Ausgabe 
11.5.1925
 
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Aus Natur und Technik.

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körperlich sehen. Dao verdanken wir dem Umstande, dah wir, wie wir zwei Äugen, so auch zwei Ohren haben. 'Wie der Abstand der Äugen der eigenihdje (gründ sur da» körperliche Sehen ist, so ist auch der Abstand der Ohren die Ursache für das körperliche ))bren: (E» ist zunächst ganz klar, das; man, wenn der Schall z. L. von recht» kommt, mit dem rechten Ohr lauter hört al» mit dem linken, da eben da» rechte Ohr der Schallquelle zugekehrt,da» linke aber abgewendet ist. Es kommt ober noch etwa» an« dere» in Betracht: Der Schall bestehl bekanntlich au» einer Folge von Lustverdichtungen und Lustver- bünnungen, bei der Tonhöhe der Stimmgabel z. B. aus 440 Verdichtungen und 440 Verdünnun­gen in der Sekunde, die sich mit einer Geschwindig- feit von 333 Meter in der Sekunde fortbewegen. Das bedeutet, daß bas eine Ohr bei einem von der Seite her kommenden Schall rund ' ,nooe Sekunde früher von einer Verdichtung getroffen wird als das andere, da» vielleicht gerade noch von der vorhergehenden Luftverdünnung er­

reicht wird. Für die beiden Ohren tritt also das ein, was der Physiker eine Phasenverschiebung nennt. Das Matz dieser Phasenverschiebung nun ist es, das uns namentlich in Verbindung mit der verschiedenen Tonstärke die Richtung zum Bewußtsein bringt, au» der ein Schall kommt. Daneben sagt un» die Stärke des Schalls, seine Schärfe, seine Zurückweisung von Gegenständen manches über die Richtung und die Entfernung der Schallquelle.

Man könnte denken, da» seien alles theo- retische Erwägungen, die keinen praktischen Wert haben. Nun ist aber in diesen Tagen eine Nutzanwendung aus ihnen gezogen worden, die etwas geradezu Erstaunliches zustande bringt: Das räumliche Hören mit dem Doppelkopffern­hörer. In München hat man Im Opernhaus zur Opernübertragung zwei Ohren ausgestellt, zwei

Mikrophongruppen, und von feder (gruppe eine be­sondere Leitung zu jedem der beiden Fernhörer eines Doppelkopffernhörers gezogen. Da näm­lich bisher bei Doppelkopffernhörern beide Sern* Hörer durch denselben Strom erregt wurden, so ent­stand kein räumliches Hörbild: Es entstand für das Ohr dieselbe Erscheinung, wie für das Äuge bei den betrügerischen Stereolkopbildern, bei denen zwei gleiche Bilder neben einander geklebt sind, und man konnte deshalb im Doppelkopsfernhörer nicht räum­lich hören. In München hört man nun aber die Opernübertragung im Doppelkopffernhörer räum­lich, weil eben die beiden Ohren wie in der Wirklichkeit nicht von einem gleichen Schallbild, sondern von nach Stärke undPhase" verschiedenen Bildern getroffen werden, also z. B. das eine von einer Luftverdichtung, das andere von einer Luft­verdünnung.

Die Schwierigkeit ist vorläufig die, datz man zwei Doppelleitungen braucht, also vier Drähte, nämlich für jeden der beiden Fernhörer zwei be- sondere. In München geht die Sache daher vorerst nur im Opernhörraum in unmittelbarer Nähe der Ausführung. Es ist noch nicht zu erkennen, wie man dieser Schwierigkeit Herr werden soll. Leichter kann man sich die Durchführung schon für den Rundfunk denken, für den sie von ganz außerordentlicher Be­deutung ist, denn wenn mir in Zukunft für beide Hörer getrennte Uebermittlung der Töne bekommen, so werden Musik und Sprache so ungemein lebens­wahr und natürlich, daß wir gar nicht mehr werden begreifen können, wie wir uns jemals mit der jetzigen Art der Uebermittlung abfinden konnten. Erft durch die Auswirkung dieser neuen Entdeckung werden Die Musik und die Sprache aus einem flachen, unkörperlichen Bilde zu einem der Wirklich­keit entsprechenden räumlichen Bilde und der Genuß des Hörens steigert sich auf ein Vielfaches.

