ehrt. Alle lllachsorschungen nach ihm waren bisher ergebnislos.
Hesscn-Naskau.
fpd. Frankfurt a. *TR. 9. Febr. Gefälschte Rentenmarkscheine über eine Mark sinb '"eit einigen Tagen in Frankfurt und seiner nächsten Umgebung in großen Massen im Umlav. Sie sind unschwer als Falschscheine kenntlich, bi sie unleserliche Unterschriften tragen und mit Fett aufgedrückte Wasserzeichen haben. Die Falschscheine tragen durchweg die Reihenbe^cichn'.mg F. D. 14 mit nachfolgenden verschiedenen Ziffern. — An einem der letzten Nachmittage wurden aus einer Wohnung der Eisernen Hand ein Gobelin von hohem Wert, viele Kleidungsstücke und eine Kassette mit zahlrei-chcn Wertsachen gestohlen. — Eine Diebesbande bestiehlt mit reichem Erfolg Autos, die vor Läden oder anderen Gebäuden halten, in raffinierter Weise. In den meisten Fällen eignen sich die Burschen die n I n c und Mäntel an. Dis jetzt konnte die Bande noch nicht erwischt toerben.
Wirtschaft.
* Auslösung von Außenhandels- stellen. Das Reichswirtschastsministeriu'n lost nunmehr folgende Außenhandel Zellen auf: Sie Außenhandelsstelle Oele und Füte, die Außenhandelsstelle der Figarettenindustrie, die Außenhandelsstelle für Rohholz und Erzeugnisse der Sägeindustrie, der Reichsbevollmächtigke sürAus- und Einfuhrbewilligung von Mineralölen.
* Frankfurter Hypothekenbank. Frankfurt a. M Die Gesellschaft, die eine a. o. H.-D auf den 14. Februar einberufen hat, legt nunmehr ihre Reichsmarkeröffnungsbilanz per- 1. Jan. 1924 vor, die ein Reinvermögen von 6,785 Mill. Rm. ausweist. Es wird vorgeschlagen, das Stammaktienkapital im Verhältnis von 81/»: 1 auf 5,285 Mill. Rm. in der Form umzustellen. daß die Stammaktien von je 1030 Pm. auf 120 Rm. ermäßigt werden. Das Vorzugsaktienkapital wird im Verhältnis von 40:1 zu- fammengelegt. jede Vorzugsaktie über 1003 Pm. wird auf je 25 Rm. ermäßigt. 5>er gesetzlichen Rücklage werden 1,5 Mill. Rm. überwiesen. In der Bilanz werden u. a. aus gewiesen unter den Aktiven: Dankgebäude mit 0,5 Mill, Rm., Forderungen mit 6.407 Mill. Rm., Wertpapiere mit 0,125 Mill. Rm., unter den Passiven: Kreditoren mit 0,075 Mill. Rm.. aufgewertete Hypotheken der Pfandbriefteilungsmasse mit 39,263 Mill. Rm. und aufgewertete Kommunoldarlehen der Kommunalobiigations-Teilungsmaise mit 0,632 Mill. Rm. Diesen beiden letzteren Posten stehen entsprechende Betröge auf den Lequida- tionskonten gegenüber. Die Pfandbriefgläubiger können nach dem Prüfungsbericht aus der mit den aufgewertrten Hypotheken zu bildenden Teilungsmasse nicht auf eine volle Ibprozentige Aufwertung rechnen.
Frankfurter Abendbörse.
