Ausgabe 
12.1.1925
 
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immer: das Gefühl gehabt, daß hie rheinische Frage auch ftir bo6 unbesetzte Deutschland bie entscheidende Frage ist. Wir. haben zu wiederholten Malen den Gindruck erhalten, datz im unbesetzten Deutschland die i n nerp o l i t i- scheu Streitigkeiten in erster Linie ge­standen haben. Hub so nehmen Sie mir ein wei­teres offenes Wort nicht übel: gehöre gewiß

äu einer Partei, aber ich glaube, ich bin nicht ein so eingefleischter Parteipolitiker, daß ich alles durch die Partcibrille sehe, und so haben wir int besetzten Gebiet das traurige Schauspiel der letzten Wochen mit front größten3c- 'Bedauern und der größten Bekümmernis wahr» genommen, daß es in Deutschland nicht mög l i ch war, in freu wichtigsten Wochen seit dem -Zusammenbruch eine verhandlungs­fähige Regierung zu bilden.

Meine Herren, wir sind free Auffassung, daß fr er 10. 3anuav 1925 wichtiger ist als der Dag. an dem das Londoner Abkommen unterzeichnet worden ist, daß der 10. Januar des Jahres 1925 die Probe auf das Exempel bringen mühte, ob auf der Gegenseite nunmehr endgültig mit dem alten Sy st em gebrocheti werden sollte, ob man wirklich fr en Weg der 3 er» ständigung in friedlicher Zusammenarbeit mit Deutschland einhalten wollte.

Wir wissen nicht, wie die kommen de Reichsregierung zusammengesetzt sein wird, aber ich glaube der Erwartung und Heberzeugung Ausdruck geben zu sollen, fraß auch die neue Reichsregierung in außenpolitischer Hin­sicht auf dem Wege wettergeht, den die Regierung des Reichskanzlers Marr ge­gangen ist."

Der Kanzler betonte zum Schluß die un­zertrennbare Zusammengehörigkeit des besetzten und unbesetzten Deutschland.

Gegen den neuen Rechtsbmch.

Einspruch beim Reichspräsidenten.

' Berlin, 11. Ian. (WTD.) Der Reichs- Präsident hat freute nachmittag eine Abordnung des Arbeitsausschusses deutscher Verbände, des Reichsverbandes der Rheinländer und des Deut­schen Frauenausschusses zur Bekämpfung der Schuldlüge empfangen, um von ihr eine Protest­erklärung gegen die weitere Besetzung der Kölner Zone entgegenzunehmen. In seiner Äittwoi-t wies der Reichspräsident auf das durch freit Aufschub der Räumung begangene Hnrechi bin und be­tonte, daß das im vergangenen Jahr aufgebaute Vertrauen in die Loyalität unserer Veitrags- gegner verloren gehen müsse, trenn diese die wenigen zu unseren Gunsten bestehenden Ver­tragsbedingungen nicht achteten.

Der Protest Kölns.

Köln, 11. Ian. (WLB.) Alle Parteien, von den Deutschnationalen bis zu den Sozialdemokraten, hatten Protestver» fammlungen chtberufen. die überall überfüllt waren und in denen Entschließungen angenom­men wurden, die die Fortdauer der Besetzung als vertragswidrig und gefährlich für die ge­sunde Entwicklung der europäischen Zukunft be­zeichnen. Droh der starken Beteiligung ist es zu Zwischenfällen nicht gekommen.

Klarheit über Saarlouis.

