Vie Landmaschinen aus der Kölner Grünen Messe.
(Nachdruck verboten.)
Ton Dipl.-Jng Mangold-Duisburg.
Die diesjährige Landmaschinenschau in Köln übertrifft die vorjährige recht beträchtlich. Der ganze Raum des Freigeländes ist voll belegt Wie wir erfahren, hat der zur Verfügung stehende Raum nicht ausgereicht, um alle angemeldeten Firmen unterzubringen.
Gerade für die Landwirtschaft sind vielleicht mehr wie für andere Gebiete unserer Volkswirtschaft öftere Ausstellungen notwendig, um dem Landwirt in immer steigendem Maße aus die Fortschritte der Technik zur Mechanisierung seines Betriebes aufmerksam zu machen. Es ist deshalb sehr zu begrüßen, daß neben der großen Wa^er-- ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, welche natürlich die landwirtschaftliche Zen- iralausstellung bleiben wird, in einzelnen Teilen des Reiches Ausstellungen veranstaltet werden, welche dem Landrvirt vor Augen führen soll, wie er seinen Betrieb berbessern und seine Produktion erhöhen kann. Auch tragen diese Veranstaltungen ohne Zweifel dazu bei, das Ver-
Drillmafchine der Deutschen Werke.
ständnis der Stadtbevölkerung für die Sorgen und Mühen des Landwirtes zu heben.
Die Maschinenschau auf der Kölner Grünen Messe, auf der sowohl Fabrikant als auch Großhändler vertreten sind, hat gegenüber der Wanderausstellung den Vorteil, daß der Besucher nicht die große Menge aller im Reich hergestellten Landmaschinen findet, sondern eine für Rheinland und Westfalen besonders in Betracht kommende Auswahl. Dies erleichtert ihm die Bewertung der einzelnen Maschinen für seinen Betrieb wesentlich.
Wir wollen gleich betonen, daß es unsere Industrie verstanden hat, die früher nur für größere Betriebe in Betracht kommenden Maschinen so urrnubauen, daß sie in entsprechend verkleinerten Typen aucy von dem kleinsten Besitzer mit Vorteil verwendet werden können. Dadurch ist jeder Landwirt heute in der Lage, seine Wirtschaft weitgehend zu mechanisieren und sich so von der bekannten Rot des Leutemangels zur Zeit der intensiven Arbeit unabhängig zu machen. Auch die Anschaffungskosten der Maschinen sind weitgehendft den Verhältnissen der Landwirte angepaht.
Wenn der M o t o r p f l u g mehr und mehr auch in kleinen Wirtschaften Eingang findet, so hat der Gespannpflug doch immerhin eine weite Anwendung, welche er auch für absehbare Zeit behalten wird. Besonders viele örtliche Ver- hältnisse, wie -z. D. die steilen Weinberge, bringen dem Motorpflug Schwierigkeiten entgegen. Don den zahlreich ausgestellten Gespcrnnpflügen müssen wir die Maschinenfabrik Peter Jos. Engels in Höningen bei Köln nennen, welche aus eigner Bearbeitung des rheinischen Bodens heraus einen Balance- und Peudelpflug geschaffen haben, ^welcher auf der vorjährigen Kölner Messe mit der höchsten Auszeichnung (Ehrenpreis der Stadt ?Köln und Große Medaille der rheinischen Land- , Wirtschaftskammer) bedacht wurde. Er ist ein 'KiPPPflug für Flach- und Tiefkultur und hat sich in der Praxis sehr bewährt.
Die Vorteile des Motorpfluges liiegen neben einer intensiveren Bearbeitung des Bodens in der Möglichkeit, mit ihm ein bedeuteiÄ» größeres Arbeitsquantum mit einem Mann in wesentlich kürzerer Zeit zu erledigen und so den Landwirt in-den arbeitsüberhäuften Frühjahrs- und Herbstperioden zu entlasten.
Die Motorpflüge sind im Gegensatz zu den Dampfpflügen, welche nur das Pfluggerät über den Acker ziehen, ausschließlich Gangpflüge, d. h. die Antriebmaschine geht mit den Pflivgkörpern über das zu beackernde Feld. Man unterscheidet bei ihnen zwei verschiedene Systeme: Trag- pflüge und Schlepppflüge oder Trekker. Bei erftercn sind Zugmaschine und Pflugkörper an einem Traggestell fest miteinander verbunden, während die Schlepppflüge als Zugmaschine die Pflugkörper hinter sich her ziehen. Wir halten den Tragpslug in den meisten Fällen für das Bessere.
