■-t> iir gctme i ft et toa 01 > - i.. i» i au>> । u .» und 2. Beanstandung der Bürgermeister- Dahl zu "Dolf durch den Kreisdirektor des Kreises Büdingen. Der unter 1 aufgeführte Einspruch gegen die Bürgermeisterwahl Bind- sachsen kam nicht zur Verhandlung, da die Kläger vorher ihre Einwendungen zurückgezogen hatten. Zur Deanstandung der Dürgermeisterwahl in Wolf hatten verschiedene Gründe geführt: so sollte vorher auf Rechnung des neugetoählten Bürgermeisters in Wirtschaften gesessen und getrunken. ferner einer Frau von ihrem Reffen der Wahlumschlag im Wahlraum entrissen und der Stimmzettel vertauscht worden fein. Insgesamt waren es acht Gründe, die alle auf das Gleiche hinausliefen, wie der erstangeführte. Die Verhandlung ergab jedoch, daß alle dem neugewählten Bürgermeister zur Uaft gelegten schuldhaften Handlungen zum Teil sich anders zugetragen hatten und zum Teil nicht bewiesen werden konnten. Der Kreisausschub erkannte daher zu Recht, dah die Beanstandung des Kreis- direktors zurückzuweisen und die Kosten der Hauptstaatskasse zur Last zu setzen seien. Zur Verhandlung waren außer den geladenen 14 Zeugen noch eine große Zahl Reugieriger auS der Gemeinde Wolf erschienen. Gegen die Bürgermeisterwahl in Lorbach war ebenfalls Einspruch erhoben worden. Da die dem neugewählten Bürgermeister zur Last gelegten schuldhaften Handlungen bis in seine frühere Dienstpcriode zurückreichen, wies der Kreisausschuß die Beanstandung durch einen Vorentscheid zurück.
nd. Ridda, 11. 3uli. Gestern abend fand in der hiesigen Stadtkirche eine musikalische Feier st unde statt, die von der Hamburger Vereinigung zur Pflege alter Kirchenmusik veranstaltet war. Die künstlerische Leitung lag in den Händen von Robert Klein ecke. Der Besuch des Kirchenkonzerts war gut, wäre aber sicher an einem Sonntag noch besser gewesen. Die meisterhaften Orgelvorträge allein und mit Begleitung von zwei Violinen, die Arien von Telemann und Händel aus „Samson" und die Psalmen machten auf alle Zuhörer einen tiefernsten Eindruck. Ganz wundervoll und ergreifend war die Bachsche Kantate über Dr. Paul Flemmings Lied „In allen meinen Taten". Mit einem Präludium und einer Fuge in E-Qlioll für Orgel von Martini wurde die Feierstunde würdig geschlossen. Die musikalischen Leistungen der aus sechs Damen und sechs Herren bestehenden Vereinigung verdienen volles Lob.
„?" Nidda, 12.Juli. Die Religionslehrerkonferenz für das Dekanat findet am Mittwoch, 22. Juli, hier statt. Dabei wird Professor D. Matthes- Darmstadt über „Die Anwendung der Erlebnismethode auf dem Religionsunterricht, insbesondere auf die Behandlung des 2. Artikels" sprechen. — Der von dem Hess. Lehrfilm- n i d) i u Darmstadt vorgeführtc und erläuterte Lehrfilm „Die Wunder des Amazonenstroms" wird Ende August den diesigen imb benachbarten Schulen im „Gambrinus" gezeigt werden. Auch dieser Lehrfilm dürfte, ebenso wie die früher vorgeführten, den kindlichen Blick weiten und gerade von der Gegend, die gewöhnlich von unvollkommenen Vorstellungen und kühner Phantasie umsponnen, ein klares Bild enthüllen. — Die Frühkartoffeln sind, feitbcm die Wetterau als Lieferantin in Erscheinung getreten, stark i m P r e i s e gesunken. Sic werden jetzt schon zu 6 Mk. pro Zentner angeboten, und man hofft auf weitere Verbilligung in den nächsten Tagen.
Kreis Schotten.