Saarlouis, 11. Ian. (WB.) Sämtliche Stadtverordnete der Stadt Saarlouis haben an den Ministerpräsidenten Herriot und zu­gleich an den Präsidenten frer Regierungslom- mission des Saargebietes Rault ein Schreiben gerichtet, in dem mit Genugtuung zur Kenntnis genommen wird, daß die seit Monaten imSaar» gebiet umlaufenden G erüchte von der Ab­trennung free Stadt Saarlouis von Deutsch­land unrichtig seien. Da Ministerpräsident Herriot versichere, daß diese Gerüchte jeder Grundlage entbehrten, so dürfe man annc(;men, datz die früheren französischen Pläne von der Herstellung free Grenzen von 1814 endgültig aufgegeben worden finb. Diese Gerüchte, die immer wieder in Frankreich aufgetaucht seien, feien öS auch gewesen, die die <5tabtbororfrnetcn von Saarlouis zu ihren Eingaben an den Völker­bund, an den Reichskanzler Marx und an den Ministerpräsidenten Herriot veranlaßt hätten. In dem Schreiben werden eine Reihe von Aeuße» rungen privater und offizieller französischer .Persönlichkeiten angeführt, aus denen )iese französische Absicht hecvorgeht, so befanirk 'ich die Behauptung Tardieus von den 150 000 Saarfranzosen und verschiedene andere. Das Schreiben betont schließlrch, daß die Eingabe der Saarlouiser Stadtverordneten wenigstens das eine Gute gehabt hätte, datz sie nunmehr Klar­heit und Beruhigung in dieser Ange­legenheit geschaffen hätte.

Der WarmaLKandal.

Die KrediLrückzahlnlrg. Schaffung einer TreuhandgescLLschaft?

Berlin, 11. Jan. (T. XL) Die Frage der Rückzahlung der Kredite, die Barmat von der Reichspost und der Staatsbahn erhalten hat, beschäftigt die zuständigen staatlichen Stellen. Julius Barmat erklärte, daß er persönlich für die Kredite nicht haste, sondern vielmehr die Amexima, die durch Klentzke und zuletzt durch Kautz die Verhandlungen mit der Staats- baut geführt habe. Infolgedessen müsse auch ein Vergleich mit der Amexima angestrebt werden. Die Staatsbank vertritt demgegenüber den Standpunkt, datz die Amexima mit Wissen und auf Veranlassung Barmats alle Verhand­lungen mit ihr geführt habe, und weiit auch dar­auf hin, baß Barmat persönlich mehrmals bei Geheimrat Rühe und Dr. Hellwig, einmal auch bei dem Staatsbankpräsidenten 'selbst ae- wesen ist. y

Wie wir weiter erfahren, ist neben anderen so auch der Vorschlag gemacht worden, eine Lreuhandgesellschaft zu bilden, die ff* die Abdeckung der Kredite sorgen soll. Zunächst aber soll vorher die Streitfrage geklärt werden, die von der Verteidigung Brnnnats jetzt in den Dorfrergrund geschoben wird, wann nämlich die Kredite rückzahlbar find. Die Staatsbank icnnt baS Datum deS 25. Dezembers 1924 Barmat den 15. März 1925 und beruft sich darauf, datz die Staatsbank der Amexima schrift­lich mitgetält habe, sie sei bereit, frte Kredite evtl, noch über den Zeitpunkt hinaus zu ver­längern, wenn frte Reichspost zustimme Heber die Frage, ob die Reichspost im. Dezember 1924 erne Verlängerung der Kredite auf wek

| tere v «'Konnte oder langer zustimmre, muh zwi­schen der Staatsbank und der Reichspost erst volle Klarheit geschaffen werden. Im Augen­blick steht noch nicht einmal fest, ob Dr. Hoefle selbst diese Kreditverlängerung befürwortet hat oder ob einer der zuständigen Referenten frier eine folgenschwere Entscheidung auf eigene F aust getroffen hat.

Der Barmatskanfral treibt c> schreckend gif­tige Blüten. diese Tatsache dürfte allmählich auch fronen klar geworden fein, die den verschie­denen tut Zusammenhänge mit dem Fall Barmat aufgetauchte.t sensationellen Meldungen über Kor- ruptionserschei'ning'N' übelster Art bad größte Mißtrauen entgegenbrachten. Die Amtsent- b infrung Dr. Hoefleö von seinen Funktionen als Reichspostminister und Minister der besetzten Gebiete, die gestern durch freit Reichspräsidenten erfolgte, obwohl Dr. Hoefle vorgestern bk vom ..Tag" erhobenen schweren Beschuldigungen über seine Kreditgewährung an die Barmais demen­tierte, ist jebensalls ein Sturmzeichen. Inwie­weit die Beschuldigungen desTag", der sie ge­stern entgegen dem Hoesleschen Dementi ausrecht­erhielt, stichhaltig sind, wird ja die gerichtliche Untersuchung klarstcllen.

