschanzt sind. Rach den letzten Meldungen war die Offensive bisher von Erfolg.

Das nene belgische Kabinett.

Brüssel, 13. Mai. (SIL) Van d e Vy- v e r e hat heute nachmittag im Parlament sein Kabinett vorgestellt. Es seht sich wie folgt zu­sammen: Finanzen und Ministerpräsident: Van de Vyvere; Justiz: Theodor: Inneres: Pullet: Landwirtschaft: Ruzette; Industrie: T s ch o f f e n; Rationale Verteidigung: General Holleban 1; Wirtschaft: Moyerson: Ko­lonien: Car ton de Tourni.

Drei Portefeuilles sind in Vertretung be­fehl' bas des Qluswärtigen durch Baron Ru­zette, das der Eisenbahnen durch Tschoffen und das Kultusministerium durch Theodor. Zn poli­tischen Kreisen ist man der Ruffassung, baß sich das Kabinett nicht wird halten können. Viel besprochen wird die Tatsache, daß bas Ministerium des Auswärtigen nicht beseht ist.

(Ein amerikanisches Memorandum in der Schulden­frage.

Paris, 14. Mai. (SU.) Der amerikanische Botschafter Herrick wird nach demAeuyvrk Herold" voraicssichtlich heute das Memoran­dum in der S ch u t b e n f r a g c überreichen. Man glaubt, baß die französische Regierung end­gültige Vorschläge zur Regelung ihrer Schulden» Verpflichtungen erst nach Ausarbeitung des Fi­nanz-Programmes unterbreiten wird.

Die In Paris erscheinenden amerikanischen Blätter melden, daß Herrick und Caillaux in den letzten Tagen wiederholt Besprechungen abhiel-- ten, die auch in Zukunft fortgesetzt werden sollen.

Kleine politische Nachrichten,

Auf die neuerliche Beschwerde des Rechtsan­waltes hat der 3., Strafsenat des Kammergerichls beschlossen, daß J'ulius Bar mal gegen eine Kaution von 200 000 Mk. aus der Untersuchungs­haft zu entlassen ist. Henry Barmat verbleibt bis auf weiteres in der Eharits, wo er sich in ärztlicher Behandlung befindet.

Echo de Paris" erfährt aus Bukarest, daß Bcnefch am 14. Mai in Wien eintrifft, um mit der österreichischen Regierung über politische und wirtschaftliche Fragen zu verhandeln. Der Haupt­zweck der Reise bestehe darin, die Anschluß- Möglichkeit an Deutschland endgültig zum Scheitern zu bringen.

Im Sejm erklärte der Berichterstatter des Ausschusses bei der Besprechung des Staatshaus­haltsplans des Kriegsministerium s, daß der Ausschuß die Ausgaben für Heereszwecke gegenüber dem Regierungsoorschlag um 70 Millio­nen Zloft) erhöht habe.

Im großen Theater in Ri oskau hat der 3. Bundeskongreß der Sowjets begon­nen. Das diplomatische Korps hat in der Zaren­loge Platz gefunden. Die Eröffnung gestaltete sich zu einer stürmischen Kundgebung für Trotzki, der in das Präsidium gewählt wurde.

Hochschulnachrichten.

Liu neuer Darmstädter Ehrendoktor.

Darmstadt, 13. Mai. (WTB.) Rektor und Senat der technischen Hochschule haben auf ein­stimmigen Antrag der Abteilung für Elektro­technik Herrn Prof. Bernhard Salomon, Gene­raldirektor der E. A. G. norm. W. Lahmeyer & Eo. Frankfurt a. M. in Anerkennung seiner hervor­ragenden Verdienste um die technische Einrichtung, Durchbildung und Betriebsführung von Kraftwerken und Netzen die Würde eines Dr.-Ing. ehrenhalber verliehen.

Aus aller Welt.

Aljrchiu Lieger im Baden-Badener Schachturnier.