Schotten, 11. Juli. Durch einen Schweinehändler, der einen verseuchten Transport Ferkel in den Orten Michelbach, Rudingshain, Breungeshain und ^Ruppertsburg absehte, ist die Maul- und Klauenseuche in unseren Kreis eingeschleppt worden, ilm der Gefahr einer weiteren Verbreitung entgegenzuwirken, wurden amtlicherseits die nötigen Vorkehrungen getroffen. — Da bekanntlich der Anbau von K i r s ch e n in höheren Lagen, so auch im Vogelsberg, überaus lohnend ist, hatte die Stadt schon vor längeren Jahren eine große Kirschbaumpflanzung in der Rahe des früheren Lehrerheims anlegen lassen, die in den letzten Jahren immer befriedigende Erträgnisse abwarf. Jetzt beabsichtigt die Stadt, weitere 3 Morgen an der Ziegelhütte mit Kirschen zu bepflanzen. Die jungen Kirsch- bäumchen werden von dem Landwirtschaftstammerausschuß Gießen aus Gernrode im Harz bezogen und sind für den Anbau im Vogelsberg gut geeignet.
? Schotten, 11. Juli. Die Ernennung des Kreisschulrats C. Kinkel zum Stadtschulrat in Worms muß jedenfalls wegen Verweigerung der Einreiseerlaubnis durch die Franzosen rückgängig gemacht werden. Der Genannte ist Verfasser mehrerer staats- bürgerkundlicher Werke, die im besetzten Gebiete verboten sind.
* Schotten, 13. Juli. Der 25. Ober- hessische Feuerwehrtag wird am nächsten Samstag, Sonntag und Montag hier statt- sinben. Am Samstag nachmittag tagt die Ab- geordneten-Dersammlung in der Turnhalle, Sonntag vormittag findet eine Echulübung mit anschließender Vorführung von Handfeuerlöschern statt, nachmittags wird sich ein großer Festzug durch die Straßen bewegen. Am Montag wird ein Festzug mit anschließendem Kinder- und Volksfest stattfinden. Ein reiches LInterhaltungs- Programm wird an allen drei Tagen geboten. Eine Ausstellung von Ausrüstungsstücken und Geräten ist mit der Tagung verbunden. Zwischen Schotten und Ridda verkehren Sonder- züge. ^läheres in der Anzeige im „Gieß. Anz." vom Samstag.
C; cnburg und Rheinhessen.
fpd. Offenbach, 12. Juli. 3m Monat März verpfändete ein 3uwelier und Goldwarenfabrikant aus Leipzig, so stellte er sich wenigstens vor, bei dem Offenbacher städtischen L e i h a m t nach und nach zahlreiche Schmuck- st ü ck e und Juwelen und crhMt dafür die selbst nach seinen Begriffen ungewöhnlich hohe Summe von 80 000 M k. Der Mann dachte bei diesem glänzenden Geschäft gar nicht daran, die Schmuckstücke wieder einzulösen, sondern verkaufte fogar_ noch die Pfandbriefe außerhalb Offenbachs für höhe Summen und machte dabei abermals ekn Bombengeschäft. Hm das Geld im Leihhaus auszahlen zu können, erhob man einen entsprechenden Betrag bei der st ä d t i» schen Sparkasse. Die Angelegenheit kam durch eine Mitteilung der Sparkasse an die Fi- nanzverwaltüstg zur Kenntnis der oberen Behörde, die die Angelegenheit sofort nachprüfen lieh. Die versetzten Juwelen wurden von Fach-
i.-. . - - • . — - , —- -euie,
daß der Tarator des Leihamtes minderwertige 3uwelen weit über ihren Wert taxiert hatte. Der Wert der Juwelen beträgt nur ein ^Drittel der ausgezahlten Pfandsumme. Der Verlust der Stadt Offenbach bei diesem „Geschäft" beträgt demnach rund 50 000 Mk. Die Stadt hat ein Verfahren gegen den Taxator und den Vorstand des Leihamtes eingeleitet Den Vorstand des Leihamtes trifft insofern eine erhebliche Schuld, als er Pfandftücke nur bis zu 1500 Mk. beleihen darf. Die Stadt will außerdem die schuldigen Beamten haftpflichtig machen.
Kreis Weiter.