Fr ankfurt a. M., 9. Febr. An der heutigen Abendbörse konnte sich eine etwas freundlichere Strömung durchsetzen: das Angebot wurde verdrängt durch ein wenn auch geringes Deckunasbedürfnis der Spekulation am Platze, das aber nicht ausreichte, dem Geschäft einen flotten Verlauf zu geben. Die Umsätze blieben klein und auch die Kursbesserungen waren im allgemeinen nicht erheblich. Rur am Montanmarkt erreichten sie vereinzelt bis zu 2V2 Prvz. Chemie- und Elektroaktien hatten stilles Geschäft bei nur gering gebesserten Kursen. Am Dankenmarkt formten Reichsbankanteile ihren Verlust um etwa 1 Prozent aufholen. Sonst wareü die Kursveränderungen bescheiden. Auf dem Anleihemarkt war die Tendenz für heimische Renten fast unverändert. Ausländische Renten tendierten etwas fester. Die Börse schloß in ruhiger, gebesserter Haltung. Deutsche Anleihen. Sprvzentige Kriegsanleihe 0,825. 3VsProzentige Preußische Konsols 1275. Ausländische Renten: Bagdad k 12,25, Bagdad II 10,25. Montanaktien: Bochumer 88.50. Buderus 19,50. Harpener 140 Phönix 63,37. Rheinstahl 59, Rombacher Hütte 31. Stinnes-Riebeck 46, Laurahütte 8,25, Kali Aschersleben 19,50, Kali Westeregeln 24. Chemische. Aktien: Badische Anilin 30,87, Scheideanstalt 21, Elberfelder Farben 25,75, Höchster Farben 25.87. Holzverkohlung 9, Rütgerswerke 18,50. Clektroaktien: AGG. 11,85, Licht und Kraft 81, Schuckert 70. Bankaktien: Dank für Drau-
tndustrie 2,15, Berliner Handelsgesellschaft 163, Commerzbank 6,50, Darmstädter Dank 13, Dis- contogesellschast 18,15, Rtetallbank 18,40, Mitteldeutsche Creditbank 1,95, Reichsbank 75,50, Oester- reichische Kreditaktien 9,62. Transportwerte: Rordd. Lloyd 3,85. Sonstige Jndustrieaktien: Kleher 4.10, Aschaffenburger Zellstoff 31, Zement Heidelberg 9Q.75, Daimler 6. Deutsche Erdöl 63, Dyckerhojf 4,70, Spinnerei Hammersen 21,50, Holzmann 5,50, Kemp Stettin 0,55, Me- tallgesellschaft 16,25, Reckarwerke Stammaltien 7,90, Peters Union 2,5'25, Rheinisches Metall 10,85, Julius Stichel 2,60, Wavh und Frehtag 3,90. Frankenthalzucker 4,60, Heilbronnzucker 3,90, Stuttgartzucker 3.90. Prioritäisobligationen: 2b/,gprozentige Lombarden 9,80. do. von 71 9,80, I. Anatolier 13,75, II. Anatolier 11,12, III. Anatolier 9,75.
! : Börsenkurse.
(Ohne Dea-ahr.)
Srantfnrt t. M.
S’rrHn
3'/,°
Montan. .
Beffftorf »aldhof......
Zuckerfabrik jfianfent&at .
Zuckerfabrik Waghäusel . .
5% Deutsche Neichsanleive
4% Deutsche Neichsauleibe
o-/s% Deutsche Heikhsauleig 3% Deutsche Ncichsanlethe Deutsche Sparprämienanleih
4% Preußische Konsols . .
4° o Hessen..........
3'/2°/o Vossen.........
3% Hessen Deutsche Wcrtb. Dollar-An dto- Doll-Schatz-Anweisng- 4e/o Zolltürlen .....
5% Ärldmexilaner Berliner Handelsqescllschaf Commerz- und Privat-Lanl Darmst. und Naiionalbank Deutsche Bank Deutsche Bereinöbank . . . Diseonto Commandtt . . . Metallbank..........
Mitteldeutsche Creditbank. Lesterrcichische Creditanstal Westbank...........
Bochumer Guß Buderus...........
Caro ............
»-Luxemburg
irchener Bergwerk« . Harpener Bergbau.....
Kaliwerke Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregeln.... Laurahütte..........
Lberbedarf. . . . Phönix Bergbau Rgeinstahl. . . . Riebeck M,
TelluS Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . Norddeutscher Llood .... Cheramische Werke Albin . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann.....
