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Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vverhessen)
llr.5) Zweiter Blatt
Der Friede im Osten.
Don Dr. Otto Lo ening. früheren Dizepräsi- tonten tos Danziger Parlaments.
In immer weiteren Kreisen wird das Unhaltbare der im Osten durch den TerfaiH^r Vertrag geschaffenen Verhältnisse eingesel, en. Die Desprechungen über den sogenannten Garant.e- tk.fi geoen hinlänglich Geiegerrheit. sich mit der Korridor und Danziger Frage zu beschäftigen. 3n dem englischen Blatt .Observer" vom U 2. wird der Danziger Korridor als eine A n o - malte bezeichnet. Die .Times" schreibt in ihrem Leitartikel vom 4. März: Polen und Freunde Polens müssen sich überlegen, ob die Herstellung von dauernden freundschaftlichen und friedlichen Beziehungen mit einem sehr mächtigen Nachbarn nicht eine großzügige Anstrengung und ein ver- nünftiges Kompromiß in bezug auf die Grenzen wert ist. Sehnlich äußern sich andere führende englische Blätter, z. D. .New Statesman". Zu 6em Danzig-Polnischen Briefkasten- oder besser gesagt Post strei 1 haben sogar französische Blätter sich mehr oder minder auf die Danziger Seite gestellt. 3m .Journal du Peuple" schrieb jüngst der französische Publizist Gouttenoir de Toury, man müsse von Polen verlangen, daß es nichts gegen die Unabhängigkeit Danzigs unter- nehme und stellt mit allem Nachdruck fest, daß von einem polnischen Protektorat in Danzig von dem in letzter Zett polnische aktive Staatsmänner besonders häufig geredet haben, überhaupt nicht d i e Nede fein könne. Auch italienische Zeitungen, wie die weit verbreitete .Spoca" haben mit aller Deutlichkeit fest gestellt, bah Polen keine Rechte habe, auf Danziger Gebiet irgendwelche Souveränitätshandlungen vorzunehmen.
Danzig selber hat von Anfang an betont, dah es ein selbständiger Staat im internationalen Sinn« sei, der unter dem Schutze toS Völkerbundes stehe. Danzig hat aber auch von Anfang an vom Völkerbund verlangt, dah dieser durch eine klare und eindeutige Entscheidung diese internattonale Stellung der Freien Stadt Danzig anerkenne. Denn der gröhte Teil der zwischen Danzig und Polen entstandenen Streitigkeiten hat seinen tieferen Grund in dem Bestreben Polen-, Danzig zu einer polnischen Stadt herabzudrücken. Polen versucht immer und immer wieder, seine ihm lediglich vertraglich etngeräumten Rechte in Danzig zu erweitern, um «tnes schönen Tage« Danzig ähnlich wie Wilna dem Gebiet der polnischen Republik einzuver- leiben. GS kann nicht häufig genug an die Rede des polnischen Staatspräsidenten Woici- chowSki Im Frühjahr 1924 in Posen erinnert werden, in der mit klaren Dorten ausgeführt wurde, dah Danzig dem polnischen Reiche anheimfallen müsse. Men diesen polnischen Bestrebungen gegenüber verteidigt Danzig und sein gute« Recht auch seine staatliche Selbständigkeit und immer toletot Hal Danzig in Genf beim VölkerbundSral betont, dah der Völkerbund sich aufraffen und Danzigs Selbständigkeit aussprechen müsse, wenn in dem Verhältnis zwischen Danzig und Polen Ruhe eintreten soll.
