Ausgabe 
11.5.1925
 
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Nr. M Erstes Blatt

175. Jahrgang

Montag, U. Mai 1925

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Die Lage in Preußen.

Die Weimarer Koalition ist im Preußischen Landtag mit sechs Stimmen in her Mehrheit geblieben. Der Mihtrauensantrag der Deutsch­nationalen gegen daS Kabinett Braun wurde mit 222 gegen 216 Stimmen abgelehnt. Da dieser >iufallSsieg nur dadurch möglich wurde, dast neun Abgeordnete der Rechten fehlten und ein Kommunist sich auf die Seile der Sozialdemo­kraten geschlagen hatte, liegt also für dieRe­gierungsparteien fein Grund zu großem Jubel vor. Die Regierung selbst scheint sich der zweifel­haften Bedeutung des Erfolges auch voll be­wußt zu sein, denn sie hat darauf verzichtet, ihr Wetterbestehen von einem förmlichen Dertrauens- votum abhängig zu machen. Die Verhandlungen, die mit der Rechten über eine Umbildung oder Erweiterung der jetzigen Re­gierung geführt wurden, 5c.gen deut.ich, daß sich das -Zentrum in seiner jetzigen Rolle nicht recht wohl fühlt und klar eilannt hat, daß bei Beibehaltung des jetzigen Koalitionsverhältnisses über lurz oder lang doch das Kabinett wieder vor die gleiche Frage gestellt wird. Deshalb durfte auch mit dem Abstmimungs- ergebniv die Frage der Regierungsumbildung noch nicht begraben sein.

3n der neuen Woche werden die Berhanb- hingen, die vornehmlich der Abg. Dr. von Richter leitete, ihren Fortgang nehmen, es befiehl nach dem bisherigen Gang der Be­sprechungen Aussicht, daß es möglich fein wird, die noch vorhandenen Gegensätze zu überbrücken, und daß vor allem das Zentrum sich bereit finden wird, der Rechten nicht unbedeutende Konzessionen zu machen. TBnnn man allerdings zu Rande kommen wird, läßt sich jetzt noch lischt Voraussagen Die Krise in Preu­ßen bau' fori, der Schlüssel zu ihrer ßpfung liegt in den Händen des Zentrums.

Die Munizipalwahlen in Frankreich.

Auch in der Stichwahl «rosse (Erfolge dc6 Vitifdblorfd.

Paris, 11. Mai (1.11.) Die 'Beteiligung an ben gestrigen Suajroahicr war wißerst rege. Die Wahlurnen wurden um st Uhr geschlossen. Die Stidp wählen in 'Varis bedeuten einen unbestreitbaren Erfolg für die Linksparteien. Die künftige Zusam­mensetzung des Pariser Gerne! noeratcs wird folgende sein. 47 Vertreter des nationalen Blocks, 25 Mitglieder des LinkskarleUs und 8 Kam» n'uniffen. Der nationale Block büßt 3 Sitze ein, das iiiifsfartell gewann zwei und die Kominu- niflcn einen Sitz. Jliiifallcnö ist bei dem Ergebnis der Stichwahlen der Umschwung, der sich zugunsten der Kommunisten vollzogen Hal. Die Kommu- niften haben sich zwar von ihrer Wahlniederlage am Sonntag erholt, doch sind ihre ursprünglich sehr hochgelp.innie,' Hoffnungen nicht in Erfüllung ge­gangen

Dao lantölaricU hat nicht nur in der Haupt­stadt, sondern auch in der Provinz neue (Erfolge davongetragen und dem nationalen Block zahlreiche Städte, darunter Calais, Amiens und Dünkirchen entrissen. Besonders schwere Rückschläge erlitt der nationale Block im Elsaß, wo er Straßburg den Sozialisten überließ, und K 0 I - mar den Radikalen. In Mühlhausen sind 31 Vertreter des Kartells und 5 Vertreter der Rechten gewählt worden. Das frühere Verhältnis war 18 Vertreter der Linken gegen 18 Vertreter der Rechten Die Wahlbeteiligung war nicht sehr rege.