Analo-Tont-Guano ...» Badische Anilin.......
Chemische Mayer Hlaöta . Goldschmidt.........
GrieS ebner Electron . . . Höchster Farbwerke..... Holzverkohlung ...... RütgerSwerke Scheideanstalt........
Mg. ElektrizitätS-Gesellscha Bergmann..........
Mamkraflwerke.....
Schuckert........
Siemen- 4 HalNe .... Adlerwerke ökleyer ..... Daimler Motoren. .... Heyligenftaedt Megum.........
Frankfurter Lrmatmten . . Konservenfabrik Braun . . Melallgesellchaft Frankfurt Pet. Union A -T. ..... Schuh'abrik Her» Sichet..... .......
Zellstoff Saldhof......
Schli's;. ku.xs
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börse
SAltifi. fiuts
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1,10
1.10
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1,10
1,135
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1,59
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0,595
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—
1,52
1,34
-—
1,40
1,19
1,3
1,30
1,4
1,30
94,75
94,75
94,75
94,75
90,5
90,2
90,3
90,2
10,9
11
10,75
' 10,75
41,75
41
165
163
163,75
162,25
6,50
6,50
6,50
6.50
13,15
13
13,40
13,2
13
12,55
12,9
12,6
0,39
0.4
—
18,3
18,15
18,40
18
18,90
18,40
——
1,90
1,95
2
2
9,75
9,62
9.62
9,75
0,135
0,125
0,2
0,2
88
88,5
89
85,75
20
19,5
19,9
18,25
13,62
12,10
12,9
12,4
86.5
82,5
84
82.50
91,13
90,75
91.13
90,6
141,5
140
139,75
137,5
20,13
19,5
20,25
24,62
24
24,25
23,25
8.4
8,25
8.5
8,10
14
12,4
13.5
12.65
64
63,4
64,4
62,6
59.25
59
59.9
57,50
48.75
46
48,1
45,75
3,60
3,75
29.4
28.25
29,25
28,62
3,62
3,85
3,75
3,70
- ...
—
99,25
98,75
—
5,60
5,50
5,5
5,1
• ------
—-
162
156
31,30
30,9
31,90
30
0.5
0,52
—W
«—
23
21,13
22,5
21,25
25,8
24.62
26
24,50
26,9
25,9
26,25
25,50
9,45
9
—•
—*
19,5
18,5
18,9
18
21,50
21
—
12,05
4,85
12,20
11,70
19,2
19,25
19,25
18.90
14
13,62
71
70
71,25
88,5
—
79
—
79,75
4,1
4.101
4,20
4
6,2
6,25
5,7
4
3,75
——
—*
10,5
10,5
11
11
0,625
0,63
—
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1,1
1,1
1,18
1,1
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2.55
3,525
—■
2.5
4,25
4.2
4,875
4.2
2 725
2,60
2,7
2,65
12 9
12.62
13,13
12,50
4,95
4,6
—
4,1
4
—
—
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers*.)