* Wetzlar, 11. Juli. Der Kreistag des Kreises Wetzlar genehmigte die Aufnahme einer Anleihe von 200 000 Mark zur Förderung des Wohnungsbaues.
Hessen-Nassau.
fpd. Frankfurt a. M, 12.Juli. Grundsätzlich sind nunmehr die beiden Rachbargemeinden Griesheim und Schwanheim mit ihrer Einverleibung zu Frankfurt einverstand e n. Der Frankfurter Magistrat hat feine Zustimmung für Griesheim dahin gegeben, daß einmal die Straßenbahn nach dort durchgeführt, und daß in Griesheim zahlreiche Reuanlagen geschaffen werden und alte erhalten bleiben. Die Elngeineindungssrage mit Griesheim ist jedoch neuerdings dadurch ins Stocken gekommen, daß die Griesheimer Gemeindevertretung aufgelöst ist und deshalb bindende Beschlüsse zunächst nicht gefaßt werden können. Die Reuwahlen finden im August statt. In den letzten Tagen trat Frankfurt auch mit Sossenheim über die Eingemeindungsfrage in Verbin- bindung. — Ein bet einem hiesigen Postamt angestellter Aushelfer hat am Freitag abend 21 0 0 0 Mark unterschlagen und ist mit dieser Summe flüchtig gegangen.
2il. Kassel, 11. Juli. Zur Feier der Einweihung der neuen Druseltallmie gab die Direktion der Großen KasselerStraßenbahn in einer hiesigen Wirtschaft ein Festessen. Die Stimmung und der Appetit waren sehr gut. am andern Morgen aber erkrankten 4 2 Teilnehmer des Essens unter Dergif - tungserfcheinungen. 3n 20 Fällen ist das Unwohlsein bis heute noch nicht behoben. Unter- suchung ist eingeleitet.
Kirche und Schule.
T Waldgirmes. 10. Juli. Die Arbeitsgemeinschaft von Freunden der Arbeitsschule in Hessen und Rassau versammelten sich heute hier unter dem Vorsitz des Rektors D i t h aus Wetzlar zu einer Tagung. Ucker fünfzig Lehrer und Lehrerinnen, sowie einige ötubienräte aus Gießen und der Schulrat aus Biedenkopf nahmen daran teil. Lehrer Müller von hier referierte zunächst über Sprachchöre als ästhetische Sprachpflege, die den Inhalt der Gedichte nach Laut und Klang zum Ausdruck bringen sollen. Mit dem 8. Schuljahr führte er an einer Reihe von Gedichten seine Theorien praktisch vor. Die daran anschließenden Einzelvorträge von Gedichten mit Kindern des 3. Schuljahrs, von demselben Lehrer geleitet, gliederten sich als Kinderreime, hinweisende, darstellende Gebärde und eigentätige Erarbeitung. Rach einem gemeinsamen Mittagsmahl in der Wirtschaft Schmidt eröffnete sich ♦ine rege Aussprache an das Gehörte und Gesehene, aus der hervorging, daß die Ansichten über Sprachchöre, ihre Erarbeitung, sowie der Begriff „Arbeitsschule" noch weit auseinander gehen. Schließlich gipfelten sie alle in der alten Forderung des großen Pädagogen Diesterweg: „Durch Selbsttätigkeit zur Selbständigkeit".
Zürnen, Sport und Spiel.
Fechten.
Ein FrcundschastS- Ltädtewettkamps.
<£ Bad-Nauheim, 8. Juli. Die Fechtabteilung des Turn - und>Fechtklubs Hanau hatte dieser Tage eine Jumor-Florettrnannschaft zu einem Freundschaftswettkarnps mit dem hiesigen Turnvereins 1860 nach hier entsandt. Der hiesige Verein halte eine gemischte Mannschaft auf- gestellt. Die recht spannenden Kämpfe wurden von Obmann § abricius (Hanau) geleitet. Als Kampfrichter walteten Göbel und Ziegler (Hanau), F. G r o tz (Bad-Nauheim) und Karl Noll (Gießen) gewissenhajt des Amtes. Die Fechtweife der Nauheimer ließ gute Schulung erkennen; trotz bemerkenswerter Anspannung, besonders ihrer besten Klinge, Turner Karl Hahn, konnten sie jedoch gegen die starke Hanauer Mannschaft nicht aufkommen. Ein im Anschluß daran veranstalteter Säbelwettkampf der gleichen Mannschaften zeigte ein ähnliches Bild. Die Kämpfe wickelten sich bei der vorzüglichen Leitung einwandfrei ab und hattten zahlenmäßig folgendes Endergebnis:
Florett (je 4 Mann): T. F. C. Hanau 11 Siege, 39 Treffer; To. 1860 Bad-Nauheim 5 Siege 24 Treffer.