Ergebnis der Schlußrunde des internatio= naten Schachturniers: SpieImann-Oesterre ich ge­wann gegen Earl-Deutschland: Dr. Treybal Tschechoslowakei verlor eine sizialtcmische Partie gegen Bogoljubow-Llkraine mit dem 40. Zug: Pates-England verlor ein Damenbauernspiel an Colle-Belgien mit dem 51. Zug Te Kolste- Holland verlor eine sizilianisch? Partie an Dr Tartakower-Oestei reich mit dem 19. Zug: Tho­mas-England verlor gegen Marshall-L1.S.21. mit dem 34. Zug: die indische Partie Rabinowitfch- Rußland gegen Mieses-Deutschland endete mit remis; ferner wurden folgende Partien remis gegeben: Riemzowitsch-Dänemark gegen Torre- Mexiko mit dem 59. Zug: Saemisch-Deutschland gegen Roselli-Italien in 30 Zügen: das Damen­bauernspiel Aljechin-Frankreich gegen Orünfelb- Oesterreich wurde mit dem 12. Zug remis und war die kürzeste Partie in diesem-Turnier: auch die Partie Reti-Oesterreich gegen Rubinstein- Polen endete mit remis. Dr. Tarrasch-Deutschland war spielfrei.

Stand des Turniers nach der Schlußrunde: Aljechin 16; Rubinstein 141 Saemisch 131;?: Dogoljubow 13; Marshall und Dr. Tartakowei 121 Rabinowitsch 12; Grünfeld 111 ?; Riemzo- witsch 11; Torre IO1?; Reti. Dr. Treybal uni» Spielmann 10; Carl 9 Punkte; QJateä 8; Ro- felli, Dr. Tarrasch Zl/_,; Colle 7; Mieses 61/.1; Thomas 6; Te Kolste l1/.-

Den ersten Preis errang somit 211jechin (Frankreich) ungeschlqgen. 21m Donnerstag findet; die P r e i s v e r t e i l u n g statt.

Tödlicher Absturz eines Fliegers.

Rach einer Meldung aus Breslau stürzte auf dem Gandauer Flugplatz bei einem Probeflug mit einem Flugzeug der Chefpilot von der Marwitz ab. Der Flieger war sofort t o t.

Opfer des Rummelplatzes.

Rach einer Meldung aus Oppeln wurde wäh­rend eines S ch ü tz e n f e st e s auf einem Rummel­platz aus einem sogenannten Teufelswagen ein Mann und eine Frau herausgeschleudert. Der Mann erlitt einen Schädelbruch, die Frau wurde ebenfalls schwer verletzt. Der Mann ist bereits feinen Ver­letzungen erlegen.

Stratzenunfall in Berlin.

Berlin, 13. Mai. lTLTB. Funkspruch.) Cm schwerer Zusammenstoß zwischen einem Feuer-- Wehrfahrzeug und einem Omnibus er­eignete sich in der letzten Rächt an einer Straßen­kreuzung. Durch den Zusammenstoß wurden etwa 20 Insassen des Omnibusses mehr oder weniger schwer verletzt. Die Verunglückten wurden teils nach den nächsten Rettungsstationen, teils nach Krankenhäusern gebracht.

Ein neuer Felssturz in Helgoland.

Ruf Helgoland hat sich wieder ein Felssturz ereignet, der den beiden voraus­gegangenen an Umfang gleichkommt.

Hinrichtung eines Massenmörders.

Der Massenmörder Zosef Molnar Toth, der seine Geliebte, deren Kind und Eltern er­mordet hat, um sich in den Besitz ihres Hauses und Vermögens zu sehen, ist, nachdem sein Gna­dengesuch abgewiesen worden war, in Buda­pest erhängt worden.

Deutsche Kulturwoche in Floren;.

Auf der Internationalen B u ch in e j f e wurde in Anwesenheit italienischer und ausländischer Persönlichkeiten die Deutsche Kulturwoche feierlich eröffnet. Reden wurden von dem Präsi­denten des Ausschusses Vacchelli und von dem deut­schen Konsul Stiller gehalten. Darauf behandelte Professor von Wilamowitz-Möllendorf in einem Vortrag die Entwicklung der archäologischen For fdjungen betreffend die Kulturgeschichte des 'Alter­tums während der letzten 50 Jahre.

