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Kund'

Eine deutschnationale Erklärung.

Berlin, 12. Noo. (WTB.) Zu der

Ausschuß für nationale Verteidigung ausgear- beitet wurde, in der Dezembersitzung des Döl- kerbundSrates erörtert wird. Der Plan hat eit seinem ersten Entwurf eine wesentliche Ab­änderung erfahren, und wahrscheinlich werter, noch weitere Abänderungen vorgenommen, bevor über ihn in der Vollsitzung des Völkerbundes beraten wird. Der allgemeine Eindruck, so heißt es in dem Bericht weiter, ist, daß der Plan hauptsächlich als eine moralische Geste einer Kundgebung beabsichtigt ist, die den Zweck ver­folgen soll, die friedlichen Bestrebungen der augenblicklichen französischen Regierung zu -eigen.

DerEvening Standard" schreibt unter der äleberlchriftFranzösischer Militaris­mus", daß es stark beunruhigend sei, trenn trotz aller Friedensbekenntnisse und Ab- rüstungsversicherungen zu bemerken sei, daß der ranzösische Armee- und Flotten­etat für Las Jahr 1926 beträchtlich grö - ) e r sei als für das vorhergehende Jahr. Sie Kosten für die Llnierhaitung der Armee würden voraussichtlich 4545 Millionen Franken, mithin 486 Millionen Franken mehr als im vergangenen Jahr betragen. Die Zahl der Offiziere würde 31 622 und die der Mannschaften 652 417 be­tragen. Hervorzuheben sei auch die Tatsache, Laß die L u f t st r e i t k r ä f t e Frankreichs we­nigstens 124 Millionen Franken mehr kosten würden, als im Jahre 1925. Der französische Flottenetat be.au.e sich auf ungefähr 1500 Millionen F.a ken, was unge.ähr 244 Millionen Franken mehr a.s im Vorjahr sei

Einigung über das französische Finanzprogramm.

Paris, 12. Noo. (TU.) Zwischen der Finanz- kommission der Kammer und der Regierung ist eine Verständigung so gut wie hergestellt. P a i n- leve hat seine Gesetzentwürfe entsprechend den Wünschen der Mehrheit umgestaltet. Zwar ist es nicht gelungen, alle Sinterungen der Kartellgruppen zu berücksichtigen, doch sind alle chauptprogramm- punkte aufs genaueste beachtet worden. Painleos hatte heilte eine längere Aussprache mit den Führern «ier sozialistischen Partei, die mit einer völligen Uebereinstimmung über das neue Finanzprogramm Painlevss en­dete. Die Sozialisten haben darauf erklärt, daß sie ürdie Regierungsentwürfe in der Kam­mer stimmen werden. Da Painlevs im Lauf des Tages noch verschiedene Besprechungen mit den Kartell­gruppen hatte, konnte die Finanzkommission erst heute nachmittag zusammentreten. Die linksradi- kale Gruppe (Loucheur) hatte eine Entschließung gefaßt, in der sie erklärt, noch vor der Einbringung ter Finanzgesetzentwürse in der Kammer, mit der Zinanzkommission des Senats verhandeln zu müssen, da sonst die Gefahr bestehe, daß der Senat die Ent­würfe ablehne. Dieser Beschluß der Gruppe hat in politischen Kreisen größte Beachtung gefun­den, denn man glaubt daraus zu ersehen, daß im Senat große Widerstände gegen die Fi­nanzreform vorhanden sind. Die Blätter weisen dar­auf hin, daß man mit der ablehnenden Haltung des Senats bisher nicht genügend gerechnet habe.

Painlevs über Syrien.