Ebenso ist es dringend erforderlich, fratz die neuen Anschuldigungen des genannten Blattes sachlich genau nach geprüft werden. Es behauptet nämlich, datz die Holzindustrie A.-G., die mit front Exkanzler Wirth, dem bad. Staats­rat Dr. Haas und dem Zentrumsabgeordneten Lange-Hegermann in engsten Beziehun­gen stand, von Dr. Hoefle, dem Reichsmiuister, zwölf Millionen Golfrmari' als Kredit aus den Kassen der Reichs po st Verwaltung erhalten habe, um ihre Geschäfte zu betreiben, Hnb zwar sei diese Kreditgewährung in der Zeit der wildesten Inflation erfolgt.

Die Meldungen über das enge Verhältnis des Berliner Polizeipräsidenten Richter und seines Sekretärs zu. den Barmats wirken gegen­über den obigen Mitteilungen beinahe uninter- cfrant, obwohl auch sie syinptomisch Tiirfr für ge­wisse Verhältnisse im neuen Deutschland. Ver­hältnisse, die mit her Staatsform als solcher nichts zu tun haben, an deren Ausrottung also alle anständigen Deutschen Las gleiche Inter­esse haben foulten.

Reichspräsident und Barmatskandal.

Eure amtliche RichLrgftelluug.

Berlin, 10. Ian. lWTB.) Gegenüber den Meldungen einiger Blätter, die einen Zusammen­hang der Brüder Barmat mit dem Reichs­präsidenten zu konstruieren versuchen, wird amtlich festgesteltt. datz der Reichspräsident nie­mals die Ausstellung eines Visums für einen der Darmats oder einen ihrer Angehörigen ver­anlaßt oder ihnen seine Empfehlungsschreiben ausgestellt hat. Ebensowenig ist ein solches Visum oder eine solche Empfehlung durchs das Bureau des Reichspräsidenten erfolgt. Die Prüfung der Akten des Bureaus des Reichspräsidenten und des Auswärtigen Amtes ergab lediglich, fraß im Frühjahr 1919 ifrer damals im Bureau des Reichs­präsidenten auf Privatdienstvertrag beschäftigte Landtagsabgeordnete Franz Krüger ohne Wissen unb Willen des Reichspräsidenten eigenmächtig und mißbräuchlich beim deutschen Generalkonsulät in Amsterdam für An­gehörige der Familie Barmat ein P a tz o i s u m beantragt und ebenso eigenmächtig für diese eine Grenzempfehlung ausgestellt hat. Der Reichspräsident hat. als er kurz darauf davon Kenntnis erhielt, sofort diese Eigenmächtigkeiten ausweislich der Akten seines Bureaus schriftlich aufs schärfste gerügt und Vorkehrung ge­troffen, die eine Wiederholung derartiger oder ähnlicher Schritte verhinderten. Wie den Blättern ferner mitgeteilt wird, erinnert sich der Reichs­präsident nicht, datz er jemals einem der Dar­mats eine Photographie gegeben habe. Es wurde scstgestellt, Latz im Dureau frer Darmats in Amsterdam eine Reproduktion des Dil- des EbertL gefunden wurde, auf welcher Dar­in at selbst geschrieben hatte: Mein Freund Ebert. Darmat.

Die PostkrediLe im Auswärtigen Ausschuß.