I. Säbel (je 3 Mann): T. F. C. Hanau sechs Sie^e, 35 Treffer, Tv. 1860 Bad-Nauheim 3 Siege
Bester Mann war Leist vom Hanauer T. F. C., bei seine sämtlichen Gänge in Florett und Säbel gewann.
Zur Erinnerung an den schön verlaufenen Kampf übereichte Fechtwart H. Reichwein vom hiesigen Turnverein 1860 den Hanauer Gästen eine Radierung vom Kurhause. Die zweite Hälfte des Tages wurde mit einer genußreichen Wanderung in die nähere Umgebung unseres Bades unter Führung der hiesigen Fecktfreunde ausge« füllt. Die Wiederholung der Kämpfe findet im September in Hanau statt.
Amtsgericht Gießen.
Gießen, 7. Juli Die Frau eines hiesigen Kaufmannes hatte in der öffentlichen Sitzung des Amtsgerichts einem Rechtsanwalt zugerufen: „Ich werde Ihnen Ihre Schandtaten sagen" und war des halb von diesem wegen Beleidigung verklagt worden. Vor Aufruf der Sache wurde die Verhandlung vertagt, da die Angelegenheit gütlich erledigt werden soll.
Ein Weißbinder aus Lang-Göns zeigte feinen Nachbar, einem Werkhelfer, bei der hiesigen Eifen- bahnbehörde an, weil er angeblich Farbe und Lack aus dem Gießener Magazin gestohlen und damit feine Zimmer und seine Küche gestrichen habe. Er schrieb in seiner Anzeige u. a., die Bahn-
i'L.v^rje entlugc ote coaia,en 2tutc und bchaltc die Spitzbuben, und verlangte, daß bei dem Voran zeigten sofort eine Haussuchung ftattfinbe, und daß er alsbald entlassen werden solle. Die Haussuchung fand auch alsbald statt, verlief jedoch ergebnislos, worauf der Weißbinder einen weiteren Brief mit denselben Behauptungen an die Bahnbehörde schrieb und feine Forderung aus Entlassung des Werkhelfers aufrecht hielt. Dieser verklagte hier- auf den Weißbinder wegen Beleidigung. Er bestritt die Angaben des Angeklagten und behauptete, die Farbe und das Del in Lang-Göns und den Lack in einem Gießener Geschäft gekauft zu haben. Ein sachverständiger Beamter der Bahn kam zu dem Gutachten, daß Farbe und Lack nicht aus Eisenbahnbeständen herrührten. Ob Farbe und Lack tatsächlich gestohlen worden sind oder nicht, konnte nicht mit Sicherheit feftqefteUt werden. Der Angeklagte mußte, da er den Beweis der Wahrheit nicht erbringen konnte, bestraft werden und erhielt eine Geldstrafe von 25 Mk.
Wirtschaft.
Saatenstand im Deutschen Reiche Anfang Juli.
Das bereits im Mai herrschende warme und trockene Wetter hielt überall noch bis Mitte Juni an. Erst dann gingen bei ziemlich starker Abkühlung zunächst in Rord- und Mitteldeutschland, wenige Tage später auch im übrigen Deutschland die lange ersehnten Regen nieder, die aber in verschiedenen Gegenden des Reiches für den ausgedörrten Boden nicht ausreichten.
Die Winterhalmfrüchte haben die Trockenperiode noch verhältnismäßig gut überstanden, obgleich auf leichten Böden — namentlich bei Roggen — etwas Rot reife eingetreten ist. Die günstige Beurteilung des vormonatigen Standes hat sich auch jetzt nicht wesentlich geändert. 3m allgemeinen werden die voraussichtlichen Ernteerträge als befriedigend, teilweise noch besser bezeichnet.