Auch auf der Tagesordnung der eben begonnenen Sitzung tos VölkerbundSrates in Genf stehen abermals dne ganze Anzahl, zum Teil schon älterer Danzig-polnischer Streitpunkte. Einige von ihnen find mehr von lokaler Bedeutung, wenn sie auch Ihren inneren Grund in den Pr lonlesierungstostrebungen gegenüber Danzig haben. Sin Streitfall ist aber von der weittragendsten Bedeutung, daS ist der schon erwähnte P ost st reit. Bei ihm muh der Völkerbund endlich Stellung nehmen zu der Frage, ob die Freie Stadt Danzig im staatsrechtlichen und völkerrechtlichen Sinne dn selbständiger Staat Ist. Danzig und dieSmal auch Polen drängen darauf, dah jetzt dne Entscheidung fällt. Don fetten tos Danzig-polnischen VölkerbundSkom- misfars ist schon öfters der Freien Stadt Danzig tot Charakter als eineS selbständigen Staates im internationalen Verkehr zugesprvchen, am allerklarsten in einer Entscheidung vorn 7. November 1924. Bisher hatte der Dölkerbundsrat die Taktit verfolgt, alle ihm unbequemen Streitpunkte, d. h. solche, in denen Frankreich und England sich nicht einigen konnten, auf die lange Dank zu schieben und durch Verhandlungen zwischen Polen und Danzig einen
Die Oberwälder.
Roman von Alfred Bock.
18. Fortsetzung (Nachdruck verboten.)
„3n Oaubach," nahm der Zöckelsheinrich das Dort, „war emal so dn Makler, 's läuft nSr im Maul crum, 'S fällt mir alleweil net ein, wie er sich schrieb. Der sagt', bei ton Schätzungen täten fte so niedrig wie möglich greifen. Das mühten sie nach Pflicht und Gewissen. Ich hab mir die Urkunde emal näher betracht! Zu riskieren haben wir nif. Ich denk so: vorweg profitieren wir anderthalb Prozent. Der Disping kriegt das Geld, wo er will Dah he uns mi die Vorhand läht, das iS sehr schön von dem Mann, Hab dah wir ihn gleich vor dem Kopf flohen, wo he etz ba« Werk anfängt und so ein GeldsPiel ins Ort bringt, da Wären wir ja mit dem Dummbeutel geklopft."
Die Meinungen gingen auseinander. Die einen rieten zur Vorsicht, die andern bauten auf ton Krämerskarl. Der war treu wie Gold. Unö wußte. was die Rüben galten.
Die Abstimmung fiel für den Bauunternehmer günstig aus.
Noch am selben Abend schrieb ihm der Ära- merSkarl, dah er gegen Hinterlegung der Hypothek das Geld in Empfang nehmen könne.
VIH.
Heber dem Oberwald steht eine Wolkenwand, schwarz und unbeweglich. Inmitten erscheint ein heller Fleck. Der wächst und wächst. Plötzlich bricht die Sonne durch. Nur für ein vaar Augen- Miefe. Don Osten kommend lagern sich Wolken vor. Allmählich überzieht sich der Himmel mit einem gleichmäßigen, düsteren Grau.
„'S gibt Schnee!" ruft der Rühlsadam seinem Na<Aar. dem DogelSheinrich. zu. „Etz wart ich schon achtzig Jahr', dah es emal Goldstücker vom Himmel herunterschneit. Ich schätz, ich erleb’« net mehr.*
Gegen Mittag fallen die ersten Flocken, langsam zuerst und spärlich dann schneller und immer dichter. Zugleich erhebt sich der Nordvst und fährt mit wildem Getöse über daS Land. Die weichen Klocken werden zu spitzen Geschossen. Wer nichts
Mittelweg zu finden. Diesmal gibt es einen solchen Ausweg nicht. Es ist überhaupt nicht t^n der Hand zu wellen, dah durch die bisherige Behandlung der Danzig-polnischen Streit'ragen in -Jenf. namentlich durch die fast ständige Verweis ung auf ton Verhandlungsweg, Polen ermutigt worden ist. neue Streitpunkte zu schaffen. Danzig bat oft genug, sehr zum Nachteile seiner staatlichen Belange, Polen gegenüber Nachgiebigkeit gezeigt. In einem sehr beachtenswerten Artikel der .Neuen Züttcher Zeitung" vorn 11. Januar 1924 wird dem Völkerbund ebenfalls dne in letzter Zeit bekundete Lethargie in ton Danzig-polnischen Fragen vor- gcworfen. die Polen ermutigt habe, durch Schaffung vollzogener Tatsachen größere Erfolge zu erzielen, der Völkerbund habe zwar einen Kommissar in Danzig, aber keine Autorität. Entscheidungen durchzusetzen.