Paris, 13. Rov. (TU.) In der gestrigen Sitzung der Kommission für auswärtige An­gelegenheiten des Senats gab P a i n l e v e eine längere Erklärung über S y r i e n ab. Er warnte die Kommission vor den zahlreichen, meist aus Kairo stammeirden Falschmeldungen, die der Sache Frankreichs in der ganzen Welt unge­heuer schaden könnten. Insgesamt seien nur 610 Franzosen, Offiziere und Mannschaften, ge­tötet worden, und nicht Tausende, wie es in diesen Meldungen heiße. Auch die Ereignisse von Damaskus seien auf schändliche Weise entstellt worden. Man habe Maßnahmen zum Schuhe nicht nur der Franzosen und Amerikaner, sondern aller Europäer und auch der gut ge­sinnten einheimischen Bevölkerung getroffen. Wei­tere Erklärungen werden nach der Ankunft des Generals Sarrail abgegeben. Painlevs stellte den Antrag, die Kommission möge Sarrail selbst anhören, falls sie es wünsche. Briand besprach hierauf die Ereignisse von Locarno.

London, 12. Rov. (Wolff.) DieDaily Mail" berichtet aus Damaskus, daß ernste Kämpfe in der Rähe von Rebk, zwischen Da­maskus und Homs, gemeldet werden.

MlilärverschVörungen

In Italien.

Paris, 13. Rov. (TU.) Aach einer Funk­meldung aus Rom ist man bei der Untersuchung wegen des gegen Mussolini geplanten Atten­tats einer Verschwörung auf die Spur ge­kommen, die eine Revolte in der Armee zum Ziele hatte. Aach derEpoca" ist * dev Herb der Verschwörung in Paris.

In Spanien.

Paris, 13. Aov. (TU.) Aach Meldungen aus Madrid ist man jetzt der Verschwö­rung im Heere gegen das Direktorium auf die Spur gekommen. Sie soll sich haupt­sächlich auf die Städte Madrid, Barcelona, Sara­gossa und Cordova erstrecken. Die Verschwörer standen unter Führung des ehemaligen Militär­gouverneurs von Barcelona, Lopez Ochoa, der verhaftet wurde. Ferner nahm die Po­lizei die Verhaftung von. etwa 30 Offi­zieren und Unteroffizier en vor. Die Entdeckung der Verschwörung ist durch einen im Militär^asino während einer Versammlung ent­standenen Streit möglich geworden, in dessen Verlaus zwei Verschwörer schwer verletzt wurden.

Zuspitzung der Lage in China.

London, 13. Aov. Aus China sind Mel­dungen eingelaufen, die bestätigen, daß der Gene­ral Feng in Peking die Macht ausübt. Aach der Absetzung mehrerer Minister, die in Schutzhaft genommen wurden, haben die An­hänger Tschang-Tso-Lins die Stadt ver­lassen, da sie befürchteten, von Feng gefangen genommen zu werden. Die Meldungen aus Pe­king lassen erlernten, daß Feng über alle ausge­gebenen Aachrichten eine strenge Zensur aus­übt. Dem Ql amen nach ist die bisherige Regie­rung noch im Amt, muß jedoch tun, was Feng anordnet. Tschang-Tso-Lin befindet sich mit größeren Truppenmassen im Anmarsch auf Peking. Ein Kavallerieregiment wurde bereits in der Aähe der Hauptstadt gesichtet. QKan rechnet schon für die nächsten Tage mit schweren Kämpfen in dLr unmittelbaren Aähe von Peking. Die japanische Regie- i r u n g beobachtet die letzten Vorgänge in China

Hindenburgs geschlossen nach Darm­stadt aögereist. Zur Begrüßung Hinden­burgs ging folgendes Telegramm ab:

Generalsewmarschall v. Hindenburg. Prä­sident des Deutschen Reiches, HotelZur Traube", Darmstadt. Euer Exzellenz entbieten anläßlich des Besuches unseres Hessenlandes alte und junge Gießener Korps­studenten in aufrichtiger Verehrung ehr­erbietige Grüße und geloben unver­brüchliche Treue. Der S. C. zu Gießen, DaS präsidierende Corps Hassia."

Zusammentritt des Reichstags am 20. November.