Berlin, 10. Jan. (TH.) In frer heutigen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses im Reichs­tage gedachte der Dorsitzende. Abg. Hergt (Dtschntl.), der Bedeutung des 10. Januars. Dor Eintritt in die Tagesordnung richtete A g.D e r n- b u r g (Dem.) wegen der Presseveröffentlichungen über die Kreditgewährung an die Mv- loga -- Holsindustrie - A. ° G. und der An­griffe gegen die Abgeordneten Fahrenbach, Haas und Wirth eine Anfrage an den Reichs- autzenminister, ob er hierüber unterrichtet sei und eine Erklärung abgeben könnte. Reichsautzen­minister Dr. Stresemann bejahte dies. Es habe damals eine Besprechung in Gegenwart des Reichskanzlers, des Auhenministers, des Post- ministers und des Dizepräsidenten des Reichs» bankbirektoriums stattgefunden, bei der an ihn die Frage gerichtet worden fei, ob im Inter­esse unserer östlichen Wirtschafts­politik die Fortführung der Holzunternehmun- gen der Mologa-A.-G. in Rußland für notwendig gehalten würde. Er habe diese Frage in Heber» emstimmung mit bet Haltung, die das Aus­wärtige Amt in der östlichen Wirtschaftspvlrtik immer eingenommen habe, bejahen fönnen

Darauf führte Abg. Dr. Wirth aus. daß es sich bei der Mologa um eine große, in Aus­wirkung des Rapallovertrages durchge^uhrte Wald- und Holzkonzessivn in Ruß- land handele. Mit Zustimmung aller übrigen ©teilen habe der ReichSpostminnister nicht der Mologa, sondern einem allerersten Berliner Bankhause einen kurzfristigen Kredit ge­währt, der im übrigen längst restlos zurück­gezahlt sei. Der Auswärtige Ausschuß seht dann feine Aussprache zur allgemeinen politi­schen Lage fort.

Dor einem Berosrb^iLersLrSik in England.

2 o n fr d n . 12. Ian. (WT. Funkfpruch.) Der Mormng Post" zufolge droht ein großer Koh- Lenarbeiterfrreif, da die D.rga-better von Derb- sh'.re das Angebot der Zechenbesitzer ablehn- 1 en-. Die Zahl bet unmittelbar bedrohten Berg- Arbeiter beträgt 20000. Der Sekretär des Berg- arbetterverbandeS, (Sou. erklärte, die Berg- rIt>vl1tGr JIU,LÖ?n C2r ernstesten Krise in der Ge-> schichtc ihrer Organisation gegenüber und gingen

einem ernsten Kampfe cm gegen. Das Äbkvmm^« in ferner gegenwärtigen Gestalt, könne bei der jetzigen Steigerung der Lebenshal­tungskosten nicht weiter bestehen. Hebet 100000 Bergarbeiter feien arbeitslos. Ein Schacht nach dem anderen schließe sich und täglich werde Hunderten von Arbeitern gekündigt.

Planmähiges Turnen im Kindesalter.

Don Medizinalrat Dr. Woltze, Stafrtfchularzt in Leipzig.

Diele Eltern sehen noch nicht ein, Warum mit planmäßigem Turnen schon in möglichst frühem KmdeSalter begonnen werden muß: sie halten fros ungebundene freie Spiel für ausreichend zur Kräf­tigung. Dazu fei bemerkt, fraß das Kinb im freien Spiel nur diejenigen Bewegungen macht, hie ihm angenehm und bereits geläufig sind. 'Beobachtet man Dabei die Kinder genauer, so sieht man, daß ihre Körperhaltung meist vornüber geneigt ist. ^lutc straffe, gerade Körperhaltung ist aber wich­tig für ungestörte Entwicklung free inneren Or­gane, besonders der Lunge, des Herzens und frer Sinnesorgane (z.D. Augen).

