Ausgabe 
13.8.1925
 
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Ohne Debatte wird dann endgültig der Antrag der Regierungsparteien angenommen, wonach die Regierung einen Gesetzentwurf zur Erhö- -hung des steuerfreien Existenzmini, mums und der steuerfreien Abzüge vorlegen soll, wenn das Aufkommen aus der Lohn, steuer in dem Halbjahr vom 1. Oktober 1925 bis 31. März 1926 600 Millionen Mark übersteigt.

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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 13. August 1925.

Bund Alter Herren der hessischen LandesbauschuSe Darmstadr.

Die Bundestagung des Bundes Alter 5)etrcn der Hessischen Landesbauschule Darmstadt fand am 7. bis 9. August d. Js. in Darmstadt statt. Die öffentliche Hauptversammlung wurde am 8. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, unter Anwesenheit der Herren Bertreter der einzelnen Ministerien, Herrn Ministerialrat Wagner und Herrn Schulrat Fried­rich, Vertreter der Landesbauschule, Herrn Direk­tor, Prof. Wienkoop, der Stadt Darmstadt, Herrn Oberbanrat Steinberger, des Staat!. Hochbauamtes, Herrn Oberbaurat Becker, der Handwerkskammer, Herrn Direktor Schüttler und Herrn Schmuck als Vorsitzender der Schulkommission, und der Herren Vertreter der Bruderverbände von Württemberg, Baden, Herrn Oberamtsbaumeister Vatter, Herrn Baumeister Dietz, Herrn Baumeister Deringer,Herrn Baumeister Frischmuth und Herrn Baumeister -3infe, und Vertretern der Alt-Herren-Dereinigung der Bauschule Höxter a. d. Weser, Herrn Stadtobcr- bauführer Bolte, "sowie der einzelnen Vertreter der Ortsgruppenverbände der Bauschule Darmstadt er« öffnet. Der Bundesvorsitzende begrüßte die Herren Vertreter und dankte sämtlichen Herren, die zur Ehre des Bundes erschienen sind und erläuterte Zweck und Ziele der Alt-Herren-Verbände, die aus- zugsweise nachstehend wieder gegeben sind.

Die Alt'Herren-Vereinigungen, die heute fast an allen Bauschulen Deutschlands bestehen, sind durch­weg aus einheitlichen Gedanken erstanden. Dor allem sollen die kameradschaftlichen Beziehungen aufrecht erhalten und die Kollegialität gepflegt wer­den. Die Kollegialität wird um so fester, je inniger die Verbände mit den Schulen und den jeweils 6tu* dierenden verbunden sind. Die idealen Bestrebungen sollen nicht allein dem deutschen Techniker zugute kommen, sondern sollen in erster Linie dem Deutschen Baterlande dienen. Das praktische deutsche Handwerk und die deutschen Techniker bilden einen starken Eck- pfeiter der deutschen Wirtschaft. Die Dolkswirtjchast hat daher das größte Interesse, daß das Handwerk und die Techniker die besten Ausbildungen erhalten und dies erfordert Ausbau aller Bauschulen auf gc» meinschaftlicher Grundlage.

2er Oberdelegierte in der Provinz I Rheinhessen ordnete die Beschlagnahme des MusikstückesO Deutschland h o ch i n E h r e n" an, da es geeignet sei, die öffentliche Ordnung zu I stören.

Neuyork Herold" meldet Streikunruhen I in Tientsin. Die Streikenden versuchten mit Ge- I walt in eine Baumwollfabrik einzudringen. Dabei wurden 80 Soldaten tätlich angegriffen. Die Sol­daten feuerten hierauf auf die Menge. Dabei wur­den 8 Personen getötet und 40 verwundet. Im Laufe des Tages wurden 376 Streikende ver­haftet.

Neue schwere Niederlage der Franzosen in Syrien.

Paris, 13. Aug. (TA.) Nach einem Tele­gramm derChicago Tribüne" aus Bagdad haben die Drusen den Franzosen eine neue schwele Niederlage beigebracht. 5 0 0 fran­zösische Soldaten wurden gefangen genommen. Die Aufständischen erbeuteten sechs Maschinengewehre und dre» Flugzeuge. Die sanzösische Kolonne, dir zur Bestrafung der Drusen ausgesandr worden war, mußte überstürzt den Rückzug antreten.