Berlin, 12. Aov. (TU.) Der Aeltestenrat des Reichstages hat heute nachmittag beschlossen, den Reichstag zu Freitag, 2 0. Aovember, 2 Uhr nachmittags, e.nzuberusen. Am Freitag und Samstag werden der itallenische und ru> stich« Handelsvertrag in erster Lesung beraten werden. Am Blontag, 2 3. Aovember, beginnen die Beratungen über den Locarnovertrag. Die Frage, ob zur Annahme dieses Vertrages eine Zweidrittelmehrheit erfordert.ch ist, wurde von keiner Se.te im Aeltestenrat angeschnit- etn, da noch daS juristische Gutachten hierüber erwartet wird.

Dre Verhandlungen über de Rückwirkungen.

Berlin, 12.Aov. (TU.) Heber die Ber- Handlungen über die sog. Rückwirkungen erfährt die Telunion von zuständiger Stelle: Ursprünglich war in Aussicyt genommen, daß t\'_ Veröffentlichung des G c sam t m a t e ri a l s am 11. oder 12. bis. MtS. stattsinden sollte. In Locarno war verabredet worden, datß die Räu- mungsang^llgenheit von dem technischen auf den diploma tisch en Weg gebracht werden solle, um ihre Erledigung zu beschleunigen. Aber auch die­ser Weg hat sich schleppend erwiesen, da die Botschafter konferenz nicht so schnell arbeitet, wie man erwartete. So ergab sich eine Verzögerung, die, wie der diplomatische Korre­spondent derWestminster Gazette" bemerkt, wohl auch auf Mißverständnisse innerhalb der alliierten Regierungen zurück,>u- führcn ist. Auf englischer Seite besteht der Wunsch, bis zum Dienstag, an dem Cham­berlain s.ine Rede halten wird, den ge­samten Komplex der Fragen zu er­ledigen. Da aber die Dotschafterkonferen^ erst am Montag tagt, ist es möglich, daß sich die Erledigung der Räumungsfrage und ihre Qkr- öffcntlichung noch etwas verzögert, während man damit rechnet, daß am Montag oder spätestens am Dienstag die üblichen Rückwirkungen ins­gesamt bekanntgegeben werden.

DieTägliche Rundschau" stellt fest, daß die Verhandlungen abgeschlossen seien, und zwar so, daß die Rückwirkungen schon vor der Unterzeichnung des Vertrages von Locarno verbindlich sichergestellt wer­den. Man könne sicher sein, daß spätestens am Dienstag die Rückwirkungen bekanntgegeben werden.

DerVorwärts" meldet: Die Reichsregierung wird dem Reichstag zur Beschlußfassung folgende kurzen Gesetzentwürfe oorlegen: 1. Der Reichstag stimmt den in der Anlage beigefügten Verträgen zu; 2. der Reichstag ermächtigt die Re­gierung zum Eintritt in den Völkerbund.

Wie der amtliche englische Funkspruch aus -London meldet, wird in den nächsten Tagen eine wichtige Erklärung über weit­gehende Erleichterungen in der Rheinlandbesatzung abgegeben werden. 3n der Erklärung werden voraussichtlich auch die miteinander verknüpften Fragen der Ab­rüstung Deutschlands und der Räu­mung des Kölner Gebietes berührt werden.

Den Londoner Blättern zufolge enthalt die in Paris eingetroffene deut sch« Aote nichts, was eine Aenderung der Vorkehrungen wegen der Räumung der Kölner one nötig machte. Es verlautet, daß die Räumung am 1. Dezember beginnen wird, welches Datum in diplomatischen Kreisen für besonders geeignet angesehen wird, da die endgültige Unter­zeichnung des Locarnopaktes in London an diesem Tage erfolgen soll.

Der neue Reichskommissar für die besetzten Gebiete.

Berlin, 12. Rov. (WB.) Der Herr Reichs­präsident hat den Botschafter in Madrid, Dr. Freiherr Langwerth von Simmern, zum Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete erannt.

