flr. tf Erster Slatt
<75. Jahrgang
Mittwoch, <4. Januar <925
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Heimat im Bild.
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Die deutsch-ftanzösische Krisis.
Die Stellung Clsaß-Lothringens. — Die Kraftprobe.
Die Hoffnung, daß eS wenigstens unmittelbar nach dem 10.Januar zu einer provisorischen Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich über die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen kommen werde, ist durch die Ereignisse vom Dienstag fast beseitigt worden. Die französische Presse ist sich einig darüber, daß die Schuld ausschließlich auf der Seite der deutschen Anterhündler liege. Man wird daran erinnern müssen, daß beim Zustandekommen der Einigung zwischen Deutschland und England Ende November 1924 die chauvinistische Presse in Paris eine Fülle von Schmähungen über Deutschland ausschüttete. Man scheint es in Frankreich als selbstverständlich angesehen zu haben, dah Deutschland in wirt- sc^lftlichen Lebensfragen die ihm durch den Der» sailler Vertrag auferlegte Last vom 11. Januar 1925 an freiwillig wetter tragen werde.
Die deutsche Delegation unter Führung des Staatssekretärs Trendelenburg hat sich von einem erheblichen Teil der deutschen Interessenten den Vorwurf gefallen lassen müssen, dah sie in den Verhandlungen mit Frankreich allzu entgegenkommend gewesen sei. Jetzt behaupten die französischen Zeitungen, die deutsche Delegation habe zu keiner Zeit der Verhandlungen auf französische Vorschläge klare Antworten gegeben oder ihrerseits präzise Gegenangebote gemacht. Das hysterische Geschimpfe der französischen Presse geht an dem Kernpunkt des Problems vorbei.
Dis zum 10. Januar haben wir es uns gefallen lassen müssen, dah ein unter Mißachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker vom Deutschen Reiche losgebrochener Landestell — Dlsah-Lothringen — die früheren wirtschaftlichen Vorrechte aus der staallichen Zugehörigkeit zu Deutschland weiter genoß, v 0 l i t i s ch dagegen dem französischen Staat r i n v e r l e i b t und außerdem noch planmäßig seiner angestammten Kulturgüter beraubt wurde. Selbst wenn Elsah-Lothringen — was bekanntlich nicht der Fall ist — eine überwiegend französische Bevölkerung hätte, hätte Frankreich in fünf Jahren den Beweis erbringen müssen, daß es dem neuerworbenen Gebiet ein sicherer Hort der materiellen Wohlfahrt zu sein imstande ist. In Wirklichkeit ist es den Franzosen nicht gelungen, Elsah-Lothringen auch wirtschaftlich zu einem gesund durchbluteten Glied des Staates zu machen. Run mutet man uns zu, wir sollten auf die französische ün= fähigkeit Rücksicht nehmen und das fünfjährige Provisorium auf unbestimmte Zeit verlängern. Die französischen Chauvinisten stellen die Dinge so dar, als ob wir uns mit einer Verlängerung der Ausnahmebestimmungen zugunsten Clsaß-Lothringens überhaupt erst die Gnade erkaufen könnten, dah Frankreich mit uns einen Wirtschaftsvertrag abzuschliehen geruht. Es ist nicht Freude an einem „frischen fröhlichen Wirtschaftskrieg", wenn wir eine solche Zumutung zurüctweifcn. Vielmehr hat sich in Deutschland die Aeberzeugung verbreitet, daß dem von uns jahrelang mit unendlicher Geduld getragenen französischen Hochmut einmal gründlich der Star- gestochen werden muß. Anders wird es nicht gelingen, die früher verfeindeten europäischen Staaten von den Methoden der Gewaltanwendung und des Diktats weg- und zu der Methode friedlicher Verhandlungen hinzuführen.
