Reviervorsteher erhielten Anweisung, gegen die schuldigen Führer und Fahrer mit den höchsten «Strafen vorzu^hen. Auch gegen wilde Radfahrer soll in gleichem Weife eingcfchritten werden. - Der Führer der Taxameter- droschk» I 15 293 fuhr in rafendem Tempo nach der Riederwaldkolomc und taufte in einer Wegbieaung auf den Bürger st ei g. Hier riß er die (Mrtncröfrau Elise Schlosser um und fügte ihr l c b e n s a c f a h r l ich e D erseh u n g e n zu. DaS zehnjährige Kind blieb wie durch ein Wunder unverletzt Der Menfch versuchte darauf mit feinem Wagen tu fliehen, wurde aber von Radfahrern gestellt und der inzwischen herbeigeeilten Polizei übergeben. Der rücksichtslose Fahrer entging nur mit großer Mühe einem Lynchgericht der empörten DolkSmenge — 3m Bahnhof Frankfurt-Ost wurden grobe (Küterbodenberaubungen aufgedeckt. die dem früher dort beschäftigt gewesenen Arbeiter Marl Schlag aus Dörnigheim zur Last fallen. Als Hehler kommen Derwandte des Schlag in Frage Sine Haussuchung bei Schlag förderte eine Unmenge gestohlenen Materials zu Tage.
Wirtschaft.
Dom Wettgetreidemarkt.
5)k fruchtbare Witterung bei letzten Woche hat den Saatenstand in Deutschland weiterhin durchaus günstig beeinflußt. Der preußische Öaa- tenstandöbcricht zeichnet durchweg bis auf geringe Ausnahmen die gleichen DegutachtungS- Ziffern. Infolgedessen hat sich die Hoffnung auf eine gute Ernte allgemein befestigt. Auch in den anderen europäischen Ländern werden die SrnteauSlichten durchweg gut beurteilt. Speziell aus Italien Hegen sehr günstige Saatenstandsberichte Dor; in verschiedenen Provinzen rechnet man sogar mit Rekordernten. Die im südlichen Europa heranrückende Ernte macht bereits ihren Einfluß auf die Kaufneigung geltend, die wesentlich geringer geworden ist Bemerkenswert ist auch, daß man diesmal mit einem eventuellen Export der früheren Getreideüb^rschußgebiete Rußlands und der Donauländer, die im letzten Jahre Getreide importieren mußten, rechnet. Wie groß allerdings die überschießenden Mengen der erwähnten Gebiete sein werden, läßt sich vor läufig noch nicht übersehen. Heber die amerikanischen ErnteauSsichten lauten die Urteile sehr verschieden ES wird teils über Schäden durch Frost, teils über ungewöhnliche Hitze berichtet. Hebet den Stand des FrühjahrSweizen? läßt sich ebenfalls fein einheitliches Urteil bilden. Rach den Snow'schen Ziffern soll für Winter- und Frühjahrswoizen ein Defizit von zirka 200 Millionen Bulhels bestehen Wie weit sich diele Ziffern als richtig erweisen, muß noch abgewartet werden. Ob der mutmasi'iche Ausfall bei der amerikanischen Ernte durch die kanadische Ernte ausgeglichen werden wird, ist ebenfalls noch nicht völlig zu übersehen
Im allgemeinen lauten die Urteile über die kanadischen Ernteaussichten recht befriedigend. In letzter Zeit find allerdings Meldungen aufgetaucht, nach denen eine Zunahme des Weizen- anbauareals in Kanada nicht stattgefunden habe. An der Chicagoer Terminbörse sind die Getreidepreise nach kurzer Abschwächung wieder gestiegen. Die kräftig an der Arbeit befindliche amerikanische Haussespekulation rechnet trotz der guten europäischen Ernteaussichten doch mit großem Bedarf Europas und glaubt, daß man in Europa einem gesteigerten überseeischen Preisniveau auf die Dauer nicht wird widerstreben können.
Am deutschen Getreidemarkt blieb es für Juli-Lieferung zu befestigten Kursen ziemlich still. Für die Herbstmonate haben zunächst noch feine Umsätze stattgesunden, da man erst bezüglich der Zollfrage klarsehen will' es ist infolgedessen möglich, daß eine gewisse Pause im Lieferungsmarkt eintreten wird.