Paris, 12. Rov. Außenminister Briand hat heute vormittag den deutschen Botschafter in Paris, v. chösch, und den ehemaligen deutschen Botschaf­ter in Madrid, Langwerth von Simmern, empfangen, der den Posten des Reichskommistars bei der Interalliierten Rheinlandkommisfion über­nehmen wird.

Die Monlagssitzung der BotschafterKonferenz. Paris, 12. Aov. (TU.) Die Dot- schafterkonferenz tritt am kommenden Montag zur Prüfung der deutschen Ant­wortnote zusammen.Journal" erklärt, die Alliierten wollten ihre Forderungen auf ein Mindestmaß beschränken. WaS die Reorgani­sation des deutschen Oberkomman­dos und die Befugnisse deS Generals v. S e e ck t anlange, so würde eS den Alliierten genügen, wenn dec Präsident der deutschen Republik sich zu einem Dekret entschlösse, das nicht ver­öffentlicht werden brauche. Die Geheim- bünde könnten weiter fortbestehen, aber unter der Voraussetzung, daß von jeder militärischen Ausbildung abgesehen werde. Bezüglich der Sicherheitspolizei werde nur zur Be­dingung gemacht, daß sie nach dem Vorbild der ausländischen Polizeitrrwpen auSgebilbet werde. Der Havasberrchterstatter in London er­klärt nach Aachrichten aus englischer Quelle in der Lage zu sein, zu berichten, daß die deut­sche Antwort auf die Aote der Bot - schafterkonserenz, die Botschafter von H o e s ch gestern Außenminister Brrand über­geben habe, so abgefallt sei, daß sie die Räu­mung Kölns bis zum 1. Dezember aufrechtzuerhalten gestatte. Man glaube heute, daß die Abberufung der Kon­trollkommission in Berlin und die Räu­mung der Kölner Zone zeitlich nicht zusammenfallen werden, da die Kontroll-

gebung, in der die Stellung der Deutschnatio- nalen Volkspartei zu Locarno kritisiert wurde, erfahren die Blätter von deutschnationaler Seite, daß die Unterzeichner zum Teil der Deutsch- nationalen Volkspartei Überhaupt nicht angehörten oder, soweit dies der Fall sein sollte, in ihr keine führende Rolle spielten. Eine besondere sachliche Auseinandersetzung mit den erhobenen Einwendungen erübrige sich zur Zeit, da die Gründe, die zu dem Entschlüsse der Partei ge­führt haben, bekannt und eingehend öftentlich dar- gelegt wurden.

Die Abrüstungssrage.

London 12. Aov. (WTB.) Der diplo- rnatische Berichterstatter desDaily Telegraph" schreibt: Cs verlautet, daß ein Plan bezüglich einer allgemeinen Rüstungsvermin- derung, der versuchsweise vom französischen

kornmission weiter in Berlin verbleiben müsse, bis sie sich der Erfüllung der von den Alli­ierten geforderten Maßnahmen versichert habe. Die Zahl der Offiziere der Kommission werde jedoch verringert werden.

Briand über Locarno.

Paris, 12. Noo. Unter dem Vorsitz des Se­nators Hubert fand heute im Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten eine Sitzung statt, in der Außenminister Briand über die Vorgänge in Locarno Bericht erstattete. Er sagte:

Dieser S i ch e r h e i t s p a k t sei in einem G e i st des Friedens und der europäischen So­lidarität unterzeichnet worden. Er stelle, so wie er sei, ein solides System für die Sicherheit und die gegenseitige Hilfeleistung gegen den Krieg dar. Auf eine Anfrage M i l l e r a n d s erklärte Briand, der Patt von Locarno bedeute durchaus keine Neue­rung am Vertrag von Versailles. Er sei im Gegenteil der Ansicht, daß die Sicherheits - !Garantien, die Frankreich erhalte, nicht abge- chwächt, sondern verstärkt würden. Er wies arauf hin, daß man nicht aus dem Auge verlieren dürfe, daß der Sicherheitspakt vollkommen nach dem Frieden hin orientiert und in einem Geist abgefaßt ei, der auch den gestern noch feindlichen Ländern jcflatten müßte, im vollen Vertrauen an einer frlld- ilyen Organisierung Europas mitzuarbeiten. An diese Ausführungen schloß sich eine längere Dis­kussion, an der u.a. Millerand, Poincars und General Bourgeois teilnahmen.