In diesem Zusammenhang möchte ich die Funk­gäste noch auf eine Erscheinung Hinweisen, über die ich In den Fachzeitschriften näheres veröffentlichen werde: Bei vielen Doppelkopfsernhörern hört man einseitig, wenn man darauf achtel. Man hat bei manchen das Gefühl, als käme Der Schall von rechts ober von link», ja, bei manchen glaubt man nur auf einem der beiden Fernhörer zu hören: wenn man aber den tönenden Fernhörer abhebt, fo überzeugt man sich, datz der scheinbar tote Fernhörer doch tönt, und zwar gut. Die Ursache dieser Erscheinung ist die: In jedem Fernhörer wird durch die ankom­menden Ströme der Magnetismus bald geschwächt, bald verstärkt. Wenn nun die beiden Fernhörer falsch zusammengeschaltet sind, so wird durch denselben Stromreiz, der ja beide praktisch gleichzeitig durch- fließt, der Magnetismus Im einen gestärkt, wenn er im anderen geschwächt wird. Infolgedessen wird bei dem einen das Schallblech angezogen, wenn es im anderen losgelassen wird: Das eine Ohr wird non einer Luftverdichtung, das- andere aber gleichzeitig von einer Luftoerdünnung getroffen. Wir bekommen also eine Erscheinung, wie wir sie bei Stereoskop- bildern hätten, wenn wir etwa ein positives und ein negatives Bild nebeneinander klebten, also Bilder von derselben Platte, bei denen auf dem einen das schwarz ist, was auf dem anderen weiß ist und umgekehrt.

Aus den obigen Ausführungen wissen wir, daß die Phasenverschiebung in diesem Fall die Ver­schiebung um 180 Grad den Eindruck des Hörens von der Seite her Hervorrufen mutz, und wir kennen ohne weiteres auch das Abhilfemittel: Wir müssen die Zuführungen zu einem der beiden Fern- Hörer vertauschen, dann hören wir den Schall nicht mehr einseitig und wir Horen auch weit besser, weil dann auch unserem Gefühl nach beide Ohren hören. Ich kann allen Funkgästen nur empfehlen, ihre Fernhörer daraufhin einmal zu beobachten und nötigenfalls einen von beiden natürlich nicht beide umzupolen. Sie werden einstweilen großen Nutzen für ihr Hören davon haben, bis wir zum räumlichen Hören am Funk kommen.

Das Sehen ist ein weit verwickelterer Borgang als das Hören, und so kommt es, daß wir zwar den Fernsprecher haben, aber noch nicht den Fernseher, datz es noch nicht recht gelungen ist, das körperliche Sehen beim bewegten Bild dem sogenannten Kinematographen der Allgemeinheit zugänglich zu machen, während cs nicht dem leisesten Zweifel unterliegt, daß die weit jüngere, erst aus den letzten Tagen stammende Erkenntnis des räumlichen Hö­rens in verhältnismäßig kurzer Zeit im großen in die Wirklichkeit umgefetzt werden kann und umgefetzt werden wird, denn sie ist reif dazu. Wahrlich wieder ein gewaltiger Triumph des Menfchengeistes, uns über Drähte oder auf den Flügeln elektromagne­tischer Wellen mit dem Ohr einen fernen Raum und den Ort der Schallquellen darin empfinden zu lassen)

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Das Deutsche Museum in München.

Von Dipl.-Äng. Mangold.

(Nachdruck verboten.)

2^s Deutsche Museum In München ist vollendet und am 7. Mai diese» Jahres eröffnet worden. Dieser Tag ist als ein Markstein in Deutsch­land» Kulturgeschichte zu bezeichnen, dessen sich un­sere Kinder und Enkel noch mit Stolz erinnern werden. Da» Deutsche Museum ist die größte natur- wissenschaftlich-technische Sammlung der Welt, deren Ausgabe es ist, durch Ausstellung von Apparaten, Maschinen und Modellen, ausgehend von den für die Technik grundlegenden Zweigen Mathematik, Physik, Chemie und Astronomie eine historische Entwicklung der gesamten Technik und Industrie zu veranschaulichen.

Das Wesentliche hierbei ist, datz die gezeigten Apparate, Maschinen und Modelle zum Teil nicht tote Ausstellungsgegenstände sind, fon r dem mit mechanischen Einrichtungen zur Bor führung versehen sind. Der Besucher bekommt dadurch zugleich ein Bild, wie die Maschine usw. arbeitet. Wie ungeheuer wichtig dies für das Verständnis ist, braucht wohl nicht näher erläutert zu werden.

Für den, der im Siege des Geistigen über den Stoss das schönste Borrecht des Menschen­tums erkennen lernen will, ist dieses Museum eine Stätte, welche er gar nicht oft genug be­suchen kann. Wir Deutsche dürfen stolz sein, daß Die Idee und Verwicklung dieser Gedanken bei uns Verwirklichung sand.

