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®9 Wißet der 'm bett vberamtrnchters Justizrat : Amtsrichter Sruo von >en hieher gezogen unb wird in Logen antreten. Gericht». "Sher hier eine Nichterstelle n verletzt worden.

1- heute mürbe hier bet Uen. Da noch gestern starke i es viele Schweinezüchter Markte zu bringen, obgleich des Wetter eingetreten mar. uftrieb von Ferkeln n bie seitherigen Nie. Das e Ferkel kostete durchschmit- uf dem Jfrämermarft ssstönde ousgejchlagen. Der btt nicht bedeutend, Haupt- -enden Geldknappheit, z. In körperlicher unb gei- : bie ßrch. Wilh.Woaner lolbenen Hochzeit. - rde die angesochtene hiesige l sür ungültig erllatt, nochmalige Wahl sloltfindei. »i. Die Annahme der Forst- d s ch w e i n e bi dem Zwi- total hinziehmdmMark­in W" Mmbeftcmden m veri/M haben, hat sich ne hj der Sogdaulfedtt statt L, dem Walde aus )a. an- l Seiber tonnte der Lchworz- erben, da er plodl'ch M x zueilte. Fedensallr tteibt auf da, Feld, da auch m ziemlich hohe 6dineebttk

Schotten.

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Auswarttge unter räsS?, !t0n? n£te bl Gemüter! in beunruhigte o ß mi.slage noch naaL-

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Betriebe zum Stillstand gebracht hat. Die S t e i n b r ü ch e sind verlassen: der auswärtige Steinrichter, der Niesenlöhne einsteckte und ein Her­renleben führte, ist in seine Heimat zurückgckehrt: nur einzelne einheimische Arbeiter werden noch nlc- Steinklopfer beschäftigt. Diele Arbeiter, die ihre alte Arbeitsstätte verließen und der neuen Industrie zu­strömten, sind nun arbeitslos und können jetzt nur sehr schwer Arbeit finden, da die Holzhauerei bei vermindertem Holzschlag und bereits stark vermehr­ter Arbetterzahl nid t in der Lage ist, noch weitere dazu ungeübte Kräfte einzustellen. Auch die Bahn­höfe find ve r ö d e t. Sleinauto und Steinfuhrwert, die ehedem Fuhre auf Fuhre heranschafslen, fehlen nn Derladeoerkehr, und nur noch Mopssteine wer­den mit Schlitten angefahren.

Starkenburg.

WSN. Neu-Isenburg, 9. Dez. Das schreck­liche Explosionsunglück in der Neu- Fs enbura er Feuerwerksfabrik, dem bis­her fünf Personen zum Opfer gefallen sind, hat j.-tzt ein weiteres Opfer gefordert, so daß insgesamt sechs Personen ums Leben iielöinmen sind. Im Ofsenbacher Krankenhaus ist der Arbeiter Karl Nees aus Neu-Isenburg seinen schweren Brandwunden erlegen. Zwei weitere schwerverletzte Personen befinden sich immer noch in Lebensgefahr und sind bis jetzt nicht vernehmungsfähig, lieber den Gang der Unter­suchung. die weiter fortgeführt wird, ist noch nichts bekannt. Bis jetzt steht fest, daß die beiden ver­hafteten Fabrikbesitzer fahrlässig gehandelt hoben dadurch, daß sie in einem Raum, in dem nur drei Personen beschäftigt wer­den dursten, 13 Arbeiter und Arbeiterinnen unter­gebracht hatten. Ferner haben sie v e rb o t s w i d ri g ।m Borraum einen Ofen Heizen lassen, auf dem die Arbeiterinnen sich Ziegelsteine heiß machten und mit in den eigentlichen Fabrikations­raum nahmen, wodurch dann die Explosion entstand Auch haben die Fabrikinhaber bauliche Ver­änderungen vornehmen lassen, ohne die Er­laubnis der zuständigen Stellen einzuholen. Die Ur­sachen, die zu dem schrecklichen Unglück führten, sind damit völlig geklärt.

05601. Darmstadt. 9. Dez. 2ln der Land­straße zwischen Eberstadt und Darmstadt sind zwei Handwerksburschen erfroren aufgefunDcn worden. Die bedauern Zweiten Men­schen hatten sich in dem hohen Schnee am Chausseerande niedergeseht. um sich auszuruhen. Dabei scheinen sie eingeschlafen zu sein.

