Ausgabe 
13.6.1925
 
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Feuer am Nordpol.

Technisch pottttscher Roman au» brr Gegenwart. $on Rarl'Hufluft von Lasiert.

6) itortlenung cNochbrucl oerboienj

Noon Thule unternahm vor einiger Leit den Versuch, fidi als selbständigen Staat zu erklären, uni mi! diese Geile seine geheime Abhängigkeit und Verbindung mit Deutschland zu verschleiern. D>? Negierung Frankreichs durchschaute aber dieses Manöver und erkannte den sogenannten neuen ölaal nicht an. Die dort befindlichen Deutschen blieben also Untertanen des Deutschen Reiche», das s",iiit |ur die von feinen Staatsangehörigen per- üblen Untaten verantwortlich ist.

Wahrscheinlich wird die deutsche Regierung nicht nur ihre Schuldlosigkeit betonen, sondern auch behaupten, keinen Einfluß aus die in Rooa Thule befindlichen Deutschen ausuben zu können. Demgegenüber sieht Franlreich sich in die Not­wendigkeit versetzt, sofort seinerseits geeignete Maß­nahmen zu ergreifen, wie sie die Dringlichkeit der Lage erfordert. Hierher gehört vor allem die Un­terbindung jedes weiteren Nachschubes von Ma­schinen oder sonstigem Kriegsmaterial sowie von Mannschaften nach dem Nordlande.

Die '.Regierung Frankreichs ist daher zu fol­genden Maßnahmen genötigt:

1. Alle Fabriken, in denen Flugzeuge oder deren Bestandteile hergestellt werden können, sind zu schließen, die dort befindlichen Maschinen zu vernichten. Hierzu gehören außer den Flugzeug- sabriken alle Automobil- und Motorenfabriken so­wie eine Anzahl anderer Werke, die noch genauer bezeichnet werden.

2. Die Ausführung dieser Maßnahmen wird bei der bekannten Unzuverlässigkeit der deutschen Organe in die Hand der dazu bestimmten fron- zösischen Militärbesehlshaber gelegt.

3. Zu diesem Zwecke werden zunächst fünf Ar­meekorps mobilisiert, deren Einmarsch in Deutsch­land binnen drei Tagen beginnt Näheres darüber wird durch den französischen Oberbefehlshaber direkt mitgeteilt.

4. Die Kosten dieser militärischen Maßnahmen ebenso wie die Verpflegung der Truppen trägt

Deutschland. Allen Requisitionen ift sofort nachzii kommen.

5. Bei genauester Befolgung obiger Forderun­gen verspricht die Regierung Frankreichs, alle be- rechtsten Interessen ber Bcvölkc'vng sowie das Privateigentum zu respektieren.

Dieses sind die Bedingungen, die meine Re­gierung nach reiflichster Ueberleg.ing im Interesse der Erhaltung des Friedens und der Sicherheit Frankreichs fordern muß. Der Inhalt dieses Schrei- brns wird gleichzeitig veröffentlich, werden, damit die ganze Welt die weise Mäßigung unserer For­derungen zu beurteilen vermög.

Ich bitte Eure Exzellenz, die Versicherung ent­gegenzunehmen, daß Frankreich sich von keinerlei Animosität gegen Deutschland leiten läßt. Es ist sich seiner hohen Aufgabe voll bewußt, stets nur den Anschauungen höchster Menschlichten und den Forderungen der Kultur und Zivilisation zu ent- sprechen. Der Botschafter Frankreichs.

10.

Telegramm

des französischen Botschafters in London

an den Minister des Aeußern in Paris (chiffriert).

Die englische Regierung läßt mir durch Lord Bratford ihr aufridjtiges Bedauern über den un­erhörten Ueberfall auf unsere Luftflotte in Nova Thule aussprechen. Gerade in der jetzigen Situation halte England es für seine Pflicht, dem alten .Kampfgenossen ruhmreicher Siege die unverbrüch­liche Treue zu bciuahien. Desgleichen fprad Bratford sein Bedauern und feine Mißbilligung darüber aus, daß ein unverantwortlicher Teil der englischen Presse in wenig freundlicher Weise die Vorfälle in Nova Thule bespreche. Um allen (9c- rächten^ über eine bevorstehende ober bereits er­folgte Spannung zwischen England und Frankreich entgegenzutreten, bitte die Regierung Englands um die Erlaubnis, mit zwei Linienschiffs- und einem Kreuzergeschwader der ruhmreichen franzö­sischen Flotte in Brest einen Besuch abftatten zu dürfen. Sie erhofft von der Wiederaufnahme der unvergeßlichen Kriegserinnerungen eine weitere Festigung der gegenseitigen engen Bande beider

Flotten und glaubt auf diese Weise am besten allen übelwollenden Pressestimmen zu begegnen.

