Ausgabe 
11.5.1925
 
Einzelbild herunterladen

Sterten darin gutudblteb. 2iod> ihren Angaben hatte fie von vornherein d i e Absicht, gegen QlrnautOüic ein Attentat zu verüben. Sie bezeichnet ihn als einen sehr schlechten QKa= -c Monier, der vor mehreren Jahren z w c i gute patriotische Mazedonier ermordete, i ic sie habe rächen wollen. Darum sie dieses Attentat gerade während der Dorstellung vec- übte. erklärte sie damit, daß ihr D.-gner stets gut bewaffnet gewesen sei und sie fürchten muhte, von ihm erschossen zu werden, w:rur sie ihn auf der Strahe oder sonstwo übcrfalten hätte. Sämtliche Personen d-es blutigen Dramas stammen aus Krisevo in Mazedonien.

DieHeue Freie Presse" erfährt, der ermordete Dimitri Arnautowitsch Panizza sei identisch mit dem Mörder des betannten mazedonischen Führers Doris Sara soff. Er selbst sei Mazedonier von Geburt und habe an den Bewegungen in Mazedonien lebhaften An­teil als Mitglied der revolutionären mazedoni­schen Organisation genommen. Als 1906 die Or­ganisation mit dem mazedonischen Obersten Rat in Sofia in Konflikt geriet, wurden die Führer dieses Rates Sarasosf und Garwanvsf .3 u m Lode verurteilt. Das Todesurteil wurde von Panizza in Sofia vollstreckt und zwar in der Meise, daß Garwanoff und Sarasosf bei einem Gastmahl, daS Sarasosf gegeben hatte uird an dem and) Panizza teilnahm, in_ dem Augenblick von ihm erschossen wurden, als Sara- soff seine Gäste in den Hausflur geleitete. 1920 organisierte Panizza, der nach der Ermordung SaDanfli die Führung der mazedoni­schen Föderalisten übernomnren hatte, wäh- i enb der Regierung Stambolijskis die Banden, die die Auto no mist en belämbfcn sollten 3n einem Gefecht bei Rewrodok im bulgarischen Teil von Mazedonicm, tourben diese Banden zurück- geschlagen. Panizza, der vom mazedonischen Ko­mitee zum Tode verurteilt worden war, flüchtete nach Griechenland und trieb sich seitdem in b:n Bergen des griechischen und serbischen Teiles von Mazedonien herum. Später wurde er aus Griechenland ausgewicsen und. da er einen serbischen Pah hatte, nach Serbien ab­geschoben.

e Die Ci Hebungen der Polizei haben ergeben, daß die Attentäterin

£ic Tochter ein.'s wohlhabenden Bulgaren ist, die vor zwei Monaten nach CBten gekommen war, uir sich hier wegen eines schweren Rieren- lcidens ärztlich behandeln zu lassen. Bei ihrer blutigen Vernehmung gab sie zunächst an, keiner rclituchen Partei anzugehören und bezeichnete sich als nationale Mazedonierin, die mit c; r autonomistffchen Partei empfinde.

Die Täterin ist in Haft, auch die beiden .nderen Insassen der Loge, in der sich das b'u- iae Drama abgespielt hat, wurden vorläufig >' ierrvahrurg genommen, bis bas Attentat in alb n Ein'n':.'.^ aufgeklärt fein wird. Die Erhebnns.n gestatten sich sehr schwierig, weil die in Betracht kom- m.nden Personen der deutschen Sprache nur in ge- '.ir.genr Maß- mächtig sind In den Wohnungen der .Mazedonier, die im Jnrgtljeater anwesend waren, wurden Haussuchungen öorgenommen. Es wurde viel 'Material beschlagnahmt, über dessen In­halt aber nichts Näheres zu erfahren ist, weil alle Papiere in fremder Sprache verfaßt oder in frem­den Schriftzeichen geschrieben oder gedruckt sind. Die Frau des Ermordeten weiß bis heute noch nicht von dem Tode ihres Mannes. Ihr Instand ist ernst. Sie tonnte n 0 d] _n i d) i verhört luer- . den, da sie infolge einer Schußoerleßung der Junge .nicht sprechen kann. Der anbere Begleiter des 5Ermordeten, Ivan Bogdanowitsch, welcher von vier Schüssen getroffen ist, liegt in ernstem aber r nicht hoffnungslosem Zustande darnieder. Im Burg­theater wurde heute vormittag der Tatort unter­sucht und dabei sestgeftellt, daß ein Geschoß auf die Bühne und eins im Parkett des Zuschauer­raums aufgeschlagen ist.