Aus aller Welt.

Der Gau der Westfalenhalle in Dortmund.

Dortmund, 12. Aug. (TU.) Die Westfalen­halle A.*G. in Dortmund hatte Pressevertreter einge­laden, um sie über den Stand der Arbeiten an der Westfalenhalle, der größten Halle Euro­pas in Holzkonstruktion, zu informieren. Die Halle, mit deren Bau Mitte Aprll dieses Jahres begonnen wurde, hat eine Breite von 66 Meter und eine Länge von 110 Meter. In der Brette übertrifft | fic die Jahrhunderthalle in Breslau um elf Meter. In der Halle wird nach ihrer Fertigstellung Sitz­gelegenheit für .6000 Personen sein, während in der Arena bei Massenversammlungen, musikalischen Aufführungen usw. noch weiteree 4500 Sitzplätze geschaffen werden können. Da­neben sind 15 00 Stehplätze vorhanden, so daß die Westfalenhalle bet größeren Veranstaltungen - 1 2 000 Personen Platz bietet. Die Halle ist vor allen Dingen als Stätte zur Pflege des Sports, wie Radrennen, leichtathletischen Kämpfen, Retter- turmeren usw. gedacht. Daneben sollen aber auch in ihr Kongresse, Massenveranstaltungen, Ausstel­lungen usw. abgehakten werden.

Neue Fluglinie MünchenFrankfurtEssen.

Die Vorverhandlungen der Transeuro­päischen Union über die neue Luftverkehrs­linie MünchenFrankfurtEssen find zum 216= schluß gelangt. Die Linie wird am 17. August mit vreimotorigen Iunkersflugzeugen in Betrieb genommen und zwar in der Weise, daß in Essen der Anschluß an die große internationale Luftverkehrslinie B e rl i n E s s e n Am- st erdam London gesichert ist. Damit ist für das Netz der Transeuropäuischen Union in Süddeutschland auch eine gute Verbindung mit England gewonnen. Der Flugplan der neuen Strecke ist: München ab morgens 8 Uhr, an Ruhrgebiet 12.30 Uhr, an London 18.45 Uhr. Rückflug ab London 8 Uhr. ab Ruhrgebiet 13.30 Uhr. an München 18 Uhr.

Don Banditen überfallen.

Am Sonntag, 9. August, vormittags 10 Uhr, fand unter großer Beteiligung die Besichtigung ter ausgestellten Zeichnungen und der von Schäkern der Landesbauschule angefertigten Modelle in der Landesbaugewerkschule statt. Hieran anschließend

hinderrburgtage in München.

München. 13. Aug. (TU.) Rach dem Emp­fang im Reichsfinanzhof, über den wir in einem Teil der gestrigen Auflage schon ausführlich be­richteten, stattete Reichspräsident von Hindenburg den städtischen Behörden im Rathaus einen Besuch ab, bei dem der Erste Bürgermeister Scharnagl den Reichspräsi­denten willkommen hieß. Eine immer größer werdende Menschenmenge hatte sich auf dem Marienplatz angesammelt, die den Reichspräsi­denten bei seiner Abfahrt mit nicht endenwollen­den Beifallsrufen begrüßte. Rach der Begrüßung im Rathause trat Reichspräsident von Hinden­burg mit dem Ministerpräsidenten Dr. Held und dem Ersten Bürgermeister Scharnagl

auf den Balkon des Rathauses.

Kaum wurde die nach Tausenden zählende Men- jchenmenae seiner ansichtig, als sie in gewal­tigen Jubel a u 5 b r a rf) und das Deutsch­landlied a n st i m m t e , das von der Menge trotz des starken Regens'mit entblößtem Haupte ge­sungen wurde. Im Anschluß an neue Hochrufe sprach Hindenburg zur Menge und sagte:Ich danke für den herzlichen Empfang, der mir in dem schönen München zuteil geworden ist. Unser teures deut­sches Vaterland hurra, hurra, hurra!" Dio Menge nahm diesen Ruf brausend auf, worauf unter neuen Zurufen und Tücherschwenken der Bevölkerung der Reichspräsident mit einer Verbeugung den Balkon verließ.