Berlin, 9. Febr. Die Börse eröffnete zu Wochenbeginn in außerordentlich zögernder Haltung. Aus den verschiedenen Auslandsanlethen Oer Deutschen folgert man eine starke Vorbelastung der Erträgnisse unö eine Schmälerung der Dividenden. Sin zweites maßgebendes Moment sind die Erfahrungen am Ultimo Januar, und man versucht schon jetzt zu Ultimo Februar flüssig zu machen. Der Beweis für das Gesagte He$t darin, daß hauptsächlich Monatsgeld gesucht wird, das gegenwärtig noch in ausreichender Mengs $ur Verfügung steht. Es lag daher ander Vörie ganz allgemein reichlich Angebot
vor, daS nur zu sehr niedrigen Kursen ausgenommen wird. Die Kurse verloren am Montanmarkt gegen Samstag 1,5 bis 2,5 Prozent. Stark angeboten waren Köln-Reuessen und Rheins!ahl. Don oberschlesischen Werten waren Kattowitzer Stahl rückgängig. Auch Elektrowerte sind angeboten. Stinnes lagen vernachlässigt und abgeschwächt. Völlig interesselos lag auch der Markt der Schiffahrtswerte, wo besonders Hamburg-Süd eine starke Einbuße erlitten. Chcmieaktien liegen ebenfalls abgeschwächt, besonders Oberkoks mußten sich eine starte Kurseinbuße gefallen lassen. K a l i to e r t e waren angrbotcn zu abgeschwächten Kursen. Sehr lustlos lag auch der Vankenmarkt, nur (Berliner Handelsgesellschaft wiesen etwas bessere Nachfrage auf. Sehr zurückhaltend war der heimische Renten markt. Die Lage am Geld- maitt ist vielfach ein wenig entspannt, tägliches tGeld 9 bis 12, Monatsgeld 10 bis 13 Prozent p. a. Am internationalen Devisenmarkt ist eine gewisse Abschwächung eingetreten.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt <t M.
(Sn Billionen Mark auSyedrückt. Buenos-Aires, London, Neu- York, Japan, Rio de Sanr ro für eine Einheit, Wien und Budapcit für 100000 Eli-hnten, alles übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
Februar
9. Februar
Reparl.
Knilliche Nolicrung
Geld frier'
ÄMlU.4: ‘.'loricr 11, Geld 1 Hrtjf
7. | 9.
Amft.-Rott. Brsl.-Antw. Chrisriauia. Äopenbagen <5tor(i)Olm . Heksinasors. Italien. . . London. . . Renyork . . Paris. . . .
168,84
21,55
63,94
74,56
113,02
10,555
17,38
20,022
4,195
22,58
80,91
59,83
5,907
12.37
5,815
1,674
3,055
1,618
0,474
6,765
19,98
Q
169,26 21,61
64,10
74,74
113,30
10,595
17,42
20,072
4,205 22.64
81,11
59,87
5,927
12,41
5,835
1,678
3,065 1,62?
0,476 6,785
20,02
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168,81
21,47
63,99
74,91
113,03
10,557
17,42
20,025
4,195
22,57 80,90
59,78
5,909
12,37
5,805
1,672
3,055
1,628
0,479
6,84
19,98
sten.
169,26 21,53 64,15 75,09
113,30 10,597
17,46 20,075
4,205 22,63 81,10 57,93
5,929 12,41 5,825 1,676 3,065
1,632 4,481
6,86 20,02
volllvoll roll Voll voll voll voll voll voll voll uollloofl volllvoll voll voll vollcholl voll voll vou voll voll voll
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Schweiz . . Svanicn . . Wien in D-- Ccfr. abgeft. Prag . . . . Budapest. . Buen AireS Bnluarien. Japan - . . Rio de Jan. Belirad . . L'ssabon . .
Vfr”«. 9. Fcbrnar.
(Sen»
Brie'
Nevart. °la
Amerikanische Noten .....
Belgische Wotcn........
Dänische Noten......
Englische Noten........
Französische Noten......
Holländische ‘.'loten ......
Italienische Noten......
Norwegische Noten......
D-linch-Tofterr, ä ioo Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Svanische Noten.......
Frankfurter Ge
(Eigener Dtahtbericht des
4,172
21,45
74,36
20,02
22,69
168,43
17,46
63,80
5,91
2,133
112,77
80,95
59,60
12,35
5,79 treibebc „Gletzene
4,192 21,55 74,74
20,12 22,81
169,29
17,54
64,12
5,93 2,134 113,33
81,35
59,90
12,41
5,81 rfe. r Anzei
voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
jerr.)