Das Sommergetreide wird durchweg weniger günstig beurteilt Für die Entwicklung dieser Saaten waren die Riederschläge in der zweiten 3unihälfte zu spät gekommen unZ> nicht ausgiebig genug. Infolgedessen sind die Pflanzen im Wachs, tum zurückgeblieben und teilweise, vor allem Gerste und Hafer, sehr stark mit Linkraut durchsetzt. ----
Auch die Hackfrüchte haben durch die Trocken- hett etwas gelitten. Die inzwischen eingetretenen Regenfälle dürften den Schaden jedoch bald wieder ausheilen. Die bereits im Anfang der Blüte stehenden Kartoffeln zeigen häufiger Lücken. Das Verpflanzen der Rüben war mangels Regens noch nicht beendet. Manche Rüben^elder mußten, weil sie vertrocknet waren, neu bestellt werden.
Der erste Schnitt der Futterpflanzen und Wiesen ist größtenteils beendet. Die Heuerträge sind bei Klee, Luzerne und den feuchten Wiesen zumeist recht befriedigend und von guter Beschaffenheit, bei trockenen Wiesen geringer. Der Rachwuchs läßt überall sehr zu wünschen übrig, da die abgemähten Flächen vielfach ausgebrannt sind.
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* Steigen de rG roß Handelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 8. Juli berechnete Grohhandelsindexzisser drs Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 1. Juli (134,9) um 0,7 v. Sy auf 135,8 gestiegen.
* Reue Zechen st illegung. Die Zeche Rordstern der Phönix QL G. für Bergbau und Hüttenbetrieb wird am 1. August stillgelegt. Cs kommen etwa 3800 Arbeiter und Angestellte zur Entlassung.
• Henschel u. Sohn, G. m. b. H., Kassel. Die Gesellschaft sieht sich neuerdings gezwungen, wiederum zu Betriebseinschränkungen zu schreiten. Man hat am 10. Juli ungefähr 1500 Arbeitern und Angestellten gekündigt. Die Ruhr- Betriebe des Unternehmens, vor allem das Stahlwerk Henrichshütte in Hattingen, werden von diesen Arbeiterentlassungen nicht berührt.
' Barmer Stadtanleihe. Wie der D. H. D. erfährt, hat sich ein Hypotheken-Kon° zern bereit erklärt, der Stadt Barmen 11 Mill. Goldmark zur Verfügung zu stellen. Die Genehmigung des Bezirksausschusses ist bereits erteilt.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 11. Juli. Am Produktenmarkt war die Tendenz stetig. Größeres Geschäft fand nur in Auslandweizen statt. Roggen in neuer Ware bezüglich der Lieferungszeit vorsichtig an- geboten. Stärker angeboten blieb zum Teil Wintergerste. Haser nach wie vor gesucht. In Mehl und Futterarttkeln blieb das Geschäft still. Es notierten pro Tonne: Weizen (Juli) 259, Roggen (mark.) 225 bis 228, Roggen (3uli) 218,50, Wintergerste 200 bis 215, Gerste (neue) 196 bis 200, Hafer (märk.) 233 bis 242. Hafer (Juli) 191,50, Mais (La Plata, loko Berlin) 213 bis 215, Raps 340 bis 360: pro Doppelzentner: Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 31 bis 33,25, Weizenkleie 12,70 bis 12,80, Roggen- fiele 13,30 bis 13,40, Viktoriaerbsen 28 bis 34, kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 22 bis 26, Peluschken 23 bis 27, Ackerbohnen 24 bis 26, Wicken 26 bis 27,50, Lupinen (blau) 12 bis 13, Lupinen (gelb) 15 bis 16,50, Rapskuchen 15,40 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,60, Trocken- schnihel 10,70 bis 11,10, Torfmelasse 9,40 bis 9,50, Kartoffelflocken 24 bis 24,10.
Büchertisch.
