Feuer am Nordpol«
Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart.
Bon Karl-August von Laffert.
38 Sortierung. (Nachdruck verboten.)
Besonders wurden die Leistungen der deutschen Führer und Ingenieure erwähnt, aber auch Amerika, Japan und Rumänien erhielten ihren Dank ausgesprochen. Frankreichs Intrigen wurden nur kurz mit dem Hinweis auf die fehlgeschlagenen Störungsversuche einer stets Unfrieden stiftenden Macht abgetan.
Nach dem Frühstück forderte Stratoff die Fürstin zu einer Autofahrt durch die neuerstandene Großstadt des fernen Ostens auf. Gern willigte Linda ein, und in gemäßigter Fahrt ging es über die weiten, großzügig angelegten Boulevards, vorbei an prächtigen Regierungsgebäuden, großen Kaufhäusern, Theatern und Kinos bis zur Chinesenstadt, wo das dichtgedrängte, unübersehbare Gewimmel des Ostens herrschte.
„Ich begreife nicht, wie dieses Land sich so schnell von der Revolution erholen konnte", sagte Lindo.
„Es liegt eine naturwüchsige Kraft im russischen Volke", erklärte Stratoff. „Zunächst mußte man die Leute nn Arbeit gewöhnen, und das haben wir Bolschewisten mit eiserner Zuchtrute erreicht. Weiterhin gaben wir aber auch den Unternehmern die Möglichkeit, sich neue Reichtümer zu erwerben. Denn der Staat vermag nie die Initiative des einzelnen zu ersetzen. Wenn ich mich selber seziere, so muß ich eingestehen, daß auch ich bereits auf dem besten Wege bin, zur Partei des Reichtums und der Intelligenz überzuschwenken, weil ich keine Lust verspüre, eines Tages zu den Besiegten zu gehören. Aber das muß zwischen uns beiden bleiben, sonst könnte man mir doch noch einen Strick daraus drehen. Aus demselben Grunde lehnte ich auch das mir mehrfach angebotene Amt eines Volkskommissars ab. Wozu sich unnötig exponieren?"
„Und doch spielen Sie eine bedeutende Rolle in Ihrem Lande," sagte Linda. „Der uns unentgeltlich zur Verfügung gestellte Extrazug von Wladi- wostock bis Moskau und der Empfang durch die Behörden beweisen es zur Genüge."
„man schätzt mich als überzeugten Kommunisten, der mit den Waffen des Kapitalismus unser Land in die Höhe zu bringen versucht. Und für unser Unternehmen hat man nach meinen Berichten besonderes Interesse."
„Was wird nun weiterhin geschehen?"
„Ich informiere die Regierung persönlich und versichere mich ihrer weitgehenden Unterstützung, sofern nicht das Geld in Frage kommt, denn das haben sie selber nickt. Dann versuche ich, mit Hilfe meines deutschen Kompagnons das Unternehmen ausreichend zu finanzieren. Unterdessen bleiben wir aber auch sonst nicht untätig, sondern werden sofort mit dem Bau neuer, großer Flugzeuge beginnen."
„Und wann wird der nächste Flug zum Nordpol stattfinden?"
„Nicht vor Anfang nächsten Sommers. Sie haben also vollauf Zeit, Ihren Winter in Kairo ober Biskra zu verbringen."
„Ich will dieses Jahr nicht verreisen", sagte Linda. „Vorläufig bedarf ich etwas Ruhe. Und dann bleibe ich lieber in Rumänien. Dort bin ich nicht zu weit vom Felde Ihrer Tätigkeit entfernt. Als einer der Gründer des Unternehmens muß ich mich von Zeit zu Zeit von den Fortschritten überzeugen. Und der Flug von Saratu oder Bukarest nach Kalmikowskaja ist ja nicht allzu weit"
15.
Nagel war auf Stratoffs Wunsch von Moskau aus direkt nach Berlin gefahren und hatte den Großindustriellen Herrn Hagen, den geheimen Geschäftsfreund des Russen, in einem dringenden Brief um eine persönliche Unterredung gebeten. Umroenbenb erhielt er folgendes Telegramm:
„Sie werden ersucht, am 26. dieses Monats 3 Uhr 45 Min. nachmittags den v-Zug Nr. 15 in Lehrte zu besteigen. Herr Hagen hält sich bis Celle zu Ihrer Verfügung. Wagen 5, Sitzplatz 1—4."
Nagel fuhr morgens nach Lehrte und stand zur angegebenen Zeit vor dem bezeichneten Abteil erster Klasse, dessen Vorhänge zugezogen waren. Ein auf dem Gange stehender Herr fragte ihn, w?n er zu sprechen wünsche. Der junge Ingenieur zeigte schweigend sein Telegramm.
„-Ich werde Sie anmelden", erklärte der Herr. „Doch müssen Sie mir kurz den Zweck Ihrer Unterredung sagen."