Am Nachmittag hat im Auftrag des Reichspräsi­denten. der in seiner Begleitung befindliche Staats­sekretär Dr. Meißner, dem Kardinal-Erzbischof Dr. v. Faulhaber, dem Präsidenten der evangelischen Landeskirche Dr. Veit und dem gegenwärtig in München befindlichen Marschall L i - man von Sanders Besuche abgestattet. Der Reichspräsident selbst stattete dem Gene- ralfeldmarschall Prinz Leopold von Bayern einen Besuch ab. Nach 5 Uhr nachmittags nahm der Reichspräsident bei dem Münchener Ge­sandten des Deutschen Reiches, v. H a n i e l, den Tee ein. .,

Um 6 Uhr begab sich der Reichspräsident im Kraftwagen, wie im Laufe des ganzen Tages überall wieder von der Bevölkerung lebhaft begrüßt, mit den Herren seiner Begleitung

zum Deutschen Museum zu einer einstündigen Besichtigung, bet der Exzellenz Oscar von Miller, der den Reichspräsidenten willkommen hieß, die Führung übernahm. An der Besichtigung nahm außerdem Ministerpräsident Dr. Held, Kultusminister Matt und Exzellenz van Dyck teil. Die Führung erstreckte sich auf die Abteilungen Berg­werk, Maschinenbau. Astronomie, Textil, Papier- Verarbeitung, Chemie und Phamarzie, Luftfahrt und Musik und endete im Ehrensaal des Mu­seums. wo sich der Reichspräsident in das Gästebuch eintrug. Schon bei Beginn der Führung hatte eine dichtgedrängte Menge 'm Vestibül und auf den Treppen des Museums­gebäudes den Reichspräsidenten erwartet und bereitete ihm stürmische Ovationen. Diese Kundgebungen wiederholten sich im Ehrensaal und beim Verlassen des Gebäudes. Auch auf dec Fahrt zum Palais des Ministerpräsidenten wurden dem Reichspräsidenten weitere lebhafte Ovationen bereitet. ..,

Am Abend gab Ministerpräsident Held aus Anlaß der Anwesenheit des Reichs­präsidenten ein Abendessen, an dem außer dem Reichspräsidenten und den Herren seiner Begleitung Reichsminister S t i n g l. Deichsmini- fter Getzler, ferner Runtius Pacelli, der Kardinal Erzbischof Dr. v. Faulhaber, der bayerische Gesandte in Berlin, Dr. v. Preger, der Reichsgesandte in München, von Haniel, der Kommandeur der 7. bayerischen Division, der Landtagspräsident Königsbauer und andere teilnahmen. Dem Diner folgte ein Emp­fang im Hause des Ministerpräsidenten, zu dem zahlreiche Einladungen an hervorragende Persön­lichkeiten des Landes ergangen waren. Bei dem Abendessen, wechselten der Ministerpräsident und der Reichspräsident kurze Trinksprüche, bet denen der Ministerpräsident sein Glas auf das Reich und den Reichspräsidenten erhob, währeno der Reichspräsident auf das Wohl Bayerns und des Ministerpräsidenten trank.