Der geniale Schöpfer und Leiter des Mu­seums ist Geh. Baurat Dr. Oskar 0. Miller, welcher an seinem 70. Geburtstage die Genug

tuung erleben konnte, fein Lebenswerk 3. T. vollendet zu sehen. Miller erhielt seine ersten Anregungen al» junger Ingenieur Im Jahre 1878 beim Besuch der Riesenhallen des damals neuen South Kensing­ton-Museums in London. 25 Jahre später, am 5. Mal 1903, durfte er eine Gedanken einem Kreis von Gelehrten und Technikern vortragen lind fand begeisterte Aufnahme einer Vorschläge. Auf der kurz daraus stattfindenden Tagung des Bereins Deutscher Ingenieure wurde die Gründung des Museums endgültig beschlossen und finanziell ge­sichert.

Dank der tatkräftigen und allseitigen Unterstüt­zung der Reichs-, Landes- und städtischen Behörden sowie nicht minder der Industrie und zahlreicher privater Gönner konnte schon 1906 ein Teil der Sammlungen der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werben. Drei Millionen Besucher gaben den Beweis für das Interesse, da» dieser Sammlung in allen Kreisen unseres Volke» entgegengebracht wurde.

Ausschnitt aus dem Salzbergwerk.

Sofort bei der Gründung hatte die Stadt München auf der sogenannten Museumsinsel einen Bauplatz zur Verfügung gestellt. Hier entstand nun der heute in seinem ersten Teile dem Aurstel- lungsbau fertige Neubau neben dem Entwurf de» leider allzufrüh verstorbenen Professors Dr. Gabriel 0. Seidl. Der andere Teil, der Biblio­theksbau, welcher neben einer großen Bücherei auch Studien' und Vortragssäle enthalten soll, konnte leiber durch die Ungunst der Berhältnisie noch nicht begonnen werden.

Der Hauptbau hat eine Länge und Breite von je 100 Meter und besitzt in fünf Stockwerken eine Bodenfläche von 45 000 Quadratmeter. Ein 40 Meter hoher Turm, welcher hauptsächlich physi­kalischen und meteorologischen Zwecken dient, ist mit seinen drei großen Zifferblättern für Barometer, Windmesser und Hygrometer das Wahrzeichen des Deutschen Museums. Zwei kleine charakteristische Sternwartskuppeln auf Flankentürmen schließen die Nordsront ab, welche von einer großen drehbare« Mittelkuppel überragt wird.

Von der gewaltigen räumlichen Ausdehnung des Ausstellungsbaues bekommt man einen Begriff, wenn man sich vorstellt, daß ein Rundgang durch alle Ausstellungsräume einschließlich der Treppen und Korridore eine Weglänge von 1 6,5 K i l 0- m e tc r aufweist.

In diesen Zahlen wird eine bisher einzigartige Zusammenfassung un­serer ganzen Kultur und Zivilisation geboten, rot c mir s i e noch nirgends b e - > 1 tze n. Ein 15 Meter hoher Ehrensaal im ersten 3tocf umlapiefjt die Denkmäler und Bildnifsc der hervorragendsten deutschen Forscher und Techniker wie Leibnitz, Helmholz, Siemens, Krupp usw.

Wenn es auch vielleicht schöner gewesen wäre, wenn man im Erdgeschoß mit den grundlegenden Naturwissenschaften hätte beginnen können, so ist dies aus dem Grunde ohne Belang, weil cs in keiner Weife zu empfehlen Ist, wenn man die ein­zelnen Abteilungen durchrast. Bel der Fülle des Gebotenen und der so interessanten Einzelheiten kann der Besucher nur dann wirklich etwas mit nach Hause nehmen, wenn eMiidjt mehr wie eine Abtei­lung auf einmal besucht.

Gesamtansicht des Deutschen Museums mit dem geplanten Bibliotheksbali.

Die in einer großen lichten Halle untergebrach­ten Kraftmaschinen weisen besonders wert­volle historische Stücke auf. Man kann hier die Entwicklung vom Anfangsstadium bi» zur heutigen Vollendung verfolgen. Unter anderem Ist auch eine getreue Nachbildung der Dampfmaschine von Watt aus dem Jahre 1788 zu sehen.

Die Abteilung Verkehrswesen, welche eine wertvolle Ergänzung zu der in diesem Sommer In München abgehaltenen Verkehrsausstellung bildet, zeigt uns neben alten Schlitten, Post- und Reise- kutschen auch die neuzeitlichen Verkehrsmittel wie Lokomotive, Fahrrad und Kraftfahrzeug. In der langgestreckten Lokomotivhalle steht eine Nachbil­dung der Puffing-Billy-Lokomotive, welche vor dem englifchen Original den Vorzug hat, datz sie betriebs­fertig, ift.