Die S t o ck-M otorpflug-Gesellschaft in Berlin O 10, welche zuerst in Deutschland Tragpflüge gebaut hat und deren Pflüge tzch in vielen Tausenden überallhin verbreitet haben, baut vier Typen. Einen Grohpflug von 60 P. S. für große Felder, den mittleren Typ Stocklej mit 30 P. S. und einen Wendepflug von 20 P. S. für kleine Betriebe. Außerdem tritt hierzu noch eine Type Stokraft von 40 P. S., welche als Hochleistungsmaschine zur allgemeinen Durchführung der älntergrundlöckerung anzusprechen ist.
Den Bedürfnissen des kleinen Betriebes paßt sich der Stock-Wendepflug sehr gut an. Er kann durch seine große Wendefähigkeit fast auf
der Stelle drehen. Seine Arbeitsweise nach dem Brabanter Prinzip des Kehrpflügens lst sehr vorteilhaft bei kleinen ungünstig geschnittenen Schlägen und ist unumgänglich in stark hängigem Gelände, bei dem die Furchen bergab gelegt werden sollen. ,
Im Anschluß an die Motorpfluge sind auch die Fräsmaschinen zu erwähnen, welche d.e Bodenbearbeitung auf eine ganz andere Art vornehmen. Durch krallenartige Werkzeuge, welche durch Motor in rasche Umdrehungen verseht werden, wird der Boden fräsartig aufgewühlt und so innig durcheinander gemischt. Die Siemen s - S ch u ck e r t - W e r k e in Berlin bauen zur Zeit drei Typen von Fräsen: Eine Guts- fräse von 30 P. S. und je eine Plantagen- sowie Gartenfräse von 8 bzw. 4 P. S.
Der künstlsche Dünger sollte heute nur noch maschinell gestreut werden. Dw Handstreuung arbeitet nicht nur sehr ungleichmäßig, sondern sie verschwendet auch viel zu viel Dünger. Die Düngerstreuer stellen an die mit ihrem Bau beschäftigten Fabriken große Anforderungen Es soll, soweit möglich, erreicht werden, das mit einer Maschine mehrere Arten von Dünger, welche nacheinander oder gleichzeitig dem Feld gegeben werden müssen, ausgestreut werden können. Die Schwierigkeiten liegen in der Verschiedenheit der Dünger. Die einen, wie z. V. Superphosphat, sind stark wasseranziehend und verschlammen leicht, während Kalk sehr fein und leicht beweglich ist. Dabei soll die Ausflußmenge genau reguliert werden können. Der Dünger liegt in einem Kasten, aus dem er beim Fahren über das Feld durch mannigfache Vorrichtungen langsam nach unten abgezogen wird. 11. a. sind die Kettendüngerstreuer „Westfalin" von Kux mann & C o. in Bielefeld weit verbreitet. Seit einigen Jahren baut Krupp- Essen in seinem Kronendüngerstreuer eine Maschine, welche sich besonders zum Ausstreuen wasserziehender Dünger eignet. Bei ihm fassen Streukronen um eine Streuwalze. Seine Reinigung ist gut vorzunehmen.
Wenn Kot und Harn nicht mehr getrennt, sondern zu Gülle verarbeitet wird, so gibt dies einen außerordentlich wertvollen Dung, welcher
Höhenförderer des Osterieder Werks.
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noch den Vorteil besitzt, daß er im eigenen Betrieb gewonnen wird. Bisher stand jedoch dieser rationellen Jauchewirtschaft im Wege, dotß man feine Pumpe besaß, welche diese breiige Masse nicht nur fördern, sondern auch in die notwendige Bewegung versetzen konnte. Durch die von der Hedwigshütte Preuß & Winzen in Viersen (Rh ld.) gebaute Luna-Pumpe ist dieses Problem gelöst. Die Luna-Pumpe ist eine genial erdachte Kreiselpumpe, welche die Gülle nicht nur einwandfrei fördert, sondern auch tadellos gleichzeitig umrührt.
Drillmaschinen sind in bewährter Ausführung zu sehen. Reu sind die Reihendüngerdrillmaschinen von Rudolf Sack in Leipzig-Plagwitz, welche dem reihenweise eingebrachten Samen gleichzeitig eine Ladung Dünger mitgeben, welcher ihm für sein erstes Wachstum sehr zu statten kommt.
Zahlreich sind die Hackmaschinen zu finden, welche besonders beim Rübenbau verwendet werden. Rud. Sack in Leipzig-Plag- w i h hat einen neuen Rüberodepflug herausgebracht, welcher auf der diesjährigen Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft zum ersten Male gezeigt wurde.