Räumung und Sicherheit.

Vor einem brit sch-französischen <lompromisr.

Paris, 9. Mai. <WB) Heute vormittag hat unter dem Vorsitz deS Präsidenten der Republik Doumergue ein zw iständig:r Ministerrat stattgesundcn. der nach dem aus­gegebenen Eommun qus nahezu vollständig durch daS Erpos^ des F.nanzministerS über die Fi­nanzlage ausgesüllt wurde. Der M-n'.fierrit hat di: vom Fina z:ni i er ebgegeb n;n Erklä­rungen sowie die Dorsch'äge, die er dem Parla­ment unterbreiten wir", gebilligt

Außenminister Briand hat die Erllärun- gen, die er bezüglich des Garantiepaktes und des Entwurfes der A ttworl an Deutschland zu machen halte, für den am Dienstag ftatt- find enden Ministcrrat Vorbehalten. Es ist des­halb wahrscheinlich, daß die Bot sch ast er- konferenz am Dienstag feine Sijung ab- palten wird, da die französische Regierung Wert t arauf lege, ihre Vorschläge in der Sicherheits- ttnö Räumungssrage als Antwort auf das eng­lische Memorandum den interessierten alliierten Regierungen bekanntzug ben. bevor die Dot- schafterkonferenz hierzu Stellung nimmt.

Die hauptsächlichsten Meinungsverschieden- beiten zwischen London und Paris beziehen sich auf die ?$rage der Räumung der Kölner 3 o n c. Die britische Regierung verlangt die Festsetzung eines Dermins: Außenminister Briand dagegen suche, da die britische Regierung auf ihrem Vorschlag, deutsche Delegierte über den Kontrollbericht anzuhören, verzichtet hat. feiner- s its Entgegenkommen zu beweisen, indem er. nicht Wie die französische Regierung es ursprüng- l.ich beabsichtigte, überhaupt keine Verpflichtung über den Zeitpunkt der Räumung übernimmt, fonfcern ein Kompromiß vorschlägl. Gemäß der britischen Anregung soll Deutschland auf- I gefordert werden, eine Serie von Maß­nahmen durchzuführen, und zwar die |

Die Einholung des Reichspräsidenten.

Von J)unbcriiau|cni)en umjubelt, häu Reichs- ptästdent v. Hindenburg seinen Einzug in B er l i n. 2lber Millionen begleiten ihn'freudigen Herzens auf dem Weg vom Haufe des Reichskanzlers zum Reichstag zur Vereidigung und zurück in die Amtswohnung, die er für sieben Jahre nunmehr cinnehmcn wird, begleiten ihn mit den besten Wün­schen für gutes Gelingen. In der Zeil, da andere von des Lebens Arbeit müde die Hände in den Schoß legen, tritt Herr v. Hindenburg noch einmal in dm Vordergrund, bürdet sich selbst eine Last auf von der tc weiß daß sie nicht leicht zu tragen ist. Er hat sicher seelisch und geistig lange mit sich ge­rungen, bis er bereit war, das Opfer zu bringen, das für ihn in der Ucbernahme der Reichspräsi- dentfchaft lag Nicht allein des Alters wegen. Wer ihn selbst in den letzten Wochen nur ein einziges Mal gesehen hat, der weiß, daß die Jahre bei ihm noch keine Rolle spielen. Nein, die Bedenken lagen für ihn auf anderem Gebiet: aber genau so, wie damals, als er die Tatsache der Revolution an­erkannte und trotzdem das Heer in die Heimat zu- rückführie, hat er sich erneut zu dem Grundsatz be­kannt, daß der Staat für jeden einzelnen wich­tiger ist, als die S l a a t s f 0 rm. Deshalb sollten auch seine Gegner Bewunderung dafür haben, daß er sich diesem Staat zur Verfügung stellt, aber dar­aus auch die Gewißheit ableiten, daß dieser Mann die Verfassung, die er beschwor, bis zum Letzten schuhen wird.

Kein neues Zeitalter wird mit dem Amtsantritt des Fcldmarschalls v. Hindenburg beginnen, dazu sind die Bedingtheiten, denen auch er unterliegt, zu groß, aber doch etwas wie eine neue Aera. Man hat draußen in der Well aufgehorcht, daß das deutsche Volk soviel S e l b st b e w u ß t s e i n sich gerettet oder zurückgewonnen hat, um sich stolz zu dem Heros seines Krieges zu bekennen. Der Ver­gleich mit M a c M ah 0 n, der ja oft gezogen wurde, mag zum großen Teil falsch jein. Was Hindenburg für uns war und ist. das ift d i e IQcrförpc rung aller guten Eigenschaften des alten Deutschland, die wir hinüberret­ten wollen in den neuen 'Abschnitt und hinüber­retten müssen, wenn wir vorwärts kommen wollen. Pflichttreue, Arbeit, Einfachheit und mora­lische Sauberkeit, das sind Begriffe, die uns leider durch Krieg und Revolution zum großen Teil oen loren gegangen sind, die aber doch die einzigen Bausteine sind, auf denen sich unsere Zukunft aufbauen lann. Dazu wird er uns helfen, und fein Name wird dazu beitragen, im Innern alle Unruhe auszugleichcn, so daß die politische und wirtschafte liche S'abt's.e.'ang beginnt. Im Ausland aber das Vertrauen z u dem neuen Deutsch­land zu stärken und uns damit politische und wirtschaftliche internationale Abmachungen zu sichern, die uns den moralischen und finanziellen Kredit geben um unseren Platz in den Reihen der Völker wieder eiuzunchmen. In dlelem Sinne wird der Reichspräsident seine neue Arbeit beginnen. Möge sie im Interesse des ganzen Volkes ge­legt. kt jein

erste am 1. Juni, die zweite am 1. 3uli und die dritte bis 1. A i^ust Da die englische Regierung fordert, daß grundsätzlich die Köl.ier Zone zum 15. August geräumt tocr.c, daß die Frankreich, daß bestimmt werde, daß die Räumung erst dann erfolgzn lönne, wenn nach Prüfung fest gestellt sei. daß Deutschland an den oben bestimmten Terminen alle Maßnah­men ergriffen habe, die die All ierten Deutsch­land bekanntgegeben haben.

Rach demObserver" sollen die französisch- englischen Meinungsverschiedenheiten zum größten Teil darauf zurückzuführen fein, daß in Paris die einzelnen von den Instruktionen Chamber­lains an den englischen Botschafter falsch auf­gelegt worden seien. Es sei deshalb notwendig, zu erklären, daß es nach englischer Ansicht un­möglich sei. ein Datum für d i e Räu­mung Kölns festzusetzen, daß ferner die eng­lische Regierung auf cstne möglichst frühe Räumung Kölns hinarbeite, daß aber von englischer Seite keine Versuche unternommen wor­den seien, eine gleichzeitige Räumung Kölns und der Ruhr herbeizuführen und die Frage mit der Frage des Sicherheitspaktes zu verquicken. Die Räumung Kölns hänge nach englischer Auf­fassung allein von der Ausführung der Abrüstungsklauseln des Friedensvertra­ges ab.

Der marokkanische Krieg.

Paris, 11. Mai. (511.) Das Marokkopro- blem wird nachgerade zum brennendsten Problem der französischen Oeffeatlichkeit. Man glaubt all­gemein, daß sich die Ereignisse in den nächsten Tagen überstürzen werden. Es liegen An­zeichen dafür vor, daß Abdel Krim nunmehr gewillt ist. dem Entscheidungskampf nicht aus- ^uweichen. Das Gros der Riftruppen wird augen­blicklich in Scheschauch konzentriert. Aus beiden Seiten werden die Stellungen fieberhaft befeftigt und alle verfügbaren Reserven herangezogen So gingen gestern zwei weitere Batterien des 38. Ärtillerieregiments aus Toulon ab. Aus sämt­lichen Garnisonen des 15. Armeekorps toirb in

Das Programm in Berlin.

Berlin, 9. Mai. (DB.) Reichspräsi­dent von Hindenburg begibt sich am 11. Mai mit dem in Hannover um 1,33 Uhr nachmittags abgehenden fahrplanmäßigen D-Zug im Salonwagen zusammen mit Major v. Hinden­burg. dessen Gemahlin, sowie Oberstleutnant a. D. v Feldmann nach Berlin, wo er auf dem Bahnhof Heerstraße um 5,52 Uhr nachm. eintrifft. Hier wird der Reichspräsident vom Reichskanzler, dem Reichswehr m in i - st c r, dem ReichSmini st er des Innern, den Chefs der HeereS- und der Ma­rineleitung. den Staatssekrctären Dr. Meißner und Dr. K e m p n c r. >cm Kom­mandanten von Berlin, dem Oberbür­germeister, dem P 0 l i z_ell Präsidenten und dem Kommandeur der Schutzpolizei empfangen. Die zehnjährige Tochter des Reichs­kanzlers wird einen Blumenstrauß überreichen. Don dem Bahnhof Heerstraße fahrt der Reichs- Präsident mit feiner Begleitung, dem Reichs­kanzler. dem Reichsminister des Innern, den Staatssekretären Meißner und Kempner, dem Polizeipräsidenten und dem Kommandeur der Schutzpolizei bei gutem Wetter in offenem Wagen über den ReichskanzlerP'ay, die Dis- marckstraße, die Charlottenburger Chaussee, das Brandenburger Tor und die Strafte Unter den Linden

zum Haus: des Reichskanzlers in der Wilhelmstrahe. Auf dem Wege werden die Verbände und Vereine, die sich in einer Stärke von etwa 200 000 Mann gemeldet haben, nach besonderer Plahordnung zur Begrüßung Aus­stellung nehmen. Vom Brandenburger Tor ab wird der Wagen des Reichspräsidenten durch einen Zug berittener Schutzpolizei eskortiert wer­den. Der Reichspräsident und seine Begleitung nehmen zunächst im Hause des Reichskanzlers Wohnung. Abends wird der Reichspräsident beim Reichskanzler in kleinem Kreise das Abend­essen einnehmen

Am 12. Mai vormittags 11.45 Uhr wird der Reichspräsident mit dem Reichskanzler

bom Haufe des Reichskanzlers zum Reichstag fahren, bei gutem Wetter ebenfalls in offenem Wagen, und zwar durch die Wilhelmstraß: über Die Linden, das Brande.rbarg-er Tor und die Friedrich Eoert-Steah: zum Portal 4 d.s Reichs­tags. wo er von einem Vizepräsidenten und dem Direktor des Reichstages empfangen wird. Um 12 Uhr betritt der Reichspräsident gemeinsam mit dem Präsidenten des Reichstags die Prä- sidententribüne im Plenarsitzungssaale. Der Präsident des Reichstags kündigt an, daß der Reichspräsident den durch Art. 42 der Reichs, ersassung oorg schrie öenen Eid leisten wird. Der Reichspräsident leistet daraus den Eid.

Der Präsid nt deS Reichstag; spricht den Glück­wunsch deS Reichstags zur Uebernahme deS Amtes aus, der Reichspräsident dankt in einer

Ansprache an den Reichstag

und bringt darauf ein Hoch aas das Deutsche Reich und das deutsche Volk ans .

St. Martin bei Marseille ein Cliteregi - ment gebildet das der Sch ff nach Casa­blanca gebracht und von dort aus an d.e Front geführt werden so'l. Maschinengew.hrabte lungen n Perpignan und Sragnignon hiben ebenfalls A.^toe sung erhalten sich für den Ausbruch nach Marc klo bereitzuha.l n Aus franzö.ischec Seite macht man sich auf blut ge unb verlustreiche Kam fe gefaßt. Ma-"al Liauley scheint die Absichi zu haben, d e Offensive erst toi .'Der zu er­greifen tomn alle Vordere tungrn getroffen sinh. Rach einem Angriff ist es den Rifleuten ge­lungen. auf eine: Brette von 30 Kilometer in

die franöf f ;e Stellung einzubrechen. , Das unmittelbare Ziel des französischen Ober­kommandos besteht nun darin, die Front durch rasche Angriffe auf die eingedrungenen feind­lichen Stoßtrupps toiederherzustel.'en. Die Frage ist nur. fo meint derInlransigeant", ob die französischen Truppen recht-eilig an der Grenze haltmachcn und nicht in der Hitze der Verfol­gung in die spanische Zone binübergerifen wer­den. Abd el Krim wird die Absicht zugeschrieben, den äußersten linken Flügel der Franzosen bei El Ribano zu überflügeln. Seit einigen Tagen werden an diesen Ort verdä chtige Truppenbewe­gungen beobachtet. In denBlättern herrscht allgemein der Eindruck, daß die Rifsoldaten von Offizieren befehligt werden die ihre Feuertaufe auf den europäischen Schlachtfeldern bestanden haben.

Mimst er Präsident P a i n l e v e hat nach Be­endigung dos Minifierrates über die Lage in Marokko den Vertretern der Presse mitgeteilt, er sei fest entschlossen, in entschiedenster Form die Aufruhrversuche der unterworfenen Stämme zu unterdrücken, um die Rückwirkungen zu beschwö­ren, die diese Agttation auf Französisch-Marokko haben könnte unb um die Ruhe auf der ganzen Linie an der französischen Marokkogrenze zu sichern. Die Lage in Französisch-Marokko sei gegentoärtig st abilifiert Mehrere Festun­gen, die noch umzingelt seien, seien durch Flugzeuge verproviantiert worden. Man könne erst in einigen Tagen eine Operation erwarten, das heißt, wenn die von Marschall

Alsdann begibt sich der Reichspräsident. bc- aleitd von dem Präsidenten deS R« dem Reichskanzler, zur groß?n Freitreppe an den KönigSplatz. Hier bringt bei Reichskanzler ein Hoch auf den Reichspräsidenten auS, an das sich das Deutschlandlied anschließt.

Während der Feier im Reichstag fonvi i rt auf dem KönigSplatz eine Kapelle der Reichs­wehr. Vor dem Reichstagsgebäude steht mij der Front zum Portal 1 eine Ehren ko mpagnie des Wachregiments Berlin der Reichswehr. Der Reichspräsident, begleitet vomReichswehrm'N.ster. schreitet die Front der Chrenkonipagnie ab und fährt mit dein Reichskanzler im Kraftwagen, geleitet von einer Schwadron Kavallerie es Reiterregiments Ar. 4 über den Kön'gsplatz, an dem BiSmarckplah vorbei durch d'.e Friede,,e- allee, das Brandenburger Tor und die Wilhelm- firaße

zum Haufe deS Reichspräsidenten.

Hier empfängt der Stellvertreter des ReichZ- präsidenten. Dr. Simons, den Reichspräsioe.i- ten und übergibt ihm die Geschäfte. *

Rachmittags werden der Reichskanzler, die Reichsminister sowie der Chespräfident d:L Ober- rechnungShoses beim Reichspräsidenten vors"re­chen und ihre Glückwünsche barbringca. Es schließt sich ein Feühftück an. zu dem der Stell­vertreter des Reichspräsidenten Einladungen nn den Reichspräsidenten, den Reichskanck r. i ic Reichsmlnister. den Präsidenten des Reich den Chefpräsidenten des Rechnungshofes. ic Chefs des Heeres und der Marineleitini - c Staatssekretäre des Bureaus des R IchZPräsi ei­ten unö der Reichskaitzlei sowie den Major v. Hindenburg unö Gemahlin hat ergehen lassen. Für den 13., 14. und 15. Mai sind eine Reihe von wetteren Empfängen vorgesehen, batuntcr am 14. Mai ein Empfang der fremde n Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger.

HindenburgsDank an Hannover

Hannover, 10. Mai Reichspräsi­dent von Hindenburg hat au den Bürger­meister Frick nachstehendes Schreiben gerichtet:

Hochverehrter Herr Bürgermeister!

Ihnen als dem Vertreter der mir seit langer Zett so liebgewordenen Stadt Hannover, spreche ich meinen allerherzlichsten Dank aus für Ihr so freundliches Schreiben vom 5. d. M. und ^cn herrlichen Blumenstrauß, der Ihr Schreiben c- gleitete. Mit besonderer Dankbarkeit begrüße .ch 6ie große Freundlichkeit, die mir die Staut dadurch erweist, daß sie mir mein H iS weiter zur Verfügung stellt. Ich hoffe, öfter in den Mauern des schönen HMinover ein '2 ruhige Tage verleben zu können. Die Stadt, n der meine geliebte Frau ihre letzte Ruhestätte fand, ist mir eine zweite Heimat gewor­ben. Meinen Dank schließlich für Ihre 10 freundlichen Wünsche. Möge mit Gottes Hilfe meine Amtsführung dem deutschen Volke zum Segen gereichen.

Mit vorzüglicher Hochachtung und dc.i herz­lichsten Grüßen an Sie, den gesamten Magistrat und alle meine Mitbürger bin ich Ihr ergebener g ez. v. Hindenburg.

Liautey für alle Waffengattungen beaatrn 1 ort Verstärkungen in den Stellungen eingetroffen sein werden. Wenn die KonzenirationSbeweiung beendet sein werde, werde man mit allen Atlions- mittcln, die die Lage erfordere, den entscheiden­den Schlag führen Je strenger und rascher man die Schlußhandlung durchführe, um so Wenger kostspielig werde sie sein. Frankreich fei von keinem Eroberungswillen beseelt. Es handle heute in vollem Einverständnis mit der britischen und spanischen Regierung.

Das Attentat im Burgthealer.

Poltt scher Racheakt einer erin.

Wien, 9. Mai. iWolfs t Das Attentat im Dutgtheater ruft größte Au,rcg^.lg hervor. Di- Blätter fordern eine gründliche Untersuchung des Vorfalles und betonen, daß nerabe Oesterreich wegen der immer wtederkehrenden Behauptung, daß hier das Zentrum der Dalkanagi- t a t i 0 n fei. ein Interesse an der restlosen Auf­klärung habe.

Ueber das Attentat berichl.ii die Blätter noch folgende Einzelheiten: In der zto:i cn Loge des dritten Ranges waren währenv deS ersten Teils der gestr'gen Vorstellung vier Per­sonen anwesend, zwei Herren und zwei Damen, anscheinend Bulgaren, die zunächst ruhig die Vorgänge auf der Bühne verfolgten Während des fünften Alles zog ein? inzwischen hinzu- gckommene Dame plötzlich einen Revolver und feuerte auf b i c beiden Männer. Der eine erhielt einen tödlichen Kopfschuß, der zwette einen Schuh in die Schulter, einen ins Gesicht und einen in den Arm und brach schwer verletzt zu­sammen Der Tote ist der 46jährige Kaufmann Dimttri Arnautowitlch. der Verletzte oer Student Bogdanowitsch. Die Täterin ist die 23jährige Menzia Kami ein Sie war im Ver­laufe der Vorstellung in die Loge eingetreten und hatte mit den Insassen eine kurze Unter­redung. Bald darauf hatten die zwei Damen die Loge verlassen, während die Täterin mit den