Ausgabe 
13.7.1925
 
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nr. 161 Erstes

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Blatt

175. Zahrgang

Montag, 15. Juli 1925

GickenerÄineiaer

General-Anzeiger für Oberhefsen

vniä und Verlag: Vrühl'sche Univerfitäls-Buch- und Ztcindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7.

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Der deutsch-polnische Zolltarif.

Die Antwort der deutschen Delegation

Berlin, 12. 3uü. (XU.) Die polnische Delegation hat, wie am 9. ds. Mts. mitgeteilt wurde, in ihrer Antwort auf die letzten deut­schen Vorschiäe -um vorläufigen deutsch-pol­nischen Wirtschaftsabkommen ihre schon früher gestellten Forderungen, die deutscher­seits als unannehmbar bezeichnet worden waren, in vollem Umfang aufrechterhalten.

In fernem am Freitag überreichten Ant­wortschreiben hat-der Vorsitzende der deut­schen Delegation erneut darauf hingewiesen, daß man auf deutscher Seite wiederholt den von der Gegenseite geäußerten Wünschen entgegenaelom- men sei, das letzte Angebot aber das Aeu- ß e r ft e darstelle, was vom Standpunkt der In­teressen der deutschen Wirtschaft zugestanden wer­ben könne.

Auch der Vorschlag der polnischen Delegation, ein Abkommen ohne zolltarifliche Meistbegünstigung zu schließen,, das nur die Anpassung des beiderseitigen Warenaustau­sches seinem Werte nach bezwecken soll, sei prak­tisch undurchführbar und würde letzten Endes daraus hinauslausen, daß die als Kampfmaß­nahme ausschl. gegen Deutschland gerichteten Ein­fuhrverbote vom 20. Juli 1925 aufrechterhalten und damit den seit einem Jahrzehnt gegenüber allen Ländern bestehenden Kohleneinfuhrverboten gleichgestellt würden. Ein Abkommen in dieser Form könne auch schon deshalb nicht in Frage kommen, weil für Deutschland die

zolltarifliche Meistbegünstigung eine unum­gängliche Voraussetzung

für jede, auch nur provisorische Regelung des Wirtschaftsverkehrs bildet. Bei dieser Sachlage scheine in der Tat, solange die polnische Dele­gation ihren Standpunkt meßt ändert, eine Eini­gung nicht möglich.

Gleichzeitig hat aber der Vorsitzende der deutschen Delegation erklärt, daß die deutsche Regierung das von ihr gemachte Angebot aufrechterhalte und jederzeit bereit ist, auf dieser Grundlage die Verhandlungen wieder auf­zunehmen. Sie wurde auch jede Anregung der polnischen Delegation, die eine Möglichkeit für die Anbahnung einer Verständigung bieten könn­ten, einer sorgfältigen und ernsthaften Prüfung unterließen, um d.e von der deutschen Regierung lebhaft beklagte Unterbrechung des Wirtschafts- Verkehrs zwischen den beiden Ländern so rasch wie möglich zu beseitigen.

Räumung von Bochum und Gelsenkirchen

Bochum, 12. Juli. ITU Das irau^iuche Infanterie-Regiment 91, die S lamm truppe der Stadt Bochum, rückte a.a Sonnabend nach­mittag um 4 Hör unter tlingendem Spiel zum Hauptbahnhof. wo die Truppen verladen wurden. Die bisher hier in Garnison liegende Artillerie-Abteilung 22 rückte feldmarschmäßig vollkommen neu ausgerüstet in Richtung Ca­strop ab. Die Stäbe und Militärgerichtshöfe ausgenommen, kann die Stadt als geräumt betrachtet werden.

Auch in Gelsenkirchen hat die Ver­ladung von Hee.esina crial begonnen. Seit Frei­lag ist die gegenwärtige noa) etwa 1000 Mann starke Besatzung damit beschäftigt, Kleider und Wa c.i aus de ; Schn e ortzuschas.en. Die ersten Sonderzüge sind in der vergangenen Rächt in der Richtung nach Frankreich ab­gefahren. Es dürste noch eine Woä e dauern, khe das umfangreiche Material endgültig ver­laden worden ist.