Die deutsche Delegation hat am-Dienstag einen knappen Bericht über den Stand der Verhandlungen veröffentlicht. Sie stellt fest, dah die vorn frailzösischen Delegationsführer Handelsminister R a h n a l d h eingereichten neuen Vorschläge zur Schaffung einer vorläufigen Lösung nichts von dem berücksichtigen, was in den monatelangen Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich als Skelett eines künftigen Wirtschaftsvertrages vereinbart worden ist. Obwohl man die Äußerungen von französischer Seite nur mit Vorsicht aufnehmen darf, wird das Wort eines informierten Franzosen, daß die Situation bis zur Hoffnungslosigkeit schwierig geworden sei, der Wahrheit ziemlich nahe kommen. Der Vorschlag Frankreichs, die hauptsächlichsten Zollbestimmun- 3cn zugunsten Elsaß-Lothringens acht bis zehn Monate w e i t e r b e st e ben zu lassen, bedeutet nichts anderes, als dah Frankreich uns rus der einzigen wirklich starken Position, die vir in diesen Verhandlungen cinnehmen, hinaus- nanöverieren will.
Wenige Tage nach dem Vertragsbruch der Alliierten in Bezug auf die Richträumung der Kölner Zone mutet es vielleicht seltsam an, wenn nan das zwischen Deutschland und Frankreich tattfindende Ringen um einen Handelsvertrag ils eine „Kraftprobe" zwischen beiden Ländern bezeichnet: und doch läßt sich kein anderer Ausdruck dafür finden. Würde Deutschland jetzt in rlinder „ Friedensliebe" die französischen Wünsche erfüllen, so würden dic weiteren Verhandlungen ntt Frankreich für uns noch viel schwie- tiger werden, als sie bisher gewesen sind.
^rtsetzung der Wirtschafts-
Verhandlungen.
Paris, 13. Jan. (TA.) Die in den fran- Arsch-deutschen Wirtschaftsverhandlungen cinge» retene Krise form hellte als gemildert angesehen
werden. Die Verhandlungen werden entgegen den französischen Presscnachrichten fortgesetzt. Der französische Handelsminister hat der deutschen Delegation eine schriftliche Fassung seiner Vorschläge mit einem Begleitschreiben zugestellt. Diese Vorschläge stellen eine vollständige Veränderung der Derhandlungsbasis dar, sie sehen nur eine beschränkte Mei st- begünstigung vor und verlassen damit die Basis des von beiden Seiten den bisherigen Verhandlungen zugrunde gelegten Protokolls vom 12. Oktober 1924 Die deutsche Delegation erklärte sich bereit, in einer amtlichen Zusammenkunft der beiden Delegationen, die französischen Vorschläge noch einmal zu besprechen und zu ihnen Stellung zu nehmen. Inzwischen nehmen die Besprechungen der beiderseitigen Sachverständigen ihren Fortgang. Zur Verhandlung steht die Frage des Eisenbahntransportes und der Schiffahrt.
Vorläufiges Wirtschaftsabkommen mit Polen.
Berlin, 14.3an. (T.A.) In den letzten Tagen haben zwischen der deutschen und polnischen Delegation Verhandlungen über ein vorläufiges Wirtschaftsabkommen stattgefunden, die zu einem Abschluß geführt haben, und zwar auf der Grundlage, dah jeder der vertragschließenden Teile die jeweiligen Satze seines allgemeinen, autonomen Zolltarifes anwenden wird. Beide Länder werden von Retorsionsmahnahmen absehen. Allgemeine Handelsvertrags- verhsandlungen zwischen den beiden Ländern werden am l.März d. I. beginnen. Die beiden Regierungen habe nsich Vorbehalten, zu diesem Abkommen innerhalb dreier Tage ihre Zustimmung zu erteilen.
Die Pariser Finanzkonferenz.
Die grundsätzliche Einigung, die auf der« 29. interalliierten Konferenz durch die Finanz
minister über die verschiedenen zur Behandlung stehenden Probleme erzielt worden ist, überrascht um so mehr, als man noch vor 24 Stunden sich der Annahme hingab, die Verteilung der ersten Reparationszahlungen werde auf allergrößte Schwierigkeiten stoßen und die Verhandlungsteilnehmer auf längere Zeit in Paris festhalten. Diese Vermutung schien um so berechtigter, als gerade die Vereinigten Staaten wenig Reigung zeigten, ihre Ansprüche zurückzuschrauben. Die jetzt hergestellte Aebereinstimmung wurde allerdings nur dadurch möglich, daß einmal das Problem der inter- allnerten Schulden aus dem Deratungsstoff herausgenommen wurde, dann aber die' an der Konferenz teilnehmenden Staaten durchweg ihre Forderungen herabsehten oder sich mit längeren Zeiträumen zur Begleichung ihrer finanziellen Wünsche einverstanden erklärten. Die Konferenz kann also somit im großen und ganzen für beendet gelten, die Sachverständigen werden allerdings noch zusammenbleiben, um Fragen von untergeordneter Bedeutung ihrer Lösung entgegenzubringen. Diel wichtiger wird aber die für das Frühjahr in Aussicht genommene Schuldenkonferenz fein, die endlich Klarheit darüber schaffen soll, welche Summen die Schuldnerstaaten aufzubringen vermögen und bis zu welcher Grenze die Gläubigerstaaten mit ihren aus der Kr.egszeit stammenden Forderungen herabzugehen gedenken. Zunahme der Erwerbslosigkeit
in England.