Der erste Tag des Staatsbesuches saitd den eindrucksvollsten Ausklang in einem

Zapfenstreich der Münchener Garnison, der während des Empfanges im Palais des Mi­nisterpräsidenten stattsand. Der weite Platz vor dem Palais war schon vor 9 ilfyr von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge gefüllt. Der Reichspräsident trat mit Ministerpräsident Held, General Kreß v. Kressenstein, Kardinal- Erzbischof v. Faulhaber und anderen Person- lichkeiten auf den D a l k o n des Hauses, wo er die Meldung des Kommandeurs des Zapfenstreichs entgegennahm. Am Schluffe des Zapfenstreichs, der in die Rationalhymne ausklang, brachte Mi­nisterpräsident Held ein dreifaches Hoch auf das deutsche Vaterland und auf Hin­denburg aus, zu dem ganz Deutschland mit Vertrauen und tiefer Verehrung aufblicke. Das Hoch des Ministerpräsidenten wurde von der Menge jubelnd ausgenommen. Der Reichsprä­sident erwiderte mit Worten des Dankes sür die Ausnahme, die er in Bayern gesunden habe und brachte ein ebenfalls begeistert aufge- nommencs Hurra auf das Bah ernland aus. 3m weiteren Verlaust? mußte sich der Reichs­präsident wiederholt auf dem Balkon des Palais zeigen. Er gab in einer Ansprache nochmals seiner tiefen Ergriffenheit und seinem Danke für die Beweise herzlicher Sympathie Ausdruck, die ihm dargebracht.

Als das Militär abmarfchiert war und die Ab­sperrung auf gehoben, wurde, drängte die unüberseh­bare Menge zu dem Pakais hin. Die Hoch- und Heilrufe wollten kein Ende nehmen. Dazwischen wurden immer wieder vaterländische Lieder, beson- ders das Deutschlandlied und die Wacht am Rhein, angestimmt. Erst gegen 10z Uhr begann sich nach und nach die Menge zu zerstreuen, nachdem der Reichspräsident erschienen war und in kurzen Worten zum treuen Zusammen­halten ermahnt und der Menge Lebewohl gesagt hatte.

Kleine politische Nachrichten,

Auf Grund der Besprechungen beim Rerchs- kanzler über die Schaffung einer Stelle, die für die besonderen Interessen des gewerblichen Mit­telstandes in allen Zweigen der Reichsverwal- tung eintreten soll, wurde Ministerialrat Dr. Hoppe zum Reichskommissar für Handwerk und Kleingewerbe ernannt.

Hieran wurde der Geschäftsbericht in ver­flossenem Jahre von dem Bundesvorsitzenden vor» getragen. Ganz besonders wurde darauf hingewie- j'en, daß der Hessis chen Landesbau schule zu D a r m ft a b t alle Rechte, die die übrigen Bau­schulen des Reichs besitzen, alsbald verliehen wer­den. Die gemeinschaftliche Aussprache über bte ein­zelnen Punkte der Tagesordnung war derart wich­tig und von weittragender Bedeutung, daß emp­fohlen wurde, mit den gesamten Bauschultechnikern die aufgeworfenen Fragen gemeinschaftlich zu be­arbeiten: auch wurde der Wunsch geäußert, nicht allein mit dem deutschen Bauschultechniker, sondern auch mit dem deutschen Hochschultechniker einig zu gehen, um größere Wirkungskraft zu erlangen. Bei der nichtöffenllichen Versammlung wurde darauf- hin beschlossen, einen höheren deutschen Bauschulrina vorerst zu gründen, wozu alle Vertreter der Absolventen der deutschen Bauschulen einberufen werden sollen. Die Vertreter der murt* tembergifchen Bauschule brachten einen zweiten An­trag ein, wonach der Zusammenschluß nicht als deutscher höherer Bauschulring, sondern alsDeut­scher Laumeisterbund" ins Leben gerufen werden soll. Diesem Anträge wurde zugestimmt.

und Mandatsgebiete keine Anwendung finden, cs sei 'denn, daß von englischer Seite dieser Wunsch geäußert werde. Im Rahmen des gegenwärtigen Handelsvertrages ließe sich das aber nicht ändern, weil die Döminions selbständig Handelsverträge schließen können. Protestieren müsse man bei dieser Gelegenheit gegen eine englische Aeußerung, daß das ehemalige deutsche Kolonial­gebiet am Tanganjikasee England e i n o e r l e i b t werden solle. England habe nur das Mandatsrecht über die Kolonien. Wo bleibt hier der Völkerbund?

Präsident Lobe kommt dann auf die gegen den Außenminister gerichtete Erklärung des Abg. Graf v. Reventlow zu sprechen. Er erklärt: Ich hätte nicht erwartet, daß ein gebildeter Mann derartige Aeußerungen tut und ruft den Grafen Rcventlow zur Ordnung.

