Ausgabe 
10.7.1925
 
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Vereinigung alle

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(Nachdruck verboten.)

7 17. Fortsetzung.

an den

Universitäts-Restaurant

£300

5613a

Inh.: F. C. Günther

Plockstraße 5

Fernsprecher 198

Saal und Räume für private und gesellschaftliche Veranstaltungen

Mittag- u. Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine

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in met- Propä-

mit den

Vereinigung ehem. Angehöriger des Giehener Realgymnasiums.

Man berichtet uns: Am vorigen Samstag wurde die Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Real-Ghrnnasiurns zu Gießen ins Leben gerufen.

Turnen, Sport und Spiel.

Vom Billard-Sport in Gießen.

Man schreibt uns: Am Samstag, 11. Juli, und Sonntag, 12. Juli, findet im Klubheim des 1. Gießener Dillardklub (Cafe Amend) ein Städte-Wettspiel zwischen Karlsruhe und Gießen statt. Der hiesige Dillardklub stellt fol-

gende drei Herren: Aubin, Schleppen und Paulus der Karlsruher Mannschaft ent­gegen. Der Wettkampf verspricht sehr spannend zu werden, da Karlsruhe über erstklassige Spieler verfügt. Die Leitung des gesamten Wettspiels liegt in den Händen des hiesigen Dillardmeisters H a u b l. durch dessen Bemühungen dieses Wett­spiel zustande kommt.

Neuer Sieg Houbcns.

Krefeld, 9. Iuli. (Wolff.) Bei dem heu­tigen Wettlaufen ist es H o u b e n - Krefeld ge­lungen, die Amerikaner P a d d o k und Mur­chison im 100-Meterlauf einwandfrei in 10,6 Sekunden erneut z u schlagen. Schüler- Krefeld konnte im 200-Meterlauf einen sicheren Sieg gegen Imbach-Schweiz erringen.

aber der Sah gilt auch umgekehrt, wie nem alten Lehrbuch der philosophischen deutik. stebt."

Fräulein Thorben schob den Teller Spargelresten weg:

Die gut

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Die Ab Weltmarkt her Welt w nur um ru etzten Dort handel auf ;

Aeunhundertneunundneuzig von tausend Ver­lobten, die den Film unserer liebenswürdigen Wirtin sehen werden, werden im Halbdunkel die Hände ihres Liebsten drücken und pharisäisch seufzen: dem Himmel sei Dank, so werden wie niemals sein."

Es wäre etwas ganz anderes," setzte Haupt­mann Kassel hinzu,wenn uns die Tante auch einen Film vvrsühren könnte, auf dem der Milch­austräger und sein Weib noch nicht verheiratet sind. lind sogar dann wäre es nicht so sicher, daß die erbauliche Dilderserie wirken würde. Man glaubt so gerne, was man will, heißt es.

Fräulein Fob

Roman von Anders E j e.

Spezialität: Rahmeis in Portionen Schlemmerbecher

Lieferung von Torten und Gebäck außer dem Hause

Willst du sagen, daß die Leute beugen ihrer eigenen Sinne zweifeln würden?"

Der Leutnant lüftete den Hut mit dem grünen Band und verschwand.

Fellips setzte seine Wanderung zwischen den Kastanienbäumen fort, aber ohne Zweck. Fräulein Fob traf er erst am Mittagstisch, leider in einer allzu großen und geschwätzigen Gesellschaft. Der Leutnant hatte ihm herzlich für die gute Wegweisung gedankt: zwar hatte er das Paar Repin-Kassel nicht genau in der angegebenen Laube getroffen, aber gleich daneben. Fellips lachte etwas verlegen, innerlich aber fluchte er. Wenn er für andere eine Begegnung vermitteln sollte, half gewiß der Zufall mit.