Deutschlands Wirtschaftslage.

Der Neichswirtschastsrriimster im Reichstag.

Berlin. 9. Mai. 3n der Fortsetzung der zweiten Beratung des Haushalts des Reichs- wictschaftsministeriums erstattete Abgeordneter Dr. Wienbcck lDeutschntl.) den Bericht des volkswirtschaftlichen Ausschusses über Hand­werks- und Mittelstandsfragen. 3n einem Ausschuhantrag wird die Regierung er­sucht. dem Reichstag einen eine Berufs­organisation des Handwerks behandelnder Gesetzentwurf beschleunigt vorzulegen. Weiter wird eine Prüfung der Frage verlangt, ob die Preistreibereiverordnung nicht auf­gehoben werden könnte. Andere Ausschuhanträge wenden sich gegen die Mißstände im Wander- und Hausierergewerbe. Schließlich wird eine Aeu- vrdnung des Berdingungsweseirs ver­langt.

Abg. Wentzel (Dtschnll.) erklärt, das Hand­werk habe zu Minister Reu haus das Der- trauen, daß der Minister den praktischen Forde- 1 ungen sein Augenmerk zuwenden werde, deren es bedarf.

DaS Handwerkerorganisatloasgeseh, ,uf das die Beteiligten schon vier Jahre war­teten, müsse schließlich Dorgelegt und dem Hand­werk müsse Gelegenheit gegeben werden, vorher dazu Stellung zu nehmen. Da^ Kleinge- werbe bedürfe des Schutzes gegen die Kon­kurrenz der Genossenschaften. Die Deutschnationalen seien bereit, der üleberspan- nung des Genossenschaftswesens entgegenzutreten. auch wenn es sich um landwirtschaftliche Mittel­standsgenossenschaften handele.

Abg. Esser (Ztr.) weist darauf hin, daß die Handwerkskammer in diesem Jahre auf das 25jährige Bestehen zurückblicken könne. Ihre Sätifjfcit habe sich im allgemeinen be­währt. Auw die künftige Organisation des Hand­werks müsse sich eng an die staatliche Ein­richtung anlehnen und sich frei von jeder poli­tischen Tendenz halten.

Für Handwerk und Kleingewerbe sei dringend Kredithilse notwendig

Die Hauptsache fei aber die Selbsthilfe. Der Redner richtet an die Regierung die Aufforde­rung, bei der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen das Handwerk besser zu berück- ichllgm.

Abg. Bartschat (Sem.) stellt mit Genug- uung fest, daß in der letzten 3eil bei den Eltern jie Re gung gewachsen sei, die Sohne dec Hand- werk-lehre zu uführen. An alle Kreise des Volkes müsse die Mahnung gerich et werden, den Haut Wecker für seine ehrliche Arbeit pünktlich zu bezahlen. Bei dem durch die Inflation ge­

schaffenen Mangel an Betriebskapital könne das Handwerk heute gar nicht mehr mit vielen Außen - ständen arbeiten. Der Minister solle endlich sich über die von anderen Stellen ausgehenden Widerstände hinwegsehen und das Handwerks- organisationsgeseh fd;kunigft herausbringen.

ReichswirtschaftsrurnisterDr. Neuhaus weist dann auf die bevorstehend: Handels- und z 0 l l p 0 l i t i sch e Debatte im Rrich-- tage hin Bei der Zolltarifnovelle, die seht in endgültiger Fassung vorliege, handel: es sich um eine Aebergangslö s u n g . um ein Hmidelsverrrags inst rumc 0 Di< Entscheidung über unsere dauernde zollpolitisch: Einstellung werde erst bei Vorlage des endgültigen Zoll­tarifs fallen. Schon in den nächsten -eagea werd: bei den deutsch-französischen Ver­handlungen in die Einzelberatung über di: künftige Eisen- und Textilcegelung eingetreten werden. Bei den deutsch-italienischen Vechandlmigen sei mit einem Abschluß für An­fang Mai zu rechnen. Rock' Annahme der Zoll­tarifnovelle dürfe dann bis zum Sommer Dm: cnögüliigc Handelsvertrag zustande kommen. Für unsere deutsche Wirtschaft werd: die in Aus- ichi stehmde Rückkehr zur englischen Schutzzoll- poli^Ü in einzelnen Industriezweigen drückend empfunden werden

Die deutsche Wirtschaft trete eigentlich erst jetzt in die Epoche der Aebergavgswirtschaft ein.