Amerika und ßccarnc.

Neuyork, 12. Nov. (TU. Kabeldienst.) Das Interesse an den Verhandlungen über Locarno tritt hier seit gestern wieder mehr in den Vorder­grund. Dr. Luthers Rede wurde allerdings nur auszugsweise und kommentarlos abgedruckt. Dagegen findet der deutschnationale Teil­beschluß zu Locarno mehr Beachtung. Man hört vielfach die Ansicht, daß die Deutschnatio­nalen zuletzt doch umfallen werden.

DieDeutscheDolksparLeLHesfens über Locarno.

Der Geschäftsführende Ausschuß des Hess. Landesverbandes der Deutschen Volkspartei hat in f.iner Sitzung am 11. Aovember eine Entschließung gefaßt, in der dem Rcichsaußenminister Dr. Stresemann für die großzügige, von nationalem Geiste geleitete Au­ßenpolitik gedankt wird, die das Ziel hat, dem Deutschen Reiche die Gleichberechtigung unter den großen Rationen wieder zu erringen, dem be­setzten deutschen Gebiete starke Erleichterungen seiner Lebensbedingungen zu sichern und so den Weg zur Freiheit zu bahnen. Die Deutsche Volkspartei Hessens steht in vollem Ver­trauen zu der bewerten vaterländischen Ge­sinnung des Herrn Reichsaußenministers hinter dieser Politik und weist mit Empörung die sich neuerdings wieder hervorwagenden persönlichen Verdächtigungen und Herabwürdigungen gegen den Führer der Deutschen Volkspartei zurück. Die Erklärung faßt dann in fünf Punkten die bekannte Auffassung der Deutschen Volkspartei zum Dertragswerk von Locarno wie folgt zu­sammen:

Die Deutsche Volkspartei stellt fest, daß nach der übereinstimmenden Erklärung der deutschen Reichsregierung und der deutschen Dölkerrechts- lehrer:

1. Der Westpakt dem Selbstbestimmungsrecht der Völler (Volksabstimmung in Elsaß-Lothrin- gen und Eupen-Malmedh) in friedlicher Ent­wicklung nicht entgegensteht.

2. Daß nach dcm Vertrag von Locarno künf­tighin jede Streitigkeit zwischen Deutschland und Frankreich, sowie zwischen Deutschland und Bel­gien über die Auslegung der zwischen ihnen be­stehenden Verträge einschließlich des Versailler Vertrages und des Rheinlandabkommens ent­gegen dem bisherigen Zu st and ein­seitiger willkürlicher Auslegung dem schiedsrichterlichen Verfahren unterworfen ist.

3. Daß Deutschland, wenn es mit Rücksicht auf feine militärische und geographische Lage seine Zustimmung zu Maßnahmen der inter­nationalen Exekution gemäß Artikel 16 deS Völkerbundspaktes verweigert, damit nur_ von einem ihm zustehenden und im Geiste des Völler- bundspaktes liegenden Rechte Gebrauch macht.

4. Daß Deutschland nach dem Vertrag von Locarno ohne seine eigene Zustimmung nicht gezwungen ist, den Einmarsch fremder Truppen in deutsches Gebiet oder den Durch-» marsch fremder Truppen zu dulden.

5. Daß nach dem Artikel 4 Absatz III des Vertrages von Locarno Friedensbrüche, wie der Versuch einer Wiederholung des Ruhreinmar- sches, ohne weiteres den Beistand Englands und Italiens mit ihrer gesamten bewaffneten Macht zum Schutze der deutschen Grenzen zur Folge haben muh.