05601. Weinheim, 9. Dez. Als gestern in Hohensachsen (Berg"traße) der verhei­ratete Müller Georg Reibold feine Tur­bine in Ordnung bringen wollte, verstrickte sich der um seinen Hals geschlungene Schal in der Turbinenwelle und zog ihn in das Getriebe, so daß der Tod durch Ersticken eintrat. Reibold hinterläßt Frau und zwei un­mündige Kinder.

Preußen.

Streid Wetzlar.

kz. Wetzlar, 9. Dez. Eine Feuers­brunst auf dem Holz - und Kohlenlager der Firma 2 n d e r t h a l erschreckte in der ver­gangenen Rächt die Bewohner des Dahnhofs- viertels. Der Brand war in einem Aufenthalts- .aum der Arbeiter entstanden und breitete sich schnell aus. Da die großen Holz- und Kohlen­vorräte in Gelahr standen, eilte die Feuerwehr mit dec Motorseuersprihe herbei. Doch waren die Hydranten zugefroren unb mußten erst aufgetaut werden. Dann brachte man die Flammen schnell zum Ersticken. Größerer Scha­den konnte verhütet werden.

3 Wetzlar, 9. Dez. (Eigener Drahtbericht desGieß. Anz.") 3n der heutigen geheimen Stadtvervrdneten-Sihung wurde der bisherige Bürgermeister unserer Stabt Dr. Kühn auf eine weitere Amtsdauer von 12 Jahren zum Bürgermeister unserer Stadt wieder­gewählt. Die neue Amtszeit läuft ab Anfang 3uli n. 3.

XX Dorlar. 9. Dez. Eine große west­fälische Schafherde wird durch den starken Schneefall und die grimmige Kälte auf ihrem Marsch nach Süden hier feftgehalten. Die armen Tiere fristen ein kümmerliches Dasein.

Pelzmärtel.

Ein Nürnberger Spielzeugroman.

Dach dem 3!alienisch«n der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein.

Eoptzright 1925 by A. Scherl G. m. b. H., Berlin. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Wohiy reisen wir? Zum Dater?" war ihre erste Frage. Wie hätten sie auch auf einen an­deren Gedanken kommen sollen, nachdem sie feit vierundzwanzig Stunden auf ihn warteten, der auf fo unerklärliche Weise verschwunden war? Nachdem drei Störche sich die Mühe nahmen, sie auszusuchen, um sie durch bie ßüfte zu tragen? Das war nicht mehr als natürlich. Die Störche aber gerieten dadurch in große Verlegenheit. Was sollten sie diesen armen Kleinen antworten, die vor Freude im Zimmer herumsprangen und tanzten und riefen:Vater, lieber Vater, wir kommen, wir kommen!"

Die Störche traten beiseite und hielten Rat. Wiesenstelz erfaßte sofort die Lage.

3ch bin sicher," sagte sie,daß sich die Kruder weigern werden, eine Deise zu unter­nehmen. wenn wir ihnen nicht versprechen rönnen, daß sie am Ende ihren Vater finden werden. Lind da haben sie ja auch recht!"

Bringglück sah Wiesenstelz zärtlich an:Du bist die anhänglichste und verständigste aller Enkelinnen und beurteilst alle nach dir selber. Du wirst wohl das Richtige getroffen haben."

Mit dem Versprechen ist das so eine Sache", wendete Luginsland ein.05enn die Kinder Daran glauben und, am Reiseziel angekommen, merken, daß nichts Wahres daran ist. fo wird ihre Enttäuschung um so schrecklicher sein."

Auch das ist zutreffend", sagte Dringglück.

ODährend die Störche so überlegten, tollten Otto und Liesel immer vergnügter durch das Zimmer. Sie nahmen sich bei den Händen und nun ging's mit Singen und Springen im Kreise herum:

Einmal hin, einmal her, Hast du's nicht vernommen? Ringelreihen, kreuz und quer, Väterchen wir kommen!

Wir kommen, Wir kooom men!"

Alles zu Ehren der Störche und des Pelz- märtels. Immer lauter ging ihr Singsang, immer

zumal sie auch über Dacht im Freien bleiben. Die Herde kommt von Meschede, sie zählt 700 Jungtiere und ist von 2 Hirten und meh­reren Hunden begleitet.

Kreis 9)Zavbntfl.