Fräulein Thorben war in ihrem Element. Ihr Humor schlug Funken. Eine Stunde vor dem Mittagessen hatte sie einen der Milch- austräger des Gutes in seiner Wohnung aus­gesucht und war Zeuge eines ganz besonders saftigen ehelichen Zankes geworden. Die ganze Sache hatte sich um eine Bagatelle gedreht, die der normale unverheiratete Mensch nicht des un­schuldigsten Schimpfworts für wert erachtet hätte, aber der stille eheliche Haß verfügte eben über tüchtige Reserven, ein Wort gab gewöhnlich das andere, und sofort war man aneinander ge­raten. Die alte Karoline hatte gottlob die Film­kamera im Rucksack und konnte alles aufnehmen: die wütend verzerrten Gesichter, die unverhüllte Raserei, das Geraufe und die Schläge. Zum Schluß ergriff der Mann ein Beil und wollte seiner ehelichen Hälfte eins auf den Schädel geben, aber da lief das Weib davon in den Wald. Auch dies Ende war mit auf den Film gekommen, wenn auch in verkleinertem Maßstab. Konnte man sich etwas Entzückenderes denken?

Mit diesem Film werde ich in den Dörfern herumfahren," schloß Fräulein Karoline,und es müßte doch mit dem Teufel zugehen, wenn der das Heiratsfieber nicht etwas dämpfen könnte."

Doktor Burelli fühlte sich in Stimmung, die Frage zu diskutieren:

Ich fürchte," sagte er,daß das Fräulein Thorben die Fähigkeit der Leute überschätzt, einen demonstrierten Fall auf sich selbst zu beziehen. Man tut sich gottlob gewöhnlich so phan­tastisch leicht, seine eigenen Verhältnisse zu iso­lieren und in eine eigene Klasse zu versehen.

Mädchen von neunzehn und einem Mann von fünfunddreihig Iahren.

Der Kies zwischen den Grasbeeten knirschte unter eiligen Schritten. Was war dies für ein langer Bengel mit dem grasgrünen Band um den Strohhut? Herr Fellips beschattet seine Augen mit den Händen. Rein, den Kerl dort kannte er nicht.

Ietzt winkte von weitem der andere mit dem Hut.

Ergebener Diener, Herr Bankdirektor, er­gebener Diener. Herrliches Wetter heute, ganz einfach herrlich, Herr Fellips. Ia, ja, hier lebt man und tut sich tagaus, tagein gütlich .....

Entschuldigen Sie, aber....."

Sollten Sie mich nicht mehr kennen? Carlton, Leutnant Carlton vom dritten. Regiment. Ietzt erinnern Sie sich, nicht wahr? Wir trafen uns zuletzt beim Bankett beim französischen Ge­sandten. War ein gemütlicher Abend, nicht wahr, aber teuer, verdammt teuer."

Fellips wünschte den Leutnant zum Teufel. Ietzt war also die Sammlung wieder vermehrt um einen unerträglichen Schwäher, einen Hans­wurst. Es war höchste Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Was wünschen Sie?"

Pardon. Ich fragte nach Frau Repin. Man sagte mir, daß ich nur nach Frau Repin zu suchen brauche, wenn ich Hauptmann Kassel treffen wolle And Hauptmann Kassel ist mein nächstes strategisches Ziel, da er mich hierher ein­geladen hat."

Verwünschter Kassel, dachte Fellips. Laut aber sagte er, ohne sich darüber Vorwürfe zu machen, daß er mit jedem Worte log:

Wenn Sie quer hinüber zum anderen Ende des Parkes gehen, finden. Sie eine rote Scheune mit weißem Eckbalkon. Gleich rechts davon kom­men Sie zu einem kleinen Pavillon mit bemalten Fenstern und geblümten Gardinen, und hintev dem Pavillon ist ein kleiner Steig. Den gehen Sie, bis Sie zu einer Laube kommen, dort sind Sie am Ziel. Die Beschreibung ist wohl ein wenig verwickelt, aber der Herr Leutnant verfügt wohl über große Terrainkenntnis. Au revoir."

fragte sie.