Dieses ist der Inhalt von Lord Brakfords Mit teitungen.

Ich periunlid) neige dazu, den englischen Be­such zu begrüßen, da er unsere Machtstellung mo­ralisch sein stärken wird. Im Grunde ist natürlich bas englische Bedauern über unseren Unfall in Nova Thule voll versteckter Schadenfreude. Immer­hin scheint es im Interesse ber englischen Politik zu liegen, die Foden zu Frankreich nicht abreißen zu lassen.

Für den englischen Flottenbcsuch in Brest wurde der 22. Mai in Aussicht genommen. Ich rate dazu, unlerc gesamte Flotte ioweit sie verfügbar ift, dorthin zu beordern Besonders die große Zahl unserer neuen Unterseeboote wird ihren Eindruck nicht verfehlen

Der Botschafter Frankreichs.

e

Oer Lord der englischen Admiralität hatte den ersten Flottenchef und dessen Admiralitätsoffizier zu sich gebeten.

..Meine Herren," eröffnete er das Gespräch, England befindet sich einmal wieder an einem Wend punkt öer Geschichte, ber ausschlaggebend für dos Geschick unseres Landes sein wird."

Oie politische Lage brauche ich Ihnen nicht weiter auseinanderzuseyen. Auch unser geheimer Wahlspruch ist Ihnen geläufig:Kein Staat darf auf die Dauer mächtiger sein als England". Denn nur dann sind wir imstande, unseren friedlichen Handelsgeschäften ungestört nachgehen zu können, die ber kulturellen Erschließung ber ganzen Welt dienen.

Und jetzt ist Frankreich an ber Reihe. Seine Machtentfaltung, sein alles überragender Großen- wahnsinn, seine diktatorischen Maßnahmen, die jede gesunde Mäßigung, jegliche Vernunft vermissen lassen, treiben schon seil langem jedem vernünftigen Engländer die Schamrote ins Gesicht.

Die Regierung steht .gor ber Frage, bie be­reits aufs höchste erregten leidenschaftlichen Aus­brüche des Volksempfindens zu benutzen, um durch ein Ultimatum entweder Frankreichs Zurückweichen ober seine Kriegserklärung zu veranlassen. Ein sol­

cher cdiriti märe t unpolitisch gewesen und hotte unnötig engln.N.. 3lui .et ostet

Man entschloß sin, da der ans meinen Rat. ein ähnliche^- Verfahren an zu wen den. itne mir e-.> im Jahre 7 Dänemark gegenüber iür angebracht hielten. Damals boten nur Dänemark ein Bünbni* gegen Napoleon an und erschienen gleichzeitig mit unserer Flotte in Kopenhagen nm diesem Angebot einen stärkeren Nachdru.t zu verleihrn Der schlechtbe- ratene König Friedrich VI. lchlug unser Bündnis aus. woraus wir als Pfand der dänischen Neutra­lität die Herausgabe der Flotte verlangten. AI» man auch dieses verweigerte, versenkten wir die Hälfte der bäni|d/en Flotte und zwangen den Rest zur Kapitulation.

Sie wissen, meine Herren, welches Anerbieten gestern an die französische Regierung abgegangen ist. Paris hat heul'* geantwortet, daß es unfern Besuch freudig begrüßt. Das Hauptteil ber fran­zösischen Flotte liegt in Brest versammelt. Die un­geheuer starken 'Bertcibigungsanlagen des Hasen» erlauben aber fein ähnliches Manöver wie damals vor Kopenhagen: wir müssen also ander» ver­fahren.