Frankfurt a. M., 9. Febr. Es wurden notiert: Weizen, Wettecauer 21,50 bis 25.75. Roggen, inländ. 22 bis 25,50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 32, Hafer, inländ. 17,50 bis 23. Mais (gelb) 22,75 bis 23, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 41 bis 44,50, Roggenmehl 36.50 bis 40, Weizenkleie 14,75 bis 15, Roggen- klete 15 bis 15,25, Erbsen 32 bis 40, Linsen 48 bis 55, Heu, süddeutsches, gut. trocken 10, Weizen- und Roggenstroh 6 bis 6.50, Treber, getrocknet 22 bis 22.50, Speisekartoffel .In- ouftrie“ aus hiesiger Gegend 3.80 bis 4.20. dto. weißschalige 3,50 bis 3,75. Tendenz ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a. M, 9. Febr. Auftrieb: 1263 Rinder, darunter 330 Ochsen, 41 Dullen. 892 Färsen und Kühe. 383 Kälber. 167 Safe und 4049 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfb. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: voll fleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 50 bis 56, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 42 bis 50, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 30 bis 40, Dullen: vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 49, vollfl. jüngere 38 bis 44, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 30 bis 37, Färsen und Kühe: vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 50 bis 56. vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren
40 bis 48. wenig gut entwickelte Färsen 40 biS 49. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 30 bis 40, mäßig genährte Kühe und Färsen 21 bis 28, gering genährte Kühe und Färsen 10 bis 20; Kälber: feinste Mastkälber 65 bis 70, mittlere Mast- und beste Saugkälber 55 bis 64. geringere Mast- und gute Sauglälber 46 bis 54. geringe Saugkälber 40 bis 45; Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 42 bis 48, geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 40; Schweine: vollfl. von 80 bis 100 Kg. 64 bis 66. unter 83 Kg. 58 bis 64, von 100 bis 120 Kg. 64 bis 67, von 120 bis 150 Kg. und Fettschweine über 150 Kg. 61 bis 66, unreine Sauen und geschnittene Eber 50 bis 60 Mk. Marktverlauf: Dei Rindern ruhiger, bei Kleinvieh lebhafter und bei Schwemen gedrückter Handel. In Schweinen Ueberstand.
Berliner Produktenbörse.
(Berlin, 9. Febr. Der Produktenmarkt wat heute infolge hoher Auslandmeldungen stark befestigt. Der Bedarf bleibt weiterhin stark. Es notierten: Weizen, märt. 250 bis 254, do. April 282, do. Mai 286 bis 288, Roggen, märt. 249 bis 252, do. Februar 262, do. März 268 bis 266. do. April 276 bis 275, do. Mai 283 bis 284, Gerste, märt. 253 bis 268, Futtergerste 213 bis 238, Hafer, mark. 186 bis 193, do. Mai' 226 bis 225, Mais (loko Berlin) 226 bis 228, do. Mai 214, Raps 400 bis 405; per 100 Kilo: Weiz n- mehl 34,75 bis 37, Roggenmchl 34,25 bis 37, Weizenkleie 16 bis 16,20, Roggenkleie 16 bis 16,20, Viktoriaerbsen 29 bis 34, kleine Erbsen 22 bis 23, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 19 bis 20 Lupinen, blau 13 bis 14.50, do. gelb 16 bis 17, Serradelle, neu 16,50 bisl8.50, Rapskuchen 18,80 bis 19,20, Leinkuchen 24,50 bis 25, Trockenschnihel 9,70 bis 9,90, Torfmelasse 9,80, Kartoffelflocken 20,40 bis 20,80, Zucker 19 bis 20.
Otto Dix: „Der Krieg".
Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde im kleinen Hörsaal des Botanischen InstttutS.
Der furchtbare Ankläger des Krieges hat hier mit erbarmungslosem Griffel alle Gräuel der Schlacht aufgeHrieben. Ohne Rücksicht und Furcht greift er hinein in die Derwesung. Ohne Auftegung und Schauer registriert er die Schandmale einer vertierten Menschheit.
Vicht mehr Gesichter: Masken gehen hier aufeinander los. Richt mehr Menschen: Vierfüßiges Getier, die Mordwaffen im Maul, kriecht hier gegeneinander.