Polizeikongreß in Aeuhork.

Der internationale Polizeikon - greh wurde am Mittwoch offiziell eröffnet Der Wiener Polizeipräsident Schober war Gast des Reuyorker Bürgermeisters Hylan und nahm an einer Parade der Reuyorker Polizei teil.

Wettervoraussage.

Meist heiter, tagsüber warm, trocken oder lokale Gewitterneigung.

Der sommerliche Witterungscharakter der letz­ten Tage dauert fort. Die verstärkte Sonnenein strahlung bedingte <*.rn starken Anstieg der Tagestemperaturen, so daß das Tagesmittel für den Beobachtungsort um ca. 2,5 Grad Celsius über dem zwanzigjährigen Monatsmittel lag. Das Zentrum des von Südwesten vorgerückten Hochs hat sich nach Norddeutschland und dem Küstengebiet ver­lagert, während in Süddeutschland leichter Druck­fall eingetreten ist.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 14. Mai 1925. !

Die Reichsmiete seit der Festigung der Währung.

Meine Abhandlung in Nr. 109 bedarf einer Be­richtigung.

Nachträglich hat das Ministerium für Ar­beit und Wirtschaft unterin 29. April 1925 (Darm­städter Zeitung vom 30. April 1925) eine Bekannt­machung erlassen, die ich in der übrigen Presse bis­her nicht gelesen habe (Wir hatten die Mitteilung in unserer Nr. 101 abgedruckt. D. Red.), folgenden Inhalts:

Vielfachen Wünschen entsprechend, geben wir hiermit bekannt, daß in dem Mietsatz von 80 v. H. der Friedensmiete, wie er zur Zeit besteht, 1 4 v. H. s ü r l a u f e n d e Instandsetzungs­kosten enthalten sind."

Meine Auffassung, daß die in § 6 (bzw. Art. 6 der hessischen Ausführungsbestimmungen) erwähnte Befugnis der I n ft a n b f e tj u n $ s ft c 11 c illuso­risch geworden sei, trifft hiernach jetzt nicht mehr zu. Da ein bestimmter Hundertsatz feststeht, kann sie also nach wie vor bei Verweigerung des Vermieters eine Instandsetzungsarbeit selbst vornehmen lasten und anordnen, daß der Mieter den entsprechenden Teil des Mietpreises (also z. Z. 14 Proz.) an die Instandsetzungsstelle zu entrichten hat.

Im übrigen ist an meinen Ausführungen nichts zu ändern; insbesondere sind die übrigen Posten, aus denen sich die Reichsmiete zusammensetzt (Betriebs­kosten und große Instandsetzungskosten), bis jetzt nicht spezialisiert. O. Schröder.

tzsicfic am

Autler

Ä-

Mckcn 30 w-

ipE.^ iWe.

-5er Kirch Desth Mckmg r>c Aaslelv- Stcnbortaltc Hommandeu scheiden de weiten Kre>

bl Li Privatdoze wirst, dal. wird, einen (flemeinbe . Xuf W

" -Der iiison. del dem 2legim< mcnlskomma wurde, nah r-ollen Derlo M zu Ehl auch gestern ichenmenge Klängen de slernden W unter dem $ große Sch voraus uni M« der C lustigen d ölrabc, K Teuen 2c anlage - t Philipp-Pl dem Aegun gebracht tri die gewaltij der Mitbük! ton Beifall1 hielt Oberst die Truppe. Dank für brachte und Treue und Mrltmbe giment Ehre N Tat laMM, i iiimmle, Wt flacker mit klingen

*

'2e lende, die weg Swim auf folgend macht: Ülbfc oder Mittw! on Montag lincr Bhf. al ?winemündc Wen ab U s'lreitag) u. Arberg an

ab König giftige Geb Mau Hafen «to nachm. -onnerstag t &rlin Stell» alter Bhf. Q 1.09 naK1 i. Neu 'ttn, ged "Wr Wegw. ben ?a$C aI ? h'nzuweis ?'"« km Meintahnt 3?nl a ^unddgl.,;

Obrere,,

Staat lJ &

11

Schweiz, ^eituJ