tsHLttz uttö '_5aö SalzllvNrf. ’-fluy Sen Zwenages- Fahrten sollen Gdertalsperre, Waldeck, Bad Waldungen, Wichelmshöhe bei Kassel, Odenwald mit det Bergstraße, Limburg, Bad Ems, Koblenz besucht werden.
^(Dad-Nauheim, 14. April. Die O st e r- feiertags brachten unserer Badestadt einen riesigen Verkehr. Diele Hwrderte Gäste aus den größeren Städten Mitteldeutschlands verlebten hier die Ostertage. Zahlreiche Hotels hatten vollauf zu tun. Dazu kamen Tausende von Passanten, die den Ausflugsorteir und Sommerrestaurants für zahlreiche Arbeit sorgten. Die Gewitter zogen bei uns vorbei und verschonten uns mit Niederschlägen, so daß der Freindenverkehr ungehindert vonstatten gehen konnte. Das kirchlich Leben zeigte an beiden Feiertagen gefüllte Häuser. Ein Höhepunkt war wieder die althergebrachte Osterfeier am 1. Feiertag auf dem Johannisberg, wo seit denr Untergang der alten Dergkirche alljährlich die Bewohner Nauheims und der Nachbarorte sich zu ernster Feier versammeln. Kirchenrat Wisstg hielt vor gr-vher Gemeinde die gedankentiefe Osterpredigt auf dem Berge.
Kreis Büdingen«
„?“ Nidd a. 12. April. Mit derAmwand- (u ng unserer Höheren Bürgerschule in eine Realschule, die bereits im neuen Schuljahr wirksam wird, sieht sich die Gemeinde gezwungen, auf schnellstem Wege einen Neubau für düese Schule zu schaffen. Die Räumlichkeiten der seitherigen Bürgerschule sind ungenügend und können selbst als Notbehelf nur für kürzeste Zeit in Frage kommen. Außerdem werden sie von der hiesigen Volksschule, die gleichfalls an Raummangel leidet, dringend gebraucht. Die Platz- frage für den Realschulneubau beschäftigt bereits lebhaft die öffentliche Meinung, und verschiedene Vorschläge werden in ihrem Für und Wider angelegentlich erörtert.
Kreis Schotten
§ Ulrichstein, 13. April. Am 1. Oster- feiertag fand hier im Morgengottesdienst die Glockenweihe statt: der Gesangverein brachte nach der Weihe, die der Ortsgeistliche vornahm, ein „Lied zur Glockenweihe" in vollendeter Weise zum Vortrag. Das neue Geläut ist auf die Töne a—c—d abgestimmt, und zwar, wie das Gutachten des Sachverständigen, der die Glocken prüfte, Studienrat Dorngässer -Darmstadt, hervorhebt, in seltener Genauigkeit. Der Klang ist bei allen Glocken überaus klar und voll, so daß das Geläut außerordentlich schön geworden ist, wozu die Gemeinde nur zu beglückwünschen ist.
§ Feldkrücken, 13. April. Wie üblich, fand hier am 1. Osterfeiertag morgens um i o? Uhr auf dem Friedhof eine Oster- andacht statt: das Wetter war zwar kühl, aber sonst nicht ungünstig.
Kreis Alsfeld<
o. Alsfeld, II. April. GegeNdieDer - fetjung des Studienrates van der Schmitt von der Offenbacher Oberrealschule an die Oberrealschule zu Alsfeld richtet sich eine Kundgebung Der Alsfelder Eltern, die eine diesbezügliche Entschließung faßten. Nunmehr hat auch der Verein ehemaliger Realschüler zu der Frage Stellung genommen und eine mit zahlreichen Unterschriften versehene Eingabe an das Hessische Landesamt für das Dil- dungswesen abgeschickt: aujch Haben bereits persönliche Verhandlungen über die Angelegenheit mit der Behörde stattgefunden. Dan der ^Schmitt ist Mitglied des Offenbacher Gemeinderats und Anhänger der K o m m u - y "n istifchen Partei. Als solcher ist er agita= , torisch in die Erscheinung getreten und hat dort r durch seine politische Betätigung Anstoß erregt. (In Offenbach ist van der Schmitt wegen seines üblen agitatorischen Auftveteirs zu einer der mißliebigsten Personen geworden. D. Red.)