London, 13. Jan. (WB.) Trotz günstigerer Handelsentwicklung weist die Zahl der Erwerbslosen eine weitere starke Steigerung auf. Die Zahl der am 5. Januar ziffernmäßig erfaßten Vollerwerbslosen betrug 1 307 800, somit eine Steigerung von 33 900 im Vergleich zur Vorwoche. Dies bedeutet eine Zunahme von 40 000 gegenüber dem vorigen Jahre. Das Anwachsen ist auf den kürzlichen Frost und die Rebelperioden zurückzuführen. Auch mutz hierbei berücksichtigt werden, daß in der gegenwärtigen "Eiu^tjeii die Erwerbslosigkeit stets auf ihrem Höhepunkt ist.
Die Negierungskrisis.
Dr. Luther aus
Eine wesentliche Verschiebung der innerpolitischen Situation hat auch der Dienstag nicht gebracht, obwohl er durch zahlreiche Despre- äen Luthers mit verschiedenen für die neue rung in Frage kommenden Persönlichkeiten ausgefüllt war. Die bedeutungsvollste Anter- redung war entschieden die mit dem Führer der Deutschnationalen, Dr. Schiele, dem Dr. Luther das recht einflußlose Derk ehrsmini- st e r i u m anbot, während die Deutschnationalen, die ursprünglich Herrn Wallraf als Innenminister dorgeschlagen hatten, doch mindestens das Finanzministerium für sich beanspruchten, das sie Herrn H e r g t anvertraut wissen wollten. Anter diesen Amständen sind die Aussichten für das Zustandekommen eines Kabinetts unter Luther stark zusammenge- schrumpft.
In den Abendstunden war noch kein Ergebnis zu verzeichnen. Aach stundenlangen Fraktionssihungen vertagte sich die deutschnationale Fraktion auf Mittwoch um 1 Ahr, das Zentrum auf 12 Ahr mittags. In parlamentarischen Kreisen überwiegt die Ansicht, daß es morgen zur posit'ven Entscheidung kommen könnte, obwohl die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Zentrum und den Deutschnational e u bis heute abend noch nicht ausgeglichen find. Der halbamtlichen Meldung, wonach für heute die Betrauung Dr. Luthers mit der Kabinettsbildung erwartet werden darf, wissen die Blätter wenig Ergänzendes hinzuzufügen. Die „Boss. Ztg." behauptet, daß Dr. Luther mit den Fraktionsführern gestern am späten Abend eine Verständigung erreicht habe und dah nur noch die Zustimmung der Fraktionen, insbesondere der Deutsch- nationalen und des Zentrums ausstän-- den. Als Vertrauensmänner der Fraktionen in dem Kabinett werden von den Blättern Wallraf, Dr. Stresemann, Dr. Brauns und Graf L e r ch e n f e l d für die Bayrische Dolks- partei genannt. Als außerparlamentarische Minister kämen dazu die bisherigen Minister Dr. Gehler und G r a f K a n i tz sowie 6ie neuen Fachminister. Aach einer Meldung des „Lv- kalanzeigers" empfing der Reichspräsident gegen 10 Ahr abends Dr. Luther zur Berichterstattung über die bisherigen Derhandlungen mit den Parteien.