Es lägen allerdings Symptome vor. die bereits auf eine allgemeine Besserung der Wirtschafts­lage Hinweisen. Der Minister verweist auf die Entspannung des Arbeitsmarktes. die Entwick­lung des Warenmarktes, die Steigerung des Güterlaufs und der Produktion hin. 3n steigen­dem Maste finde auf denr Weltmärkte heute wieder ein verschärfter Konkurrenz­kampf statt. Die Wiedereinsetzung der G 0 l d - Diskontbank solle gerade dem deutschen Aus- uhrhandel Erleichterungen bringen. Der Minister bespricht dann die Rotwendigkeit einer wirksamen Beeinflussung des allgemeinen Preisniveaus. Das Reichswirtschaftsmini­sterium werde sich für eine Senkung der Kosten einsetzen, die die Generalunkosten unserer Wirt­schaft belaste. Es würde in diesem Sinne brr der Gestaltung der Frachttarife und beim Ausbau der Steuergesetze mitwirken. Die H a l d e n b e st ä n de an der Ruhr seien auf 6 bis 10 Millionen Tonnen zu schätzen. Der Grund dafür liege in der katastrophal enAbsatzlage. Den Schwie­rigkeiten werde seitens der Kohlenwirtschaft durch eine Ausgestaltung des Rheinisch-westfälischen Kohlensyndikats entgegengetrekn werden.^ Sie Entscheidung darüber werd: in den nächsten Wochen fallen. Große Bedeutung werde aber für die Kohlenwirtschaft die in Aussicht ge­nommene

Aenderung des Eisenbahntarifs baten, der schon in den nächsten Tagen in Kraft treten soll. Mastnahmen zur Einführung eines neuen Verfahrens zur Gewinnung von Oel seien bereits in die Wege geleitet. Sie Verhand­lungen zur Behebung der Kreditnot des gewerblichen Mittelstandes seien im wesentlichen abgeschlossen. Rach Durchführung dieser Kreditattwn werde die Frage einer besseren Ausgestaltung des ganzen nrittelländischen

Kreditwesens geprüft werden. Ser Referenten- Entwurf über die Reichs handwerks-

0 r g a n i f a 11 0 n sei den Ländern bereits zu- gestellt worden. Der Entwurf über den endgülti­gen Reichswirtschafts rat werde in naher Zeit zur Diskussion stehen. Der Reichswirtschaf ts- rot werde auch in dieser Zusammensetzung den Bedürfnissen nach sachkundiger Arbeit trotz stacker Herabsetzung der Mitgliederzahl in weitgehendem Maß^ entsprechen. (Beifall.)

Abg. von Raumer (D. Vpt.) verlangt größere Beschleunigung bei der Einbringung der Zolltarifvorlage.

Die Geduld der Wirtschaft und des Reichstags seien bald erschöpft.

Reichswirtschaftsminister Dr. R e u h a u s stimmt dem Vorredner durchaus darin zu, daß die schleunige Verabschiedung der Zolltarifnovelle notwendig sei. Bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten und Lieferungen werde auf das be­drängte Gewerbe im besetzten Ge­biet besonders Rücksicht genommen werden.

Abg. Schmidt-Berlin (Soz.) wünscht die Einrichtung eines Kartellamtes und eines Kartellregisters. Das Wirtschaftsministerium habe jetzt schon die Möglichkeit, Auswüchsen des Kar­tellwesens vorzubeugen. Aber es machte davon leider viel zu wenig Gebrauch.

Abg. S t ö h r (Völk.) wünscht die Einbe­ziehung der Handwerksgesellen in Die Handwerks!ommcrn, um so eine Art Volks­gemeinschaft innerhalb des Handwerks zu schaffen.

Abg. Mollath (Wirtsch Vgg.) verlangt eine wesentliche Erhöhung des zur Kredit­hilfe für den Mittelstand bereitgestellten Fonds.