Starkenburg und Nheinhefsen.
' Darmstadt, 11. April. Im Stadthaus ist nm Mittwoch die Hessische Flugbetriebs- Aktiengesellschaft (Hefag) gegründet worden. Fabrikant Lust und Bankier G u t h m a n n vom Bankhaus Nauheim u. Co. in Darmstadt, Volkmar von Arnim von der Aero-Lloyd- A.-G. in Berlin, Bürgermeister D a u b und Bürgermeister Mueller in Darmstadt sind die Gründer. Der h e s s is ch e Staat hat sich einen Aussichtsratssitz vorbehalten. Als technischer Leiter fungiert der Inhaber des Lehrstuhls für Luftschisiahrt an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, Professor C. E b e r ha r d t. Die Gesellschaft ist auf gemeinnütziger Grundlage errichtet. Die Verkehrsfluge beginnen am 15. Mai. Große flugsportliche Veranstaltungen stehen für den Sommer in Darmstadt bevor.
* Darmstadt, 13. April. Der Vorsitzende des Verbandes Hessischer Regimentsoereine, Generalleutnant a. D. v. Kleinschmidt in Darmstadt, begeht am 15. April sein 50jäh- riges Mili t ä r j u b i l ä um. 31 Jahre hat er dem Großh. Hess. Artilleriekorps in verschiedenen Dienststellen angehört. Im Jahre 1912 war er wegen Krankheit zur Disposition gestellt worden. übernahm aber nach Kriegsausbruch verschiedene Kommandos an der Ost- und Westfront und hat bei entscheidenden Kämpfen mitgewirtt.
Kreis Wetzlar.
r. Garbenheim, 13. April. Unser Ort, 6er auch als „Goethes Wachlheim" bekannt ist, wird von Freunden des großen Dichters, tlber auch seiner anmutigen Lage wegen gerni besucht. Auf dem von Linden beschatteten Platze! vor der Gastwirtschaft Henopp hielt sich der xujgendli-che Dichter mit Vorliebe aut. Noch heute beschatten die Goethelinden ben Platz Die frühere alte Wirtschaft, die Goethe besuchte, hat einem größeren Neubau weichen müssen. Im Jahre 1772 wurde der Ort ost von Goethe, welcher damals am Reichskammergericht in Wetzlar beschäftigt war, besucht. Er beschreibt unfci'n) Ort aus damaliger Zeit in seinem „Werthersl Leiden" in solgender Weise: „Die Lage an einem Hügel ist interessant, und toeirn man oben auf dem Fußpfad zum Dorfe herausgeht, übersieht man auf einmal das ganze Tal. — Eine gute» Wirtin, die gefällig unü munter in ihrem Alter, schänkt Wein, Bier, Kaffee, und, was über alles tzeht, sind zwei ßinben, die mit ausgebreiteten Aesten den (lernen Platz vor der Kirche bedecken, der ringsum jirit Bauernhäusern, Scheunen und
Hosen etngei<yivffen rfl." '2im DunDertiapngenj Geburtstage des großen Dichters, am 28. August 1849, hat man it>m auf dem Platze vor der Kirche ein Denkmal gesetzt.