Marburg, 8. D:z. Gestern wurde auf dem Bahnhof im nahen Eolbe die 64jährige frühere Gasthofsbesitzerin Marie Reh aus Frankenberg vom Zuge überfahren unb getötet. Die Frau hatte den besch.eun'.gten Personenzug nach Kassel versäumt unb wollte wieder zurück nach Frankenberg fahren. Dabei rutschte lie aus unb fiel unter die Räder des Zuges.

Mainoan.

Weihnachtsbeihilfen für Erwerbslose.

WSD. Frankfurt a. OH., 9. Dez. Der Magistrat ist dem Beschluß brr Stadtverordneten­versammlung auf Gewährung einer einmali­gen Weihnachtsbeihilfe an bic Er­werbslosen, Ausgesteuerten. Sozial- unb Kleinrentner, fctoie Pfleglinge des Wohlfahrtsamts b igetr ten unb bt beschlossen, die erforderliche Summe von 400 000 Mk. zur Beifügung zu stellen. Die Erwerbslosen wer­den 2060 Mk, Cie Pfleglinge des Wohlfahrts­amtes 1030 Mk. erhalten. Mit Rücksicht auf die ungünstige Lage hat der Magistrat das ur­sprüngliche Pr gramm von Rotstandsarbei- ten wesentlich erweitert, um Gelegen­heit zur Beschäftigung einer möglichst großen An­zahl von Erwerbslosen zu schaffen. Es handelt sich im wesentli^en um StrcEenbauten. Wieder­herstellung trn F ldwäben, H.fen- und Drücken­bauten, Kanalarbeiten, die sofort in Angriff ge­nommen toer'en können. Die Ausführung der Arbeiten erfordert insg samt rund 21 2 Mill. Mk. Zur Frage bet Gewährung zinsfreier Darlehen an die städtischen Beam­ten, Angestellten und 01 r bei ter ift der Magistrat b:m Besch'n > der Stadtverordneten­versammlung b?igetr:ten und hat die Finanz- beput tion beauftragt, einen Kredit von 200000 Mk. zur Verfügung zu stellen.

Kreis Hersfeld.

O56OL Burghaun bei Hünfeld. 8. Dez. 3n Der vergangenen Dacht brach in der Scheune des Landwirts Rudolph Feuer aus. bas rasch um sich griff, Scheune unb Stallun­gen einäscherte unb auch auf das Da ch - bargebä u be Übergriff. Ser Grund für bie große Ausbehnung des Brandes lag darin, daß bie Ortsfeuerwehr infolge eines Defektes an der Feuerspritze nicht rasch genug in Tätig­keit treten konnte. Außcrbem waren die Hy­dranten Der Wasserleitung durch bie gr'.mmige Kälte eingefroren. Erst als die 05ehren aus den Dachbardörsern eingetroffen und die Hydranten aufgetaut waren, gelang es, eine wei­tere Ausdehnung des Brandes zu verhindern unb die start gefährdeten Dachbargebäude zu retten. Der Schaben ist nur zum Teil durch Versicherung gebeckt. Auch eine völlig neue Dreschmaschine mit Motor wurde vernichtet. Man vermutet Brand st iftung.

Schwurgericht Gießen.

* Gießen, 9. Dez. Unter Ausschluß der Oes- fentlichkeit wurde heute gegen die Minna St. von Gelnhaar wegen Kindestötung verhandelt. Sie hatte am 18. Februar 1.3. ihr unehelich geborenes Kind unmittelbar nach der Geburt durch Erwürgen vorsätzlich getötet. Das Schwurgericht sprach sie trotz ihres Leugnens schuldig und verurteilte sie, dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend, zu zwei Jahren Gefängnis.

llsurnen, Sport und Spiel

SporfpiegeL

3m internationalen Amateurbox­turnier in Stockholm errangen die Schweden den Sieg in vier Klaffen. Deutschland war durch Volkmar im Federgewicht (im Endkampf gegen den Schweden Haglund) und durch Sievert im Schwergewicht (in der Entscheidung gegen den Schweden Levin) siegreich, Italien und Norwegen gewannen je den Sieg in einer Gewichtsklasse.

schneller drehten sie sich. Sie verloren das Gleich­gewicht, sie kollerten übereinander, und wenn sie sich auch Ellenbogen und Knie wund stießen, so kümmerten sie sich nicht darum. Sie waren zu glücklich.

Der Anblick dieser unschuldigen Ausgelassen­heit griff den Störchen ans Herz.