- »Zeitwende." Soeben erscheint das Juli- Heft dieser nun vor einem halben Jahr begründeten Monatsschrift (E. Sy Beck, München). Auch dieses Heft enthält eine Fülle bedeutungsvoller und interessanter Auftätze. Wir greifen nur einiges heraus. Dr. I. W. Mannhardt (Marburg) sucht ein objektives Bild des Fafchismus, feiner treibenden geistig-seelischen Kräfte, aber auch der Problematik dieser jungen Bewegung zu geben. Heinrich Herme- link gibt wertvolle Anregungen zu der im August d. I. zusammenttetenden, der kirchlichen Einheit gewidmeten Stockholmer Konferenz. Zur Einführung in eine Bettachtung von Bernhard Shaw s »Heilige Johanna" entwirft Tim Klein ein fesselndes Bild der Persönlichkeit der historischen Ieanne d'Arc. Tie Rovelle »Das alte Haus" von Gustav 21 enter, einem jungen Schweizer Erzähler, erinnert stellenweise in ihrer Epukhafttgkeit an E. T. A. Hoffmann, ist aber zugleich von einer selten erreichten Zartheit und Feinheit. D. Dr. Friedrich Selle bringt einen Aufsatz .Moderne Wandlung im Gottesbegriff". Gerhard von Muttus, unser dänischer Gesandter, schreibt Über
Vincct van Gogh. Aus ilmfcbau und Randbemerkungen sind besonders hervorzuheben .Das Kant-Bild unserer Zeit von Professor D. Wilhelm Bruhn, Trveltschs Vermächtnis und ein Dries aus Schweden. Als Bildbeilagen sind von Vincet van Gogh 4 Bilder wicdergcgebcn. Auch in diesem Heft zeigt die .Zeitwende", daß sie gewillt ist, ihr hohes Rivcau cinzuhalten.
- Marianne Mewis, Das eine Haus auf Pappelwerder. Sngelhorns Romanbibliothek, Band 8.-Marianne Mcwis ist den Lesern von Engclßorns Romanbibliotbek wohlbekannt. Ihre im besten Sinn volkstümliche Kunst, ihr origineller oft trockener Humor und die liebenwürdige Frische der Darstellung erklären die große Beliebtheit bicler Schriftstellerin zur Genüge 2luch in dieser auf einer Insel im schonen Schweriner See spielenden Erzählung entfaltet die Verfasserin den ganzen Reiz ihrer originellen Schreibweise, der noch erhöht wird durch die bindurchlcuchtende menschliche Wärme.
- Die Fresken der Sixtinischen Kapelle undRaffa elSFresken in den Stanzen und den Loggien des Vatikans. Beschrieben und erklärt von Ludwig Frei- Herrn von Pastor. Mit 5 Taseln. (Verlag Herder & Co.. Freiburg i. Br. 1925). Was der große Geschichtsschreiber der Päpste, der zugleich einer der besten Kenner der Kunst von Rom ist, in seinem monumentalen Geschichtswerke an verschiedenen Stellen zerstreut über die unsterblichen Werke der Malerei zu sagen weih, die die Sixtinische Kapelle, die Stanzen und dieLoggien des Vatikans schmucken, das hat er hier für die Romfahrer in einem handlichen Büchlein zum praktischen Gebrauche vereinigt. An der Hand eines soleyen Führers gehen dem Besucher die Augen auf, er versteht, genießt und erlebt, was die Künstler und Mäzene ticfgedaitklich und in grandioser Form vorbringen wollten; daS Geschaute wird ihm zu einem Erlebnis, das ihm auch nach der Rückkehr in die Heimat nicht mehr entschwinden wird. Unter den Abbildungen ist die schemattsche Darstellung der Decke der Sixtinischen Kapelle in großem Format, zum Auslegen eingerichtet, besonders dankenswert. Das Werk ist besonders den Romfahrern des anno santo bestens zu empfehlen. (204)