Die Haka-Kulturgeräte von Heinrich Kullmann in Darmstadt sind vorzügliche Maschinen für rationelle Bewirtschaftung des Kleinbetriebes. Reben einem leichten Handpslug ist besonders auf die Handdrill- und Hackmaschinen hinzuweisen, welche ermöglichen, auch das kleinste Stück Land mit wenig Mühe sachgemäß zu bestellen. Schließlich sind noch die Hackmaschinen von 2 P. und 2,5 Meter Breite der Hedwigshütte, Preuß & Minzen in Viersen (Rhld.), zu erwähnen.
Die Friedrich-Krupp -A. -G. in Essen stellt in Verbindung mit der Landmaschinenfabrik Fahr in Gottmadingen (Baden) Erntemaschinen von bester Qualität und Konstruktion her. Reben verschiedenen
Gras- und Getreidemähern und einem Garbenbinder ist eine Binderlenkvorrichtung zu erwähnen, welche an jeden Garbenbinder angebracht werden kann und die reihenweise von dem Schlepper gezogenen Garbenbinder so steuert, daß sich genau Schnittbreite an Schnittbreite anschließt. Der Kruppsche Patentheuwender ist auch als Schwadenrechen verwendbar und damit die vom Landwirt ersehnte Einheitsmaschine zur Heuernte.
Die Maschinenfabrik I. F. I a k o b i G.m.b.H. in Honnef a. Rh. baut Mähmaschinen mit doppelter Mesfergeschwindigkeit nach dem englischen System Bamlett. Außerdem hat sie als Spezialität Dreschmaschinen für kleine Betriebe, Drillmaschinen für Dünnsaat und glatte Stahl- und gußeiserne Cambridge-Walzen zur Schau gestellt. Auch sonst sind, wie meistens, die Dreschmaschinen sehr zahlreich vertreten. Ist sie doch die erste moderne Maschine gewesen, welche sich in der Landwirtschaft Eingang verschafft hatte. Heute wird sie in jeder Gröhe gebaut und fehlt Wohl in keinem Betrieb.
Die Maschinenfabrik Holthaus A. G. i n Dinklage i. O. kann heute auf eine 75jährige Tätigkeit im Dreschmaschinenbau zurückblicken. Ihre in verschiedenen Größen gebauten Reform- drefcher entsprechen den höchsten Anforderungen.
Gartenfräse der Siemens-Schucke.: Werre.
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Heinr ichLanzin Mannheim, welcher in Lokomobilen und Dreschmaschinen Weltruf besitzt, hat sich einen neuen Zweig angegliedert, welcher eine große Zukunft besitzen dürste. Wir denken an seine fahrbaren R o h ö l m o t o r e, welche in drei Typen von ihm gebaut werden und vorzügliche Zugmaschinen sind. (Type Felddank mit 38 P. S. und der Verkehrs- und Ackerbulldogg mit 12 P. S.)
Das Osterriederwerk in M em m i n -- gen (Bayern) hat zu seinen bekannten festen und fahrbaren Höhenförderern einen Heulader herausgebracht, welcher ebenfalls schon eine große Verbreitung gefunden hat.
Die Saw.c.ireinigungs- und Sortiermaschinen der K ö l n - K a l k e r T r i e u r f a b r'i t Mayer & (Sd. sind bekannt. Sie stellen neuerdings auch eine fahrbare Getreidereinigungs- und Beizanlage mit 500 Kg. Stundenleistung her.
Für Stallanlagen kyrnmen von I. Pohlig, Köln-Zollstock gebaute Hand- Hängebahnen zur Hera^lschaffung des Futters und Wegbringen des Stallmistes sehr vorteilhaft in Frage. Sie sparen bedeutende Arbeitskräfte, besonders in größeren Stallungen. Ein besonderer Vorteil der Hängebahnen ist, daß sie keinen Raum des Fußbodens einnehmen.
Der Butterverfertiger der Alfa- Laval-Separator-Gesellschaft, Berlin NW 40 hat sich nicht nur in kurzer Zeit den Weg in die meisten Molkereien erobert, sondern ist auch mehr und mehr im Bauernhaus anzu- treffen. Er vereinigt die zwei bisher getrennten Geräte. Butterfaß und Walzenkneber, so daß man außer ihm nur noch einen Separator braucht. Sein Antrieb ist am besten elektrisch. Außerdem hat Alsa-Lqval eine Melkmaschine gebaut, welche sich schon vielfach bewährt hat.
