Ausgabe 
12.8.1925
 
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heute vormittag in ihrem vollen Umfange be­merkt wurden. Der Sturm nahm in den östlichen Gebieten Hollands die Heftigkeit eines Zy­klons an, wie man ihn in diesem Umfange noch niemals vorher in Holland rannte. Der Zyklon, der zahlreiche Ortschaften schwer heimsuchte und mehrere fast gänzlich zerstörte, hot die Richtung von Südwesten nach Rord- osten, ungefähr parallel der deutschen Grenze, entlang genommen. Die in den östlichen Teilen der Provinzen Rord-Brabant, Gelder- land und Overijissel liegenden Ortschaften wurden fast alle mehr oder weniger schwer in

ter, jetzigen Frau Standke, hat die Äeunrann mals auch nur die geringste Auskunft gegeben, so daß man den Professor als natür­lichen Vater ansieht, der das Mädchen später adoptierte.

Die ganzen Umstande sprachen dagegen, daß die Reumann Helfershelfer gehabt haben könnte: denn sie ist niemals mit fremden Personen be-i obachtet worden. Ruch einige Rebenumstände scheinen die Täterschaft der Reumann zu be­stätigen. Ein gewisser Uebereiser im Vertuschen ist unverkennbar. So ist in die Türspalte ein1 Dolch gestoßen worden. Die Reumann bestreitet bisher die Täterschaft. Der frühere Reichs- außenminister Dr. Rosen, der Bruder des Gelehrten, ist in Breslau eingetroffen. Ihm hat der Reichskanzler Dr. Luther ein Bei­leidstelegramm zugehen lassen.

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231 i a n b, der heute abend die englischen und französischen Pressevertreter empfing, war in bester Laune und antwortete ausführlich auf alle Fragen, die an ihn gerichtet wurden. Er betonte, daß er über den erzielten Fortschritt sehr befriedigt sei. Chamberlain und er hätten die '2lntwortnote an Deutschland Wort für Wort durch­gegangen. Die Besprechung sei allerdings nicht abgeschlossen, aber man hoffe sie heute abend oder späte st ens morgen beenden zu können. Briand erklärte wörtlich: Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist, daß ich sehr befriedigt bin und am Donnerstag nach Paris zurückzukehren gedenke.

Das Ergebnis der Aussprache.

London, 11. Aug. Der Londoner Berichter­statter des WTB. erfährt, daß der bisherige Verlauf der Besprechungen zwischen den Außenministern von Großbritannien und Frankreich als günstig be­zeichnet werden kann. Es ist anzunehmcn, daß be­reits vor der Ankunft Briands der im britischen Auswärtigen Amt vorliegende Entwurf der fran­zösischen Antwortnote an Deutschland heute von beiden Außenministern im einzelnen durchgegangen wurde, und daß einige von britischer Seite vorge- jchlagene Abänderungen in den Wortlaut der Note hineingearbeitet wurden. Der Entwurf der französischen Antwortnote drückt die Hoffnung aus, daß jetzt das Ende des schriftlichen Meinungsaus- taufches erreichte ist und bald mündliche Kon­versationen beginnen können. Es ist nicht an- zunehmen, daß das WortKonferenz" ge­braucht wird, da nach der hiesigen Auffassung das natürliche Bindeglied zwischen dem bisherigen schriftlichen Meinungsaustausch und der baldigen Konferenz in Brüssel oder auch Genf mündliche Verhandlungen zwischen den diplo­matischen Vertretern der an der Sicher­heitsfrage interessierten Mächte fein würden.

DieFrage derSanktionen.

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Architekt Standke. ter S-Hw'eze: Hausdame, schildert die Schwicgi durchaus verträglich. Don anderer D-''- wird die Reumann als sehr hysterisch "-schildert. Ueter die Daterschaf t der unehelichen T'ch».

Schwere Wirbelsturmkatastrophe in Holland.