Weiterberatung Montag mittag

Kleine politische Nachrichten.

Reichkanzler Dr. Luther traf Samstag abend mit zwei Begleitern in Hannover ein und begab sich sofort zum Reichspräsidenten v. Hin­denburg, wo eine mehrstündige Unterredung stattfand. Bei dem Reichspräsidenten wurde dann in kleinem Kreise das Abendesten eingenommen. Reichs^ kanzler Dr. Luther kehrte noch in der Rächt zum Sonntag nach Berlin zurück.

Der Stellvertreter des Reichspräsidenten, Dr. Simons, hat dem Kaiser und der Kaiserin von Japan zu der Feier ihrer silbernen Hochzeit, die am 10. Mai ftatt» sand, seine aufrichtigsten Glückwünsche telegra­phisch übermittelt.

Zu der am 16. Mai stattfindenden Eröff­nungsfeier der I a h r t a u s e n d a u s - stellung in Köln sagten ihr Erscheinen von der Reichsreg'.crung der R e i ch s k a n z l e r, dec Reichsauhenminister, dec Reichsminiftec für die besetzten Gebiete, Frenken, und von der preußi­schen Regierung Ministerpräsident Braun, In­nenminister Severing und Wohlfahrtsminister Hirtfiefer zu

Reichskanzler a. D. Marx, der sich von seinem Grippeanfall erholt hat, ist von Sig­maringen wieder in Berlin eingetroffen. Er war am ScmU tagnachmittag bereits im Reichstag anwesend und wird auH bei der Vereidigung des neuen Reichspräsidenten zugegen fein.

3m Juni wird mit der Verhandlung der Finanzfkandalprozefse begonnen. Den

Anfang wird der Prozeß gegen Holz m a n n und den Regierungsrat Bartels machen. Holzmann stand mii K u t i f t c r in Beziehungen. Bartels ilt Der frühere Leiter der Fremden- polizei. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf versuchte Erpressung, Be­trug und Bestechung.

Bei schönem Wetter wurde unter großem Pi'blikumandrang etwa 90 000 Personen waren erschienen durch den König nach einer Ansprache des Herzsgö von3er,. die bri­tische Weltausstellung in Wembley eröffnet.

Vertreter Dec polnischen monarchistischen 'Par­teien, Darunter Politiker und frühere Generäle sollen in einer geheimen eifcung den Prinzen Sixtus von Bourbon zuiii Kronprätendenten gewählt haben.

Nach längerem Krankenlager ist m Bukarest Der ehemalige rumänische Ministerpräsident und Vor- itzende Der forffchrittlichttonservotioen Partei, Alexander M a r g h i l 0 m a n , im Alter von zwei­undsiebzig Jahren gestorben.

Hundertjahrfeier des Börsen- vereins deutscher Buchhändler.

Leipzig. 11. Mai. (211.) Aus Anlaß der Feier des hundertjährigen Bestehens des Dörsenverrins der deutschen Buchhändler lüu> aus allen Tellen des Reichs Verleger, Sorti­menter, Antiquare usw. nach Leipzig geeilt, um diesen Tag festlich zu begehen. Auch Vertreter aus dem Ausland, besonders aus Oesterreich und der Schweiz, sind zahlreich anwesend. Der Börfen- verein hat eine umfangreiche Festschr i f t her- ausgegeben, die Beiträge namhafter Schriftsteller und Künstler enthält. Die Festlichkeiten, die bis Dienstag andauern werden, begannen am Sams­tag mit einem Empfangsabend im Palmengar t^r. Am Sonntagvormittag findet die feierliche Ein­weihung des Ehrenmals für die int Weltkrieg gefallenen deutschen Buch- Ha ndl er in der Buchhändlerbörse statt. Das Denkmal ist ein Werk des Berliner Bildhauers Professor Kolbe. Am Samstagnachmittag sand