In der dann vorgenommenen Abstimmung wird der deutsch-englische Handelsvertrag in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen der Kommu­nisten und Völkischen angenommen.

Annahme findet dann eine Entschließung des Auswärtigen Ausschusses, der die Reichsregierung ersucht, mit der belgischen Regierung noch ein­mal in Verhandlungen wegen Beseitigung aller für Deutsche in der belgischen Kongokolonie bestehenden Diskriminierungen einzuleiten.

Es folgt die

zweite Beratung des Amnestiegesehes.

Abg. Landsberg als Berichterstatter empfiehlt die Annahme der Vorlage und zweier Ausschlußentschliehungen, in denen eine Län - deramnestie und eine Amnestie von Diszi­plinarvergehen befürwortet wird. Er betont dann als Redner seiner Partei, die Sozial­demokraten würden der Vorlage zustimmen, sie müßten aber den Reichs justizmmister dringend bitten, seinen Widerstand gegen die Rieder- schlagung geringer Zuchthausstrafen aufzuaeben.

Abg. Stöcker (Komm.) b^eichnet die Vor­lage als eine völlig einseitige, tendenziöse Trll- amnestie zugunsten der Sünder von rechts. Er be­gründet verschißene Anträge auf Erweiterung der Amnestie, ihre Ausdehnung auch auf geringe Zuchthausstrafen bei politischen Delikten und auch auf die Zeit nach dem in der Vorlage festge­setzten Termin vom 1. Oktober 1923.

Abg. Brodaus (Dem.) erllärt. feine Freunde würden der Vorlage zustimmen, aber sie könnten große Bedenken nicht unterdrücken. Das vorliegende Amnestiegeseh werde keine Befrie­dung im Innern schaffen, denn es begünstige die Sünder von rechts. Angesichts der befamtiert Rechtsprechung bei politischen Vergehen wäre es notwendig gewesen, die in solchen Fällen ver­hängten kleineren Zuchthaus st rasen mit zu amnestieren, wenn man nicht in der Hauptsache nur die Hochverräter von rechts amnestieren wollte.

Abg. Dietrich (Völk.) Der unheilvolle Einfluß der Bayerischen Volkspartei habe eine Ausdehnung der Amnestte auch auf Hiller verhindert. Die wegen des sogenannten Hillerputsches Verurteilten hätten doch mehr oder weniger im Einverständnis mit der damaligen Bayerischen Regierung gehandelt. Trotz aller Bedenken werde die Völkische Frakllon der Arnnestteoorlage z u st i m m e n.

Die Amnestieoorlage wird darauf e i n st i m m i g angenommen. Weiter werden zwei Entschlie- ßungen des Ausschußes angenommen, deren eine sich auf die Amnestierung von Disziplinarstrafen be­zieht, während die anderen den Wunsch ausspricht, daß die Länder in ihren Amnestien die aus den 93er* haltttissen der Inflationszeit erwachsenen Notdelikte

Wetter angenommen wurde eine Entschließung, bte die Reichsregierung ersucht, die nach den frühe- ren Grundsätzen angenommenen und geprüften, aber infolge Heeresdienst erst nach dem 31. Marz 1920 planmäßig angestellten Sekretäre noch zur Son- berprüfung für bie Besolbungsgruppe 7 zuzulassen.

Ohne wesentliche Debatte werben angenommen bas vorläufige deutsch-französische Saar- beckenabkommen unb bie Luftverkehrs- verträgemitOe st erreich und Schweden. Der endgüttigen Verabschiebung bes Antrages, ber bie ben Kleinrentnern gewährten Unterstüt­zungserhöhungen auch ben sozialen Rentnern gewähren will, wiberspricht ber Abg. Esser (Ztr.) unter Hinweis auf ben vom Reichs­rat bagegen erhobenen Einspruch. In nament­licher Abstimmung wirb barauf mit 271 gegen 77 Stimmen bei 24 Enthaltungen ber Einspruch bes Reichsrats zurückgewiesen unb ber Reichstagsbe- schluß über bie Gleichstellung der Sozialrentner mit den Kleinrentnern aufrechterhalten. Das Gesetz ist also mit der für Verfassungsänderungen erforderlichen Zweidrittelmehrheit bestättgt.