Hessen-Nassau.
fpd. Frankfurt a. M., 13. April. In den letzten Tagen trat ein Betrügerin verschiedenen Städten mit einem neuartigen Trick auf. Er besucht Familien, die Angehörige in Amerika haben, und stellt sich als Zollbeamter eines Hauptzollamtes — zuletzt gab er Kassel an — vor mit der Mitteilung, daß im Zollamts Pakete aus Amerika angenommen seien, aber nicht ausge- händigt werden könnten, da nicht alle Zollforrnall- täten erfüllt ober die Postgebühren nicht bezahlt oder die Aufschriften ungenau feien. Er erbietet sich, die Pakete zu besorgen, wenn man ihm die entsprechenden „Gebühren" entrichtet. Der Schwindler, der sehr sicher und gewandt auftritt, quittiert sogar öfter feine „Gebühren" mit dem Namen Hans Schneider. Meist verlangt er Summen zwischen 5 und 10 Mk .Er konnte noch nicht ergriffen werden. — In einer größeren Tuchhandlung zu Darmstadt, sprach ein angeblicher Student der Technischen Hochschule vor und kaufte für 108 Mark Stoff. Er gab an, er fei Ungar und nannte sich Dasso (Beraia. Er zahlte mit einer 5000- fironennote und ließ sich auf eine weitere 1009- Kronennote 25 Mk. „Vorschuß" herausgeben unter der Versicherung, innerhalb einiger Stunden wiederzukommen, wenn er sein Geld auf der Bank gewechselt habe. Als der Schwindler nicht wiederkam, stellte sich auf Erkundigung heraus, daß die firo- nennoten nur wenige Mark wert sind. Da der Schwindler versuchen dürste, auch in anderen Städten sein Heil zu versuchen, wird vor ihm gewarnt.
Kirche und Schule
Wg. Gedern, 9. April. Einen Höhepunkt im kirchlichen Gemeindeleben bildete die hier in den Tagen vom 29. März bis 5. April von dem Oberhessischen Ausschuß für Volksmission (Vorsitzender Oberpfarrer Knodt, Schlitz) veranstaltete Evangelisationswoche. Allabendlich fand in der Kirche ein religiöser Vortrag statt, in welchem von Pastor H o r st , früher in Nordamerika tätig, das Generalthema „Der Himmel nach den verschiedensten Seiten hin behandelt wurde. Von Abend zu Abend mehrte sich die Zahl der Zuhörer, ein Beweis dafür, daß nicht nur der Vortragsslofs ein starkes Interesse hervorrief, sondern daß es auch der Redner meisterhaft verstand, die Herzen und Gewissen zu packen. Rücksichtslos ging er mit den Volksschäden ins Gericht und wies mit ernsten Mahnungen darauf hin, daß es nur besser werde, wenn man wieder bewußt zum Evangelium als der wahren Lebens- guelle zurückkehre. Cs steht zu hoffen, daß die Darbietungen dieser Evangelisationswoche reichen Segen bringen werden. Für die Zwecke der Volksmission gingen an Kollekten 187,— Mark ein. - Im Sommer ist die Veranstaltung eines größeren Volks missionsfest es für Gedern und Umgebung geplant, das bei gutem Wetter als Waldfest, bei ungünstiger Witterung in der Kirche gefeiert werden soll.
WirtschasL.
Autzenhaudelsprobleme.
Die Oessentlichkeit ist nur wenig ober gar nicht davon unterrichtet, wie außerorbentlich nüchtern unb langwierig bie Verhandlungen über bie Wirtschaf tsvrtrage mit den einzelnen Staaten fortschreiten. Dabei ist die Lage Deutsch- lanbs burchaus nicht so günstig, wie vielfach im In- lanb angenommen wirb. Gewiß, unter normalen Verhältnissen ist unb bleibt Deutchlanb ein Markt von starker Kaufkraft, aber gerabe biese normalen Verhältnisse liegen einstweilen noch im weiten Felde. Inzwischen verschlechtert sich die deutsche Handelsbilanz von Monat zu Monat, ohne daß das deutsche Volk den ungewöhnlichen Ernst dieser Entwicklung erkennt. Während der Außenhandel für 1924 noch mit einem Fehlbetrag von 2,7 Milliarden abschloß, haben die beiden ersten Monate 1925 schon einen Fehlbetrag von saft 1,2 Milliarden Mark erbracht. Auf das Jahr umgerechnet, würde das einen Pasfivsaldo von sechs bis sieben Milliarden Mark ausmachen, wobei noch vorausgesetzt wird, daß sich die übrigen zehn Monate des Jahres besser anlassen, als der schwarze Februar unb ber noch schwärzere Januar.