„Es handelt sich um persönliche Mitteilungen Herrn Stratoffs aus Kalmikowskaja."
Der Herr verschwand, und gleich darauf wurde Nagel eingelassen. Ein mitelgroßer, einfach aussehender Herr in kurz geschnittenem, dunklem Dollbart sah in der Ecke und diktierte einer Sekretärin in die Schreibmaschine. Zunächst schenkte er dem jungen Ingenieur keine Beachtung, sondern ließ den Brief beenden. Dann sagte er kurz:
„Fertigmachen und gleich zur Unterschrift Herdringen."
Die Sekretärin erhob sich und verschwand. Hagen wandte sich an Nagel.
„Bitte Platz nehmen und kurz berichten."
Eine plötzliche Verlegenheit ergriff den jungen Ingenieur, so daß er feine wohloorbereitete Rede vergaß. Dann riß er sich zusammen und begann:
„Ich war der Leiter der gerade zurückgekehrten Nordpolexpedition."
„Meinen Glückwunsch zu dem schönen Erfolge. Wo befinden sich die übrigen Teilnehmer?"
Heute wohl bereits in Kirgisia. Ich verließ sie in Moskau."
„Bitte weiter."
„Im Auftrage Herrn Stratoffs soll ich von den Resultaten unserer Reise berichten."
„Gut. Aber bitte recht kurz. Alles Wissenschaftliche fortlaffen und nur die greifbaren Ergebnisse erwähnen, falls es solche gab."
„Wir entdeckten ein großes Platinlager, das leicht auszubeuten ist. Dadurch werden wir imstande sein, binnen kurzem alle Unkosten der Unternehmung zu decken."
„Brachten Sie Proben mit?"
„Wir hatten weder Zeit noch Werkzeuge, um die Ader anzufchlagen. Nur durch die Wünschelrutentätigkeit des Herrn Sanders wurde sie fest- gestellt."
„Ich hörte- bereits von ihm. Was verbürgt, daß er sich nicht irrt?"
„Meine felsenfeste Ueberzeugung, die sich auf seine glänzenden Erfolge stützt. In Rumänien war ich mehrfach Zeuge unfehlbarer und ans Wunderbare grenzender Ergebnisse."
„Fanden Sie sonst noch etwas?"
„Kohle, deren Abbaufähigkeit zweifelhaft ist, und ein großes Eisen- und Erzgebiet. Vor allem ein unermeßliches Erdöllager in geringer Tiefe."
„Halten Sie die In Ihrer Denkschrift angeführte Aufstellung einer Kraftstation am Nordpol für ausführbar und vor allem für gewinnver- sprechend?"
„Die Wirklichkeit übertraf meine Hoffnungen."
„Das freut mich", sagte Hagen. „Was wollen Sie aber von mir?"
„Ich hoffe, daß Sie unsere Vorbereitungen finanzieren, um schließlich der ausschlaggebende Faktor des ganzen Unternehmens zu werden. Da ich nun weiß, wie sehr Ihre Zeit belastet ist, so mache ich den Vorschlag, einen Ihrer sachverständigen Angestellten zu beauftragen, das ganze Problem eingehend mit mir durchzusprechen. Vielleicht gelingt es, ihm die Ueberzeugung beizubringen, daß mein Plan keine Utopie ist."
„Der Vorschlag läßt sich hören. Nehmen wir also einmal meine Bereitwilligkeit an, Ihnen zu helfen. Welcher 2lrt sollen Ihre vorbereitenden Un- ternehungen fein?"
„Als erstes muß so schnell wie möglich bas Platinlager ausgebeutet werden, damit wir Betriebskapital in die Hand bekommen. ^Jm Laufs dieses Winters bauen wir eine Anzahl großer Flugzeuge, die bei Beginn der guten Jahreszeit das nötige Material sowie die auserwählten Arbeiter und Ingenieure zum Pol bringen."
„Wieviel Arbeitskräfte haben Sie vorgesehen?"
„Anfangs sollen es vierzig Männer fein. Dis Hälfte wird direkt an den Arbeiten zur Platingewinnung beschäftigt, der Rest sorgt lediglich für die leiblichen Bedürfnisse der ganzen Kolonne. Hierher gehören: Einrichtung der Unterkunftsräume, Sorge für Essen und Kleidung, Aufstellung und Bedienung der Maschinen für Heizung und Beleuchtung, Entladen der neu eintreffenden Flugzeuge und ähnliches."
„Haden Sie das Gewicht des Materials berechnet, das vor Beginn der Arbeiten herbeigefchafft werden muß?"
„Ich stellte es auf sechzig Tonnen fest."
„Dann brauchen Sie aber eine große Anzahl von Flugzeugen."
„Der neue Typ unserer Maschinen vermag bet voller Bemannung noch eine Nutzlast von einer Tonne zu tragen."
(Fortsetzung folgt.)
„Proben Sie, dann loben Sie!“
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