Auf der letzten Völkerbundsratstagung in Genf ist von dem belgischen Vertreter das Worf gefallen, die Danzig-polnischen Streitfragen seien tos hohen Rates unwürdig und städtischer Kleinkram. Man kann bezweifeln. ob dieses Wort tos Herrn HymanS sehr taktvoll gewesen ist. staatsmännisch gedacht ist es sicher nicht. Denn alles handelt sich bei dem Danzig-polnischen Problem nicht um lokale Streitigkeiten zwischen Polen und Danzig, sondern um den Frieden tm Osten. Don englischer Seite wird das offen zugegeben und sehr davor gewarnt, hier Derhältnisse zu schaffen, die wie im Jahre 1914 auch vom Osten her einen Weltbrand zu entfachen geeignet fein.
Es ist jetzt in die Hand des Dölkerbunds- rates gegeben, ob er Polen Danzig gegenüber freie Hand lassen will. Tut er das, so kann sich der Dölkerbund aber nicht wundern, wenn er jedes Ansehen verliert. Ihm ist der Schuh Danzig« übertragen, er hat ihn feierlichst übernommen. Seine hohen Kommissare in Danzig haben den Danziger Standpunkt unumwunden als völlig gerecht anerkannt und die staatliche Souveränität DanzigS besonders scharf betont. In dem letzten Post streit hat so gut wie die gesamte zivilisierte Welt das Dorgehen Polens verurteilt und Danzigs loyale Haltung anerkannt. Es würde eine Desavouierung nicht nur des Danzig-polnischen Kommissars sondern der gesamten Welt bedeuten, wenn der Dölkerbund eine Entscheidung gegen Danzig und fein klares Recht fällen würde, zumal schon rechtskräftige Entscheidungen des Völker- bundskommissars in derselben Angelegenheit aus früheren Zeiten vorliegen. Der Dölkerbund ist gegründet zur Auf recht er Haltung und Heilighaltung internationaler Verträge. Das Vorgehen Polens gegen Danzig ist von Anfang an, feit der Begründung der Freien Stadt am 15. November 1920 eine Kette von Mißachtungen der zwischen Danzig und Polen feierlichst beschworener Verträge gewesen. Polen ist selbst vor den gröbsten Beschimpfungen tos Dölkerbundskommissars, des Engländers Mac Donnell, nicht zurückgeschreckt. Polen jetzt Recht geben, hieße das Anrecht auf ton Schild erheben. Das kann und wird der Völkerbund nicht und darum sieht auch die Freie Stadt Danzig ton kommenden Beratungen in Genf mit Ruhe entgegen. Die Korridorfrage und das Danziger Problem würden auch nie und nimmer in einem freundlichen Sinne gelöst werden können, wenn Danzig nicht al« dn selbständiger Staat im internationalen Sinne erklärt und auch von Polen anerkannt würde. ES dreht sich jetzt also nicht um Danzig und Polen allein, sondern um den Frieden im Osten, um den Frieden in Europa.
Dom Verein für das Deutschtum int Ausland.
In Dresden hielt soeben der „Verein für das Deutschtum im Ausland" seine Frühjahrshauptausschußsitzung ab, die aus dem gesamten Reich, Oesterreich und dem deutschen Auslände stark beschickt wurde. Eingeleitet wurde die Tagung durch einen außerordentlich stark besuchten Deuts chen Abend, auf dem Senator Hartl (Reichenberg) über die Schul- verhältnisse in der Tschechoslowakei sprach. Die Hauptausschuhsitzung wurde durch eine auf die politische Lage eingehende Reto des
draußen zu suchen hat, flüchtet an den warmen Ofen.
Immer toller wird das Gestöber. Die gebahnten Wege verschwinden. An einzelnen Stellen türmt sich der Schnee zu Hügeln auf. Bei herein- bvedicntor Nacht läuten die Glocken. Verirrten die Richtung nach dem Dors zu weisen.