Das Flugwesen einschließlich Freiballons, Flug- zeuge und Luftschiffe ist im Zwischenstock in beson­deren Räumen untergebrachl.

Weitere Teile des Verkehrswesens sind Der Eisenbahn einschl. der Sicherungsanlagen, Der Brückenbau in feiner gesamten Entwicklung bis heute, Die W a s s e r st ra tz e n mit ihren oerroanDten Gebieten und Die Halle" Schiffswesen. Letztere umfaßt sowohl Handels- als auch Kriegsschiffe.

Im ersten Stock sind Mathematik, Phy­sik, Chemie und verwandte Gebiete unterge­bracht. Die Physik nimmt entsprechend ihrer Viel­seitigkeit Den Hauptteil ein. Wir müssen uns heute Darauf beschränken, nur kurz ihre Gruppen zu nennen. In Der Mechanik sind die Originalhalb- kugeln Des MagDeburgers Otto Guericke samt Luft­pumpe zu sehen, mit denen er 1654 seine bekannten Versuche zum Nachweis Des Luftdruckes unternahm. Sehr lehrreich sind Die Gruppen Wellenlehre und Elektrizität. Telegraphie und Telephon werden von den ersten Versuchen bis zur heutigen Vollendung gezeigt. Daran schließen sich Optik und Akustik an.

Mehrere Laboratorien aus Dem 11., 16. und 18. Jahrhundert machen uns mit Den Errungen­schaften Der Chemie vertraut. Die folgenben Säle sind Der chemischen Industrie gewidmet.

Alte Bergwerkgebetstube.

Das zweite Obergeschoß, welches die Gas- und Elektrotechnik umfassen wird, ist vorerst Dem Besucher noch nicht zugänglich.

Im Dritten Obergeschoß geben zahlreiche Origi­nalmaschinen Die Entwicklung Der TextilinDu » ft r i e sowie Die VerwenDung Der pflanzlichen, tieri- schen unD künstlichen Fasern bis zur moDernften Spinnmaschine roieDer. Besonders interessant ist Der Blick in eine alle Papiermühle, wie sie vor 150 Jahren zur Herstellung von Büttenpapier aus Lumpen Diente.

Den Schluß bilDet Das hochinteressante Gebiet der A st r 0 n 0 m i e. Ein Planetarium noch Ptole- maus vermittelt uns Die alte Auffassung, Datz Die ErDe feststehe und Die Sonne mit Den Gestirnen sich um sie bewege. Ihr gegenüber gibt bas kopernikani- schc Planetarium Die richtige Auffassung wieder. Darstellung Der Planeten, astronomische Instru- mente, Darunter das Originalfernrohr von Frauen­hofer, welches derselbe vor hundert Jahren für Die russische Sternwarte in Pultowa gebaut hatte, und Modelle berühmter Sternwarten schließen sich an.

3m Dftflügel ist die Landwirtschaft unter­gebracht. Diese Abteilung zeigt, wie durch die Ver- wertung wisicnschaftlicher Forschung Die Ertrag­fähigkeit unseres Bodens auf ein Mehrfaches ge­steigert werden kann. Daran schließen sich Die Land­maschinen zur Bodenbearbeitung, Aussaat und Ernte an.

3m Brauerwesen erweckt Die Gegenüber­stellung einer bayrischen Brauerei ohne alle Ma- schinen vor hundert Jahren mit einer modernen Großbrauerei allgemeines Interesse.

gießt. Daß er seine Zigarre in der Milte anbrennnt, oder daß ihm das Anzünden nicht gelingt, weil er das Streichholz weit davon holt.

Zwei Ursachen sind es im wesentlichen, die uns Das körperliche Sehen Durch Die Zweiäugigkeit ver­mitteln : Je näher uns ein (BegenftanD ist, je näher uns also Der Schnittpunkt Der Ihn erfassenden Seh- strahlen liegt, desto mehr müssen wir Die Achsen Der Augen aus ihrer gleichlaufenden Stellung zusarn- menbewegeil, so daß sie sich also ihre Verlänge­rungen näher vor unserem (Besicht schneiden. Der Winkel Dieser Verdrehung, mag er auch noch so

Balancierdampfmaschine von Watt.