Die deursch-n Zeitungs­verleger in Königsberg.

Königsberg, 11. Juli. (WB.) Bei dem Empfang der Mitglieder des Vereins Deut­scher Zeitungsverleger durch die Stadt Königsberg in der Albertus-Universität rich­tete Bürgermeister Gördeler' in Vertretung des im Urlaub befindlichen Oberbürgermeisters Lohme her einen herzlichen Willkommengruß an die Erschienenen und gedachte des so plötzlich dahingegangenen Mitgliedes des Vereins, Albert Broschek. Der Redner begrüßte alsdann die Vertreter der Reicks- und Staatsbehörden sowie die Ehrengäste, oesonders den Mann, dessen Harne im letzten Jahre den Erdball durcheilte: Dr. Eckener. Ramens der Albertus-Universität entbot Rektor Professor Dr. Litten einen herz­lichen Willkommengruß und wies in seinen Aus­führungen auf die enge Zusammenarbeit zwischen Universität und Presse hin.

Bei dem anschließenden Frühstück i in Tiergarteir hielt Oberpräsident Siehr eine Ansprache, in der er die Tagung namens der Reichs- und Staatsbehörden als Oberpräsident der Provinz Ostpreußen begrüßte. Anschließend fri ran wurden noch Trinksprüche auf den neuen Ehrendoktor Albertina und den Chefredakteur Alexander Wyneken sowie auf Dr. Eckener aus­gebracht.

Der Vorsitzende des Vereins, Kommerzienrat Krumbhaar, hielt eine Rede, in der er feiner Freude Ausdruck gab über die Verleihung der Würde eines Ehrendoktors der staatswiffen- schastlichen Fakultät der Universität Königsberg an das Verstandsmitglied des Vereins, Alexander D y n e f e n, den Herausgeber derKönigsberger Allgemeinen Zeitunv". führte Krumbhaar

Ein deutsch-französisches Teilabkommen.

Ein Saargebietsvertrag unterzeichnet.

Paris, 11. Juli. (WTB.) Die Bespre­chungen, die in den letzten Tagen zwischen Staats­sekretär Dr. Trendelenburg und Handels­minister C h a u m e t und zwischen den beider­seitigen Delegationen über die deutsch-fran­zösischen Wirtschaftsverhandlun­gen stattgefunden haben, haben erfreulicherweise noch zu einem Teilergebnis geführt. De- kanntnch wurden in den letzten Monaten neben den allgemeinen Verhandlungen über die Rege­lung gewisser, besonders dringlicher

Wictschastsfragen des Saargebietes verhandelt. Diese Beratungen sind nach schwie­rigen Verhandlungen der letzten Tage und Rächte heute morgen zum Abschluß gelangt. Der Text eines Abkommens ist im Auftrag der bei­den Delegationen von Geheimrat von Fried­berg und von Ministerialdirektor S e r r u h s bereits paraphiert worden und wird im Laufe des heutigen Tages von Botschafter von Hoesch und Staatssekretär Dr. Trendelenburg und den Ministern Driand und Chaumet in deutscher und französischer Spraye unterzeichnet werden. Da die heutigen Verhandlungen unter­brochen worden sind, mußte das Sonderabkommen über das Saargebiet, das bisher als ein Zusatz­abkommen zum deutsch-französischen Handelsver­trag gedacht war, in einen etwas engeren Rah­men gestellt werden. Dies gilt besonders für die Dauer des Abkommens, die in Erwartung der weiteren Verhandlungen nur auf vier Monate bemessen ist. Im übrigen besteht der wesent­liche Inhalt darin, daß über die Ausfuhr ge­wisser Erzeugnisse des Saargebietes ins.deutsche Zollgebiet und die Einfuhr gewisser deut­scher Rohstoffe und Fertigfabrikate ins Saargebiet