Volle vierundzwanzig Stunden hält das Wust erw et ter an. Mit einem Male wird's kirchen- still. Schars urnrissen. wie verwandelt liegen die Gehöfte da. Im Hochwald, auf dem die Schnee- massen lasten, werden die Zauber des Märchenlandes wach. In dem weihen Schweigen weht's ton Wanderer geisterhaft an. Hier dräut ein Riese mit blitzendem Schwert, dort bleckt dn Fabeltier die Zähne. Auf dem Heidenplatz aber, wo die Heren in der Walbersnacht mit dem Teufel tanzen, ist ring« im Kringel der Schnee zerstampft. Traun, die Wunder hören nicht auf!
Den Dutternickel hatte ein Geschäft nach Stomdorf geführt. Auf dem Heimweg abend« hatte ihn der Schneesturm überfallen, er war von der Straße abgdrrt und hatte sich nicht mehr zurechtsinton können. Die Fußspuren zeigten, daß er im Kreise torumgegangen war. Dann hatte ihn wohl die Müdigkeit bezwungen, er war zu Boden gesunken und im Schlaf erfroren. Den Kopf an einen Baurn gelehnt, den der Sturm gebrochen, entdeckte ihn am andern Morgen tot Landbriefträger Heil.
Diele Tränen wurden dem Verunglückten nicht nachgeweint. In der Familie war er als ein Tyrann aufgetreten, der seine Leute kar- niffelle und keinen Widerspruch duldete. Gewinnsüchtig und unersättlich hatte er sein Gewissen tanzen lassen, wie er pfiff, hatte manch arme« Bäuerlein bedrängt und geschunden. Trotz alledem hatte der Pfarrer seiner am Grato mit Nachsicht und Milde gedacht. Den Dank dafür konnte der geistliche Herr in den Gelichtern der nächsten Leidtragenden lesen, und auch tot Fernstehenton Blicke wandten sich ihm voll Vertrauen unb Befriedigung zu.
Nach der Beerdigung trat der Lehrer auf ein Plauderstündchen in das Studierzimmer tos Pfarrers.
Vorsitzenden. Staatssekretär« a. D. von Hintze, eingeleitet, die in der Forderung auSklang: Wit Arbeit und Opfern für unser Volkstum müssen und können wir es erreichen, daß uns der Sieg des Weltkrieges doch noch zufällt. Für den über den Voranschlag hinausgehenton Haushaltsplan von 650 000 Dm. für das vergangene Jahr wurde Entlastung erteilt. Das Jahr 1925 bringt zum erstenmal einen Haushaltsplan, der eine Million Goldmark überschreitet und dessen Deckung mit Zuversicht erwarte: wird. Hervorzuheben ist, dah die durch besondere Einkünfte gedeckten Verwaltungskosten nur 6 Ptoz. der Gesamtausgaben betragen, so dah die aus Sammlungen. Milgliedsbeiträgen usw. eingehenden Einkünfte ohne jeden Abzug der Ünter- stützungsarbeit zugute kommen können. Den Aufstieg des grohdeutschen KulturgedankenS kennzeichnet am besten die Tatsache, daß im Iahte 1914, zu der Zeit der Macht und Wirtschaftskraft des Reiches, der Verein einen Haushaltsplan von ungefähr 140 000 Grn. auszuweisen hatte. Zwei Beschlüsse hinsichtlich der Erleichterung tor Lage des unterdrückten Deutschtums u. a. in Südslawien und Südtirol wurden gefaßt. An die Hauptausschuhsitzung schloß sich eine Aussprache über die Minderheiten fr age an. Hervorgehoben werden muß noch eine außerordentlich reichhaltige und geschmackvoll aufgebaute Ausstellung der Verkaufs- gegen stände des DDA.-Wirtschattsurterneh- mens, deren Bezug gleichzeitig eine wirksame Unterstützung der VereinSarbeit bedeutet. Neben den bekannten Dolkslietorkarten. Zeitschriften, Kalendern sah man Schrdbwaren jeder Art. Wimpel, Fähnchen, die kleidsame Wandertracht der VDA.-Iugend und vieles andere. Auch ein neuer Siebenbürgenfilm fand bei feiner Probevorführung Anerkennung Die Tagung schloß mit einem Ausflug nach Meißen.
Aus der Provinz.
Landkreis Gießen.