Der Saaten st and Preußens hält sich Anfang Juni im allgemeinen auf der gleichen Höhe wie Anfang Mai. Für Winterroggen hat sich der Saatenstand sogar um eine Kleinigkeit gebessert. Im allgemeinen hat die Witterung das Wachstum der Pflanzen durchaus gefördert. Allerdings wird der Stand der Sommerung durchschnittlich etwas schlechter als der der Winterung bezeichnet. Die Entwicklung der Hackfrüchte macht gute Fortschritte.
• Die Spareinlagen der preußischen Sparkassen im Monat April. Ende April betrugen die Spareinlagen bei den preußischen Sparkassen 681 987 000 R.-M. gegen 621 410 000 R.-M. im Dormonat, was eine Zunahme von 9,7 Prozent bedeutet Das Anwachsen der Spareinlagen um 60.6 Mill. R.-M. im De- richtsmonat deutet auf eine erfreuliche Wiederbelebung der Spartätigkeft hin. besonders wenn man die allgemeine Geldknappheit und die starke Steuerbelastung in Betracht zieht.
’ Chemische Fabrik Griesheim Elektron in Frankfurt a. M. Die Gene- ralDcrfammlung genehmigte die vorgeschlagene Dividende von 8 Prozent. An Stelle des verstorbenen Herrn Jean Andreae wurde neu in heil Aussichtsrat Dr. Kurt Oppenheim von der Afga in Berlin gewählt.
* Konkursnachrichten. Ueber das Vermögen der Firma Mineralöl-Vertriebs- gesellschast mit beschränkter Haftung in Mainz wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 26. Juni beim Amtsgericht in Mainz anzumelden. — Ueber das Vermögen des Kaufmanns Johann Winkler in Friedberg ist gleichfalls das Konkursver
fahren eröffnet worden Forderungen lind bis zum 20. Juni beim Amtsgericht Friedberg anzumelden.
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Eingreifen der Banken konnte an der heutigen Rachbörse die rückläufige Bewegung zum Stillstand gebracht werden, so daß eine kleine Erholung das Kursniveau etwas zu heben vermochte. Die Spekulation benutzte die freundlichere Stimmung, die sich auch auf den Abend- verkehr übertrug, Deckungen in geringem Umfange vorzunehmen, die bei kleinen Umsätzen weitere Besserungen zustandebrachten. Am besten schnitt der Montanmarkt ab. wo Deutsch- Luxemburger und Phönix etwa 1,5 Prozent gewannen. Der Bankaktienmarkt lag ruhig und unverändert. Auch für chemische Aktien stellten sich nur unwesentliche Besserungen ein. Don Schiffahrtsaktien schwächten sich Rorddeutfche
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(In Billionen Mark ouSgedrückt. BuenoL-AireS, London, Neu. York. Japan. Rio dr flanetTO für eine Einheit, Wien und Budapest für ICO000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung.
8 Juni
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Schach-Ecke.
Bear bettel von W. D r b a 4>.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaltion des »Gießener Anzeiger»".
Problcin Nr. 15.
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Weiß:
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von R. Mannheimer in Heidelberg.
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2Hatt in zwei Fügen.
Weiß: 6 Steine. Kc8, Df4, Sa3, Lgl, Bd4, Bf5.
Schwarz: 3 Steine. Kc6, Ba6, Bd6.
Partie Nr. 7.
Damenbauernfplcl.
(gespielt in der siebenten Runde des 3nternalionalen tÖlarienbabener Schachmeisterturniers am 28. Mai 1925. Weiß: Torre-Meffiko. Schwarz Uates-Eng. land.)
Diese Abtauschkombination dürfte sich nicht empfehlen, da die schwarze Position hierdurch im Senkung
Schlecht wäre jedenfalls 12 .... Dc6, da hierdurch Schwarz den Halt im Zentrum vollständig verlieren
würde.
13. Tfl-el
14. Ddl-h3 +
15. Le3-d2
16 Tel -e4
17. Tal -el
18. c3-c4
19. Ld2-c3
8. d6-d5
9. d5xe4
10. DdS- db
11. f7-f5
12. b7xc6
1. d2-d4
2 Sgl -f3
3. Sbl -c3
4. e2-e4
5. Lfl-c4
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7. Lei - e3
schwach wirb.