Städte und Dörfer in Trümmern. - Sechs Tote. - 2000 Menschen obdachlos.

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Paris, 11. Aug. (WB.) Der Londoner Dertreter der Havas-Agentur berichtet:

Der deli-katste. wenn nicht sogar mißlichste Punkt bei der Diskussion sei die Anwendung der Sanktionen gegen Deutschland, oder genauer gesagt, das Derfahren bildete, das bie­tet Anwendung voraufgehen würde, sei es nun. daß Frankreich direkt das Recht, das ibm aus den Verträgen zustehe, auSüde, sei es, daß der Dölkerbund zuerst darüber zu urteilen habe, ob dieses Recht in Anspruch genommen werden könne. Die französischen und die englischen Diplo­maten hätten sich während eines großen Teils ter Rachmittagssihung bemüht, eine Formet zu

Wettervoraussage.

Südliche Winde, wärmer, vielfach heiter, zunächst trocken.

3m Rücken der abziehenden Störung hat sich ein Azoren-Hoch schnell nach Mitteleuropa verlagert und Wiederaufbesserung bewirkt. Jedoch Jft bei meist westlicher Luftzufuhr der Witterungscharakter noch unbeständig. Westlich Irland liegt ein neuer Wirbel, dessen Ausläufer weit südlich zu reichen scheinen. Wir liegen auf seiner Vorderseite und haben zunächst wettere Ausbesserung zu erwarten.

Mitleidenschaft gezogen.

Die in Rord-Drabant liegenden Dörfer Zec- lanb, Grafpeel, Trent und Oventje wurden ebenso wie die in Geldcrland liegende Stadt

Dockeloo fast vollkommen vernichtet.

In der Gegend von Zeeland sind bisher sechs Tote zu beklagen. Die genaue Zahl der Berletzten anzugeben, ist bis zur Stunde nicht möglich, doch wird sie als ziemlich hoch angenom­men. Die Kraft des Windstoßes war so stark, daß beispielsweise ein von Grave nach Üben unterwegs befindliches L a st a u t o m o b i l von ihm mit gerissen und dann zu Boden ge­schleudert und vollkommen zertrümmert wurde. Der Chauffeur wurde hierbei schwer ver­letzt und liegt im Sterben. Da sämtliche Telephon- und Telegraphenleitungen zerstört waren, und auch alle Wege durch umgeiworsene Bäume und Telegraphenstangen sowie durch Trümmerhaufen versperrt waren, dauerte es lange, ehe genaue Rachrichten über den Umfang der Kata­strophe zu erhalten waren und wirksame Hilfe herbeigeholt werden konnte. In zahlreichen Ort­schaften sind auch die elektrischen Licht­leitungen zerstört, desgleichen mehrere größere Fabriken.

Der Eisenbahnverkehr wurde im größten Teil des vom Unwetter betroffenen Gebiets lahmgelegt, da sowohl die Schienen ausein« andergerissen, als auch mehrere Bahnhofs­gebäude zerstört wurden.

Außer den bereits gemeldeten haben noch folgende Ortschaften unter der Unwetter­katastrophe schwer gelitten: Boxte!. Zwolle, Ry- begen. Enschede, Apeldoorn. Groningen, Heumen- Malden. Biene, Goor, Langenboom, Selben, Roosendaal, Grave und Üben. Ueber der Stadt Roosendaal ging zugleich mit dem Orkan ein furchtbarer Hagelschlag nieder, durch den alle Fensterscheiben zertrümmert wurden. Die einzelnen Hagelstücke erreichten die Größe biszueinemHühnerei. Der Wirbelsturm hat auf einer Strecke von 100 Kilometern sämt­liche Telegraphenleitungen zerstört. An den We­gen steht kein Baum mehr. Eisenstangen sind wie Halme geknickt. Ganze Ortschaften und Städte find vernichtet. Degen 6 Uhr abends erreichte der Orkan das Dors Zeeland. eine halbe Stunde später wütete der Sturm bereits 40 Kilometer nördlich davon. Die Stadt Dockeloo, die 5000 Einwohner zählt, wurde roUftänbig ver­nichtet.