Ia, das will ich," beharrte Kassel, indem er einen Blick mit Frau Repin tauschte.So­wie es sich um die Liebe handelt, zweifeln die Leute an allem außer an ihr."

Es kommt darauf an, in welchem Grade man verrückt ist," siel' Leutnant Carlton ein, der sich mit der Wirtin auf guten Fuß stellen: wollte, weil er den ersten Tag auf Besuch war.

Du meinst, wie verliebt," wiederholte Kassel,ganz richtig. Wenn man sich vor der Liebe warnen ließe, entweder durch das, was meine hochgeschätzte Tante Zeugnisse der Sinne oder Burelli philosophische Propädeutik nennt, mit anderen Worten durch gesunde Vernunft und Artellskraft, dann wäre diese Filmkamera ebenso überflüssig wie ein zweiter Pikbub' im Karten­spiel. Wer, wenn er verliebt ist, sich von Ver- nunstgründen leiten läßt, ist ein richtiger alter Perückenstock, und das ist, glaube wenigstens ich, ein Glück für die Welt."

Fräulein Karoline schlug mit der Faust auf den Tisch, ihr guter Humor war wie fort- geblasen:

Es ist nicht die Liebe, die ich aus der Welt schassen will, sondern die Ehe," sagte sie zornig.

(Fortsetzung folgt.)

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verwünschte Burelli muhte unschädlich r gema erden. Mit Kehler fertig zu werden, wird n:. Zauberstück sein, den konnte man be­stechen oder im schlimmsten Fall einschüchtern, aber Der Doktor schien gar keine Angriffspunkte zu zeigen. Er war glatt wie ein Aal, schlau wie ein richtiger Rotfuchs, und von Gottvater hatte er dessen begehrenswerteste Eigenschaft ent­liehen: allgegenwärtig zu sein.

Herr Fellips hatte weder Lust noch Zeit, hier noch weiter als Rarr oder Schuljunge her­umzugehen. Die Sache mußte entschieden werden. Er war nicht gewohnt, seine Pläne auf Eis zu legen, besonders nicht aus Rücksicht auf die Wünsche und Meinungen anderer Personen. Vierzehn Tage lang hatte er nun nach einer passenden Gelegenheit gesucht, dem Fräulein Fob gewisse Aufklärungen geben zu können, und zwei­mal wäre eS ihm beinahe gelungen. Das erstemal scheiterte der Versuch am unvermuteten Auf­wachen der alten kurio'en Thorben, in höchstem Eifer für ihre Filmpropa^anda das ganze vermutlich vom Huchs Burelli arrangiert, und das zweitemal mißlang er durch ein von Burelli und Kehler gemeinsam geleitetes lebendes Bild rustikalen Stiles. Was Fräulein Fob selbst be­traf, hatte sie glücklicherweise beidemale voll­kommen korrekte Reutralität gewahrt.

Aber jetzt ging es nicht mehr länger. Am nächsten Tag früh morgens mußte der Bankier in der Hauptstadt sein, und er mutzte vorher mit Fräulein Fob sprechen können. Bezüglich des Ausganges war er seiner Sache ziemlich sicher. Mit der Erfahrung, die der Bankier zu besitzen meinte, zog er lauter günstige Schlüsse aus dem Ausdruck in Fräulein Fobs Augen, aus ihrem Lächeln, ja sogar aus ihrer offenen Weise, zu sagen: Guten Morgen, Herr Fellips, wie geht es? Ein gewisses unangenehmes Er­eignis, das so und so viele Monate zurücklag, schien ihre Erinnerung nicht im mindesten zu beschweren, in diesem Falle war ja auch ein entschiedener Unterschied zwischen einem

Frau Angerstein geschildert, was er mit seiner Familie selbst durchgemacht habe, um auf diese Weise seine Schwägerin zu beruhigen. Pfing­sten 1924 fuhr Zeuge nun nach Haiger. Er fand Frau Angerstein sehr abgemagert vor: Seuge blieb nur 2 Tage dort. Auf dringendes Bitten kam Zeuge am 6. August 1924 wieder nach Haioer und verlebte dort seine Ferien bis zum 23. 'August 1924. Die Frau Angerstein, deren Zustand sich nach Ansicht des Zeugen gebes­sert hatte, klagte dauernd über ihre