Planmäßiges Turnen im Kinfresaltcr hat also darauf ru achten, daß sich frer Brustkorb mög­lichst wettet, fraß die Wirbelsäule gerade gehalten und die besonbers auch für die Mädchen so wich­tige Bauchmuskulatur gekräftigt wirb. Die wich­tigsten Hebungen sind deshalb sog. Haltungs- und Atemübungen, ferner Gefchicklichkeitsübungcn, die dazu bienen, freu ganzen Körper harmonisch durch» zuvildcn, ihn gelenkig unb geschmeidig zu machen, waS auch aus die ganze Charakterbildung günstig einwirkt. Auf Kraftübungen ist kein Wert zu logen. Es kommt gar nicht darauf an, daß der eine oder andere Muskel z. B. der große Arm­muskel oder die Beinmuskeln besonders kräf­tig werden. Wie bei jeder anderen Maschine kommt es nicht darauf an, datz ein oder mehrere Teile Hervorragendes leisten, sondern datz die ganze Maschine harmonisch arbeitet, d. h. alle Teile gleich gut.

Harmonische Durchbildung des ganzen Körpers wird am besten erzielt durch geeignete Freiübungen unb Schwimmen. Hm beurteilen zu können, wie die Hebungen im einzelnen gestaltet werden müssen, um die ein­zelnen Muskelgruppen her Reihe nach frurchzu- üben, muß her Turnlehrer möglichst eingehende Kenntnisse von Dau unb Mechanik des kindlichen Körpers haben. Die Entwicklung des Kindes ver­läuft nicht in einer geraden Linie, sondern wellen­förmig, schubweise. Dald wächst das eine Organ schneller als das andere, bald tritt ein Wachs- tumsstillstanfr ein. Jedes Kind macht seine eigene Entwicklung durch, oft um Monate oder Jahre von frer seiner gleichaltrigen Mitschüler abweichend. Diei Knaben entwickeln sich in einem wesentlich anderen Rhythmus als die Mädcherr Gemeinsames Tarnen derselben ist deshalb falsch. Jedes Geschlecht braucht seine eigenen Turnübungen, denn der Knabe soll zum kräftigen mutigen Manne, das Mädchen zur anmutigen Frau erzogen werben. Für fr io Auswahl geeigneter Leibesübungen ist nicht das Alter des Kindes maßgebend, sondern seine jeweilige Entwicklungsstufe.

Das planmäßige Turnen im Kindesalter hat außer der gesundheitlichen noch eine hohe er­zieherische Bedeutung. Kaum etwas ist gc« eignetet, im Kinde den Sinn für Ordnung, für selbstgewollte Hnterorönung, für Mut, Ausdauer, Gewandtheit, für Selbstbeherrschung und sonstige Willensübung zu wecken und zu kräftigen als ein möglichst frühzeitiges, planmäßiges Turnen zu­sammen mit gleichentwickelten Kindern. Am besten läßt man die Kinder in einer Badehose turnen, um jederzeit die Haltung der Wirbelsäule, das Spiel der Muskulatur und die Atmung kontrol­lieren zu können. Turnen im Freien ist wegen der gleichzeitigen Stosfwechselanregung der Haut durch das Tageslicht und wegen Einatmens frischer Luft dem Hallen- und Zimmerturnen vor­zuziehen.

Aus Mer Welt.

50 jähriges Jubiläum Les Vereins Frankfurter Presse.

Frankfurt o. M, 11. Ian. lWTD.) Der Verein Frankfurter Presse beging heute das Fest seines fünfzigjährigen Bestehens, das durch eine akademische Feier im Kaisersaale LeS Römers eingeleitet wurde. Das Ansehen, das sich der Verein während fernes langjährigen Be­stehens nicht nur in den Kreisen frer eigenen Berufsgenossen, sondern auch in der breiten Qeffentlichkeit erworben hat. kam überzeugend in den Ansprachen der Vertreter frer staatlichen und städtischen Behörden und der vielen Körper­schaften zum Ausdruck, mit denen der Verein namentlich auf kultureklem Gebiete wirkungsvolle Arbeit geleistet hat. Besonders tiefen Eindruck hinterließen die Worte des Oberbürgermeisters Dr. Landmann, der namentlich auch auf die Aufgaben hinwies, die frer Presse in freu fom» menfren Jahren angesichts der schweren wirt­schaftlichen und politischen Lage Deutschlands ge­stellt sind. Die Grüße des Reichsverbandes der Deutschen Presse überbrachte Direktor Richter (Berlin): auch die benachbarten Landesverbände des Reichsverbandes hatten Vertreter entsandt oder- ihre Glückwünsche telegraphisch' oder schrift­lich zum Ausdruck gebracht.