So weit entfernt vom Ebenbild der Gottheit, sinkt dieses Geschöpf tiefer als Herdenvieh. zutiefst auf den Grund, ja bis zum Gegend pol der Schöpfung; und heiliger Zorn ergreift das schmerzende Herz des schaffenden Künstlers. Er stößt diese Wesen, die ihm im tiefsten Innern zuwider sind, mit zornigem Fuße von sich (ungerecht in diesem Augenblick, wo die göttliche Alliebe in ihm sich verdunkelt), wird An- lläger. Richter und Henker in einer Person.
Mc>ge die Katharsis, die Reinigung, nach diesem Erleben nicht auSbleiben. e—s.
Hochschulnachrichten.
Darmstädter Ehrendoktoren.
D a r m st a d t. 9. Febr. (WTB.) Rektor unb Senat der Technischen Hochschule Darmstadt haben die Würde eines Doktor-Jng. y. c. verliehen: Auf einstimmigen Antrag der Abteilung für Jngenieurwesen Geheimen Regierungsrat Hertwig, ord. Prof, für Statik und Eifenbau an der Technischen Hochschule Berlin, in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Ausbau der staatlichen Wissenschaften, sowie mit Rücksicht auf seine erfolgreiche Tätigkeit als Hoch- fchullehrer. Auf einstimmigen Antrag der 2D5t. f. Mathematik und Naturwissenschaft Oberstudienrat i. R. Prof. Egon Ihne in Darmstadt in Anerkennung seiner Verdienste um den Ausbau der Pflanzen Phaenologie und ihrer praktifchen Verwertung im Obstbau und der Landwirtschaft. Dr. Adolf Dauer, ord. Prof, der Hochschule Stuttgart und Vorstand der geologischen Landesaufnahme In Württemberg, wegen feiner Verdienste und Forschungen auf dem Gebiete der Geologie und der Gesteinskunde, insbesondere der praktischen und technischen Geologie.
Die rote Kaschgar.
Roman von Fedvr von Zvbeltitz.
63. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Zwei sehr glückliche Menschen saßen sich gegenüber und plauderten von der Zukunft.
„Ich verlange natürlich nicht, daß Theda und Hellmut sich mit ihrem Unyug übereilen", sagte ©ort, „aber den Tag unsrer Hochzeit wollen wir sestseyen. und bis dahin müssen sie unser Rest geräumt haben, das versteht sich von selbst."
„Es ist ja rasch geschehen, Hellmut nimmt nur seine paar Möbel mit und seine kostbaren Markenschränke nebst Inhalt, alles Sonstige gehört zum Schlosse."
..Weißt du, Lexe, ich möchte nicht gern im Schlosse wohnen — es hat doch etwas Störendes für mich, tagtäglich mit der Theda zusammen zu kommen — und es ist auch nicht nötig. Ich werde mich vorläufig im Forstvorwerk ein» quartieren, da sind immer ein paar Gastzimmer frei."
' „Wenn du es möchtest, warum nicht. Im übrigen wird die Uebergabe durch Hellmut auch einige Zeit erfordern. Du darfst nicht vergessen, was sich in deiner Abwesenheit alles geändert hat. Durch die Erschließung der Kaligruben hat sich der ganze Wirtschaftsplan verschoben. Wir haben einen Riesenbesitz zu verwalten, Gert, wir müssen (Bergmann, Kaufmann und Landwirt sein — wir, sage ich immer, denn ich will mittätig sein, sonst kann ich nicht leben."