Als der Salonwagen mit dem Reichspräsi­denten und feiner Begleitung auf dem Bahn­steig vor dem Fürstenpavillon einlief, rührte die Musik das Spiel, während die Dersam- < melten den Reichspräsidenten stürmisch begrüßten.

Beim Verlassen des Wagens wurde der Reichs­

gramms. Die beiden Minister haben sich nach I Erledigung gewisser Ciozelfragen grundsätzlich über die Fassung der Antwort an die deutsche

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 12. August 1925.

Dersassungsseier.

Mit den Spitzen der Behörden vereinigten sich gestern auch zahlreiche Bürger Gießens im Stadtcheater zur Feier der Wiederkehr deL Qkr- fassungstages. Mit den Klängen aus Wagners Tannhäuser eröffnete die Reichswehrkapelle unter Obermusikmeister Löber den Abend. Rachdem der Männerchor ein Lied3d)> warte dein" und die Kapelle dieOberon"-Ouvertüre zum Vor­trag gebracht hatte, betrat Provinztaldirektor Graef das Podium zu einer Degrühungs. ansprache an die Erschienenen. Er bezeichnete den Tag als einen Tag der Besinnung auf uns selbst, rückschauend auf die Zeiten schwerer Be­drängnis, in denen diese Verfassung entstanden ist. Unter schwerster äußerer Rot geschaffen, solle sie mahnen und erziehen zur Selbsterkenntnis und Toleranz. 3m Zeichen dieser beiden idealen Gesichtspunkte sei uns die Verfassung eine Mah­nung zur Einheit und Freiheit, die wir alle für unser geliebtes Vaterland wünschen.

Die Festrede hielt Universitätsprosessor Dr. Kinkel. Von einem Worte Heinrich von G a g c r n ä ausgehend und mit ihm von den Gedanken der (Minner des Pauls-Parlamentes, bezeichnete der Redner die deutsche Verfassung als geboren aus dem Geiste des 3teaIiSmu§ und der Freiheit, die schon 1848 lebendig waren. Er ging noch weiter auf die Ideen Jean Jaques Rousseaus zurück» die er als deutsch-entsprossen hinstellte und legte so dar. daß die neue Ver­fassung ein Produkt der demokratischen Tenden­zen eines philosophischen Zeitalters, das btt Aufklärung, sei. Er verteidigte die Verfassung gegen die Behauptung, sie sei unter welschen Ein- fiuffen und aus undeutschen Gefühlspurckten ge­schaffen. An geschichtlichen Beispielen suchte er das Gegenteil nachzuwetsen, insbesondere durch sein Eingehen auf den Geist und den Begriff einer sozialen Demokratie .die er als Ideal hinstellte. Die charakteristischen Merkmale und besonderen Eigenheiten der neuen und der alten demokratischen Verfassung von 1919 und 1848 wurden sodann sowohl gegeneinander als auch gegen die Dersassungszrele der französischen Re­volution abgewogen und bte neue Verfassung hingestellt nicht mehr als die eines oder ein­zelner Stände, sondern des gesamten Dolle«, die vom Gerste humanen Sozialismus erfüllt sei, Verantwortlichkeit nicht nur gebe, sondern auch fordere und vor allem ohne Starrheit den Ge­danken der Entwicklung tn sich aufgenommen habe. So sei ste das Ideal einer wahren Ver­fassung und wert, vom deutschen Volke geliebt zu werben. Einheit, Freiheit, Vaterland seien auch haute noch die drei großen Forderungen, an denen die Verfassung festhalte und mit denen sie Zukunft und Heil verspreche.