— Deutschkundliche Bücherei. Geschichte der deutschen Dichtung- Von Studiendirektor Prof. W. Oppermann. Die Kunstform des Drama-. Von Profeffor Dr. E. Ermatinger. Deutsche Mhstik. Von Dr. L. Raumann. Deutsche Philofopie von 1500 -1800. Don Studienrat Dr. R- Scherwahkh. Die Deutschkundliche Bücherei gestaltet sich immer mehr zu einer Sunbgrube für alle Gebiete deutschen Geistes' lebens. In erster Linie für den Linier, icht an den höheren Schulen Preußens bestimmt, geben sie dem Laien die bestmögliche Einführung. Prof. Oppermann bietet auf nur 90 Seiten eine knappe, billige Einführung in die deutsche Litera t Urgeschichte. Durch größte Kürze in Ausdruck und Darstellungsweise ist es dem Verfaffer gelungen, die Fülle von Einzelheiten zu meistern mit dem Ziele, die deutschen Dichtungen als Ausdruck der wechselnden Welt- und Kunstanschauungen begreifen zu lehren und Winke zum Verständnis ihres bleibenden Wertes zu geben. Ermatinger, Profeffor an der Universität Zürich, geht von dem idealistischen Standpunkt des großen Dramas aus und erörtert die Beziehung zwischen dem dramatischen Schaffen und den geistesgeschichtlichen Bedingungen der jeweiligen Epoche. Heber Mystik wird heute nur allzuviel geredet. Aber wer kennt sie wirklich, wer hat sich in die Werke Eckhards, Taulers, Jakob Böhmes versentt? Raumann gibt uns zehn erlesene Proben hervorragenden mystischen Denkens in neuhochdeutscher Sprache. Es ist nun jedem möglich, sich in diese Blüten deutschen Geisteslebens einzufühlen. Scherwahky bietet einen Lieberblick über das Werden der deutschen Philosophie von ihren Anfängen bis zu ihrem Höhepunkt in Kant. Gleichzeitig führt der Verfaffer durch einen kurzen historischen Ueberblid über das Werden der Probleme in ihr Wesen ein und vermittelt einen Eindruck der gewaltigen Größe eines Leibniz und Kant, die die Probleme, mit denen die Jahrhunderte vergeblich gerungen hatten, der Lösung zuführten.
— Die „Bilder aus Thüringens Vergangen heit", herausgegeben von Dr. Werner Scholl, ein Romanzyklus. Es sind just zwei Jahre her, als der erste Band erschien: Siegfried Moltkes Roman aus dem 10. Jahrhundert „Sigfrid von Schwarzburg", ein Werk, das Scholls Schöpfung nach dem Zeugnis der scharf prüfenden Fachkritik aufs glücklichste begann und erfolgreich im deutschen Publikum ein- führte. Erich Michaels „Aus Schloß Tenneberg" schloß sich im folgenden Jahre, ebenfalls freundlichst begrüßt, an, und nun tritt der ebenfalls als Romanschriftsteller feit langem bekannte Leow» Hard Schrickel mit feinem frisch und flott geschriebenen „Friedrich der Freidige" (VIII, 373 Seiten, 1925. A. Deichertfche Verlagsbuchhandlung Leipzig) in die Reihe. Ein tern- haster, echter deutscher Fürst, ein ©taufe vom Scheitel bis zur Sohle, schreitet er vor dem ihn mit Bewunderung und Begeisterung verfolgenden Leser durch ein hartes, aber gerade deswegen wunderbares Heldenleben zu dem am Ausgange schließlich seiner harrenden, heiß erstrebten Ziele: zur Befreiung, Einigung und Stärkung feiner thüringischen, sächsischen, seiner alftoettiner Lande. — Mit historischer Treue, mit gewandter Treffsicherheit und dichterischem Schwung der wprache schildert Schrickel seinen Helden. Man lebt im Lande der thhringer Burgen und Gaue, der meißnischen Städte und Triften, man sieht von der Heldburg und Wartburg, von der Warte zu Eisenberg und Meißen ins Land, und wandelt in Erfurts, Eisenachs und Freibergs Gassen — man ist so eingesponnen in den Traum der Vergangenheit, daß man, legt man das Buch erst zur Seite, nur schwer sich gleich wieder in die lärmende Gegenwart zurückfindet.
— Auf dem Rährboden der Druckerschwärze wächst so manches Pflänzlein — doch kaum eins so bunt, kapriziös und „dufte" wie Me „Lustigen Blätter" (Verlag Dr. Eysler S\ Co., 21.-®.). Die neue Rümmer (27) beweist's mal wieder. Hier gibt es keine Sauregurkenzeit.
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