Als bie Tatsachen unb Ziffsern des Außenhandels für 1924 bekannt wurden, gab es merkwürdigerweise eilfertige Federn, die nachzuweisen suchten, daß von einem Fehlbetrag keine Rede sein könne. Unb zwar beshalb, weil es gelang, m i t den Mitteln ber Zahlungsbilanz ben Passivsalbo auszugleichen. Unsere finanzielle Lage ist inbessen nicht so beschaffen, baß wir vielleicht im Herbst bieses Jahres eine neue Anleihe aufzubrin- gen vermögen, ganz abgesehen bavon, baß sich in biesem Jahre nicht noch einmal angesammelte Devisen in Hohe von einer Milliarbe abstoßen lassen. Aus ber anberen Seite: Ans ber Zahlungsbilanz allein können wir in diesem Jahr erst recht nicht den Fehlbetrag abdecken, nicht einmal die 1,2 Milliarden, die schon in den ersten beiden Monaten entstanden sind. Eine Senkung der Einfuhr ist nicht durchführbar, weil wir beispielsweise viel mehr auf bie Einfuhr von Rohstoffen angewiesen sinb, als vor dem Kriege. Im Jahr 1913 führten wir Rohstoffe und halbfertige Waren im Gesamtwert von 6,5 Milliarden Mark ein. Dem stand eine Ausfuhr fertiger und halbsertiger Waren von acht Milliarden gegenüber. Mit dem lieberschuß von fast drei Milliarden Mark konnten mir allein die Einfuhr von Nahrungs- und Genußmitteln in Höhe von drei Milliarden Mark decken. Auf ber Grundlage der Vorkriegswerte haben wir im Januar und Februar 1924 für 900 Millionen Mark Rohstoffe und halbfertige Waren eingeführt, was für das ganze Jahr 5,4 Milliarden Mark ausmachen würbe. Dagegen betrug bie Ausfuhr fertiger unb halbfertiger Waren rund 900 Millionen Mark, was einem Jahresumschlag von 5,4 Milliarben Mark gleich käme. Das sinb an sich 2,6 Milliarden Mark we- niger als in der Vorkriegszeit, was ungefähr der Summe entspricht, für die wir Nahrungs- und Ge- mißmittel einführen müssen. In den beiden ersten Monaten 1925 machte dieser Posten 430 Millionen Mark aus, gleich 2,5 Milliarben Mark für bas ganzc Jahr. Mit anberen Worten, ber Ertrag un
seres Autzenyanoeis reicht wohl aus, die Rohstost- einfuhr zu decken, aber nicht bie ber Nahrungs- und Genußmittel.
Es ist klar, baß sich dieser Posten nicht herabbrücken läßt, denn ber Verlust der (Betreibegebiete im Osten zwingt uns sogar zur Roggen ein - suhr, während wir vor dem Kriege fünf- bis sechshunderttausend Tonnen Roggen mehr ausführen als einführen konnten. Mit dem Ertrag der Roggenausfuhr im Wert von achtzig Millionen waren wir in der Lage, die Weizeneinfuhr aus den Vereinigten Staaten im Betrage von 78 Millionen Mark au bezahlen! Jrn Jahre 1924 haben wir aber fast 500 000 Tonnen Roggen mehr einführen müssen, bie unsere Hanbelsbilanz mit runb 100 Millionen Mark Gegenwartswert belasten. Unter ben Nahrungs- unb Genußmitteln befinbet sich kein Posten, ber ohne Nachteil für bie Volks- gesunbheit eine Senkung verträgt. Nicht einmal bei Wein unb Most, zumal wir hier auch aus handelspolitischen Gründen den Haupterzeugungsländern entgegenkommen müssen.