Den Abschluß der Feier bildete ein Fest - Offen im Frankfurter Hof, an dem neben den Leitern bei* hiesigen Kunstinstitute die hervor­ragendsten Vertreter der Oper, des Schauspiel­hauses, des Reuen Theaters und des bleuen Operettentheaters teilnahmcn, deren hohe künst- ler sche Darbietungen dem Abend ein besonderes Gepräge verliehen.

Den Abschluß frer Veranstaltungen wird eine Festvorstellung im Opernhause am 1. Fe­bruar bieten, deren ErgBnis dar Hnterstützungs» faffc des Vereins zufliehen soll. Auch hier wer­den nicht nur die hervorragendsten Kräfte frer Oper, sondern aud) frer übrigen Kunstinstitute Mitwirken, um fr cm Abend zu einem vollen Er­folg zu verhelfen.

KreditsHwiudler.

Der Assessor bei der Staatsanwaltschaft beim Landgericht ll. Berlin Schott, gegen fron fett Zeit ein Ermittlungsverfahren wegen Kredtt-- fchwindels unb Scheckbetrugs schwebt, wurde gestern anschlietzend an eine eingehende Ver­nehmung durch den HntersuchungSrichter ver­

haftet. Dr. Schott operierte bet feinen Schwind beleien mit dem angeblichen großen Dermvgsn seiner Frau, bk von ausländischen Ver­wandten große Summen zu erwarten hätte. Auch soll Schott Angeklagte und Zeugen auf« gesucht unb unter Berufung auf seine Kredit­würdigkeit Kredite erbeten und erhalten haben.

Krrchenräüber.

In frer Heiliggeistkirche in Potsdam ist ein Einbruch verübt worden, bei dem die Einbrecher Abendmahlskel.che unb sonsti­ges Altargerät erbeutet haben. Die Täter sind unerkannt entkommen.

Gefaßter Dick'.

Auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin wurde fror Oberposisekrctär Ernst Martschent aus Dortmund, fror seit Ende Rovembcr von fror Dortigen Polizei gesucht wird, verhaftet. Markiuienk hatte in seinem Amt im Laufe her Zeit 24 000 Mark veruntreut unb wurde vor einer Kassenrcvision flüchtig. Von dem Gelbe wurde nichts mehr bei ihm vorgefunbev

Das Auto int Persouenzuge.

Auf ber Chaussee PrenzlauPase- walk fuhr zwischen Den Bahnhöfen Prenzlau und Prenzlau-Vorst ad l ein Personenauto in einen Personenzug zwischen Loko­motive und ersten Wagen, fror mit einer Achse entgleiste. Von freu fünf Insassen des Auto« wurde der Chausfeur lebensgefährlich, die übrigen Vier Personen leichter verlcüt. Der Personenzug führ mit einstündiger Verspätung weiter.

Autofalle.

Zwischen Könnern und Rauenfrorf bet Hal le war ein starkes Drahtseil quer über die Chaussee gespannt. Ein Radfahrer fuhr in der Dunkelheit dagegen und überschlug sich, wodurch er sich schwer verletzte. Durch diesen Hnfall wurde ein P ersonenauto ge­warnt. fräs noch kurz vor freut Hindernis zum Halten gebracht werden konnte. Der Genbarmerie ist es gelungen, die T ät er in fror Person zweier Knechte aus Rauenfrorf zu ermitteln, die erklärten, aus Haß gegen die Automobile ge­handelt zu haben.

Lebensmüde.

Rach einer Meldung aus Chemnitz hat ein infolge langer Krankheit schwermütig ge­wordener Fleischermeister sich selbst, seine 80- jährige Mutter und seinen 18jährigen Sohn durch Gas vergiftet.

Derbrannt.