An vielen Stellen der Grünen Messe finden wir die immer mehr Verwendung findenden Rohölmotoren der D e u tz e r M v t o r e n f a b r i k. Sie werden meistens im Betrieb beim Antrieb von Dresch- und sonstigen Maschinen vorgeführt. Deutz baut diese äußerst praktisch und billig arbeitenden Motoren in verschiedenen Typen. Wir erwähnen einen 6-P.8.-Viertaktmotor auf einer tragbaren Schleife montiert, je eine kleine Motorlokomobile von 12 und 14 P.S, und einen Klein- Dieselmotor von 14 P.S.
Wann ist bei Banküberweisung gezahlt?
Die Zahlungen durch Banküberweisung haben einen sehr großen Umfang angenommen. Die Frage, wann in solchen Fälle die Zahlung als erfolgt anzusehen ist, muß daher wirtschaftlich um so bedeutsamer erscheinen, als damit der Verzug des Schuldners und die weiteren Folgen, insbesondere der evtl. Vertragsrücktritt des Gläubigers Zusammenhängen. Es werden verschiedene Ansichten über den Zeitpunkt der Zahlung bei Banküberweisung vertreten. Die einen, darunter auch das Kammergericht in einem Urteil vom 23. September 1924, nehmen an, der Tag der Ueberweisung durch den Schuldner seimaß- gebend. Demgegenüber muß man aber darauf Hinweisen, daß mit der reinen Ueberweisung für den Gläubiger noch kein Vorteil, besonders keine Verfügungsmöglichkeit entsteht: auch kann der Schuldner den Auftrag der Ueberweisung noch bis zur Gutschrift widerrufen. Der andere Standpunkt, es komme auf den Zeitpunkt der Ueberweifungsbenach- richtigung des Gläubigers seitens der Bank an, kann ebenfalls nicht gebilligt werden. Erfahrungsgemäß ist die Benachrichtigung in solchen Fällen nicht
Seperator der Krupp-Werke.
immer sofort zu erwarten, verzögert sich manchmal um einige Tage. Man kann dem Gläubiger nicht die damit verbundenen Nachteile zumuten. Vielmehr wird man in dieser Frage der Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe (Bd. Nechtspraxis 25 S. 155) zustimmen. Danach ist die Zahlung.durch Banküberweisung in dem Augenblicke als vorgenommen anzusehen, in dem die Zuschreibung auf dem Konto des Zahlungsempfängers, also des Gläubigers geschehen ist. Durch diese Gutschrift gibt nämlich die Bank den Willen kund, den gutgeschriebenen Betrag zu schulden. Von diesem Augenblick an ist der Ueberweisende an seinen Auftrag gebunden. Der Empfänger seinerseits darf über den Betrag verfügen, selbst wenn ihm zu dieser Zeit die Gutschrift noch nicht förmlich mitgeteilt worden ist.
Aus der Provinz.
Landkreis Gic^en.
£ Wieseck, 13. Juli- Der Ziegenzuchtverein Wieseck ist durch die hier besonders stark aufgetretene Leberegelkrankheit sehr schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Ganze Viehbestände fielen der verheerenden Seuche zum Opfer, der Gesamtverlust, den der Verein erlitten hat, wird auf 80 Proz« des bei ihm versicherten Viehbestandes berechnet. Bei den zur Verfügung stehenden geringen Mitteln konnte nur von einer ganz unzureichenden Entschädigung die Rede fein, und auch diese mußte bei der immer weiter um sich greifenden Krankheit (mit fast immer tödlichem Ausgang) ganz eingestellt werden. Nachdem nun dank des tatkräftigen Eingreifens des Kreisveterinäramts die Seuche zum Stillstand gebracht werden konnte, gilt es, die eirfft so blühende und jetzt fast völlig vernichtete Ziegenzucht wieder neu zur Entfaltung zu bringen. Der außerordentliche volkswirtschaftliche Wert einer ausgedehnten und gesunden Ziegenzucht wurde nun auch vom Ministerium des Innern in der Weise anerkannt, daß für den 4. Oktober eine Verlosung von einer größeren Anzahl Gebrauchsgegenstände genehmigt wurde, um auf diese Weise dem Verein Mittel zuzuführen und den schwer geschädigten Mitgliedern die Reuanschasfung ihres Viehbestandes zu ermöglichen. Dem Unternehmen ist der wohltätige Charakter nicht abzusprechen, der geringe Preis der Lose (1 Mark) rechtfertigt den Wunsch nach lebhaftem Umsatz derselben. Die Verlosung, der wir auf Grund ihrer Gemeinnützigkeit einen vollen Erfolg wünschen, findet unter Aufsicht der Ortspolizeibehörde statt. (Siehe heutiges Inserat.)