„Sollst du sein, ich freue mich darauf, solch eine Frau kann ich brauchen. Du hast die Stiftsherrschast übrigens so glänzend geleitet, daß dein Organisationstalent mir auch in Grvß-Ponar von Wert sein wird. 11 nb wer soll denn nun Domina auf der Wesenburg werden, toemt du daS Zepter Niederlegst T
Alexe kicherte fröhlich. „DaS überlasse ich meinen Rachtgespenstern. Eine ZukunftSfreube blüht uns übrigens auch da. Die Tanten sind uralt, und wenn man die letzte zu Grabe getragen Rat und weder bei den Horas noch bei den MeV« vingS unverheiratete Weibchen aufzutreiben sind, so wird das Fibeikvmmih aufgelöst und der Ertrag fällt an die beiden 6t<nmnfamiften -u
gleichen Teilen. Wir könnten uns aber auch mit Hellmut einigen und die Herrschaft als Freigut übernehmen — sie grenzt ja an Groß-Pvnar."
Sv tauschten sie ihre Ansichten über die Gestaltung der Zukunft auS, von verständiger Lebensanschauung ausgehend, zwischen verliebten Blicken auch einmal Luftschlösser bauend. Dabei hatten sie unter dem Duft der Rosen einen gefunden Appetit und ließen den Wein nicht stehen, und wenn die servierenden Kellner zwischen den einzelnen Gängen verschwanden, so erhob sich Gert jedeSmal und küßte Alexe.
Sie gebot nun wieder über die Freiheit ihres Herzens, sie hatte alles erreicht, was sie erreichen wollte, und noch tausendmal mehr. Aber es durchschattete sie noch ein Gegenempfinden, das wie Meeltau auf (ihrem Glück lag. Gs war die bohrende Scham über sich selbst. Run gut — unleugbar war der Betrug an Gert zum Guten auSgefchlagen. Doch die Tatsache blieb, und mochte sie auch für einig Geheimnis bleiben, sie lieh sich nicht merzen in der Erinnerung.
„Warum auf einmal so ernst, meine Le?e?" rief Gert. „Ich sehe fogar ein Fältchen auf deiner Stirn, das gehört nicht dahin. Hast t>u ein winziges Kummerchen auf deiner weihen Seele?"
„Ach lieber Gert, meine Seele ist nicht weih sie hat ihre Sonnenflecken. Aber das ist eine alte Erkenntnis, sie kann mich nicht ernst stimmen Rein — eS war nur eine Frage, die mir in diesem Augenblick durch den Kops ging, und vielleicht markierte sich das Grübelfältchen auf der Stirn, weil ich sie mir nicht beantworten kann,"
„Latz mich die Antwort suchen. Wie war die Fraget
Ein weiches, fast wehmütiges Lächeln, das »auch eine Sehnsucht andeuten konnte, spiegelte eine Seelenregung im Gesicht Aleres wieder
„Warum", sagte sie, „fanden wir uns nicht schon vor Jahren so wie heute? Richt schon damals, als wir zum ersten Wale uns unsrer V''; bewuht wurden? Denke, wie anders wäre da .i alles gekommen! Das ist die Frage, die Mir fv plötzlich einfiel — eS war nur ein Ein» U'. leidvollen Umwege zu unfern
Muck nötig aewesen?"
Der Ernst einer inneren Bewegung trat auch aus die Züge Geris.
„Warum?" wiederholte er. „Muh man jede Frage beantworten? Eine neue Frage, die ich verneinen möchte ..Er griff nach fernem Sektglas und leerte es hastig ... „Ich war damals ein Tor, heut' weih ich es. Eine Reflexion sollte meine Leidenschaft bändigen. Das war Unsinn. Die Liebe ist nicht Verstandeswerk. 2Eber, Lexe, ich will nichts bereuen. Irgendwo in Indien sah ich eine Erinnerung an den griechischen Mythus. Ein Relief: neben dem Amor die Reme- sis, und beide hielten ihre Dogen gespannt. Die Deutung ist klar. Die Nemesis soll die Rächerin verschmähter Liebe sein. Gut. Gros und Remesis zielten auf mich und trafen, sie trafen mein Herz sunü fehlten nicht, unb fo ist meine Liebe zur Remesis geworben. Soll ich barüber verzweifeln? Rein, Lexe — ich danke den Gottern!"