8. Sc3xel
9. Lc4-d3
10. Ld3xe4
11. c2-c3
12. Le4xc6
13. f5-f4
14. Kg8-h8
15. TfS-f5
16. g6-g5
17. Lg7-f6
18. a7-a5
19. Lc8-d7
1. SgS - f6
2. g7-g6
3. Lf8-g7
4. d7-d6
5. 0-0
6. SbS - c6
7. Sfgxe4
20. Sf3-e5
20. Ld7-e8
21. Se5-g4
22. Te4-e6
23. TeöXcö
24. Db3-a3
21. I.e8-g6
22. Dd6-d8
23. Ta8 - b8
24. Lf6xd4
25. Telxe7
26. Tc6xc7
27. Ix3xdl
25. Tb8-b4
26. Kh8-g8
27. Dd8xd4
28. Tc7 - c8-t- • Auf gegeben, denn auf TfS folgt Shö+ nebft auf f6. Eine von Torre gut, aber von TJaieÄ sehr schwach gespielte Partie.
Lösung de» Problems Jlr. 14.
1. Db3, Kdö. 2. 14 etc.
1 Kd4. 2. Dd5 + etc.
1 Kf4. 2. Dg3+ etc.
1 , Kf6 oder g6-g5. 2. Dd5 etc.
Lchachanckdotc.
Vie Vorgabe Partie. x
Äon dem Weltmeister S t e in i tz erzählt man sich folgendes:
Er spielte mit jemand, dem er einen Turm vorgab und dem gewöhnlich ein guter Freund mit sichtlichem Eifer als jtiebiß sekundierte. Dieser Kiebitz glaubte, die seinem Freunde zugedachte Mithilfe dadurch vor oteiniß verbergen zu können, daß er jedesmal dem Freunde, wenn dieser sich anschickte, einen schlechten Zug zu machen, mit dem i^uß einen Stoß unter dem Tisch »ersetzte. Daraus hat der öegner von Steinitz natiirlid) von dem Zuge 21b- stand genommen und einen anderen gemacht. Der Meister tat so, als ob er dies nicht merkte.
In einer Partie stand nun Steinitz miserabel, es bedurfte nur noch eines naheliegenden fräftiaen Zuges seitens feines Wegner?, worauf das Schicksal der Strinitzschen Stellung rettungslos besiegelt gewesen wäre. Und in der Tat machte sein Gegner Miene, diesen Zug auszuführen. Da verspürte er plötzlich einen Tritt aus den Fuß, — diesmal war der Tritt aber nicht von seinem Freunde, sondern non Steinitz — wird stutzig, macht einen anderen Zug . .,. und — verliert die Partie.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedakttonStisch Die Gasrechnung.
Es ist im Leben häßlich eingerichtet, daß alle paar Wochen ein imstzmpathischer Mann mit einer Ledermappe an den Wohnungstüren erscheint und mit hämischen Bemerkungen die Gasrechnung präsentiert.
Welchberegter auch bei Siepers klingelt.
Frau Sieper nimmt ihm den Wisch aus der Borderflosse und lieft staunend
„87 Mark."
Während man sonst mit einigen 15 Mark zu rechnen pflegte.
Plötzlich erhellt sich Frau Sievers Antlitz:
„Richtich' Beinahe hott’ ick's vajesfen da w ja dem felijen Onkel Franz Iasvajiftung mit bei...!"
Diener Anekdoten.
Born alten Baron Todesco.
(In Rizzos: „Jean, öffnen Sie da» Fenster und lassen das Klima ’erein!"
„Bin ich denn ä Bogel, daß ich kann sein an zwei Orten zugleich?"
Maler S ch ö d l.
„Ich fag's Ihnen — das beste Getränk i» Sodawasser. Das kann man trinken oder stehn lassen."
Sachkundige Auskunft.
„Wie lange wird es noch dauern, bi- ich rasiett werden kann"? fragt der Jüngling, der noch sehr „grün'* ist, im Friseurladen. Der Barbier betrachtet ihn sachkundig und eingehend. „Bun, vielleicht wird es in einem Jahr so weit sein", erwiderte er.