Rach dem Gang der Ereignisse wird die zur Vollsitzung des Reichstags vorgesehene Regierungserklärung heute noch nicht auf die Tagesordnung gesetzt werden können. Gleichwohl kann die Plenarsitzung heute abgehalten werden. Die Anträge wegen Einstellung von Straf- und Disziplinarverfahren gegen Abgeordnete sowie der Antrag auf Aenderung der Geschäftsordnung können auch ohne Anwesenheit einer Regierung erledigt werden. Der Antrag der Sozialdemokraten auf gesetzliche
der MLnistersuche.
Aenderung der Erwerbslosenfürsorgej wird voraussichtlich ohne weiteres dem Ausschuß überwiesen werden.
Das Ausland
zur Regierungsbildung.
Paris, 14. Jan. (TA.) Die alliierte Presse steht einer Kabinettsbildung durch Luther im großen und ganzen ablehnend gegenüber. Der „Temps" ist der Auflassung, daß ohne Unter® stützung durch das Zentrum in Deutschland keine Regierung möglich sei. Das Blatt nennt das geplante Kabinett ein Kabinett der Verzweiflung, das sich nicht werde halten können. Die Regierung Luthers würde eine Regierung der Rechten und würde einen Aebergang zur Herrschaft der Deutschnationalen darstellen. Ihr Dasein werde sie lediglich infolge einer allgemeinen Furcht vor erneuter Auflösung des Reichstags fristen. Der Grund der Krise fei, dah die Regierung sich zur Befolgung ihrer notwendigen Außenpolitik auf die Linke stützen mülle, die in Deutschland einzig mögliche Innenpolitik aber nur mit Hilfe der Rechten durchzuführen imftanbe sei. Zum Anglück haben die jüngsten Wahlen in Deutschland kein klares Ergebnis gehabt. Frankreich müsse unter den obwaltenden Verhältnissen größte Vorsicht toalten lassen und stets mit der Schwäche der demokratischen Bewegung jenseits des Rheins rechnen.
„Evening Standard" schreibt, dieses angeblich neutrale Kabinett werde in Wirklichkeit em Rechtskabinett sein und Stresemann werde die Politik f 0 r t s e y e n, die zu der gegenwärtigen Situation geführt habe. Gehler würde zum neuntenmal auf seinem Posten als Reichswehrminister belafsen werden, die werde e i n schlagender Beweis für die Kontinuität der Annachgiebigkeit Deutschlands sein.
Wallrafs Abschied vom Reichstag
Berlin. 13.3an. (T. A.) Der bisherige Reichstagspräsident Cxz. Wallraf führte in seiner Abschiedsrede vor den Beamten, Saalleitern und Angestellten des Reichstags u. a. aus Rur kurze Zeit war es mir vergönnt, an der Spitze des Reichstages zu stehen. Mir liegt aber daran, Ihnen bei meinem Abschied meinen herzlichsten Dank für treue Mitarbeit und Kameradschaft auszusprechen. Dann dantte der Präsident dem Reichstagsdirektor für seine wertvolle Mitarbeit. Er hob besonders dessen ELrechtigkeitssinn hervor. Gerechtigkeit sei die Grundlage großer Reiche und kleiner Staaten. Direktor Galle überbrachte den Dank des Personals, und der neue Reichstagspräsident Löbe versprach für seine Tätigkeit muficrgültiae und treue Amtsführung,
Die „neue Aera" in Washington.
Borah gegen den Dawesplan. — Die Befreiung der deutschen Luftfahrt.
Senator Borah, dessen maßgebender Einfluß auf die zukünftige äußere Politik der Vereinigten Staaten sich von jetzt ab mehr denn je geltend machen wird, hat in der letzten Sitzung des Senats die erste sich ifjm bietende Gelegen- heit benutzt, die europäischen Verhältnisse einer Kritik- zu unterziehen, unter besonderer Berücksichtigung des Dawes plan es. Die Herrschaften in Paris dürften nicht sonderlich erbaut sein von seinen Ausführungen, die darin gipfelten, dem deutschen Volke mühten leine natürlichen und industriellen Kraftquellen wieder zurückgegeben werden, da der Aufbau seines Wirtschaftssystems bei der Beaufsichtigung durch fremde Interessen binnen kurzem zusammenbrechen müßte. Mit anderen Worten gesagt, verlangt er also einen völligen Umbau des Londoner Abkommens unter gleichzeitiger Festsetzung der endgültigen Kriegsentschädigung. Dah das neue Reparations- abkommen geringere Lasten vorsehen würde, liegt auf der Hand, würde aber Frankreichs Interessen zuwiderlaufen, da dann auch der auf Frankreich entfallende Anteil eine Verminderung erfahren würde.