Präsident Lobe: Mit dieser Abstimmung ist die Tagesordnung der Sitzung erledigt. Im Ein­verständnis mit dem Aeltestenrat erbitte ich die Er. mächtigung, die nächste Sitzung einberufen zu kön­nen mit der Maßgabe, daß sie, wenn nicht außer­ordentliche Umstände eintreten, Mitte Novem­ber stattfindet. (Die Ermächllgung wird erteilt) Ich banke ben Angestellten, Beamten unb Arbeitern bes Reichstags für bie ungewöhnlich ftarke Arbeitslast, bie sie in ben letzten Wochen unb Monaten zu bewältigen hatten (Beifall!) unb wünsche Ihnen eine gute Erholung.

Massenabwanderung russischer

Bauern nach Sibirien.

Helsingfors, 12. Aug. (TA.) Die Zen- tralbehörden in Moskau sind sehr beunruhigt über die Massenabwanderung der Bauern aus dem Gouvernement Tula. Mehrmalige Miß­ernte n . die Vernichtung des Viehs usw. ha­ben zu einem katastrophalen Rieder­gang der Landwirtschaft un Gouverne­ment Tula geführt. Die verzweifelte Bevölkerung wandert in Massen nach Sibirien ab, von wo Rachrichten eintreffen, daß dort das Reich einesneuen Bauernzaren im Ent­stehen begriffen sei, der geordnete Zustande m Rußland einführen werde. Die Bewegung reiht selbst die Bewohnerschaft jener ©egenden mit sich fort, in denen die Lage noch arttäflliä) W- Alle Bemühungen der Regierung, diese Mafien- Wanderung einzudämmen, sind erfolglos. 3n Moskau befürchtet man, daß die Bewegung auch auf die benachbarten Gouvernements übergreifen werde.

Der Oberschlesische Kurier" meldet aus Pleh: 'Als zwei Kaufleute mit ihren Damen sich auf dem Heimwege von Geczal- kowitz nach Pietz befanden, wurden sie v o n zwei Banditen angefallen und mit vor- gehaltenen Revolvern auf das offene Feld , ----- . - ,

hinausgedrängt, wo sie ihrer sämtlichen hielt m der Aula der Lanbesbaugewerkschule als Wertsachen beraubt wurden. Während erster Redner Direktor Professor Wien k o o p sich die zwei männlichen Personen mit dem Ge- einen hochinteressanten Vortrag über Hessische Bau­sicht auf ben Erdboden legen mußten, zwangen weise und Helmatschutz Darauf folgten Dorttagc die Banditen die Domen, ein Stück weiter ab- der Herren.Studienrat Stumpf. ArchE Oster, setts zu kommen. Auf die Hilfeschreie der Da- rath, Dipl.-Ing. L>tudlenrat Heinz über Stu men stürzte sich einer der Kaufleute auf einen bienreifen ber Stubterenben bes unb Ticfbou=

Räuber und versuchte, ihm die Waffe zu fachs. D e Vortrage waren sehr stark besucht, entreißen Bei dieser Gelegenheit wurde er v o n Im Anschluß an b'e^tortmge hat der Bund den den Banditen zweimal durch die Beitritt zu dem Hesssischen Bund für Heimatschutz Brust geschossen, so daß er schwer verletzt erklärt.

liegen blieb. Die Täter ergriffen darauf die ßtiefoettCt Wochenmarktpreise. Nucht unb entfernen Erkannt nt>m 13 augllft 1925 ttzSndlerprE.

Mittwochabend betrat in Eh-mnid Mei Aftern an,

«bete ^nS2120,%^X4U°t' N rL

T IS Hüben 15. gelbe 2toben 25, W-nUchk-chl 15.