Zollfreiheit oder Zollvergünstigungen gewährt werden. Die Gründe dafür liegen in den ganz besonders gearteten allgemeinen und wirt­schaftlichen Lerhälnissen des Saargebietes, das, wie bekannt, nach dem Friedensvertrage von Versailles einen vorübergehend der Verwaltung einer Völker» biindskommission unterstellten und zugleich dem französischen Zollsystem eingeordneten Teil des deut­schen Reichsgebiets bildet. Die Erwägung, daß die Wirtschaft des Saargebictes schwerste Gefahr laufen würde, wenn ihr nicht wenigstens bis zu einem gewissen Maße der deutsche Markt sowohl als Ab­satz- wie als Bezugsgebiet gewahrt bliebe, hat die Einräumung dieser Vergünstigung nötig gemacht. Für die Ausfuhr gewisser deutscher Maschinen, die für die Inganghaltung der Produktion des Saar­gebietes unentbehrlich sind, ist ein besonderes Ver­fahren vorgesehen.

Einen her wesentlichsten Punkte des Abkom­mens bildet natürlich die

zollfreie 5 e e nnahme von 6aare.fen nach dem deutschen Zollgebiet.

Bekanntlich hatte diese Hereinnahme einen Teil der zwischen den beiberfeitigen Eisenindustrien am 6 Juni in Luxemburg getroffenen Abmachu i- gen gebildet. Diese privatwirtfchaftliche Regelung, die übrigens noch nicht in allen Einzeih:i en zu einer Einigung geführt hat, war von vornherein an das Inkrafttreten des deu.'sch- französischen Wirtschaftsabkommens geknüpft wor­den. Infolge der Vertagung der deutsch-franzö­sischen Verhandlungen kann das Luxembur­ger Abkommen vorläufig gleichfalls nicht in Kraft tretm. Hierdurch haben sich für die Frage des Saarg biet es Schwierigkeiten ergeben, da französischersnts für die vier Monate, wäh­rend der das Abkommen über das Saargebiet Gültigkeit haben soll, ein gewisser Ausgleich zwischen den Eisenindustrien des Saargebiets und I

Lothringens gefordert wurde. Eine dieser Schwie­rigkeiten hat ihre Erledigung dadurch gesunden, daß privatwirtscha'tliche Verhandlungen zwischen den Eisenerzeugcrn im Saargebiet und in Frank­reich unverzüglich hierüber eingeleitet werden sollen. Die beiden Regierungen haben sich vvr- genommen, den Austausch der Ralifizierungs- urkunden von dieser Einigung abhängig zu machen.

Um diesen vorübergehenden wirtschaftlichen Ausgleich zu erleichtern, ist ferner das Abkom­men an die Voraussetzung geknüpft worden, daß während seiner Dauer eine Erhöhung der deutschen Eisen'ölle, soweit eine solche nicht für einzelne Positionen in der jetzt dem Reichstage dcrl. egenden Zollnovelle schon vorgesehen ist, nicht stattfindet.

Es handelt sich dabei lediglich um die formelle Bestätigung eines Zustandes, der auch ohne diese Abmachung bestehen würde. Die französische De­legation hatte außerdem die Befürwortung ge­äußert, Deutschland könnte während der Dauer des Abkommens den Eisenausgleich zwischen dem Saargebiet und Lothringen dadurch gefährden, daß es dritten Staaten besondere Vergünstigungen einräumt. Bestimmte Zusagen in dieser Hinsicht könnten chren Grund jedoch nur in einem allgemeinen deutsch-fran- zösischen Wirtschaftsabkommen haben.

Die deutsche Regierung habe sich deshalb nur auf die Erklärung beschränkt, sie habe ausdrücklich nicht die Absicht, eine Veränderung eintreten zu lassen. Insbesondere in dem ganz unwahrscheinlichen Falle, daß infolge nicht vorausgcs heuer Umstände eine Verä d rung I och eintreten sollte, und Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich alsdann nicht zum Ziele führen würden, würden entweder die Eisen­abmachungen außer Kvaft gesetzt werden, oder Frankreich könnte von einem besonderen Kündi­gungsrecht Gebrauch machen. Überdies ist

das ganze Abkommen un er ein allgemeines, beiderse ti'.eS Kündigunzs echt gestellt.