Offiziell werden unser erstes und zweites Li« nienschissgeschwader und das dritte Kreuzergeschwa- der an dem Besuch teilnehmen Im geheimen aber folgt der größte Teil unserer neuesten Untersee­boote. Weberft durch bie Schlachnchisse, legen sie sich in ber Nähe ber großen französischen Panzer auf im'1 nehmen jede» ein Ziel

Dan folgt unser Ultimatum durch Funkspruch an den Eiffelturm. Gleichzeitig verlasien unsere Schlachtschiffe den Hasen von Brest, bleiben aber in solcher Entfernung, daß sie die vordersten feind­lichen Ballereien noch durch Feuer zu erreichen ver­mögen, ohne selber allzu gefährdet zu sein. Jetzt geben Sie, Herr Eommodore, den vorher verab­redeten Funkjpruch zum Angriss der Unterseeboote und eröffnen gleichzeitig das Feuer auf die feind­lichen Batterien.

Alles weitere läßt sich nicht voraussehen. An­zunehmen ist aber, daß ein des größten Teile» (einer Luft und Wasserflotte beraubtes Frankreich alsbald moralisch zusammenbrechen wird, so daß es vielleicht gar nicht mehr zum Entscheidungskampf auf dem Lande kommt.

(Fortsetzung folgt.)

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Notkreuztag 1925

Sonntag, den 14. Juni 1925.

Vormittags 11 Uhr: Ncltungsübung der Freiwilligen Sanilälskolonne auf Oswaldsgarten

Nachmittags 4 Uhr: Konzert auf derLiebigshöhe", Vorführungen, Kinderreigen und Tanze.

Eintritt für Erwachsene 50 Pf., für Kinder unter 14 Jahren 20 Pf.

Am 14. Juni findet eine Straßensammlung und in der Zeit vom 14. bis 21. Juni eine Haussammlung durch Helferinnen be» Roten Kreuzes statt.

Mir bitten, die Sammler nicht ohne eine (Babe fortgehen zu lassen und die Veranstaltungen am 14. Juni zahlreich zu besuchen. Der Erlös kommt den hiesigen Wohlfahrtseinrichtungen des Roten Kreuzes und dem vom Hessischen Landesverein er­richteten Kinderheim in Bingenheim zugute. ^"D

M BotKänöe öes W-Wiioereins, öet öoniWionne ii. öes Sroelou. vom Boten kreuz

Mgniitintr ÄM» Frmmmn

Mitgliederversammlung

Montag, den 15. Juni, nachmittags 5 Uhr, im GasthofHindenburg", Seltersweg 68

Tagesordnung 5944D

1. Bericht der Vorsitzenden über die Tagung des Allgemeinen Deutschen Srauenvereins in Sifenach.

2. Verschiedenes. Gäste willkommen.

Frau Minna Naumann, 1. Dorfilzende.

Metallarbeiter-Lehrlinge aller Branchen!

Am Sonnabend, dem 20. Juni 1925, abends 8 Uhr, im GewertschastShauS. Schan-enstraße 18 öffentliche Versammlung .Welche Aufgaben hat ein jeder Metallarbeiter zu erfüllen, um bessere Entlohnung und kürzere Arbeitszeit zu erreichen -

Wir laden alle in der Metallindustrie und in den Hand- Werks mäßig en Betrieben Beschäftigten hiermit zu der obigen Derfammlung ein. C5130

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L | »........................,......

1 F-ur die uns anläßlich unserer Silberhochzeit ! erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst

Georg Kühn und Frau

Lisenbahn-Obersetzretär.

|............ <j&l 10_______________ _______________

WWM der ölnfetüL

Sonntag, den 14. Juni 1925, nachmittags 2 Uhr öffentliche Verfammlung im Saalbau Sauer, Neustadt.

Tagesordnung:

Die kommende Novelle zum Reichrversorgungr« gesetz und Stellungnahme der Kriegsopfer.

Referent: Kamerad Gauleiter Ritsche, Kastel.

Angesichts der Wichtigkeit der Tagesordnung werden sämtlich» Kriegsopfer Gießen und Umgegend, sowie alle sozialpolittschen Interessenten gebeten, vollzählig sich zu dieser Versammlung etnzufinden. 5951D Freie Aussprache i

Beürlsleltung döniiefien, Breis u. Drtsgriwpe SleW.