Glaubt mir," sagte Wiesenstelz,wenn wir ihnen jetzt, wo sie sich in den Kopf gesetzt haben, ihren Vater aufzusuchen, die Wahrheit sagen, wird ihre Enttäuschung nicht minder groß fein."

Der ehrliche Luginsland jedoch, dem das Lugen widerstrebte, begann zögernd:

Meine lieben Kleinen! Ein Storch fügt niemals die Unwahrheit. 3ch, Luginsland, Bringglück und Wiesenstelz glauben sicher zu fein, daß euer Vater--

Aber er brach gleich wieder ab. Wenn auch Otto und Liesel wenig von seiner Rede begriffen hatten, so merkten sie doch an dem schüchternen, unsicheren Ton, daß Luginsland nichts Ange­nehmes vorzubringen hatte. Zwei Paar große Augen, auf deren Grund schon eine Träne zitterte, betrachteten den guten Storch mit sicht­barer Bestürzung.

Aber nein, aber nein!" griff Da Wiesen­stelz geistesgegenwärtig ein. ..Die Botschaft, die uns Pelzmärlel aufgegeben hat, ist ja viel ein­facher. Sie lautet: Otto und Liesel sollen sich für eine lustige Reise bereitmachen. Sie sollen ifjre Sonntagskleider anziehen und den Pelz­kragen, den Wollschal und die Gamaschen nicht vergessen. Dann sollen sie in einem Körbchen etwas zu essen rnitnehmen, zum Beispiel Brot und Wurst, und Darauf nehmen sie ohne weiteres in diesem schönen Landauer Platz. 0lm Schluß der Reise werden sie dann schon den Zweck er­fahren und Dem Pelzmärtel dafür danken, daß er an sie gedacht hat."

Sofort beruhigt, hörten bie Kinder schweigend zu. Otto entnahm der Botschaft, daß der Pelz- märtet ihm verziehen hatte, und fein Herz war voll Danklarleit. Die beiden Reifenden fragten nicht einmal,: Welchen schönen Landauer?", wie es ihr gemacht hättet und ich auch, wenn wir keine Reisekutsche gesehen hätten. Sie fanden alles selbstverständlich.

Sie machten sich gar keine Gedanken darüber, als Wiesenstelz ihnen eine Ruß zeigte und sie einlud. fich's Darin für eine zehntägige Reise

Einen neuen deutschen Dam en - s ch w i m m r e k o r d im 400-Meter-Rückenichwim men hat Frl. Simon- Hamburg mit 7:10 aus­gestellt.

Deutsche

Turner-Handdallmelsterschaft.

do. Die Handballmeisterjchgft 1926 der Deut­schen Turnerschaft wird am 6. 3uni in Ulm oder Dresden ausgetragen. Die Vor- und Zwischenspiele sind der Ersparnis halber lufammcn^legt worden und steigen am 15. und 16. Mai in Berlin und Frankfurt a. M. 3n der Reich-Hauptstadt treffen die Meister von Mittel-, Nord-, Ost- und Südost­deutschland aufeinander, während in Frankfurt die­jenigen von Süd-, Südwest-, West- unb Nordwest- Deutschland um die Teilnahmeberechtigung am Endspiel kämpfen.

Zur selben Zeit und am selben Ort steigen auch die Meisterschaftskämpfe im Fußball der D. T.

Buntes Allerlei.

Phonotunft.