S-eAZKSLS MBWVLLS? Raubüberfall auf einen Eisenbahnzug in Indien. Honig 35, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120

Aus Kalkutta wird em kühner Raubüberfall Pfennig das Pfund. Eier 14 bis 15. Blumenkohl auf einen Eifenbahnzug gemeldet, tote er in 10 bis 120, Salat 10 bis 15. Oberkohmabi 15, Indien bereits seit Jahren nicht borge- Rettich 10 bis 15. Salatgu^en 30 bis 60, Eimnach- lommen ist. Der Rachtzug KalluttaLuckow gurken 3 bis 5 Pf .das Stuck, Radieschen Pack wurde dicht hinter der Station Rikora, 25 Kilo- 15 Pf., Bohnen Pfd. 30 Pf. meter vor Luckow, von 20 bewaffneten

Räubern angehalten. Vier Räuber de- ^OUlOllSCli.

setzten die Lokomotive und die übrigen Plunder- T a g e s k a 1 end e r f u r Donners- ten die Passagiere und den Postwagen aus. Ein I tag. Gießener Turnerschaft, 8 Uhr Zusammen- Mohammedaner und ein Gurkha, die Widerstand kunst in der Turnhalle.

zu leisten versuchten, wurden erschossen. Ein

Engländer wurde durch einen Schuß verwundet. .» j>em Stadttheaterbureau Rachdem die Räuber die Passagiere vollkommen . unß geschrieben: Am Dienstag. 18. August, ausgeplündert hatten, verschwanden sie spurlos, eine Ausführung vonD erH o chto u rist"

Anwetterkatastrophe in Böhmen. von Curt Kraah statt. Der kürzlich verstorbene

Reichenberg, 12. Aug. (WB.) Der Ge- Verfasser war einer der beliebtesten Schwank- wittersturm, der sich stellenweise zu einem Wir- I autoren. Sein »Hochtourist * ist wohl das am belsturm steigerte, richtete in der Rächt zum meisten aufgesuhrte Werk von ihm.

Mittwoch im hiesigen und Gablonzer Bezirk ** Der Glöckner von Notre Dame große Verheerungen an Zahlreiche Häuser Nach dem berühmten Roman von Viktor Hugo ist wurden a b g e d e ck t Ganze Waldstrecken sind hier eine Handlung aufgebaut, bie m 8 Kapiteln entwurzelt Mehrere Personen wurden ver- voller Spannung an uns voruberrollt. Lebendig letzt Die ärgsten Verwüstungen wurden tu ersteht das Bild des Paris des 15. Jahrhunderts Proschtoih too der W eb e r c i b e t r i e b still- mit seiner grausamen Justiz, seinen krassen sozialen gelegt wurde, und in dem Gablonzer Vororte Gegensätzen unb ben tollen Volksfesten. Hier spielt Kahenloch, wo mehrere Häuser zerstört wurden, sich bas Schicksal bes ungestalten Glöckners Quasi- atigerichtet mobo ab, mitten zwischen ben Prachtbauten ber

________ I Kathebrale unb ben Straßen um ben großen Kirchen- Wettervoraussage. platz, bis bie Totenglocke sein Sterbelieb singt. Der

Frifcke südliche bis westliche Winde, vorüber- Film ist eine großartige Leistung, technisch wie gebend Riedersch^äae später nachlassend und künstlerisch. Die Aufbauten ber Kathebrale erscheinen Fanafam auf klärend ' 'n vollendeter Plastik, die Kostüme sind in historischer

Das neue Fallgebiet ist gegen Skandinavien Treue von starker Wirkung, das Spiel der Darsteller hin weitergezogen. Seine Ausläufer liegen noch kann als glanzend bezeichnet werden Der Film .st über England und werden auch bei uns eine eine hochwertige Leistung m ,ed^ Beziehung und er vorübergehende Störung unserer Schönwetterlage ist zu begrüßen daß er hier m Gießen gezeigt wtro. Hervorrufen Vorher lauft ein StreifenBrowme ist heimar-

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 21.8 los", ein reizendes Lustspiel mit einem Hund als Grad Celsius. Minimum 13.8 Grad Eelsius. I Hauptdarsteller.