Was viel zu wenig beachtet wirb, das ist, daß die Tragsäule des deutschen Außenhandels der Vorkriegszeit, bie E i s e n i n b u ft r i e, am stärksten erschüttert ist. Trotzbem wir vor bem Krige über bie lothringische unb luxemburgische Minette verfügten, haben 'wir 1913 für 227 Millionen Mark Eisenerz e i n g e s ü h r t. Im Jahre 1924 waren es nur noch für 40 Millionen Mark Vorkriegswert, obschon wir bie lothringischen unb oberschlesischen Erzvorkommen verloren haben. Es ist kein Trost, baß bie Einfuhr von Rohbaumwolle unb Rohtabak sich ungefähr auf ber Höhe ber Vorkriegszeit halten, zumal sie ja wesentlich nur für bie Versorgung des Jnlanbmarktes in Frage kommen. Während vor bem Kriege der Ausfuhrwert der Grxeugniffe der gesamten Eisenindustrie zwei Milliarden überstieg, erreichen wir heute nicht einmal mehr eine Milliarde Mark nach dem Vorkriegswert. Das zeigt, von welch außerordentlicher Bedeutung für die deutsche Wirtschaft das Produktionsproblem ist. Ob wir künftig die notwendige Einfuhr an Nahrungsmitteln und Rohstoffen bezahlen können, hängt von ber Steigerung ber Jnlanbproduktion ab, sowie bavon, dem scharfen Wettbewerb auf ben Auslanbmärten zu begegnen. Das Problem ist baburch befonbers verwickelt, weil Frankreich feine Überproduktion an Eisen und Stahl zu Schleuderpreisen abzusetzen sucht, was wieder die deutsche Industrie zwingt, weit unter Gestehungskosten anzubieten. Hier muß der Ausgleich durch die Steigerung der Produktion geschaffen werden, die gerade deshalb das Kernproblem ber deutschen Wirtschaft ist.
Die KostlenprodnkLion in Hessen.
Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaates Hessen weist für den Monat März 1925 folgende Zahlen nach: An Aoh- braunkohlen wurden gefördert 38 444 Tonnen, verkauft wurden davon 17 037 Tonnen, der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt.
Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden in der Hauptsache Schwelereiprodukte erzeugt. Außerdem wurden in Hessen eine Anzahl Tonnen Steinprehkohlen erzeugt.
Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes uni> Selbst Verbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 18 785 Tonnen Rohkohlen, 8 Tonnen Briketts, 58 Tonnen Naßpreßsteine, zusammen 18 851 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlen- Produkte im Gesamtwert von 76 368 Rm.
Der Saatenstand im Deutschen Reiche Anfang April.
Dank dem außerordentlich milden und schnee- armen Winter sind die im Herbst bestellten Saaten allgemein gut durch den Winter gekommen. Auswinterungsschäden dürften in diesem Jahre nur in verhältnismäßig geringem Umfange entstanden sein.
Die Saaten haben sich im allgemeinen günstig entwickelt. Ihr Stand wird zumeist als gut, teilweise sogar als üppig bezeichnet. Bei den Roggen- und Gerstensaaten zeigen sich in manchen Gegenden als Folge des Nachwinters im März zwar gelbliche Stellen, die sich bei anhaltender günstiger Frühjahrswitterung jedoch bald wieder verlieren dürften.
Während durch die Witterung im allgemeinen Winterschäden nicht entstanden sind, ist an- dernteils vielfach großer Schaden durch tierische Schädlinge, hauptsächlich durch Ackerschnecken, Mäuse und Krähen, verursacht worden, wodurch bereits Umpflügungen notwendig geworden sind.
Die Frühjahrsbestellung der Felder, welche durch die Ungunst des Märzwetters zeitweise unterbrochen wurde, ist nunmehr überall im Gange.