Rach einem weiteren Gesanasvortrag brachte der Provinzialdirektor ein begeistert aufgenommenes Hoch auf das deutsche Vaterland aus. Mit dem Gesang der Rationalhymne fand die offizielle Feier ihren Abschluß

(Erweiterungsbau der Universitäts-Hautklinik.

'.*! Die Klinik ist im Jahre 1914 in Betrieb genommen worben. Sie war ursprünglich für 36 Betten eingerichtet. Während des Krieges mußte die Zahl der Betten für die Geschlechtskranken vermehrt werden, so daß in den Jahren 1916 und 1917 bis zu 100 Geschlechtskranke hierselbst Unterkunft fan­den. Da auch nach dem Kriege die Zahl der (3c- schlechtskranken nicht abnahm, muhte eine Erweite­rung des Gebäudes ins Auge gefaßt werden. Zu­nächst behalf man sich mit Baracken. Im Jahre 1923/24 wurde dem Gebäude ein neuer Flügel an­gebaut.

Da die Klinik aber nach wie vor überfüllt ift, wird jetzt ein neuer Flügel gebaut. Durch bic Vergrößerung wird es möglich sein, die Trennung der Geschlechter besser durchzufuhren, als das bis jetzt möglich war. Durch die Schaffung einzelner kleiner Räume wird in Zukunft auch eine bessere Trennung der verschiedenen Kategorien von Krotz' ken möglich sein. Durch den Neubau ergibt sich re Möglichkeit, einen großen Raum zu. gewinnen stir die Zwecke der Lichtbehandlung. Auch die einrichtungen erfahren eine wesentliche Vergröße­rung und Verbesserung.

Im Sockelgeschoß des Neubaus ist eine Ent­lausungsanstalt untergebracht, die deshalb notwen­dig ist, weil sehr viele Vaganten die Poliklinik aus­suchen, um sich reinigen zu lassen. Das Erdgeschoß dient vornehmlich den Zwecken der Poliklinik uni des Unterrichts. Auch sind hier die Räume für vhy sikalische Therapie, Licht- und Röntgenstrahlen, Dia­thermie usw. untergebracht. Im 1. Obergeschoß fin­det ich in der Mitte das Operationszimmer und di! Abteilung für die männlichen Haut- und Gefchlechts- kranken. Im 2. Obergeschoß ist die Abteilung p die haut- und geschlechtskranken Frauen und eim Kinderstation untergebracht. Nach Fertigstellung des

Die beiden Kirchtürme der Stabt wurden vom Winde umgelegt.

Die herabstürzenden Trümmer richteten in der Um­gebung großen Schaden an. Andere Kirchen und der Bahnhof sind dem Erdboden völlig gleich ge­macht worden. Hilfsmannschaften und Reglernngs- beamte konnten nicht an die Unglücksstelle heran­kommen, da auf weite Entfernungen die Wege durch umgeworfene Bäume gesperrt waren. Der Telephon- und Telegraphenverkehr erlitt schwere Störungen. Die Telephonverbindungen mit Emden und Berlin waren zeitweise unter­brochen und konnten später nur durch Umlei­tungen in Betrieb gehalten werden. Der Bürger­meister von Borculio forderte Militär zur Hilfeleistung bei den Aufraumungsarbeiten an.

Der Bericht oom Augenzeugen.

Wie Augenzeugen über den Hergang der Kata­strophe berichten, 'trat gestern abend ungefähr von 7 Uhr ab eine beängstigende Windstille ein, während gleichzeitig die Wolken sich S u tief- schwarzen Massen zusammenballten. Es wurde drückend schwül. Plötzlich trat eine voll­kommene Finsternis ein. Vom Westen der Stadt kam dann ein Wirbelwind herauf, der fortdauernd an Heftigkeit zunahm, lieber der Stadt erhob sich das Brausen eines ungeheu­ren Orkans, begleitet von dem mächtigen Kra­chen und dem ohrenbetäubenden Lärm der ein- stürzenden Gebäude, fallender Ziegelsteine und in der Luft umhergewirbelter Bäume.