Leiden, und auch fein Bruder Srit)

war wegen der Krankheit seiner Frau sehr niedergeschlagen. Die Ehe von Angersteins war aber, wie Zeuge bekundet, so harmonisch, wie keine andere. Er hat einmal mit dem Angeklagten einen Ausflug gemacht, wo sie auswärts über­nachten mutzten. Der Angeklagte hat dann >ofoct seine Ehefrau angeklingelt und sich nach ihr er­kundigt. Nachdem sie von dem Ausflug zuruck- gekehrt seien, sei die Begrüßung der beiden Ehe­leute äutzerst herzlich gewesen. Auch will oeuge damit, daß er sowie der Angeklagte die Kosten des Ausfluges je zur Hälfte bestritten, nur be­weisen, daß Angerstein nicht etwa über seine Verhältnisse lebte, sonst hätte Fritz als Gast­geber die ganzen Auslagen bezahlen müssen. Der Zeuge schildert nun weiter seine Erlebnisse während des Besuches in Haiger. Der Angeklagte hatte auch die Absicht geäußert, zu bauen, er habe behauptet, ein Guthaben bei der ^irina zu haben, das voll aufgewertet werde. Der Zeuge hat nun bis Ende Rovember 1524 feine Rach- richt mehr von Angersteins erhalten. Am 1. De­zember 1924 erhielt er ein Telegramm folgerten Inhalts:Bruder Fritz Überfällen, foiort kom­men! Dr. Popo." Ein zwei-es Telegramm gleichen Inhalts erhielt er kurze Zeit darauf von seiner Schwester aus Dillenburg. Zeuge begab sich nun fofon von Essen nach Haiger. Als er dort un Krankenhause ankam, war die Kominislimi im Krankenzimmer feiner Bruders. Die ganze Situa­tion tarn dem Zeugen unheimlich vor. Ec wurde zunäclm nicht vorgelassen. Er sah, wie man eine Bahre zu den Leichen hinaustrug. Er glaubte, sein Bruder habe den letzten Wunsch geäußert, seine geliebte Frau noch einmal zu sehen. Die Bahre wurde zurückgebracht. Zeuge bekundet, daß es die schrecklichste Rächt , gewesen sei, die er in seinem Leben durchgemacht habe. Dann endlich wurde er zu seinem Bruder hinzugelassen, der ein Geständnis ablegle. Zeuge schildert nun ein­gehend die Vorgänge. ..

Nach den Bekundungen des Zeugen wünscht der Sachverständige Professor Dr. Herberg -Bern näheres über die Familienverhältnisse der jamilie Angerstein zu erfahren.

Der Zeuge erklärte, daß er sicy über diese Fragen vor der Oesfentlichkeit nicht auslassen wolle. Es wird hierauf von der Berteidigung der Antrag gestellt, für die weitere Vernehmung des Zeugen die Oesfentlichkeit wegen Gefährdung der Sittlich­keit auszuschließen. Dieser Antrag wird seitens des Gerichts abgelehnt. Professor Dr. Herbetz stellt hierauf einige [fragen an den Zeugen über die Wohnungsoerhältnisse, unter denen seine Eltern mit den vielen Kinder» gelebt haben. Aus der Aus­sage des Zeugen geht 'hervor, daß die Räume, die den Eltern des Zeugen zur Verfügung standen, in ihrer Anzahl sehr gering waren und daß die Kin­der beiderlei Geschlechts bis zum 1012 Lebens­jahre gemeinschaftlich in einem Bette schliefen.