In der gleichen Richtung der neuen amerikanischen Außenpolitik liegt auch der Antrag des Republikaners Fish, der Aufklärung über die Begriffsbestimmungen der Handels-Luftfahrt zum Anterschiede von der militärischen Luftfahrt verlangt.
Senator Köppler schnitt im Kongreß die Frage des Zeppelinbaues in FrteL- richshafen an. Er verlangte, daß die amen» tanische Regierung versuche, den Obersten Rat dahin zu bewegen, den Lustschiffbau weiter zu gestatten. Von Deutschland nach Amerika wäre nur eine Flugzeit von zwei Tagen. Die Kosten betrugen für die „Shenand 0 ah" 134 Cents und für „Los Ang eles", früher Z. R. IN, nur 38 Cents pro Kubikfuß. Die Zeppelinwerft liefere in mehreren Monaten, während andere Wersten erst in Jahren lieferten. Dies berechtige den amerikanischen Protest gegen die Zerstörung der Werst, da der mUitärifdjc Wert nur gering sei. Die Zerstörung selbst bedeute ein wirtschaftliches Verbrechen, das ebenso groß wie absurd sei.
Beide Anträge find insofern bedeutungsvoll, als man in den Vereinigten Staaten nach dem Siegeszug von Z. R. II! die der deutschen Luftschiffahrt angelegenten Fesseln endlich gelöst sehen will, da man sich von einer freien Entfaltung des deutschen Luftschiffbaues die denkbar günstigsten Ergebnisse für den deutsch-amerikanischen Luftverk hr verspricht. Falsch wäre es allerdings, aus dem neuen Luftzug, der von Washington nach Europa herüberweht, schließen zu wollen, daß die Vereinigten Staaten im Begriff feien, Deutschland unter ihre Fittiche zu -nehmen und das im Rovember 1918 begangene und im Jahre 1919 vollendete Anrecht an Deutschland restlos wieder gut zu machen.
Die preußische Krisis.
Vor einem Koalitionskabinett der Rechten und des Zentrums. Berlin, 14. Jan. (TA.) Wie die „Qlcue Tägl. Rundschau" meldet, haben zwischen Herrn von Kries (Dtschntl.) und Wohlfahrtsminister Hi r th fieser (Ztr.) Verhandlungen wegen Bildung eines neuen preußischen Ministeriums stattgefunden. Man glaubt, dah heute eine Einigung der Parteien der Rechten und des Zentrums auf der Grundlage zustande kommt, daß je drei Minister der Rechten und des Zentrums dem neuen Kabinett angehören. Das Ministerpräsidium wird der bisherige Finanzminister von Richter übernehmen.
Bayerns Protest gegen die Nichträumung Kölns.
Münch en, 14. Jan. (TA.) Im ßanbtag gab Präsident Königsbauer eine Protesterklärung gegen die Richträumung der Kölner Zonc ab. Die Abgeordneten aller Parteien mit Ausnahme der Kommunisten hatten sich von den Plätzen erhoben. Im Anschluß hieran gab auch Ministerpräsident Dr. Held eine Erklärung ab, in der gleichfalls feierlich Protest gegen den Bruch des Versailler Vertrages durch die Gntente eingelegt wurde. Run verlangten die K 0 m m u n 1 ft e n das Wort zur Abgabe einer Erklärung. Auf Antrag des Abg. Hilpert wurde aber mit den Stimmen der Koalitionsparteien und der Völkischen beschlossen, den Kommunisten das Wort nicht zu erteilen Es entstand darauf bei den Kommunisten ein derartiger Lärm, daß der Präsident mit der Aushebung der Sitzung drohen muhte. Schließlich konnte der Präsident Ruhe schaffen und das Haus in seine Tagesordnung eintreten.
Der neue Pressechef der Reichs- regierung.
Berlin, 13. Jan. (LA.) Wie die „£efe- graphen-Anion" zuverlässig erfährt, ist als Rachfolger des mit dem Reichskanzler Marx von feinem Posten scheidenden Preflechs? Reichs-