Da das französische Parlament bereits in der Rächt zum Sonntag feine Sommerferien be­ginnen wird, werden Kammer und Senat noch heute mit dem Abkommen befaßt werden. Es besteht alle Hoffnung, die Zustimmung des französischen Parlaments noch vor feinem Aus- einanvergehen zu erlangen.

Staatssekretär Tredelenburg reift heule mit der deutschen Delegation nach Berlin ab. Das Abkommen wird alsoann unverzüglich dem Reichsrat und dem Reichstag nörgeligt werden, so daß es auch in Deutschland noch vor den Parlamentsierien gen hmigt werden kann. Außer dem Saarabkimmen und dessen .Schlußprottkvll wird heute ferner zwischen Staatssekretär Dr. 2reXlcnburq uni) Hanbelsminister Chaumet das bereits in Aussicht gestellte Protokoll unterzeich­net, nachdem sich die beiden Delegationsführer am 10. September 1925 zu erneuten Be­sprechungen in Paris zusammenfinden und die b.ioen Regierungen sich verpflichten, in der Zwischenzeit von Maßnahmen abzusehen, die aus­schließlich oder besonders gegen den anderen Teil gerichtet sind.

Das Saarodtiommen von Kam­mer und Senat angenommen.

Berlin, 12. Juli. (XU.) Die Morgenbiälter melden aus Paris: Die Kammer hat geifern nach­mittag den Gesetzentwurf über das zwischen Deutsch­land und Frankreich abgeschlossene Saarabfom- men debattelos angenommen. Auch der Senat hat das Abkommen einstimmig gulgeheitzen.

u. a. aus: Der Verein Deutscher Zeitungsverleger, die große, das ganze deutsche Zeitungswesen von dieser Nordostmark bis zum Oberrhein und von der Nordsee dis zu den Alpen umfassende Organisation, die heute auf ein Bestehen von über einem Men­schenalter zurückblicken darf, sieht seine Aufgaben nicht etwa lediglich in der Förderung der wirtschaft­lichen Belange des deutschen Zeitungswesens, son­dern weit darüber hinaus in der Pflege und För­derung aller Fragen und Angelegenheiten, die den geistigen Inhalt der Presse und den redaktionellen Teil der Zeitung' betreffen.

IHbcrt Broschek 7*.

Albert Broschek, der Herausgeber des Hamburger Fremdenblatte s", eine hervorragende Persönlichkeit im deutschen Zei­tungswesen, ist während der Vorstandsberatung des Vereins Deutscher Zeitungsver­leger, die der Hauptversammlung voranging, in Königsberg unerwartet im 69. Lebens­jahre gestorben. Er hatte sich eifrig an den Beratungen beteiligt Es fiel daher auf, daß er heute mittag nicht erschienen war. Seine Freunde suchten deshalb fein Hotel auf und fanden ihn, als sie fein Zimmer betraten, in scheinbar tiefem Schlafe. Der herbeigerufene Arzt stellte fest, daß Broschek einem Herzschläge erlegen war und zwar offenbar in der vergangenen Rächt. Die deutsche Presse verliert in Broschek einen mit seltener Tatkraft und außergewöhnlichen Fähigkeiten be­gabten Zeitungsmann und eine ausgezeichnete sympathische Persönlichkeit.

Ein Geleitspruch Hindenburgs.