dir diesjährig: ordentliche Hauptversammlung des Börsenvereins den Buchhandel im Buch­händlerhause statt. 3n dem Geschäftsbericht wird daraus hingewiesen, das) der Buchhandel unter der Ueberteuetung besonders zu leiden habe, da seine Erzeugnisse nicht zum notwendigen Lebensbedarf gehörten. Es müsse alles getan werden, um die Selbstkosten nach Möglichkeit herabzusehen. Aus diesem Gebiete liege die Hauptaufgabe für die Organisation. Erstaunlich bleibe auch dieses Jahr die Höhe der Ver­leger Produktion. Selbst wenn gegenüber dem Vorjahr ein weiterer Rückgang zu v.r- zeichnen sei, so fei dies noch tosmig, aber doch immer noch zu viel gegenüber der gesunkenen Kaufkraft. Große Verluste feien daher unver­meidlich. Hemmungen 1 in Absatz treten be­sonders auf dem Auslandmarkt Hervor. Der Bericht geht Dann auf die einzelnen Zweige des Buchhandels ein und stellt fest, daß Da8 Weihnachtsgeschäft für Buchverlag und Sorti­ment nicht den gewünschten Ausgleich für die vorjährige Stagnation brachte. Die Zahl der Mitglieder des Börsenvereins betrug am 1. April 1925 4917. Zum Schluß wird darauf hingewiefen, daß dem oft ausgesprochenen Verlangen, einen Vertreter des Buchhandels in den Reichs - wirtschaftsrat zu entfenöen. bisher feine Erfüllung zuteil geworden fei. Dem Reichstag gehöre aber jetzt Berlagsbuchhändler Rippe! aus Hagen an. Eine Entschließung richtet an den Vorstand die dringende Bitte, sich mit allen Mitteln bei den zuständigen Reichsstellen für die Aufrechterhaltung des Laden- p re i s e s einzusetzen. Am Montag findet im Buchhändlerhaus ein großer Festakt statt.

Der Stellvertreter des Reichspräsidenten Dr. Simons hat an den Börsenverein Deutscher Buchhändler in Leipzig an­läßlich seiner Jahrhundertfeier folgendes Tele­gramm gerichtet: Dem Börsenverein Deutscher Buchhändler spreche ich zu seiner Hundertjahr­feier meine Glückwünsche aus. Ihr Verein hat in seiner hundertjährigen Arbeit nicht nur eine mustergültige Organisation des deutschen Buch­handels g^chaffen, sondern sich auch um das gesamte putsch: Schrifttum bleibende Verdienste erworben, deren das Reich beute dankbar gedenkt. Möge Dem Börsenverein auch in Zukunft erfolg­reiche Arbeit und gute Weiterentwicklung be° schieden fein.

Der Berliner Anwaltstag.

Berlin, 10. Mai. (Wolff.) Set Vorstand des Deutschen Anwaltvereins hatte heute einen außerordentlichen Anwaltstag nach Berlin ein- betufen. Der in der Philharmonie zusammentrat. Einziger Punkt der Tagesordnung war die Aus- sprache über die Rechtsnot. Der Vorsitzende des Deutschen Anwaltvereins, Dr. Drucker, konnte fast 2000 Anwälle benutzen. Reichs- justizminister Dr. F r e n i e n begrüßte Di: Versammlung namens des Reiches. Er sagte u. a.: 3n den zwölf vergangenen Jahren seit dem Anwallstagc in Breslau sind schwere Stürme übe runfer Vaterland dahingebraust. 3n diesen Stürmen hat auch das Recht, das Fundameick. jeglichen Strel-ens, schwer gelitten. So blicken wir Denn auf Dem Gebiete Des Rechts lebens auf eine Zeit der Unrast, der Wirrnis, des Hastens und Des Suchens zurück. Das Schmei'z- luchste bei einem Rückblick auf diese Zeit ist aber Die Erkenntnis, daß auch Die Autorität des Rechts und der Glaube an feine sieg­hafte Kraft nicht unversehrt aus dem Sturm hcrvvrgegangen silid. Der Ge- dante. daß nicht das Recht, sondern die Wacht das höchste fei, und daß Das Recht mißbraucht und ausgebeutet werden Dürfe, und daß es gebeugt werden kann, wenn dies den Machtintcrefsen entspiichl. hat erschreckend um sich gegriffen und vergiftet in gleichem Maße das staalliche Leben nach außen wie im Innern. Denn wie das internationale Leben diese Rechtsbeugungen geseheii hat. und daß das inter­nationale Leben selbst in Rot ist, hat unser Volk auf tem Leidenswege, den wir feit dem un- glü.liichen Kriege beschr tten haben, nur gar zu häufig erfahren. Das Schicksal meiner lieben rheinischen Heimat unb das Schicksal meiner Heimatstadt Köln erinnert uns tagtäglich an Den schweren ungleichen Kampf, den jetzt das Recht

gegen d 1 e W a ch t zu kämpfen hat. -LebhastL Zustimmung.) So gilt es Denn auch auf Dem Ge­biete Des Rechtes Wiederaufbauacosic zu leisten im internationalen Leben wie in Dem unter unseren Volksgenossen. Di: Allgemeinheit: rechnet hier vertrauensvoll auf ihr: Witarbell. Ihre Rechnung wird leine D:r::oll? «ein.