Die Orkanfolgen in Westholstein.

Hamburg, 11. Aua. (WB.) Die gestern abend über Teile Westholsteinschereingebrocheno Unwetter­katastrophe scheint nach den inzwischen hier einge­troffenen weiteren Meldungen noch größer zu sein, als zunächst angenommen wurde. Am meisten von dem Wirbelsturm betroffen wurden die Stadt U e t e r f c n und die Gemeinden Neuerdeich, Heid­graben, Moorege und Tornesch. Der Hagel- schlag hat, soweit bisher festgestellt werden konnte, das zwischen Ueterfen und Elmshorn gelegen Ge­lände von der Marsch aus bis ins Efinger Moor in einer Breite von etwa 10 Kilometer bestrichen.

In Heidgraben durchschlug ein 4,5 Pfund schweres Cisstück das Ziegeldach eines Wohn' Hauses. Sämtliche nach der Westseite des Ortes gelegenen Fensterscheiben wurden zertrümmert. Zahlreiche Bäume sind entwurzelt. 3n Moorege sind beide Schornsteine der Dampfziegelei ein- gestürzt.

Die Eisengießerei von Gürle wurde abgedeckt und steyt unter Wasser. Infolge der teilweisen Zer­störung der Häuser sind zahlreiche Familien obdachlos. Sie sollen vorläufig in Schulen untergebracht werden. Auch in der Ortschaft Tornesch wurde großer Schaden angerichtet. Bisher wurden als Opfer der Katastrophe ein Toter und 10 Verletzte, darunter Schwerverletzte, festgestellt. Die Ernte ist in den von dem Un­wetter betroffenen Gemeinden vernichtet.

Hochverehrter Herr Reichspräsident! Im Namen der bayerischen Staatsregierung begrüße ich Sie in diesem Hause auf das herzlichste und ich heiße Sie in Bayern mit hoher Genugtuung freudigst willkommen. Wir sind alle tief davon über­zeugt, daß Ew. Exzellenz als Reichspräsident ein starker, zielbewußter Führer^ des Reiches, ein Wahrer seiner Ehre und Förderer seiner Weltgeltung, zugleich aber auch ein treuer Schirmherr der Rechte und Interessen der Einzel st aa- t e n sein werden. Wenn ich diese Gelegenheit wahr- nehme, Ew. Exzellenz die Rechte und Lebensbelange unseres Heimatstaates wärmstens an Herz zu legen und Sie zu bitten, nicht zuzulassen, daß die Einzel­staaten einer weiteren Verkümmerung zugeführt werden, so tue ich es aus der Ueberzeugung, die der erfolgreiche Mehrer der Einheit, Kraft und Stärke des Reiches ist, der es üerftebt, der Eigen­art und den historischen und verfassungsmäßigen Reckten der Einzelstaaten auf ein Eigenleben voll gerecht zu werden. Wir in Bayern wissen, daß das deutsche Schicksal unser Schicksal sein wird und wir lassen uns in unserer deutschen Reichsgesinnung von niemand übertreffen. Möge es unter Ihrer sicheren Führung gelingen, das deutsche Volk im Innern zu einen und in solcher Bruderliebe zu versöhnen, ihm nach außen aber die Geltung und das An­sehen zu verschaffen, das allein auf den Weg der Freiheit führt."

Der Herr Reichspräsident erwiderte hieraus:

3d> banke Ihnen .Herr Ministerpräsident, für die freundlichen Worte des Willkommens, die Sie namens der bayerischen Staatsregierung an mich zu richten die Güte hatten. Als ich am 13. Mai b. I. die Herren des Reichsrates emp­fing, habe ich betont, bah ich das Eigenleben der Länder für eine wichtige und wesentliche Grundlage der geistigen und wirt­schaftlichen Entwickelung des Rei­ches ansehe, und daher gewillt sei, der Eigenart der Länder und ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Meinen heutigen Besuch in München bitte ich Sie als den Ausdruck meines aufrichtigsten Willens aufzufassen, m i t den Ländern enge persönliche Be­ziehungen zu unterhalten. Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Reich und Län­dern ist unerläßlich, wenn wir unser Vaterland wieder emporführen wollen."