Königsberg, 11. Juli. Reichspräsident von Hindenburg widmete dem Verein deutscher Zei- tungoerleger anläßlich seiner 31. Hauptversammlung

in Königsberg einen Geleitspruch, in dem er seinem Wunsche Ausdruck gibt, daß das Ergebnis der Beratungen des Vereins dem Lande und dem Stande zum Segen werden möge. Auch Reichskanz­ler Dr. Luther wünschte in einem Grußwort der Tagung besten Erfolg und sprach die lleberzeu- gung aus, daß die deutsche Presse den unzerstör­baren und unveräußerlichen Lebensrechten des deut­schen Volkes Gehör und Achtung verschaffen werde. Außenminister Dr. Stresemann hat sich aus Anlaß der Tagung über die Beziehungen zwischen Presse und Außenpolitik ausgesprochen. Er schließt seine Erklärungen mit den Worten: So trägt jede Zeitung und jede Zeile einer Zeitung ein Stück Verantwortung für das freie Deutschland der Zukunft, das unser Wille schaffen soll.

Ein Glückwunschtelegramm des preuhischenMinisterpräfidenten.

Berlin, 11. (Juli. (WTB.) Der preuß. Ministerpräsident richtete an den Verein Deutscher Zcitungsverleger in Königsberg fol­gendes Telegramm: Dem Verein Deutscher Zeitungsverleger wünsche ich zugleich namens der preußischen Staatsregierung zu seiner 31. Haupltagung in der Hauptstadt der Provinz Ostpreußen, die vor 5 Jahren in dem über­wältigenden Abstimmungskrieg sich zu Preußen und Deutschland bekannte, einen guten Erfolg bet Tagung. Gerade jetzt, da wichtige Ver­handlungen auf dem innen- und außenpolitischen Gebiet nach Entscheidung drängen, ist eine ihre Verantwortung freudig tragende deutsche Presse von allergrößtem Wert. Der Unterstützung der preußischen Staatsregierung kann die deutsche Presse in diesem Falle stets gewiß sein.

gez. Braun.

Abstimmungsfeier in Allenstein.

Al len st ein, 11. Juli. Die 5. Wiederkehr des Abstimmungögedenktages wird hier am 11. und 12. Juli unter allgemeiner Anteil nähme der Bevölkerung in Stadt und Land und namentlich auch der Heimattreuen Ost- und West- preußen aus dem Reiche festlich begangen. Von Ehrengästen sind erschienen der preußische Kultus­minister Decker, Staatssekretär M e i st e r vom Innenministerium, Dr. Fuchs, Oberpräsident der Rheinprovinz, Landeshauptmann D r e n n e ck, Dr. von L 0 e s ch Vertreter vom deutschen Schutz­bund, ferner der Vertreter Ostpreußens bei dec Staatsregierung Dr. Frankenbach, verschie­dene Reichstags- und Landtags abgeordnete, so­wie Deputationen aus dem Rheinbund Und zwar als Vertreter der Zentrumspartei Dr.H a m- macher, als Vertreter der Demokratischen Par­tei Dr. Holzapfel und als Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Generalsekretär R i e t m o 11 e r. Die Stadt ich reich geschmückt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung am heuti­gen Samstag stand die feierliche Weihe des Theaterneubaues Süd des ostpreußischen Landestheaters. Angesichts des stattlichen Roh­baues, der im Herbst seiner Bestimmung über­geben werden soll, begrüßte Oberbürgermeister l ch, als Vertreter der Regierungsstadt Allen- ftein, die Erschienenen.

Bei der Weihe des Grundsteins des AbstimmungsdenkmalS

am Sonn ag hielt Freiherr v. Gayl die Weihe­rede.Wir belennen uns," so tagte er,feierlich zu dem Oelfanfen, daß das deutsche Volk ein sittliches Recht daraus hat, einen Staat der Deutschen zu bilden, der alle Glieder unseres Volkes umfaßt. Rie und nimmer verzichten wir auf einen deutschen Menschen und einen Fuß­breit deutschen Bodens. Mit besonderer Liebe gedenken wir der Volksgenossen am Rhein.