Der Amtsgerichtsrat Kühne aus Herborn hat das Protokoll über die Vernehmung des Angeklag­ten ausgenommen, während die Sektion der Opfer in der Turnhalle 'n Haiger ftattfanb. Bei dieser Vernehmung war der Bruder des Angeklagten zu­gegen. Zeuge bestätigt im wesentlichen die Angaben des Amtsg-»:ichtsrats v. Hemskerk.

Der Zeuge Schupobeamter Lahmeyer aus Wetzlar war zur Bewachung des Angeklagten in der Klinik in Gießen abkommandiert. Zeuge de­

in starker Anteilnahme die Vorbereitungen zur Gründung der Vereinigung verfolgt habe, und wies auf den Wert der Vereinigung hin, der ta der Pflege der alten Schulfreundschaften zum Ausdruck komme, sowie auf das GefüA der Zu­sammengehörigkeit, das durch die Vereinigung gestärkt werde. In dieser Hinsicht fei die Vereini­gung ein Beispiel für unser Volk, ja geradezu eine vaterländische Tat. Die Begeisterung, mit der dem Rufe, hier zu erscheinen, Folge geleistet worden sei, sei ein viel verheißendes Zeichen, das Gewähr biete für das Gedeihen und den Bestand der Vereinigung. Hierauf dankte der Vorsitzende mit herzlichen Worten und schloß die Gründungsversammlung, der Erwartung Ausdruck ausgehend, daß die Schulkameraden, die heute noch außen stehen, baldigst sich der Ver­einigung anschließen möchten.

Abends fand dann in denselben Räumen ein Festakt statt, zu dem auch die Familien-Ange­hörigen der Teilnehmer zahlreich erschienen waren. Er wurde eröffnet durch eine warmherzige Begrüßungs-Ansprache des 1. Vorsitzenden, m der dieser auch der verstorbenen ehemaligen Schulkameraden gedachte und insbesondere derer, die ihre Treue zum Vaterland mit ihrem Herz­blut besiegelten. Im Mittelpunkt des Festaktes stand die Festrede des Pfarrers Ernst Decker, der insbesondere die ethischen Werte der Ver­einigung hervorhob. Ihm ist das Werden dec Vereinigung ein Symptom für den kommenden Zu­sammenschluß, den Frühling des Deutschen Vol­kes, das Offenbarwerden der DeutschLN. Seele. Die höhere Ausgabe der Vereinigung ist ihm der Dienst Tür das Vaterland durch das Wachsen des Einheitsgedankens. Richt Feste zu feiern fei der Sinn der Vereinigung, nein, in solcher Gemeinschaft müsse man einmal all das, was trennt, was scheidet im Leben, ausschalten, sich über die Parteien stellen, nicht unter die Par­teien und nur das Gemeinsame schauen. Der Redner erntete für seine wertvollen Ausfüh­rungen reichen Beifall. Der Festrede voraus ging ein Prolog, der von stud. Phil. Scheel gedichtet und formvollendet gesprochen wurde. Umrahmt war sie von musikalischen und gesang­lichen Darbietungen. Als ganz hervorragend darf der Vortrag der Mozart-Serenade bezeichnet werden, deren drei Sähe von einander getrennt zu Gehör gebracht wurden durch Iustiz-Inspek- tor Dayersdorf, Fabrikant Eg ly , Her­mann Fabian, Studienrat Dr. Hillen- brand und Studienrat Kraus. Die glänzende musikalische Darbietung wurde von einer andäch­tigen Zuhörerschaft begeistert aufgenommen. Mit gewohnter Meisterschaft fang Frau Dr. Mül­ler-Bangert Rezitativ und Arie ausDie Schöpfung" von Haydn, die Arie der Gräfin ausFigaros Hochzeit" von Mozart und das Lied des Pagen ausDie Hugenotten" von Meherbeer. Sanitätsrat Dr. Becker gab dem Dank der Zuhörerschaft für diese herrlichen^ Ge­nüsse in beredten Worten Ausdruck und über­reichte der Sängerin einen prächtigen Rosen­strauß.