klein fein, gibt uns ein Maß für Die (Entfernung Des betrachteten Gegenstandes, Denn wir wissen ja aus Der Geometrie, Daß Die Höhe eines Drei­ecks in diesem Fall die Entfernung Des Gegen- ftanDes bekannt ist, wenn wir Die Grundlinie Die (Entfernung Der Augen von cinanDer und Die beiden anliegenden Winkel die Win­kel der Sehslrahlen gegen Die GrunDlinie kennen. Es wirkt aber InsbefonDere noch ein zweiter Umstand mit: Wenn wie einen nahen

Gegenstand mit zwei Augen betrachten, so

verdeckt er für das eine Auge einen an­deren Teil Des Hintergrundes, als für das

andere: man kann sich hiervon leicht überzeugen, wenn man mit ausgestrecktem Arm den senkrecht ausgestreckten Zeigefinger abwechselnd mit dem rechten und mit dem linken Auge beirachlel. co erzeugen die logenannten stereoskovischen Bild­paare beim Betrachten durch einen sie zusammen- faffenben Apparat ein körperliches Bild, weil sie mit zwei Apparaten gleichzeitig ausgenommen sind. Die etwa Augenabstand von einander hoben. Leider wird Dabei viel Betrug verübt: Ungemein viele Stereoskopbilder finb einfach in der Weife herge­stellt, Daß zwei gleiche Photographien, Abzüge von derselben Platte, neben einander geklebt finb: Solche Bilder können natürlich niemals ein körperliches Bild Hervorrufen.

Neben diesen beiden Haupturfachen wirken noch viele andere zum körperlichen Sehen mit, so z. B. insbesondere der Schatten, und zwar sowohl der Schatten, den die Körper auf andere Körper wer­fen, als auch der, der auf sie fällt z. B Der Schatten des oorgestreckten Arms auf die Brust, Die VerfchieDenheit Der Beleuchtungsstärke Der Flä- chen eines Körpers, Die Größe eines Körpers je ferner er uns ist, Desto kleiner sieht er aus Die Schärfe, in Der er uns erscheint unD manches anDere.

Wie ist es nun mit Dem räumlichen Hören? Bekanntlich können wir mit ziemlicher Genauigkeit feststellen, aus welcher Richtung ein Schall kommt unD haben auch ein Gefühl für Die (Entfernung Der Schallquelle. Wir hören also auch räumlich, wie wir

Blick in Die alte Papiermühle.

Räumliches Fernhören.

Von Karl Ammon.

Dem Menschen sind zwei Augen gegeben; nicht etwa Deshalb, weil DasAuge ein so ungeheuer wich­tiges GlieD für Den Menschen ist, daß ihn Die 'Na­tur gewissermaßen mit einem zweiten Kluge, einem '.Dorratsauge, ausftatten wollte, lonDern um ihm Das körperliche Sehen zu ermöglichen. Wir sehen ja unsere Umwelt nicht wie ein aus eine Fläche ge­maltes Bild, sondern wir haben bei ihrem Anblick Den Deutlichen Eindruck ihrer Körperlichkeit, der (Entfernung der Gegenstände und ihrer Teile von uns unD Das verDcmken wir Dem Umstande, daß wir zwei Augen haben. Der Einäugige, namentlich Der von Geburt (Elnanäugige, entbehrt Diesen Ein- Druck: er kann keine (Entfernungen abschätzen: bei ihm kommt es vor, wenn er sich nicht Durch Tasten über die Entfernungen vergewissert. Daß er Den Kaffee vor oder hinter der Tasse auf Das Tischtuch

Da» Unter- und Erdgeschoß fasten In erster Linie Gebiete aus Dem Bergbau unD Der Maschinen- technlk. BeginnenD mit Der Gruppe Geologie kommen wir zum Bergwesen. Die Darstellung beschrankt sich nicht Darauf, BilDer unD Modelle zu zeigen, nein, die einzelnen Raume sind zu schein­baren Bergwerken ausgebaut, fo Daß wir glauben, uns wirklich tief unter Der (Erbe zu befinden.

Wir sehen, wie Erz vor mehr als 300 Jahren im Tagbau gewonnen wurde, die Einrichtungen eines modernen Bergwerkes zum Teil betriebs­fertig. Besonders interessiert ein mexikanisches Gold- bergroirt. Meisterhaft ist die Salzgewinnung dar- gestellt, an die sich das Stein- und Braunkohlen- bergwerk anschlietzt.

(Einen würdigen Abschluß diese» Gebietes bietet eine alte Bergwcrkgebetstube. Darauf folgen Die zum Bergbau erforderlichen Maschinen sowie Die Anlagen zur Verschüttung Der Erze unD Stahl­bereitung.