Die Erfahrungen mit den deutschen Volks­abstimmungen von 1920 foILen die Staatsmänner Europas lehren, daß ihre Versuch? zur Befrie­dung eines schwer erschütterten Erdteiles zum endgültigen Zula nmenbruch führen muf en, wenn sie weiterhin das sittliche Gebot der Artung des einen Volles vor dem Dcftelnsrecht des anderen außer Acht lassen Voraussetzung für öic Rolle, die Deutschland dereinst spielen soll, sind he.bi­scher Sinn, innere Geschlossenheit und ri- ! ge Einstellung aller ©beiter zum S:aat. Alle drei Voraussetzungen haben wir erfüllt, als die Rot unserer Heimat am größten war und als es u.n die Frage ging: deutsch oder polnisch. Dem Geist der Tage von 1920 sei daZ Denkmal ge­weiht. Das Land, auf dem wir stehen, sei h.-i.i- ge3 Land." Der Ge ang des Deutschlandliedes ende e die Feier.

Der preußische Ministerpräsident Braun h:t anläßlich der Abftimmungcgedenkfeier an den O. r- Präsidenten Siehr folgendes Telegramm ge­sandt: An persönlicher Beteiligung zu meinen' leb« haften Bedauern leider behindert, versichere ich auf diesem Wege die Bevölkerung des ost- und weit- preußischen Abstimmungsgebietes meines wärmsten Gedenkens zum heutigen Tage. Die vorbildliche 1 nd würdige Haltung der gesamten Bevölkerung am Abstimmungstage vor nunmehr fünf Jahren war ein einziges mannhaftes Bekenntnis zum deutschen Vaterland und wird in der Geschichte Preußens u d Deutschlands unvergeßlich sein. Sie sickert der ab­getrennten Provinz alle Zeit die Dankbarkeit und die besondere Fürsorge des Staates.

Deutsche Rosenschau in Mainz

Mainz, 11. Juli. (WD.) Unter zahlreicher Deiteiligung der von Rach und Fern herb:i- gceilten Rosenfreunde wurde heute mittag 12 11 ;r durch einen Festakt die Deutsche Rosen- schau in Mainz eröffnet. Oberbürgermeister Külp - Mr inz begrüßte die erschienen Gäste ins­besondere die Vertreter des hessischen Gesamt- ministeriums, den Minister v. Brentano, Cen Landtagspräsidenten, die Vertreter der Geistlich­keit, sowie der Reichs-, Staats- und Kommuna.- behörden, den Präsidenten der Reichsbahndirek­tion, sowie die Vertreter der behördlichen und freiwirtschaftlichen Org xr.ifatioren. Als ein leuc'- tendes Beispiel deutschen Gewerb'flcißes, 0 führte Oberbürgermeister K ü l p aus, offenbare die Rosenschau die tiefe Sehnsucht des heutigen Geschlechts, die starren Fesseln des Materialis­mus zu sprengen und Farve und Duft ins graue Allerlei, ins Alltägliche, zu tragen. Die Aus­stellung gibt uns Beweise deutscher Gemütstiefe, deutschen Fleißes und deutscher Tüchtigkeit, dank deren wir Deutschlands glänzenden Aufstieg nach seiner politischen Einigung erleben dürften. Als Söhne des Rheinlandes sollen wir fein und bleiben, schloß der Oberbürgermeister. Banner­träger deutscher Schafsenskrast und deutscher Kul­tur und mit ganzem Herzen auch treue Kinder des schönen deutschen Vaterlandes. Begeistert stimmten dir Anwesenden in das Hoch auf das deutsche Vaterland ein.

Bei dem Festmahl, das im Stadtpark­restaurant stattfand, ergriff auch der hessisch, Minister des Innern v. Brentano das Wort, indem er die Grüße der hessischen Staatsregierung überbrachte und der in der Ausstellung nieder­gelegten Arbeit Anerkennung zollte. Sein- Rede klang aus in die Worte: Gott schütze und schirme den deutschen Rhein!

Die Desatzungsbehörde hat zur Deutschen Rosenschau das Beflaggen von Privat­gebäuden verboten. Das Schmücken mit Gir- llrnden und Blumen wurde gestattet. Am 20. d. M. jedoch muß jeder Schmuck beseitigt fein. Eine Reihe von früheren Armeemärschen ist aus den Programmen der einzelnen Ver­anstaltungen gestrichen worden.