Dem Festakt schloß sich nach kurzer Pause eine geseilige Abendunterhaltung an. Zu1 deren Beginn gedachte Studienrat Dr. Schmoll des Deutschen Vaterlandes in tief empfundenen Worten, worauf die Versammlung das Deutschlandlied sang. Anschließend fand eine sehr gelungene Theatervorführung des Schau­spiels von BjörnsonDie Reuvermählten" statt, die den Mllwirkenden, den Damen Fräulein Rohde, Frl. Starck, Frl. Köhler und den Herren Scheel und R i h e r t wohlverdienten reichen Beifall eintrug. Der gemütliche Teil brachte dann noch verschiedene Vorträge und musikalische Darbietungen. Ein lleines Tänzchen verhalf zum Schluß auch der Ingend zu ihrem Recht, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, daß auch die Aelteren tüchtig mittaten. Alles in

Die nachmittags 4 12br im Saalbau Sauer am Oswaldsgarten stattfindende Gründungs- Versammlung hatte zahlreiche ehemalige An­gehörige des Real-Gymnasiums von nah und fern herbeigeführt. Als Vertreter .der Schule war Oberstudiendirektor H e n l erschienen. Fer­ner hatten sich zahlreiche Herren des Lehrer- Kollegiums eingefunden, desgleichen der frühere Leiter des Real-Gymnasrums, Oberstudiendirek­tor Dr. Dauer, am Abend war auch Ministeri­aldirektor 12 r ft a ö t erschienen. Vollzählig war ferner der Iahrgang 1833 zugegen, der schon früher eine geschlossene Vereinigung unter sich gebildet hatte. Die Degrüßungs-Ansprache hielt der 1. Vorsitzende, Santtätsrat Dr. Becker -Sprend­lingen. Er schlug sodann vor, den seitherigen Vorstand zu bestätigen, was von der Versamm­lung einmütig gebilligt wurde. Hierauf sprach Studienrat Dr. Schmoll überZweck und Ziele der Vereinigun g. Der Redner sührte aus, daß es die erste und selbstverständliche Pflicht der Vereinigung sein müsse, das Anders ken an die im Weltkriege gefallenen Helden durch Errichtung einer Gedenktafel zu ehren. Der ideelle Zweck der Vereinigung sei die Pflege der Kame­radschaft unter den ehemaligen Schulkameraden: der Redner wies nach, tote Sie Vereinigung auch in materieller Hinsicht selbst mit kleinen Mitteln sehr viel Segensreiches leisten könne. Der 1. Vor­sitzende dankte dem Redner und eröffnete die Aussprache, die allerseits lebhaftes Interesse erweckte, noch manchen wertvollen Gedanken her­vorbrachte und bewies, wie allerseits in den Kreisen der ehemaligen Schulkameraden der Wunsch nach Zusammenschluß _ hervortritt. Es wurde als ganz besonders wünschenswert be­zeichnet, daß der Vereinigung alle die­jenigen Beitreten sollten, die dem Real- Gymnasium angehört haben, einerlei in welcher Klasse sie die Anstalt verliehen. Im Anschluß daran wurde die Beitragsfrage erör­tert. Festgesetzt wurde ein Mindest-Iahresbei- trag von 3 Mark für Mitglieder in selbständiger Lebensstellung unS ein solcher von 1 Mark für diejenigen Mitglieder, die sich noch in beruf­licher Ausbildung befinden. Der Beitrag wurde bewußt in den niedrigsten Grenzen gehallen, um jedem ehemaligen Angehörigen der Schule den Beitritt zu ermöglichen. Die nächste Veran­staltung wurde auf den 1. Samstag im Iuli des nächsten Iahres festgesetzt. Ferner wurde die Gründung einer Ortsgruppe Gießen be­schlossen, die den baldigen Zusammenschluß sämt­licher Gießener Kameraden herbeiführen soll. Als Vertreter der Schule sprach dann Oberstudien­direktor Henk. Er hob hervor, daß die Schule

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tunbet daß der Angeklagte als ihm Egei-arsen mürbe, intimen L-rk-hr mit «S

gepflogen zu haben, dies energisch abstritt. Beson fiere Erregungen sind dem Zeugen bei dein Ange­klagten hierbei aber nicht ausgefallen.