* D i e Münzprägung im März. Im März 1925 sind in Öen sechs Münzstätten an Reichsmünzen geprägt worden: Für 3 286 857 Reichsmark Einmarkstücke (jetziger Umlauf 158 899 733 RM): für 1 739 838 RM. Dreimarkstücke (135 006 633 RM): für 272810,78 RM Einpfennigstücke (2 685 443,19 RM): für 197 821,24 RM. Zweipfennigstücke (4 922 044,14 Reichsmark): für 2333546,35 RM. Fünfpfennigstücke (23 123 482,35 RM): für 5041 310,70 RM. Zehnpfennigstücke (49 342 211,40 RM.) und für 101 534 RM. Fünfzigpfennigstücke (108 907 649 Reichsmark).
* Deutsche Kohle für die italienischen Staatsbahnen. Wie der DHD. erfährt, ist zwischen der Ruhrkohle A.-G. und Der italienischen Staatseisenbahn ein Vertrag abgeschlossen worden, nach dein die italienische Staatseisenbahn jährlich ca. 2 Millionen Tonnen Kohlen abnimmt. Der Vertrag ist den beiden Regierungen zur Genehmigung vorgelegt worden: es besteht begründete Aussicht, daß seins Abmachungen anerkannt werden.
Betriebs ft illegun gen bei ber Deutsch-Luxem bnrgisch en Bergwerk s- unb H ü 11 e n - A. - G. Das Steinkohlenbergwerk Hasenwinkel ist nunmehr ganz stillgelegt worben: die Gebäube sinb zum großen Teil abgebrochen. Auf ber Zeche „Fricblicher Nachbar" wirb nur noch bie Hälfte ber früheren Belegschaft beschäftigt. Weitere Entlassungen stehen auch auf anderen Ruhr- zechen bevor, so auf ber Zeche „Kaiser Friebrich" unb auf ber Zeche „Louise Tiefbau" bei Dortmund Die Zeche Wienbahlsbank in Kruckel bei
Annen ist stlllgelegt worben. Es schweben Derhanü- hingen über ben Verkauf dieser Zechen an die 23er« einigten Elektrizitätswerke Westfalen.
* Maschinenfabrik Hartmann 21.®., Offenbach a. M. Die Gesellschaft wird in einer am 30. April stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung die Papiermarkbilanz für das Geschäftsjahr 1923,24. die Reichsmarkeröffnungs- bilanz per 1. Juli 1924 sowie den Rechnungsabschluß für das Teilgeschäftsjahr vom l.Juli bis 31. Dezember 1924 vorlegen. Das Aktien* kapital wird im Verhältnis 5: 1 von 5 Mill. Pm. auf 1 Mill. Rm. (Friedenskapital 1 Mill, Mk.) herabgesetzt.
Eingesandt,
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artuet übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung )
Wie man heutzutage den Wohnungsbau „fördert".
Die Redaktion des „Gieß. Anz." unb Herr G. I. haben allgemeinen Dank verblend byrd) die Ver- ösfentlichung des „Eingesandt" betr. bie Wohnungsnot unb Erschwerung des Bauens burch Kosten ufw. in Nr. 68 vorn 21. März. Die Wohnungsnot in Dorf unb Stabt bewegt bie weitesten Kreise unseres Volkes, bas immer mehr verelenbet unb bereits beginnt, abzunehmen. (Nr. 70, Hagel: Zur Frage ber Sieblung.) Zum Beweise bafür, welche „Förbe- rung" heute der kleine Mann beim Bau eines Häuschens erfährt, fei es gestattet, einige fachliche Mitteilungen über Kosten, Steuer ufw. zu machen.
1. Mein Neffe entschloß sich zum Bau eines Häuschens. Einen passenden Bauplatz erwarb er sich durch Tausch gegen zwei kleine Grundstücke. Für diesen Tausch hatte er an Kosten zu zahlen: l.Erund- erwerbssteuer: 2. Landeszuschlag: 3. Gemeinbezu- schlag: 4. Beurkunbungsgebühr: 5. Pauschsatz: 6. Eintragungsgebühr: 7. Fortführungsgebühr: 8. Schreibgebühren: 9. Ortsgerichtskosten: 10. Be- hänbigungsgebühren. Summa: 116,75 Mark. Für triefen Kostenbetrag hätte man vor wenigen Jahren dies ganze Bapplätzchen kaufen können.