Im städtischen Krankenhause zu Pforz­heim verunglückte eine Kranken^ s chw e st e r dadurch tödlich, fraß sie bei dem Ver­such, die über einem in Brand geratenen Decken stehenden Gefäße zu entfernen, Drandwunden er­litt, denen sie erlag.

Massenmörder Denke und die edangelischc Kirche.

Zu den Dlättermeldungen über frrie angebliche Stellung des Masscnmövdeis Denke zur evan- aelischei'. Kirche wird von freut evangelischen O r t s g e i st li che n in Münsterberg mitgeteilt, fraß Denke während der letzten 10 bis 15 Jahre sich niemals in ber Kirche blicken ließ. Der Ork­pfarrer hat während seines Aufenthalts in Mün-- sterberg feit 1911 von der Existenz des Senf» nie etwas erfahren.

Auch tin Opfer beß 6türme«.

In Merxheim wollte ein achtjähriger Knabe eine Kmtne vom Ofen holen. Als er sie fort- nahm, fchlug infolge des herrschenben Windes eine Stichflamme heraus unb setzte feine Kleider in Brand. so daß er später seinen Wunden erlag.

Mord.

Der 38jährige Schlächtermeister Franz Ko­tz e l k a aus Budapest verschwand vor zwei Tagen. Er verließ seine Wohnung mit 100 Millionen Kronen, um einen Besuch bei dem ihm be­freundeten Senfrarmerie-Oberleutnant Julius Le­derer zu machen. Die Polizei nahm bei dem letzteren eine Haussuchung vor unb stellte fest, daß Lederer mit Hilfe seiner Frau sei­nen Gast erschoß, ihm seine Barschaft raubte und bann fernen Körper zerstückelte, um ihn im geeigneten Augenblick in die Donau zu werfen. Beide tourfren verhaftet. An­läßlich des polizeilichen Lokalaugenscheines in seiner Wohnung legte der Genbaruterie°Ober° leutncmt Lederer das Geständnis ab, fraß er den Schlächtermeister Kobelka mit vorbe­dachter Absicht ermordete und aus­geraubt habe.

DrotwuHrr.

Rach einer Dlättermeltzung wurde der Ge­neraldirektor einer der größten Brotfabri­ken Wiens, namens Fries, unter dem ^cr- dacht des Bro tw uchers verhaftet.

Reue Erdbeben in Japan.

Reuhv rk. 10. Ian. <T. H.) Bei Lokis pat gestern wiederum ein Erdbeben stattgefunden, lefroch wurde kein Schaden verursacht. 2luch in anderen Gegenden haben sich starke Erdstöße aezeigt. Auch hierbei ist kein nennenswerter Scha­den entstanden.

Eine Eckenerstraße in Flensburg.

Zu Ehren des AtlantikübersliegerS unb dos Ehrenbürgers der Stadt Flensburg ist beabsich­tigt, einer Straße ber Stadt fron Äamen Ecke­nerstrahe zu geben.

Drr Zeppelin über Rcuhork.

Gestern nachmittaa erschien .,Lo S 2In g c* I o s" aus einem Probeflug überReuhvrk unb überflog das GeschästSviertcl. Die Leute waren begeistert. Die Menschenansammlungen schwollen so ar, daß Verkehrsstörungen emtrakn. Die Sirenen ertönten zur Begrüßung, wäh­rend das Luftschiff entschwand.

Die hessische Regierungs Krisis.

Die Versuche in Hessen, eine Regierung bilden, sind ebenso wie im Reich bisher frucht­los geblieben. Auch hier hängt alles vom Zen­trum ab, das bis jetzt mit ben Soziastzemodraten und Demokraten die Regierungstoalition bildete, doch aber keine Lust mehr hak, mit der Sozial­demokratie Wetter zufammenzuarbettcr?. Es möchte jedoch aus fror Koalition nicht ausschciden, in der es jetzt Soziatdomokrakn unb Demokraten gegen­über nicht mehr so start' ist wie früher, cs hat deswegen die Absicht geäußert, die Rcgie- rimgskvalitwn durch Hinzuziehung tzex