Der Breslauer Doppelmord.

Breslau, 11. Aug. (SU.) Die ^Verdachts­momente gegen die Hausdame Re um an n des ermordeten Universitätsprofcssors, Dr. Rosen, verdichten sich immer mehr. Der M o r d h a m - m e r, mit dem dcr Schuhmacher meister Stock ge­tötet wurde, entstammt der Wirtschaft des Professors. Die 55jährige Magdalene Reumann, die in den Jahren 1894 bis 1901 fitten- polizeilicher Kontrolle unterstand, galt In der Rachbarschaft des Professors allgemein als des­sen Frau und trug auch einen Ehering. Der

Regierung geeinigt

Briand kehrte nach Ausgang der Unterredung in die franjösische Botjchaft zurück, ron ein Essen gegeben wurde, zu dem der Botschafter der Vereinigten Staaten, houghton, sowie Berthelot, Fromageot, verschiedene Botschaftsräte und der fran. , \ moftorn

zosische Wililärattachee geladen waren. Amstcroam, 11. Aug. ^£3.) ®efte n

Der zweite und letzte Weinungaustausch zwischen abend und heute nacht gingen sehr schwer Arland und Lhnmbrrl°u> h°, wegen der-ndgMNg°n w° er überHolland mederF° g 4 Fassung der französischen Slcherheits- p a k t n o t e stattgesunden, über die die französi­schen Vorschläge bereits Vorlagen. An dem Essen, das heute abend Chamberlain dem franzö­sischen Außenminister und seinen Mitarbeitern gab, nahmen auch der Botschafter der vereinigten Staaten, der französische und italie­nische Botschafter sowie der belgische Ge­sandte, ferner Sir William Tyrrel, Lord Crewe und andere Staatsmänner teil, die an den Verhandlungen über den Sicherheitspakt beteiligt

Bevölkerung sei durch die Vorgänge nicht weiter aufgeregt. Die muselmanischen Untertanen blie- ---------------, - -, . ben den Franzosen treu, und General Sarrail finden, die beiden Regierungen sowie zugleich ßa6c |Dgai: &en Besuch des Staatspräsidenten ter öffentlichen Meinung in beiden Landern Ge° bßn garten empfangen, der sich für die Wieder- nugtuung gebe. Beiderseits habe man den ehr- Herstellung der Ruhe im Dschebel Druse zur lieben Wunsch, zum Ziele zu kommen, gezeigt Dcrfügung gestellt habe.

und durch gegenseitige Konzessionen einander ---

näher zu kommen versucht. .Man könne sagen, daß diese Bemühungen nicht vergeblich -Uvl gewesen seien und daß sie, wenn sie auch heute r

Abend noch nicht von Erfolg gekrönt seren, dres UV JyilUllUJtElU

doch morgen sein werden. DieS sei auch die München, 12. Aug. (WTB- Funkspruch.) Ansicht ter Diplomaten. Man könne vielleicht £eUtc vormittag 8.10 Uhr traf Reichsprä- annehmen, daß es sich nunmehr darum hantelt, f^ent von Hindenburg, begleitet von ein Kompromiß zu finden, das es Frank- s^nem Sohne, Major von Hindenburg, reich erlauben würde, in einer gewrsten Staatssekretär Meißner und dem bayrischen Art von Fällen, bie den Charakter eines casus Gesandten tn Berlin, Dr. von P reg er, auf 'belli tragen, direkt $u handeln, und das ^m Bahnhof ein. Auf dem Bahnsteig vor dem zugleich eine Unterschetdung Mschen der Der- Fürstenpavillon hatte eine Ehrenkompanie lehung der Grenze und dem Einfall in die be- Reichswehr Aufstellung genommen. Die setzte Zone machen würde. Es sei angebracht, benachbarten Bahnsteige waren mit Zuschauern bie Einstimmigkeit der Franzosen und Engländer te^tst Zum Empfang hatten sich die gegen- für eine Liste dieser Fälle und für eine Deft- bärtig ,n "Bayern weilenden Reichsminister Dr.