!*! Klein-Linden, 12. Juli. Dieser Tage wurde von etwa 30 hiesigen Einwohnern ein Kleinkaliberschützenverein gegründet, der dem Kleinkaliber-Schühenverband angegliedert ist. Das Kreisamt hat die Genehmigung zum Schießen auf dem Schießstande am Dorfausgang nach Allendorf erteilt, so d.iß zukünftig regelmäßige Schießübungen stattfinden können. Außer diesem Schützenverein besteht seit einigen Jahren in unserem Dorfe noch der Schützenklub „Roland".
> Holzheim, 11. Juli. Heute sand hier unter Leitung des Direktors des Landwirtschafts- amts Butzbach, Landwirtschaftsrat Dr. Schad, ein Rundgang durch unsere Gemarkung statt, an dem sich eine große Zahl hiesiger Landwirte beteiligte. Die Besichtigung hatte den Zweck. Aufklärung zu schaffen über die richtige Anwendung der künstlichen Düngemittel, ferner über Krankheitserscheinungen und deren Bekämpfung bei Getreide und Hackfrüchten. Die Ausführungen Dr. S ch a d s waren äußerst lehrreich.
Kreis Friedberg.
VW. Butzbach, 11. Juli. In der jüngsten Sitzung bewilligte die Stadtverordnetenversammlung dem neugewählten Bürgermeister I o e r i d e, der auch einstimmig in Rauen zum Stadloberhaupt erkoren war, dasselbe Einkommen wie dort, nebst freier Wohnung, so daß mm mit der sicheren Aussicht gerechnet werden kann, daß Bürgermeister I o e r t d e aus Laucha an die Spitze hiesigen Gemeinwesens tritt. — Die von der „Hamburger Vereinigung zur Pflege alter Kirchenmusik" in hiesiger Markus lirche gebotene Feierstunde verdiente diesen Ramen im edelsten Sinne des Wortes. Die Künstler offenbarten in allen ihren Darbietungen ein hohes musikalisches Können. Die Leitung hatte, wie in vorigem Jahre, Robert SMeinede übernommen, den wir im Verlaufe des Konzerts nicht nur als vorzüglichen Chordirigenten, sondern auch als einen, mit prächtiger Baßstimme begabten, ausgezeichneten Solisten schätzen lernten, während seine Gattin, die mit einer lieblichen und dabei doch kräftigen Stimme begnadet ist, die Sopranpartie übernommen hatte und meisterhaft durchführte. In der großartigen Kantate von Johann Sebasttan Dach über Dr. Paul Flemmings Lied „In allen meinen Taten" kam das vorzügliche Zusammenwirken von Orgel (gespielt von dem jugendlichen Walter Kraft), Violinen Frl. Alice Fiedler und Karl Millers) und Chor zum Entzücken aller Hörer zu bester Geltung. In diesem bunberbaren Werke durften wir auch in einem Rezitativ und einer Arie für Alt Frl. Marga Kossow bewundern, die wohl in Herrn Kleinecke einen trefflichen Gesanglehrer gefunden hat und ihre klangvolle Altstimme bestens zur Geltung brachte. Einen tiefen Eindruck auf alle Hörer machte sowohl das Largo ma non tanto von Bach für Orgel und zwei Violinen aus dem O-Moll-Konzert, als auch der für dreistimmigen Chor, zwei Violinen und Orgel von Heinrich Schütz bearbeitete 23. Psalm. So war es eine wirkliche Feierstunde, die uns diese trefflichen Pfleger alter edler Kirchenmusik boten.
> Aus der nördlichen Wetterau, 11. Juli. Das Bild, das sich dem Beschauer beim Durchwandern unserer Fluren bietet, darf im allgemeinen als zufriedenstellend bezeichnet werden. Besonders erfreulich ist der Anblick der R o g g e n- und Weizenfelder. Hie sind Halm und Aehre gut entwickelt. Auch die Sommerfrucht verspricht einen guten Körnerertrag, allerdings ist sie an trockenen Stellen etwas kurz geblieben. Wenn das Wetter noch einigermaßen günstig bleibt und nicht, wie dies voriges Jahr der Fall war, eine anhaltende Nässe eintritt, kann mit einer aussichtsreichen Ernte gerechnet werden. Bei den Hackfrüch- t e n steht die Sache etwas anderes. Hier wäre ein durchweichender Regen dringend am Platze. Besonders die Pflänzchen, die spät gesetzt wurden, sind in ihrem Wachstum noch weit zurück.
Kreis Büdingen.
!! Büdingen, 11. Juli. Zu der heutigen tfentlicfyen Kreisausschußverhandlung standen zur Verhandlung: 1. Einspruch gegen dis