Wer die Entwicklung Der Schallplatteuindu- ftri? während Der letzten Jahre aufmerksam unb sachkundig beobachtet hat. Der wird immer deut­licher bei den llntemcbmcrn dieser 3nbuitrie das Bestreben festgestellt haben, nach künstleri­schen Gesichtspunkten zu arbeiten. Das Haupt­verdienst an dieser Olenberung Der Richtung hat zweifellos dieDeutsche Grammophon-Aktien­gesellschaft". Durch das neue elektrische Auf- nahmeverfahren dieser Gesellfcha't sind Die Künst­ler nicht mehr gelungen, direkt vor Dem engen Trichter zu spielen. Alle im Aufnahmeraum erzeugten Schallplatten werden dort von dem neuen Aufnahmemikrophon auf eleltrischem Wege zu dem Aufnahmeapparat weitergeleitet und glerchzeitig verstärkt. Durch dieses neue Oluf- nabmeverfahren werden Platten von fünfter Pla­stik Der Töne hergestellt. An Vielseitigkeit, Um­fang unb Qualität ist das Repertoir der Gesell­schaft außerordentlich hoch entwickelt, es umfaßt sämtliche Zweige musikalischer KunftauLübung tn staunenswerter D'llständigkeit. 3ebe Oper, jede Symphonie, jede Kammermusikart, das im Thea­ter ober Konzertsaal entzückte, kann man sich durch Grammophon daheim vorspielen lassen, so oft man will. Man kann auch alle Sänger und Sängerinnen der Gegenwart und Vergangenheit zu Gaste laben. Caruso. Schaljapin, Bohnen, Schlußnuß. bie Hempel und Maria 3oogin, ober wen man sich immer wünschen mag. 3hre Stim­men leben fort und sind unsterblich gemacht burch die Schallplatte und Sprechmaschine. Beide sinb im Leben der deutschen Familie gerade in letzter Zeit ein bedeutender Faktor geworden. Man ist überrascht, mit welch vollendeter Olaturtreue Die Stimmen Der Sänger, Die Vielseitigkeit des Or­chesters toiebetgegeben werden. Keine Feinheit gebt verloren, glockenrein entströmen in abgerun- beter Fülle und Klangfarbe die Töne dem 3n- ftrumente.

Wirtschaft.

Das erste Geschäftsjahr der selbständigen Neichspoft.

Die Deutsche Reichspost veröffentlicht jetzt ihren Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 1924. Die günstige Entwicklung des Verkehrs habe sich im großen und ganzen auch während des Berichts­jahres fortgesetzt. Die Deutsche Reichspost habe nach Einstellung des Personalabbaus nicht ausgehört, durch Vereinfachungsmaßnahmen aller Art die Zahl der Dienstposten nach Möglichkeit einzuschränken. Ferner seien Vorkehrungen getroffen worden, die zu einer fühlbaren Vereinfachung in Ver­waltung und Betrieb geführt haben, wozu eine Verein,achung im Kassen- und Rechnungswesen, Ersparnis an Schreibwerk und Wegfall zahlreicher Vordrucke und Nachweisungen gehören. Schließlich sind auch im letzten Geschäftsjahr die mechanischen Einrichttingen wieder vermehrt worden. Nament­lich hat der Betrieb^bei den Postscheckämtenr durch Einstellung von Schneidemaschinen, Druckpressen, Heftmaschinen, Durchleuchtungstischen, elektrisch be­triebenen Bohrern u. dgl. eine zeitgemäße Verbesse­rung erfahren. Hinsichtlich der übrigen Betriebs­zweige sind noch erwähnenswert die Nutzbar­

bequem zu machen. Alle anderen Kinder und, ich muh sagen, ich auch, hätten an einen schlechten Scherz geglaubt. Otto unb Liesel Dagegen be­gannen infolge Der Zauberei, Die Der Pelzmärtel hinter ihrem Rücken vornahm, kleiner und kleiner zu toerDen, ohne es zu merken. unD mit ihnen schrumpfte Das Zimmer ein, schrumpften Die Möbel, Betten. Teller unD Töpfe ein. Schrumpfte Das Fenster ein, Das Dach und ganz Oiürnberg, das weiß und schläfrig aus der Dämmerung des kalten Weibnachtsmorgens durch Die Scheiben schimmerte: bis schließlich nur noch zwei winzige KinDerchen Da Haren in einem winzigen Häuschen eines winzigen StäDtchens.