Dg. Grohen-Duseck. 10. März. Die hiesige Lackfa brik ging vor kurzem in den Besitz de« Fabrikbesitzers van den Berg auS Bremen über. Da der Betrieb feit mehreren Monaten geruht hatte, waten die Vorbereitungen zur Wietoraufnahme in vollem Gange. Man konnte mit der Gefchäftsaufnahme in kürzester Frist rechnen. Nun ist heute ein allerdings kleiner Seit des Kesselhauses durch Feuer zerstört worden. Der Brand entstand bei tom Probeheizen eines Kessels, offcnb.it durch Heber» Heizung. Der in tom Kessel befindliche Lack trat aus und entzündete sich, so daß gegen 3 Uhr nachmittags der eine Kesseltaumtn Brand stand. Dem Eingreifen tot hiesigen Feuerwehren gelang es. das Feuer auf feinen Herd zu beschränken.
• Kesselbach. 10. März. Die gestrige Holzsubmission auf unserer Bürgermeisterei ergab nachstehende Höchstangebote: Kiefernstämme 3. Kl. 3525 Mk., 4. Kl. 31,75 Mk., 5 Kl. 26,75 Mk.. Fichtenstämme 2. Kl. (dürr) 32,15 Mk., 3. Kl. 31,75 Mk., 4 Kl. 28,75 Mk., 5a. Kl. 26,75 Mk., 5b. Kl. 25.25 Mk. je Fstm.
f Grünberg, 9. März. Gestern nachmittag hielt der Landjugendbund, Bezirk Grünberg, in Lauter toi Gastwirt Hoek seine Hauptversammlung ab. Zu dem Bezirk Grünberg gehören die Orte Anenhain, Gellshausen, Göbelnrod, Lauter, Lehnheim, Lumda, Queck- born, Reinhardshain und Weickartshain Zahlreich waren die Mitglieder aus den einzelnen Orten, ganz besonders aber von Geilshausen und Weickartshain erschienen. Der Vorsitzende, W. Zimmer-Lauter, hielt die Begrüßungsansprache. Da sich im Laufe tor Zeit ergeben hat. daß der seitherige Bezirk zu groß war, ist Laubach feit tom 31. Dezember v. I«. aus- geschieden, um einen selbständigen Dizirk zu bilden. Der Bericht über die außerordentliche Generalversammlung in Gießen ergab, dah Rob. Schmidt- Steinheim als erster, C. Rühl- Schotten als zweiter Vorsitzender, Georg -Hellbach bei Alsfeld als Schriftführer und als Rechner Gg. Kreuder-Grünberg gewählt• wurden. Zu dem Vorstand de« hiesigen Bezirks gehören Wllh. Zimmer- Lauter als erster, G. Grün- Lehnheim als zweiter Vorsitzender, L. Herz-
„Eben", berichtete er, „hat mich der Iöckels- heinrich angehalten. .Daß der Pfarrer kein Trenser is. meinte er. ,hab ich schon lang gewußt. Aber beut hat er Worte gehabt, al« kämen sie aus tor Wand!' Das soll em großes Lob für Sie sein, Herr Pfarrer. Und wenn ich noch etwas sagen darf: Sie taten sehr wohl daran, dah Sie auf die Empfindlichkeit der Nickels Rücksicht genommen haben, 's ist dem Bauer fürchterlich, wenn feine häuslichen Angelegenheiten und <jar Verschuldungen eines seiner Familienmitglieder vor der Gemeinde erörtert werden. Anfangs der achtziger Jahre starb hier ein Landwirt namens Welker. Dem seine Reto war: ,Jch trag die Kirche in meiner Brust, ich brauch feinen öffentlichen Gottesdienst! Der Pfarrer Hoffmann selig, tor kein Blatt vor den Mund zu nehmen pflegte, nannte den Mann in seiner Oeichenpredigt geradezu einen Kirchenverächter. Was geschah? Die Familie ließ tom Weller einen pomphaften Leichenstein setzen. Darauf kann man jetzt noch die Worte au« ton Klageliedern tos Jeremias lesen:
Meine Feinde haben mich gehetzt Wie einen Vogel ohne Ursache. Eie haben Steine auf mich geworfen, Du siehest. Herr, wie mir so ungerecht geschieht. Hist mir zu meinem Rechte!