In dem längeren Schluhabschnitt der Er­klärung, die mit einer Stellungnahme gegen die Deutschnationale Vollspartei endet, lautet der entscheidende Sah: Die Deutsche Vollspartei wartet in der Erwägung, daß völkerrechtlich« Verträge ihren Wert erst durch den Geist, in dem sie von beiden Seiten verstanden werden, erhalten, in voller Uebereinstimmung mit der Reichsregierung ab, ob insbesondere Frank­reich durch unverzüglich«, wirksam« und sichtbare Erleichterungen im be - setzten Gebiet, die ebensosehr auch im In­teresse des ganzen übrigen Reiches liegen, den Beweis für ein« wirklich friedliche und ver­ständigungsbereite Gesinnung auf dem Boden der Gleichberechtigung liefert. Hiervon macht sie ihre endgültige Zustimmung abhängig.

mit größter Aufmerksamkeit und hat sich vor­gestern in einem Kab inet tsrat dazu ent­schlossen, in die chinesischen Wirren einzugreifen, wenn das 2eben und das Eigentum j.'ipanischcr Staatsangehöriger gefähr­det erscheint. Der Marineminister hat bereits umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um jeder­zeit eingreifen zu können. MehrereSchlacht- kreuzer heben den Befehl erholten, sich zur Abfahrt bereit zu halten.

Senkung der Lohnsteuer.

o Berlin, 11. Aov. (Priv.-Tel.) Wie wir hören, beabsichtigt die Reichsregierung vom 1. Januar 1926 ab den steuerfreienLohn- betrag von bisher 50 Am. auf 60 Rm., den Pauschfah für Werbungskosten von bisher 15 Rm. auf 20 Rm. und Öen Pauschsatz für ©onberlei ft ungen ebenfalls von bisher 15 Reichsmark auf 20 Reichsmark, di« Frei- bet.äge mithin von 80 Reich2ma k auf 100 Reichs­mark monatlich zu erhöhen. Damit würden also vom 1. Januar 1926 ab bei jedem Lohn- steuerpflichtigen 1200 Rm. im Jahre ft euer- frei bleiben. Die Zahl der Arbeitnehmer in Deutschland, für die ©teuer*arten tmSgefertigt sind, beträgt nach der neuesten Statistik etwa 22 Millionen. Wenn man davon ca. 3 Millionen als steuerfrei anspricht, so verbleiben noch etwa 19 Millionen steuerpflichtige Arbeitnehmer, für die die vorgesehene Senkung der Lohnsteuer in Frage käme.

Kunst und Wissenschaft.

Ein tkiter Nobelpreisträger für Physik.

Die Akademie der Wissenschaften beschloß, den Nobelpreis für Physik für 1924 dem Professor an der Universität Upsala, Manne Siegbahn, zu verleihen.

kein Literatur- Nobelpreis für 1925.

Die schwedische Akademie hat beschlossen, den diesjährigen Nobelpreis für Literatur nicht zu verleihen.

Aus aller Welt.

AdetS Flug über den Brenner.

Wie wir Horen, hat 11 bet, der kürzlich den Großglockner und den Groh-Venediger nut feinem Udet-Flamingo überflog, einen neuen Alpen­flug durchgeführt. Rachdem er bereits am Dienstag mit seiner kleinen Maschine infolge Schneesturms vergebens versucht hatte, über den Brenner zu fliegen, startete er am Mittwoch neuerdings zum Flug über den Brenner. Trotz ungünstigen Welters gelang es übet, von Innsbruck aus in zwei Stunden über den Brenner nachVerona zu fliegen. Heute, Don­nerstag, startete llbet in Verona zum Weiterflug nach Rom.

Brände In Pommern.