Das einzige, was nicht einschrwnpfte, war Die Ruß. Mit ihren zwei offenen Schalen, aus Denen Der Kern hcrausgenommen war, nahm sie fast das ganze Fenster ein. Die war ganz mit feinem Storchenslaum ausgepolstert, eine wahre Königsequipage. Otto und Liesel stiegen ein, nicht ohne vorher eine Unmenge Gepäck hineinverstaut zu haben. Bloß ein Körbchen mit etwas zu essen Dann, nein, das war es nicht. Es war die halbe Wrhnung. Zuerst wollten sie nur Die alte Stoffpuppe unD Das lahme Pferdchen, die Schulbücher, Die Hefte, Die Federn unD ein Tintenfaß mitnehmen, a3er beim Koffer- Packen erschienen ihnen immer mehr Sachen als unentbehrlich. Va er muhte doch seine Pantoffeln haben und seine Schlafmühe. Man brauchte ein Mesferchen, um Olepsel zu schälen, eine 'Därme­flasche, einen Trinlöschet, ein Cimerchen, und überhaupt alle Taschentücher und Stiefel, Die Da waren. Bei einer Winterreife, überlegten sie, war Das Wichtigste, so oft wie nötig sich Die Olafe putzen und Die Schuhe wechseln zu können, Denn man toürDe Doch nasse Führ kriegen. Dem Vater seine Strümpfe unD Taschentücher Dürfen wir auch nicht vergessen, sagte sich ßiefel als vorsorgliche Hausfrau. So kam es, Dah ein wahrer Berg von allerhand Zeug sich auftürmte, als es ans Aufladen ging. Da galt es zwei- unD Dreunal urnzulaDen, bts alles in Der einen Ruh'chale Platz gefunden hatte, wahrend Otto und Liefet sich mit der anderen zufriedengaben, wo es zwar ein bißchen eng, aber um so wärmer unD molliger war. Als sie schon DaS OlbsahrtS- zeichen geben wollten, dachten sie an Die Ge­vatterin Cornelia unD schrieben ihr noch schnell einen schönen Abschiedsbrief, in Dem sie aus­führlich von Der wichtigen Reise erzählten, Di«

machung weiterer maschinenmäßiger Beförderungt­anlagen im Postbetrieb, die vermehrte Verwendung von Zählkaflcn bei den Paketannahmestellen, die Wiederaufstellung zahlreicher Postwertzeichengeber, die Einführung selbsttätiger Ladeschalter für Sammlerladestellen im elektrischen Postkraftwagen­betrieb usw.

Dem Geschäftbericht find lunfangreiche Stasi- ftiten über den Brief-, Paket- und Wertoerkehr. Postanweisungs. Postaustrags-. Postnachnahme­verkehr- und Zeitungsoerkehr beigegeben. In dem Wirtschaiksjahr vom 1. April 1924 bis 31. März 1925 find innerhalb des Deutschen Reiches insge­samt 3937,8 Millionen Briefe, aus dem Auslande nach dem Deutschen Reich 191,5 Millionen Briefe, nach dem Ausland aus dem Detttschen Reich 1256,6 Millionen Briefe befördert worden, was gegen 1923 eine Ztrnahme von 1170 Millionen bedeutet. Auch dtc Zahlen des Paketoerkehrs weisen eine erheb­liche Steigerung auf. Die Zahl der durch die Post insgesamt beförderten Zeitungsnummern ist von 1931,1 Millionen im Jahre 1923 auf 1992,4 Tiit« lionen im Jahre 1924, mithin um 3,2 Proz. ge­stiegen. Im Postscheckverkehr wurden im Berichts­jahr 78 501,3 Millionen Mark gegen 44 092,8 Mill. 1914 umgesetzt. Ferner wurden im Jahre 1924 45,6 Millionen Telegramme befördert, was eine Abnahme gegen das Vorjahr um 23,1 Prozent beträgt. Im Funkverkehr wurden im ganzen 915 400 Telegramme befördert. Die Zahl der Rund­funkteilnehmer Ende März 1925 betrug rund 800 000. Einen besonderen Abschnitt widmet der Geschäftsbericht dem Personalwesen, in dem die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und Angestellten und der Bcapiten dargelegt werden.

Einem veranschlagten Ueberschuh von 25,2 Mill. Rm. gegenüber wird bei 1654 Mill. Rm. Gesamt­einnahmen unb 1585,2 Mill. Rm. Gesamtausgaben ein Ueberschuß von 68,8 Million en Rm. ausgewiesen.