Sei Anwaltstag trat Dann in seine e'igenllrcheic Arbeiten ein.

DreMainzeLSängerimNeichstag

Am ßonntaguormiliag II Uhr hat im Reichstag Der offizielle Empfang Der anläß­lich Der Iahrtausendfeier der Rhein- lande nach der Reichshauptstadt gekommenen Mainzer Sänger Durch Die Reichsregierung unD Die Stadt Berlin statlgefunden.

In der großen Wandelhalle des Reichstags begrüßten sich Der Berliner Rheinische Wänner- gesangverein und Der Mainzer Männergesang­verein dura- Die Lieder ..Fröhliche Rheinlande" bzw. ..Morgenlied im Walde". Hieraus-b e w i l l- fommnctc die rheinischen Gäste als Vertreter der Reichsregierung Reichstagspräsident Lobe, als Vertreter Des Ministeriums^für die besetzten Gebiete Generalreichskommissar Schmid und als Vertreter der Stadt Berlin Bürgermeister Sr Scholz. Reichstagspcäsident Lobe totes auf die Leiden hin, Die gerade das Rheinland in Deutschlands schwerster Zell hat tragen müssen. Er betonte die Treue und Anhänglichkeit zum Reich, die allen verlockenden Versprechungen der Franzosen mannhaften Widerstand entgegengesetzt haben. Dafür so schloß Reichstagspräsident Löbe seine Ansprache - gebührt Ihnen unser Dank und die Versicherung, daß wir nicht ruhen werden, bis auch am schönen Rhein und int goldenen Mainz das deutsche Lied wieder frei aus allen Kehlen erklingen kann, bis diese herr­liche Gegend, friedlich gebettet zu Den übrigen (Bauen Der deutschen Lande, keine Bedrohung mehr zu fürchten braucht. In diesem Sinne heiße ich Sie herzlich willkommen im Deutschen Reichstag und in Berlin.

Auch Generalreichskommissar S ch m i d sprach Dann im Sinne des Vorredners und dankte den Sängern für ihre edelmütige Absicht, auf ihrer Fahrt auch für den in bedenklichem Zustande be­findlichen Mainzer Dom zu werben.

Als Vorsitzender des Mainzer Männer- gesangvereins dankte Sr. Gaßner der Re­gierung und der Stadt Berlin für Den herz­lichen Empfang. Mit dem Deutschland- Li c d schloß die eindrucksvolle Feier, an der unter anderen Persönlichkeiten Frhr. v. Binge- teten als Vertreter des Hess. Staatsniini- st e r i u m s und Polizeivizepräsident Dr. Frie-. densburg teilnahmen.

Aus aller Welt.

Schwerer Automobilunfall bei Walfch«

Heidelberg. 11. Mai. ($11.) Gestern abend 7.27 Ahr wurde bei der Station Roth- Walsch bet Strecke Heidelb^'gBruchsalKarls­ruhe ein Lastkraftwagen, der sich bei einem Gesangfest in St. Leon befunden hstte, von dem Schnellzug D 161 Heidelberg- BruchsalStuttgart erfaßt. Dabei wurden e I f Personen, sämtlich aus Walsch stammend, getötet. Vier Personen wurden verletzt. Der gleich nach dem Anglück die Anfallstelle das- ficrenbe Schnellzug D 1 Berlin Karlsruhe brachte die Verletzten nach Heidelberg. Saf Un­glück konnte geschehen, weil der Schranken­wärter vergessen hatte, die Schranken rechtzeitig zu schließen.

Eröffnung des FlughafensRuhrgebiet".

Bei Herves-Dorsten wurde am Sonntag der neue FlughafenR uhrgebiet" e r 0 f f n c r. Um 4.30 Uhr traf das erste Iunkersflugzeug vom Fernflug aus Erfurt mit zwei Fahrgästen ein.