2. Als wir f. Z. lasen, baß vom Staate ben kleinen Leuten entsprechenbe Baubarlehen gewährt würben, erfuhr mein Nesse bei Nachfrage am Kreis- amt, baß für unseren Kreis ein geringer Betrag zur Verfügung stände, unb für Anteile bewürben sich aber etwa 300 Bebürstige. Er erhielt also keinen Pfennig Staatsbarlehen, wovon soviel geredet wurde.
3. Von ber „Sonbersteuer für bebauten Grundbesitz" hofften wir, würde doch der kleine Mann, ber selber in Baunot stecke, befreit werden. Es war ein Irrtum, wie wir vom Finanzamt erfuhren. Auch das Finanzministerium, dessen Hilfe wir an- riefen, bestätigte es. So muß mein Neffe heute noch diese „Sondersteuer für bebauten Grundbesitz" als Mieter mitzahlen, wenn er auch selber unter schweren Baulasten seufzt. — Natürlich freut er sich dessen ungemein, und mit ihm wohl mancher Lei- densgenosfe.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aris der „Radio-Amschau*.;
Dienstag, 14. April:
■t.20 Ahr: Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uf>r: Nachmittags-Konzert: des Hausorchesters: Gilbert. 1. Massary-Trvt a, d. Operette „Prinzessin Olala". 2. Potpourris a. t>. Operette „Die keusche Su- sanna".. 3. „Komm Liebchen Wander" a. d. Oper „Katja die Tänzerin". 4. Der ersten Liebe golddne Zeit, Walzer. 5. Im Opiumrausch a. „Die Reise um die Erbe in 40 Tagen". 6. Potpourris a. „Die Kinokönigin". 7. Serenade raffe. 8. Pagentanz a. d. Operette „Das Weib in Purpur". 6 llfjr; Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Ahr: Die Lese- ftunäc (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 7 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 8 bis 8.30 Ahr: Vortrag von Otto Schwerin: „Moderne Schwindler- und Gaunertricks". 8.30 Ahr. Liebeslieder und Duette, vorgetragen von Fritz unb Else Trautvetter--Rode. Anschließend Nachrichten. Wette/ireldung, Sportbericht. 10 bis 11 Ahr: Tanzmusik der Kapelle Pinkus Langer.
Mittwoch, 15. April:
12 Ahr: Nachrichtendienst. 4 Ahr. Wirk« schaftsmeldungen. 4 Ahr: Kinderstunde: Das Eselein, ein Märchenspiel in 4 Aufzügen von Anna Bethe-Kuhn. 4.20 Ahr: Nachrichtendienst. 5.30 bis 7 Ahr. Nachmittagskonzert des Haus- orcheslers: Walzer. 1. Walzer, du mein Walzer, O. Strauß. 2. Wo die Zitronen blühn, I. Strauß. 3. Kavalierwalzer. Nedbal. 4. Walzer „Klein- Idas Blumen", Klenau. 5. Süße Mädts, Reinhardt. 6. La Dalse, Ravel. 7. Rote Rosen, Lehar. 7 Ahr: Witrschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 Ahr: Die Besprechung (Literarischer Teil) 7.30 bis 8 Ahr: Funkhochschule. Paul Bekter: „Musikgeschichtliche Wandlungen". 18. Vortrag: „Wagner, Verdi, Dizet". 8 bis 8.30 Ahr: „Die Allgemeinbedeutung der technkschen Fortschritte der Vinnenschissahrt", Vortrag, versaht von Reg.- Rat Dr.-Jng. W. Teubert-Mannheim. 8.30—9.30 Ahr: Aebertragung von Kassel: Kammermusikabend. Klarinettenquintett in A=Sur, W. A. Mozart. (Allegro-Larghetto-Minuetto-Allegretto: Thema con variazioni). 9.30 Ahr: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Der kehrsnachrichten, Sportbericht. 10 bis 11 Ahr: Vortragsabend Jean Moreau.
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