nierung dieser beiden Kategorien von Gebieten Aeßler und Stingl, die Staatssekretäre Dr.

herzustellen. Ohne daß man dessen ganz sicher Frank und Dr. Schähel, der bayrische sei. daß diese Annahme richtig sei, scheine es Mini st erpr äsident D r. Held und der

nichtsdestoweniger wahrscheinlich, daß das Sank- Minister des Innern, der Reichsgesandte in

tionsversahren durch eine Deftmtwn dieser Art München, Freiherr von Haniel, von ter feftgelegt werte. Reichsvertretung ter Landtags-Präsident-

-------- nigsbaur, ter Regierungspräsident von Ober» mrtrnhltmiikhen bayern und ter Führer der 5. Bayerischen Divi» 4?DlTl fwn, General Kreß von Kressen st ein, der

driMSfchClUDlCttU Stadtkommandant von München die zwei Dür-

germeister der Stadt München und Beamte London, 11. Aug. DieTimes meldet Reichs- und Staatsbehörden eingefunben. aus Tanger: Die Djeballa-Stämme sammeln sich ' ----

wieder. Ihre Führer sind zwar immer noch bei Abd el Krim in Adjir, aber bei den Stämmen sind Boten mit Befehlen eingetroffen, sich für einen neuen Feldzug bereitzuh al­ten. Es wird angenommen, daß ein Angriff auf bie spanischen Linien in der Rähe

von Tetuan und aus die französischen. Li- i ^jitent *mit* feiner Begleitung von dem baye- nien rm Arbauarbezirk einige Weilen südlich Ministerpräsidenten und den übrigen Er-

von Alkasar erfolgen: wird Die-Lage in ter f^nenen begrüßt. Er schritt hierauf unter ftür» ®eaenb odu O uezz an in«befonberc westlich Kundgebungen bie Front de r Ehren-

bieser Stadt, sei weiterhin sehr Aus ro,^agni» ^b Auch beim Verlassen des

bem Osten und vom ^entimm der Frönt seien ^nhoses, der von Tausenden von Zuschauern st arke Rif kontingente zur Teilnahme an strömenden Regens umlagert war, wurde

dieser Offenste eingetroffen der: sich auch.eine her R e i ch s p r ä s i d e n t mit stürmischen Anzahl von Stammen tn der Gegend von Ouez- Hochrufen empfangen. Dor dem Bahnhof zan angeschlossen habe. nahm er den Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie

CUioihrt nrttt hen ab und begab sich hierauf, tealeitet von Milii-

UVil Uvll sterpräsident Dr. Held und Staatssekretär

Genommen, Meißner im Kraftwagen durch die reichen y Flaggenschmuck tragenden Straßen ter Innenstadt

Berlin, 12. Aug. SieSoff- 3*9- zum Dienstgebäute des Ministerpräsidenten Dr.

aus Jerusalem, daß Sueida, die stark derteidigte $elb.

Hauptstadt des DrusenlandeS, nach arabischer im

Quelle schon am Sonntag von den Drusen Der WlttpittUg tht 5)10015- erobert worden ist. Die Bahnlinie Damaskus Ministerium.

Deraa soll bei ASra unterbrochen sem. Rach \

einer Habasmeldung soll dagegen nach den Dor- Be. dem Empfang im bayerischen Staatsmim- gängen im Dschebel Druse im großen und ganzen I sterium führte der bayerische MiNlsterprasi- Ruhe herrschen. Deirut sei absolut ruhig- Die > dent Dr. Held aus: