knappen Stunde zurück. Zahlreiche Freunde brachten schriftlich unb mündlich ihre Glückwünsche dar. Dekan Dolp hielt im Kreise der Nachkommen ein« Andacht und ©infegnung deS Jubelpaare- ab. Am Abend brachte der Musikverein ein Ständchen. Bei der Familienfeier tanzte da- Jubelpaar sogar noch einen flotten Walzer. Es zählt vier Kinder, die sämtlich leben, sieben Enkel und älrenkel. — Die älteste Bewohnerin unserer Stadt, die Witwe des letzten Laubacher Dislrikteinnehmers Rendanten Rausch, eine geborene Lipp aus Lllrichstein, steht im 9 6. Lebensjahr. Eie ist geistig noch durchaus frisch, kann sich jedoch nur schwer bewegen. — Im kommenden Sommer wird eine recht rege Bautätigkeit in unserer Stadt nmetzen. In der Kaiserstrahe werden zwei neue Häuser errichtet werden, das eine an den Garten Don Prof. Dr. Wetzell, neben der Zlgarrenfabrrk MichÄ, das andere in den Garten des Rech- nungsrates Kampsrat: ebenso werden noch »im alten Hoi" westlich vom Arresthaus zwei Wohnungen erbaut werden. Die beiden im Hain neu- errichteten Häuser, sowie das Dierfamilienhaus am »Lardenbacher Weg" werden fertiggestellt und noch in diesem Frühjahr bezogen werden. Für die neue Oberförsterei hatte die Stadt sich bereit erklärt, den Bauplatz und die Steine zu stellen. Als Bauplatz hatte sie ein Gelände am Fuße des ..Rotenberges" und ein solches an der sicher Straße angeboten. Das Ansinnen der Regierung, die Gesamtkosten des Baues zu übernehmen, hat die Stadt abgelehnt. — Seit Ende vorigen Monats st reichen die Schnepfen recht lebhaft. Die Langschnäbel werden durch den Schnee im Gebirge zurückgehalten. Die e r st e Schnepfe erlegte beim .Jägerhaus" der gräfliche Förster Melchior. Der glückliche Schütze erhält die übliche Prämie von fünf Mark. In früherer Zeit wurde dieser durch einen silbernen Schnepfenheller belohnt. Auf der Vorderseite stand die Chiffre S L (verschlungen), auf der Rückseite eine Schnepfe aus einem Rasenstück: diese Münzen wurden geprägt unter den Grafen Christian August (f 1784) und Friedrich Ludwig Christian (t 1822). Auch gab es kupferne Schnepfenheller. Diese Münzen wirrden nach den Jagden zum Ergötzen her Jäger unter die Treiber geworfen, die sich dann grimmig darum balgten. In ähnlicher Weise warf in ganz Oberhessen bis über die Mitte des vorigen Jahrhund rts der Bräutigam beim Gang zur Kirche Geldstücke unter die Zuschauer. Die Grafen und Fürsten zu Isenburg prägten Schnepfenheller bis in die neueste Zeit.
O Schotten, 10. März. Wie jetzt festgestellt ist. find dem Sturm in der vergangenen Woche bei Eichelsachsen ca. 800 bis 1000 Fstm., bei Sichenhausen ca. 800 Fstm., im Schottener Stadtwald ca. 300 Fstm. zum Opfer gefallen. — Dem hiesigen Turnverein war das diesjährige Dezirkswetturnen übertragen worden. Am Samstagabend vereinigten sich Turner und Turnfreunde in der geräumigen Turnhalle zu einem Turnerabend. Am Sonntag fand dann das Wetturnen statt. Dabei schoß Ridda den Vogel ab. Adolf R o t schlag errang den 1. Ehrenpreis, Paul Gerhard Hermann erhielt den 1. Preis. Alfred Eckhard, Ridda, errang den 1. Preis, Oberstufe. Die 2 ersten Preise im Damenturnen errang der Turnverein Hungen.
• Eichelsdorf, 10. März. Das hiesige staatliche Forstamt hielt gestern die größte Ruhholzversteigerung dieses Winters ab. Der Besuch war gut. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Eichenstämme 2. Kl. 93,33 Mk., 3 Kl. 84 Mk., 4. Kl. 53,79 Mk.. 5. Kl. 47,64 Mk., 6. Kl. 31,24 Mk., 2chornstämme 6. Kl. 39,39 Mk., Eschenstämme 4»KI. 86,55 Mk., 5. Kl. 61 Mk.. 6. Kl. 45 Mk., Minbuchenstämme 4. Kl. 65,78 Mk., 5. Kl. 47,49 Mk- 6. Kl. 44,70 Mk., Illmenstämme 6. Klasse 34.37 Ml'.. Kirschbaumstämme 4. Kl. 38,15 Mk., 6. Kl. 29.62 Mk., Ruhbaumstämme 3 Kl. 138,46 Mk.. Lindenstämme 4. Kl. 71,93 Mk. 5. Klasse 72,72 Mk., 6. Kl. 35,29 Mk , Kiesernstämme 3. Kl. 39,66 Mk„ 4. KI. 23.07 Mk., 5. Kl. 24 Mk.. Läcchenstämme 2. Kl. 57,96 Ml.. 3. Kl. 53,91 Mk., 4. KI. 29,73 Mk., 5. KI. 23,50 Mk., Fichtenstämme 2. KI. 42 Mk.. 3. KI. 33,74 Mk.. 4. Kl. 29.75 Mk.. 5a ÄL 28,50 Mk., 5b-Kl. 24 50 Mk.. Weitz- tannenstämme 5. Klasse 22,26 Mk. Buchenderbstangen 2. KI. 24,24 Mk., Lärchenderbstangen 1. Kl. 13,04 Ml.. 2. Kl. 16,12 Mk, Fichtenderbstangen 1. Kl. 18,61 Mk., 2. KI. 16,44 Mk. je Festmeter, Duchennutzscheiter 1. Kl. 21,62 Mk., Cichenn tz° knüppel 1. Klasse 11,24 Mk., 2. Klasse 9,36 Mk., Lärchennutzknüppel 1. Klasse 9 Mk., Fichtennutz- knüppel 1. Klasse 11,61 Mk.. 2. Kl. 10,06 Mk., Fichtennutzknüppelreisig 4,88 Mk., Fichtennutzreisig 0,93 Mr. je Raummeter.
§ 44 lrichstein. 10. März. Hier ist heute, wie im ganzen Vogelsberg, starker Schneefall zu verzeichnen gewesen. Teilweise herrschte Sturm und ..Wusterwatter". Schneehöhe bis zu 15 Zentimeter. Zum Schneeschuhlaufen ist der Schnee leider noch zu feucht und klebrig.
O Steinberg, 10. März. Gestern waren 32 Iahr>e verfloss en , daß Bürgermeister Kaiser durch den d<amaligen Kreiscat Schönfeld in seinen Dienst eingewiesen wurde. Bürgermeister Kaiser hat es in dieser langen Zeit verstanden, sich das Wohlwollen und den Dank seiner Mitbürger sowie seiner vorgesetzten Behörde zu erwerben. Der Kreisd irektor lieh ihm denn auch ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunsch- und Dankschreiben zugehen. Am selben Tage feierte der Gemeinderechner Karl sein 29jähriges Dienst- j u b i l ä u m. Mit großem Eifer und echter Treue oermattete er sein Amt. Auch ihm wurde rom Kreisdiiektor ein Glückwunschschreiben übersandt.
wg. Gedern, 10. März. Der orkanartige Sturm in der vorigen Woche hat in den hiesigen Waldungen gewaltigen Schaden angerichtet. Er berechnet sich nach den vorläufigen Schätzungen in den Waldungen der Fürstlichen Standesherrschast, die entfernteren Distrikte wie Ranstadt usw. miteingeschlossen, auf
etwa 2000 Festmeter, in dem Gemeindewald auf etwa ZOO Festmeter. Die Aufarbeitung dieser großen Holzmengen dürfte nicht leicht sein, da die Beschaffung der erforderlichen Holzhauer bei der vorgeschrittenen Jahreszeit erhebliche Schwierigkeiten bereitet.
ftrciö Büdingen,
* Büdingen, 10. März. Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten tritt der hiesige Oberforstmeister Ludwig Spengler am 1. April in den Ruhestand.
Starkenburg und Rheinhessen.
• Darmstadt, 10. März. In letzter Zeit haben hier die gerichtlichen Untersuchungen wegen Abtreibung sehr stark zugenommen. Jetzt wurden ein hiesiger Arzt und dessen Frau verhaftet. Es heißt, daß die Angelegenheit noch weitere Kreise zieht.
Kreis Wetzlar.
• Krofdorf, 10. März. Die gestrige Holzversteigerung im Staatswald der hiesigen Obersörsterei ergab folgende Durchschnittspreise: Duchenscheiter 17 Mk., Buchenknüppel 15 Mk., Fichtenscheiter 9,50 Mk., Duchenreifer 3. Kl. 2 Mk., Fichtenreiser 3. Kl. 1 Mk. je Rm.
* Wißmar, 10. März. Die gestrige Ge° meinde-Holzversteigerung erbrachte folgende Durchschnittspreise: Eichenstammholz 40 Mk. je Fstm., Brennholz: Buchenscheitec 15 bis 18 Mk., Duchenknüppel 14 bis 16 Mk., Eichen- knüppel 7 bis 8 Mk. je Rm.
Hessen-Nadsan.
# Königsberg (Kr. Biedenkopf), 10. März. Unsere Gemeinde hat immer noch 30 Arbeitslose. die größtenteils schon ein yanzes Jahr ohne Arbeit sind. Ein großer Tert der Jugend hat Arbeit in Westfalen gefunden, so daß meistens Familienväter als arbeitslos in Frage kommen. Die wenigen Arbeiten der Gemeinde, Steine brechen und Wegebau, werden meist recht billig hergestellt. Reuerdings wird auch die Arbeitszeit in der hiesigen Zigarrenfabrik eingeschränkt, so daß in Zukunft nur noch halbe Tage gearbeitet werden soll. Viele der jungen Mädchen suchen deshalb als Dienstmädchen in der Stadt und in der Landwirtschaft unterzukommen.
spd. Bad Homburg v. d. H., 10. März. In der letzten Stadtverordnetenversammlung lehnte der Kommunist Riedel einen ihm erteilten Ordnungsruf ab und beleidigte das Plenum sogar noch durch unflätige Bemerkungen, worauf er vom Vorsitzenden in eine Ordnungsstrafe von fünfzehn Mark genommen wurde. Dagegen erhob er schärfsten Einspruch und fand damit bei den Zuhörern den besten Resonanzboden. Es kam au stürmischen Szenen, denen der Vorsitzende dadurch ein Ende bereitete, daß er die Galerie räumen ließ und den Kommunisten auf die Dauer von zwei Sitzungen ausschlotz. Als sich Riedel dessen weigerte, wurde die Sitzung auf zehn Minuten unterbrochen. Bei der Wiederaufnahme der Verhandlungen waren die Kommunisten verschwunden. Als von einem Sozialdemokraten die Wiedereröffnung der Zuhörertribüne gefordert wurde, lehnte die Versammlung das ab. Darauf verließen di e Sozialdemokraten gleichfalls den Saal. Die Tagesordnung wurde nunmehr in aller Ruhe in wenigen Minuten erledigt.
Hessischer Gemeindebeamtentag.
• Darmstadt, 8. März. Die Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten, deren Mitglieder hauptsächlich auS ländlichen Gemeinden stammen, hielt heute vormittag in der Turnhalle am Woogsplah eine außerordentliche Tagung ab. um in erster Linie die Defoldungsfrage und ihre Rechtsstellung zu besprechen. Den Vorsitz führte Direktor Tschech - Offenbach, der in feiner Eröffnungsansprache des verstorbenen Reichspräsidenten gedachte, die anwesenden Landtagsabg. Dr. Dehlinger und Frau Hatternec und den Vorsitzenden des Bearntenbundes, Landeskartell Hess en, Dr. CI a ß begrüßte und mit Bedauern fest stellte, daß die Regierung keinen Vertreter entsandt hat. Es hielten hierauf längere Vorträge: Gewerkschafts- fetretär R e a-Offenbach. Bürgermeister Ritzel- Michelstadt i. O. und Bürgernreister Alexander - Gonsenheim bei Mainz. Dr. C l a ß erklärte im Ramen des von ihm vertretenen Deamten- bundes die Zustimmung zu den von den Rednern aufgestellten Forderungen, die in nachstehender Entschließung, die einstimnig angenommen wurde, ihren Riederschlag fanden:
Der von der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten in die Turnhalle am Woogsplah einberufene außerordentliche hessisch? Gemeindebeamtentag, zu dem aus allen hessischen Gemeinden und Städten in überwältigender Zahl Vertreter erschienen sind, erhebt schärfsten Protest gegen die Rechtsunsicherheit der hessischen Gemeindebeamten. Er verlangt von dem hessischen Landtag und von der Regierung, daß die das Berufsde^mtentum untergr.bende Rechtsunsicherheit durch die Schaffung eines, von freiheitlichem und fortschrittlichem Geiste getragenem Ge- meindebeamtengeseyes baldigst beseitigt wird. Die Gemeindebeamtenschaft, die mit dem Volke in engster Fühlung steht, und auf der durch die fortwährende Erweiterung ihres Aufgabenkreises eine gewaltige Verantwortung rußt, ist sich der Bedeutung ihrer Tätigkeit in vollem Maße bewußt, erklärt sich aber außerstande, die ihr obliegenden Pflichten auf die Dauer gewissenhaft erfüllen zu können, wenn die gegenwärtige Rechtsunsicherheit weiter bestehen bleibt. Der hessische Gemeindebeamtentag erwartet deshalb von d.m Parlament, das die ihm zugehenden Anträge auf Schaffung eines hessischen Geineindebeamten- rechts vollste Unterstützung finden. Das geforderte hessische Gemeürdebeamtenrecht muß in Verbindung mit der bevorstehenden Derwaltungs- refvrm die geplanten Anstellungs-, Dienst-, Disziplinär-, Besoldungs- und Ruhegehaltsverhältnisse regeln. Der hessische Gemeindebeamtentag
forden ferner unter Berufung auf die von dem deutschen Gemeindebeamtentag am 15. Februar 1925 zu Berlin gefaßte Entschließung von der hessischen Regierung, daß sie sichs mit 'allen Mitteln beim Reichsrat für die Beseitigung des unzeitgemäßen und die Gemeindebeamtenschaft auf das höchste verbitternde Defoldungssperrgefehes eirifeljt. Diese Forderungen werden mit Ernst und mit Rachdruck von dem hessischen Gemeindebeamtentag aufgestellt in der Erwartung, daß die Beamtenschaft nicht, wie schon so oft, von dem Parlament uiti) der Regierung mit Versprechungen abgefunden wird.
Hessischer Kaufmannsyehilsentaq.
• Darmstadt, 8. März. Gestern und heute fand hier der diesjährige Gau- und Kauf- mannsgehilfentag des Deutsch- nationalen Handlungsgehilfen» Verbandes statt. Es handelt sich um den Main-Weser-Gau des großen Verbandes, der Hessen, Hessen-Rassau, Waldeck, das Rahegebiet und Birkenfeld umfaßt.
Der Samstagnachmittag war ausgefüllt mit Gauvorstandssttzungen und Besprechungen der Führer. Abends wurde ein Degrüßungsabend und ein Fest ball von der Ortsgruppe Darmstadt in den Räumen der „Vereinigten Gesellschaft" veranstaltet.
Hier fand heute vormittag der Hessische Kauf- mannsgehilfentag statt. Es waren mehrere Regierungsvertreter von Hessen-Rassau anwesend, die zu Begrüßungsreden das Wort ergriffen. Don hessischen Vertretern sprachen Landtagsabgeordneter H a u r y - Darmstadt im Auftrage der Deutschen Volkspartei und Stadtverordneter Wesp - Darmstadt für die Christlichen Gewerkschaften in Hessen. Die Deutschnationale Dolkspartei war durch den Landtagsabgeordneten Kindt vertreten.
Rach einer Ansprache des Gauvorstehers S ch e 11 i n sprach sein Rachfolger, der Gauvorsteher Heinrich Auerbach- Frankfurt, über gewerkschaftliche und sozialpolitische Standesziese. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der u. a. gefordert wird: eine stärkere Vertretung der Angestellten in den Betriebsräten, paritätischer Ausbau der bisher als einseitige 41 nternel)meroertretung anzusehenden Handelskammern, Schaffung eines Darifvertragsgesehes, Sicherung der 48stündigen Arbeitswoche als Ror- malarbeitszeit. Erhaltung der Angestelltenversicherung als selbständiger Einrichtung. Sicherung der kaufmännischen Berufskrankenkassen, Förderung des Mitbesihrechtes an kaufmännischen Unternehmungen.
In einem weiteren Vortrag sprach der Gau- jugendobmann Wilh. Brack- Frankfurt Über die Dildungs- und Kulturbestrebungen des Deutsch- nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes. Es wurde im Anschluß an den Vortrag eine Entschließung angenommen, in der eine planmäßige Ausbildung der Kaufmannslehrlinge für unerläßlich erachtet wird. Die deutschen Kaufmannsgehilfen werden aufgefordert, an ihrer beruflichen und allgemeinen Fortbildung nachdrücklichst zu arbeiten.
Cs folgte dann eine Schlußansprache des Derbandsvorst ehers D e ch l h - Hamburg.
Abends wurde ein Deutscher Festabend veranstaltet, verbunden mit einer Abschiedsfeier für den scheidenden Gaüvorsteher Schellin, der in einen größeren Wirkungskreis, nach Hamburg, übersiedelt.
Kirche und Schule.
DckanatsLag des Dekanats (tzrünberg.
i. Saasen, 10. März. Heute tagte hier der Dekanatstag des DekcknatsGrün- b e r g. Er wurde eröffnet durch eine Ansprache des Ortsgeistlichen. Pfr. Marguth in Winnerod. Darauf folgte die Konstituierung des Dckanatstages, zu dessen Schinftsührern Bürgermeister Iinmelt - Freienseen, und Pfarrverwalter Thorn gewählt wurden. Der Voranschlag 1925 27 wurde genehmigt. Zum Dekan wurde mit 28 von 47 Stimmen Pfr. Schmidt von Grünberg gewählt, Pfr. S c r i b a = Wetterfeld erhielt 19 Stimmen. Darauf wurde von Dekan Röschen der Verstorbenen gedacht und bekannt- gegeben, daß kein Mitglied des Dekanatstages verstorben ist. Der Jahresbericht gab die Reubildung des Kirchspiels Odenhausen bekannt, das sich von der Pfarrei Londorf trennte und die Dörfer der oberen Rabenau umfaßt. Der Bericht legte davon Zeugnis ab, daß das kirchliche Leben im Dekanatsbezirke ein gutes genannt werden kann. Den Jahresbericht des Erziehungsvereins, der heute 150 Zöglinge betreut, gab Pfr. Ries-Ettingshausen. Daran schloß sich der Vortrag, den Landesjugendpfarrer Zentgraf in Darmstadt hielt, über das Thema: „Wozu ruft die neueste Gesetzgebung unsere evangelischen Gemeinden auf?". Die Ausführungen des Vortragenden fanden eine Zuhörerschaft, die dem fast zwei Stunden dauernden Vortrag gespannt lauschte. Der neue Dekan sagte seinem scheidenden Vorgänger den herzlichen Dank für seine treue und gewissenhafte Amtsführung, worauf Dekan Rös chen mitWor- ten des Dankes seinerseits die Tagung schloß, nachdem noch ein Begrüßungstelegramm an den neuen Superintendenten beschlossen worden war.
Turnen, Sport und Spiel.
Vom Schwimmsport.
Süddeutsche Hvchschulmeisterschaft.
Auf den in D a r m st a d t stattgefundenen Süddeutschen Hvchschulmeisterschaften im Schwimmen hat die Mannschaft der H n i t> e r f i t ä t Gießen eine Reihe recht beachtlicher Erfolge errungen. So gelang es u. a. canb. forest. Werner Kalbfleisch, die Süddeutsche Hochschulmeister- schast im Herren-Brust-Schwimmen in der guten Zeit von 1,28 zu gewinnen. Ebenso blieb Frl. Ilse Lautenschläger in der Damenmeisterschaft derselben Schwimmlage glatte Siegerin.
Weiterhin ist das erfolgreiche Mschnetden von Eck im 100°Meter-Rückenschwimmen und in der kurzen Freistilstvecke zu erwähnen. In den Staffeln mußte sich die Gießener Mannschaft, ba sie mit Ersatz antrat, leider immer Darmstadt, •beugen und sich mit zweiten und dritten Plätzen begnügen. Das Wasserballspiel, zu dem Gießen mit der Mannschaft Eck, Jung, Kalbfleisch, A l t h o f, Kraft antrat, sah die GießenerMann- schaft in der Vorrunde spielfrei. Die Zwischenrunde wurde nach überlegenem Spiel mit 4:2 gegen Freiburg gewonnen. In der Endrunde unterlag die Mannschaft nach hartem Kampfe den schwimmerisch besseren Darmstädtern, die ihre Hauptstütze neben den Leuten von Jungdeutschland Darmstadt in dem deutschen Repräsentativspieler Cordes hatten. Ergebnis 5:2 für Darmstadt (Halbzett) 3:1.
(Geräteturnen des 2. Bezirks der D. T.
Am Sonntag fand in der Turnhalle des Turnvereins von 1846 das Geräteturnen des 2. Bezirks statt. Dem 1. Be° zirksturnwart Schüler- Wetzlar stellten sich 212 Turner. Die Leistungen standen auf einer erfreulichen Höhe, besonders sah man gute Fortschritte in den ländlichen Vereinen. Don den aktiven Turnern wurden 20 Sieger. Wir geben jeweils die ersten 10 Sieger bekannt.
1. Sieg Römer, Heinrich, To. Treis, 161 Punkte. 2. Heyer, Eduard, Tv. Krofdorf, 156 P. 3. Becker, Heinrich, Tv. Treis, 152 P. 4. Kreiling, Artur, Tv. 1846 Gießen, 150 P. 5. ©arten- Wäger, Willy, Tv. 1846 Gießen, 148 P. 6. Rühl, Heinrich, Tv. „Jahn", Hermannstein, 146 P. 7. Würtz, Karl, Tv. Krofdorf, 144 P., 8. Kreuder. Otto, To. Grünberg, 143 P. 8. Matkomesius, Ludwig. M.T.D. Gießen, 143 P. 8. Walter, Kurt Tv. Treis, 143 P. 9. Rock, Heinrich, Tv. Treis, 142 P. 10. Volz, Heinrich, Tv. Lich, 139 P.
In der Jugend-Oberstufe wurden 28 Sieger.
1. Sieg Seth, Richard, Tv. Gr.-Linden und Stork, Karl, Tv. .1846, Gießen mit 155 Punkten. 2. Vetter, Heini, Tv. 1846, 152 P. 2 Schmadel, Karl, Tv. Grünberg, 152 P. 3. Reuschling, Ernst. Tv. Heuchelheim, 145 P. 4. Heinstadt, Otto, Tv. 1846, Gießen, 144 P. 5. Müller, Hans, Tv. Lich, 141 P. 5. Loh, Walter, Tv. 1846, Gießen, 141 P. 6. Meyer, Heinz, M.T.D. Gießen, 139 P. 6. Koch, Paul, Tv. Krofdorf, 139 P. 7. Hermann, Fritz, Tv. Lich, 138 P. 7. Mehl, Heinrich, Tv. Gr.-Linden. 138 P. 8. Gaul. Wilhelm, Tv. Rauborn, 134 P. 9 Repp, Ernst, Tv. Grünberg. 132 P. 10. Reul, Wilhelm, Tv. Rauborn, 130 P. 10. Dietrich, Wilh., Tv. „Jahn", Hermannstein, 130 P.
In der I u g e n b -11 n t e r ft u f e wurden 38 Sieger. 1. Sieg Leinweber, Karl, Tv. Treis, 130 Punkte. 2. Würtz. Albert, Tv. Krofdorf 121 P. 3. Strauch, Willi, M.T.D. Gießen, 117 P. 4. Rohl, Werner, Tv. 1846, Gießen, 114 P. 5. Krause, Werner, M.T.D. Gießen, 113 P. 5. Schwiegershausen. Gerh., Tv. 1846 Gießen, 113 P. 6. Kehr, Wilhelm, Tv. Treis, 111 P. 7. Gehringer, Karl, Tv. Grünberg, 109 P. 7. Kohlhase. Kurt, M.T.D. Gießen, 109 P. 7. Hettche. Wilh. Heinr.. Tv. Treis, 109 P. 8. Leun, Albert, Tv. Gr.-Linden, 108 P 8. Reih, Willy, Tv. 1846, Gießen, 108 P. 9. Rinn, Ernst Tv. Krofdorf. 107 P. 10. Reeh, Albert, Tv. Krofdorf, 106 P.
In der Schülerstufe gab es 96 Sieger. 1. Sieg Horeyseck, Kurt. Tv. 1846, Gießen, 130 Punkte. 2. Arnold. Fritz. Tv. 1846, Gießen, 127 P. 3. Schick, Karl. M.T.D. Gießen. 122 P 4. Spuck, Fritz, M.T.D. Gießen, 121 P. 5. Mosbach. Heinrich. M.T.D. Gießen, 120 P 6. Hedrich, Wilh., Tv. Wetzlar-Riedergirmes, 117 P. 6 Bender, Wilh., Tv. Krofdorf, 117 P. 6. Steinmüller, Hans. Tv. Heuchelheim, 117 P. 7. Jung, Karl, Tv. Gr.-Linden, 116 P. 7. Schwieder, Hch., Tv. 1846, Gießen, 116 P. 8. Volk, Karl, Tv. Gr.- Linden, 115 P. 8. Günther, Otto, Tv. 1846, Gießen, 115 P., 9. Leib, Adolf, Tv. Krofdorf. 114 P. 9. Schneider, Paul, Tv. Wetzlar, 114 P. 9. Zecher, Heinrich, Tv. Treis, 114 P. 10. Wagner, Heinrich, Tv. 1846, Gießen, 113 P.
Don den hiesigen Dereinen errang der Turnverein von 1846 35 Siege, der M.T.D. 26 Siege.
Schöffengericht.
* Gießen. 9- März. Eines Rachts. Anfang Januar, schreckte ein in der Alicestraß-e wohnender Arzt durch das Geräusch der auf» gehenden Zimmertür aus dem Schlafe auf und richtete sich im Bett in die Höhe: da fuhr ihm auch schon der Blitz einer elektrischen Taschenlampe blendend in die Augen und im Lichtkegel stand dicht vor ihm ein Kerl, der ihm den Revolver vor das Gesicht hielt und ihn zur Ruhe ermahnte, sonst . . . Am Fußende des Bettes tauchte aus dem Halbdunkel ein drohend erhobener Stock auf, den ein zweiter Kerl hielt. Stock und Mann zogen sich dann wieder zurück, und während der Erste dauernd den Revolver schußbereit hielt, durchsuchte der Andere das Zimmer nach mitnehmenswerten Sachen, fand aber feine. Runmehr wurde dem Arzt der Revolver noch einmal besonders nachdrücklich unter die Rase gehalten, und es erging die Aufforderung an ihn, sich wenigstens zehn Minuten ruhig zu verhalten. Dann entfernten sie sich. Als der Bedrohte in die Kleider gefahren war und aus dem Schlafzimmer in die Wohnung eilte, waren die Verbrecher bereits verschwunden. Er sand ein wüstes Durcheinander vor. Ein Schrank stand offen, die Schubladen waren durchwühlt, die Sachen lagen, teils beschädigt, auf dorn Boden umher, ein Koffer und eine Reche von Gegenständen fehlten. Die Drähte der Klin- getieitung, die die Täter offenbar für die Telephonverbindung gehalten hatten, waren durchschnitten. Der sofort einsehenden Ermittlungs- iätigfett der Behörden gelang es. die Verbrecher alsbald zu ermitteln und zu verhaften. Cs waren der zweiundzwanzigjährige polnische Arbeiter Bernhard Kempinski und der noch jugendliche Karl Scherer aus Marburg, beide bereits wegen Eigentumsvergehen empfindlich vorbestraft. Sie hatten sich kurz zuvor kennengelernt, und sogleich in einer Wirtschaft für die
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