Er sprang auf und fiel ihr zu Füßen. Mit hingebender Zärtlichkeit strich ihre Hand über fein Haar. Aber ihr Herz war unendlich schwer. Er hatte eine so süße Symbolik für die strafende Göttin gefunden. Doch die Remefis galt auch als Reiderin alles Glücks unb war bie Unerbittliche, die jeben Frevel rächte.
15.
Der Viererzug Alexes hielt vor dem Haus auf ber Höhe, ber Kutscher ftanb vor den Pferden, die Zügel in der Hand, unb Alexe trat ein Fvehe war soeben aus dem Institut heimgekehrt unb begrüßte die Kusine in heiterer Sorglosigkeit.
„Also glücklich zurück, Lexe?" sagte sie. „Wie ist alles verlaufen? War die Auseinanbersehung mit Gert schwierig?"
„Rein, Freße ...“ Sie sahen sich in der kleinen Wohnstube gegenüber, durch die an diesem Spätnachmittage schon das Grau der Dämmerung webte. Frehe sah in den Zügen Aleres einen unerwarteten Ernst und einen nervösen Reiz, und das machte sie unruhig.
„Erzähle", bat sie.
Mexe sprach mit etwas gedämpfter Stimme, aber gelassen und unverkennbar herzlich im Ton.. „Du mußt Mut haben, Frehe", begann sie, „es kam nicht alles so, wie wir glaubten. Unb bah eS anders kam, lag an verschiedenen Momenten.
3n ber Hauptsache baran, daß Geri seine Gefangenschaft mit bem Grafen Austien teilte unb von ihm wußte, daß er dich als seine Verlobte betrachtete."
Frehe erblaßte jäh. „Das kann er nicht gesagt haben," erwiderte sie. „Unser Verlöbnis erlosch schon vor zwei Jahren. Gs war eine feste Abmachung, die nur ihn unb mich anging — aber er selbst hatte sie getroffen. (Brüher Dorotheas lügt nicht. Unb für mich ist er noch heute so gut wie verschollen. Seit seinem Abschied von mir hörte ich nichts, nichts mehr von ihm."
„Er hat sich in Kaschgar von Gert getrennt unb wollte über Ssarepta zurück —- hierher zu dir. Möglich, bah ihn noch eine Weisung der Oberen mit einer letzten Mission betraute." |
„Sei es. Ich bin meiner Verpflichtung gegen ihn ledig."
„Er mag anders denken. Aber das ist feine Sache unb beine. Jedenfalls teilt Geri den Glauben Austiens. Und ich muh hinzufügen, daß er sehr froh war, dich in so guter Hand zu wissen. Du weißt vielleicht gar nicht, wie reich Austien ist. ilnb nun legt er doch auch das Gewand der Armut wieder ab, er ist nicht meßr der Vruber Dorotheas, er hat den Schwur gehalten, den er seiner Mutter gab, er führt dich auf feine böhmischen ober mährischen (Besitzungen — Frehe, bist du denn eine Närrin, daß die glänzende Sicherstellung deiner Zukunft dir so gar nichts gilt! Und noch dazu an ber Seite eines so tadellosen Ehrenmannes! Gert schwärmt für Austien."
„Austien lebt also noch?"
„Mein Gott, ich sagte es dir ja! Er schrieb bie nie, weil er bir bie Freiheit des Herzens lassen wollte. Man kann spötteln darüber, aber in ber Sittlichkeit seiner Auffassung liegt doch ein erschütternder Ernst. Auch ich spöttele nich( bei aller meiner Skepsis. Ich respektiere biefr Kraft der Seele. Sie ist groß, sie ist groß."
Ein bittendes Lächeln zuckte über das weihe Gesicht Frehes. „Du redest mir gut zu, Lexe", sagte sie, „du gibst mir (Bonbons, um mir den bitteren Kern schmackhafter zu machen. Sprich endlich die Wahrheit! Gert will nichts mehr; von mir wissen. Gib eS doch zu!"
(Fortsetzung folgt.)
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