Der Untersuchungsrichter, Landgenchwral K u l e n l a m p von Limburg, der die $orunterfud)ung in vorliegender Sache geleitet hat, bekundet, d tz der Angeklagte bei seinen Vernehmungen nie be- sonders erregt war.

Professor Dr. P f e i f e r aus Frankfurt a. M hat die Eheleute Angerstein öfters behände«Er bekundet, daß der Angeklagte oft "der Kopf schm - zen geklagt habe, außerdem wegen Augen-, lkasen und Kehlkopferkrankungen in Behandlung war. Frau Angerstein war in letzter Zeit bis zum Ske­lett abgemagert und wog nur noch Pfund. Em tuberkulöse Erkrankung der Lunge^ lag aber .nach Ansicht des Sachverständigen bei tfrau llngerste nidy)ierauf wird der Bergverwalter Nix als Zeuge vernommen. Dieser kennt den Angeklagten bereits sei dem 1 September 1916. Der Angeklagte hatte bei der Firma van der Jypen die kaufmanmsche der Zeuge die technische Leitung. Zeuge schildert den Angeklagten als einen fleißigen tüchtigen Men­schen. Ende November 1924 hat Zeuge nun feft- qcfteUt, daß ein Posten im Journal, das der An­geklagte führte, nicht richtig gebucht war. Zeuge stellte die erhalb den Angeklagten am Samstag vor her Tat zur Diebe und sagte, das mache er nicht mehr mit. Der Angeklagte hat darauf den Zeugen scharf angesehen, hat die vorgelegten Belege an sich Genommen und ist in die Stadt gegangen Zeuge KBgte uon dem Vorfall den Direktor Ge- nerotzki und bat diesen, doch zur Reoifion nach Hai­ger zu komemn. Bei der später vorgenommenen Revision wurden dann die weiteren falschen Buchungen aufgedeckt. Der Zeuge bekundet auf Be­fragen der Verteidigung, er habe niemals Mit dem Angeklagten Sachen gemacht, die der Oe fentl.chkeit zu verbergen gewesen waren. Zeuge bestreitet ent­schieden, daß der Angeklagte noch Ansprüche an rückständigem Lohn an seine Firma habe.

Der Angeklagte, der gestern erklärt hatte, er werde heute erzählen, was er dem Zeugen zu ver­zeihen hat, erklärt, diesbezüglich befragt:Ich werde das später tun." Der Vorsitzende erklärt, daß er dem Angeklagten jetzt die Gelegenheit dazu gebe, später werde er darauf nicht mehr zurucllommen. Der 2(ngetlagte gibt hierauf keine Antwort.

Es gibt hierauf der Bücherrevisor Laux sein Gutachten ab. Alls dem Gutachten des Provinzial- chemikers Dr. Völker aus Gießen, der die vor- fundencn Afchenrefte in der Heizung untersucht hat, geht hervor, daß in dieser Heizung an jenem Tage and) ein Buch zur Verbrennung gekommen fein

wird nunmehr ein Teil der von dem Ange­klagten geladenen Entlastungszeugen vernommen, dis'aber meistens die in ihr Wissen gestellten Tat­sachen nicht bestätigen. Ein weiterer Teil der Zeu­gen gibt über die von dem Angeklagten in Auf­traggegebenen Bauanschläge Auskunft. Es wird noch der Verwalter des Konkurses Angerstein, Rech- mmgvat Heymann aus Dillenburg vernommen, der über den Stand des Konkurses Angerstein Be­richt erstattet. Besonders interessante Einzelheiten kommen hierbei nicht zur Erörterung.

Die Verhandlung wird alsdann auf Freitag vormittag vertagt.

HE] Universitäts-Cafe

mit eigener erstklassiger Konditorei