Die Brände in der Provinz Pommern, na­mentlich auf dem Lande, haben sich in der letzten Woche in geradezu erschreckender Weise vermehrt. In den meisten Fällen sind die Verluste an Getreide sehr groß; aber auch viel Vieh ist in den Flammen uingekommen. Bei dem Gutsbesitzer Pfadt in Kor- deshagen bei Köslin brannte die Scheune und der angebaute Viehstall ab. 37 Kühe, 2 Pferde und etwa 170 Stück Kleinvieh kamen in den Flammen um. In Kolberg brannte es in der Nacht zum vierten Male in dieser Woche. Das zum Wohnhaus um­gebaute Mündener Schulhaus ist niedergebrannt. Vier Familien sind obdachlos geworden. Die Be­wohner des ersten Stockwerks konnten nur über Leitern im letzten Augenblick gerettet werden. Tags zuvor sind in einem Kornspeicher der Firma Rusch & Hübner in Kolberg 27 leere Erportsäcke und grö­ßere Mengen von Getreide und Kleie verbrannt. In Ueckermünde brannte in der Nacht zum Mitt­woch die Scheune des Ziegeleibesitzers Kruppe mit 500 Stiegen Getreide nieder.

Sine Düngemitlelfabrik abgebrannt.

Ein Grohfeuer äscherte die im Weichbild der Stadt Ballenstedt liegende Düngemittel­fabrik des Amtmanns Kortüm ein. Das Feuer fand reichliche Rahrung in ben dort lagernden Getreide« unb Strohvorräten. Die Entstehungs­ursache ist unbekannt.

Sin Todesurteil.

Das Anhaltische Schwurgericht verurteilt«, den 33jährig«n Musiker Karl Pohl aus Freck- leben wegen Ermordung seiner Ehefrau zum Tode. Der Angellagt« war beschuldigt, feine Frau in der Rächt vom 23. zum 24. Oktober im Bett erschossen zu haben. Pohl, der einen Selbstmordversuch seiner Frau vorzutäuschen ver­sucht hatte, leugnete die Tat bis zum Schluß/

Din englisches A-Boot vermißt.

Die englische Admiralität gibt bekannt, daß das Unterseeboot M. 1, das heut« am frü­hen Morgen an einer Gefechtsübung teilnaljm, vermißt wird. Es wurde zuletzt 15 Merlen südlich seines Auslaufhasens in Devonshir« be­obachtet, als es im Begriff« war, zu tauchen. Seitdem ist es nicht mehr gesichtet worben. Es werden alle Anstrengungen gemacht, um den Verbleib des Bootes ausfindig zu machen unb mit ihm in Verbindung zu treten.

Flugzeugabsturz.

Zwei italienisch« Militärflugzeug«, die von ein«m Flug aus Rordeuropa zurückkehrten, wur­den beim lieberfliegen der Alpen von einem Schneesturm überrascht. Bei der Rotlandung wurden beide Flugzeuge zerschmettert. Drei In­sassen wurden schwer und zwei leicht verletzt.

Schweres Anwetter in Olmütz.

In der Rächt von Mittwoch auf Donnerstag wurden Oelmüh und Umgebung von einem schwe­ren llntocttcr hcimgesucht. Der Schaden geht in die Hunder »tausende. Menschen sind nicht ums Leben gekommen.

raussage.

Zunächst noch Fortdauer ber herrschenden: Witterung, bann bei mehr südlicherer Luftströ­mung etwas milder, vielfach Rieberschläge, oft Rebelbildung.

Das gestern noch über Rorddeutschland lie­gende Hochdruckgebiet ist weiter nach Rordosten abgedrängt worden. Dagegen liegt das neue Fallgebiet noch immer über Island, dürft« nun­mehr aber in südöstlicher Richtung Vorstößen, Der infolge kräftig «ingeströmter Ostluft eingetre­tene Schneefall wird bei südlichen Winden in Regen übergehen, der sich in den nächsten Tagen wiederholen dürfte.

Temperatur: Maximum 2,4 Grab, Minimum 1,2 Grad. Morgentemperatur: 0,5 Grad Celsius. Riederschläge 0,7 Millimeter.