Lloyd um weitere 2 Prozent ab. Am Rentenmarkt blieben Kriegsanleihen unverändert mit 0,370, aber Schuhgebietsanleihe erfuhren eine neue ansehnliche Senkung. Der Pfandbriesmarkt, der anfangs unverändert war, schwächte sich schließlich wieder ab. Die Börse schloß bei stillem Geschäft mit Reigung zum Rachgeben. Deutsche Anleihen: Schutzgebietsanleihe 5,1. Bankaktien Commerzbank 100. Darmstädter Bank 123,12, Deutsche Bank 123,62, Discontogefellschaft 110, Dresdner Bank 103,50, Mitteldeutsche Creditbank 100, Reichsbanl 124,50, Rheinische Creditbank 95. Montanaktien Deutsch-Luxemburger 76, Geilenkirchen 62, Ilse Bergbau 95. Mannesmann 85,50, Phönix 93, Rombacher 20, Kali Westeregeln 100. Chemische Aktien: Badische Anilin 114,25, Th. Goldschmidt 85,20, Höchster Farben 114,25. Scheideanstalt 107,50, Elberfelder Farben 106, Schiffahrtsaktien: Norddeutscher Lloyd 59,50. Industriealtien AEG. 94,50, Aschaffenburger Zellstoff 75, Badischer Zucker 59,75, Frankenthalzucker 3,40.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Berlin, 9. Juni. Die Tendenz der heutigen Börse neigte auf allen Gebieten leicht nach unten, da die Interventionsabsichten der Banken nach ihren gestrigen Beschlüssen kaum einen größeren Umfang annehmen dürfen. Für die Daissegruppe bestand daher trotz des angeblich am Montanmarkt vorhandenen De- couverts kein Grund zu Deckungskäufen. Man schritt vielmehr neuerlich zu Abgaben. Die Erörterungen der Börse behandelten heute vor allem die Ausführungen Dr. Schachts aus Anlaß der Veröffentlichung der Kontrollnote, in denen die Rotwendigkeit hervorgehoben wird, daß Deutschland statt des Verlangens neuer Zerstörungen jede Erleichterung geschaffen wird, die zur fpäteren Ausführung der großen Dawes- Lasten notwendig seien. Daneben wurden die Ausführungen in der gestrigen Sitzung des Aufwertungsausschusses beachtet, in denen sehr spät
festgestellt wurde, daß für Pfandbriefaufwertung keine neuen Anträge vorliegen. Der Börsenvorstand hatte hierzu noch feine Stellung genommen, trotzdem war der Verkehr in Dorkrieg s- psandbriefen etwas lebhaster als bisher. Die Kurse neigten jedoch entsprechend der allgemeinen Dörsenlage nach unten. Deutsche Erd- ö l waren infolge her Stillegung der Mineral- öltoerlc Rossiy anfangs hart angeboten. Der Geldmarkt erfuhr mit 71 bis 9* .. Prozent eine Erleichterung. Monatsgeld 91 bis 11 Prozent.
Zrankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".)
Frankfurt. 9. Juni. (5s wurden notiert: Welzen, Wettcrauer 22—24,25, Roggen, inländischer 20—22,5(1, Sommergerste für Brauzwecke 21 vis 25,50, Hafer, inländischer 19—23, Mais, gelb 21,25 bis 23,25, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 38,75—39,50, Rogenmehl 30,75— 32,25, Weizen- fiele 12,25, Roggen kleie 13—13,25. Tendenz: Ruhiger.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 9. Juni. Der Produttenmarkt neigte heute zur Schwäche infolge der AuSland- meibdnqen und auf weiter nachlassendes Weizenmehlgeschäft. De: Beginn des Roggenschnittes auf trockenen Böden sei schon anfangs Juli zu erwarten. Es notierten per 1000 Kilo Weizen, märl. 265 bis 268, do. Juli 270 bis 269,50. Roggen, märt 216 bis 220. do. Juli 215,50 bis 216 Gerste, märl. 226 bis 242. Hafer, märt. 236 bis 244 do. Juli 195,50 bis 195, Mais (La Plata) (lvko Berlin) 203 bis 211, do. Juli 193, per 100 Kilo: Weizenmehl 34 bis 36,50, Roggenmehl 29,75 biS 31.75. Weizentleie 13.30, Roggenkleie 14,10 biS 14,20, Viktvriaerbsen 23 bis 23, kleine Erbsen 22 bis 26, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 19 bis 20, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 20,50 bis 24 Lupinen, blau 10 bis 11 do. gelb 12,50 bis 14. Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,30, Trockenschnihel 10, Dorfmelasse 9.75 bis 10, Kartoffelslocken 19,20 bis 19,50.
Sie sollten „PNEUMETTE“ tragen, wenn Sie an
G
schmerzenden Füßen leiden. Machen Sie doch
einen Versuch: 8 Tage zur Probe ohne Risiko.