Wettervoraussage.

Zeitweise aufheiternd, doch mehrfach wolkig, tagsüber milder, meist trocken.

Unter der Zufuhr kälterer Luftmassen haben sich die Reste der Nordjeedepression aufgefüllt. Don Südwesten her ist schnell hoher Druck nachaefotgl, so daß heute morgen über Frankreich, West- und Mitteldeutschland ein Hochdruckgebiet mit Verhältnis- mäßig niederen Temperaturen sich erstreckt, die im Laufe des Tages erheblich ansteigen dürften. Ucbcr Island und den britischen Inseln ist heute starker Druckfall eingetreten.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 11. Mai 1925.

©ewerbe geriet u nb Kaufmanns geriet der Stadt ©ietzen.

Die Antlarheit Der wirtschaftlichen Lage iml ihren oftmals wilden Konjunkturschwankungen, wie sie eine Eigenart der Rachkriegszeit war uni) geblieben ist, hat auch den Svndergerichten eine starke Mehrbelastung gebracht, Die zwecks be­schleunigter und vereinfachter Rechtsprechung zwi­schen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geschaffen worben sind, den Gewerbe- und Den Kauf­mannsgerichten. Seit dem 1. Januar 1924 sind ihnen bekanntlich Durch die Rei h-gescy- gebung viele Dt* den Ausgaben zugewies:n wor­den, die früher Den exhlichtungsausschüssen ob­lagen, insbesondere die Streitigkeiten aus dem Betriebsrätcgesey. Aber auch abgesehen von dieser gesetzlichen Bemrehrung Des Ausgaben- kreises bleibt eine starke Zunahme der anhängigen Sachen zu verzeichnen. Im Vergleich zur Vor­kriegszeit werden auch weniger Sachen Durch Vergleich erledigt. Es mag dies damit zusam- menhäugen, daß die Organisationen jetzt in grö­ßerem ilmfangc auf beiden Seiten die Parteien vertreten. Während die Einzelpersönlichkeit Den Rechtsstreit scheut und einen annehmbaren Ver­gleich gern eingeht, um nur den Prozeß loS zu sein, sehen die Organisationen mehr das Grund­sätzliche des Streitstoffes und wollen eine rechts­verbindliche Entscheidung haben als Richtschnur für ihr weiteres Verhalten und für die Rechts­beratung, die sie ihren Qltitgliebem geben. Das überaus umfangreiche heutige Arbeitsrecht be­steht aus zahlreichen Gesetzen und Verordnungen, bei denen oft mehr auf Geschwindigkeit als auf Brauchbarkeit gesehen toori>en ist. Sie sind zu^ staiide gekommen teils noch unter dem Drucke der politischen Amwalzung. teils unter dem noch schwereren Swucke der katastrophalen Fincmznot des Reiches. Ein langes, forgfälliges Durch- arbeüen und gewissenhaftes Ausseilen, wie es früher üblich war und toi-e es notwendig wäre, konnte oft nicht ftattfinben So ergeben sich im

2<hlsenl

SW Äcbcltsr^ die 9$ feit 191 Anza

1914

1922

1923

1924

Aon durchs

19U 1922 1923 1924

61 1k

4C

41 b

1914

1922

1923

1924

1 li

1

1

1914

1922

1923

1924

Bit Hi gen haben Dienstag, ju flaggen, der hohen falls durch zu werden

A«

Es fi Butter 2( bis«, W Spinat 20 100 bis : Somaten 1 bis 100, öt löffeln 5, l 100, Supfx bis 11, Ai Salatguckv 20, Selleric Wchen 5(

- S< IN ühr: EM W 'oalttli WM Äftvnu-L

- 5 Partei Sewerbef - nberufs

-L nen Snrtn m'edrich! i'bends, in :hema: Gegenwart

' Bi Sibert vtoatf§ntot Ährer der SenSemchc Hal, wird 1 der flnw "lglisch, Eerpreta Wch, 13. 1 h-SAhr, -oorträge s galtet @äfi

M Eir Ansitz Mittags ^Sslraße

lWr 192- Aung ein

ä;

3et Strafe

;wtt 5Ml a

'M

Un9 füx !n

- Kn 2

.bürget ynten j