Der Pfarrer Hoffmann hat sich natürlich sehr darüber geärgert und traf die Bestimmung, wenn er hier sterben sollte, wollte er auf dem Friedhof in Lauterbach begraben werden."
„Nach allem, was ich von tom Kollegen Hoffmann gehört habe", sprach tor Pfarrer, „hat er ohne Menschenfurcht gepredigt und ohne Menschengefälligkeit, ehrliche Worte tor Wahrheit. Das Ziel hab ich mir auch gesteckt. Daneben hat die Ucberjeugung in mir Raum gewonnen, ich darf ton Dogen nicht überspannen. Ich kenne ton Boden noch zu wenig, auf ton tor Same fallen soll. Dis ich mich völlig in die Gemeinde dngelebt habe und in die Seelen der Menschen hineinleuchten kann, darüber werden noch Jahre vergehn. Dorab lass' ich mir's genügen, daß sie in die Kirche gehen, wenn's zusammenläutet. Ein paar Nachdenksame sind schon darunter, die es spüren, wenn ich mich an ihr Gefühl und ihre
Mittwoch, U. März 1925
berget- Queckborn cllS Schriftführer und Dg. Kreuder- Grünberg alS Rechner. AtondS führte die Ortsgruppe Geilshausen das Theaterstück »Der Kuhdieb", die Ortsgruppe Lauter »wd Theaterstücke, wovon tot .Schmied von Ruhla" ganz besonders gefiel, auf. Außertom wurden Gedichte und Couplets vorgetragen. Mit b m Gelang to« Deutschlandliedes und ,0 Deutschland hoch in Ehren" sand die Zusammenkunft ihren Abschluß.
• Wetters Hain, 10. März. Bei tor gestrigen Holzs ubmission unterer Ge ictn.'e lagen folgende Höchngebote vor Ficht en nä m, ne 3 Kl 30,25 Mk.. 4 dL 27.05 Mk.. 5a-Al. 23,05 Mk.. 5b-Al. 26,50 Mk.. Alefemflämme 4 Klasse 27 Mk., 5. Kl. 23 Mk., Grubenholz 19 All. pro Fest meter.
• Leihgestern, 10. März. Die gestrige Holzversteigerung in unserem Gemdnto- wald zeitigte folgende Durchschnittspreise Kiefernstämme 36 Mk.. Fichtenstämme 28 Mk. je Fstm.. Kiefern-Nutzscheiter 15 Mk..Kiefern-Brenn- scheiter 16 Mk.. Kiefern-Brennknüppel 12 Mk., Kiefernftöcke 7 Mk. je Rm., Kiefernwellen 25 Mk. je 100 Wellen.
• Sich, 11. März. Wegen "Vornahme von Wasserleitung-- und Äananfation«arbetten ist die Kreis st raße Sich- Garbenteich von heute ab bi« auf weitere« für den Durch- ga ngsverkehr gesperrt
• Rodheim a. d. Horloff, 10. März. Bei der gestrigen Holzsubmisfion auf unserer Bürgermeisterei wurden nachstehende Höchstgebote festgestellt: Fichtenstämme 3. Kl. 29.30 Mark. 4 Kl. 27,70 Mark, 5a. Kl 23.50 Mark, 5b. Kl. 21,50 Mark, Kiefern-Grubenholz 14 Mark je Fstm.
Kreis Friedberg
Sf. Friedberg, 9. Mürz. Heute Dor» mittag fand in tor Fest halle tor Augustiner- schule die feierliche Entlassung der Abiturienten deS Gymnasiums und tor Oberrealschule statt. Die beiton seithei-igen Klassenführer. Prof. Volp und Prof. Kloos richteten warme Abschiedsworte an die nun ins Leben Tretenden, in deren Namen sprechen die seitherigen Schüler Winkler und Adam warm empfundene Worte des Dankes aus. Musikalische und deklamatorische Vorträge verliehen der Feier einen würdigen Rahmen, von besonderer Wirkung war Schiller« Lied an die Freude, vorgetragen von Schülern tor Oberrealschule alS Sprechchor. — Das unter Leitung von Hermann Haustein stehende, in weiten Kreisen bestens bekannte Friedberger Doppela uart ett hatte mit seinem gestrigen Konzerte einen vollen Erfolg. Die vorzügliche musikaliiche Ausbildung ermöglicht es der kleinen Sängerschar, auch schwierigere Chöre aus dem reichen Schatze des deutschen Liedes in musterhafter Weise zur Geltung zu bringen, so daß auch Komponisten wie Heg ar, Curti, Hutter und d'Albert zur Geltung kamen. Einen ganz besonderen und seltenen Genuß bereitete der Kontrabassist Kurt Möckel von Frankfurt dem zahlreich erschienenen Publikum durch die virtuose Behandlung seines Instrumentes, um so mehr, als man nur selten Gelegenheit hat, dieses Instrument im Solospiel zu hören.