* Bamag-Meguin A. G.. Berlin. In der o. H. V. wurde der bekannte Abschluß geneh­migt. Der Reingewinn von 30 309 Rm. wird auf neue Rechnung vorgetragen. Nach den Ausfüh­rungen, die Generaldirektor P e i s e r in der Ver­sammlung machte, sind die wirtschaftlichen Berhält- nisfe bei der Gesellschaft etwas schwieriger gewor­den. Insbesondere sei die Geschäftslage bei den westdeutschen Werken ungünstig. Der Auftragsein­gang aus dem westfälischen Bergbau, der für den Absatz der Gcsellschast von erheblicher Bedeutung ist. hat infolge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Steinkohlenbergbaues in letzter Zeit ganz er­heblich nachgelassen. In den Gebieten westlich des Rheins sei die Geschäftslage bei weitem günstiger. Bei der Dessauer Abteilung sei die Verminderung der Geschäftstätigkeit nicht stärker als sonst im Herbst und Winter. In der Abteilung für Gas- unb Wasserwerke schweben bedeutende Projekte und liege ein großer Auftragsbestand vor. Schwierig' feiten bei Der Durchführung der Projekte maajt aber die finanzielle Notlage vieler Gemeinden, ebenso die allgemeine Kreditknappheit, von der be­sonders die Gemeinden betroffen werden. Da Die Anlagen der Gesellschaft bei den Gemeinden jedoch als produktiv zu bezeichnen sind und vielfach schon in wenigen Jahren amortisiert werden, hoftt die Gesellschaft, daß die Regierung auf diese beson­deren Verhältnisse entsprechend Rücksicht nimmt Besonders zu erwähnen ist die ständige Besierung im Auslandgeschäst, vor allem auf dem Gebiete der chemischen Industrie. Die hier vorliegenden Pro­jekte sind außerordentlich groß: inwieweit sie tn diesem Jahre au verwirklichen sind, kann im Äugen- blick noch nicht gesagt werden.

* Hansa-Llovd-Werke M. G. m vre« men. Zur Geschäftslage der Gesellschaft wird mit- geteilt, dah genügend Aufträge für den ßofttraft- wagenbau vorliegen. Allerdings ist die Lage der Personenwagenfaorikation infolge Mangels an Auf­trag so wenig befriedigend, daß für das Ge­schäfts,ahr 1924/25 die Verteilung einer Dividende kaum in Frage kommen wird.

"Phönix A. (9. für Bergbau unb i^üh tenbetrieb-Trust Maatfchappij. Wie der

bei Husten, Heiserkeit, Katarrh

sie jetzt unternehmen wollten. Das Briefpapier aber war ein Blatt, unD so winzig. Daß Ge­vatterin Cornelia, als sie es in Der wieder groß getoorDenen Wohnung sank), mit Dem Staub­lappen wegwischte, gerade so wie man von Der Fensterscheibe ein Mückenflügelchen wegwischt. O Gevatterin Cornelia, wenn Du gewußt hättest--!

Die KinDer batten inzwischen ibre aben­teuerliche Reise begonnen. Die Abfahrt war ohne Zwischenfall verlaufen. Aus Das Kom­mando des ZugführersFertig!" tat eS einen Schnapp, und bie Ruß war zu. Krachaus, Der bis zu Die'em Augenblick in Dem weichen Storchengefieder geschlafen hatte, sprang vor und packte sie mit Den Zähnen. Aus ein zweites KommanDoFertig!". Das Diesmal vom Pelz- märiel kam, erhoben sich Luginsland, Bringglück unb Wiesenstelz zu majestätischem Flug. Ihre großen gewölbten Schwingen Durchschnitten Die Luft mit sicherem und regelmäßigem Schlag. Hinter ihnen schloß sich DaS Fenster von selbst. auS Der winzigen AbslugShalle tourDe wieder Die einsame Wohnung Peter Tands.

Als ob sie Den KinDern zunächst einmal Nürnberg aus Der Vogelschau zeigen wollten, waren Die Störche zu großer Höhe empor- gestiegen. Durch ein Fensterchen, Das in Die RußwanD eingebaut war. konnten die kleinen Reisenden Die weite, weite schneebedeckte Ebene überblicken, aus Der sich auf einem einsamen Felsen Die alte Burg erhob und etwas spöttisch auf Die in Aufregung befindliche Stadt herab­schaute. Zu Den steinernen Wächtern gewandt, den spitzen Giebeldächern. Den Dicken Festungs- unD Den schlanken Glockentürmen, tagte-Die Burg über Dem unterirdischen Gang, wo die Spiel­sachen versammelt waren:

Schau einer an. Du schläfst, altes Nürnbergs Törichtes Rürnberg, faules Nürnberg! Siehst Du nicht, was am Himmel vorgeht? Sie ziehen fort! Sie machen sich auf und davon, Die Spiel­sachen, Die besten Freunde der Kinder! Warum rufst du sie nicht, warum hülst du sie nicht Mirüd? Zu was hast du Denn eigentlich deine Wacht­türme. wenn du nicht einmal solche Ausreißer aufzuhalten verstehst? Begreftst du denn nicht, was das heißt, denkst du Denn nicht an Dai Rachher? He, und dann? Lnd daun, und Dann, und DannT

(Fortsetzung felgt) i