fpd. Friedberg, 10. März. Im nahen Rendel wurde die 28jährige Frau Anna Sauer au« Eichen, die hier bei ihren Eltern wohnte, im Iauchenpfuhl ertrunken aufgefunden. Die Leiche war mit einem Dein am Grubenrand festgehakt. Da die junge Frau nicht allein gehen konnte und auch sehr nertonleitonb war. beantragten die Nachbarn, die sich der Bergung der Leiche angenommen hatten, ilntcrfucbung durch die Staatsanwaltschaft, lieber tos Ergebnis verlautet noch nichts.
Kreis «motten
□ Laubach, 8. März Gestern feierten der hiesige Dchuhmachermeister Johannes Rieb und seine Ehefrau, eine geborene Schmidt aus Münster bei Lich, ihre goldene Hochzeit. Der Ehemann steht im 76.' seine Frau im 78. Lebensjahr. Beide Ehegatten sind noch vollkommen rüstig und erfreuen sich noch einer seltenen körperlichen und geistigen Frische Der Ehegatte steigt noch in ton Gipfel der Bäume und pflückt das Obst. Den Weg Laubach— Grünberg (7 Kilometer) legt er noch in einer
Erkenntnis wende. Eines Tages, so Hofs ich. werden sie eS alle wissen ,daß mir die Ehre und das Gedeihen der Gemeinde am Herzen liegt.“
„Ich bin jetzt im achten Jahre hier", sagte der Lehrer. »Erfahrung ist alles. Wer unter den Oberwäldern etwas erreichen will, muß Geduld auf seine Fahne schreiben. Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg!"
Der Pfarrer stand auf.
..Mit Ihrer Spar- und DarlehnSkalse haben Sie wirklich einen großen Erfolg gehabt. Aber auch auf Ihrem eigensten Feld sehen Sie'- keimen und wachsen. Vorige Woche bei der Schulprüfung ging doch alles wie am Schnürchen. Wobei mir einfällt: was die Kinder in ihrem Aufsatz über die Plünderung und ton Brand im Dorf im Jahre siebzehnhuntortsiebenundneunzig schrie ben, hängt wohl mit ihrem Aktenfund auf tom Rathaus zusammen?"
„Jawohl, Herr Pfarrer."
„Sie werden auch in den Kirchenprotokollbüchern mancherlei finden, was Ihren Zwecken dient."
»Mit Ihrer Erlaubnis benutz ich sie gern. Ich will demnächst einen kleinen Vortrag halten über die kriegsgeschichtlichen Ereignisse im Dors während tot letzten drei Jahrhunderte. Ich habe beobachtet, wenn man ton Leuten etwas aus der Geschichte ihres Orts erzählt, können sich ihre Ohren nicht satt hören, und sie bringen einem Teilnahme entgegen und Verständnis."
„Die Veranstaltungen, die Sie planen, Herr Wcilandt, lassen sich gewiß noch erweitern. Don der Heimatkunde geht man au« und versucht dann, auch das Interesse für andere Wissensgebiete zu wecken."
„Heber die Dinge denk ich schon lange nach, Herr Pfarrer. Wenn Sie da mittun wollten, das wäre wunderschön. Es gilt freilich, einen ungebauten Acker zu pflügen. Und auch hier heißt'« Der Licker reift die Frucht nicht sondern die Zett."
Das Gespräch ging noch dne Weile hin und her. und der Abend dämmerte bereits, als sich Weilandt empfahl.
(Fortsetzung folgt.}


